Make it Count: Den Moment richtig erleben

Wie Conditional Happiness und Delayed Gratification uns daran hindern, im Hier und Jetzt zu sein.


Einleitung

Make it Count ist ein Mindset-Prinzip, das beschreibt, wie wir die Zeit mit unseren Liebsten bewusst und intensiv erleben koennen. In dieser zweiten Folge von Project Mindset spricht Reza Mehman ueber das Phaenomen, gedanklich woanders zu sein, obwohl man koerperlich anwesend ist. Er beleuchtet zwei tief verwurzelte Konzepte, die uns daran hindern, im Hier und Jetzt zu leben: Conditional Happiness und Delayed Gratification. Anhand konkreter Beispiele aus seinem Alltag als Vater, Partner und Unternehmer zeigt er, warum die verfuegbare Zeit mit Familie und Freunden knapper ist als gedacht. Am Ende liefert er praktische Werkzeuge, um den Autopilot-Modus zu durchbrechen und Momente wirklich zaehlen zu lassen.


Zusammenfassung

1-Satz-Version: Reza Mehman erklaert, warum wir verstaerkt im Hier und Jetzt leben muessen und stellt mit „Make it Count“ ein persoenliches Prinzip vor, das dabei helfen soll.

3-Satz-Version: In Folge 2 von Project Mindset spricht Reza Mehman ueber das Thema, den Moment wirklich zu erleben. Er zeigt, wie Conditional Happiness und Delayed Gratification uns unbewusst dazu bringen, wichtige Momente mit Familie und Freunden zu verpassen. Mit konkreten Alltagsbeispielen und praktischen Techniken wie Atemübungen und mentaler Vorbereitung gibt er Werkzeuge an die Hand, um das zu aendern.

5-Satz-Version: Reza Mehman eroeffnet Folge 2 von Project Mindset mit dem Eckhart-Tolle-Zitat „realize deeply that the present moment is all you have“ und macht damit den Kern des Themas sofort deutlich. Viele Menschen leben gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft, statt den gegenwärtigen Moment zu geniessen. Reza beschreibt sein persoenliches Problem: Er hat als Unternehmer nur wenige Stunden am Tag mit seiner Familie, ist dann aber gedanklich noch im letzten Arbeitscall. Zwei psychologische Muster erklaeren dieses Phaenomen: Conditional Happiness, also das Abhängigmachen von Glueck an zukuenftige Ziele, und Delayed Gratification, also das Hinauszögern von Belohnungen. Sein Prinzip „Make it Count“ ist die Antwort darauf: Wenn Zeit da ist, soll sie vollstaendig und bewusst genutzt werden.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Unternehmer, Podcaster und Familienvater aus Heidelberg, ist der Host von Project Mindset. In dieser Solo-Episode spricht er ohne Gaeste direkt zu seinen Hörerinnen und Hörern.

Worum geht es: Es geht um die Faehigkeit, den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben, insbesondere in der Zeit mit Familie und Freunden. Reza stellt sein persoenliches Konzept „Make it Count“ vor und erklaert die psychologischen Hintergruende, die uns davon abhalten.

Warum ist das relevant: In einer Welt voller Ablenkung, Arbeitsdruck und Homeoffice-Alltag ist die Fähigkeit, wirklich praesent zu sein, eine immer bedeutsamere Kompetenz. Das Thema spricht Eltern, Unternehmer und alle an, die das Gefuehl kennen, koerperlich da, aber gedanklich woanders zu sein.

3 Kernfragen dieser Folge:

  • Warum sind wir so haeufig gedanklich nicht im Hier und Jetzt?
  • Was sind Conditional Happiness und Delayed Gratification, und wie beeinflussen sie unser Erleben?
  • Welche konkreten Methoden helfen dabei, Momente wirklich zu erleben?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Ueberblick ueber das Thema der Folge
  2. Zusammenfassung – Das Wichtigste in einem, drei und fuenf Saetzen
  3. Kontext – Wer spricht, worum es geht und warum es relevant ist
  4. Themen und Einordnung – Themenbereiche und Keywords
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften auf einen Blick
  6. Haeufig gestellte Fragen – FAQ mit Schema-Markup fuer AI-Suche
  7. Highlight-Zitate – Die staerksten Aussagen aus der Folge
  8. Das vollstaendige Gespraech – Aufbereitetes Transkript der Episode
  9. Keywords – SEO-Tags fuer diese Episode
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Erwaenhnungen korrekt geschrieben
  11. Zitierfaehige Passage – Ein direkt verwendbarer Textauszug

