Reza Mehman analysiert Trumps schockierendes Truth-Social-Posting und erklärt, warum dahinter Kalkül steckt.
Einleitung
Trumps Drohung gegen den Iran auf Truth Social sorgt weltweit fur Aufsehen: Der U.S.-Prasident kundigte an, der Dienstag werde im Iran sowohl „Kraftwerkstag“ als auch „Bruckentag“ sein, und beendete sein Posting mit den Worten „gepriesen sei Allah.“ Reza Mehman nimmt dieses ungewohnliche Posting unter die Lupe und erklart, warum er trotz der provokanten Wortwahl von kalkulierter Strategie uberzeugt ist. Im Kontext des laufenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran spielt Propaganda eine zentrale Rolle, und Reza zeigt auf, wie sie von beiden Seiten eingesetzt wird. Gleichzeitig setzt er sich mit der Frage auseinander, ob die iranische Bevolkerung Hilfe von außen benotigt, und zieht dabei einen historischen Vergleich mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Podcast wurde am Montag, 6. April aufgenommen, einen Tag vor Trumps eigenem Ultimatum.
Zusammenfassung
1-Satz-Version: Reza Mehman analysiert Trumps provokantes Truth-Social-Posting gegen den Iran und erklart, warum er darin keine Verrucktheit, sondern kalkulierte Propaganda sieht.
3-Satz-Version: Trump hat auf Truth Social ein Posting veroffentlicht, in dem er dem Iran mit der Zerstorung von Kraftwerken und Brucken droht und den Text mit „gepriesen sei Allah“ beendet. Reza Mehman ist uberzeugt, dass Trump trotz der extremen Wortwahl einer klaren Strategie folgt und das Bild des Unberechenbaren bewusst einsetzt. Daneben reflektiert Reza seine personliche Haltung zum Iran-Konflikt und erklart, warum er externe Unterstutzung fur die iranische Bevolkerung fur notwendig halt.
5-Satz-Version: Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social ein Posting veroffentlicht, das in seiner Sprache und Wortwahl beispiellos ist: Er droht dem Iran mit der Zerstorung von Kraftwerken und Brucken und schreibt „gepriesen sei Allah.“ Reza Mehman analysiert dieses Posting und kommt zu dem Schluss, dass Trump sehr genau kalkuliert, was er sagt, und das Image des Verruckten strategisch einsetzt. Er beleuchtet die Propagandamaschinerie auf beiden Seiten des Konflikts und beschreibt, wie er selbst in seinen Kommentarspalten Bots des Mullah-Regimes beobachtet. Reza setzt sich außerdem mit der Frage auseinander, ob die iranische Bevolkerung sich selbst vom Regime befreien kann, und verneint dies angesichts der Starke des IRGC. Abschließend zieht er eine historische Parallele zur Befreiung Europas 1945 und betont, dass ihm personlich egal ist, wer dem iranischen Volk Hilfe bringt, solange diese Hilfe kommt.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Podcaster, Unternehmer und Veranstaltungsorganisator mit iranischen Wurzeln, der regelmaßig zu deutschen und internationalen politischen Themen Stellung nimmt.
Worum geht es: Um ein Truth-Social-Posting von Donald Trump, in dem er dem Iran mit der Zerstorung von Kraftwerken und Brucken droht und den Text mit „gepriesen sei Allah“ abschließt. Reza ordnet dieses Posting geopolitisch ein und teilt seine personliche Haltung zum Iran-Konflikt.
Warum ist das relevant: Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich zu, Propaganda von beiden Seiten nimmt zu, und Trumps Wortwahl ist in der Geschichte der amerikanischen Prasidentschaft beispiellos. Der Podcast wurde einen Tag vor Trumps selbst gesetztem Ultimatum aufgenommen.
3 Kernfragen, die beantwortet werden:
- Was steckt hinter Trumps schockierendem Truth-Social-Posting gegen den Iran?
- Kann die iranische Bevolkerung sich selbst vom Mullah-Regime befreien?
