81. „The German Mindset“ – Sind wir für Nachhaltigkeit & Technologien im globalen Wettbewerb gewappnet?

The German Mindset: Nachhaltigkeit & Technologien

Sind wir im globalen Wettbewerb bei Klima, KI und Digitalisierung wirklich gewappnet? Ein Dinner im Schloss mit fuenf Entscheidern.



Einleitung

Das German Mindset steht auf dem Pruefstand: Sind wir bei Nachhaltigkeit und Technologien im globalen Wettbewerb wirklich gut aufgestellt? In dieser besonderen Project Mindset Episode laedt Reza Mehman fuenf hochkaraetige Gaeste zu einem „Dinner im Schloss“ ein, um genau diese Frage zu diskutieren. Oberbuergermeister Prof. Dr. Eckart Wuerzner erklaert, wie Heidelberg bis 2040 klimaneutral werden will. Anahita Thoms von Baker McKenzie ordnet Deutschlands Nachhaltigkeitsbilanz im internationalen Vergleich ein. Cawa Younosi von SAP, Christian Wiens von Getsafe und KI Expertin Olga Mordvinova bringen die Perspektiven von Konzernen, Startups und Technologie ein. Gemeinsam beleuchten sie, was Deutschland tun muss, um wettbewerbsfaehig zu bleiben und gleichzeitig den kommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Eine Episode, die zum Nachdenken anregt und konkrete Handlungsimpulse liefert.


Zusammenfassung

In einem Satz: Fuenf Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Technologie diskutieren beim „Dinner im Schloss“, wo Deutschland bei Nachhaltigkeit und Technologien im globalen Wettbewerb steht und was sich aendern muss.

In drei Saetzen: Deutschland hat bei Nachhaltigkeit und Technologien erheblichen Nachholbedarf im internationalen Vergleich. Waehrend Staedte wie Heidelberg Vorreiterprojekte bei der Klimaneutralitaet umsetzen und Konzerne wie SAP Nachhaltigkeit in ihre DNA integrieren, fehlt es an Geschwindigkeit, Risikobereitschaft und politischem Willen. Die Diskussion zeigt, dass nur ein Zusammenspiel aus Regulierung, Innovation, Investitionen und einem neuen Mindset Deutschland zukunftsfaehig machen kann.

In fuenf Saetzen: Deutschland steht bei Nachhaltigkeit und Schluesseltechnologien wie Kuenstlicher Intelligenz im globalen Wettbewerb unter Druck. Der SDG Report 2022 zeigt ernuechternde Ergebnisse, und Krisen wie Pandemie und Krieg haben Fortschritte zurueckgeworfen. Heidelbergs Oberbuergermeister Eckart Wuerzner demonstriert mit konkreten Projekten wie Riesenwaermepumpenanlagen, dass Klimaneutralitaet moeglich ist. Gleichzeitig warnen Experten wie Anahita Thoms und Christian Wiens, dass Deutschland bei der Digitalisierung und Startup Foerderung den Anschluss verliert. Die zentrale Botschaft: Es braucht mehr Geschwindigkeit, ein neues Mindset bei Entscheidern und den Mut, in Schluesseltechnologien zu investieren, statt nur zu regulieren.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht? Reza Mehman moderiert ein Dinner im Heidelberger Schloss mit fuenf Gaesten: Prof. Dr. Eckart Wuerzner (Oberbuergermeister Heidelberg), Anahita Thoms (Partnerin Baker McKenzie), Cawa Younosi (Global Head of People Experience bei SAP), Christian Wiens (Gruender Getsafe) und Olga Mordvinova (Gruenderin InkTech, KI Expertin).

Worum geht es? Die Episode untersucht Deutschlands Position im globalen Wettbewerb bei Nachhaltigkeit und Technologien. Von kommunaler Klimapolitik ueber ESG Regulierung und Unternehmensverantwortung bis hin zu Kuenstlicher Intelligenz und Startup Oekosystemen werden zentrale Zukunftsthemen diskutiert.

Warum ist das relevant? In Zeiten multipler Krisen, von Klimawandel ueber Energiekrise bis zu geopolitischen Konflikten, steht Deutschlands Wohlstand und Wettbewerbsfaehigkeit auf dem Spiel. Die Diskussion liefert Einordnungen und konkrete Handlungsempfehlungen von Entscheidern aus unterschiedlichsten Bereichen.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich bei Nachhaltigkeit und Technologien?
  • Was muss passieren, damit Deutschland wettbewerbsfaehig bleibt und gleichzeitig nachhaltig wirtschaftet?
  • Haben wir das richtige Mindset, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Ueberblick ueber das Dinner im Schloss und die zentralen Fragen
  2. Zusammenfassung – Die Episode in einem, drei und fuenf Saetzen
  3. Kontext – Wer spricht, worum geht es, warum ist es relevant
  4. Themen und Einordnung – Die fuenf zentralen Themenbereiche der Diskussion
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
  6. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf die drängendsten Fragen
  7. Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen der Gaeste
  8. Transkript – Das vollstaendige Gespraech zum Nachlesen
  9. Keywords – Relevante Suchbegriffe zur Episode
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Personen, Organisationen und Fachbegriffe
  11. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Klimaneutralitaet und kommunale Energiewende

Heidelberg zeigt mit konkreten Projekten wie Riesenwaermepumpenanlagen und Holzrestkraftwerken, dass Staedte bei der Klimaneutralitaet vorangehen koennen. Bereits 50 Prozent des Heizwaermebedarfs im Zentrum werden unabhaengig von fossilen Energietraegern gedeckt.

Keywords: Klimaneutralitaet, Energiewende, Waermepumpen, fossile Energietraeger, Heidelberg 2040

2. ESG-Regulierung und Nachhaltigkeitsgesetzgebung

Deutschland hat beim Thema Nachhaltigkeit in Lieferketten regulatorisch nachgesteuert, weil freiwillige Massnahmen nicht ausreichten. Der SDG Report 2022 zeigt ernuechternde Ergebnisse, und das Spannungsfeld zwischen Regulierung und unternehmerischer Freiheit bleibt bestehen.

Keywords: ESG, Lieferkettengesetz, SDG Report, Nachhaltigkeitsregulierung, Sustainable Finance

3. Nachhaltigkeit in Unternehmen: Konzern vs. Startup

Waehrend SAP als DAX Konzern Nachhaltigkeit in die Unternehmens DNA integriert und mit Software anderen Firmen bei der CO2 Bilanzierung hilft, muessen Startups wie Getsafe ihren Beitrag im eigenen Kontext finden und Greenwashing vermeiden.

Keywords: SAP Nachhaltigkeit, Startup ESG, Greenwashing, CO2 Bilanzierung, Unternehmensverantwortung

4. Kuenstliche Intelligenz und Deutschlands Technologieposition

Deutschland hat bei Kuenstlicher Intelligenz erheblichen Nachholbedarf. Waehrend KI bei Nachhaltigkeitsthemen enorme Potenziale bietet, fehlt es an Investitionen, Talenten und dem Mut, Technologien schnell zu skalieren.

Keywords: Kuenstliche Intelligenz Deutschland, KI Wettbewerb, Technologiestandort, Digitalisierung, InkTech

5. Mindset und Generationenwandel

Die Diskussion zeigt, dass ein Wandel im Denken notwendig ist: weg vom Kopf in den Sand stecken, hin zu proaktivem Handeln. Juengere Generationen fordern Nachhaltigkeit ein, doch die Macht des Geldes und der Entscheidungen liegt noch bei aelteren Generationen.

Keywords: Mindset Wandel, Generationenkonflikt, Zukunftsfaehigkeit, Verantwortung, Wettbewerbsfaehigkeit


Kern-Aussagen

  • Die globale Klimaerwaermung schreitet schneller voran als noch vor Jahren erwartet, und Industrielaender tragen als Hauptemittenten besondere Verantwortung.
  • Heidelberg kann bereits 50 Prozent seines Heizwaermebedarfs im Zentrum unabhaengig von russischem Gas oder anderen fossilen Quellen decken.
  • Der SDG Report 2022 ist ernuechternd: Selbst in Bereichen mit frueheren Fortschritten wie Armutsbekaempfung gibt es durch Pandemie und Krieg Rueckschritte.
  • Unternehmen machen beim Thema Nachhaltigkeit noch nicht genug, weshalb der Gesetzgeber mit Regulierung wie dem Lieferkettengesetz eingreifen musste.
  • Bei ESG darf nicht nur das E (Environment) im Fokus stehen, sondern auch das S (Social) und G (Governance) sind entscheidend.
  • SAP investiert fruehzeitig in Nachhaltigkeitsloesungen und hilft mit Software anderen Unternehmen, CO2 Fussabdruecke in Lieferketten zu identifizieren.
  • Nachhaltigkeit ist auch eine Generationsfrage: 50 Prozent des US Vermoegens wird von Boomern gehalten, nur 4 Prozent von Millennials.
  • Deutschland muss bei Kuenstlicher Intelligenz und anderen Schluesseltechnologien deutlich mehr investieren, um im globalen Wettbewerb nicht abgehaengt zu werden.
  • Startups wie Getsafe sollten Nachhaltigkeit authentisch im eigenen Kontext leben, statt Greenwashing zu betreiben.
  • Die zentrale Herausforderung ist nicht nur technologisch, sondern erfordert ein neues Mindset bei Entscheidern in Politik und Wirtschaft.

Haeufig gestellte Fragen

Was bedeutet es, wenn eine Stadt wie Heidelberg klimaneutral werden will?

Klimaneutralitaet fuer eine Stadt bedeutet, dass die Umstellung von fossilen Energietraegern auf erneuerbare und alternative Energiequellen konsequent vorangetrieben wird. Heidelberg setzt dabei auf Holzrestkraftwerke, Riesenwaermepumpenanlagen und Fernwaermenetze, um unabhaengig von Gas und Oel zu werden. Bereits 50 Prozent des Heizwaermebedarfs im Stadtzentrum werden so gedeckt.

Wie steht Deutschland bei den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) im internationalen Vergleich?

Laut dem SDG Report 2022 ist die Bilanz ernuechternd. Selbst in Bereichen mit frueheren Fortschritten wie SDG 1 (keine Armut) und SDG 8 (menschenwuerdige Arbeit) gibt es durch Pandemie und Krieg Rueckschritte. Lediglich bei SDG 9 (Infrastruktur) und bei Partnerschaften sind noch Fortschritte zu verzeichnen.

Warum wurde das Lieferkettengesetz in Deutschland eingefuehrt?

Der nationale Aktionsplan zeigte, dass Unternehmen freiwillig nicht genug fuer Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten tun. Insbesondere im Bereich S (Social) von ESG war das Engagement unzureichend. Daher sah sich der Gesetzgeber gezwungen, regulatorisch einzugreifen, auch wenn Regulierung nicht immer die ideale Loesung ist.

Wie geht SAP als DAX-Konzern mit dem Thema Nachhaltigkeit um?

SAP hat fruehzeitig in Nachhaltigkeit investiert und will in den naechsten Jahren klimaneutral sein. Das Unternehmen setzt auf Plastikfreiheit, eigene Kraftwerke und Einsparpotenziale. Darueber hinaus entwickelt SAP Softwareloesungen, die anderen Unternehmen helfen, CO2 Fussabdruecke in ihren Lieferketten zu identifizieren und zu reduzieren.

Koennen Startups ueberhaupt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten?

Ja, aber der Beitrag muss authentisch und im eigenen Kontext verortet sein. Christian Wiens von Getsafe betont, dass ESG alle drei Buchstaben umfasst und Startups sich nicht zwangsweise nur auf das E (Environment) konzentrieren muessen. Wichtiger als Greenwashing ist es, in den Bereichen stark zu sein, die zum eigenen Geschaeftsmodell passen.

Wie kann Kuenstliche Intelligenz bei Nachhaltigkeitsthemen helfen?

