84. Alles, was wir festhalten, hat auch Macht über uns!

Loslassen lernen: Warum Festhalten uns blockiert

Wie die Sunk Cost Fallacy unser Denken beeinflusst und warum Loslassen Platz fuer Neues schafft



Einleitung

Loslassen lernen ist eine der wichtigsten Faehigkeiten fuer persoenliches Wachstum und ein starkes Mindset. In dieser Episode von Project Mindset spricht Reza Mehman darueber, warum wir so oft an Dingen, Gewohnheiten und Beziehungen festhalten, die uns laengst nicht mehr guttun. Anhand der Sunk Cost Fallacy aus der BWL zeigt er, wie irrational unser Festhalten oft ist. Mit persoenlichen Beispielen aus seinem eigenen Leben, von einer belastenden Freundschaft bis hin zu 25 Jahren Basketball, macht er deutlich, dass Loslassen kein Verlust ist, sondern Raum fuer Neues schafft. Warren Buffetts 25/5 Methode liefert dabei eine praktische Strategie zur Priorisierung. Wer versteht, dass alles, woran wir festhalten, auch Macht ueber uns hat, kann bewusster und freier leben.


Zusammenfassung

In einem Satz: Alles, woran wir festhalten, hat Macht ueber uns, und erst durch bewusstes Loslassen schaffen wir Platz fuer neue, wertvolle Erfahrungen.

In drei Saetzen: Reza Mehman erklaert anhand der Sunk Cost Fallacy, warum wir irrational an Dingen festhalten, in die wir bereits viel investiert haben. Mit Beispielen aus Freundschaften, Gewohnheiten und Sport zeigt er, dass Festhalten uns blockiert und neue Moeglichkeiten verhindert. Warren Buffetts 25/5 Methode und eine regelmaessige Lebensinventur helfen dabei, die wirklich wichtigen Dinge zu identifizieren und den Rest loszulassen.

In fuenf Saetzen: Reza Mehman beleuchtet das Thema Loslassen aus verschiedenen Perspektiven und startet mit der Sunk Cost Fallacy, dem Irrtum, an etwas festzuhalten, nur weil man bereits viel investiert hat. Am Beispiel einer belastenden Freundschaft seiner Frau zeigt er, wie Loslassen ploetzlich Raum fuer neue, wertvolle Beziehungen geschaffen hat. Er reflektiert ueber seine eigene Identitaet als nachtragender Mensch und wie ein Perspektivwechsel beim Thema Verzeihen ihm inneren Frieden gebracht hat. Warren Buffetts 25/5 Methode dient als praktisches Werkzeug, um Prioritaeten zu setzen und sich bewusst gegen Unwichtiges zu entscheiden. Nach 25 Jahren Basketball ueberlegt Reza sogar, sein liebstes Hobby loszulassen, um Platz fuer neue Erfahrungen zu schaffen.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts Project Mindset, teilt persoenliche Erfahrungen und Reflexionen zum Thema Loslassen.

Worum geht es: Die Episode behandelt die Frage, warum wir an Gewohnheiten, Beziehungen und Dingen festhalten, die uns nicht mehr dienen, und wie wir durch bewusstes Loslassen Platz fuer Wachstum und neue Erfahrungen schaffen koennen.

Warum ist es relevant: Gerade zum Jahresende, wenn viele Menschen Bilanz ziehen und Vorsaetze fassen, ist die Faehigkeit zum Loslassen entscheidend. Das Thema betrifft jeden Lebensbereich, von Finanzen ueber Freundschaften bis hin zu persoenlichen Identitaeten und Hobbys.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Warum halten wir irrational an Dingen fest, die uns schaden, nur weil wir bereits viel investiert haben?
  • Wie kann eine regelmaessige Lebensinventur dabei helfen, Prioritaeten neu zu setzen?
  • Inwiefern definieren uns unsere Gewohnheiten und wie koennen wir uns von einschraenkenden Identitaeten loesen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Warum Loslassen eine Schluesselfaehigkeit ist
  2. Zusammenfassung – Die Episode in Kuerze
  3. Kontext – Hintergrund und Kernfragen
  4. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften
  6. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
  7. Highlight-Zitate – Die staerksten Aussagen
  8. Transkript – Die vollstaendige Episode
  9. Keywords – Relevante Schlagwoerter
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen
  11. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Sunk Cost Fallacy und irrationales Festhalten

Das Konzept aus der BWL beschreibt den Irrtum, an etwas festzuhalten, nur weil man bereits viel investiert hat. Reza zeigt anhand eines Autobeispiels, wie wir „gutes Geld schlechtem Geld hinterherwerfen“.

