Potenzial entfachen: Mike Sommerfeld ueber Bodybuilding und Mindset
Wie der Profi-Bodybuilder und Unternehmer Mike Sommerfeld mit eiserner Disziplin, Visualisierung und Selbstfokus sein volles Potenzial entfacht.
Einleitung
Potenzial entfachen bedeutet, die eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren und Fremdbestimmungen hinter sich zu lassen. In dieser Folge von Project Mindset spricht Reza Mehman mit dem professionellen Bodybuilder und Unternehmer Mike Sommerfeld ueber den langen Weg zur Mr. Olympia Buehne, ueber eiserne Disziplin und die Frage, fuer wen man seine Ziele eigentlich verfolgt. Mike gibt ehrliche Einblicke in seinen Alltag, seine Motivation an schweren Tagen und die Rolle seines Vaters in seiner Karriere. Zusaetzlich kommt Mikes Partnerin Chantal Dahm zu Wort und schildert, wie es ist, mit einem Bodybuilder in der Wettkampfvorbereitung zusammenzuleben. Diese Episode zeigt eindrucksvoll, dass Bodybuilding weit mehr ist als Gewichte heben: Es ist ein Mindset, das sich auf alle Lebensbereiche uebertragen laesst. Wer verstehen will, wie Disziplin, Selbstreflexion und intrinsische Motivation zusammenwirken, findet hier wertvolle Impulse.
Zusammenfassung
In einem Satz: Profi-Bodybuilder Mike Sommerfeld erklaert, wie eiserne Disziplin, Selbstfokus und das Hinterfragen von Fremdbestimmung ihm halfen, sein volles Potenzial zu entfachen und bis zur Mr. Olympia Buehne zu gelangen.
In drei Saetzen: Mike Sommerfeld teilt seine Erfahrungen aus 16 Jahren Bodybuilding und veraet, warum Disziplin und Visualisierung wichtiger sind als Motivation. Im Gespraech wird deutlich, dass Mike lange Zeit auch fuer seinen Vater antrat und lernen musste, zwischen eigener Leidenschaft und Fremdbestimmung zu unterscheiden. Zusaetzlich gibt seine Partnerin Chantal Dahm Einblicke in das Leben an der Seite eines Wettkampf-Bodybuilders.
In fuenf Saetzen: Mike Sommerfeld beschreibt seinen strukturierten Tagesablauf waehrend der Wettkampfvorbereitung mit doppeltem Cardio, Training, Arbeit und strenger Ernaehrung ueber zehn Monate im Jahr. Er erklaert, wie er sich an unmotivierten Tagen antreibt: durch positive Visualisierung oder den Gedanken, dass der Gegner genau das tut, wofuer man selbst zu faul ist. Sein Weg zur Mr. Olympia war ein emotionales Highlight, das er als unbeschreiblich bezeichnet. Im Gespraech offenbart sich, dass sein Vater eine zentrale Rolle spielt und Mike reflektiert, inwieweit er den Sport auch fuer ihn betreibt. Partnerin Chantal Dahm ergaenzt die Perspektive und zeigt, welche Herausforderungen und Staerken eine Beziehung zwischen zwei Bodybuildern mit sich bringt.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman (Host, Project Mindset) im Gespraech mit Mike Sommerfeld (Profi-Bodybuilder, Unternehmer, Mr. Olympia Teilnehmer) und kurzen Einblicken von Chantal Dahm (Bodybuilderin und Mikes Partnerin).
Worum geht es: Das Gespraech dreht sich um die mentale Seite des Bodybuildings: Disziplin, Selbstfokus, Umgang mit Wettbewerb, die Bedeutung von Visualisierung, das Erkennen von Fremdbestimmung und die Uebertragung dieser Prinzipien auf Unternehmertum und Leben.
Warum ist es relevant: Bodybuilding wird oft auf koerperliche Leistung reduziert, doch diese Episode zeigt, dass die mentale Komponente entscheidend ist. Die Themen Disziplin, Potenzialentfaltung und Fremdbestimmung betreffen jeden, der persoenliche oder berufliche Ziele verfolgt.
Drei Kernfragen der Episode:
- Wie haelt man eiserne Disziplin ueber Monate aufrecht, auch an Tagen ohne Motivation?
- Inwieweit verfolgt man Ziele fuer sich selbst und inwieweit fuer andere Menschen?
- Welche Mindset-Prinzipien aus dem Bodybuilding lassen sich auf Unternehmertum und Alltag uebertragen?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
- Zusammenfassung – Die Kernbotschaften auf den Punkt gebracht
- Kontext – Hintergrund zu Gaesten und Themen
- Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Folge
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse
- Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf die wichtigsten Fragen
- Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen
- Transkript – Das vollstaendige Gespraech
- Keywords – SEO-relevante Schlagwoerter
- Namen und Begriffe – Personen, Orte und Fachbegriffe
- Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren
Themen und Einordnung
1. Disziplin und Tagesstruktur im Profi-Bodybuilding
Mike Sommerfeld gibt detaillierte Einblicke in seinen Tagesablauf waehrend der Wettkampfvorbereitung: doppeltes Cardio, strukturiertes Training, abgezaehlte Mahlzeiten und minutioese Planung ueber zehn Monate im Jahr.
Keywords: Bodybuilding Disziplin, Wettkampfvorbereitung, Tagesablauf Bodybuilder
2. Motivation und mentale Staerke an schwierigen Tagen
Mike beschreibt zwei Strategien: die positive Visualisierung des eigenen Ziels und die negative Motivation durch den Gedanken, dass der Gegner genau das tut, wofuer man selbst zu faul ist.
Keywords: Motivation Bodybuilding, mentale Staerke, Visualisierung Ziele
3. Fremdbestimmung erkennen und ueberwinden
Ein zentrales Thema des Gespraechs ist die Frage, ob Mike Bodybuilding primaer fuer sich selbst oder fuer seinen Vater betreibt. Diese Reflexion ueber Fremdbestimmung ist auf viele Lebensbereiche uebertragbar.
Keywords: Fremdbestimmung ueberwinden, eigenes Potenzial, Selbstbestimmung
4. Mr. Olympia: Der Weg zur groessten Buehne
Mike schildert die ueberwältigenden Emotionen seiner Teilnahme an der Mr. Olympia, dem hoechsten Wettkampf im professionellen Bodybuilding, und warum er den Moment bis heute kaum in Worte fassen kann.
Keywords: Mr. Olympia Erfahrung, Profi Bodybuilding Wettkampf, Bodybuilding Karriere
5. Transfer vom Bodybuilding ins Unternehmertum
Mike erklaert, wie Prinzipien wie Struktur, Durchhaltevermoegen und Selbstfokus aus dem Bodybuilding direkt auf sein Unternehmertum uebertragbar sind und umgekehrt.
Keywords: Bodybuilding Unternehmertum, Mindset Transfer, Disziplin im Business
Kern-Aussagen
- Kein Mensch kennt sein Potenzial zu 100 Prozent. Es geht immer einen Zentimeter weiter, ein Prozent besser.
- Alles, was du heute nicht tust, macht dein Gegner. Am Ende des Tages stehst du gegen ihn auf der Buehne.
- Unter Druck entstehen Diamanten. Negative Motivation kann ebenso wirkungsvoll sein wie positive Visualisierung.
- Das Einzige, was du tatsaechlich in der Hand hast und veraendern kannst, bist du selbst.
- Bodybuilding sammelt keine Medaillen, sondern Momente. Die Erinnerungen an Menschen und Erlebnisse zaehlen mehr als Pokale.
- Viele Limitierungen kommen von aussen: durch Schule, Familie oder Gesellschaft. Die eigene Leistungsfaehigkeit geht oft weit ueber das hinaus, was andere einem zutrauen.
- Wer Dinge primaer fuer andere Menschen tut, sollte ehrlich reflektieren, ob der eigene Antrieb wirklich intrinsisch ist.
- Bodybuilding lehrt, dass Erfolg die Summe taeglicher, kleiner, konsequenter Entscheidungen ist.
- Positivitaet im Umfeld ist entscheidend: Wer sich mit negativen Menschen umgibt, wird selbst heruntergezogen.
- Angst vor Auftritten und Wettkampf laesst sich durch Routine, Erfahrung und Fokus auf die eigene Leistung reduzieren.
Haeufig gestellte Fragen
Wie motiviert sich Mike Sommerfeld an Tagen ohne Motivation?
Mike nutzt zwei Strategien: Erstens die positive Visualisierung seines Ziels und die Vorstellung, wo er am Ende des Tages stehen will. Zweitens den Gedanken, dass sein Gegner genau das Training und die Disziplin aufbringt, fuer die er selbst gerade zu faul ist. Dieser „negative“ Antrieb erzeugt produktiven Druck.
Was unterscheidet Bodybuilding mental von anderen Sportarten?
Im Bodybuilding gibt es kein Team, das einen schlechten Tag kompensieren kann. Jede Kalorie, jede Trainingseinheit und jede Stunde Schlaf zaehlen. Selbst ein schlechter Tag kurz vor dem Wettkampf kann monatelange Vorbereitung zunichtemachen. Die gesamte Verantwortung liegt beim Athleten allein.
Was bedeutet es, bei Mr. Olympia anzutreten?
Mr. Olympia ist der hoechste Wettkampf im professionellen Bodybuilding. Mike Sommerfeld beschreibt die Erfahrung als ueberwältigend und emotional kaum in Worte zu fassen. Nach 16 Jahren harter Arbeit auf dieser Buehne zu stehen, war fuer ihn ein Moment purer Erfuellung und Unglaeubigkeit zugleich.