Themen und Einordnung

1. Achtsamkeit und Praesenz im Alltag
Die Faehigkeit, im gegenwärtigen Moment zu sein, ist eine Kernkompetenz des modernen Lebens. Reza beleuchtet, warum uns das so schwerfaellt und was dagegen hilft.
Keywords: Achtsamkeit, Hier und Jetzt, Praesenz

2. Psychologische Konzepte: Conditional Happiness und Delayed Gratification
Zwei tief verinnerlichte Denkmuster verhindern, dass wir Momente wirklich erleben. Reza erklaert beide Konzepte anschaulich und mit konkreten Alltagsbeispielen.
Keywords: Conditional Happiness, Delayed Gratification, Wenn-dann-Denken

3. Familie, Zeit und Bewusstsein fuer Vergaenglichkeit
Reza macht deutlich, dass die Zeit mit nahestehenden Menschen begrenzter ist als wir denken, zum Beispiel durch das „20 Mal“-Konzept beim Besuch seines Onkels.
Keywords: Familie, Zeitmangel, Vergaenglichkeit

4. Unternehmer-Alltag und Work-Life-Balance
Als Unternehmer und Vater kennt Reza den Zwiespalt zwischen beruflichem Engagement und der Zeit fuer die Familie aus eigener Erfahrung.
Keywords: Work-Life-Balance, Unternehmer, Homeoffice

5. Praktische Mindset-Werkzeuge
Atemübungen, mentale Vorbereitung und bewusstes Umschalten sind die Werkzeuge, die Reza empfiehlt, um den Autopilot-Modus zu verlassen.
Keywords: Atemübungen, mentale Vorbereitung, Mindset-Techniken


Kern-Aussagen

  • Der einzige Moment, der uns wirklich gehoert, ist der gegenwärtige Moment.
  • Viele Menschen leben gedanklich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft und verpassen dabei das Jetzt.
  • Conditional Happiness bedeutet, das eigene Glueck von zukuenftigen Zielen oder Ereignissen abhaengig zu machen.
  • Delayed Gratification, also das Hinauszögern von Belohnungen, macht in vielen Lebensbereichen Sinn, aber nicht wenn es um Zeit mit Familie und Freunden geht.
  • Als Unternehmer und Vater hat Reza Mehman netto nur wenige Stunden am Tag mit seiner Familie, was das Thema Praesenz besonders dringend macht.
  • Wenn man einen nahestehenden Menschen nur einmal im Jahr sieht, sind es bei einer statistischen Lebenserwartung oft nur noch 20 Begegnungen bis zum Ende des Lebens.
  • „Make it Count“ bedeutet: Wenn Zeit da ist, dann wird sie vollstaendig und intensiv genutzt.
  • Im Homeoffice fehlt der Heimweg als natuerliche Pufferzone, um gedanklich von der Arbeit auf die Familie umzuschalten.
  • Fuenf Minuten Atemübungen nach dem Feierabend koennen helfen, mental praesent zu werden.
  • Sich mental auf Familiensituationen vorzubereiten, ist bereits die halbe Miete fuer ein bewusstes Erleben.

Haeufig gestellte Fragen

Was bedeutet „Make it Count“?

„Make it Count“ ist ein persoenliches Prinzip von Reza Mehman und bedeutet, dass man die Zeit, die man hat, vollstaendig und intensiv nutzt, sei es mit dem eigenen Kind, dem Partner, der Familie oder mit Freunden. Es geht nicht darum, mehr Zeit zu haben, sondern die vorhandene Zeit wirklich zu erleben.

Was ist Conditional Happiness?

Conditional Happiness beschreibt das Muster, das eigene Glueck von zukuenftigen Ereignissen oder dem Erreichen bestimmter Ziele abhaengig zu machen. Zum Beispiel: „Wenn ich erst mein Studium beendet habe, dann bin ich gluecklich.“ Dieses Wenn-dann-Denken verhindert, dass wir im gegenwärtigen Moment zufrieden sind.

Was ist Delayed Gratification?

