8. Immigration Edge

Immigration Edge: Nachteile in Vorteile verwandeln

Wie du mit dem richtigen Mindset aus Mangel an Ressourcen, Netzwerk und Erfahrung einen echten Wettbewerbsvorteil machst.



Einleitung

Immigration Edge beschreibt ein Mindset, das aus vermeintlichen Nachteilen echte Wettbewerbsvorteile macht. In der achten Folge von Project Mindset erklaert Reza Mehman, warum Menschen mit wenig Ressourcen, fehlendem Netzwerk und begrenzter Erfahrung oft kreativer, risikofreudiger und letztlich erfolgreicher werden. Der Begriff stammt urspruenglich vom US Unternehmer Bedros Keuilian, der als armenischer Einwanderer in den USA ein erfolgreiches Business aufgebaut hat. Reza uebertraegt das Konzept auf seinen eigenen Werdegang und zeigt an konkreten Beispielen, wie seine Eltern und er selbst aus der Not eine Tugend gemacht haben. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit Migrationshintergrund, sondern um alle, die das Gefuehl haben, mit leeren Haenden zu starten. Diese Episode liefert drei klare Strategien, die jeder sofort anwenden kann, um aus Engpaessen Chancen zu machen.


Zusammenfassung

In einem Satz: Immigration Edge bedeutet, mit den vorhandenen Ressourcen kreativ umzugehen, durch Ausprobieren zu lernen und offen auf andere Menschen zuzugehen, um aus Nachteilen Vorteile zu machen.

In drei Saetzen: Reza Mehman beschreibt drei Saeulen des Immigration Edge Mindsets: erstens den effizienten Einsatz vorhandener Ressourcen fuer Win Win Situationen, zweitens die Trial and Error Mentalitaet, die Fehler als Lernchancen begreift, und drittens die Offenheit fuer neue Connections. Er illustriert jede Saeuele mit persoenlichen Geschichten, von seiner Mutter, die Haarschnitte gegen Musikunterricht tauschte, bis zu einem 18 jaehrigen Praktikanten, der einfach auf ihn zuging. Die Botschaft: Wer wenig hat, muss kreativer werden und genau darin liegt der Vorteil.

In fuenf Saetzen: In Folge 8 von Project Mindset spricht Reza Mehman ueber das Konzept des Immigration Edge, das er vom US Unternehmer Bedros Keuilian uebernommen und auf seine eigene Erfahrung uebertragen hat. Die erste Saeuele ist der effiziente Umgang mit vorhandenen Ressourcen, um Win Win Situationen zu schaffen, etwa durch Tauschgeschaefte oder das Anbieten von Firmenanteilen statt Gehalt. Die zweite Saeuele ist Trial and Error: Dinge einfach ausprobieren, auch ohne alle Informationen zu haben, weil Fehler unvermeidbare Lernschritte sind. Die dritte Saeuele ist Offenheit fuer neue Connections, also aktiv auf Menschen zugehen und um Hilfe bitten, statt sich von Schamgefuehlen bremsen zu lassen. Reza betont, dass dieses Mindset nicht nur fuer Menschen mit Migrationshintergrund gilt, sondern fuer jeden, der sich in einer Situation ohne Netzwerk, Geld oder Erfahrung befindet.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht? Reza Mehman, Unternehmer und Host des Podcasts Project Mindset, der seine eigene Erfahrung als Kind iranischer Einwanderer in Deutschland reflektiert.

Worum geht es? Um das Konzept „Immigration Edge“, also die Idee, dass Menschen, die mit wenig Ressourcen starten, durch Kreativitaet, Risikobereitschaft und Offenheit einen echten Vorteil entwickeln koennen.