Inwieweit betreibt Mike Sommerfeld Bodybuilding fuer seinen Vater?
Im Gespraech wird deutlich, dass Mikes Vater eine zentrale Rolle in seiner Karriere spielt. Mike reflektiert offen, dass ein Teil seiner Motivation darin besteht, seinem Vater etwas zurueckzugeben und ihn stolz zu machen. Diese Erkenntnis wirft die wichtige Frage auf, wie viel Fremdbestimmung in den eigenen Zielen steckt.
Welche Learnings aus dem Bodybuilding helfen im Unternehmertum?
Mike nennt vor allem Struktur, Durchhaltevermoegen, Selbstfokus und die Faehigkeit, sich nicht von aeusserem Rauschen ablenken zu lassen. Im Bodybuilding wie im Business gilt: Erfolg ist die Summe vieler kleiner, konsequenter Entscheidungen. Der Fokus auf das, was man selbst beeinflussen kann, ist in beiden Bereichen entscheidend.
Wie geht Mike mit Limitierungen und Negativitaet von aussen um?
Mike hat in seinem Leben viele Limitierungen durch Schule, Umfeld und Gesellschaft erfahren. Er hat gelernt, diese aeusseren Begrenzungen zu ignorieren und sich auf seine eigene Leistungsfaehigkeit zu konzentrieren. Er betont, wie wichtig ein positives Umfeld ist und dass man sich bewusst von negativen Einflüssen fernhalten sollte.
Wie ist es, mit einem Bodybuilder in der Wettkampfvorbereitung zusammenzuleben?
Mikes Partnerin Chantal Dahm gibt im Gespraech ehrliche Einblicke: Die Wettkampfvorbereitung ist intensiv, jede Kalorie wird abgewogen, und die Laune kann darunter leiden. Da beide Bodybuilder sind, kennt Chantal die Herausforderungen aus eigener Erfahrung, was gegenseitiges Verstaendnis foerdert.
Wie weiss Mike Sommerfeld, dass er sein volles Potenzial ausgeschoepft hat?
Mike glaubt, dass kein Mensch sein Potenzial zu 100 Prozent kennt. Fuer ihn geht es darum, jeden Tag einen Zentimeter weiter und ein Prozent besser zu werden. Sein Massstab ist nicht Perfektion, sondern kontinuierliche Verbesserung und die ehrliche Reflexion, ob er an diesem Tag alles gegeben hat.
Highlight-Zitate
„Alles, was ich heute nicht tue, macht mein Gegner. Und am Ende des Tages stehe ich gegen den Kerl auf der Buehne und dann brauche ich nicht zu erwarten, dass ich ihn schlage, weil er hat all das gemacht, wofuer ich zu faul war, zu unmotiviert oder zu sonst irgendwas.“
– Mike Sommerfeld
„Kein Mensch kennt sein Potential zu 100%. Es geht immer 1 cm weiter, 1% besser.“
– Mike Sommerfeld
„Unter Druck entstehen Diamanten.“
– Mike Sommerfeld
„Ich habe in meinem Leben nie Medaillen oder Trophäen gesammelt, sondern Momente.“
– Mike Sommerfeld
„Das Einzige, was ich tatsaechlich in der Hand habe, was ich veraendern kann, bin ich.“
– Mike Sommerfeld
„Wenn du dich mit Dingen beschaeftigst, die du nicht beeinflussen kannst, wirst du den ganzen Tag lang nachdenken ueber Dinge, die du nicht veraendern kannst.“
– Mike Sommerfeld
„Bodybuilding ist fuer mich nicht nur ein Thema oder eine Sportart, wo man einfach stupide Gewichte hebt, sondern da gehoert eine ganze Menge an Mindset mit dazu.“
– Reza Mehman
„Ich habe 16 Jahre lang dafuer geackert. Dann stehst du dort und ich konnte es irgendwie nicht ganz glauben.“
– Mike Sommerfeld
Transkript
Das vollständige Gespräch
Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset. Ich durfte wieder ein Interview führen, dieses Mal mit dem Bodybuilder und Unternehmer Mike Sommerfeld. Sehr interessante Persönlichkeit und ihr werdet sehen, Bodybuilding ist für mich nicht nur ein Thema oder eine Sportart, wo man einfach stupide Gewichte hebt, sondern da gehört eine ganze Menge an Mindset mit dazu. Darauf gehen wir später nochmal ein und ein Thema, was ich insbesondere bei Mike oder in dem Gespräch für mich beobachten konnte, ist, dass Mike vielleicht das Thema Bodybuilding nicht nur für sich selber betreibt, sondern auch für sein Vater.
Und das hat mich daran erinnert, darüber hatte ich auch in den letzten Podcast-Folgen gesprochen gehabt, dass man gewisse Dinge in seinem Leben macht oder tut, die vielleicht in erster Linie für jemand anderen sind, aber nicht für einen selbst. Und genau das ist mir im Gespräch mit Mike aufgefallen, da war er super transparent und hat sehr offen darüber gesprochen, worüber ich sehr dankbar bin. Aber genau, mehr dazu, genug gespoilert, mehr dazu im Podcast selbst. Den Podcast könnt ihr natürlich hier im Anschluss anhören oder ihr geht auf meinen YouTube-Kanal einfach Project Mindset eingeben beziehungsweise auf meiner Homepage www.projectmindset.de, dort habe ich es auch nochmal verlinkt.
So, nun genug geredet, viel Spaß mit der heutigen Podcast-Folge. Alles, was ich heute nicht tue, macht mein Gegner. Und am Ende des Tages stehe ich gegen den Kerl auf der Bühne und dann brauche ich nicht zu erwarten, dass ich ihn schlage, weil er hat all das gemacht, wofür ich zu faul war, zu unmotiviert oder zu sonst irgendwas. Hey Mike, vielen Dank für deine Zeit heute. Vielen Dank, schön, dass ihr da seid. Ja, vielen Dank. Also ich habe ja seit Monaten schon versucht, an dich ranzukommen. Es hat endlich geklappt, jetzt zwischen den Jahren.
Dafür danke ich dir viel. Wie man es, dass du Zeit genommen hast. Ja, sehr gerne. Ja, es ist für mich, Bodybuilding ist für mich ein super spannendes Thema. Es geht nämlich darum, beim Bodybuilding, ich glaube, es ist einer der Sportarten, wo du die meiste Disziplin brauchst. Also so schätze ich es ungefähr ein. Das bedeutet, du musst nicht nur im Fitnessstudio richtig deine Übung ausführen, wirklich Gewicht drauflegen, sondern du musst auch im Privaten auf das Essen achten, wie viel Schlaf du bekommst, auf Recovery achten.
Ich glaube, das ist so ein voll umfängliches Paket im Bodybuilding. Und was mir auch aufgefallen ist, ich glaube, es ist auch so, wenn du zum Beispiel einen Wettkampf hast und einen Tag vorher zum Beispiel super schlecht geschlafen hast oder vielleicht mal Magenprobleme hattest, dass dann vielleicht sogar der Wettkampf eigentlich hinüber ist. Correct. Genau. Und das ist ja bei vielen Sportarten nicht so ganz extrem. Als Fußballer kannst du mal einen schlechten Tag haben, dann hilft dein Team vielleicht ein bisschen aus, aber du bist ja sozusagen immer 100 Prozent, musst du dabei sein.
Stimmt, ja. Hatte ich jetzt auch die Erfahrung gemacht bei den letzten Wettkämpfen, dass wenn die Nacht zuvor schlecht gewesen ist und man dann zur Waage muss, dass dann wirklich tatsächlich mal 300, 400 Gramm fehlen, die du nicht abgenommen hast, weil du eben zum Beispiel nicht durchgeschlafen hast oder wie du so sagtest, Verdauungsschwierigkeiten, irgendwie sowas, bin ich zum Glück meistens verschont davon. Aber da kenne ich einige Kandidaten, wenn das mal nicht so gut funktioniert, dann schaffst du die Waage nicht und dann kannst du wieder nach Hause fliegen.
Und da reden wir hier von mehreren Wochen und Monaten Vorbereitung, die dann so in die Tonne gekloppt werden, weil ein Tag nicht hingehauen hat. Das ist das Krasse für mich an Bodybuilding. Wie sieht so ein typischer Tagesablauf bei dir aus eigentlich? Wie kann man sich das vorstellen? Zugegebenermaßen jetzt aktuell sehr, sehr unstrukturiert, aber das ist auch in Ordnung. Dafür habe ich die letzten 20 Monate, glaube ich, jeden Tag auf die Minute nahezu alles perfekt getimt gehabt. Das fängt an… 20 Monate lang?
Genau. Also ich habe, sagen wir mal, von 12 Monaten im Jahr zehn Monate Diät gemacht. Dadurch, dass ich mich immer qualifizieren musste für die Olympia, musste ich quasi zweimal im Jahr ran. Und dann war es so, dass ich morgens aufgestattet bin. Meistens beginnt mein Tag so zwischen sechs und acht, je nachdem, wie der Schlaf dann ist. Das Erste ist morgens immer ein Liter trinken, also warmes Wasser mit Zitronensaft, ein bisschen Salz, Elektrolyte und sowas. Dann geht es aufs Kardio und je nachdem, in welcher Phase ich mich befinde, sind es dann 30 bis 60 Minuten.
Dann wird gefrühstückt, dann geht es ab ins Gym, dann wird dann die Nächseinheit geballert. Dann habe ich meistens gearbeitet bis 10 Uhr abends. Also glücklicherweise bin ich mittlerweile selbstständig und kann mir das selbst aussuchen, wenn ich arbeite. Das ist dann in der Regel immer. Und dann abends habe ich noch die letzte Cardioinheit gemacht, so um 10, 11. Dann die letzte Mahlzeit und dann ging es ins Bett. Aber so über den Tag ist es einfach so, dass ich dann halt meines Trainings meinen Tag strukturiere.