Keywords: Sunk Cost Fallacy, versunkene Kosten, rationale Entscheidungen

2. Beziehungen und Freundschaften loslassen

Am Beispiel einer belastenden Freundschaft seiner Frau wird deutlich, dass das Festhalten an alten Beziehungen neue Moeglichkeiten blockieren kann. Erst nach dem Loslassen entstanden wertvolle neue Freundschaften.

Keywords: Freundschaften loslassen, toxische Beziehungen, neue Kontakte

3. Priorisierung mit Warren Buffetts 25/5 Methode

Die Methode hilft, die fuenf wichtigsten Lebensbereiche zu identifizieren und sich bewusst gegen die restlichen 20 zu entscheiden. Eine regelmaessige Lebensinventur unterstuetzt diesen Prozess.

Keywords: Warren Buffett 25/5 Regel, Priorisierung, Lebensinventur

4. Identitaet und Selbstbild veraendern

Reza reflektiert ueber seine Identitaet als nachtragender Mensch und wie ein bewusster Perspektivwechsel beim Thema Verzeihen zu mehr innerem Frieden gefuehrt hat.

Keywords: Identitaet veraendern, Verzeihen, persoenliches Wachstum

5. Gewohnheiten und Hobbys hinterfragen

Nach 25 Jahren Basketball ueberlegt Reza, ob es Zeit ist, Platz fuer neue Sportarten und Erfahrungen zu schaffen, anstatt an einer langen Tradition festzuhalten.

Keywords: Gewohnheiten aendern, Komfortzone verlassen, neue Erfahrungen


Kern-Aussagen

  • Alles, woran wir festhalten, hat auch Macht ueber uns und kann uns daran hindern, Neues zu erleben.
  • Die Sunk Cost Fallacy fuehrt dazu, dass wir irrational an Dingen festhalten, nur weil wir bereits viel investiert haben.
  • Wann immer wir uns fuer eine Sache entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen etwas anderes.
  • Loslassen ist kein Verlust, sondern schafft Raum fuer neue Moeglichkeiten, Beziehungen und Erfahrungen.
  • Warren Buffetts 25/5 Methode hilft, sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu fokussieren.
  • Anderen zu verzeihen dient nicht der Entschuldigung des anderen, sondern dem eigenen inneren Frieden.
  • Unsere Identitaet ist nicht festgeschrieben. Wir koennen uns bewusst entscheiden, wer wir sein wollen.
  • Eine regelmaessige Lebensinventur, besonders zum Jahresende, hilft dabei, Prioritaeten neu zu bewerten.
  • Festhalten an Gewohnheiten nur aus Tradition oder Gewohnheit blockiert persoenliches Wachstum.
  • Flexibilitaet und die Bereitschaft, Dinge loszulassen, sind Zeichen von Staerke und nicht von Schwaeche.

Haeufig gestellte Fragen

Was ist die Sunk Cost Fallacy?

Die Sunk Cost Fallacy, auch versunkener Kostenirrtum genannt, beschreibt die Tendenz, an etwas festzuhalten, nur weil man bereits viel Zeit, Geld oder Energie investiert hat. Man wirft quasi „gutes Geld schlechtem Geld hinterher“, anstatt rational zu entscheiden, ob sich eine weitere Investition lohnt.

Warum faellt Loslassen so schwer?

Loslassen faellt schwer, weil wir unsere Identitaet oft ueber Gewohnheiten, Beziehungen und Aktivitaeten definieren. Zudem fuehlt es sich wie ein Verlust an, etwas aufzugeben, in das wir bereits viel investiert haben. Die emotionale Bindung und die Angst vor dem Unbekannten verstaerken dieses Gefuehl zusaetzlich.