KI kann bei der Analyse und Optimierung von Lieferketten, der Identifikation von CO2 Einsparpotenzialen und der Vorhersage von Umweltauswirkungen helfen. InkTech Gruenderin Olga Mordvinova zeigt, dass Kuenstliche Intelligenz ein Schluesseltool fuer datengetriebene Nachhaltigkeitsstrategien ist, vorausgesetzt Deutschland investiert genuegend in diese Technologie.

Wo steht Deutschland im globalen KI-Wettbewerb?

Deutschland hat bei Kuenstlicher Intelligenz erheblichen Nachholbedarf im Vergleich zu den USA und China. Es fehlt an Investitionen, an der Foerderung von Talenten und am Mut, Technologien schnell zu skalieren. Ohne eine deutliche Kurskorrektur droht Deutschland, bei dieser Schluesseltechnologie den Anschluss zu verlieren.

Ist Nachhaltigkeit eine Generationenfrage?

Teilweise ja. Juengere Generationen fordern Nachhaltigkeit staerker ein, doch die finanzielle Macht und Entscheidungsgewalt liegt noch bei aelteren Generationen. Christian Wiens verweist darauf, dass 50 Prozent des US Vermoegens von Boomern gehalten wird und nur 4 Prozent von Millennials, was zeigt, wo die Macht des Geldes liegt.

Sollte Deutschland bei Schluesseltechnologien „all-in“ gehen oder sich breit aufstellen?

Diese Frage wird in der Diskussion kontrovers behandelt. Die Tendenz geht dahin, dass Deutschland in Schluesseltechnologien staerker investieren muss, ohne dabei die Breite voellig zu vernachlaessigen. Entscheidend ist, Geschwindigkeit aufzunehmen und mutigere Investitionsentscheidungen zu treffen.

Was ist das „Dinner im Schloss“ Format bei Project Mindset?

Das „Dinner im Schloss“ ist ein Special Format des Project Mindset Podcasts, bei dem Reza Mehman mehrere Gaeste zu einem kulinarisch begleiteten Gespraech im Heidelberger Schloss einlaedt. Der Spitzengastronom Martin Scharff begleitet das Event kulinarisch, waehrend die Gaeste zentrale Zukunftsthemen diskutieren.


Highlight-Zitate

„Die globale Klimaerwaermung schreitet schneller voran, als wir es eigentlich noch vor Jahren erwartet haetten. Also ein sehr ernstes Thema.“

– Prof. Dr. Eckart Wuerzner

„Wir sind also unabhaengiger, das heisst resilienter und natuerlich auch klimafreundlicher. Und wenn man das geschickt macht, dann kann das auch durchaus unter Kostengesichtspunkten sehr interessant sein.“

– Prof. Dr. Eckart Wuerzner

„Wo sind ueberhaupt irgendwelche Staerken, die wir haben? Also letztlich ist es so, dass der Report wirklich ernuechternd ist.“

– Anahita Thoms

„Wir muessen natuerlich Vorbild sein, aber wir muessen vor allem unsere Staerke nutzen, um global Veraenderungen zu schaffen.“

– Anahita Thoms

„Wir haben die Daten, wir wissen, wo die Fussabdruecke sind. Und das helfen wir mit unserer Software, versuchen mit unserer Software Unternehmen zu helfen, zu identifizieren, wo in der Lieferkette was produziert wird an CO2.“

– Cawa Younosi

„Wir wollen das nicht verbiegen, fuer irgendwas, um in Richtung Greenwashing einfach was fuer das E zu tun, sondern tatsaechlich fuer die Sachen, in denen wir auch stark sein koennen.“

– Christian Wiens

„Man muss als Unternehmen immer einen Beitrag leisten, aber sich nicht zwangsweise immer auf das E konzentrieren.“

– Christian Wiens

„Ich denke, wir koennen schon lange nicht mehr so tun, als wuerden uns Krisen und Brandherde in anderen Teilen der Welt nicht betreffen.“

– Reza Mehman


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich Willkommen zu einem Project Mindset Special. Puh, ich muss schon sagen, wir leben aktuell in sehr herausfordernden Zeiten. Wir haben gemerkt, dass Krisen und Konflikte weltweit natürlich auch bei uns Implikationen haben, wie wir hier unseren Wohlstand weiter vermehren können oder ob wir sogar stagnieren mit unserem Wohlstand. Ich möchte heute mit Entscheiderinnen und Entscheidern sprechen, wo wir eigentlich als Deutsche im internationalen Vergleich stehen, gerade bei so Themen wie Nachhaltigkeit oder Technologien.

Daher bin ich super happy, dass ich folgende Gäste heute mit dabei habe. Ein Riesendank geht auch den Spitzen Gastronom Martin Schaaf, der unser Dinner im Schloss kulinarisch hervorragend begleitet hat. So, starten wir nun mit der ersten Frage an Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckhard Würzner. Da er auch gleichzeitig erster Stellvertreter des Deutschen Städtetages ist, hat er natürlich eine sehr gute Übersicht darüber, wie die anderen Städte zu den gerade genannten Themen stehen. Von Herrn Würzner wollte ich wissen, was es eigentlich bedeutet, wenn eine Stadt wie Heidelberg klimaneutral werden möchte.

Was bedeutet klimaneutral in diesem Kontext? Also erstmal ist es wichtig, dass wir einfach feststellen, die globale Klimaerwärmung schreitet schneller voran, als wir es eigentlich noch vor Jahren erwartet hätten. Also ein sehr ernstes Thema. Ein Thema, was natürlich insbesondere auch in den Industrieländern eine riesen Rolle spielen muss, denn wir sind nun mal einfach auch der Hauptemittent momentan von klimaverändernden Gasen, also CO2 als Leitkomponente. Und wir versuchen auch durch die Umstellung vor allem der fossilen Energieträger auf erneuerbare Energieträger, auf alternative Energieträger viel zu machen.

Kleines Beispiel, man hatte in der Vergangenheit eigentlich schon gute Konzepte auch hier in der Region. Du hast ein Großkraftwerk gehabt, also ein Kraftwerk, was Strom produziert hat. Du hast die Abwärme nach der Turbine noch genutzt, um die heiße Luft zur Erwärmung von Wasser zu nutzen, um damit zum Beispiel die Mannheimer oder Heidelberger Innenstadt mit heißem Wasser zu versorgen. Dadurch konntest du natürlich die ganzen alten Öl, Kohle und Gasheizungen entfernen. Das hat eine wesentlich höhere Effizienz.

Und wir sind jetzt noch einen Schritt weitergegangen und haben eigene Kraftwerke gebaut, zum Beispiel auf Basis von Holzresten. Riesenwärmepumpenanlagen, also jetzt eine ganze Turnhalle voll von Wärmepumpen, die die Luftwärme nutzt, um damit auch wiederum warmes Wasser zu produzieren. Und damit können wir jetzt schon 50 Prozent des gesamten Heizwärmebedarfs in Heidelberg, im Zentrum von Heidelberg, in Südstadt, im Boxpark, im Emmerzgrund versorgen. Also sie sind völlig unabhängig von russischem Gas oder Gas aus Kuwait.

Wir sind also unabhängiger, das heißt resilienter und natürlich auch klimafreundlicher. Und wenn man das geschickt macht, dann kann das auch durchaus unter Kostengesichtspunkten sehr interessant sein. Aber es ist ein riesen ambitioniertes Ziel, weil man muss natürlich viel mehr noch mitnehmen, die auch mitgehen, gerade die Unternehmen und auch die Privathaushalte, die zum Teil ja auch gar nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, sich so schnell oben zu stellen. Aber das ist eine Herausforderung.

Meine zweite Frage war an Anahita Thoms. Frau Thoms ist Juristin und Partnerin bei der renommierten Kanzlei Baker McKinsey. Sie ist zudem Mitglied im Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung und hat mit ihrem internationalen Blick ein ganz gutes Gespür dafür, wie Deutschland im globalen Vergleich aufgestellt ist. Von Frau Thoms wollte ich wissen, wie Deutschland im Thema Nachhaltigkeit im internationalen Vergleich steht. Sind wir gut aufgestellt oder machen wir da zu wenig? Das eine ist, was macht Deutschland?

Und das andere ist, was machen die deutschen Unternehmen? Und dann müssen wir das natürlich auch hochbrechen, sage ich mal, auf das globale. Insgesamt muss man sagen, wenn man jetzt aus der Unternehmensperspektive es betrachtet, machen die Unternehmen noch nicht genug. Aber man muss natürlich auch sein, dass das Bewusstsein lange Jahre entweder verdrängt worden ist, weil wir haben schon, wir reden seit mehr als zwei Jahrzehnten über das Thema Klima. Was man auch sagen muss, ist das Thema I im Bereich ISG ist ein großer Fokus mittlerweile.

Das heißt, da ist die Awareness ist mittlerweile da. Aber im Bereich S sind wir noch lange nicht dort, wo wir sein müssten. Das heißt, da sieht man das beispielsweise, weil der nationale Aktionsplan in Deutschland gezeigt hat, wir sind noch nicht so weit. Und deswegen ist man den nächsten Schritt gegangen und hat gesagt, wir müssen das bedauerlicherweise noch mehr regulieren, denn regulieren ist ja nicht immer ideal. Idealerweise macht man manches ja freiwillig, weil man davon überzeugt ist im Bereich der Nachhaltigkeit in der Lieferkette.

Fortsetzung

Hat man aber bemerkt, dass Unternehmen nicht genug machen und dann ist der Gesetzgeber reingegangen. Aber sie haben es mit Sicherheit verfolgt. Das war ja ein sehr kontroverses Gesetz und es ist immer noch sehr herausfordernd. Und die andere Problematik, sie haben es so ein bisschen angedeutet. Ich habe die globale Perspektive, denn ich glaube wirklich, das eine ist eine Vorreiterrolle einzunehmen als eine starke Exportnation. Das andere ist aber, was können wir wirklich bewirken, allein in Deutschland, in Heidelberg?

Wir müssen natürlich Vorbild sein, aber wir müssen vor allem unsere Stärke nutzen, um global Veränderungen zu schaffen. Denn letztlich, wenn wir über globale Lieferketten sprechen, über den globalen Klimawandel, sind das globale Lösungen, die wir finden müssen. Wo sehen Sie aktuell die größten Schwächen? Also ich weiß nicht, wer den SDG Report 2022 gelesen hat. Ich würde eher die Frage anders formulieren. Wo sind überhaupt irgendwelche Stärken, die wir haben? Also letztlich ist es so, dass der Report wirklich ernüchternd ist.

Sogar in den Bereichen, in denen wir eine Zeit lang wirklich Fortschritte gemacht haben, wie zum Beispiel SDG 1, also keine Armut. Oder wo wir ganz kleine Ansätze an Erfolgen gesehen haben, wie SDG 8, menschenwürdige Arbeit, sehen wir, dass natürlich durch die Krisen wir wieder Rückschritte machen. Also bedauerlicherweise gibt es kaum Fortschritte. Es gibt ein paar Bereiche wie SDG 9, wo wir Infrastrukturen aufsetzen oder zum Beispiel die SDGs, die sich mit Partnerschaften darauf konzentriert sind.

Da würde ich sagen, machen wir Fortschritte. Das sieht man auch. Das sind globale Fortschritte. Aber insgesamt muss man sagen, dass die Pandemie gefolgt vom Krieg dazu geführt haben, dass wir vor allem Rückschritte machen. Das ist natürlich nicht schön zu hören. Also in dem Project Mindset Podcast spreche ich natürlich gerne über das Thema Mindset. Und ich habe mich natürlich auch gefragt, was für ein Mindset denn bei der deutschen Bevölkerung da ist. Also sind wir da überhaupt vom Mindset und Skillset her gewappnet für die Zukunft?

Kawa Yunusi vom DAX-Konzern SAP ist einer der Top-Personaler bei uns in der Republik. Sein Wort als Personaler hat natürlich Gewicht. Von ihm wollte ich wissen, ob Nachhaltigkeitsziele im tagtäglichen Doing der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der SAP im Fokus stehen oder ob es eher strategisch langfristige Ziele sind. Also beides. Wir haben auch viel früher als Unternehmen angefangen, das Thema Nachhaltigkeit zu investieren. Wir als Unternehmen werden auch bereits in den nächsten Jahren auch komplett klimaneutral sein.