Fortsetzung
Das heißt, wenn ich einen trainingsfreien Tag habe, ist es tatsächlich etwas schwieriger, Struktur beizubehalten, weil man alle anderen Dinge rund ums Training gebaut hat. Und jetzt kann man es quasi komplett variabel machen. Aber so ist der Ablauf. Also quasi Cardio, Training, Cardio und zwischendrin arbeiten und essen und so ein Kram. Zu dem Thema Unternehmertum komme ich später nochmal. Aber was machst du an den Tagen, wo du, ich sage jetzt mal, nicht so motiviert bist, einfach ins Fitnessstudio zu gehen, deine Diät durchzuhalten?
Weil ich stelle es mir super anstrengend vor, 10 Monate lang am Stück so diszipliniert zu sein. Was kannst du als Tipp auch mir geben, wenn ich, ich zum Beispiel, an einem Tag einfach nicht so, mich nicht danach fühle, was zu machen? Da gibt es zwei Möglichkeiten. Erste ist die schöne, die zweite ist die weniger schöne. Die erste ist, sagen wir mal, die positive, intrinsische. Sich sein Ziel vorzustellen und zu visualisieren, wo man am Ende des Tages steht und welche Schritte man gegangen ist, um dem Ziel näher gekommen zu sein.
Das ist für mich was Positives. Dann gibt es die negative Variante, das ist die, die ich mein Leben lang so für mich entdeckt habe, um ehrlich zu sein. Alles, was ich heute nicht tue, macht mein Gegner. Und am Ende des Tages stehe ich gegen den Kerl auf der Bühne und dann brauche ich nicht zu erwarten, dass ich ihn schlage. Weil er hat all das gemacht, wofür ich zu faul war, zu unmotiviert oder zu sonst irgendwas. Lass es mal, es ist ein bisschen negativ, wenn du so willst, aber ich sage auch immer, unter Druck entstehen Diamanten.
Und wie gehst du überhaupt mit deinen Wettbewerbern um, mit deinen Gegnern um? Also ist es eine freundschaftliche Beziehung zu denen? Ja, mittlerweile schon, weil, wie du schon vorhin angesprochen hast, beim Fußball ist es so, dass dein Team manchmal einfach den Allerwertesten rettet, wenn du einen schlechten Tag hast. Im Bodybuilding ist es aber so, du kannst nichts verändern. Du siehst deine Konkurrenz, der eine hat einen dicken Arm, der andere hat ein dickes Bein oder der ist super gut in Form. Du kannst eine Woche zuvor deinen Arm nicht mehr dicker machen oder deine Beine.
Versuch einfach das beste Paket auf die Bühne zu bringen. Ergo ist es einfach weniger so, dass es weniger Konkurrenz ist. Klar, es ist immer hochgespielt, sowohl beim Boxen auch, aber letzten Endes, du bringst dein bestes Paket auf die Bühne und es ist absolut nicht notwendig, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Man kann so ein bisschen durchs Necken, aber es bringt nichts, sich da großartigen Kopffeuer zu machen, denn beim Fußball ist es so, hat der Gegner eine schwache Abwehr, muss dein Sturm stark sein.
Beim Bodybuilding ist es nicht so. Entweder bist du in Shape und du bist gut oder du bist es nicht. Also eigentlich macht das gar keinen Sinn, aber zugegeben, in der Vergangenheit war es so, da habe ich wochenlang zuvor angefangen, die Konkurrenz zu studieren, was machen die, was essen die, aber letzten Endes, das Setup, was die machen, funktioniert für mich nicht, andersrum auch nicht. Das heißt, es ist absolut nicht notwendig, die zu beobachten. Das wäre auch meine nächste Frage gewesen. Inwieweit achtest du denn auf das Drumherum, was gerade passiert oder ist es wirklich so, dass du, ich höre es schon ein bisschen raus, du achtest mehr auf dich selbst und du guckst nicht so viel nach links und rechts mittlerweile.
Mittlerweile ist es tatsächlich so, weil das Einzige, was ich tatsächlich in der Hand habe, was ich verändern kann, bin ich. Ich kann niemanden anderen beeinflussen, es sei denn durch Manipulation, aber das ist dreckig, das ist unsportlich und so, das gehört sich da nicht. Fakt ist, wenn du dich mit Dingen beschäftigst, die du nicht beeinflussen kannst, wirst du den ganzen Tag lang nachdenken über Dinge, die du nicht verändern kannst. Also es ist unnötig. Und dann fokussiere ich mich lieber auf die Dinge, die ich tatsächlich ändern kann und das bin ich.
Du warst jetzt vor kurzem auf der Mr. Olympia. Das ist natürlich eine, ich stelle es mir als Riesenehre vor, absolut. Wie fühlt man sich da, wenn man da irgendwie von Heidelberg-Leimen aus zum Mr. Olympia fährt? Krank. Und ich sage dir ganz ehrlich, wenn ich dir beschreiben könnte, wie ich mich gefühlt habe, würde ich es tun. Ich kann es bis heute nicht. Stell dir vor, bleib mal beim Fußball, du kommst in die Umkleidekabine, du siehst so einen 1,93 großen Typen, der zieht gerade seine Handschuhe an und sagt, ey Mike, was geht?
Und du denkst dir, ey, ach der meint mich, der sitzt in Oliver Kahn und dann kommt so ein Ballack, legst du den Arm und ich sage, ey wir machen heute eine richtig geile Show, hast du Bock? Ich habe erstmal Schnappatmung gekriegt, da dachte ich so, okay. Und du bist da nicht, weil du im Lotto gewonnen hast, du bist da, weil du es verdient hast. Du hast dich dahingearbeitet und geackert und ich habe 16 Jahre lang dafür geackert. Dann stehst du dort und ich konnte es irgendwie nicht ganz glauben. Dann bist du da Backstage und es ist einfach größer als jede Halle, in der du jemals warst, der Backstage-Bereich.
Fortsetzung
Da ist ein Fitnessstudio eingebaut, einfach eingebaut, dass du pumpen könntest, wenn du wolltest. Unglaublich. Da sind dann die ganzen Tanning-Stationen, überall sind Riesenlichter, die Kamerateams, dann läuft da irgendwann mal ein und Schwarzenegger rum, Sylvester Lohan und Batista, dieser Wrestler, so Riesengrößen, die laufen einfach vorbei mit so einem Kaffee und machen so. Da denke ich so, ey, wo bist du hier? Und das sind so viele Eindrücke auf einmal, ich habe es bis heute nicht richtig kapiert und ich habe glücklicherweise mit meinem Daddy zusammen so einen kleinen Film gedreht.
Ja. Und der ist jetzt fertig geworden und wir haben uns das gemeinsam angeguckt und auch mal alles so Revue passieren lassen und es war echt unglaublich, was da passiert ist. Also nicht nur die Olympia, auch der ganze Weg dahin. Wir sind nach Mexiko gereist, bei Eduardo gewesen mehrere Wochen, mit ihm zusammen nach Orlando und es war ja so ein Riesenhighlight, weil es das letzte Jahr nicht funktioniert hat. Und es war so viel, also wenn ich irgendwann mal das die Emotionen beschreiben kann, dann werde ich es dir erklären, aber zum jetzigen Zeitpunkt sehr, sehr schwierig.
Glaube ich dir absolut. Wie belohnt man sich nach so einem Erfolg, sage ich mal. Ganz ehrlich, ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht und ich kam zu dem Entschluss, dass ich in meinem Leben nie Medaillen oder Trophäen gesammelt habe, sondern Momente. Wenn ich mir jetzt die letzten Jahre vorstelle, habe ich nicht die Pokale im Kopf, nicht die Wettkämpfe, sondern die ganzen Sachen drum rum, die Menschen, die Momente. Mein erster Arnold’s Classic, da geht es mir nicht um den Pokal und um die Platzierung, sondern ich denke an meinen Coach, wie ich ihm gesagt habe, dass ich nach Hause fliegen will, weil ich Angst hatte.
Oder die Feier danach, da hat er gesagt, komm wir gehen ein Bier trinken. Ich war so fatse. Es war auch so das letzte Mal gefühlt, wo ich dann Alkohol getrunken habe. Aber wie belohnt man sich? Ich glaube, die Erinnerung, es ist das Wichtigste. Und man investiert Zeit in all das, in Cardio, in Sport, in Essen und letzten Endes, es ist ein Tauschgeschäft. Du tauschst deine Zeit gegen diesen Moment. Und ich glaube, den Moment sollte man ganz groß in Erinnerung behalten, weil das ist das Einzige, was bleibt.
Klar, ein Pokal ist zwar schön, aber der Pokal ist auch nur die Connection zur Erinnerung daran. Sonst ist es ja nur ein Blechpokal an sich. Ich glaube, ich glaube, die Momente ist das, was wichtig ist. Das gebe ich dir absolut recht und das macht es für mich auch klar, weil der Pokal ist die Connection zu dem Moment. Da hast du völlig recht. Wie geht eigentlich dein Umfeld, dein nahes Umfeld mit dem Thema um? Wie geht dein entferntes Umfeld mit dem Thema um? Es gibt so ein super interessantes Zitat. Ich kann es nicht ganz wiedergeben von Arnold Schwarzenegger.