Wie funktioniert Warren Buffetts 25/5 Methode?

Bei der 25/5 Methode schreibt man die 25 wichtigsten Dinge im Leben auf, seien es Aktivitaeten, Beziehungen oder Ziele. Dann waehlt man die fuenf wichtigsten aus und streicht die restlichen 20. Der entscheidende Punkt: Alles, was man fuer die unteren 20 tut, arbeitet aktiv gegen die fuenf wichtigsten Prioritaeten.

Wie kann ich erkennen, woran ich zu sehr festhalte?

Eine regelmaessige Lebensinventur hilft, festzustellen, welche Bereiche viel Energie kosten, aber wenig zurueckgeben. Fragen wie „Macht mich das noch gluecklich?“, „Wuerde ich heute nochmal damit anfangen?“ und „Verhindert das etwas Neues?“ koennen Klarheit schaffen. Besonders zum Jahresende bietet sich eine solche Reflexion an.

Wie hilft Verzeihen beim Loslassen?

Verzeihen dient nicht dazu, das Verhalten des anderen zu entschuldigen, sondern dem eigenen inneren Frieden. Wer nachtragend ist, gibt vergangenen Ereignissen Macht ueber die Gegenwart. Durch Verzeihen loest man sich von dieser Last und schafft Raum fuer ein entspannteres und freieres Leben.

Bedeutet Loslassen, dass man aufgibt?

Nein, Loslassen ist kein Aufgeben, sondern eine bewusste Entscheidung fuer neue Moeglichkeiten. Es geht darum, Flexibilitaet zu bewahren und sich nicht von Gewohnheiten oder vergangenen Investitionen gefangen halten zu lassen. Loslassen ist ein Zeichen von Staerke und Selbstbestimmung.

Wann sollte man eine Freundschaft loslassen?

Wenn eine Freundschaft dauerhaft mehr Stress als Freude verursacht, wenn die Investition einseitig ist und wenn sie sich negativ auf andere Lebensbereiche auswirkt, kann es sinnvoll sein, loszulassen. Das muss kein endgueltiger Bruch sein, manchmal reicht es, die Freundschaft ruhen zu lassen und zu schauen, was sich entwickelt.

Wie kann ich meine Identitaet bewusst veraendern?

Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, dass die eigene Identitaet nicht festgeschrieben ist. Aussagen wie „Ich bin eben so“ koennen hinterfragt und durch neue Ueberzeugungen ersetzt werden. Reza beschreibt, wie er sich von der Identitaet eines nachtragenden Menschen geloest hat, indem er sich bewusst entschieden hat, anders zu sein.


Highlight-Zitate

„Ich vermute, es macht mehr Sinn irgendwann mal an die Dinge, wo man auch viel investiert hat, an die Dinge nicht mehr festzuhalten und das Ganze loszulassen.“

– Reza Mehman

„Vielleicht haeltst du an einer Freundschaft fest, die dich sogar abhaelt, andere schoene Dinge im Leben zu erfahren.“

– Reza Mehman

„Wann immer sich man auch fuer eine Sache entscheidet, muss man eigentlich auch im Hinterkopf haben, dass man sich eventuell sogar gegen etwas anderes entscheidet.“

– Reza Mehman

„Man sollte anderen Leuten verzeihen, nicht um die andere Leute zu entschuldigen, sondern einfach damit man selbst in Frieden leben kann.“

– Reza Mehman

„Ich moechte der Sache auch keine Macht ueber mich sozusagen geben lassen, dass ich so vereinnahmt werde.“

– Reza Mehman

„Sie hat die eine Freundschaft losgelassen und auf einmal haben sich so neue Moeglichkeiten ergeben mit anderen Menschen, anderen Freundschaften, anderen Beziehungen.“

– Reza Mehman

„Wann immer du etwas fuer oder mit diesen anderen 20 Punkten machst, arbeitest du gegen diese fuenf wichtigsten Punkte in deinem Leben.“

– Reza Mehman


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset, der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset alles möglich ist. In der BWL gibt es ein interessantes Konzept, das nennt sich Sunk Cost Fallacy, versunkene Kostenirrtum. Man kann es gut beschreiben mit dem Sprichwort oder mit der Redewendung, gutes Geld schlecht im Geld hinterher werfen. Ich habe doch ein ganz gutes Beispiel, ein Bekannter von mir hat sich vor einiger Zeit ein Auto gekauft, ein gebrauchtes Auto gekauft und musste viel Geld in Reparaturen und Co reinstecken.

