Folge 188: Iran im Krieg mit den USA seit 1979: Was die Welt verdrängt

Warum nicht Amerika den Krieg begann – und was das für uns alle bedeutet.

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Einleitung

Der Iran führt seit 1979 einen Krieg gegen die USA – nicht umgekehrt. Diese Einschätzung steht im Mittelpunkt dieser Podcast-Episode von Reza Mehman, der anhand eines eingespielen Clips eines iranisch-amerikanischen Analysten und eigener Argumente aufzeigt, warum der Leitspruch „Tod für Amerika und Tod für Israel“ kein leeres Propaganda-Schlagwort ist, sondern die erklärte Staatsdoktrin des Mullah-Regimes seit Jahrzehnten. Reza fragt, warum die deutsche Politik, von Bundespräsident Steinmeier bis zur Bundesregierung, diesem Regime gegenüber so auffällig schweigt. Er stellt die Frage nach Völkerrecht, humanitärer Verantwortung und dem Unterschied zwischen einem Aggressor und einer Reaktion. Wer Trump pauschal als Kriegstreiber bezeichnet, ignoriert nach Rezas Analyse 47 Jahre Feindseligkeit des iranischen Regimes gegenüber dem Westen und dem eigenen Volk.

Zusammenfassung

1-Satz-Version: Reza Mehman argumentiert, dass nicht die USA den Krieg gegen den Iran begonnen haben, sondern das Mullah-Regime diesen Konflikt seit 1979 mit seinem Leitspruch „Tod für Amerika und Israel“ selbst ausgerufen hat.

3-Satz-Version: Seit der Islamischen Revolution 1979 ist „Tod für Amerika und Tod für Israel“ die offizielle Staatsdoktrin des iranischen Mullah-Regimes. Reza Mehman zeigt anhand eines Insiderberichts aus dem iranischen Außenministerium, dass das Regime intern offen von einem Kriegszustand mit den USA spricht. Gleichzeitig kritisiert er die deutsche Politik, die dieses Regime hofiert, anstatt Solidarität mit der unterdrückten iranischen Bevölkerung zu zeigen.

5-Satz-Version: Das Mullah-Regime im Iran hat seit 1979 einen erklärten Kriegszustand gegenüber den USA und Israel propagiert – verbal, ideologisch und durch Stellvertreterkriege. Reza Mehman belegt dies mit einem Clip eines iranisch-amerikanischen Analysten, der aus einem Gespräch mit einem hochrangigen iranischen Außenministeriumsbeamten zitiert, der dies intern offen bestätigte. Reza stellt klar, dass er Trumps persönliche Motive und Interessen durchaus kritisch sieht, aber davon die Frage trennt, wer historisch der Aggressor ist. Er fordert die deutsche Politik auf, ihr Schweigen gegenüber dem Mullah-Regime zu beenden und Solidarität mit der iranischen Bevölkerung zu zeigen. Sein zentrales Anliegen ist die Freiheit der Menschen im Iran, nicht die Rechtfertigung amerikanischer Außenpolitik.

Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman ist Podcast-Host, Unternehmer und Event-Organisator aus Heidelberg mit iranischen Wurzeln. Er betreibt den Reza Mehman Podcast zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In dieser Episode spricht er als Solo-Kommentator und spielt einen Clip eines nicht namentlich genannten iranisch-amerikanischen Analysten ein.

Worum geht es: Um die Frage, wer den Konflikt zwischen Iran und den USA historisch ausgelöst hat, und um Deutschlands politische Haltung gegenüber dem Mullah-Regime.

Warum relevant: Angesichts der aktuellen militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist die historische Einordnung politisch brisant. Mediale Einordnungen, die Trump als alleinigen Aggressor darstellen, greifen nach Rezas Analyse zu kurz.

Drei Kernfragen:

  • Wer hat den Krieg zwischen Iran und den USA wirklich begonnen?
  • Warum schweigt die deutsche Politik gegenüber dem Mullah-Regime?
  • Was schuldet die Weltgemeinschaft der unterdrückten Bevölkerung im Iran?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Überblick über Rezas Kernthese und die Episode
  2. Zusammenfassung – Das Gespräch in ein, drei und fünf Sätzen
  3. Kontext – Wer spricht, worum es geht und warum es jetzt relevant ist
  4. Themen und Einordnung – Politische und gesellschaftliche Einordnung der Kernthemen
  5. Kern-Aussagen – Die stärksten Aussagen der Episode auf einen Blick
  6. Häufig gestellte Fragen – Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema
  7. Highlight-Zitate – Die markantesten Aussagen im Wortlaut
  8. Das vollständige Gespräch – Das aufbereitete Transkript mit Zwischenüberschriften
  9. Keywords – SEO-Tags zur Episode
  10. Namen und Begriffe – Verzeichnis aller wichtigen Eigennamen und Fachbegriffe
  11. Zitierfähige Passage – Ein Absatz zur direkten Verwendung