Der hat gesagt, es kommen manchmal Leute zu ihm, die sagen, so möchte ich niemals aussehen. Und Arnold hat dann gesagt, so wirst du auch niemals aussehen. Wie der Fertigste auch, dass du, ich sag mal, positive als auch negative Reaktionen bekommst? Ja, früher viel, viel häufiger. Mittlerweile, glaube ich, hat sich ein bisschen etabliert, dass Bodybuilder nicht unbedingt nur blöd sind, sondern wenn ich mit Menschen dann ins Gespräch gehe, dann merken sie, vielleicht hat der Kerl doch was im Kopf und vielleicht geht es nicht nur um Muskeln.
Und dann wird man häufiger auf Verständnis. Fakt ist aber, wenn du Menschen triffst, die dich nicht kennen, ist der erste Eindruck meistens kein positiver. Es gibt nur sehr selten Menschen, die das dahinter sehen, die Disziplin und das ganze Engagement, was man in eine Sache steckt, ob das jetzt Sport ist oder Arbeit oder Familie, sondern die sehen quasi das große Bild, wofür ich sehr dankbar bin, aber davon gibt es leider nicht allzu viele Menschen. Nein, ich glaube, wenn man mit denen ins Gespräch geht und man ihnen das große ganze Bild zeigt, ist die Resonanz deutlich positiver, als wenn man einfach nur stumpf einen muskelbepackten Menschen dahinstellt.
Und ich muss dir ganz ehrlich sagen, die Leute, die wirklich eng um mich rum sind, sind die, die das Ganze so auf die leichte Schulter nehmen. Meine Oma sagt zum Beispiel immer, ach mein Junge, wie siehst du schon wieder aus mit deinen Muskeln? Oder gestern waren wir im Fitnessstudio trainieren und das ist der Studio, da bin ich seit ich 14 bin, 15. Und dann kommt einer rein und sagt, ey, wisst ihr was, ihr seid alle ziemlich hübsch und ich gucke ihn so an und der sagt, ja ja, seitdem du da bist, ist jeder hübscher, weil ich so ein hässlicher Typ bin.
Weißt du, das ist so, da merke ich, das sind Freunde und das enge Kreis. Und wenn Leute im Fitnessstudio sind und sagen, ah, hi Mike Sommerfeld und ich spreche mich mit diesem Namen an, dann weiß ich schon, die kennen, ich nenne es mal den Pappaufsteller, den Bodybuilder, den man so kennt, aber nicht die Persönlichkeit dahinter. Und ich glaube aber, dass das wahre Spannende immer die Persönlichkeit ist, was daraus wird oder das Resultat daraus ist ja nur das Bild, was man sieht. Und das, was dahinter steckt, ist das wahre Interessante, glaube ich.
Fortsetzung
Ja, auf jeden Fall. Also ich habe dich online das erste Mal gesehen gehabt auf Instagram, bin dir dann gefolgt und ich fand es auch super interessant, wie du überhaupt tickst, weil du bist ein sehr, ich sage es mal, mehr achtsamer Kerl habe ich gefühlt. Du guckst schon, was um dich herum läuft. Du gehst auf eine bestimmte Art und Weise mit dem Thema Positivität um. Ich habe das Gefühl, du bekommst manchmal so richtig negative Sachen angefeindet, zugebracht, aber du gehst positiv insgesamt mit deinem Leben um.
Ist mir auf jeden Fall online aufgefallen. Also riesen Respekt dafür. Ja, ich musste das auf eine ziemlich harte Weise lernen. Und wenn wir jetzt mal mit offenen Karten spielen, ich war immer der Typ, der sich definiert hat über das, was er tut, das heißt über positives Feedback, man hätte Fremdbestimmtheit, wenn du so willst. Gefährliches Ding, weil wenn man Negatives kommt für etwas Positives, was du getan hast, stimmt das Matching nicht mehr und dann fühlt man sich schlecht. Und das war letztes Jahr der Fall.
Ich habe wirklich versucht, das ganze Jahr lang Gas zu geben, um mich zu qualifizieren für die Olympia. Nicht nur für mich, auch für meinen Vater, der das vor 30 Jahren schon machen wollte. Dann habe ich mich qualifiziert. Dann hat es nicht hingehauen und es war nicht mein Fehler. Was heißt nicht mein Fehler? Ich hätte mich vielleicht intensiver drum kümmern können, aber um Dinge zu kümmern, wo man nicht weiß, dass sie existieren, ist ziemlich schwierig. Auf jeden Fall habe ich dann sehr, sehr viel Negatives bekommen und alles, was ich angefangen habe, wurde quasi zu Negativem gedreht.
Da muss ich für mich erst mal lernen, dass der Wert eines Edelsteins nur ein wahre Jubilä erkennen kann und nicht irgendjemand, der Blech auf der Straße vertickt. Das heißt, wenn jemand gesagt hat, das ist eine Lüge, Mike ist arrogant, blablabla und ganz viel Negatives, wusste ich schon, die Leute kennen mich nicht. Wenn sie mich wirklich kennen würden, wüssten sie, ich bin nicht arrogant und eigentlich auch ***. Zugegeben, ich kann schon mal ein *** sein, aber das ist dann schon sein Grund. Aber ich bin nicht von Grund auf ein schlechter Mensch und wenn es jemand behauptet hat, muss ich auch lernen, dass ich mir das vielleicht nicht einfach so zu Herzen nehmen sollte.
Und dann gibt es so eine Sache, Alchemismus quasi, wenn du so willst, auf gut Deutsch, aus scheiße Gold machen und in jeder Scheiße steckt irgendwo ein kleines bisschen Gold und das versuche ich immer zu finden und ich glaube, da entstehen die besten Learnings. Glaube ich absolut. Genau zu dem Thema Learning. Du bist ja auch nebenbei noch, sage ich jetzt mal, Unternehmer, erfolgreicher Unternehmer. Welche Learnings aus dem Bodybuilding konntest du eigentlich mitnehmen ins Unternehmertum und umgekehrt?
Boah, das ist ein tolles Thema. Ich würde fast mal sagen, dass ich da bei der Schule beginne, bevor wir zum Unternehmertum kommen, weil da hat das alles angefangen. Ich habe relativ früh gelernt, dass man Aufmerksamkeit generieren kann durch schlechte Dinge, schlechte Noten, auffälliges Falten in der Schule, bis ich gemerkt habe, dass durch wahre Leistung auch Erfolg entsteht. Und Erfolg gibt meistens besseres Feedback als schlechtes. Und dann habe ich angefangen, erfolgreich im Sport zu werden, ob dies jetzt im Fußball war.
Also ich habe Fußball gespielt, Handball, Basketball. Ich habe sogar einen Schachdiplom gemacht. Ich habe keine Ahnung. Tausend verschiedene Dinge. Schachdiplom, interessant. Ja. Und dann dachte ich mir so, ey, wenn du coole Dinge tust, dann ist Oma und Opa auch mal stolz auf dich. Und das fühlt sich auch gut an. Und die ganze Familie mal nicht der böse Mike. Na, was hast du schon wieder? Und das konnte ich dann vom Sport quasi auf alles umwälzen, was ich in meinem Leben sonst getan habe. Genau, dann wurde es vom Fünfer Schüler zum Einserschüler.
Dann habe ich da meine Ausbildung gemacht, auch erfolgreich bestanden. Und dann dachte ich mir, wenn ich im Sport Gas geben kann und wenn wirklich Engagement in einem erfolgreichen Resultat endet, dann funktioniert das in allen Dingen auch. Dann habe ich ganz blöd angefangen, T-Shirts einzukaufen und zu verkaufen. Dann habe ich versucht, irgendwie Mittel und Wege zu finden, wie ich das am besten machen kann, so wie im Bodybuilding auch. Am Anfang war es nicht so, dass ich in jedem Fitnessstudio trainieren konnte und nicht das Geld hatte für jedes Eiwaß, Pulver und Quatsch, aber man hat immer Lösungen gefunden.
Und dann war es irgendwann so, dann habe ich halt einen Tanktop für fünf Euro eingekauft und für zehn verkauft. Und die Leute fanden es cool, meine Tanktops zu tragen. Und ich fand das dann auch cool, dass die das cool finden, Fremdbestimmtheit und so. Und so ging es dann weiter. Und mittlerweile ist es so, dass ich… Manchmal gibt es schwere Tage. Ich habe jetzt mehrere Firmen, die ich leite. Und da läuft nicht immer alles rund. Und genauso im Bodybuilding nicht. Manchmal tut es Kardio weh. Manchmal ist das Training nicht geil.
Fortsetzung
Oder das Essen schmeckt nicht. Aber am Ende des Tages ist wichtig, wie viel Pares du auf die Straße gebracht hast. Und ich entgehe meistens den kleinen Belohnungen, bekomme dafür aber am Ende das große Ganze. Sagen wir mal, wenn ich heute nicht mit meinen Freunden abends in die Shisha-Bar gehen kann und da Burger futtern und Shisha rauchen und meine Zeit mit denen verbringe, sondern zu Hause sitze bis nachts um zwei und meine Arbeit erledige, weiß ich, dass irgendwann am Ende des Tages ich zufrieden und glücklich sein kann, weil ich weiß, ich bin dem, was ich eigentlich will, einen Schritt näher.
Zeit zu verbringen mit Freunden ist wichtig, keine Frage. Aber ständig und immer nur in derselben Bar zu sitzen, dieselben Dinge zu machen, über dieselben Themen zu sprechen, glaube ich, ist nicht so zielführend. Aber zu Hause an meinem eigenen Traum festzuhalten und daran zu arbeiten, das, glaube ich, ist irgendwann schon zielführend. Wer weiß? Vielleicht ändere ich meine Meinung dazu auch, aber ich glaube, ich komme damit relativ großen Schritten näher. Sehr schön gesagt. Du hast auch ein ganz wichtiges Thema angesprochen, PS auf die Straße zu bringen.