Kaum ist eine Reparatur mal gemacht worden, dann ist was anderes kaputt gegangen und er hat tatsächlich, ich vermute, 50, 60, 70 Prozent des Kaufpreises, hat er wahrscheinlich erneut in die Reparaturen, in verschiedene Reparaturen reinstecken müssen. Und ich habe mir auch gesagt, hey, vielleicht solltest du mal drüber nachdenken, das Auto einfach zu verkaufen. Vielleicht war es einfach ein Montagsauto sozusagen und da geht auch in Zukunft immer wieder was kaputt und es lohnt sich wahrscheinlich nicht, noch mehr gutes Geld, wie bei Sunk Cost Fallacy, schlechtem Geld hinterher zu werfen.

Mein Bekannter hat gesagt, hey, ich habe da schon so viel Geld reingesteckt, das wäre jetzt irgendwie gefühlt blöd von ihm, das Ganze aufzugeben, weil er hat eben so viel investiert hat. Nun gut, also jeder natürlich so wie er denkt, ich vermute, es macht mehr Sinn irgendwann mal an die Dinge, wo man auch viel investiert hat, an die Dinge nicht mehr festzuhalten und das Ganze loszulassen. Was hat das Ganze mit dem Thema Mindset zu tun? Ich habe da ein anderes Beispiel, das mich heute zum heutigen Podcast geführt hat.

Meine Frau hat eine sehr gute Freundin über viele Jahre hinweg gehabt und sind auch immer noch befreundet. Das Problem an der Freundschaft war nur so in diesen Peak-Zeiten, dass man immer diese eine Freundin Privatstress hatte oder beruflich Stress hatte, sie in der Freundschaft sehr unzuverlässig wurde. Also dann hat sie sich eben nicht an Termine gehalten, dann wurde was ausgemacht, damit er kurzfristig abgesagt oder mal vielleicht paar Wochen gar nicht mehr gemeldet und das ist natürlich in jeder Freundschaft überhaupt nicht schön.

Und gerade bei meiner Frau, die ist da sehr, hey, ja, wir hatten noch was ausgemacht und wieso sagst du mir ab oder wieso meldest du dich jetzt gar nicht mehr, obwohl wir schon was ausgemacht haben. Für meine Frau war das besonders irgendwie schwierig, damit umzugehen mit der Situation. Ich habe auch öfter mit ihr gesprochen gehabt in den letzten Monaten und habe irgendwann gesagt, hey, vielleicht hältst du an einer Freundschaft fest, die dich sogar abhält, andere schöne Dinge im Leben zu erfahren.

Vielleicht machst du einfach mal ein bisschen Pause mit dieser Freundschaft, weil offensichtlich ordnest du dieser Freundschaft mehr wert zu als die andere Seite, also als eine Freundin in dem Fall. Vielleicht macht das Sinn, einfach mal das Ganze ruhen zu lassen ein bisschen. Wenn sich die Freundin meldet, ja, dann könnt ihr gerne was ausmachen. Wenn sie sich nicht meldet, dann bist du zumindest nicht gestresst und dieser Stress wirkt sich auch nicht auf unsere Familie aus. Das war nämlich soweit, dass sie so gestresst war zwischendurch, dass man richtig gemerkt hat, es hat so ein bisschen Einfluss auf unser Familienleben gehabt.

Sie hat über nachgedacht und hat gesagt, hey, du hast recht. Ich probiere mal was anderes aus. Ich lasse das Ganze mal ruhen und widme mich anderen Freunden, anderen Freundinnen und mache auch neue Dinge aus. Das Interessante ist, dass sie kurze Zeit danach tatsächlich gute neue Freundschaften geschlossen hatte, und zwar mit dem Fall mit den mit anderen Müttern aus unserer Kindergartengruppe. Das war super interessant. Die haben jetzt so eine WhatsApp Gruppe aufgemacht und die treffen sich regelmäßig.