Wir haben viel früher angefangen. Ist auf der anderen Seite auch für uns einfach. Wir haben keine Fabriken, wir stellen keine Autos etc. her. Aber nicht desto trotz der Anstrengungen zu unternehmen, dass wir von Grund auf denken, wie wir erstmal ein Weg plastikfrei werden, wo haben wir Einsparpotenziale. Wir haben natürlich auch entsprechende Kraftwerke selbst rechnen lassen. Ihr habt eigene Kraftwerke. Ja, was im Moment auch hilft im Sinne von Einsparung, wo wir auch unser Beitrag als Unternehmen leisten wollen, natürlich im Winter.

Deswegen ist es bei uns in den DNA verankert. Wir haben da aber auch einen Klientel, muss man sagen, als Mitarbeiter, die sind fast nah zu 90% plus ein Ausgebildeter am Hochschulabschluss und sind natürlich entsprechend auch mit Themen ganz nah dran. Und natürlich auch produktseitig sind wir viel früher angefangen. Gerade jetzt investieren wir sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit, um anderen Unternehmen zu helfen. SAP ist als einzige DAX-Konzern. Wir sind in allen Industrien, bei fast allen großen Unternehmen vertreten.

Wir haben die Daten, wir wissen, wo die Fußabdrücke sind. Und das helfen wir mit unserer Software, versuchen mit unserer Software Unternehmen zu helfen, zu identifizieren, wo in der Lieferkette was produziert wird an CO2 und wie können die sich selbst helfen, um dort proaktiv die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Christian Wiens, Gründer und Geschäftsführer von GetSafe. Mit bisher über 115 Millionen Dollar eingesammelten Investmentkapital und über 300.000 Kunden ist GetSafe eines der größten europäischen Insotec-Startups.

Christian kennt den Arbeitsmarkt und die Kapitalmarktsituation für Startups sehr genau. Von ihm wollte ich wissen, wie ein Startup im Gegensatz zu einem großen Konzern mit dem Thema Nachhaltigkeit umgeht. Das ist eine gute Frage. Wir sind ein wachsendes Unternehmen, lang nicht so groß wie eine SAP oder andere Konzerne. Noch nicht. Noch nicht, genau. Hoffentlich nie ganz so groß, was den Headcount angeht. Das hat Jürgen Tietem auch gesagt, das Zitat von ihm. Wir werden nie mehr als 30 Mitarbeiter haben, weil dann werden wir nicht überblicken können, mich nicht um die kümmern können.

Fortsetzung

Das Ergebnis sieht man ja. Genau, man wächst mit seinen Herausforderungen auch als Gründer und Manager. Aber letztlich ist es, glaube ich, schon noch ein bisschen eine Generationsfrage. Ich hatte letztens eine spannende Analyse gesehen, dass irgendwie auch 50% des US-Vermögens von US-Boomern gehalten wird und irgendwie nur 4% von Millennials. Das zeigt schon so ein bisschen auch die Macht des Geldes. Wo liegt eigentlich Macht in welcher Generation? Wir sind ein Unternehmen, was auf natürliche Art und Weise auch durch die Profile, wie wir suchen, viele Entwickler, Design, Data Science und so weiter auch jüngere Profile anzieht.

Denen ist sowas unglaublich wichtig, uns als Gründerteam sowieso auch. Insofern ist für mich die Frage immer ein bisschen schwierig, weil das sind Sachen, die selbstverständlich sind. Auch wir sind allerdings als digitaler Versicherer nicht in einer Industrie, wo wir mit Logistikketten und Produktionen und so weiter und so fort zu tun haben. Da gibt es ja durchaus auch im Tech-Bereich andere Beispiele, die produzieren oder zumindest sehr, sehr viel Waren handeln und verschicken müssen und so weiter.

Ich glaube, da ist es super relevant. Was mir aber gefällt, ist, was ihr eben schon angesprochen habt, dass man einfach das ganze Thema ESG wirklich breit sehen muss, bei den drei Buchstaben und nicht nur bei dem einen. Sonst müsste ich sagen, sonst kann ich ja gar keinen Beitrag leisten. Und ich glaube, man muss als Unternehmen immer einen Beitrag leisten, aber sich nicht zwangsweise immer auf das E konzentrieren. Letztes Mini-Beispiel. Mir hat eine Mitarbeiterin vor einem Jahr gesagt, was machen wir denn für Nachhaltigkeit, also Umwelt hier?

Und das ist für mich total wichtig. Wir sind wir, wir haben eine Mission, wir wollen Menschen und ihre Leben schützen. Und wenn wir was Gutes tun, dann tun wir das immer in unserem Kontext, in dem, was wir gut sind. Danach hat sie gekündigt und ist gegangen. Das war so okay für mich, weil ich dachte, wir wollen das nicht verbiegen, für irgendwas, um in Richtung Greenwashing einfach was für das E zu tun, sondern tatsächlich für die Sachen, in denen wir auch stark sein können. Olga Modvinova, Gründerin und Geschäftsführerin von InkTech.

Olga ist eine sehr versierte KI-Expertin und Entwicklerin. Sie wurde von der renommierten Wirtschaftszeitung Handelsblatt zu den Top 50 Unternehmerinnen in Deutschland ausgezeichnet und ist zudem Vorstandsmitglied im Verband deutscher Unternehmerinnen Baden. Von ihr wollte ich wissen, wie eigentlich das Thema künstliche Intelligenz bei Nachhaltigkeitsthemen helfen und unterstützen kann. KI ist nur eine Technologie. KI ist so gut, wie der Mensch das auch anwendet oder das auch implementiert hat. Das heißt, man kann es auch dafür verwenden, auf jeden Fall um die Nachhaltigkeit zu fördern, um Nachhaltigkeit zu unterstützen, ob im sozialen Bereich auch das, aber auch vor allem im Bereich der Ressourcen, Energie.

Beispiele sind Simulationen, wo komplexe Daten zusammengeführt werden, die dafür verwendet werden können, vielleicht auch um Brandbekämpfung anzugehen, wo man auch simulieren kann, was würde passieren, wenn Windrichtung oder Vegetation sich ändern würde und dadurch nicht nur CO2 spart, dafür aber auch Menschen leben. Wir, also unser Unternehmen, in dem Bereich, wo wir unterwegs sind mit KI, sind hauptsächlich im Bereich der Optimierung. Und auch das ist Nachhaltigkeit. Wenn wir in einem produzierenden Unternehmen schaffen, Energie zu sparen, effektiver und resilienter und auch nachhaltiger zu produzieren, zum Beispiel, dass es keinen Aufschuss entsteht, haben wir auch unser Beitrag, auch mit Hilfe der KI, zur Nachhaltigkeit getätigt oder auch sogar in der Überwachung von Infrastrukturen, wie zum Beispiel Umspannwerke oder auch Beingleise.

Man denkt, was ist mit dem Beingleise los? Aber jetzt ein ganz einfaches Beispiel. Wenn man die Daten von der Zustand der Beingleise analysiert und auch prädiktiv schauen kann, wie sich bestimmte Stellen an den Beingleisen, an den Straßenbeingleisen entwickeln, kann man auch rechtzeitig Wartung planen. Dadurch wird auch Bahn und Straßenbahn sicherer. Dadurch nutzen es mehr Menschen, dadurch nutzen wir weniger Autos und können auf diese Art indirekt auch zur Nachhaltigkeit beitragen. Und das kann man auch mit KI machen, denn KI hat bestimmte Stärken, kann leider nicht alles, Gott sei Dank, nämlich KI kann viele unterschiedliche Daten zusammenführen und auch viele, sag ich mal, für Menschen komplexe Aufgaben sehr gezielt lösen.

Und zum Beispiel, wenn wir ganz große Datenmengen haben, ist es für uns ab und zu jetzt nicht einfach, aber für KI relativ einfach, das zusammen zu functionalisieren und etwas vorherzusehen, was unter Umständen ein sehr fahrender Mitarbeiter auch für Wartung sieht, aber die meisten eben das nicht sehen. Dadurch kann man eigentlich auch vieles erreichen. Ich glaube, da sind die wirtschaftlichen Vorteile natürlich, spielen da eine ganz große Rolle. Absolut. Und genau diese Vorteile, die führen auch dazu, dass der Mensch auch bereit ist, vielleicht etwas Nachhaltiger zu agieren.

Das ist das Komische aus meiner Sicht. Wir wissen auf der einen Seite irgendwie gefühlt, die Welt brennt gerade. Das ist so mein Eindruck, wenn ich so direkt sagen darf. Auf der einen Seite die Welt brennt, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, viele Menschen nehmen das gar nicht so ernst. Die Frage, die ich mir gestellt habe, ist, ob der Gesetzgeber nicht noch viel strenger Gesetze erlassen muss, damit wir mehr auf den Trichter kommen, sozusagen, dass wir das machen müssen. Und gerade aus Ihrer Sicht, Herr Wirtz, würde es mich interessieren, macht der Gesetzgeber denn aus Ihrer Sicht genug?

Fortsetzung

Also wir haben ja das berühmte 1,5 Grad aus dem Pariser Abkommen. Für mich scheint das irgendwie so unerreichbar zu sein. Ich habe auch ein paar Studien dazu gelesen. Die Frage ist, muss der Gesetzgeber noch mehr machen? Also ich glaube, ja. Ich glaube, das ist auch absolut zwingend. Wir haben ja momentan auch global gesehen wirklich einen verrückten Prozess. Also wir gucken uns jetzt mal die USA an. Du hast viele Städte und ich sage mal, in vier, fünf Jahren lebt mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten.

Also auch in großen Städten. Du hast politisch gewählte Vertreterinnen und Vertreter, die wollen, die machen klare Aktionsprogramme, schalten um, auch Erneuerbare, haben auch die soziale Dimension der Sozialversicherung ganz anders im Blick als zum Teil die nationalen Regierungen. Wenn ich jetzt nur mal in die USA gucke, das war unter der letzten Regierung wirklich massiv, dieser Konflikt zwischen Staat und dem, was auf der städtischen Ebene passiert. Wenn ich jetzt nach Polen gucke, haben wir genau das Gleiche.

Wir haben Bürgermeister von größeren Städten, auch von Warschau, Kollegen, den ich sehr gut kenne, der kämpft massiv für soziale Gerechtigkeit, für LGTBQ, für all das, was uns in unseren Städten auch auszeichnet. Die nationale Region macht genau das Gegenteil, baut weiter Kohlekraftwerke, baut weiter eigentlich eine Technik aus, die eigentlich genau das Gegenteil ist von dem, was man eigentlich machen sollte. Also ich bin sicher, dass momentan global gesehen die Städte, und wir reden ja da über große Einheiten, also Mumbai hat 23 Millionen Einwohner, also Berlin ist ja da ein Dorf dagegen, also wir auch in Deutschland sind eigentlich in Relation zu den Megastädten schon gar nicht mehr relevant auf der globalen Karte.

Das muss man ganz ehrlich sagen, dass die Städte aus meiner Sicht da wirklich eine Liedfunktion übernehmen können, weil wir wesentlich näher an der Problemstellung dran sind. Wir erfahren täglich, was es heißt, wenn auf einmal die Grundwasserversorgung nicht mehr gesichert ist. Wir erfahren, wenn ich jetzt in Palo Alto oder selbst in San Francisco ein Vierteljahr ständig Rauchschwaden über der Stadt habe, weil die Wälder brennen, und da ist so wenig Wasser in der Region, dass einem unmittelbar bewusst wird, was das auch für eine Bedrohung bedeutet.

Natürlich auch für den gesamten Standort. Also das Unmittelbare kommt eher von den Städten. Deswegen müssen die Städte auch noch mehr Druck machen auf die nationalen Regierungen. Wir haben uns zusammengeschlossen, haben auch einen sogenannten Covenant of Mayors verabschiedet. Das ist so ähnlich wie die Unternehmen das eigentlich auch gemacht haben über ihre politischen Agreements, dass wir gesagt haben, wir machen eine Selbstverpflichtung zur Klimaneutralität. Wir haben jetzt über 11.000 Städte global, die sich hier schon zusammengeschlossen haben.