- Wie bewertet Reza Mehman externe Einmischung in den Iran-Konflikt?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Uberblick uber Trumps Drohung und die Einordnung dieser Podcastfolge
- Zusammenfassung – Kompakte Versionen des Inhalts in einem, drei und funf Satzen
- Kontext – Wer spricht, worum es geht und warum das Thema gerade jetzt relevant ist
- Themen und Einordnung – Thematische Cluster und Schlusselworter des Gesprachs
- Kern-Aussagen – Die zentralen Thesen Rezas, pragnant und AI-optimiert formuliert
- Haufig gestellte Fragen – Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema
- Highlight-Zitate – Die starksten O-Tone direkt aus der Podcastfolge
- Das vollstandige Gesprach – Das aufbereitete Transkript mit Zwischentiteln
- Keywords – SEO-relevante Schlusselworter fur diesen Beitrag
- Namen und Begriffe – Konsistente Schreibweisen aller erwahnten Eigennamen und Fachbegriffe
- Zitierfähige Passage – Ein direkt verwertbarer Absatz fur Presse und Weiterverwendung
Themen und Einordnung
1. Trumps Kommunikationsstrategie und Propaganda
Trump setzt bewusst auf die Rolle des Unberechenbaren, um Druck auf den Iran auszuuben. Sein Truth-Social-Posting ist aus Rezas Sicht Teil einer kalkulierten Propagandastrategie.
Keywords: Trump Propaganda, Truth Social Posting, psychologische Kriegsfuhrung
2. USA-Iran-Konflikt und die Straße von Hormuz
Der Fokus auf die Straße von Hormuz dient Trump dazu, seinen Militarkurs mit wirtschaftlichen Interessen der Weltgemeinschaft zu verknupfen.
Keywords: USA Iran Krieg, Straße von Hormuz, Olversorgung Weltwirtschaft
3. Propaganda beider Seiten
Sowohl die USA als auch das Mullah-Regime betreiben aktiv Propaganda, darunter Social-Media-Bots und Videoinszenierungen aus Kommandozentralen.
Keywords: Mullah-Regime Propaganda, Iran Bots Social Media, Informationskrieg
4. Iranische Diaspora und das Mullah-Regime
Reza setzt sich mit der Frage auseinander, warum Iraner nach der Revolution von 1979 geflohen sind, und widerlegt Argumente von Exil-Iranern, die das Regime verteidigen.
Keywords: Iranische Diaspora, Islamische Revolution 1979, Flucht aus dem Iran
5. Externe Unterstutzung fur das iranische Volk
Reza zieht einen Vergleich zur Befreiung Europas 1945 und erklart, warum er externe Hilfe fur die iranische Bevolkerung fur notwendig halt.
Keywords: Iran Befreiung, IRGC Macht, Richard von Weizsacker 8. Mai
Kern-Aussagen
- Trumps Truth-Social-Posting gegen den Iran ist in seiner Sprache und Wortwahl beispiellos, enthalt aber aus Rezas Sicht kalkulierte Strategie, nicht bloße Verrucktheit.
- Im Krieg zwischen den USA und dem Iran wird Propaganda von beiden Seiten aktiv betrieben, auch uber Social-Media-Bots und Videoinszenierungen des Mullah-Regimes.
- Trump setzt das Image des Unberechenbaren bewusst ein, um maximalen Druck auf den Iran auszuuben.
- Die Betonung der Straße von Hormuz durch Trump soll dem Krieg eine wirtschaftliche Legitimation gegenuber der Weltgemeinschaft verleihen.
- Das IRGC ist so stark bewaffnet und vernetzt, dass eine unbewaffnete iranische Bevolkerung keine Chance hat, das Regime aus eigener Kraft zu sturzen.
- Die iranische Diaspora entstand nach der Islamischen Revolution von 1979, nicht zu Schah-Zeiten, was fur Reza ein entscheidendes Argument gegen Verteidiger des Mullah-Regimes ist.
- Reza zieht eine Parallele zur Befreiung Europas 1945 und sagt: Manchmal braucht eine Bevolkerung Hilfe von außen.
- Trump handelt nicht aus humanitaren Grunden, sondern verfolgt eigene Interessen, die nicht immer mit denen der iranischen Bevolkerung ubereinstimmen.
- Reza betont, dass er keinen Krieg begrußt, aber externe Hilfe fur das iranische Volk fur notwendig halt, egal von wem sie kommt.
- Die Wortwahl „gepriesen sei Allah“ in Trumps Posting hat Reza personlich uberrascht, da Trump Allah bisher nie erwahnt hatte.