Und man hat so richtig gemerkt, sie hat die eine Freundschaft losgelassen bzw. nicht mehr so fest dran gehalten. Und auf einmal haben sich so neue Möglichkeiten ergeben mit anderen Menschen, anderen Freundschaften, anderen Beziehungen. Und das finde ich das super interessante, dass um wieder auf das Beispiel herzuzukommen von Stankovsferlessy, sie hat in diese eine Freundschaft immer wieder viel investiert, immer wieder viel nachgeworfen, Energie, Zeit, Aktivitäten und so weiter. Auch unter anderem, weil es eben schon so eine lange Freundschaft war und die früher auch sehr stabil und sehr gut war, aber mit der Zeit eben nicht mehr so stabil war, hat sie immer noch viel investiert gehabt und gar nicht mehr.

Sie war gar nicht mehr offen für neue Dinge im Leben. Und das ist für mich das beste Beispiel für, dass man ab und zu mal gewisse Dinge loslassen muss, um Platz zu machen für neue Dinge. Wann immer sich man auch für eine Sache entscheidet, muss man eigentlich auch im Hinterkopf haben, dass man sich eventuell sogar gegen etwas anderes entscheidet. Also wenn ich mich entscheide, zum Beispiel viel Zeit mit einem Freund, einer Freundschaft zu verbringen, heißt es womöglich auch, dass ich dann gar keine Zeit oder wenig Zeit mehr habe, neue Freundschaften zu schließen, die eventuell mir auch in irgendeiner Form ganz gut tun.

Fortsetzung

Deswegen ist für mich auch in regelmäßigen Abständen es super relevant, so eine Art Inventur zu führen, zu gucken, was ist mir gerade wichtig im Leben, an was halte ich fest, was vielleicht nicht mehr so wichtig sein sollte. Und da gibt es ja von Warren Buffett was sehr Interessantes, ein sehr interessantes Konzept. Der hat mal gesagt gehabt, schreib dir am besten mal die 25 wichtigsten Dinge in deinem Leben auf. Also es können Aktivitäten sein, Freundschaften, Rituale oder was auch immer. Schreib die mal auf und dann, wenn du die 25 aufgelistet hast, sortiere sie nach den nach den obersten fünf, mach dir diese Liste und dann streich die untersten 20 weg.

Fokussier dich dann nur noch auf die fünf obersten und du musst jedes Mal daran denken, wann immer du etwas für oder mit diesen anderen 20 Punkten machst, dass du gegen diese fünf wichtigsten Punkte arbeitest. Ich finde es von der Perspektive interessant zu sagen, ok, wann immer ich was anderes mache, entscheide ich mich eigentlich gegen die wichtigsten Punkte in meinem Leben, also zumindest die aus meiner Perspektive von heute wichtigsten Punkte. Und das ist auch eine eine regelmäßige Aktivität. Ich belasse es jetzt natürlich nicht nur bei den fünf.

Es gibt für alle Lebensbereiche so eine Art Liste, die ich in regelmäßigen Abständen mir anschaue, gerade Ende des Jahres. Ich bin ganz großer Fan davon, so ein bisschen so einen krassen Sturz zu machen Ende des Jahres. Was war, was war wichtig? Habe ich mich an die Sachen gehalten, die ich vor als wichtig geachtet habe, sind neue wichtige Sachen hinzugekommen, sind Dinge weggefallen? Gerade Ende des Jahres kann man so einen krassen Sturz machen und auch für nächstes Jahr bin ich natürlich am überlegen, was will ich nächstes Jahr anders machen?

Eine interessante Sache ist, man definiert sich ja auch über die Angewohnheiten, die man hat oder Charaktereigenschaften, die man hat. Und ich wusste schon immer, dass ich ein relativ leider ein relativ nachtragender Mensch bin. Und eine eine Sache, die mich schon immer gestört hat, war tatsächlich, dass ich häufig Dinge, die in irgendeiner Form zum Beispiel in Freundschaften, Beziehungen und so weiter passiert sind, dass ich die einfach nicht zur Seite schieben konnte und dann einfach nochmal weitermachen konnte.