Wir haben mein Netzwerk in Brüssel organisiert, das Ganze auch mit der Europäischen Kommission zusammen, wo wir entsprechende Reports erwarten. Also genau das, was du auch brauchst. Du brauchst Bilanzen, du fliegst auch aus, wenn du dich nicht wieder von deinen Strukturen akkreditieren kannst, weil du zu schlecht geworden bist. Also genau diese Überprüfungsmechanismen, die auch wichtig sind. Das auf globaler Ebene. Es ist also wirklich unglaublich, was da für Prozesse stattfinden. Und von nationaler Seite ist es entscheidend, nehmen wir mal so ein Beispiel.

Wir haben in Heidelberg vor 15 Jahren beschlossen, wir bauen nur noch klimaneutral für 15 Jahre. Die Bahnstadt zum Beispiel ist ein rein klimaneutraler Stadtteil für damalige Standards, also alles super-efficient buildings, Energieversorgung, restliche Energieversorgung mit einem Kraftwerk, was wir neu gebaut haben auf erneuerbare Energien. Dieser Standard, der vor 15 Jahren bei uns gesetzt worden ist und seitdem gilt, der ist heute noch nicht nationaler Standard. Und wird wahrscheinlich in 7 Jahren erst nationaler Standard werden.

Also wir reden über fast, naja, 15, 17, 20 Jahre Verlust. Obwohl das Wissen da ist, es wird noch nicht umgesetzt. Das muss sich ändern, da brauchen wir auch wesentlich klare Vorgaben und vor allem brauchen wir auch eine Struktur, die es ermöglicht, auch den Unternehmen mitzugehen. Denn das, was wir haben, ist immer so eine Jojo-Förderung. Also rein in die Förderung, raus aus der Förderung. Das ist eine Katastrophe. Wir hatten bei uns auch in Deutschland über das Erneuerbare-Energien-Gesetz einen gigantischen Push.

Wir haben mittlerweile auch einen sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien im Strombereich. Im Strombereich, das ist super. Aber eigentlich durch das EEG ausgelöst, weil jeder sich daran beteiligt hat und du eine kostendeckende Einspeisevergütung auch bekommen hast. Das war ein gutes Instrument, das hatte aber nur Deutschland. Das hatte Frankreich nicht, das hatte Italien nicht. Also wir haben diese best case eigentlich nicht übertragen, auch auf andere europäische Ebenen. Die Dänen haben hervorragende gesetzliche Grundlagen zur Nutzung von Abwärme.

Fortsetzung

Also was wir heute unter Wärmeatlanten verstehen, also was machst du mit der Abwärme? Hätte man sich auch was abgucken können. Die Radinfrastruktur zum Beispiel, jetzt auch aus Holland, aus Dänemark, ist wesentlich besser gefördert, auch als bei uns. Also ich sage immer, wenn wir überall allein in Europa diese best cases nutzen würden und das in ein regulativ übertragen, dann gibt es natürlich auch Chancen für andere Regionen, die es sonst nicht gibt. Das wichtigste für uns, um die Schleifer nochmal zu bilden, ist Empowerment dieser lokalen Entscheidungsträger.

Also der Städte als wichtigste Stellschraube. Denn wenn das nicht passiert, gibt es doch keine Verantwortlichkeit. Also in Frankreich zum Beispiel haben die Städte keine Verantwortung im Energiebereich. Da gibt es EDF, die machen das grundsätzlich für Frankreich. Und dann ist natürlich klar, dass eine Großtechnologie wie AKWs nur rauskommen können. Bei uns gibt es 700 Stadtwerke, die eine eigene dezentrale Energieversorgung aufgebaut haben. Die sind viel resilienter, sind auch viel aktiver. In Italien habe ich Ene, wieder einen Riesenversorger und ansonsten kaum lokale regionale Energieversorgung.

Also die Verantwortlichkeit auch stärker auf die regionale Ebene runterzubrechen. Nicht die Verantwortung abgeben, aber runterzubrechen, sie mitzunehmen, sie mit in die entsprechende Entscheidungsebene auch reinzubringen. Das ist aus meiner Sicht die Zukunft, sonst wird es sehr, sehr, sehr, sehr schwierig. Sie haben gerade Regularien und Verantwortlichkeiten gesagt. Frau Thoms, dazu habe ich gleich noch ein paar Fragen an Sie. Ich glaube, Sie kennen die Gesetzeslage sehr gut natürlich als Top-Juristin.

Bevor wir aber dazu kommen, gibt es jetzt erstmal den ersten Gang von Herrn Schaf. Herzlich willkommen hier bei uns im Schloss zum wunderschönen Podcast. Wir sitzen hier zusammen in der Schlossweinstube mit Blick auf die Renaissance-Fassaden und natürlich haben wir uns gedacht, hier als kulinarischen Einstieg ein tolles Gericht zu zaubern. Einmal natürlich vegetarisch, was heute absolut awoke ist, mit einem Hüttenkäse und mit Couscous drunter, einer Birne, Meerrettich, rote Beete und Meerrettich-Schaum und verschiedene Gartenkräuter und das Ganze natürlich mit Fisch.

Und zwar zwei Leif- und Eilsmeerforelle gebeizt und als Tatar auch mit der Birne und dem Meerrettich. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit, viel Vergnügen und einen wunderschönen Abend. Vielen Dank. Frau Thoms, Sie als Juristin, Sie kennen, glaube ich, beide Seiten sehr gut. Sie kennen natürlich die Gesetzeslage, aber auch das, was Unternehmen leisten können überhaupt. Sie haben vorher, das ist ein ganz langes Wort, Lieferkettengesetz. Lieferketten-Sorgenheitspflichtengesetz. Genau, das haben Sie auch angesprochen gehabt.

Ich habe manchmal den Eindruck, es ist unglaublich schwer als Unternehmen, da durchzublicken, sich wirklich in alle Details reinzufuchsen, wo kommt jetzt die Ware her, wer ist der Lieferanten, meines Lieferanten und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass Sie natürlich auf der einen Seite sagen, ja, wir brauchen schärfere Gesetze. Ich weiß, dass Sie ein ganz großer Fan von den globalen Zielen sind, die wir haben. Auf der anderen Seite, Unternehmen haben natürlich auch begrenzte Ressourcen, sich mit diesen Gesetzen auszukennen und zu sagen, das schaffen wir und das schaffen wir nicht.

Meine Frage ist, welche Gesetze würden Sie eigentlich gerne verschärfen? Nummer eins und Nummer zwei. Denken Sie, das schafft ein Unternehmen überhaupt, sich da reinzufuchsen in diese Gesetze? Das ist natürlich eine sehr, sehr komplexe und bedeutende Frage, weil es natürlich eine große Auswirkung hat auf Unternehmen, sobald wir noch mehr Gesetze haben. Erstens würde ich sagen, wir müssen einige Gesetze abbauen. Wir brauchen Bürokratieabbau in vielerlei Hinsicht. Es war wirklich kontrovers die Einführung des Lieferketten-Sorgforschtichtengesetzes, und zwar in beide Richtungen.

Es gab viele Unternehmen, die wollten sogar das Gesetz, weil sie gesagt haben, wir sind Vorreiter in Deutschland und wir möchten diesen Wettbewerbsnachteil, den wir haben, weil andere Unternehmen sich nicht daran halten, wieder ausgeglichen haben. Es ist jetzt nicht nur so, dass alle Unternehmen dagegen waren. Es gab sogar Petitionen durch diese Unternehmen für das Gesetz. Aber natürlich, es gab viele Unternehmen dagegen. Es wurde sehr stark dagegen gelobiert und es sind einige Aspekte rausgefallen, wie zum Beispiel die zivilrechtliche Haftung, die nicht reingekommen ist.

Und man muss sehen, nach dem deutschen Lieferketten-Sorgforschtichtengesetz gibt es einen Fokus auf den eigenen Geschäftsbereich, auf den haben wir Einfluss, auf den Tier-1-Supplier, mit dem wir ja den Vertrag haben. Darauf haben wir natürlich einen Einfluss. Und nur in bestimmten Konstellationen und im Hinblick auf bestimmte Maßnahmen gehen wir darüber hinaus Richtung Tier-2, Tier-3, Tier-4 und so weiter. Das europäische Gesetz, also die Richtlinie, die jetzt diskutiert wird, die geht darüber hinaus.

Fortsetzung

Das heißt, da müssen wir damit rechnen, dass ein Schritt weitergegangen wird, dass wir eine zivilrechtliche Haftung verankert haben werden, dass wir die Wertschöpfungskette betrachten und nicht nur die Kette, die Lieferkette. Das heißt, es ist schon in Diskussion, ob wir das Gesetz noch weiter ausbauen müssten. Wichtig ist, finde ich, und das haben Sie auch eben angesprochen, dass wir können nur sehr begrenzt in Deutschland was leisten. Das heißt, wenn wir, ob es das I, S oder G ist, vor allem das I und das S, werden wir viel effektiver sein, wenn es EU-Gesetze sind und idealerweise natürlich die großen Player auch ihre Gesetze haben.

Und da müssen wir, glaube ich, viel mehr Energie investieren, als jetzt immer in Deutschland an unseren Gesetzen zu arbeiten. Das heißt, die Energie muss in Brüssel eingesetzt werden und dann muss man überlegen, wie kann man die globalen Player immer wieder mit ins Boot holen. Ihre zweite Frage ist natürlich sehr berechtigt. Können dann die Unternehmen das eigentlich immer noch leisten? Und ich sehe da wirklich eine Bandbreite an Unternehmen. Ich sehe die DAX 40, ich sehe die MDAX, ich sehe die Familienunternehmer.

Es gibt welche, die sind intrinsisch motiviert. Es gibt Familienunternehmer, die seit langer Zeit in ihrer Tradition es haben, dass sie das Soziale sehr wichtig erachten. Es gibt andere Unternehmen, die sind gerade im Aufbau, die haben sich das I oder das S auf die Fahne geschrieben. Es gibt manche junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die wirklich dafür brennen. Die haben ein sehr profitables Business und sagen, das möchten wir auch. Und es gibt CEOs, die interessiert das gar nicht. Die sagen, wenn ich Profit damit mache, dann mache ich mit.

Und den CEO müssen wir aber auch abholen. Weil vielleicht ist das ein CEO, der besonders viel das Klima verschmutzt. Und den jetzt nicht mit abzuholen, ist unser Problem. Man kann jetzt sagen, ja das ist sein Problem, irgendwann werden ihm die Kunden irgendwie verklappt. Aber wir verlieren so viel Zeit schon, deswegen gehe ich nicht dafür, all die Unternehmen mitzunehmen, immer wieder hinzugehen. Ich spreche sehr oft über Greenwashing. Und wir müssen auch darüber sprechen. Aber ich sehe auch eine Entwicklung, die mich wirklich, weil ich ja auch so viele Unternehmen sehe, sehr besorgt.

Nämlich, dass die Unternehmen, die etwas machen, immer weniger darüber sprechen, weil sie Sorge haben vor Greenwashing. Weil sie sagen, wenn ich die kleinen Schritte, die ich mache, jetzt kommuniziere, dann sagt doch hier A und B, wieso so wenig, wieso nicht mehr. Das führt dazu, dass der Wettbewerber, der CEO, der gar kein Interesse daran hat, mir sagt, aber Frau Thoms, die machen doch auch so wenig oder die machen doch gar nichts. Das heißt, wir müssen wirklich aufpassen, dass wir die Unternehmen, die willig sind, weiterhin in die richtige Richtung pushen und den CEO, der es nicht möchte, auch mitnehmen und ihm zeigen, dass es auch in seinem Interesse ist.