Ich frage mich zum Beispiel bei mir selbst immer, was ist eigentlich mein Potential und wie kann ich mein Potential entfachen? Ich habe natürlich so eine grobe Vorstellung davon, aber ich bin mir immer unsicher, ja, am Ende des Tages habe ich jetzt eigentlich alles getan, was in meiner Kapazität lag, habe ich mein Potential entfacht. Daher die Frage auch an dich. Am Ende des Tages, was musst du gemacht haben, damit du weißt, deine Kapazität hast du vollkommen nutzen können, du hast dein Potential entfacht.
Wow, schwierig, weil ich glaube, dass kein Mensch sein Potential zu 100 Prozent kennt. Es geht, glaube ich, immer noch ein Zentimeter weiter, immer ein Prozent besser. Deswegen habe ich übrigens den Totenkopf tätowiert. Der steht für Unzufriedenheit, für immer weiter, immer schneller, immer besser, immer größer. Und ich habe so oft kennengelernt, auch bei meinen eigenen Klienten und Kunden, die sagen, ja, also Top 6 auf einer Baden-Württembergischen funktioniert, sage ich, Digga, da kannst du direkt einen Abflug machen, sowas gibt es hier nicht.
Wir machen Top 3 Deutsche und werde ich dir den A** bis nach Meinheim aufreißen muss. Und die Leute machen tatsächlich die Platzierung. Ob das jetzt ein Amateur ist, der das erste Mal auf der Deutschen ist, ob das eine Profiatletin auf der Arnold’s Classic ist, die glauben zuerst alle nicht an sich. Ob das abnehmen ist, egal was, die Leute sehen ihr Potential nicht. Woran liegt das? Ich glaube, es ist anerzogen, so nach dem Motto sei mal realistisch. Was heißt das? Wenn ich zu dir sage, sei realistisch, bedeutet das, dass ich dir meine Grenzen erzähle und aufzeige.
Ich habe eine Kundin, Nicole ist ihr Name, und sie hat jetzt über 70 Kilo abgenommen. Und jeder hat sie gesagt, das schaffst du nicht, sei realistisch, das funktioniert nicht. Und sie hat am Anfang nicht nur gesagt, sie will abnehmen, sie will auf die Bühne. Sie will als Figurathletin auf der Bühne stehen. Und das ist wirklich was, was sich den meisten Leuten oder der Realität entzieht. Weil das war so ein Kaventsmann, die Frau. Jetzt hat sie 70, 80 Kilo weniger, hat eine Hautstrafung. Und jetzt sind wir schon an dem Punkt, dass wir sagen, Alter, wie zum Teufel geht das?
Und es gibt immer noch Leute, die sagen, sei realistisch, das schafft sie nicht. Keiner glaubt an sie. Und ich habe trotzdem immer gesagt, es wird funktionieren. Wir arbeiten da drin, egal wie und wenn es drei Schritte extra kostet. Wir kommen dahin. Ich weiß das, weil es liegt in der Möglichkeit eines Menschen, Körperfett zu verlieren. Es liegt in der Möglichkeit, Muskeln aufzubauen. Das sind simple Dinge. Nur im Großen und Ganzen gesehen ist es ein Riesenberg, der zur Klimme ist. Aber eine tolle Metapher, je höher der Berg, desto schöner die Aussicht.
Und wir kommen langsam näher, dass wir sehen, dass wir Leute umstimmen können und dass wir andere Menschen mitnehmen können, also motivieren. Es gibt jetzt ganz viele Leute, die sich bei ihr melden und Hilfe brauchen oder Hilfe annehmen möchten zum Thema abnehmen. Und das macht so viel Spaß. Am Ende des Tages ist es das, was mich auch antreibt, glaube ich. Dass man Menschen mitnehmen kann und dass man ein positiver Teil davon sein kann von anderen. Das hast du sehr schön gesagt, dass man häufig die eigenen Limitierungen auf jemanden anderen projiziert.
Wie viele Limitierungen hast du eigentlich erfahren so in deinem Umfeld, für dich, als du… Ich sage jetzt mal, es ist ja auch so eine Sache zu sagen, hier aus einem kleinen Städtchen heraus, ich will die Welt im Bodybuilding erobern. Das ist natürlich auch so ein bisschen die Story von Arnold Schwarzenegger. Ach, das ist so schön. Wie bist du mit Limitierungen, die dir von außen gegeben worden sind, damit umgegangen? Wir sind in Deutschland und wenn du in Deutschland, ich spreche jetzt mal auf Deutsch, eine große Fresse hast, wirst du auseinandergerissen.
Fortsetzung
Und es war mein Leben lang so, seit ich elf Jahre bin, habe ich gesagt, ich werde Profibodybuilder. Und einem Elfjährigen sagst du, ja irgendwann, ja mein Sohn, du wirst Bodybuilder, kein Problem. Dann wurde das aber ernst. Ich habe das Ding dann durchgezogen. Ich habe jeden Tag genäht mit elf, ich habe auf mein Essen geachtet. Mit 16 habe ich meinen ersten Wettkampf gemacht und wurde Deutscher Meister. Und dann haben die Leute gemerkt, ey, der hat nicht, der hat kein Blödsinn gelabert. Der hat das fünf Jahre geackert und der hat abrasiert.
Und es gibt kaum jemanden, der mit 16 Deutscher Meister war. Und dann habe ich gesagt, ich werde Profi. Dann fing es an. Ach Mike, ja Profibodybuilder, treu mal weiter. Dann wurde ich Deutscher Gesamtsieger. Ich habe gesagt, ich werde Deutscher Meister. Ja Mike, du bist erst 18, back mal kleine Brötchen. Habe ich gesagt, kleine Brötchen darf der Bäcker backen, nicht ich. Und ich habe sehr viel Gegenwind bekommen, weil ich gehe halt auch offen mit dem Thema um. Ich würde auch sagen, dass ich ein relativ selbstbewusster Mensch bin, weil ich weiß, was ich kann, wenn ich die scheiß Waffen auspacke.
Dann ich bringe wirklich, wie ich schon gesagt habe, und dann habe ich gesagt, ich mache es auf die Straße, wenn ich muss. Dann war ich als jüngster Deutscher, jemals im Finale auf der Arnold’s Classic. Es gab bisher noch niemanden, der jünger war jemals, in der Top 3. Und das war der Wettkampf, wo ich auch gesagt habe, dass ich Angst hatte und eigentlich nach Hause fliegen wollte. Und mein damaliger Trainer, das war so einer der Ersten, der gesagt hat nein, du gehst da hoch, du hast es verdient. Und selbst wenn du nicht Erster wirst, oder Zweiter oder Dritter, du gehst da hoch und kämpfst.
Und dann habe ich gekämpft und es wurde eine gute Platzierung. Und er hat von Anfang an gesagt, ich glaube aus dir wird mal was richtig Großes später. Und mit demselben Typen saß ich vor Wochen am Tisch und wir haben darüber geredet, dass wir vor 10 Jahren geschmunzelt haben, dass ich mal zum Mr. Olympia gehe. Ich kam frisch aus Orlando, ich habe mein Pokal mit und meine Medaille mitgebracht und gesagt Coach, also er ist nicht mal mein Coach, aber ich nenne ihn immer noch so, Papa Coach, schau dir das an.
Er sagte, ja, ich habe es gewusst, vor 10 Jahren schon. Aber das ist leider nur einer von wenigen. Und ich habe so eine Historie, da gibt es ein Forum im Internet, seit 10 Jahren wird reingeschrieben, was ich alles nicht kann, wie schlecht ich bin, wo ich niemals hinkomme. Und jedes Mal, jedes einzelne Mal habe ich das Gegenteil bewiesen. Egal, ob das Deutscher Meister war, Arnold Classic, Profi, ich werde kein guter Profi, ich werde nie in einem Pro-Show gewinnen, ich werde nie zur Olympia gehen, ich werde nie die Top 10 knacken, bla bla bla bla.
Und jedes Mal habe ich das Gegenteil bewiesen. Und es macht so Spaß, die Gesichter zerbrechend zu sehen, wo sie dann sagen, ach kacke, okay, was soll ich jetzt sagen? Dass die Leute überhaupt Zeit damit verschwenden, sich die Mühe machen, also… Kann ich auch nicht ganz verstehen. Kann ich auch nicht verstehen, ganz ehrlich. Ich habe aber auch gelernt, das ist die Aufgabe der Menschen. Es gibt einfach Leute, die sitzen gerne und beurteilen andere, und das ist deren Job, das zu tun. Und das ist auch völlig in Ordnung.
Solange es mein Job ist, sie vom Gegenteil zu überweisen. Sehr gut von dir gemacht, sehr gut. Jetzt nochmal eine Frage zum Thema Angst, weil du es angesprochen hast. Wie gehst du mit dem Thema um? Ist es so, dass du vor großen Auftritten immer noch Angst hast? Vielleicht ist Angst auch so ein harter Begriff. Also was ich mir jetzt vorstelle ist, du machst 10 Monate lange Vorbereitungen und so weiter für einen Tag. Correct. Also ich stelle es mir… Ja, vielleicht ist Angst ein bisschen zu hart, aber ich stelle es mir schon als sehr hohen Berg vor, den man da vor sich hat.