Delayed Gratification beschreibt das Prinzip, auf eine sofortige Belohnung zu verzichten, um spaeter eine groessere Belohnung zu erhalten. Zum Beispiel: Sparen statt sofort kaufen. Dieses Prinzip ist in vielen Lebensbereichen sinnvoll, jedoch nicht, wenn es um die Zeit mit Familie und Freunden geht, denn diese Zeit laesst sich nicht verschieben oder nachholen.

Warum ist es so schwer, im Hier und Jetzt zu sein?

Laut Reza Mehman liegen die Ursachen vor allem in tief verinnerlichten Denkmustern wie Conditional Happiness und Delayed Gratification sowie in aeusseren Umstaenden wie Arbeitsstress oder dem Homeoffice-Alltag, wo kein natuerlicher Uebergang zwischen Arbeit und Privatleben existiert. Gedanken kreisen dann noch um den letzten Arbeitscall, waehrend man koerperlich bereits bei der Familie ist.

Wie kann man besser im Moment praesent sein?

Reza Mehman empfiehlt zwei konkrete Methoden: Erstens, nach dem Feierabend Laptop und Handy auszumachen und fuenf Minuten Atemübungen zu machen, bevor man zur Familie geht. Zweitens, sich mental auf Begegnungen vorzubereiten, zum Beispiel vor einem Familientreffen bewusst zu entscheiden, den Moment maximal auszunutzen und auch fuer den Partner oder andere anwesende Personen aktiv zu sorgen.

Was meint Reza Mehman mit dem „20 Mal“-Konzept?

Reza beschreibt, dass sein Onkel ihn einmal im Jahr besucht und noch etwa 20 Lebensjahre hat. Das bedeutet nicht 20 Jahre Zeit miteinander, sondern realistischerweise nur noch 20 Begegnungen insgesamt. Dieses Bewusstsein hat fuer ihn den Begriff „Make it Count“ noch wertvoller gemacht, weil es die Endlichkeit und Kostbarkeit jedes gemeinsamen Moments verdeutlicht.

Worum geht es in Project Mindset Folge 2?

In Folge 2 von Project Mindset spricht Reza Mehman ueber das Thema, den Moment richtig zu erleben, unter dem Titel „Make it Count“. Er erklaert die Konzepte Conditional Happiness und Delayed Gratification, beschreibt persoenliche Erfahrungen als Vater und Unternehmer und gibt praktische Tipps, wie man bewusster im Hier und Jetzt lebt.


Highlight-Zitate

„realize deeply that the present moment is all you have“– Eckhart Tolle (zitiert von Reza Mehman)

„Das Einzige, was mir gehoert, ist ja tatsaechlich der aktuelle Moment.“– Reza Mehman

„Es sind keine 20 Jahre, die ich noch sehe. Es sind eigentlich nur noch 20 Mal in meinem Leben, wo ich ihn sehe.“– Reza Mehman

„Wenn ich die Zeit habe, dann nutze ich auch die Zeit, dann mache ich das Beste draus und versuche auch intensiv Zeit zu verbringen.“– Reza Mehman

„Wenn ihr euch geistig vorbereitet, mental vorbereitet auf so eine Situation, habt ihr wirklich schon die Haelfte der Arbeit gemacht.“– Reza Mehman

„Mit dem richtigen Mindset ist alles im Leben moeglich und auf der anderen Seite mit dem falschen Mindset kann natuerlich auch vieles kaputt gemacht werden.“– Reza Mehman


Das vollstaendige Gespraech

Begruessung und Rueckblick auf Folge 1

Reza Mehman:

Hi zusammen, hier ist Reza Mehman und ihr hoert die zweite Podcastfolge von Project Mindset.

Als allererstes moechte ich mich bei Family, Freunden und Verwandten bedanken, dass ihr mir fleissig Feedback zur 1. Folge gegeben habt. Ich hab wirklich einiges mitnehmen koennen und ich verspreche auch, dass ich moeglicht alles umsetzen werde.

Was ich aber besonders toll finde, ist dass sich offensichtlich so viele Leute mit dem Thema Mindset auseinandersetzen und ich glaube auch, dass es immer weiter im Kommen ist. Ich glaube, viele haben auch kapiert, dass mit dem richtigen Mindset alles im Leben moeglich ist und auf der anderen Seite mit dem falschen Mindset natuerlich auch vieles kaputt gemacht werden kann.