Ich sage immer, kurzfristig und langfristig profitabel. Kurzfristig ist natürlich der CEO incentiviert, der der nächsten Quartalsbericht kommt und um Gottes Willen was sagen jetzt die Shareholder. Wenn man aber langfristigen Wohlstand betrachtet, wenn man sich die ganzen Klimasituationen anguckt, wenn man anguckt, wie wenig Potenzial wir heben in Sachen Brainpower, dann muss man sagen, so versuche ich jedenfalls, den CEO auch noch mit abzuholen, der eigentlich gar kein Interesse an dem Thema hat. Dieses langfristige versus kurzfristige, das höre ich mich nach einem Skillset oder Mindset-Thema wieder an und da habe ich eine Frage an dich, Karol.

Du bist ja ein Top-Personaler hier in Deutschland. Das ist halt nicht für einen Berichter. Was denkst du kann an jemanden in deiner Position, der auch an der Ausbildung seine Mitarbeiter sehr interessiert ist, an einem Skillset der Mitarbeiter sehr interessiert ist. Was kann man da machen, damit diese Langfristsicht auch für die zukünftigen CEOs, für die zukünftigen Entscheider und Entscheiderinnen, dass sie da auf dem richtigen Wege sind. Was kann man da machen? Also grundsätzlich gilt, dass man so früh wie möglich damit anfängt, mit den Jugendlichen beschäftigt, in der Schule, erfassbarer, greifbarer macht, weil wenn die erstmal ein Unternehmensstor sind, dann können wir natürlich begrenzt das Unternehmen, was beeinflussen, aber die ganze Sozialisierung, das Verständnis etc.

können wir jetzt nicht nachholen. Aber da mache ich mir auch wenig Sorgen, wenn ich Friday for Future Bewegungen sehe, also das Thema ist in Mainstream angekommen, also das ist aus dem Bioregal quasi, im Supermarktregal ist angekommen, ich glaube, da müssen wir ja nicht so eine Sorgen machen. Wir sehen auch bei der Rekrutierung, da sind Themen wie Diversity oder Bemühungen, Sachen Nachhaltigkeit, die sind kriegsentscheidend. Das Wort sollte ich nicht verwenden. Das ist entscheidend, ob sie es im Unternehmen gehen oder nicht.

Das Thema Package, Gehalt und betriebliche Altersversorgung etc. wird quasi vorausgesetzt. Und wenn da man Greenwashing oder Pinkwashing, den Sachen Frauenförderung etc. betreibt, da hat man als Unternehmen verloren. Früher hätte man gesagt, ja so what, dann suche ich auch ein anderes Talent. Aber wenn man will, ob es Fachkräfte oder Arbeitermangel, was wir in Deutschland haben, kann man es nicht leisten, zu sagen, wir tun nur so, und das wird schon gut gehen, die Leute werden es nicht merken. Es spricht sich sehr schnell rum, sei es über Social Media, sei es über Knunu, Glastor, diejenigen, die nur so tun, im Vergleich zu anderen, die es ernsthaft meinen.

Fortsetzung

Und es ist sehr viele, die bei uns anfangen. Ich mache jetzt so immer alle, die bei uns angefangen haben. Nach 3-4 Monaten rufe ich sie einfach mal an, spontan. Ich frage, wie geht es denen, wieso ist es so SAP und ob sie wohlfühlen. Und ich will nicht lügen, das ist natürlich nicht empirisch bewiesen, das ist nur meine subjektive Erfahrung. In allerallermeisten Fällen kommt als erster Schritt das Thema, was wir als Unternehmen in Sachen gesellschaftliche Verantwortungen, in Sachen Vielfalt und Sustainability machen und welches Potenzial aus deren Sicht das Unternehmen hat und was sie einbringen wollen.

Also ich glaube, im Moment ist nichts ohne Sustainability bezugdenkbar. Wichtig ist aber, dass da nicht bei heißen Worten bleibt, sondern auch tatsächlich die Möglichkeit besteht, gestalten zu können. Und wenn man das als Unternehmen von sich behaupten kann, sowohl intern als auch in der Gesellschaft, nur bei der Lieferkette, dann hat man sehr gute Chancen auch im Arbeitsmarkt. Du hast etwas gesagt, etwas sich nicht leisten zu können, auch als Unternehmen. Ich habe manchmal den Eindruck, wir stehen im sehr intensiven globalen Wettbewerb bei gewissen Schlüsseltechnologien.

Und meine Befürchtung ist manchmal, dass wir so ein bisschen abgehängt werden, insbesondere auch im Hochtechnologiebereich. Ich komme wieder auf das Thema Künstliche Intelligenz zurück. Ich denke aus meiner Sicht, es macht einen riesen Unterschied, ob KI jetzt in dem Fall, das Technologie, irgendwo im Fernosten oder sogar in den USA entwickelt wird, versus es wird in Europa entwickelt oder speziell in Deutschland. Ich glaube, das macht einen riesen Unterschied, wie die KI auch mit Daten umgeht, Datenschutzbestimmungen, das wird einen Unterschied machen.

Meine Befürchtung ist aber, wir sind da ein bisschen zu langsam bei dem Thema KI. Wir sind da, weil wir eben diese Datenschutzbestimmungen haben und vielleicht ein bisschen schwer für die, die uns bewegen können. Ich glaube, Olga, du hast da einen super Einblick. Kannst du uns kurz einordnen, weil ich gerne auch von dem Thema Nachhaltigkeit zum Thema Technologie und globalen Wettbewerb gehen möchte. Ich habe nämlich dazu ein paar Fragen, auf die ich später kommen werde. Ich denke nämlich, vielleicht müssen wir uns als Deutschland sogar fokussieren auf ein paar wirklich Schlüsseltechnologien und sagen, die andere Technologien, die können wir gar nicht mehr mithalten im globalen Wettbewerb.

Aber bevor ich zu der Frage komme, kannst du uns kurz einordnen, wo befinden wir uns eigentlich bei dem Thema KI? Ich würde sagen, eine sehr komplexe Frage, hat sehr viele Facetten, sehr viele Antworten und viele Perspektiven natürlich. Vielleicht um vorsichtig zu formulieren, wir sind im Bezug auf KI in Deutschland sehr nachhaltig. Wir gehen langsam und sicher voran und es gibt Themenbereiche, wo aus meiner Sicht wir auf jeden Fall keinen Anschluss verloren haben, um nicht nochmal zu zitieren. Es gibt andere Bereiche, wo sicherlich auch Nachhaltigbedarf besteht, wenn man das möchte.

Vielleicht fangen wir von vorne an, Forschung. Also wir sind in Deutschland recht gut unterwegs. Also wir haben tolle Unis, wir haben ganz viele Top-Universitäten. Grundlagenforschung ist Spitze, Mathematik, Physik ist nach wie vor eine von den führenden Exportgütern Deutschlands, auch Maschinenbau. All das, was KI ausmacht aus der Perspektive des Ganzen, haben ganz viele Forschungszentren. Sowas wie der FKI gibt es eigentlich kaum irgendwo in Europa. Und das mehrfach, also nicht nur in Saarbrücken, sondern auch in Kaiserslaut und mittlerweile auch im Norden.

Die Anzahl von Forschungsinitiativen in diesem Umfeld ist enorm. Wir fördern es auch auf Landesebene, wir fördern es auf Bundesebene. Es gibt Fraunhofer-Institute für die angewandte Forschung. Da würde ich behaupten, da haben wir jetzt eigentlich nichts verpasst. Also wir gehen sicher nach vorne. Klar gibt es Themen, die hier, denke ich mal, auch wirtschaftlich motiviert sind. Auch Thema Energie, Energieeinsparungen, Optimierungen, ist auch das, was uns in Deutschland als Land der Maschinenbauer einfach ausmacht.

Aber es gibt andere Themen, natürlich im Umfeld des GVO, die für uns nicht typisch sind. Datenschutz. Datenschutz. Also zum Beispiel für einen Chinesen, einen Amerikaner oder vielleicht auch andere Europäer ist es relativ egal, ob man aufgenommen wird unterwegs. Es stehen überall Kameras, ich habe es in der USA gesehen. Du gehst hin, du wirst aufgenommen und du wirst auch. Die Daten werden dann ausgewertet. Ob das jetzt durch Nachrichtendienste, Polizei oder Palantire, ist auch ein großer Player in diesem Umfeld, kümmert sich kein Mensch drum.

Wenn das hier bei uns zulassen würden, Heidelberg in der Fußgängerzone, da bin ich echt gespannt, was Herr Würzner alles an Post bekommt. Wahrscheinlich von mir schon als Erster. Aber das ist eben diese Mentalität-Frage, diese Mindset-Frage. Erstens ist es notwendig, wollen wir das. Und weil es eben hier aus der Perspektive von vielen Deutschen, unter Umständen auch Europäer, aber das ist schwer, über einzelne Länder zu sprechen, gibt es im Bereich, wo es relativ wenig zu tun oder getan wird, weil einfach der Markt dafür nicht da ist.

Fortsetzung

Und der Markt ist in der Marktwirtschaft auch führend bzw. bestimmt die Regeln. So ist es nicht verwunderlich, dass wir vielleicht im Bereich der Datenanalyse oder auch Use-Cases in Bezug auf Daten, einfach Daten von Personen, etwas hinter der USA oder China stehen, während z.B. im Bereich der Perspektive. Ich bin auch nicht die Fachfrau dafür. Ich bin eher im Bereich der Optimierung unterwegs. Maschinedaten, das was wir auswerten, in dem Umfeld gibt es auf jeden Fall spannende Konkurrenz aus überall.

Wir machen nach vorne, auch weil bei uns dieser Bereich der KI sehr speziell ist. Jeder Maschinenbauer hat IP. Jeder Infrastrukturbetrieb hat eine eigene IP. Ein Stahlgießer ist nicht gleich wie der andere Stahlgießer. Und diese IP ist, wie gesagt, maschinen- oder prozessgebunden. Das bleibt noch in Deutschland. Und dafür, wenn die KI dafür nochmal angepasst werden soll, ist sie auch damit vermuten. Aber vielleicht zurück nochmal zu der Frage, wo stehen wir? Wir sind unterwegs, wie überall. Und es gibt ein Thema, was mir extrem am Herzen liegt, ist eben nicht die Grundlageforschung, sondern eben der Transfer von der Grundlageforschung in die Anwendung.

Also wir verwenden alle Smartphones. Jeder von uns hat tausende Apps. Wir werden erfasst. WhatsApp, was soll ich dazu sagen? Aber dabei haben wir extrem wenig industrielle Anwendungen, die potenziell auch diese Welt des Consumers mit der Welt der Industrie und der Forschung zusammen verbinden. Stichwort MP3. MP3 zum Beispiel. Also im Prinzip, wenn wir den Weg schaffen, super exzellente Forschung in die Menschheit und vor allem in die Industrie zu bringen, weil die gibt ja Geld, die steuern den Markt, sind wir eigentlich ganz gut unterwegs.

Also ein bisschen liegt es an uns, vielleicht auch Gesetzgebung. Weil das finde ich gar nicht verkehrt, dass wir gar keine Kameras bei uns in der Fußgängerzone haben. Ich würde mich freuen, wenn das auch so bleibt. Ich glaube, das ist auch langfristig ein Wettbewerbsvorteil, dass wir diese Regelung zum Thema Datenschutz etc. haben. Weil das Thema erfreulicherweise bei allem, was man im Moment sieht, aber die Tendenz geht eher zur Demokratisierung, eher zur Selbstbestimmung, eher zum Datenschutz. Und wenn das so weitergeht, dann sind die Anwendungen, die Unternehmen, die Staaten, die von vornherein das fest verankert haben.

Also wir haben einen Ethikbeirat für unser KI. Wir verpflichten uns zu bestimmten Verhaltensweisen, dass Algorithmen offen sind, wenn wir Sachen machen, die auch ein risikönmütig bürgendes Entscheidungen wie nicht als Unternehmen treffen, sondern mit einem Ethikbeirat gemeinsam. Aber langfristig, denke ich, spiegeln auch die Kunden die Rückmeldungen, die wir von China und anderen Ländern bekommen. Und da ist es auch ein Vorteil, wird als gesehen. Also nicht unbedingt als ein Nachteil. Natürlich ist die Umsetzung viel komplexer.