Wie gehst du damit um? Ich bin jemand, ich mache mir sehr, sehr viel Druck. Das heißt, jede Platzierung, die nicht Platz eins ist, ist verloren. Es ist sehr hart, und ich bin mittlerweile auch etwas von diesem Trip runtergekommen, weil mittlerweile die Momente nicht die Pokale sammeln, wie ich schon erwähnt habe. Aber letzten Endes, ich bin Wettkampfsportler. Bei einem Wettkampf geht es ums Gewinnen. Und wenn du nicht gewinnst und nicht Platz eins bist, hast du verloren. Also Platz zwei ist der erste Verlierer.
Ganz klipp und klar. Und ja, ich habe mir sehr viel Druck gemacht. Du hast aber das Wort Angst ausgesprochen. Angst ist eigentlich ein Gefühl, um dich vor dem Tod zu bewahren. Wenn du, keine Ahnung, gegen den Löwen kämpfen musst oder gegen den Bären. Fluchtreflexe, so auf jeden Fall. Das heißt, Angst ist eigentlich falsch kategorisiert, wenn es zum Thema geht, Ziele zu erreichen. Ich habe riesen Respekt davor. Ich weiß, wie viel ein Haufen Shit lauter Arbeit das ist. Ich weiß, wie viel schiefgehen kann. Aber am Ende des Tages, was ist denn wirklich das, was zählt?
Fortsetzung
Das, was ich tun kann. Das heißt, ich kann mein Cardio machen. Ich kann auf mein Essen achten. Ich kann mein Training ordentlich machen. Ich kann auf meine Regeneration achten. Das ist alles das, was ich zu 100 Prozent versuche, umzusetzen. Es gibt Tage, da funktioniert es manchmal nicht 100 Prozent. Das ist bei jedem so. Aber ich versuche immer, so viel zu geben, wie ich kann. Und am Ende des Tages kommt einfach in der Summe der Dinge raus, wie viel ich kann oder wie viel ich konnte. Wenn es noch keine 100 Prozent waren, ist es mein Job, als Sportler herauszufinden, wo kann ich noch mehr rausholen?
Wo liegen die Potenziale? Wie kann ich es noch einfacher und besser machen? Und beim nächsten versuche dann, besser zu sein. Und darauf kommt es ein, glaube ich. Du hast Potenzial gesagt. Wo liegt dein weiteres Zukunft durch das Potenzial? Ich frage bewusst, du bist erst 27. Genau, das heißt, Erst ist gut. Ja, aber ich glaube, soweit ich es beurteilen kann, Bodybuilding-Karriere macht man noch in relativ späten Jahren. Das heißt, du hast noch eine ganze Menge Potenziale vor dir. Wo siehst du dich? Ich versuche mich immer selbst zu challengen.
Im letzten Jahr war das sehr, sehr hart. Ich habe versucht, meine erste Olympia-Qualität zu bekommen, während ich einen Film drehe mit drei Kameramännern, während ich zwei Athleten gleichzeitig vorbereite, während ich zwei Firmen in Krümung hatte, die dann released wurden, genau zu diesem Tag der Qualität. Ich bin so zerbrochen. Ich bin so gescheitert. Ich habe alles so dermaßen gegen die Wand gefahren. Nicht nur das, nicht nur Firmen, auch Menschen. Und das war der Tag, wo ich mir geschworen habe, dass ich niemals meine Quali holen will auf Kosten von anderen Menschen.
Um dir ein Beispiel zu nennen, ein guter Freund von mir hat Bilder von mir gemacht auf einem Wettkampf. Und ich wusste, ich habe einen Time-Schedule, wann ich welches Bild hochzuladen habe, welcher Text, welches Tagging. Das muss alles perfekt laufen, auf die Minute. Und er hat sich um 15, 20 Minuten verspätet. Er hat gesagt, so kann ich nicht arbeiten mit so Leuten, die nicht pünktlich sind. Raus, nächsten Fotografen. Und ich kannte den privat. Das war ein verdammter Freund. Und unter diesem Druck der Leistung haben andere Menschen gelitten.
Wer weiß, vielleicht hat er eine Autopanne oder Handy, Akku, Valer. Das sind Dinge, die können passieren. Und da habe ich sie mental dafür bestraft, weil ich meine Sachen dadurch nicht auf die Kette bekommen habe. Und das wollte ich nie wieder so. Und das heißt, meine nächste Challenge, mein nächstes Potenzial war, genau das zu schaffen mit weniger Druck und weniger auf Kosten von anderen Menschen. Das selber habe ich dieses Jahr auch probiert und es hat funktioniert. Weil ich dieses Mal die nötigen Werkzeuge hatte, um das alles so hinzubauen, wie ich es gerne brauche.
Aber die Erfahrung musste ich sammeln. Ich sage immer, man muss erst mal auf die Herdplatte fassen, dass man weiß, dass sie heiß ist. Und die war verdammt heiß. Und das mache ich nicht noch mal. Das war quasi das, was dir das Thema Bodybuilding auch beigebracht hat. Sehe ich es richtig? Ja. Hast du weitere Learnings, die du uns teilen kannst? Was hat dir Bodybuilding noch gezeigt? Wow. Also ich kann dir sagen, jetzt, wie gesagt, ich bin 27 und ich habe relativ viel lernen können durchs Bodybuilding. Wie zum Beispiel, wenn du den ganzen Tag rumsitzt, brauchst du nicht zu erwarten, dass du dein Ziel erreichst.
Keiner kommt und bringt dir deine Ziele. Du musst dafür agern. Und es ist auch nicht so, dass die großen Ziele leicht zu erreichen sind. Dafür musst du wirklich, auch andere tolle Metapher, das ist eher so mein Ding, je tiefer die Scheiße, durch die du laufen musst, desto dicker die Beine am Ende. Oder je dicker das Fell am Ende. Und ich glaube, mittlerweile ist mein Fell relativ dick. Das heißt, wenn mir jemand direkt ins Gesicht sagt, das schaffst du nicht, dann kann ich eigentlich ganz müde lächeln, weil die Person hat keine Ahnung, wer ich bin und was ich machen kann.
Und ich glaube, das ist extrem wichtig, zu wissen, was man selbst kann. Weil durch das entsteht Selbstsicherheit und durch Sicherheit erschaffst du dir einen Boden, auf dem du wachsen kannst. Wenn du immer nicht weißt, was du kannst und alles ist ein bisschen wackelig, dann du kommst nicht vorwärts und du weißt auch nicht, was du willst und was du brauchst. Wenn du das nicht weißt, sagen wir mal, ich wüsste nicht, welche Menschen ich um mich brauche. Wie soll ich dann meine Höchstleistung abrufen, wenn das Gerüst nicht steht, wenn es wirklich notwendig ist?
Das wird brechen. Weil wenn du richtig große Dinge erreichen willst, herrscht viel Druck und überall zieht es an dir und du musst wirklich fokussiert bleiben und du brauchst Leute um dich herum, die dir den Rücken frei halten, die dich stark machen, wenn du gerade nicht stark bist. Und so Tage gibt es häufig. Da gab es Tage, da stehe ich morgens auf, mache mein Cardio, bin so zittrig, hab nichts mehr zu essen, mein Eiklar ist schon leer, meine grünen Bohnen, das ist schon traurig genug. Dann schleppst du dich ins Gym und du weißt, auf dich warten 200 Kilo Kniebeugen.
Fortsetzung
Und du weißt schon, du schaffst die heute nicht und trotzdem gehst du dir nur, legst dir das Gewicht da drauf und du weißt, du fällst danach um und bewegst dich keinen Zentimeter mehr und du machst es trotzdem. Und dann am Ende des Tages denkst du dir, Scheiße man, warum machst du das? Und da kommt ein ganz wichtiger Moment, die Leute um dich herum, die an dich glauben, du würdest sie doch enttäuschen, wenn du jetzt aufgibst, wie so eine kleine… Nur weil es dir heute nicht gut geht, lässt du alle Leute im Stich, wie egoistisch…
Alter nein, niemals. Gerade in diesem Kontext, du hast ja einen sehr engen Draht zu deinem Vater. Unglaublich cooler Typ, ich sehe ihn manchmal auch auf Instagram. Ich habe da, glaube ich, auch eine sehr gute Zeit miteinander. Was ich mich aber gefragt habe, ist, inwieweit, und ich hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich, inwieweit machst du deine Dinge für dich selbst, inwieweit tust du es aber auch für deinen Vater? Ich würde sagen Volltreffer. Sehr private Frage, aber die machen würde ich sehr, sehr gerne.
Mein Vater war vor mir schon Bodybuilder und jeder hatte früher diesen Traum auf die Mr. Olympia zu gehen. Und ich hatte die Chance, vor dem Jahr habe ich die Chance gerochen, diese Quali zu bekommen. Es war schon immer mein Traum als Kind. Und nicht nur das, nicht nur ich konnte auf diesen Wettkampf, ich konnte meinem Vater seinen Traum auch erfüllen. Und zwar nicht nur als Zuschauer, der sich da eine Karte kauft und da zuguckt und dann wieder abends nach Hause fährt, nein, der war ein verdammter Teil davon.
Von allem. Von dem Flug, von der Frap, von der Diät, von allem. Vom Kochen, vom Einkaufen. Der hat alles hautnah miterlebt. Der war quasi wie selbst auf der Bühne. Und… Mein Vater, wie du schon erwähnt hast, immer sehr, sehr happy und so offen. Deshalb bin ich immer so. Mein Vater ist sehr, sehr depressiv seit Jahren. Und hat auch mehrere Suizidversuche hinter sich. War eine Geschlossinne in der Psychiatrie. Und ich habe gemerkt, das hört jetzt blöd an, aber ich kann teilweise seinen Tag mit Arbeit füllen, die mir aber am Ende des Tages Spaß macht.