Haufig gestellte Fragen
Was hat Trump auf Truth Social uber den Iran geschrieben?
Trump schrieb auf Truth Social, der Dienstag werde im Iran sowohl „Kraftwerkstag“ als auch „Bruckentag“ sein. Er forderte den Iran auf, die Straße von Hormuz zu offnen, drohte mit dem Leben in der „Holle“ und beendete das Posting mit den Worten „gepriesen sei Allah, Prasident Donald J. Trump.“
Glaubt Reza Mehman, dass Trump wirklich verruckt ist?
Nein. Reza ist uberzeugt, dass Trump zwar unberechenbar wirkt, aber sehr genau kalkuliert, was er sagt. Er nutzt das Image des Verruckten strategisch, um maximalen Druck aufzubauen und zu signalisieren, dass er zu allem bereit ist.
Warum erwahnt Trump die Straße von Hormuz?
Die USA beziehen selbst kein Ol uber die Straße von Hormuz, aber viele NATO-Partner sind davon abhangig. Trump nutzt dieses Argument, um seinem Vorgehen eine wirtschaftliche und globale Legitimation zu verleihen, die uber rein amerikanische Interessen hinausgeht.
Kann die iranische Bevolkerung das Mullah-Regime selbst sturzen?
Reza glaubt das nicht. Das IRGC ist stark bewaffnet, tief in der Gesellschaft vernetzt und hat die Erlaubnis erhalten, im Krisenfall eigenstandig zu handeln. Eine unbewaffnete Bevolkerung hat gegen diese Machtstruktur keine reale Chance.
Warum ist die iranische Diaspora nach 1979 entstanden und nicht schon zu Schah-Zeiten?
Reza beobachtet, dass alle Iraner, die er personlich kennt, nach der Islamischen Revolution von 1979 geflohen sind, nicht unter dem Schah. Das ist fur ihn ein klares Zeichen, dass das Leben im Iran nach der Revolution nicht mehr lebenswert war, wahrend man zu Schah-Zeiten hochstens ausgewandert ist, aber nicht gefluhen.
Unterstutzt Reza Mehman den Krieg der USA gegen den Iran?
Nein. Reza mochte keinen Krieg, weder im Iran noch anderswo. Er sagt aber, dass er externe Hilfe fur die iranische Bevolkerung fur notwendig halt, wenn diese Bevolkerung sich nicht selbst befreien kann, egal von wem diese Hilfe kommt.
Welchen historischen Vergleich zieht Reza Mehman?
Reza vergleicht die Situation mit der Befreiung Europas und Deutschlands 1945, als die USA und die Sowjetunion von außen eingriffen. Er verweist auf Richard von Weizsackers Aussage, dass der 8. Mai 1945 auch eine Befreiung der deutschen Bevolkerung war.
Was bedeutet „Allah“ in Trumps Posting?
Allah ist das arabische Wort fur Gott. Reza war uberrascht, dass Trump diesen Begriff verwendet, da er ihn bisher nie in seinen Postings erwahnt hatte. Reza wertet es als Teil der Propagandastrategie.
Wie reagiert Reza auf Vorwurfe, er begrube den Krieg gegen den Iran?
Er weist diese Vorwurfe klar zuruck. Reza betont, dass er grundsatzlich gegen Krieg ist, aber die Realitat anerkennt: Wenn die iranische Bevolkerung Hilfe von außen benotigt, dann muss diese Hilfe kommen, egal wer sie leistet.
Was ist das IRGC und welche Rolle spielt es im Iran?
Das IRGC (Islamische Revolutionsgarde) ist eine militarische und parastaatliche Organisation im Iran. Sie ist stark bewaffnet, tief in der iranischen Gesellschaft verankert und hat laut Reza die Anweisung erhalten, im Krisenfall eigenstandig Entscheidungen zu treffen, auch wenn die Kommandozentrale ausfallt.