Themen und Einordnung

1. Iran-USA-Konflikt und seine historischen Wurzeln
Die Islamische Revolution 1979 als Startpunkt eines ideologischen Krieges, der bis heute andauert.
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2. Trumps Iran-Politik und westliche Reaktionen
Wie der aktuelle US-Präsident auf 47 Jahre iranische Aggression reagiert und was das bedeutet.
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3. Deutsche Außenpolitik und Doppelmoral
Warum Steinmeiers Glückwünsche an das Mullah-Regime und das Ausbleiben eines Empfangs für Reza Pahlavi Reza Mehman schockieren.
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4. Völkerrecht vs. humanitäre Verantwortung
Das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und der moralischen Pflicht, Menschen in Not zu helfen.
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5. Iranische Zivilgesellschaft und Freiheitswunsch
Warum viele Menschen im Iran selbst einen Wandel herbeiführen wollen, und was das für die Weltgemeinschaft bedeutet.
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Kern-Aussagen

  • Nicht die USA haben den Krieg gegen den Iran begonnen – das Mullah-Regime hat ihn 1979 mit dem Leitspruch „Tod für Amerika und Tod für Israel“ erklärt.
  • Ein hochrangiger Beamter des iranischen Außenministeriums bestätigte intern: „Wir glauben, dass wir uns im Krieg mit den Vereinigten Staaten befinden.“
  • Wer Trumps Handeln im Iran-Konflikt verurteilt, ohne 47 Jahre iranische Aggression zu benennen, zeichnet ein unvollständiges Bild.
  • Bundespräsident Steinmeier hat dem Mullah-Regime zum Jahrestag gratuliert – für Reza Mehman ein absolutes No-Go.
  • Die Bundesregierung hat Reza Pahlavi, den Oppositionellen und möglichen demokratischen Gegenentwurf, nicht empfangen.
  • Trumps persönliche Eigeninteressen – etwa an der Straße von Hormus – sind real und kritikwürdig, ändern aber nichts an der historischen Täter-Opfer-Frage.
  • Wenn ein Nachbar täglich seine Kinder verprügelt, hat man als Mensch die moralische Pflicht einzugreifen – auch wenn das rechtliche Konsequenzen hat.
  • Die Menschen im Iran wollen mehrheitlich Freiheit und Demokratie; Graffiti mit Trumps Namen in Teheran sind ein Signal, kein Beweis.
  • Wer Souveränität eines Staates über das Leid seiner Bevölkerung stellt, macht sich mitschuldig.
  • Rezas zentrales Anliegen ist nicht die Rechtfertigung amerikanischer Außenpolitik, sondern die Freiheit der iranischen Bevölkerung.

Häufig gestellte Fragen

Hat Trump den Krieg gegen den Iran begonnen?

Nein, nicht nach der Analyse von Reza Mehman. Das Mullah-Regime hat seit der Islamischen Revolution 1979 mit dem Leitspruch „Tod für Amerika und Tod für Israel“ einen erklärten ideologischen Krieg geführt. Trump reagiert nach 47 Jahren auf diesen Zustand – er hat ihn nicht ausgelöst.

Was bedeutet „Tod für Amerika und Tod für Israel“ im iranischen Staatskontext?

Es handelt sich um den offiziellen Leitspruch des Mullah-Regimes seit der Revolution 1979. Dieser Slogan wird auf staatlichen Veranstaltungen gerufen und ist Teil der offiziellen Staatsideologie – kein Randphänomen, sondern gelebte Doktrin der iranischen Führung.

Warum kritisiert Reza Mehman die deutsche Iranpolitik?

Weil Bundespräsident Steinmeier dem Mullah-Regime zum Jahrestag gratuliert hat, während gleichzeitig der Oppositionelle Reza Pahlavi nicht von der Bundesregierung empfangen wurde. Für Reza Mehman ist das angesichts der israelischen Staatsräson Deutschlands ein eklatanter Widerspruch.