Um dem Beispiel zu nennen, morgens, wenn ich merke, er kommt nicht so richtig raus und er will sich am liebsten zu Hause verkriechen, habe ich immer noch den Joker zu sagen, ey Paps, ich hab halt Beine, kannst du mir helfen? Ich brauch deine Unterstützung. Und dann siehst du auf einmal so Feuer in den Augen. Dann packt er seine Sachen, der fährt für mich ins Gym und geht mit mir zusammen ins Training. Und am Ende des Tages war es auch ein geiler Tag für ihn. Wir haben so oft zusammen Cardio gemacht. Ich hab den mit nach Spanien geschleppt, nach Rumänien, nach London, nach Mexiko, nach Orlando.
Und das sind Trips. Da bedankt er sich heute unendlich dafür, weil er Momente sammeln konnte, die er so, der hätte sich selbst nicht getraut, das zu machen. Und das ist auch ein ganz, ganz krasser Antrieb. Und mir hat das Herz gebrochen, als wir letztes Jahr am Flughafen saßen und wir nicht ausreisen konnten, weil mein Vater dort mit mir war. Und er hat sich zwar nicht verantwortlich gefühlt, aber er war doch schon mit involviert in das Ganze und ihn hat es genauso getroffen wie mich auch. Und deswegen wollte ich das das nächste Jahr umso mehr, auch für ihn.
Nicht nur für ihn, da gibt es auch ganz viele andere, für die ich das gerne gemacht hab. Aber ich hab schon gemerkt, dass ich mit meinem Papa einen Antrieb bekomme, wo es nicht um mich geht, sondern ich kann das für ihn machen und ich merke, dass es ihm gut tut. Das gibt richtig viel, richtig viel Kraft und Dampf. Gerade in diesem Kontext, erstmal danke für deine Offenheit. Gerade in diesem Kontext frage ich mich persönlich sehr häufig, wenn es um das Thema Mainz geht, inwieweit ich persönlich verantwortlich bin für das Glück anderer Menschen.
Natürlich hat man immer so eine Art Verantwortungsgefühl. Man will auch die Erwartungshaltung von anderen, man will einfach seinen liebenden, seinen nahen Menschen einfach glücklicher machen. Ist es aber nicht für dich auch eine sehr große Belastung? Ja. Bin ich auch ablenkt zum Beispiel von einem eigentlichen Thema? Korrekt. Zu dem Entschluss kann mich dieses Jahr auch und da muss ich mehr oder weniger auch harte Entscheidungen treffen. Ich hab immer versucht und das ist das, was mich am Ende des Tages wirklich glücklich macht, ein positiver Teil von jemandem anderen zu sein.
Egal ob das jetzt Mike, kannst du mir eine lange Handstange besorgen, dass ich im Keller trainieren kann? Klar, hast du eine lange Stange, dann fahr ich da hin und mach die Sachen, weil ich fühle mich dann gut am Ende des Tages. Aber ich musste auch lernen, wenn ich auf 20 Hochzeiten tanze, dass ich meine eigene vielleicht nicht bedienen kann. Und jetzt sind wir bei einem Zeitpunkt, da geht es sich mehr drum, unbedingt happy life und ein bisschen Wettkämpfe und rumfliegen. Nee, ich muss jetzt auch mal langsam wirklich abliefern.
Fortsetzung
Wie gesagt, meine Zeit läuft. Ich bin jetzt 27, noch relativ jung, aber wenn ich jetzt nicht langsam anfange, mir richtig mal richtig den A** aufzureißen und auch Ressourcen zu nutzen, die für mich spielen, dann kann ich auf dem Niveau nicht lange da mitmachen. Was meinst du mit Ressourcen, die für mich spielen? Sagen wir mal, ich habe fünf, sechs Menschen um mich herum, die mich stützen. Und in den letzten Wettkämpfen war es immer so, mein Daddy zum Beispiel, der hatte noch nie richtig Erfahrung mit Tanning, wie Martin an.
Ich wollte aber, dass er das macht, weil ich es ihm glücklich macht und weil er dann so ein Teil davon sein kann. Ich weiß, dass mein Vater, der kann nicht so hoch intensiv trainieren wie ich. Klar, ich nehme ihn mit, ich trainiere auch gern mit ihm, aber ich trainiere mit ihm, nicht er mit mir. Jetzt brauche ich Leute, die mir den A** aufreißen, die sagen, was, du kannst nicht mehr, du A**, jetzt gib mal Gas. Und mein Papa ist nicht so, weil das ist schon sehr, sehr anstrengend für ihn. Oder, sagen wir mal, meine Freundin, wenn ich richtig am Strugglen bin und nicht mehr weiß, welche Entscheidung ich am besten treffen soll, dann sagt sie, okay, kurz überlegen, rational denken, zack, zack, zack, dessen lässt du die beste Lösung.
Und ich kann ganz entspannt sagen, scheiße, ja, du hast recht, wenn ich nicht meinen eigenen Kopf dafür habe, weil Unternehmertum, eigene Athleten, Vorbereitungen, Kochen, das ganze Zeug hängt ja trotzdem in meinem Kopf und im Genick. Und es gibt teilweise Entscheidungen, wo du nicht wirklich schaltest und die Korrekte triffst. Und dann brauchst du jemanden an deiner Seite, der das teilweise für dich übernehmen kann. Das heißt, deren Ressourcen, irrationales Denken zum Beispiel oder das Feuer meines Trainingspartners, das muss ich nutzen für mich.
Und jetzt versuche ich das Ganze zu trainen. Ich habe vorher versucht, allen Leuten zu geben, was ich konnte, für sie gute Entscheidungen zu treffen, für Kunden zum Beispiel oder für Freunde. Jetzt ist aber mal eine Zeit, dass ich versuche, die Ressourcen zu nutzen, um mein Potenzial 100 Prozent auszuschöpfen. Schwierige Nummer, weil es sich ein bisschen nach Ausnutzen anfühlt. Auf der anderen Seite ist es ja auch so, dass ich versuche zu geben, was geht. Und dann entsteht dann ein guter Flow, glaube ich.
Super interessant. Du hast ein Stichwort gesagt. Freundin. Und mit ihr wollte ich auch nochmal sprechen. Oh, das wird interessant. Bin ich mal gespannt. Wir kennen uns jetzt schon ein paar Jahre. Und lustigerweise war ich vor einigen Jahren ihr erster Coach. Und sie ist in dieses Bodybuilding-Ding gekommen mit dieser ganz harten Peitsche. Get shit done. Und egal, ob dir dein Cardio schmeckt oder nicht, du hast es zu machen. Und wenn du um 5 Uhr arbeitest, dann gehst du um halb drei oder stehst um halb vier morgens auf dem Mars ein Cardio.
Du willst nicht kochen nachts? Dein Problem. So richtig hart. Mittlerweile ist sie auch auf einem Punkt. Dann denke ich mir so, Alter, wie kann, wie kriegt ihr das alles geschissen? Die ist noch relativ jung und hat schon so viel umgesetzt überleg mal, die ist jetzt 23 und unterrichtet an der Uni. Leute, die 30 Jahre alt sind. Das ist schon crazy. Währenddem sie morgens um halb fünf aufsteht, während sie drei Jobs macht, während sie ihre Wettkampfvorbereitung macht, denkst du dir, Scheiße, wie kriegt die das auf die Kette?
Aber das sind genauso Leute, die richtig Wumms haben. Und so Leute habe ich auch gern um mich herum. Genau, deswegen sollte ich am besten jetzt mit ihr sprechen. Gerne, bin gespannt. So, bei euch haben wir eine ganz besondere Situation. Du bist die Partnerin von Mike. Gleichzeitig bist du auch noch selber Bodybuilding unterwegs und einfach so, man nebenbei auch noch Dozentin an der Hochschule. Meine erste Frage ist eigentlich, wie kriegst du das irgendwie alles unter den Hut? Nummer eins. Und die zweite Frage, wie ist es so als Partnerin, die auch gleichzeitig selbst trainiert, von einem Bodybuilder?
Also ich denke, das braucht ein ganz, ganz gutes Zeitmanagement, dass man sich wirklich zu Strukturen festlegt und auch Routinen schafft. Am Anfang war es gar nicht so einfach. Das war ein bisschen Chaos, aber so mit der Zeit findet man sich dann da rein. Und ich persönlich finde auch, dass man dadurch halt, also durch den Sport, auch einiges an Disziplinen gewinnt, was man dann letztendlich auf alle Lebensbereiche übertragen kann. Und ich glaube auch, dass es bei uns so gut funktioniert, wie wir beide so sind.
Was ich mich frage, wenn man parallel jetzt quasi in der Wettkampfvorbereitung ist, das ist sowieso, glaube ich, eine sehr stressige Zeit. Also Diät halten, viel trainieren und so weiter. Wie ist es bei euch beiden? Seid ihr dann entspannt miteinander oder weckt man oder eckt man sich da schon ein bisschen an? Also wir sind ja nicht gleichzeitig in der Diät. Momentan ist es so, dass ich in der Wettkampfdiät bin. Also jetzt vor kurzem erst reingestartet wieder. Mike ist in der Off-Season und wenn ich quasi durch bin mit den Wettkämpfen, dann startet er in die Wettkampfdiät.
Fortsetzung
Ich glaube, dass beides vorhin Nachteile haben kann. Bin aber froh, dass es bei uns quasi so entgegengesetzt ist. Bei einer Diät hat man doch eher so ein bisschen so dieses Siebhören und dass man sich dann da gegenseitig so ein bisschen stützen, unterstützen kann und man sich quasi gemeinsam dann auf einen Wettkampf fokussiert oder auf eine Saison. Ich habe jetzt in Mike das sehr herzlich freundlichen Menschen wahrgenommen. Jetzt aber mal, ich sage jetzt mal, wie ist denn das, wenn er jetzt mal gestresst ist oder ich sage jetzt mal, in der Wettkampfvorbereitung ist, wo alles vielleicht nicht so ganz gut läuft.