Highlight-Zitate
„Dass Donald Trump unberechenbar und vielleicht auch ein bisschen verruckt ist, das wissen wir mittlerweile alle.“- Reza Mehman
„Er wird wahrscheinlich versuchen, als Verruckter ruberzukommen, auch wenn er verruckt ist. Er will aber auch dieses Bild nach außen verstarkt zeigen und dass er zu allem bereit ist zu tun.“- Reza Mehman
„Ich glaube nicht, dass eine unbewaffnete iranische Bevolkerung irgendeine Chance hat, gegen das IRGC, gegen das Militar, gegen die Kleriker, in irgendeiner Form sich da aufzustellen.“- Reza Mehman
„Wenn die iranische Bevolkerung Hilfe von außen benotigt, dann ist es mir vollig egal, wer das macht, ob es jetzt Trump ist oder jemand anderes ist, aber wenn Hilfe benotigt wird, dann muss es eben so sein.“- Reza Mehman
„Dieser Gedankengang von wir fliehen aus dem Iran, der kam nach der islamischen Revolution, und das ist fur mich das Totschlagargument fur jeden Menschen, mit dem ich hier rede, die sagen, das Mullah-Regime ist ja eigentlich ein ganz tolles Regime.“- Reza Mehman
„Mir ist es vollig bewusst: Das macht Trump nicht, weil es bei uns tollen Safranreis mit Joojeh-Kabab und Kubideh gibt, da bin ich mir 100% sicher, dass das dem nicht so ist.“- Reza Mehman
Das vollstandige Gesprach
Trumps Truth-Social-Posting und die Reaktion von Reza
Reza Mehman:
Dass Donald Trump unberechenbar und vielleicht auch ein bisschen verruckt ist, das wissen wir mittlerweile alle. Aber die Wortwahl, die er aktuell verwendet in seinem neuesten Posting auf seiner Plattform Truth Social, das sprengt mittlerweile alles.
Und zwar schreibt er: „Tuesday will be Power Plant Day in Bridge Day, all wrapped up in one in Iran, there will be nothing like it, open the ******* straight, you crazy ********, or you’ll be living in hell, just watch, praise to be Allah.“ President Donald J. Trump.
Ich ubersetz das ganz kurz mal ins Deutsche: Der Dienstag wird im Iran sowohl Kraftwerkstag als auch Bruckentag sein, alles in einem. So etwas hat es noch nie gegeben. Offnet die verdammte Straße, ihr verruckten Bastarde, sonst werdet ihr in der Holle leben, wartet es nur ab. Gepriesen sei Allah. Prasident Donald J. Trump.
Also aus meiner Sicht eine sehr, sehr ungewohnliche Wortwahl. Ich hab noch nie irgendwie gelesen gehabt, dass er irgendwie Allah erwahnt. Allah ist arabisch fur Gott, und dass er das so schreibt, hat mich tatsachlich sehr uberrascht.
Kalkulierte Propaganda oder echte Verrucktheit?
Reza Mehman:
Auf der anderen Seite: Ich bin mir 100% sicher, und da werde ich immer auf Social Media so ein bisschen mit negativen Kommentaren konfrontiert, ich bin mir sicher, dass der U.S.-Prasident in irgendeiner Form eine Strategie hier verfolgt. Warum ich das sage:
USA und Iran sind aktuell im Krieg. Das bedeutet, dass da Propaganda auf jeden Fall verteilt wird, von allen Seiten. Ich merk das sogar im Kleinen bei mir, in den Kommentarzeilen, beispielsweise auf Instagram und Facebook, da kommen ganz komische, wirre Kommentare, die irgendetwas pro Mullah-Regime sind, und die sehen auch alle irgendwie gleich aus. Da merke ich schon, das sind ja keine normalen Menschen, da sind Bots am Werk.
Und ich sehe auch vom Mullah-Regime selbst, dass die da sogar Videos veroffentlichen. Ich hab beispielsweise vor kurzem ein Video gesehen gehabt, wie einer der, ich glaube, Sohne von Chamenei in irgendeine Verwaltungszentrale, Kommandozentrale reinlauft, wo irgendwelche Nuklearanlagen gesteuert werden und so weiter, wo Militarangehorige stehen, und dann wird irgendwie gezeigt: „Wir werden unser Land verteidigen“ und so weiter. Das ist ja auch Propaganda, und leider ist das wirklich normal in Kriegszeiten.
Was der U.S.-Prasident hier macht, ist aus meiner Sicht auch Propaganda. Er wird wahrscheinlich versuchen, als Verruckter ruberzukommen, auch wenn er verruckt ist. Er will aber auch dieses Bild nach außen verstarkt zeigen und dass er zu allem bereit ist zu tun.