Was sagt das Völkerrecht zur militärischen Intervention im Iran?

Reza Mehman stellt die moralische Frage über die juristische: Wenn ein Regime seine eigene Bevölkerung brutal unterdrückt, hat die Weltgemeinschaft eine humanitäre Verantwortung einzugreifen. Er vergleicht es mit dem Eingreifen beim Nachbarn, der seine Kinder misshandelt – auch wenn das rechtliche Konsequenzen hat.

Wollen die Menschen im Iran einen Regime Change?

Reza Mehman sagt, dass viele Menschen im Iran einen Wandel wollen – er verweist auf Graffiti mit Trumps Namen in Teheran als Indiz. Er schränkt aber ein, dass nicht alle Iraner diese Meinung teilen. Sein Anliegen ist die Freiheit und möglichst die Demokratie für die iranische Bevölkerung.

Warum hat das iranische Außenministerium intern den Kriegszustand mit den USA bestätigt?

Ein hochrangiger Beamter des iranischen Außenministeriums hat 2003/2004 gegenüber einem iranisch-amerikanischen Analysten erklärt: „Wir glauben, dass wir uns im Krieg mit den Vereinigten Staaten befinden – derzeit ein Kalter Krieg, aber ein Krieg ist es trotzdem.“ Dies zeigt, dass der Kriegszustand nicht nur Propaganda nach außen ist, sondern intern als Realität betrachtet wird.

Befürwortet Reza Mehman einen Militärschlag gegen den Iran?

Reza Mehman betont ausdrücklich, dass er kein Befürworter von Krieg ist. Ihm geht es um die historische Einordnung, wer Aggressor und wer Reakteur ist. Trumps persönliche Eigeninteressen kritisiert er offen. Sein Kern-Anliegen ist die Freiheit der iranischen Bevölkerung, nicht amerikanische Außenpolitik.

Wer ist Reza Pahlavi und warum ist er im Kontext Iran-Politik wichtig?

Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs und ein prominenter Oppositioneller gegen das Mullah-Regime. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter einer säkularen, demokratischen Alternative für den Iran. Dass die deutsche Bundesregierung ihn nicht offiziell empfangen hat, sieht Reza Mehman als Signal falscher Prioritäten.

Highlight-Zitate

„Aus meiner Sicht ist der Iran seit 1979 im Krieg mit den USA.“– Reza Mehman

„Stellt euch mal vor, ihr habt einen Nachbarn, der ruft den ganzen Tag euren Tod hinaus. Er sagt einfach, ich möchte, dass ihr sterbt, ich möchte, dass ihr nicht mehr da seid. Denn mein einziges Ziel im Leben ist, euch zu zerstören. Wer ist also im Krieg mit wem?“– Reza Mehman

„Ich denke nicht, dass es richtig ist zu sagen, Präsident Trump hat einen Krieg mit dem Iran begonnen. Ich denke, Präsident Trump will einen Krieg beenden, den der Iran 1979 begonnen hat.“– Analystin/Analyst im eingespielten Clip

„Wir glauben, dass wir uns im Krieg mit den Vereinigten Staaten befinden. Derzeit ist es ein Kalter Krieg, aber es ist trotzdem ein Krieg.“– Hochrangiger Beamter des iranischen Außenministeriums, zitiert im eingespielten Clip

„Herr Bundespräsident Steinmeier gratuliert dem Mullah-Regime zum x-jährigen Bestehen, was für mich ein absolutes No-Go war.“– Reza Mehman

„Wenn ich da angeklagt werde und dann eine Strafe von irgendwie 2000 Euro zahlen muss, dann ist es so. Aber als guter Mensch helfe ich natürlich, wenn jemand gerade in dem Moment schutzbedürftig ist.“– Reza Mehman

„Mir geht es eher darum, dass die Menschen im Iran endlich irgendwann mal hoffentlich bald von diesem Mullah-Regime abkommen können und dann in Freiheit, möglichst in Demokratie leben können.“– Reza Mehman


Das vollständige Gespräch

Wer hat diesen Krieg wirklich begonnen?

Reza Mehman:

Wer heute immer noch denkt, dass die USA im Krieg mit dem Iran seien, liegt vollkommen falsch. Aus meiner Sicht – und ich lass auch gleich einen Clip abspielen, der das wunderbar untermauert – aus meiner Sicht ist der Iran seit 1979 im Krieg mit den USA.