Es kostet viel mehr als in den Ländern, wo wir solche Regulare nicht haben. Aber wenn die Akzeptanz ist, dann langfristig höher als bei anderen Anwendungen. Christian, du bist ja in einem Hochtechnologie-Startup-Umfeld unterwegs. Wie siehst du das? Bist du gefühlt aus deiner Sicht gut versorgt mit den Möglichkeiten, die wir hier in Deutschland haben? Weil ich auch weiß, dass du mit deinem Unternehmen in einem sehr kompetitiven Umfeld unterwegs bist. Wie fühlst du dich hier technologisch gesehen? Ich habe selbst Maschinenbau studiert, quasi guter deutscher Maschinenbauer.

Ich musste mich damals für eine Uni entscheiden. Ich selbst komme aus Heidelberg. Ich bin zu der Uni gegangen, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie diesen Transfer besser hinbekommt. Ich wurde komplett enttäuscht bis heute. Ich habe relativ früh an dieser Uni auch gemerkt, dass ich dort nicht weiterkomme, wenn es um diesen Transfer geht. Und auch verstanden. Da würde ich auch total zustimmen. Uns fehlt es hier nicht an Grundlagenforschung, smarten Köpfen und Technologie. Uns fehlt es an dem Packaging dahinter.

Das ist sehr breit. Von rechtlichen Themen bis hin zu Storytelling, wie verpacke ich was, bis hin zu Lobbyarbeit. In welche Richtung geht Lobbyarbeit? Findet Lobbyarbeit mit Hochtechnologie, jungen Start-up-Unternehmen statt? Wird für die oder mit der Alt eingesessenen Industrie? Deshalb ist die Frage für mich, da sind wir technologisch gut aufgestellt. Die stelle ich mir nie. Da ist ein Haken dran, das sind wir. Dann geht es ja darum, zum einen darauf zu schauen, wie kriegt man die besten Leute dazu? Auch da habe ich kein Fragezeichen.

Die haben wir in Heidelberg. Die ziehen wir auch an in Heidelberg. Die haben wir auch in Deutschland. Auch da kein Fragezeichen. Viel spannender ist die Diskussion, was du eben gesagt hast. Was können wir zu unserem Vorteil machen über die reine Technologie hinaus? Ich glaube, das Thema Werte, gerade über unsere Industrieversicherungen, sind eine 5-trillion-Dollar-Industrie. Eine Billarden-Industrie ist natürlich riesig, jeder hat Versicherung. Die 3 größten Versicherer der Welt kommen immer noch aus Europa.

Fortsetzung

Versicherung ist in Europa entstanden damals. Ich glaube, Europäer, Deutsche sind am meisten versichert auf der Welt. Ich glaube, die Frage ist, das ist ein bisschen vergleichbar mit Amerikanern. Amerikaner lieben Autos. Uber kommt aus den USA. Die haben V8-Motoren, große Pickups. Sie haben sich selbst durch einen Tesla disruptet. Das ist relativ radikal. Trotzdem ist die USA eine super Auto-Nation. Wirklich eine Auto-Nation. Nicht die besten, feinsten Motoren, aber eine Auto-Adaption, was die Adoption angeht.

Ich finde diese andere Ebene ein bisschen spannender, die auch in Richtung Mindset vielleicht geht. So denken wir als europäische Start-ups, wir glauben, dass wir hier was haben, was sich exportieren lässt. Das sind Werte im Umgang mit Outputs der Technologie. Letztlich Daten. Ich überlege mir immer folgendes. Wenn wir mal groß werden, wie eine Allianz, das sind globale Konzerne mit 100 Milliarden Umsatz. Wenn wir das Gleiche natürlich disrupten und in eine komplett neue Generation und Ehre bringen, wenn wir groß werden und prädiktiv werden, dann ist es aber wichtig, dass wir die Marken und das Produkt erschaffen, die auch in Asien und den USA bevorzugt werden.

Weil natürlich Kunden, Leute, Firmen, das kann man sich auf alles anwenden, wissen, dass sie in einem System entstanden sind. Was es vielleicht langsamer macht, dass es entsteht. Aber es ist einfach überprüfter. Es ist kontrollierter gewachsen und das kann man sich auf alle Werte vertreten. Ich glaube, das ist schon eine Ebene, die ich viel spannender finde. Dann gibt es natürlich noch ganz viel anderes. Es wurde angesprochen, Frühanfang. Wir unterschätzen ja immer, was wir in 10 Jahren schaffen können und überschätzen, was wir in einem Jahr schaffen.

Thema Bildung. Ich glaube, das Schulsystem ist ja nicht auf die Lösung der Probleme unserer Zeit ausgelegt. Das ist ein Evergreen-System, was per se nicht schlecht ist. Aber warum setzen wir Bildung nicht auf die Lösung von Problemen unserer Zeit mehr aus? Das sind die Ansatzpunkte, die wirklich spannend werden. Ich habe häufig den Eindruck, es macht Sinn für uns hier in Deutschland, dass wir uns auf die Stärken fokussieren, die wir haben. Das geht grundsätzlich vom Tenor in diese Richtung. Frau Thoms, Sie haben eine sehr internationale Sicht, die wir im Ausland zu Unternehmen haben.

Wie sehen Sie das aus Ihrer Sicht zu sagen, Deutschland muss sich eigentlich, weil im Ausland gewisse Dinge mit mehr Kraft vorangetrieben werden, vielleicht KI. Bei dem Thema KI denke ich unter anderem immer daran, es ist wichtig, viele Daten zu haben. Viele Nutzerdaten auch auswerten zu können. Ich habe manchmal den Eindruck, es macht Sinn, sich weniger auf Dinge zu fokussieren, die wir noch nicht so gut können, und mehr auf die Dinge zu gehen, die wir sehr gut können. Automotive, Life Science, hoffentlich auch mehr Richtung Versicherung.

Wie sehen Sie das, Frau Thoms, mit Ihrer internationalen Brille? Sollen wir all in gehen in diese Industrien, die wir können und vollen Durchblick haben? Oder müssen wir überall mitmischen? Was auch gefährlich werden kann, weil man überall mittelmäßig ist. Ich würde sagen, wir haben das große Glück, in so vielen Bereichen so gute Leute zu haben und so viel Tradition zu haben, dass ich gar nicht denke, dass wir unbedingt jetzt schon sagen müssen, da müssen wir jetzt verzichten. Es gibt ein paar wenige Bereiche, wo man sagt, da haben wir ja schon verloren.

Ich glaube, da muss man sehr kritisch mit sich umgehen. Haben wir verloren offenen Auges? Okay, dann haben wir uns dafür entschieden. Oder haben wir verloren, weil wir mal wieder verpasst haben, hinzuschauen. Das sind, finde ich, zwei Punkte. Ich finde, gerade in Deutschland erwarte ich, dass wir ein bisschen vorausschauender sind und gucken, was zeigt uns die Zukunft. Ich finde, wenn man gerade im Westen der USA unterwegs ist, aber auch im Osten, dann merkt man sehr stark, dass gerade diese Start-up-Szene, weil sie halt auch unbürokratischer ist und weil das Bedürfnis nach Sicherheit nicht so stark ist wie bei uns, dass das den Unterschied macht.

Ich würde gar nicht unbedingt sagen, dass wir schon überall in Sektoren verloren haben, sondern häufig haben wir, finde ich, von der Einstellung so ein bisschen dieses, ich möchte jetzt gerne auch die Altersversorgung für die nächsten 100 Jahre und ich möchte bitte auch gerne, dass das Risiko, das ich eingehe, dreifach versichert ist. Man könnte ja auch einfach sagen, ich glaube so sehr an diesen Sektor, ich glaube an dieses Produkt, und das sehe ich mehr bei Menschen, die entweder gar keine Chancen haben, weil sie sagen, ich habe sowieso nichts zu verlieren, oder in Regionen würde ich sogar sagen, ich meine in Süden Amerikas ist es ein bisschen anders als im Silicon Valley, wo einfach jeder sagt, wenn du noch nicht gegründet hast, dann existierst du quasi nicht.

Das ist natürlich das andere Extrem, aber ich glaube, ich finde diese Einstellung, da müssen wir uns, glaube ich, grundsätzlich Gedanken machen, ob wir da nicht richtig viel Potenzial verlieren und ich denke da nochmal Entbürokratisierung, die Start-ups zu unterstützen, weil in den letzten Jahren, ich lerne immer mehr Start-ups gerade im Sustainability-Bereich kennen, aber auch im Digitalisierungsbereich, mein Gott, da ist so viel Drive und dann läuft man immer noch eine Behörde und dann müssen wir selber in die Behörde, dann muss der Gründer selber in die Behörde, anstatt irgendwie zu sagen, ja, jetzt bin ich und bitte lasst mich jetzt in Ruhe und Frieden und ich konzentriere mich auf mein Produkt.

Fortsetzung

Super interessant. Herr Würzen, ich würde auch gleich zu Ihnen gerne kommen, bevor wir das aber machen, habe ich gerade ein Zeichen bekommen, dass wir zum nächsten Gang gehen können. So, jetzt sind wir gespannt auf die Beschreibung, das sieht schon mal verdammt lecker aus. Ja, also als Grundlage, hier haben wir verschiedene Waldpilze, hier auch aus dem Odenwald mit Kartoffelkrapfen, dann einen Brokkoli mit Amarant, schönes Kalbsfilet und alternativ, beim Vegetarischen, einen gebackenen Pilzstrudel und dazu Balsamico-Sauce und vegetarische Balsamico-Sauce.

Herr Würzen, ich würde trotzdem gerne nochmal auf Schlüssel-Industrien oder Fokussierungen zurückkommen. Gerade bei der Städteplanung, Sie haben es vorhin gesagt, wir reden da von 15, 17, 20 Jahre, also das ist der Horizont, von dem wir sprechen. Wie sehen Sie das als Stadtplaner? Möchten Sie sich eigentlich eher fokussieren auf ein, zwei wichtige Themen, wo Sie wissen, das kann Ihre Stadt sehr gut? Oder sagen Sie, wir müssen alle Bereiche möglichst gleichwertig, gleichmäßig fördern, damit wir überall einigermaßen gut aufgestellt sind?

Wohl wissend, dass man vielleicht nicht in gewissen Themen führend ist. Also ich glaube, da sind sich aber alle eigentlich einig, wer die Verantwortung für einen Stadt hat, der versucht natürlich, sich möglichst breit aufzustellen. Das ist erstmal überhaupt das Wichtigste, damit man resilient ist. Also nur auf eine Unternehmen Sparte zu setzen, wäre völlig falsch. Wir setzen auch nicht auf große Logistikstrukturen, die eigentlich keine große Wertschöpfung generiert über Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, sondern wir wollen möglichst kleine Einheiten, sehr effiziente Einheiten, und eigentlich wollen wir Brain-Strukturen fördern.

Also alles, was mit Forschung, Wissenschaft zu tun hat, Transformation, Translation in Unternehmen. Wie kann man das machen? Wir haben tolle Forschungseinrichtungen, wir hatten es ja vorhin schon besprochen. Es gibt eigentlich gar keine große Motivation für Hochschulen zum Beispiel, eine Spin-Out-Kultur oder eine Start-up-Kultur zu fördern. Das ist ein völlig anderes Modell in den USA. Wenn ich mit dem MIT zusammen arbeite oder mit anderen, die haben auch selbst eine Wertschöpfungskette, die sie generieren über das, was sie an Wissen, auch in Produkte umsetzen, sich beteiligen, in Anteilen, auf dem eigenen Campus, auch Industry Goes Campus unterstützen, damit es dort mehr diese Vermischungen zwischen Produktion und Forschung und Lehre gibt.