Die Straße von Hormuz und Trumps Argumentation
Reza Mehman:
Insgesamt als Außenstehender macht es naturlich wenig Sinn, was da gerade passiert. Ganz am Anfang sagt er, die Straße von Hormuz ist ihm uberhaupt nicht wichtig, weil er bezieht gar kein Ol. Also die USA beziehen gar kein Ol von der Straße von Hormuz, nur die NATO-Partner brauchten das. Jetzt auf einmal liegt alles Wichtige irgendwie an der Straße von Hormuz.
Ich bin mir nicht ganz sicher, warum er so jetzt diesen Fokus drauf setzt. Wahrscheinlich ist es etwas, wo ja die Welt oder die Wirtschaft mehr Verstandnis dafur hat. Wenn denn die Straße von Hormuz geoffnet wird, dann ist es ja fur die Weltwirtschaft einfacher und besser. Und ich kann mir vorstellen, dass er hier so ein bisschen Augenmerk drauf setzen mochte, damit dieser Krieg, den er da betreibt, auch so ein bisschen ja mehr Grund und Boden hat als nur seine eigenen Interessen, die er da verfolgen mochte.
Braucht die iranische Bevolkerung externe Hilfe?
Reza Mehman:
Ich hab in einer der letzten Podcastfolgen auch gesagt gehabt, dass die iranische Bevolkerung Unterstutzung braucht, und mir personlich ist es egal, wer diese Unterstutzung gibt. Hauptsache die iranische Bevolkerung wird dieses Unrechtsregime los und kann wieder irgendwie in irgendeiner Form in Freiheit leben.
Ich glaube namlich nicht, dass das iranische Volk sich von den Zwangen, die da gerade vorherrschen, selbst befreien konnen. Das IRGC ist so bewaffnet bis oben hin, das IRGC ist so connected in der Bevolkerung, und die haben mittlerweile auch die Ansage bekommen, dass sie eigenmachtig Entscheidungen treffen konnen. Denn falls beispielsweise die Kommandozentrale irgendwie nicht mehr verfugbar ist, konnen sie auch wirklich selbstandig Entscheidungen treffen. Ich glaube nicht, dass eine unbewaffnete iranische Bevolkerung irgendeine Chance hat, gegen das IRGC, gegen das Militar, gegen die Kleriker, in irgendeiner Form sich da aufzustellen.
Reaktion auf Kritik: Kein Krieg, aber Hilfe wenn notig
Reza Mehman:
In einer Kommentarzeile wurde mir auch vorgeworfen, dass ich beispielsweise ja nicht an die iranischen Menschen denke und dass ich diesen Krieg begrußte, sozusagen. Das stimmt gar nicht. Ich mochte naturlich keinen Krieg haben, eigentlich auf der ganzen Welt keinen Krieg haben.
Ich habe aber nur gesagt gehabt, dass wenn die iranische Bevolkerung Hilfe von außen benotigt, dann ist es mir vollig egal, wer das macht, ob es jetzt Trump ist oder jemand anderes ist, aber wenn Hilfe benotigt wird, dann muss es eben so sein.
Hier kann ich auch ein Beispiel geben: Ich denke, Deutschland hatte 1945 beziehungsweise Europa hat Hilfe von außen gebraucht, und zwar haben sie gebraucht, dass USA und damals die Sowjets hier in irgendeiner Form einschreiten. Ansonsten wurden wir hier ein ganz anderes Europa beziehungsweise auch ein ganz anderes Deutschland haben. Hilfe wird manchmal von außen gebraucht, wenn die eigene Bevolkerung da Unterstutzung eben benotigt. Nicht umsonst hat der alte deutsche Bundesprasident, der Weizsacker, mal gesagt, das war auch eine Befreiung der deutschen Bevolkerung, das was damals passiert ist. Hier sehe ich absolute Parallelen auch.