Warum sage ich das? Es gibt nämlich einen Leitspruch seit 1979, der besagt: Tod für Amerika und Tod für Israel. Stellt euch mal vor, ihr habt einen Nachbarn, der ruft den ganzen Tag euren Tod hinaus. Er sagt einfach, ich möchte, dass ihr sterbt, ich möchte, dass ihr nicht mehr da seid. Denn mein einziges Ziel im Leben ist, euch zu zerstören. Wer ist also im Krieg mit wem?

Und dieser Clip, den ich gleich abspielen werde, der zeigt es wunderbar.

Der eingespielter Clip: Stimmen aus dem Englischsprachigen

Sprecher 2 (englischer Clip):

„Vor zwei Tagen, gestern, heute Morgen wurde mir gesagt, wir seien nicht im Krieg. Heute auf der Pressekonferenz sagt Pete Cass: ‚Im Krieg.‘ Sind wir nun im Krieg oder nicht? Wollen wir einen Regimewechsel oder wollen wir das nicht? Der Präsident hat dem iranischen Volk schon in seinem allerersten Moment gesagt…“

Analytiker (englischer Clip):

„Ich weiß, das mag kontrovers klingen, und unter meinen Freunden ist es für einige auch kontrovers. Aber ich glaube, dass viele Kommentare das große Bild vielleicht verpassen. Und es gibt ein großes Bild. Um es zu vereinfachen, würde ich es so formulieren: Ich denke nicht, dass es richtig ist zu sagen, Präsident Trump hat einen Krieg mit dem Iran begonnen. Ich denke, Präsident Trump will einen Krieg beenden, den der Iran 1979 begonnen hat – vor 47 Jahren.“

Rezas Reaktion: Deutschlands Schweigen und die Frage der Verantwortung

Reza Mehman:

Genau darum geht’s mir. Seit 1979 spricht das Mullah-Regime nur davon, dass es Israel und USA zerstören möchte, dass sie den Tod für Israel und USA wollen. Und ich verstehe nicht, warum das nicht zur Sprache gebracht wird, gerade bei uns in Deutschland, wo wir als Staatsräson haben, Israel zu beschützen.

Wieso greift hier niemand ein und sagt: „Hey, Moment mal, da ist ein Land wie der Iran, der eigentlich nur ein Ziel im Leben hat, beziehungsweise dieses eine Ziel aufteilt – Tod für Amerika und Tod für Israel – aber genau dieses eine Land, da tun wir gar nichts dagegen.“ Herr Bundespräsident Steinmeier gratuliert dem Mullah-Regime zum x-jährigen Bestehen, was für mich ein absolutes No-Go war. Die deutsche Bundesregierung empfängt nicht den Oppositionellen Reza Pahlavi. Und da frage ich mich, wenn wir alle wissen, da ist ein Mullah-Regime, das seit 47 Jahren einen Wunsch hat, und zwar Tod für zwei Staaten, USA und Israel – warum da eigentlich niemand aufschreit.

Das Insider-Zeugnis aus dem iranischen Außenministerium

Analytiker (englischer Clip, Fortsetzung):

„Ich nenne eine Anekdote. Im Jahr 2003, 2004, als ich im Iran war und an Projekten auf sehr hohem Niveau arbeitete – ich sprach mit stellvertretenden Ministern, ich war im Außenministerium in Teheran, wo ich jemanden traf, der sehr hochrangig war und den Projekten, an denen wir arbeiteten, halbwegs wohlgesonnen war. Als ich mich verabschiedete, sah er mir in die Augen und sagte: ‚Als Iranisch-Amerikaner möchte ich, dass Sie etwas wissen, und hören Sie sehr genau zu.‘ Er sagte: ‚Wir in diesem Gebäude‘ – womit er das Außenministerium meinte, also die Regierung, also das Regime – ‚wir glauben, dass wir uns im Krieg mit den Vereinigten Staaten befinden. Derzeit ist es ein Kalter Krieg, aber es ist trotzdem ein Krieg. Das war ein Krieg gegen euch.'“

Eigeninteressen Trumps – und warum das die Kernfrage nicht beantwortet

Reza Mehman:

Genau darum geht’s mir auch. In den Kommentarzeilen, insbesondere auf Instagram, wird mir sehr häufig vorgeworfen, dass ich absoluter Fan von diesem Krieg gegen den Iran bin. Man muss aber hier ganz klar aussagen, dass der Iran im Krieg mit den USA ist und nicht umgekehrt.