In der 1. Folge ging es ja hauptsaechlich darum, was fuer eine Macht negative Gedanken auf eine Person haben und fuer mich vielleicht eine ganz kurze Zusammenfassung: Fuer mich kommt es gar nicht drauf an, dass man sich zwingt, positiv zu denken, sondern im ersten Schritt sollte man einfach mal anfangen, nicht negativ zu denken. Wer aber da noch mal eine Gesamtperspektive draus haben moechte, am besten noch mal in die 1. Folge reinhoeren.

Das Thema der Folge: „Make it Count“

In der 2. Folge geht es um das Thema, den Moment richtig erleben. Ich hab das mal zusammengefasst fuer mich mit dem Begriff „Make it Count“. Dazu komme ich gleich noch mal.

Aber starten moechte ich das Thema mit einem Zitat von Eckhart Tolle, was ich unglaublich gut finde: „realize deeply that the present moment is all you have.“

Ich finde es super interessant, weil viele Menschen ja mit den Gedanken irgendwie in der Vergangenheit sind, was ist alles passiert, was ist mir zugestossen, ich muss es erstmal verdauen, oder sich Sorgen um die Zukunft machen, was kann denn morgen noch alles passieren, hoffentlich passiert mir nichts Schlimmes, was passiert denn an diesem Event. Das heisst, man macht sich um etwas Gedanken, was nicht mehr veraenderbar ist, also die Vergangenheit, man macht sich Sorgen um die Zukunft, was gar nicht noch mir gehoert.

Das Einzige und das realisieren vielleicht einige jetzt gerade mit diesem Zitat, das Einzige, was mir gehoert, ist ja tatsaechlich der aktuelle Moment und trotzdem schaffen es viele nicht, insbesondere ich, einfach mal zu sagen, ich geniesse den aktuellen Moment, mir ist die Vergangenheit egal und mir ist die Zukunft egal.

Persoenliche Erfahrung als Vater und Unternehmer

Wer mich kennt, weiss auch, dass ich leichte Workaholic-Ansaetze habe, dass ich gerne viel arbeite. Aber gleichzeitig, was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass ich ein unglaublich schlechtes Gewissen habe, wenn es darum geht, dass ich so wenig Zeit habe fuer meine Lieben.

Also ganz konkretes Beispiel, wenn ich netto mal die Zeit ausrechne, die ich mit meinem Kleinen habe, ist es morgens ein, zwei Stunden, wenn er aufsteht, und abends noch mal ein, zwei Stunden, wenn er schlafen geht. Netto ist da gar nicht so viel Zeit uebrig. Wenn man noch bedenkt, dass ich noch Sport machen moechte, Zeit mit meiner Frau verbringen moechte, mit meiner Familie, mit meinen Freunden und so weiter verbringen moechte, also so viel Zeit ist eigentlich gar nicht da.

Und der ausschlaggebende Grund eigentlich fuer diesen Podcast ist, dass ich genau ueber dieses Thema erst mal so ein Bewusstsein erlangt habe. Ich hab ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht so viel Zeit fuer alles habe. Und dann aber, was noch viel schlimmer fuer mich ist, wenn ich da mal die Zeit habe, zum Beispiel am Esstisch abends mit meinem Kleinen zusammen, mit meiner Frau zusammen, geniesse ich die Zeit irgendwie teilweise gar nicht, weil ich irgendwie mit den Gedanken woanders bin. Bin entweder gestresst durch die Arbeit, durch den letzten Call, mach mir Gedanken um das, was passiert ist, oder mach mir vielleicht sogar auch Sorgen um die Zukunft.

Hier ein kleiner Hinweis: Natuerlich, ich versuche auch meine eigene Methodik anzuwenden, keine negativen Gedanken zu haben, aber ihr wisst, wie es ist, man ist einfach ab und zu mal nicht im Hier und Jetzt, man ist mit den Gedanken woanders und das nervt mich total, wenn ich dann mal endlich Zeit habe, ein, zwei Stunden mit meinem Kleinen zu spielen und gedanklich irgendwie auf Autopilot bin. Ich bin nicht ganz da, ich merke das zwar irgendwie, aber gedanklich bin ich noch nicht ganz da.

Und deswegen ist auch der Titel „Make it Count“ zustande gekommen. Es hat eine ganz bestimmte Bedeutung fuer mich und zwar, dass wenn ich die Zeit habe, dann nutze ich auch die Zeit, dann mache ich das Beste draus und versuche auch intensiv Zeit zu verbringen, sei es mit meinem Kleinen, sei es mit meiner Frau, sei es mit meiner Familie oder mit Freunden.