Warum ist das relevant? Weil viele Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, sich von fehlenden Ressourcen, mangelndem Netzwerk oder Unerfahrenheit blockiert fuehlen. Die Episode zeigt, dass genau diese Ausgangslage ein Mindset formen kann, das langfristig erfolgreicher macht.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Wie kann man mit begrenzten Ressourcen Win Win Situationen schaffen?
  • Warum ist eine Trial and Error Mentalitaet entscheidend fuer Erfolg?
  • Wie ueberwindet man Schamgefuehle und geht offen auf andere Menschen zu?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Worum es beim Immigration Edge geht
  2. Zusammenfassung – Die Episode in Kurzform
  3. Kontext – Hintergrund und Kernfragen
  4. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften
  6. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
  7. Highlight-Zitate – Die praegendsten Aussagen
  8. Transkript – Die vollstaendige Episode zum Nachlesen
  9. Keywords – Relevante Suchbegriffe
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen
  11. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Ressourcen kreativ einsetzen und Win Win Situationen schaffen

Wer wenig Geld oder Kontakte hat, muss mit dem arbeiten, was vorhanden ist. Reza zeigt, wie Tauschgeschaefte und das Anbieten von Firmenanteilen statt Gehalt echte Partnerschaften ermoeglichen.

Keywords: Ressourcen nutzen, Win Win Situation, kreative Loesungen

2. Trial and Error als Erfolgsstrategie

Statt auf perfekte Bedingungen zu warten, einfach anfangen und aus Fehlern lernen. Diese Mentalitaet erklaert auch, warum die Gruenderquote bei Menschen mit Migrationshintergrund ueberdurchschnittlich hoch ist.

Keywords: Trial and Error, Risikobereitschaft, Gruendung wagen

3. Offenheit fuer neue Connections

Aktiv auf Menschen zugehen, um Hilfe bitten und Netzwerke aufbauen, selbst wenn man bei null startet. Schamgefuehle ueberwinden ist dabei der entscheidende Schritt.

Keywords: Netzwerk aufbauen, Connections, Offenheit

4. Migrationserfahrung als Wettbewerbsvorteil

Die Herausforderungen, die mit Migration einhergehen, formen ein Mindset, das Kreativitaet, Anpassungsfaehigkeit und Durchhaltevermoegen staerkt. Das gilt auch fuer jeden, der sich in einer neuen, unbekannten Situation befindet.

Keywords: Migrationshintergrund, Wettbewerbsvorteil, Mindset

5. Aus der Not eine Tugend machen

Das deutsche Sprichwort fasst den Kern des Immigration Edge zusammen: Wer Nachteile als Chance begreift, entwickelt Faehigkeiten, die andere nie brauchen und deshalb nie erlernen.

Keywords: Aus der Not eine Tugend, Nachteile als Chance, Mindset Shift


Kern-Aussagen

  • Immigration Edge bedeutet, aus vermeintlichen Nachteilen wie fehlendem Geld, Netzwerk oder Erfahrung einen Vorteil zu machen.
  • Wer wenig hat, muss kreativ mit vorhandenen Ressourcen umgehen und Win Win Situationen schaffen.
  • Eine Trial and Error Mentalitaet ist entscheidend: Lieber ausprobieren und aus Fehlern lernen, als auf perfekte Bedingungen zu warten.
  • Migranten sind oft risikoaffiner, was erklaert, warum die Gruenderquote bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ueberdurchschnittlich hoch ist.
  • Offenheit fuer neue Connections ist ein Erfolgsfaktor: Wer hoeflich und direkt um Hilfe bittet, bekommt sie in den allermeisten Faellen.
  • Schamgefuehle sind der groesste Blocker, wenn es darum geht, neue Kontakte zu knuepfen und Hilfe anzunehmen.
  • Das Prinzip des Immigration Edge gilt nicht nur fuer Menschen mit Migrationshintergrund, sondern fuer jeden, der bei null startet.
  • Fehler und Rueckschlaege sind keine Niederlagen, sondern notwendige Schritte auf dem Weg zum Erfolg.
  • Statt Firmenanteile in Geld auszuzahlen, koennen Gruender auch Skills oder Beteiligungen als Waehrung einsetzen.
  • Wer auf Events geht, sollte sich vornehmen, aktiv auf neue Menschen zuzugehen und konkret nach Hilfe oder Kontakten zu fragen.

Haeufig gestellte Fragen

Was bedeutet Immigration Edge?

Immigration Edge bezeichnet das Mindset, aus vermeintlichen Nachteilen wie fehlendem Netzwerk, wenig Geld oder mangelnder Erfahrung einen Wettbewerbsvorteil zu machen. Der Begriff stammt vom US Unternehmer Bedros Keuilian und beschreibt, wie Herausforderungen der Migration Kreativitaet, Risikobereitschaft und Anpassungsfaehigkeit foerdern.