Da fangen wir jetzt erst mit an. Das ist ein Bereich, der noch nicht so alt ist bei uns in Deutschland, und das merken wir. Es gibt einige, da funktioniert das besser, das ist bei den Technischen Hochschulen. RWTH Aachen zum Beispiel, da hat man viele Professoren, die im Bereich Maschinenbau schon sehr viel weiter sind. Aber bei den klassischen Universitäten auch so, Heidelberg beispielsweise, ist das nicht so gesetzt. Das kommt jetzt immer mehr, das ist auch sehr gut. Bisher waren es eigentlich die Städte, die dann auch versucht haben, über Technologie-Parks solche Facilities auch zur Verfügung zu stellen für diese Start-up-Kultur.

Wenn ich die nicht zur Verfügung stelle, dann stelle ich die nicht. Wir haben jetzt gerade ein großes Biolab, eines der größten im Bereich Start-ups, im Bereich Bio-Bio-Medizin, die natürlich spezielle Labore brauchen, hier nach Deutschland, nach Heidelberg geholt. Dafür war erforderlich, dass wir Labore bauen, dass wir sie vorhalten, dass wir sie günstig vorhalten. Das muss erst mal einer machen. Das heißt, wir müssen eine Vorinvestition tätigen, damit die hierher kommen. Damit dieser Austausch dann aus der Universität auch stärker in diese Strukturen gelingt.

Wenn man das macht, dann ist man diverse aufgestellt. Und das sind wir mittlerweile in den, ich sage jetzt mal so ein bisschen in den Brain-Cities, also meistens Universitätsstandorte, und haben da einen riesen Wettbewerbsvorteil gegenüber allen. Warum? Ich habe gar kein Problem mit Produktionsbetrieben, weil ich habe gar keine. Wenn man weiß, dass in der OECD, ich sage jetzt mal, ich glaube, es sind 4,2% des Energieverbrauchs wird über eine erneuerbare Energie zur Verfügung gestellt. Der Rest ist Öl, Kohle, Gas.

Also jeder, der im Bereich der Produktion tätig ist, hat ein brutales Problem, sich in Deutschland bei Hochpreisen zu bewegen. Deswegen findet momentan auch ein riesen Prozess statt, wo diese Betriebe sich massiv nach außen orientieren. Das Beste ist gleich mit Katar oder Saudi-Arabien, Kooperationsvertrag. Wir kommen direkt neben den Ölfördertum 10% der Energiekosten wie in Deutschland, und das passiert. Da wird es jetzt einiges an Veränderung geben, weil Energie da so ein riesen Faktor ist. Wir sind nicht so aufgestellt, wir sind sehr divers, auf dem Wissensbereich, und da konzentrieren wir uns in Heidelberg auch ein bisschen auf unsere Schwerpunkte, das ist im Bereich Life Science und KI, also AI.

Das ist ein Bereich, der immer mehr zusammenwächst, der ein enormes Potenzial auch entwickelt. Und da kommt jetzt genau das zusammen, dass sich Virtual Reality im Bereich der Schlaganfallpatienten einsetzen kann, die Wesen, die schnelleren Heilungsprozesse. Das ist jetzt ein Start-up-Unternehmen, was das entwickelt hat, was dann auf dem Campus auch entsprechend mit integriert werden kann. Und auf einmal entsteht eine enorme Wertschöpfung. Also das ist wirklich hervorragend, und ich glaube, wenn man sich ein bisschen international umguckt, stellen wir auch fest, dass da Prozesse sind, die sind gewaltig.

Fortsetzung

Die nehmen wir überhaupt nicht wahr. Deswegen haben wir auch eine strategische Allianz mit Palo Alto, also dem Silicon Valley in den USA, also in der Google-Welt, und eine strategische Allianz mit Alibaba, also der chinesischen Welt mit Hangzhou und Haijian eingegangen. Es ist mittlerweile so, dass es in China aufgrund dieser Dominanz, zum Beispiel von Alibaba und Alibaba Pay, gar kein Bankenwesen mehr notwendig ist. Also keine Sparkassen, keine Volksbanken, keine Reifeisenbanken. Das macht alles ein Konzern.

Das heißt, man kauft dort ein Produkt, und ein ganzer Wirtschaftszweig ist auf einmal nicht mehr notwendig. Also wer das wahrnimmt, dem wird deutlich, was bei uns eigentlich kommt demnächst, wenn wir in diese Struktur hineinwandern. Und ich sage immer, wir müssen das erkennen, und wenn wir das erkennen, können wir auch darauf reagieren, und ich finde es hervorragend, dass wir auch in Heidelberg jetzt mit euch ein super KI-Unternehmen haben. Wir haben auch andere, mit denen wir jetzt zusammenarbeiten.

Wir haben jetzt, wir nennen das Lumi, eine KI-Intelligenz, die es uns ermöglicht, in fünf Sprachen alle Dokumente, die wir nur auf Deutsch haben, sofort zur Verfügung stellen. In fünf Sprachen. Das Einzige, was ich machen muss, ich muss den Chatboot füttern. I need a diver license, die KI übersetzt sofort. Tauchen wird bei uns nicht häufig gemacht. Aber mein driver, do you mean driver license? Sorry, driver license. Und ich habe innerhalb von zwei Minuten eine neue driver license. Das kann ich über die KI natürlich ganz anders, mit einer ganz anderen Geschwindigkeit machen.

Ich habe nicht mehr das Fachpersonal wie früher. Das heißt, ich brauche unbedingt so eine KI, um dieses Service Unit noch überhaupt bedienen zu können in der Intensität. Und da kommt dann das eine mit dem anderen zusammen mit der Wertschöpfung. Dadurch sind wir eigentlich sehr gut aufgestellt. Aber ja, Stärken stärken, klare Fokussierung, aber möglichst im Bereich Knowledge. Das kann aber nicht jeder Standort. Das merken wir ja auch in den USA. Wenn du nur Getreidefelder hast, dann bist du der Verlierer dieser globalen Entwicklung und diese Brain Center, ob das Boston, ob das Silicon Valley, sind die eigentlichen Gewinner.

Und das ist mittlerweile auch schwierig, da auch diesen Gleichgang der Entwicklung in den Regionen noch zu sehen. Weil der findet mittlerweile nicht mehr statt. Und das führt natürlich zu politischen Verwerfungen, politischen Spannungen, die beträchtlich werden können, sodass du sie kaum noch halten kannst. Und wenn ich dann sehe, dass selbst in den Zentren in den USA bei Eric Cassetti in L.A. 60.000, 70.000 Menschen intens unter Folien leben, mitten im Downtown, im teuersten Stadtquartier, weil sie eigentlich überhaupt keine Sozialversicherung haben, weil man das einfach komplett ignoriert hat, dann kann das das ganze System auch zerstören, weil das wird komplett instabil.

Und deswegen muss man das, also jetzt nicht nur, weil es en vogue ist, über die SDGs zu reden, sondern das muss passieren, damit es überhaupt einen gesellschaftlichen Konsens gibt für diese Entwicklung. Und dann müssen die, die auch die großen Profiteure sind in der Entwicklung, müssen das andere mitnehmen, auch unter sozialen Gesichtspunkten, damit es auch wirklich bei dem sozialen Frieden bleibt, den wir alle so wollen. Also es ist ein nicht einfacher Prozess. Also ich muss mich entschuldigen, dass ich weiterhin auf diesen All-In-Thema hängen bleibe.

Ich habe da tatsächlich so den Eindruck, wir müssen tatsächlich vielleicht All-In-gehen in gewissen Schlüsselindustrien. Deswegen auch die Frage an dich, Chris, aus deiner Startup-Technologiebrille, wie siehst du das? Du hast ja viel Kontakt auch zu internationalen Investoren. Du weißt, wie momentan die Gelder hinfließen. Vielleicht darf man das auch sagen. Ich glaube, du hast mit Get Safe sogar über 100 Millionen Dollar bis jetzt eingesammelt. Wahrscheinlich geht das auch noch weiter. Also du weißt, wo Kapital ist.

Und wie siehst du das? Fließt das Kapital gleichmäßig überall hin, Deutschland verglichen mit der Welt, auch in den verschiedenen Industrien in Deutschland? Oder siehst du da Tendenzen? Nee, da fokussiert sich was. Die Frage stelle ich mir dauernd. Und sie ist auch schwer zu beantworten. Und vieles wurde, glaube ich, schon gesagt. Letztlich willst du, dass Ökosysteme entstehen. Zum Beispiel im Bereich AI. Wenn das passiert, dazu muss halt vieles zusammenspielen, dann entsteht wiederum eine starke Industrie.

Und die ist dann Double Down. Da muss man dann noch mehr machen, damit sie gewinnt. Es wurde aber auch schon gesagt, dass es vielleicht gar nicht um die spezifische Industrie geht. Und das sehe ich, in unserer Welt, der Wachstums- und Technologieunternehmen, da entstehen digitale Banken überall. Die können in Israel entstehen oder aus Israel kommen, aus Asien, aus Deutschland oder aus den USA, um mal ein Beispiel zu machen. Da geht es tatsächlich vielmehr um Mindset, um wirklich die richtigen Leute, die sich zusammentun, um dann auch möglichst wenig Hürden, um das zu schaffen, was man da zusammen schaffen will.

Fortsetzung

Was ich aber schon merke, und ich glaube, das passiert, wenn man wächst, ich mache wieder ein Beispiel, was jeder irgendwie kennt, auch wenn es mittlerweile ein bisschen mit Füßen getreten wird, Tesla als Autobauer. Tesla hat ganz viele Leute aus dem Silicon Valley, sage ich mal, aus der Tech-Szene gezogen. Aber sie hätten das, was sie tun, nie machen können, wenn es natürlich nicht auch viel Wissen in der traditionellen Automobilindustrie vorhanden haben hätte, was sie damit irgendwie ergänzen und verheiraten.

Und zusammen kann man dann wirklich Sachen bewegen. Und deshalb komme ich nochmal zu meinem Punkt, den ich irgendwie am Anfang gemacht habe, am Beispiel der Versicherung. Die drei gewissen Versicherer der Welt kommen aus Europa. Wenn man wirklich groß denkt, dann muss man natürlich gucken, ob man entweder die Forschungsinfrastruktur und Grundlagen für AI, Mathematik, Physik oder das kann man auch breiter sehen natürlich, oder aber die Industriegrundlagen, also das Wissen, die Industrie hat. Das muss man verheiraten mit dem richtigen Mindset an Leuten, die an sich diese Industrie komplett verändern wollen und revolutionieren wollen.

Und dann entstehen wiederum letztlich ja auch neue Industrien. Wir zum Beispiel sehen uns ja nicht als Versicherer. Wir sehen uns quasi als Technologieunternehmen, was Versicherung anbietet. Das ist unsere Mission. Aber alles, was links und rechts von dieser Mission, das Leben von Menschen zu schützen, liegt, das nehmen wir mit. Weil am Ende ist das quasi nicht unbedingt unsere DNA. Also insofern, leider gebe ich dir keine konkrete Antwort auf die Frage, welche Industrien sollten wir fördern. Aber man sollte schon natürlich total drauf schauen, was an Fundament notwendig ist, um richtig groß zu spielen.

Also deshalb ein gutes Beispiel. Statt Heidelberg. Das sage ich dem Oberbürgermeister auch immer. Ich sage ihm, Fintech, das, was wir sind, also Finanztechnologien, ist hier kein Ding. Das ist einfach hier nicht groß. GetSafe ist hier entstanden, mittlerweile auch in vielen anderen Städten mit Büros vertreten. Das würde ich hier nicht fördern. Da entsteht hier kein Ökosystem, da ist keine Grundlage da. Wir profitieren enorm von dem Wissensstandort, der hier ist und wirklich von Talenten, die hier sind. Aber es ist schon richtig, da so ein bisschen drauf zu schauen, was schon stark ist und ob man das jetzt für eine Nation oder ein Kontinent beantworten kann.