Sondern nein, die waren immer so ein bisschen in meinem Hinterkopf und die hatten auch tatsächlich Einfluss darauf, wie ich mich dann verhalte. Und oftmals wollte ich eigentlich gar nicht mehr das Gefühl haben, hey, ich möchte eigentlich gar nicht nachtragend sein. Ich möchte auch mal Sachen abschließen können und zur Seite schieben können. Ich habe mich aber so mit dieser Identität irgendwie verbandelt und ja, ich bin einfach ein nachtragender Mensch, dass ich gar nicht die Chance gegeben habe, zu sagen, ja, ich bin einfach kein nachtragender Mensch mehr.

Und irgendwann habe ich ein interessantes Zitat entdeckt gehabt, was ich immer noch sehr, sehr, sehr gut finde. Es geht ungefähr so, dass man anderen Leuten verzeihen sollte, nicht um die andere Leute zu entschuldigen, sondern einfach damit man selbst in Frieden leben kann. Das finde ich ultra stark. Und das hat mich auch dazu gebracht, zu sagen, OK, ich identifiziere mich gar nicht mehr als nachtragender Mensch, sondern ich versuche einfach ein nicht nachtragender Mensch zu sein. Das funktioniert in 95 Prozent der Fälle ganz gut.

Es gibt immer noch Punkte, wo ich nachtragend bin. Daran versuche ich auch zu arbeiten. Aber seitdem muss ich wirklich zugeben, lebt es sich auch viel entspannter. Eine Sache, die ich zum Beispiel gerade sehr stark überlege, ist, weil ich jetzt auch wieder darüber nachdenke, an was halte ich denn sehr intensiv fest und was nimmt auch viel Raum ein? Und was könnte ich denn ändern? Nicht damit ich so automatisch so regelmäßigen Abständen neue Sachen im Leben mache oder neuen Platz schaffe, sondern ich denke, ab und zu muss man einfach Platz schaffen für neue Eindrücke oder neue Sinne oder neue Erfahrungen, die man machen kann.

Mir wurde vor kurzem bewusst, dass ich jetzt seit 25 Jahren ungefähr knapp vielleicht sogar 30 Jahre, ich muss mal genau nachrechnen, wann ich mit Basketball angefangen habe, aber auf jeden Fall über 25 Jahren schon Basketball spiele und das super regelmäßig. Und ich hatte vor kurzem tatsächlich das erste Mal so Gedanken zu sagen. Wollte ich jetzt eigentlich mal damit aufhören, um zum Beispiel Platz zu machen für neue Sportarten, andere Sportarten. Ich habe mich so drauf eingeschossen, dass ich Basketball spiele und dass ich Basketballer bin, dass ich gar keinen Platz gelassen habe, neue Hobbys in irgendeiner Form anzufangen.

Also mir geht es gar nicht darum, zu sagen, ich höre jetzt mit Basketball auf und kein Sport mehr oder kein Mannschaftssport mehr zu machen, sondern einfach nur ich mache das schon seit 25 Jahren und ja, viel besser werde ich auch nicht mehr. Ich muss eigentlich gucken, dass ich nicht viel schlechter werde. Aber vielleicht muss ich Platz machen für neue Dinge. Es beschäftigt mich gerade so ein bisschen im Unkehrschluss, aber habe ich auch den Gedanken im Kopf, vermutlich werde ich eine Sportart nicht mehr so auf dem Level spielen können, wie ich Basketball spiele, weil ich einfach nicht so wie früher drei, viermal, fünfmal die Woche trainieren kann.

Fortsetzung

In meiner Jugendzeit habe ich extrem viel trainiert, gehabt. Freie Platz, Verein und so weiter und so fort. Und das kann ich natürlich jetzt in dem Alter mit Familie und Co. Gar nicht mehr investieren. Das heißt, vermutlich würde ich auch eine Sportart nicht mehr auf dem Level spielen können, wie ich das Basketball spiele. Es gibt immer so ein Führen wieder. Und trotzdem bin ich mal überlegen, nach 25 Jahren jetzt aufzuhören. Damit ich Platz für neue Dinge schaffen kann. Vielleicht gibt es andere Sportarten, die mir noch mehr Spaß machen, die vielleicht ein bisschen gelenkschonender sind, wie wo ich noch neue Freundschaften machen werde, einen Vereinswechsel in irgendeiner Form.