Gilt das Immigration Edge Konzept nur fuer Menschen mit Migrationshintergrund?

Nein. Reza Mehman betont ausdruecklich, dass das Konzept fuer jeden gilt, der sich in einer Situation befindet, in der Ressourcen, Netzwerk oder Erfahrung fehlen. Ob Umzug in eine neue Stadt, Studienbeginn oder Firmengruendung: Die Prinzipien sind universell anwendbar.

Wie kann man mit wenig Ressourcen eine Win Win Situation schaffen?

Indem man sich fragt, welche Skills oder Faehigkeiten man hat, die fuer andere wertvoll sind. Rezas Mutter tauschte beispielsweise Haarschnitte gegen Musikunterricht. Auch das Anbieten von Firmenanteilen statt Gehalt ist eine Moeglichkeit, Partner zu gewinnen, wenn das Budget fehlt.

Warum ist Trial and Error wichtig fuer den Erfolg?

Weil man nie alle Informationen haben kann, bevor man eine Entscheidung trifft. Wer wartet, bis alles perfekt ist, kommt nie ins Handeln. Fehler sind dabei keine Niederlagen, sondern notwendige Lernschritte, die langfristig zum Erfolg fuehren.

Wie ueberwindet man Schamgefuehle beim Netzwerken?

Indem man sich bewusst macht, dass die meisten Menschen positiv reagieren, wenn man hoeflich und direkt um Hilfe bittet. Im schlimmsten Fall sagt jemand nein. Reza empfiehlt, sich auf Events konkret vorzunehmen, neue Menschen anzusprechen und offen nach Unterstuetzung zu fragen.

Warum ist die Gruenderquote bei Migranten in Deutschland hoeher?

Reza vermutet, dass Menschen, die den Schritt in ein neues Land ohne vorhandenes Netzwerk und Ressourcen wagen, grundsaetzlich risikoaffiner sind. Diese Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten und Neues auszuprobieren, uebertraegt sich auch auf Unternehmensgruendungen.

Wer ist Bedros Keuilian?

Bedros Keuilian ist ein erfolgreicher US amerikanischer Unternehmer armenischer Herkunft. Er praegte den Begriff „Immigration Edge“ und beschreibt damit, wie seine Schwierigkeiten als Immigrant ihn kreativ und letztlich erfolgreich gemacht haben.

Was ist das Sprichwort „Aus der Not eine Tugend machen“ im Kontext von Immigration Edge?

Es fasst den Kern des Immigration Edge zusammen: Wer sich in einer schwierigen Ausgangslage befindet, wird gezwungen, kreative Loesungen zu finden. Diese erzwungene Kreativitaet kann langfristig zu einem echten Vorteil werden gegenueber Menschen, die diese Herausforderungen nie erleben mussten.


Highlight-Zitate

„Ich glaube naemlich tatsaechlich daran, es gibt immer wieder Situationen, da denkt man, boah, hier komme ich gerade nicht weiter, hier habe ich ein Problem, hier ist eine Challenge. Ich habe nicht genug Geld, ich habe nicht genug Ressourcen, ich kenne nicht genug Leute, um da voranzukommen und ich glaube trotzdem, dass man es schafft in solchen Momenten Wege zu finden, um trotzdem ans Ziel zu kommen.“

– Reza Mehman

„Sie hat trotzdem versucht mit den vorhandenen Ressourcen, in dem Fall bei den Ressourcen, dass sie gut Haare schneiden kann, dass sie das genutzt hat, um jemand anderen Value zu geben, um im Umkehrschluss auch Value zu bekommen.“

– Reza Mehman

„Ich probiere es jetzt einfach mal aus, ich traue mich den Schritt zu machen, ich mache die Erfahrung, werde auch vom Mindset her vielleicht auch failen, aber das ist ueberhaupt nicht schlimm, weil die ganzen Fails dazu beitragen werden, dass ich irgendwann in der Zukunft daraus lerne und auch danach gewinne.“