Warum wir nicht im Moment leben: Conditional Happiness

Ich hab mir auch Gedanken gemacht, wie kommt das eigentlich zustande, dass ich nicht im Hier und Jetzt teilweise lebe. Also was ist es, was Anerzogenes von mir, ist es irgendwie, ist es ueber die Jahre hinweg passiert, wie kommt es zustande?

Und mir sind so zwei Konzepte so ein bisschen aufgefallen, die vielleicht irgendwie was Kulturelles sind, aber auch vielleicht was Anerzogenes sind.

Vielleicht habt ihr mal was von Conditional Happiness gehoert. Also Conditional Happiness bedeutet grob, dass man sein eigenes Happiness von gewissen Events oder Erreichung von gewissen Zielen abhaengig macht. Man denkt sich: Ah, wenn ich erst mal A, B, C, D erreicht habe, dann bin ich gluecklich, dann verbringe ich Zeit mit denen und den Personen, dann mache ich das, worauf ich Lust habe. Ist ja ganz tief in uns drin.

Also wenn ich erst mal meinen Schulabschluss gemacht hab, dann kann ich entscheiden, was ich danach lerne, studiere und so weiter. Wenn ich erst mal mein Studium oder meine Ausbildung beendet hab, dann kriege ich erst mal meinen Job und hab dann mehr Freizeit und muss nicht mehr lernen. Wenn ich erst mal meinen Job hab, dann muss ich erst die Probezeit fertig machen und dann muss ich erst und so weiter und so fort.

Es gibt immer so diese Wenn-dann-Beziehungen und irgendwie hat man sich verinnerlicht, dass man erst mal durch eine lange, anstrengende Zeit gehen muss, um danach irgendwas zu geniessen. Aber wenn die Zeit vorbei ist, dann kommt ja das andere wiederum, also so eine Art Teufelskreis und das ist so tief in mir drin. Ich glaube bei vielen anderen auch, ich kenn viele Leute, die auch diese Wenn-dann-Beziehung beziehungsweise Conditional Happiness haben.

Mir ist wichtig, aber heute happy zu sein und ein Happiness-Faktor ist natuerlich fuer mich persoenlich und darum geht es heute, dass ich den Moment mit meinem Kleinen geniessen kann.

Delayed Gratification und ihre Grenzen

Ein zweites Konzept neben Conditional Happiness, was mir aufgefallen ist, was auch so tief in mir und wahrscheinlich in anderen verinnerlicht ist, das Thema Delayed Gratification.

Vielleicht habt ihr davon schon mal gehoert, es geht als ganz grobes Beispiel darum, es wurden Tests gemacht mit Kindern und es wurde gezeigt: Hey, wenn ein Kind schafft, zum Beispiel 10 Minuten lang nicht die Schokolade, die auf dem Tisch ist, zu essen, dann kriegt es nach dieser Zeit die doppelte Menge an Schokolade. Das heisst, das Kind verzichtet jetzt auf eine Gratification, auf eine Belohnung, damit es in 10 Minuten dann die doppelte Menge bekommt.

Und das zieht sich ja auch gefuehlt durch unser ganzes Leben hindurch, dieser Ansatz. Also es macht auch bei vielen Dingen natuerlich Sinn, Sparen zum Beispiel oder Zinseszinseffekte, wenn ich heute auf ein Auto verzichte oder wenn ich dieses Jahr drauf verzichte, dann kann ich mir naechstes Jahr ein groesseres Auto kaufen. Wenn ich jetzt spare, dann habe ich im Alter ein bisschen Geld. Das ist das Thema, ist ja auch super tief in uns drin.

Ich glaube, das macht auch mehr Sinn, auf jeden Fall, als das Thema Conditional Happiness. Aber wenn es darum geht, Zeit zu verbringen mit jemandem und das faellt mir auch auf, wenn ich dann irgendwie mal in Gedanken doch woanders bin und nicht eben bei meinem Kleinen bin oder nicht eben in dem Moment bei meiner Frau bin, dann habe ich das Gefuehl, ich denke eigentlich so: O.K., ich warte jetzt eigentlich auf irgendeinen bestimmten Moment, damit das und das passiert und dann habe ich erst Zeit, richtig mit meinem Kleinen Zeit zu verbringen.