Deswegen: Mir ist es vollig egal, wer das macht, ob das jetzt der Trump ist oder jemand anderes. Ich denke, es wird Unterstutzung benotigt. Und naturlich bin ich nicht so naiv zu glauben, ja, der Trump ist der absolute Menschenfreund, das macht er wirklich aus guten Stucken heraus. Mir ist es vollig bewusst: Das macht Trump nicht, weil es bei uns tollen Safranreis mit Joojeh-Kabab und Kubideh gibt, da bin ich mir 100% sicher. Mir ist vollig bewusst, dass da irgendwelche Interessen, die wir alle nicht so ganz vielleicht kennen, irgendwelche Interessen werden da verfolgt, und dass diese Interessen naturlich nicht immer ubereinstimmen mit den Interessen der iranischen Bevolkerung.
Exil-Iraner und das Totschlagargument der Flucht
Reza Mehman:
Weil hier und da ich auch in letzter Zeit gemerkt habe, gerade in Gesprachen mit auch Exil-Iranern, die fur mich uberraschenderweise zum Teil fur das Mullah-Regime sind, und ich da wirklich mindblowing verstanden habe, mit wem ich eigentlich da gerade spreche.
Wenn Menschen, Iraner, fur das Mullah-Regime sind und sagen: „Hey, das ist doch alles so toll, und der alte Schah war eine Katastrophe, und die Mullahs sind die einzigen, die der Region da helfen konnen“ und so weiter und so fort, da stell ich mal eine Frage: Warum bist du, oder wenn die Person ein bisschen junger ist, warum sind deine Eltern damals geflohen? Und vor allem: Wann sind sie geflohen? Sind sie zu Schah-Zeiten geflohen, oder sind sie nach der Revolution geflohen?
Und durchgangig, ich personlich kenn keinen Iraner, ich kenn viele Iraner in Deutschland, aber ich kenn keinen Iraner, der damals zu Schah-Zeiten geflohen ist. Alle Iraner, die ich kenne, die sind nach der Revolution geflohen. Und da kann man sich doch die valide Frage stellen: Warum ist zur Schah-Zeit keiner geflohen, und warum fliehen, wieso gibt es eine iranische Diaspora, die nach 1979 angefangen hat? Glasklare Sache, weil offensichtlich das Leben im Iran nicht mehr lebenswert ist. Deswegen fliehen Menschen, deswegen kriegen sie auch Asyl, wenn sie aus dem Iran fliehen und in ein anderes Land ankommen.
Zu Schah-Zeiten sind Menschen ausgewandert, weil sie beispielsweise nicht mehr vor Ort leben wollten. Aber geflohen ist da niemand. Ich kann mich dran erinnern, mein Großvater hat mir das erzahlt gehabt, dass er damals eine Operation in Deutschland machen wollte, also eine medizinische Operation, ist aus dem Iran ganz normal ausgereist, das war noch zu Schah-Zeiten, wurde hier operiert, ist er wieder zuruckgeflogen, Kosten ubernommen und so weiter, alles schon und gut. Es kam damals nicht der Gedankengang hoch zu sagen, ich nutze jetzt die Situation hier mit der Operation und fliehe aus dem Iran.
Nein, dieser Gedankengang von „wir fliehen aus dem Iran“ der kam nach der islamischen Revolution, und das ist fur mich das Totschlagargument fur jeden Menschen, mit dem ich hier rede, die sagen, das Mullah-Regime ist ja eigentlich ein ganz tolles Regime. Ja, aber warum fliehen dann so viele Menschen? Wieso lebst du hier und nicht im Iran? Wieso gehst du hier auf die Straße fur das Mullah-Regime und nicht im Iran? Konnt ich genauso argumentieren.
Fazit und Ausblick: Dienstag als Tag der Wahrheit
Reza Mehman:
Jetzt hab ich einen kleinen Umschwung gemacht. In der heutigen Podcastfolge ging es mir eigentlich eher darum zu sagen, dass ich zwar der Meinung bin, dass Trump ein Verruckter ist, aber ich glaube, er kalkuliert sehr, sehr genau das, was er sagt.
Der heutige Podcast wurde am Montag, 6. April aufgenommen. Das heißt, wir sind einen Tag vor dem Ultimatum, was der Donald J. Trump da gegeben hat. Er hatte geschrieben, „Tuesday will be the Power Plant Day and the Bridge Day.“ Ich bin gespannt, was er da machen wird. Ich werd die Nachrichten ganz eng verfolgen, und genau, ich danke euch furs Zuhorenl. Bis zum nachsten Mal. Ciao, ciao, ciao, ciao.