– Reza Mehman

„Als ich das erste Mal meine Firma gegruendet habe, ich weiss jetzt im Nachgang, wie wenig Ahnung ich eigentlich davon hatte. Aber ganz ehrlich, diese Erfahrung musste ich machen, damit ich heute weiss, was ich beim naechsten Mal anders machen werde.“

– Reza Mehman

„Wenn man auch wirklich plain, hoeflich, freundlich auf andere Menschen zugeht und sagt, hey, ich brauche deine Hilfe gerade, weil ich da nicht weiterkomme, tatsaechlich bekommt man in den allermeisten Faellen geholfen.“

– Reza Mehman

„Manchmal reicht ein kleiner Skill, den man hat, wo der andere einfach in dem Moment braucht. Manchmal reicht es einfach, um eine Win-Win-Situation zu schaffen, um seine Ressourcen maximal effizient zu nutzen.“

– Reza Mehman

„Ich glaube tatsaechlich, es liegt daran, weil man eben, wenn ein Mensch aus einem anderen Land ohne Kenntnisse in gewissen Bereichen, die benoetigt werden, vielleicht trotzdem in ein anderes Land reingeht, dass er einfach an sich risikoaffiner ist.“

– Reza Mehman


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen, hier ist Reza Mehman und ihr hört die achte Podcast Folge vom Project Mindset. Das heutige Thema ist Immigration Edge. Den Begriff finde ich super interessant. Den habe ich zugegebenermaßen nicht selbst erfunden, sondern habe das von einem sehr erfolgreichen Unternehmer quasi geklaut. Ich habe ein YouTube-Video von ihm gesehen und dort spricht er darüber, wie er als Armenier in die USA immigriert ist und dort erfolgreich sein Business aufgebaut hat. Das interessante war, dass er gesagt hat, er ist erfolgreich geworden, weil er eben am Anfang so viele Schwierigkeiten hatte als Immigrant und weil er diese Schwierigkeiten jedes Mal so ein bisschen umschiffen musste, Alternativen sich überlegen musste, ist er erfolgreich geworden.

Er hat das Ganze Immigration Edge genannt. Und was ich in dem Kontext auch noch für Gedanken habe, ist, ich habe nämlich vor, das ist schon ein bisschen länger her, ich glaube ein, zwei Jahren, auf einem Event drei syrische Flüchtlinge kennengelernt, die hier nach Deutschland gekommen sind. Super schlaue Kerle, also haben relativ schnell Deutsch gelernt, studieren auch mittlerweile, ich glaube sogar eine von denen ist sogar fertig, soweit ich das beurteilen kann. Und die haben mich damals nach dem Vortrag gefragt, hey Reza, wie hast du das gemacht, Karriere, wie hast du hier das alles aufgebaut und gib uns mal bitte ein paar Tipps, wie du hier so vorangekommen bist.

Was sie auch noch leider gesagt haben, dass sie hier und da mal so ein bisschen Gefühldiskriminierung erfahren haben und sich dadurch entsprechend sehr benachteiligt gefühlt haben gegenüber anderen. In dem Moment habe ich da ein, zwei Tipps gegeben, wie ich mit der Situation umgehen würde, aber ich habe damals noch nicht so ganz artikulieren können, was ich heute versuche zu machen und zwar, dass man aus einer Not eine Tugend machen kann. Das ist ein super deutsches Sprichwort, was ich total mag, denn ich glaube nämlich tatsächlich daran, es gibt immer wieder Situationen, da denkt man, boah, hier komme ich gerade nicht weiter, hier habe ich ein Problem, hier ist eine Challenge.

Ich habe nicht genug Geld, ich habe nicht genug Ressourcen, ich kenne nicht genug Leute, um da voranzukommen und ich glaube trotzdem, dass man es schafft in solchen Momenten Wege zu finden, um trotzdem ans Ziel zu kommen. Deswegen ist das heutige Thema auch Immigration Edge, weil ich denke, viele Leute, die Migrationshintergrund haben und ich möchte natürlich nicht Deutsche ausschließen, weil es gibt natürlich auch Deutsche, die entsprechende, ich sage es mal, Herausforderungen haben, weil sie kein Netzwerk haben und so weiter.