Also die Delayed Gratification, wie gesagt, macht zwar in vielen Faellen Sinn, aber wenn es um die Zeit geht mit Family und Friends, macht es ueberhaupt gar keinen Sinn.

Das „20 Mal“-Konzept: Wie wenig Zeit wirklich bleibt

Ich hab dazu auch ein ganz konkretes Beispiel und zwar, mein Onkel, der kommt einmal im Jahr zu uns, besucht uns, wir haben eine ganz intensive Zeit, er ist ungefaehr eine Woche lang da, wir haben richtig viel Spass, es ist auch gleichzeitig super anstrengend, wenn ich ehrlich bin. Also ich bin froh, wenn er da ist, aber ich bin genauso froh, wenn er wieder weg ist und wenn er mir zuhoert, Onkel, ich lieb dich trotzdem.

Aber mir ist in dem Moment bewusst geworden, dass wenn er da ist, ich mir irgendwie Gedanken gemacht hab, dass ich ja an dem Tag gehen wir zum Beispiel spazieren, an dem anderen Tag gehen wir was zusammen essen. Also ich plan die Zeit und hab mich auch mental drauf vorbereitet, dass er kommt und dementsprechend ist es super intensiv, die Zeit.

Ich finde es ganz cool, ich hab das aber vor kurzem aus einer anderen Perspektive gesehen, warum das Thema Make it Count auch noch mal mehr Wert fuer mich bekommen hat. Und zwar, mein Onkel ist jetzt knapp ueber 60 und hoffentlich lebt er natuerlich noch viele Jahre, aber sagen wir mal, er wird, wie der Durchschnittsmensch, ungefaehr 80 Jahre alt. Das heisst, er lebt hoffentlich laenger, aber vielleicht noch 20 Jahre.

Ein Irrtum, den viele Menschen jetzt haben oder den auch ich so ein bisschen im Kopf immer hatte, ist ja, man hat doch so unendlich viel Zeit. Ich, wenn ich jetzt heute nicht mit jemandem Zeit verbringe, mit meinem Partner, mit Freunden, mit Family und so weiter, dann kann ich es ja morgen tun. Ist ja im Falle meines Onkels noch 20 Jahre, aber das ist ein Irrtum. Es sind keine 20 Jahre, die ich noch sehe.

Wenn wir ganz hart sind, dann ist es eigentlich nur noch 20 Mal in meinem Leben, wo ich ihn sehe. Und als ich das verstanden habe, hat der Begriff „Make it Count“ fuer mich noch mehr Wert bekommen. Ich hab verstanden, ich muss wirklich die Zeit mit ihm geniessen, ich muss wirklich das Beste draus machen.

Fuer viele mag das jetzt total negativ klingen, aber wenn ihr euch das mal durch den Kopf gehen lasst: Ich sehe ihn keine 20 Jahre mehr, ich seh ihn nur noch 20 Mal und das Konzept ist ja auch auf andere anwendbar. Wenn man Freunde, gute Freunde, nur einmal im Jahr sieht, oder sagen wir mal, ihr freut euch immer auf Weihnachten, weil das gerade die Weihnachtszeit ist, wie viele Weihnachten habt ihr dann noch mit Family and Friends? Das ist gar nicht mehr, wenn man das aus der Gesamtperspektive sieht, gar nicht mehr so viel.

Praktische Methoden, um im Moment praesent zu sein

Genau, eine weitere Sache: Ich hab mir natuerlich auch ueberlegt, ich hab euch gesagt, macht euch darueber Gedanken, dass ihr den Moment geniessen koennt, dass ihr euch auf die Momente mit Friends und Family freut. Aber wie kommt man denn ueberhaupt in diesen Modus rein, in dieses Mindset rein, dass man denn auch wirklich in dem Moment total richtig da ist, im Hier und Jetzt ist.

Eine Sache vorab: Ich bin kein Psychologe, deswegen kann ich euch keine psychologischen Tricks zeigen, aber ich kann euch zumindest die Werkzeuge sagen und zeigen, die ich selber benutze.