Und ich finde, und aus meiner Sicht – ich lass mal alles zur Seite – dass in Teheran mit Graffiti der Name Trump da überall in die Wände geschmiert wird. Die wollen ja nicht alle bestimmt, aber viele wollen ja, dass Trump eingreift. Viele wollen ja, dass da ein Regime Change kommt. Das wollen sehr viele Menschen. Ich lass das mal aber alles zur Seite.

Der Iran hat diesen Krieg verbal angefangen und die USA reagieren jetzt nach 47 Jahren drauf. Aus meiner Sicht, mir ist völlig bewusst, dass Trump ganz große Eigeninteressen hat. Jetzt verdient er anscheinend auch an der Straße von Hormus, er positioniert seine Leute dort – das versteh ich alles, find ich zwar auch nicht gut, aber so ist halt nun mal Trump. Mir geht es eher darum, dass die Menschen im Iran endlich irgendwann mal hoffentlich bald von diesem Mullah-Regime abkommen können und dann in Freiheit, möglichst in Demokratie leben können.

Völkerrecht und die Pflicht einzugreifen

Reza Mehman:

Ich hab auch noch ein kleines Beispiel, weil ja auch immer vom Völkerrecht gesprochen wird, dass die USA gar nicht die Völkerrechtssituation betrachtet, dass der Iran ja ein souveräner Staat ist. Mein Beispiel, was ich immer nenne: Stellt euch mal vor, ihr habt Nachbarn und dieser Nachbar verprügelt tagtäglich seine eigenen Kinder. Als guter Nachbar, als guter Mensch muss man auch sagen: „Hey, Moment mal, Stopp, das darfst du nicht tun.“ Im Notfall spring ich sogar über den Zaun und helfe den Kindern. Und wenn mir dann Hausfriedensbruch vorgeworfen wird, wenn ich da angeklagt werde und dann eine Strafe von irgendwie 2000 Euro zahlen muss, dann ist es so. Aber als guter Mensch helfe ich natürlich, wenn jemand gerade in dem Moment schutzbedürftig ist.

Und warum schutzbedürftig? Warum ist das vergleichbar mit der Situation im Iran? Wenn da im Januar x-tausende Menschen sterben – offensichtlich hat die iranische Regierung jegliche Legitimation verloren, auch nur einen Tag länger im Iran zu regieren. Und ich finde, als Weltgemeinschaft gehört es dazu, dass man Menschen hilft.

Natürlich könnte ich jetzt sagen, mich interessieren gar keine Menschen im Ausland. Aber auf der anderen Seite, ich glaube in uns Menschen ist es eingepflanzt, dass wir anderen Menschen in Not helfen wollen. Nicht umsonst – vergleichbar aus meiner Sicht – ist es auch hier mit der Krankenversicherung so: Der Stärkere finanziert den Schwächeren durch.

Und ich finde, zu sagen, an der Grenze ist aber Stopp, alles drüber hinaus interessiert mich nicht – dann muss ich sagen, kann ich auf jeden Fall nicht mehr in den Spiegel schauen. Ich glaube, vielen Menschen geht es genauso. Wenn ein Land leidet unter einem gewaltigen Regime, dann ist es, glaube ich, aus meiner Sicht von der Weltgemeinschaft die Pflicht, da einzugreifen.

Abschluss: Die eigentliche Botschaft

Reza Mehman:

Und mein heutiges Statement, wo ich mir auch wünschen würde, dass es viel mehr aufgegriffen wird, ist: Die USA sind zwar jetzt im Krieg mit dem Iran, allerdings hat der Iran diesen Krieg schon 1979 gestartet.

Vielen Dank fürs Zuhören, bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao, ciao, ciao.


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Zitierfähige Passage

Reza Mehman argumentiert in dieser Episode, dass der Iran seit 1979 im Krieg mit den USA ist – nicht umgekehrt.
Der Leitspruch „Tod für Amerika und Tod für Israel“ ist keine Propaganda am Rand, sondern offizielle Staatsdoktrin des Mullah-Regimes seit Jahrzehnten.
Ein hochrangiger Beamter des iranischen Außenministeriums bestätigte dies 2003/2004 intern gegenüber einem iranisch-amerikanischen Analysten.
Trumps Eigeninteressen und Methoden sieht Mehman kritisch, trennt diese Frage aber klar von der historischen Täter-Opfer-Einordnung.
Sein zentrales Anliegen ist nicht amerikanische Außenpolitik, sondern Freiheit und Demokratie für die Menschen im Iran.

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