Also ich kann das nicht. Aber ich glaube, dass die Mechanismen dahinter viel interessanter sind als die konkreten Industrien. Kava, ihr seid ja schon lange kein 30-Mann-Unternehmen mehr. Seit einigen Jahren schon, wie Dietmar das einmal gesagt hatte. Ihr seid aber eines der wenigen DAX-Unternehmen, die sich wahrscheinlich eigentlich von heute auf morgen, jetzt mal platt ausgedrückt, entscheiden könnten, komplett abzuwandern, weil ihr alle remote seid, also viele remote sind, viele remote arbeiten können.

Ihr braucht keine Produktionshallen vor Ort und so weiter. Dennoch seid ihr hier, glücklicherweise in der Nähe von Heidelberg, bei Waldorf seid ihr hier und ich habe auch den Eindruck, stabilt auch hier unterwegs. Es gab, glaube ich, vor Jahren mal so eine kleine Diskussion, wo Herr Plattner, glaube ich, was gesagt hatte, im Silicon Valley ist auch eine Option, das mal zu machen. Dennoch seid ihr hier geblieben. Was hält euch denn genau weiterhin noch hier? Gerade, wenn ich wieder zurückkomme auf das Thema globaler Wettbewerb, was hält euch noch hier?

Ja, also wir sind ein deutsches Unternehmen, global verankert. Wir sind in den 80 Länder der Welt vertreten. Und ich glaube heutzutage, natürlich stehen wir zu unseren Wurzeln. Wir stehen zu unserer Verantwortung nicht nur für Deutschland, sondern auch für die Region. Du weißt, wir sind ja hier sehr regional auch verwurzelt. Und ich glaube, es geht nicht darum, Deutschland ohne die Welt, sondern die Kombination. Und deswegen, wenn ich mal in Deutschland gucke, ungefähr 20 Prozent unserer Mitarbeitenden haben eine nicht-deutsche Nationalität.

Dazu kommen die Menschen, die Migrationshintergrunden haben, wie ich zum Beispiel, die wir natürlich nicht messen können. Also es ist ungefähr rund um 30 Prozent unserer Kollegen, die stammen nicht ursprünglich von Deutschland. Und ich glaube, die Mischung macht es. Und es gibt sehr viele Kollegen, die von Deutschland immer auf Zeit oder auf Dauer in andere Länder gehen, wo wir uns auf und dort auch arbeiten. In den 80er-Jahren hat das so angefangen, dass wir relativ schnell globalisiert haben. Das war, glaube ich, ein Erfolgsrezept auch von SAP, dass sie relativ früh nach Russa gegangen sind zum Beispiel.

Vielleicht hält sich für uns die Frage nicht. Also von dieser Aussage von Aso weiß ich nicht. Das muss vor meiner Zeit gewesen sein. Es gab Spekulation wegen der SE-Gründung von SAP, als wir von AG in SE gewandelt haben. Ob entsprechende Pläne dahinter stünden, das war nicht der Fall. Daher denke ich, diese Renationalisierung, die es gerade, wo wir gezwungen werden, durch die externe Faktoren etc., vielleicht muss es sein. Aber ich finde grundsätzlich, dass in der Globalisierung vernetzte Welt, da liegt unsere Zukunft.

Fortsetzung

Und da sollten wir auch daran arbeiten, dass es auch weitergeht. Natürlich in einem gesünderen Maß, damit die Ungleichheit in der Welt möglich nicht so groß wird, sondern wir nahe zu anderen kommen. Wir müssen jetzt nicht angesichts der aktuellen Krisen dazu kommen, zu sagen, alles, was wir in der Vergangenheit gemacht haben, will es ein Wild, ein Dorf gemacht haben, das lassen wir unter uns. Und jetzt versuchen wir, alles in Deutschland aufzubauen, und schotten wir uns ab. Das wäre, glaube ich, keine schöne Entwicklung, die wir wollen.

Und Olga, bei dir? Würdest du wieder hier gründen, hier in der Region, hier in Deutschland? Oder würdest du sagen, für deine Technologie sind vielleicht andere Standorte vorteilhafter? Ich würde wieder in Heidelberg gründen, natürlich. Aber auch woanders. Jetzt wo ich weiß, wie es geht. Ich meine, Standort Heidelberg ist wirklich attraktiv. Auch in unserem Fall ist es so. Wir bedienen hauptsächlich Maschinenbauer oder Infrastrukturanbieter, die wir bei der Überwachung der Infrastruktur oder Maschinen oder auch Prozesse unterstützen.

Alle haben uns gesagt, wir sollen nach Karlsruhe gehen. Aber wir wohnen halt alle in Heidelberg. Das ganze Team wohnt in der Heidelberg oder Umgebung, haben hier studiert, mehr oder weniger. Oder auch in Heidelberg studiert. Es ist auch eine unglaubliche Kombination zwischen dem Angebot, Forschungsmöglichkeiten, auch extrem tolle, aufgeweckte Leute, die auch dann zu uns kommen. Das heißt, im Prinzip, ob es KI oder nicht KI oder generell Digitalisierung, es ist de facto egal, wo man ist, solange man einen Anschluss hat.

Und wenn man ein Heidelberg auch gefunden hat und dann seine Kunden vielleicht im Schwaben hat, ist auch nicht schlimm. Oder bei mir auch in den USA oder in Frankreich, wie es in unserem Fall ist. Es ist entscheidend, wo dieses Gefühl ist, dass es richtig ist. In unserem Fall war es Heidelberg. Also vielleicht ist für einige Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht ein negativer Touch entstanden, dass wir vielleicht doch in so sehr kritischen Zeiten leben. Ich sehe das auf jeden Fall nicht so. Ich wollte das auf jeden Fall noch mal klarstellen.

Ich glaube, wir haben hier tatsächlich etwas, was ich super wertschätze. Sehr stabile Demokratie. Das ist aus meiner Sicht bestimmt nicht hier eine Runde, aber aus meiner Sicht häufig vergessen, dass wir hier wirklich frei unsere Meinung sagen dürfen. Ich will jetzt auch nicht so einen großen Schlenker machen. Ich bin aus dem Iran und da gibt es momentan ganz andere Probleme. Und da weiß man natürlich ganz oder sehr zu schätzen, dass man eine stabile Demokratie hat. Das darf man wirklich nicht vergessen.

Ich glaube, Frau Tomsi, auf LinkedIn habe ich auch bei Ihnen gelesen gehabt, wie Sie über diese Stabilität gerade hier in Deutschland denken und was für ein Glück wir hier überhaupt haben, hier sein zu können. Ich wollte ganz kurz vielleicht mal Richtung Ende des Podcasts noch mal von Ihnen hören und wissen, weil Sie eben diesen globalen Blick haben. Ist das Meckern auf hohem Niveau, was wir hier machen insgesamt? Abgesehen natürlich von der politischen Lage, wo ich gerade jetzt auch gesprochen habe, auch wie wir aufgestellt sind.

Meckern wir gerade auf hohem Niveau? Oder denken Sie, wir müssen tatsächlich gucken, dass alles weiterhin stabil bleibt, so wie es ist? Also ich finde, wenn wir uns im Businessumfeld umschauen, mag ich ambitioniert zu sein. Ich möchte, dass wir da Vordenkerinnen sind und dass wir da wirklich pushen. In vielerlei anderer Hinsicht merke ich jedes Mal, wenn ich im Ausland bin, wie gut es uns geht. Das eine ist der Wohlstand, den wir hier haben, auf dem wir uns nicht ausruhen sollten. Das andere sind Dinge, die für total selbstverständlich erachtet werden.

Das fängt an bei dem Freiheitsbegriff, der Möglichkeit zu demonstrieren, fast wie und wann ich möchte, die Versammlungsfreiheit, das Rechtsstaatsprinzip, also das Thema, dass wir kaum Korruption in Deutschland haben. Das zwar natürlich auch hier Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten gibt, aber trotzdem nicht im Verhältnis zu ganz vielen Ländern, in denen ich entweder gelebt habe, in denen ich arbeite, in denen ich viele Kontakte habe. Ich denke, wir müssen einfach schauen, dass wir das stabil halten.

Ich sehe die letzten Landtagswahlen sehr kritisch. Da muss man auch sehen, in vielerlei Hinsicht, wenn man sich das am Wochenende angeguckt hat, wir können uns nicht darauf verlassen, dass das alles so bleibt. Das heißt, da müssen wir dranbleiben. Aber insgesamt dürfen wir auch ein bisschen glücklich darüber sein, jetzt in diesem Umfeld zu sein, wo wir darüber diskutieren können, wieso wir nicht so und so viel Prozent an Frauen im Vorstand haben. Das ist etwas, was wichtig ist. Das ist eine wichtige Diskussion.

Fortsetzung

Aber im globalen Umfeld ist das häufig eine Nichtdiskussion, wenn es darum geht, ob ich morgen Geld dafür habe, um meinem Kind eine Hose zu kaufen. Das sind ganz konkrete Sachen, die ich immer wieder sehe, wenn ich in den armen Vierteln der Welt bin. Das sind die Sorgen der Menschen. Die Sorgen der Menschen ist, kann ich meine Tochter einschließen im Zimmer, weil ich Angst habe, sie geht raus, demonstriert, und sie kommt nicht mehr nach Hause. Das sind die Sorgen der Menschen. Da müssen wir einfach sagen, seid ein bisschen dankbarer und seid auch ein bisschen großzügiger miteinander.

Sehr schöne Abschlussworte. Ich danke Ihnen allen für die Zeit. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, einiges mitgenommen. Ich hoffe, wir konnten ein paar gute Eindrücke nach außen bringen. Vielen Dank. Vielen Dank. Das waren wirklich sehr tolle Abschlussworte von Frau Thoms. Ich muss sagen, ich habe super viel mitgenommen. Ich bin auf der einen Seite beruhigt, dass wir im internationalen Vergleich immer noch gut dastehen. Auf der anderen Seite weiß ich natürlich, wenn wir unseren Kindern eine bessere Welt hinterlassen wollen, dann haben wir noch einiges zu tun.

In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank fürs Zuschauen. Bis hoffentlich bald wieder und nicht vergessen, bis dahin, Mindset ist alles.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


Keywords

Tags: German Mindset, Nachhaltigkeit Deutschland, Klimaneutralitaet, ESG, Lieferkettengesetz, Kuenstliche Intelligenz Deutschland, Technologiestandort Deutschland, SDG Report, Heidelberg klimaneutral, SAP Nachhaltigkeit, Getsafe Startup, Energiewende, Waermepumpen, Greenwashing, Digitalisierung Deutschland, globaler Wettbewerb, Sustainable Finance, CO2 Reduktion, KI Wettbewerb, Mindset Wandel


Namen und Begriffe

Reza Mehman, Prof. Dr. Eckart Wuerzner, Anahita Thoms, Cawa Younosi, Christian Wiens, Olga Mordvinova, Martin Scharff, Baker McKenzie, SAP, Getsafe, InkTech, Heidelberg, Deutscher Staedtetag, Sustainable Finance Beirat, Bundesregierung, Pariser Abkommen, SDG Report 2022, ESG, SDG 1, SDG 8, SDG 9, CO2, Lieferkettengesetz, Greenwashing, DAX, Insurtech, Kuenstliche Intelligenz, Waermepumpen, Fernwaerme, Holzrestkraftwerk, Mannheim, Suedstadt, Boxberg, Emmergrund, Kuwait, Russland, USA, China, Millennials, Babyboomer


Zitierfaehige Passage

Deutschland steht bei Nachhaltigkeit und Schluesseltechnologien im globalen Wettbewerb unter erheblichem Druck.
Der SDG Report 2022 zeigt ernuechternd, dass selbst fruehere Fortschritte durch Pandemie und Krieg zurueckgeworfen wurden.
Staedte wie Heidelberg beweisen mit Waermepumpenanlagen und erneuerbaren Energien, dass Klimaneutralitaet moeglich ist, waehrend Konzerne wie SAP Nachhaltigkeit in ihre Unternehmens DNA integrieren.
Es braucht ein neues Mindset bei Entscheidern, mehr Investitionen in Kuenstliche Intelligenz und den Mut, Schluesseltechnologien konsequent voranzutreiben, um Deutschland zukunftsfaehig zu machen.