Und zwar, das kommt fuer mich auch auf die Situation an. Also das Thema Abendessen mit meinem Kleinen zum Beispiel: 18:00 Uhr essen wir typischerweise, um 18:00 Uhr bin ich hier im Homeoffice auch fertig, geh dann normalerweise direkt runter und bin irgendwie noch gedanklich im letzten Call und hatte gar nicht die Zeit so umzuswitchen. Also normalerweise, wenn ich jetzt ausserhalb der Lockdown-Zeit im Office arbeite, habe ich ja 10 bis 15 Minuten, bis ich zu Hause bin und in der Zeit komme ich auch so ein bisschen runter, habe ich Relax-Zeit und so weiter, kann mich fokussieren und fange dann erst an mit meiner Family die Zeit zu verbringen. Aber wenn man im Homeoffice ist und direkt um 18:00 Uhr Schluss macht, dann ist man gedanklich noch im letzten Call. Man ist gar nicht so richtig da und dann kommt auch das Thema Autopilot wahrscheinlich so ein bisschen zustande.

Aber wenn ihr wisst, ich hab um 18:00 Uhr Feierabend und ich bin im Homeoffice und ich hab eigentlich gar keinen Heimweg da, um da mich selber zu sammeln: Laptop aus, Handy aus, 5 Minuten Atemübungen machen, in sich hineingehen, keine Ablenkung und erst dann runtergehen.

Das Gleiche kann man auch verwenden, wenn man zum Beispiel auf Familientreffen geht und insbesondere Familientreffen, die man zum Beispiel seinem Partner zuliebe macht. Viele und ich war frueher auch so von diesem Schlag Mensch, der hat manchmal einfach nicht so Lust gehabt auf irgendein Familientreffen zu gehen, wo ganz viele Leute sind und ja, irgendwie nur versucht die Zeit rumzubringen. Aber das ist super der falsche Ansatz.

Eine Methodik, die ich verwende, ist: Ich bereite mich mental drauf vor zu sagen, hey, ich werd diese drei bis vier Stunden, die wir da verbringen, maximal ausnutzen und ich werde dafuer sorgen, dass nicht nur ich den Moment aktiv erlebe und geniesse, sondern auch mein Partner zum Beispiel, wegen dem ich auf diesem Familientreffen geh. Und ich werd mich bemuehen, dass auch mein Partner das alles sehr intensiv und aktiv erlebt. Wenn ihr euch geistig vorbereitet, mental vorbereitet auf so eine Situation, habt ihr wirklich schon die Haelfte der Arbeit gemacht.

Abschluss

Genau, das war es auch schon. Wie ihr wisst, versuche ich die Podcastfolgen relativ kurz zu halten. Wenn euch der Inhalt gefallen hat oder ihr zumindest eine Sache fuer euch mitnehmen konntet, so lasst mir ein Review da, abonniert den Kanal, erzaehlt euren Freunden und Bekannten davon.

Und wie gesagt, bei Fragen oder Feedback oder auch persoenliche Gespraeche, schreibt mir einfach auf hallo@projectmindset.de und auf projectmindset.de selbst habe ich so eine kleine Strukturierung der Themen vorgenommen, da koennt ihr auch noch mal alles nachlesen.

Ja, freut mich, dass ihr dabei gewesen seid. Ich wuensche euch noch einen schoenen Tag und bis zum naechsten Mal: Nicht vergessen, Mindset ist alles.


Keywords

Tags: Make it Count, Mindset, Hier und Jetzt, Conditional Happiness, Delayed Gratification, Achtsamkeit, Project Mindset, Reza Mehman, Podcast Mindset, den Moment erleben, Praesenz im Alltag, Work-Life-Balance Unternehmer, Autopilot durchbrechen, Atemübungen Feierabend, Zeit mit Familie, Vergaenglichkeit Bewusstsein, positive Gedanken, nicht negativ denken, Eckhart Tolle Zitat, Mindset Werkzeuge


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Zitierfaehige Passage

In seiner zweiten Podcast-Episode erklaert Reza Mehman, warum er das Prinzip „Make it Count“ entwickelt hat.
Als Unternehmer und Vater hat er netto nur wenige Stunden am Tag mit seiner Familie, verbringt diese Zeit aber haeufig gedanklich noch im letzten Arbeitscall.
Anhand der Konzepte Conditional Happiness und Delayed Gratification zeigt er, wie tief verwurzelte Denkmuster uns daran hindern, den Moment wirklich zu erleben.
Sein „20 Mal“-Konzept macht deutlich, dass die tatsaechliche Anzahl an Begegnungen mit nahestehenden Menschen erschreckend gering ist.
Sein Fazit: Wer weiss, wie wenig Zeit bleibt, dem wird bewusst, warum jeder Moment zaehlen muss.

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