Also ich möchte nicht an einer Sache festhalten, nur weil ich die letzten 25 Jahre gemacht habe, sondern ich möchte wirklich einfach entscheiden können, frei entscheiden können. Ich möchte der Sache auch keine Macht über mich sozusagen geben lassen, dass ich so vereinnahmt werde. Ja, ich muss jetzt einmal die Woche ins Training gehen. Ich muss jetzt einmal die Woche zum Beispiel dem Hobby nachgehen. Und das muss ich die restlichen Jahre, also mein ganzes Leben lang noch machen, damit ich auch wirklich sagen kann, ja, ich war Basketballer und es hat ultra viel Spaß gemacht.

Ich möchte da einfach diese Flexibilität haben. So Leute, also beim Thema Basketball weiß ich noch nicht, wie ich mich entscheiden werde. Ich werde, wenn ich mich entschieden habe, werde ich auf jeden Fall in einem Podcast Bescheid geben. Aber mir ging es im heutigen Podcast vielleicht einen Gedankenanstoß mitzugeben, dass man vielleicht nicht immer an gewisse Sachen festhalten soll, nur weil es die letzten Jahre so war oder weil man es schon immer so gemacht hat. Man darf auch nicht vergessen, wenn man an eine Sache festhält, dann gibt man dieser Sache auch normalerweise Macht über einen selbst.

Das darf man nicht vergessen. Und wenn wir uns für etwas entscheiden, dann bedeutet das auch häufig, dass wir uns gegen andere Dinge entscheiden. Muss jetzt nicht gut oder schlecht sein. Das muss jeder für sich selbst bewerten. Aber im heutigen Podcast war es mir einfach wichtig, mitzuteilen, wollen wir Platz für Neues schaffen oder halten wir ein altes Ding fest und der Preis dafür, die Kosten dafür müssen uns da immer bewusst sein. Super Leute, das war es schon für den heutigen Podcast. Ich hoffe, wir hören uns nächste Woche wieder.

Und wenn ihr Fragen, Anregungen habt oder mit mir einfach sprechen wollt, schreibt mir einfach an hello at project mindset.de Ich freue mich jedes Mal über all Feedback, was ich bekomme auf allen Kanälen. Auf LinkedIn schreibt mir ab und zu jemand. Per E-Mail schreiben mir die Leute. Also ich freue mich da extremst, wenn ihr auf mich zukommt, damit wir da einen kleinen Austausch haben können. Super, ich wünsche euch noch einen restlichen schönen Tag. Wir hören uns nächste Woche wieder. Und nicht vergessen, bis dahin.

Mindset ist alles.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


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Tags: Loslassen lernen, Sunk Cost Fallacy, Mindset, persoenliches Wachstum, Warren Buffett 25/5 Methode, Gewohnheiten aendern, Freundschaften loslassen, Verzeihen, Lebensinventur, Priorisierung, Identitaet veraendern, Komfortzone, Project Mindset, Reza Mehman


Namen und Begriffe

Reza Mehman, Project Mindset, Warren Buffett, Sunk Cost Fallacy (versunkener Kostenirrtum), 25/5 Methode, BWL (Betriebswirtschaftslehre), Lebensinventur, Jahresrueckblick, Basketball, Identitaetswandel, Verzeihen als Selbstbefreiung


Zitierfaehige Passage

Alles, woran wir festhalten, hat auch Macht ueber uns.
Wann immer wir uns fuer eine Sache entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen etwas anderes.
Anderen zu verzeihen dient nicht der Entschuldigung des anderen, sondern dem eigenen inneren Frieden.
Loslassen ist kein Verlust, sondern das Schaffen von Raum fuer neue Moeglichkeiten, Beziehungen und Erfahrungen.



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