Oder sogar, ich kenne sogar auch Ostdeutsche, die nach Westdeutschland gekommen sind und sagen, ey, ich fühle mich hier auch zum Teil so ein bisschen benachteiligt. Also ich will mit dem Begriff Immigration Edge tatsächlich niemanden ausgrenzen, aber ich denke, das trifft ganz gut, was ich ausdrücken möchte, und zwar, ich denke, das Immigration Edge besteht aus einem Mindset-Them anzugehen, also seinen Entscheidungen anzugehen. Als erstes Beispiel, Immigration Edge bedeutet für mich in dem Fall konkret, dass man die Ressourcen, die man hat, sinnvoll einsetzt.

Was ich damit meine, als wir neu nach Deutschland gekommen sind, war es meinen Eltern super wichtig, dass ich Musikunterricht bekomme. Damals gab es natürlich keinen YouTube.co, wo man einfach mal online ein paar Kurse buchen kann, sondern man musste tatsächlich einen Musiklehrer oder eine Musiklehrerin engagieren. War natürlich relativ teuer, hat mehrere hundert D-Mark damals noch gekostet und meine Eltern wollten es aber trotzdem unbedingt machen. Meine Mutter in dem Fall hat ein bisschen im Bekanntenkreis herumgefragt und tatsächlich war dann auch eine Bekannte von uns mit dabei, die Musiklehrerin ist oder war in dem Fall und bereit war, mir Musikunterricht zu geben.

Im Gegenzug hat meine Mutter ihr angeboten, weil sie damals Friseurin war, ihr die Haare zu schneiden. Das fand ich persönlich super interessant, dass meine Mutter versucht hat einen Weg zu finden, weil eben das Geld vielleicht nicht so ganz locker saß damals. Aber sie hat trotzdem versucht mit den vorhandenen Ressourcen, in dem Fall bei den Ressourcen, dass sie gut Haare schneiden kann, dass sie das genutzt hat, um jemand anderen Value zu geben, um im Umkehrschluss auch Value zu bekommen. Also in dem Fall, dass ich Musikunterricht bekomme.

Das hat für mich ganz früh auch in meinem Kopf die Idee verpflanzt, dass ich typischerweise versuchen soll, wenn ich mit irgendjemanden Partnern möchte, Geschäftspartnern oder was auch immer, dass ich eine Win-Win-Situation schaffe. Die Ressourcen, die ich habe, es kann sein, dass zum Beispiel ich mit jemandem arbeite, der genau etwas braucht, was ich in dem Moment vom Skillset her beispielsweise drauf habe. Und genau das biete ich an, um dahin zu kommen, dass wir beide davon profitieren und beide davon miteinander auch glücklich sind und arbeiten können.

Ein ganz kleines Beispiel in diesem Kontext ist, ich hatte bei der ersten Filmgründung, die ich hatte, nicht so viel Kohle auf der Seite, um jetzt gute Leute mit an Bord zu holen in meine Firma. Aber was ich dann natürlich gemacht habe ist, ich habe mir überlegt, was kann ich denen anbieten statt Geld? Und die erste Idee war dann, entsprechende Anteile meiner Firma anzubieten. Kein Geld, sondern ganz konkret Anteile meiner Firma anzubieten. Das meine ich mit dem ersten Immigration Edge, dass man Ressourcen sinnvoll einsetzt, um eine Win-Win-Situation zu schaffen.

Fortsetzung

Der zweite Immigration Edge, die quasi die Mentalität hinter dem zweiten Punkt ist, Trial und Error. Was ich damit meine, ihr kennt es vielleicht auch, ihr zieht vielleicht in eine neue Stadt oder ihr fangt ein neues Studium an oder ihr wollt eine Firma gründen oder ihr wollt zu einem Arbeitgeber wechseln und ihr habt im Grunde keine Ahnung, wie man das macht. Jetzt kann man sich natürlich darüber aufregen, ich kenne niemanden, ich habe keine Kohle, ich habe kein Netzwerk usw. Oder man denkt sich, und das habe ich auch von meinen Eltern gelernt, Trial und Error.

Ich probiere es jetzt einfach mal aus, ich traue mich den Schritt zu machen, ich mache die Erfahrung, werde auch vom Mindset her vielleicht auch failen, aber das ist überhaupt nicht schlimm, weil die ganzen Fails dazu beitragen werden, dass ich irgendwann in der Zukunft daraus lerne und auch danach gewinne. Ich habe in dem Kontext mit einem guten Kumpel von mir vor einiger Zeit gesprochen und der hat interessanterweise mir gesagt, also wir sind ungefähr im gleichen Alter, dass er es bereut, dass er in seinem Leben nicht mehr ausprobiert hat.

Er hat jetzt seinen sicheren Job und Familie usw. usf., aber er bereut es, dass er nicht mehr ausprobiert hat, weil er hatte so ein, zwei Wünsche, er hat sich aber nie so konkret verfolgt, weil er immer quasi den sicheren Weg gegangen ist, er hat nie so etwas Neues ausprobiert, seine Komfortzone verlassen. Aus meiner Sicht, das wurde in mir ja auch eingepflanzt, also wenn ich vergleiche, meine Eltern, in dem Fall sind vor 35 Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen, haben hier wirklich es einfach ausprobiert, hier Fuß zu fassen.

Damals gab es noch, damals hatten sie kein Netzwerk, damals hatten sie kein ausreichendes Geld, damals hatten sie nicht die entsprechenden Ressourcen, um hier erfolgreich zu werden. Sie haben es aber ausprobiert. Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, einfach dieses, weil viele Migranten auch so ein bisschen risikoaffiner sind, dass auch die Gründerquote in Deutschland insbesondere typischerweise bei Migranten höher liegt als der normale Bundesdurchschnitt. Ich glaube tatsächlich, es liegt daran, weil man eben, wenn ein Mensch aus einem anderen Land ohne Kenntnisse in gewissen Bereichen, die benötigt werden, vielleicht trotzdem in ein anderes Land reingeht, dass er einfach an sich risikoaffiner ist.

Und diese Trial- und Error-Mentalität versuche ich bei mir auch immer anzuwenden, wenn ich vor wirklich, wo ich denke, oh, das ist mal eine Riesenherausforderung, wie soll ich das entscheiden, dann denke ich mir, ich kann ja eigentlich nicht alle Informationen haben. Ich muss es einfach ausprobieren. Erst danach weiß ich, ob es richtig oder falsch war. Die dritte Immigration-Edge-Mentalität gefällt mir auch sehr gut. Ich habe nämlich den Eindruck, dass hier und da die Leute, die offener sind, mehr auf andere Leute zugehen, dass sie auch einen Ticken erfolgreicher sind über die Zeit hinweg.

Und zwar, ich sage es mal so, einfach offen sind für neue Connections. Was ich damit meine, ich war vor zwei, drei Jahren hatte ich auch einen kleinen Vortrag und direkt danach ist ein super junger Kerl, auf mich zugekommen und hat gesagt, boah, Arisa, ich habe deinen Vortrag total gemocht. Ich will für dich arbeiten. Ich will ein Praktikum bei dir machen. Man kann dich starten. Also ich fand es richtig cool. Ich glaube, mein damaliger Kollege in dem Fall war glaube ich da 18, sobald ich mich erinnern kann.

Also richtig jung und ist einfach straight forward auf mich zugekommen. Und das hat mich wirklich impressed. Deswegen habe ich auch direkt so überrumpelt gesagt, ja, okay, gerne. Interessanterweise war das einer meiner besten Praktikanten slash Werkstudenten, die ich jemals bei meiner Firma hatte. Und da wurde mir nochmal bewusst, dass auch ich immer, wenn ich irgendwo Neues hingekommen bin, vielleicht kein Netzwerk hatte, keine Ressourcen hatte, dass ich trotzdem immer offen sein musste, um Leute anzusprechen und ganz konkret fragen musste, hey, ich brauche deine Hilfe.

Kannst du mir sagen, wie ich das und das finde oder wie ich da und da drankomme? Und ganz ehrlich, ich habe es seltenst erlebt, dass jemand unfreundlich darauf reagiert hat. Also im schlimmsten Fall passiert ja, nee, kann dir nicht helfen. Aber das ist dieses Offensein für Connections, diese Mentalität im Kopf zu haben, die kann ich tatsächlich jedem empfehlen. Ich weiß, das machen viele nicht so gerne, weil sie so ein bisschen Schamgefühle haben. Und ich komme auch aus einer Kultur, wo das Thema Scham relativ groß ist.

Man will immer ein gutes Standing vor anderen Leuten haben. Aber wenn man auch wirklich plain, höflich, freundlich auf andere Menschen zugeht und sagt, hey, ich brauche deine Hilfe gerade, weil ich da nicht weiterkomme, tatsächlich bekommt man in den allermeisten Fällen geholfen. So Leute, das war quasi Immigration Edge, was ich darunter verstehe. Ich fand diesen Bedros Kylian, heißt der, wenn ihr mal den googeln wollt, der über Immigration Edge gesprochen hat, wie er erfolgreich in den USA geworden ist.

Fortsetzung

Ich habe so ein bisschen transformiert, was Immigration Edge für mich bedeutet. Ich hoffe, ihr konntet verstehen, was ich damit meine. Also Nummer eins, dass man mit seinen vorhandenen Ressourcen möglichst effizient umgeht, also nicht denken, ich habe gar nichts zu bieten. Manchmal reicht ein kleiner Skill, den man hat, wo der andere einfach in dem Moment braucht. Manchmal reicht es einfach, um eine Win-Win-Situation zu schaffen, um seine Ressourcen maximals effizient zu nutzen. Der zweite Punkt war ja Try and Error.

Ganz ehrlich, als ich das erste Mal meine Firma gegründet habe, ich weiß jetzt im Nachgang, wie wenig Ahnung ich eigentlich davon hatte. In fünf Jahren denke ich wahrscheinlich noch mehr darüber. Oh Gott, ich hatte wirklich null Ahnung davon, also wie man Verträge mit Kunden macht und so, wie man Marketing richtig macht und so weiter. Aber ganz ehrlich, diese Erfahrung musste ich machen, damit ich heute weiß, was ich beim nächsten Mal anders machen werde. Und das dritte war Offensein für neue Connections.

Ich glaube, das machen die Leute viel zu wenig. Die sprechen zu wenig andere Leute an, dass sie Hilfe brauchen, dass sie vielleicht auch einen weiteren Kontakt brauchen in dem Bereich. Und eine Sache habe ich mir auch angewöhnt tatsächlich, wenn ich irgendwo auf einem Event bin, nehme ich mir jedes Mal vor, dass ich mindestens ein, zwei Leute anquatsche. Meistens kommt dabei was Gutes raus und das kann ich nur jedem empfehle, das auch zu machen. Gut Leute, wie immer, eine ganz kurze Folge. Und wie immer natürlich, wenn euch der Inhalt gefallen hat, so lasst mir bitte ein Like oder Review da.

Ich freue mich sehr darüber, weil nur so kann nämlich der Podcast-Kanal auch weiter wachsen. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und bis zum nächsten Mal. Wie immer, Mindset ist alles.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


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Namen und Begriffe

Reza Mehman, Bedros Keuilian, Project Mindset, Immigration Edge, Iran, Deutschland, USA, Armenien, Syrien, Win Win Situation, Trial and Error, Gruenderquote, Migrationshintergrund, D-Mark, Komfortzone, Firmenanteile, Musikunterricht, Friseurin, Ostdeutschland, Westdeutschland


Zitierfaehige Passage

„Immigration Edge bedeutet, mit den vorhandenen Ressourcen kreativ umzugehen und Win Win Situationen zu schaffen, statt sich auf fehlende Mittel zu fokussieren.“
„Wer Dinge einfach ausprobiert und aus Fehlern lernt, entwickelt eine Trial and Error Mentalitaet, die langfristig staerker macht als jeder perfekte Plan.“
„Offenheit fuer neue Connections ist einer der unterschaetztesten Erfolgsfaktoren: Wer hoeflich um Hilfe bittet, bekommt sie fast immer.“
„Die groesste Huerde ist nicht der Mangel an Ressourcen, sondern die eigene Scham, auf andere zuzugehen und Hilfe anzunehmen.“






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