Ist er dann trotzdem so freundlich und nett oder kann er auch ein bisschen anders sein? Ich finde, man merkt immer, dass er so ein bisschen angespannt ist, aber er ist dann eher jemand, der sich so so ein bisschen zurückzieht. Okay, interessant. Und als Coach, wie ist er da? Ehrliche Antwort? Ja. Also er ist sehr hart als Coach, aber ich persönlich muss sagen, ich habe sehr, sehr viel gelernt dadurch. Das hat mein komplettes Mindset so ein bisschen geprägt. Also ich bin ja als, ich war so dreimal in der Woche im Fitnessstudio gewesen, vielleicht, oder viermal und Planessen kenne ich nicht.
Und dann habe ich mich dazu entschlossen, zu Mike ins Coaching zu gehen und dann kommt, hier ist dein Supplementplan, hier ist dein Ernährungsplan, hier ist dein, du trinkst so und so viel. Ich bin jeden Tag mit zehn Tüten darum gelaufen und hatte 10.000 Shaker drin und dachte mir so, oh mein Gott, was passiert hier gerade? Aber er ist halt jemand, der immer das Potenzial in Leuten auch sieht und das auch hervorbringen will, wenn man es selber vielleicht nicht sieht. Bei mir damals hat keiner geglaubt, dass ich mal so weit komme und in der Bikini-Klasse irgendwie mal irgendwo starten könnte.
Und mittlerweile oder so auch in der Vorbereitung kamen dann immer mehr Leute und so, hey, du hast voll gut abgenommen, wie hast du das gemacht? Und er war halt einer der wenigen, die von Anfang an quasi an mich geglaubt haben. Wow, super cool. Auch an dich erstmal vielen Dank für deine Zeit. Gerne. Sehr cooles Gespräch, das habe ich gerade mit dir gehabt. Sie hat gesagt, als Coach bist du manchmal nicht so ganz nett. Nein, sehr hart, glaube ich. Ich wollte dich aber noch eine andere Sache fragen. Du hast einmal gesagt, investieren statt konsumieren.
Ich hatte einen Eindruck in dem Video, wo du es gesagt hast, dass hast du sehr ernst gemeint. Du willst deine Zeit sinnvoll einsetzen. Du willst weniger konsumieren, sei es Social Media, sei es irgendetwas anderes. Du willst investieren in dich selbst. Kannst du kurz drauf eingehen? Ich würde nicht unbedingt sagen, investieren in mich selbst, sondern in die Dinge, die mir wertvoll erscheinen und nicht dringend. Aber lass mich dir jetzt erstmal erklären, wo der Unterschied für mich persönlich liegt. Es gibt dringende Dinge und wichtige.
Das Problem ist, dass manche dringende Dinge dringender werden, als wichtige Dinge wichtig. Als Beispiel, du hast einen Strafzettel, den du bezahlen musst und du schießt es raus und raus und einen Tag, bevor diese Frist abläuft, hat deine Oma Geburtstag. Jetzt musst du entscheiden, fährst du jetzt dazu zur Polizei und bezahlst es oder gehst du zu Oma auf Geburtstag. Wirklich wichtig ist die Zeit mit deiner Oma, die du jetzt verschwinden musst, weil die dringenden Dinge zu dringend geworden sind. Und ich habe jetzt gelernt, dass die wirklich wichtigen Dinge Investments sind und dringende Dinge meistens Konsum.
Und die Rechnung ist immer in Zeit. Das heißt, auch wenn wir auf der Arbeit sind, investieren wir 8 Stunden unserer Zeit und bekommen dafür bedrucktes Papier. Die Frage ist, kann ich mit dem bedruckten Papier mehr Zeit generieren oder Investments generieren, als ich Zeit verschwende? Also das ist so der Circle. Und die meisten Menschen, ich würde sagen, 80 Prozent der Menschen investieren sehr, sehr viel Zeit in den Tausch von Geld, behalten das Geld aber und sitzen den Rest ihrer Zeit auf der Couch und gucken Fernsehen.
Das ist kein guter Deal, wenn du mich fragst. Das bedeutet, ein Investment sind alles Dinge, die mir wichtig sind, wie zum Beispiel Zeit mit Freunden, mit Familie, mit Freundin, Familie. Irgendwann ist ja auch Familiengründung mal die Sache. Dann brauche ich wirklich eine teure Kette. Macht mich das glücklich? Ich glaube nicht. Aber zum Beispiel mit meiner Freundin jetzt über Silvester in der Hütte auf den Berg zu fahren und mit dem Kamin. Alter, da geht jetzt schon wieder einer ab, man. Da habe ich richtig Bock drauf.
Ich brauche keine teuren Autos und die Zeug. Und es ist auch, ich kann den ganzen Tag durch Instagram scrollen. Dann gehen mir drei, vier Stunden verloren. Die drei, vier Stunden könnte ich investieren, in Erinnerung, dass das mich wirklich glücklich macht, weil der Instagram Feed der ist ja vielleicht dringend zu wissen, was da so los ist, aber nicht wirklich wichtig. Und ich glaube, das ist so der Unterschied zwischen investieren und konsumieren. Auch wenn man das in einem anderen Licht sehen kann.
Fortsetzung
Konsum, jeder konsumiert in gewisser Weise irgendwas. Ich stelle es aber immer, versuche zumindest, das ins richtige Licht zu rücken, was im Ende wirklich wichtig ist und was dringend ist. Und das, da separiere ich. Sehr gut gesagt. Also ich sage immer was sehr ähnliches. Ich sage, konsumieren versus kreieren. Ich denke nämlich, wenn man was kreiert, das macht einen unglaublich viel mehr happier, als statt nur zu konsumieren. Vor allem langfristig. Langfristiger vor allem, genau. Du hast auch gerade Social Media nochmal angesprochen.
Du bist ja auch sehr erfolgreich unterwegs auf Social Media. Du hast auf YouTube eine Serie ausgebracht. Eine so mehrere Episoden mit dem Titel Unfinished. Kannst du drauf eingehen? Warum heißt das Unfinished? Oh, ja, das ist dieses schmerzhafte Thema der Olympia. Ich habe angefangen, im Januar meine Idee zu machen, 2020. Ich wollte im Mai auf die New York Pro, der erste riesengroße Profi-Wettkampf, dann auf die Puerto Rico Pro, um mir da die Quali zu holen. Irgendwie drei Wochen davor wurde das abgesagt.
Und ich konnte nicht, ich habe so viel Gas gegeben und es war so frustrierend. Und dann habe ich meine Idee durchgezogen das ganze Jahr lang. Ich habe für jeden Party geschmissen und für jeden war das super interessant, weil jeder hatte aufgegeben. Nur ich kann nicht aufgeben. Wenn ich mein Ding nicht durchgezogen habe, kann ich den Haken nicht dahinter machen. Dann war das teilweise so arg frustrierend. Dann habe ich wirklich, ich habe mich so fest gebissen. Ich habe da nicht losgelassen. Die Idee weiter gemacht und weiter.
Und irgendwann im August, im August bin ich da nach Spanien geflogen und habe da meine Quali geholt für die Olympia. Dann war ich noch in Rumänien und in London und habe das alles so durchgezogen und habe alles, ich habe alles gegeben. Gottes Willen, ich habe mich umgebracht, um diese Quali zu kriegen. Und dann konnte ich nicht ausreisen. Der ganze schon 10 Monate lang und immer zugegeben, das ist nicht wirklich gesund, was wir da getan haben. Wir haben monatelang auf einem riesen Kaloriendefizit trainiert.
Ich habe Paddle to the Medal mir das Leben aus dem Training, das Leben rausgeschossen. Und dann konnte ich nicht ausreisen. Und das war einfach nicht der Haken. Das war unfinished. Das war nicht erledigt. Und deswegen diese ganze Serie von Unfinished, so hieß auch der Film, da kam jetzt noch ein Film, der heißt Unfinished, weil ich eben nicht ausreisen konnte. Und diese ganze Journey zu diesem nicht Haken dahinter, habe ich quasi betitelt mit diesem Namen, Unfinished. Jetzt kommt der Folge, der Folgefilm, der dann Finished heißt quasi, also Haken dahinter.
Da freue ich mich sehr darauf. Da freue ich mich sehr darauf. Mike, das war super spannend und super interessant für mich. Ich habe da irre Respekt, was ein Bodybuilder eigentlich an Arbeit, Disziplin, Verzicht so an den Tag legt. Also daher Riesenrespekt. Ich komme auch gleich zu meiner letzten Frage. Aber davor, wo könnte ich die Leute online folgen, wenn sie mehr über dich erfahren möchten? Bei Instagram, bei Mike the Badass oder Mike Sommerfeld bei YouTube. Oder bei Google findet man auch relativ viele Einträge.
Da gibt es auch übrigens das nette Forum, wo man sieht, was ich alles nicht kann. Ich vielleicht auch ganz interessant. An deiner Stelle willst du mir ausdrucken, an die Wand hängen. Habe ich mir überlegt und ich wollte ganz ehrlich, zu jedem einzelnen Statement, was ich nicht kann, ein Gegenstatement machen. Aber dann darfst du mir gerade mal, du verbringst deine Zeit mit sehr viel Negativen. Die Leute haben doch schon gesehen, dass du es kannst. Ich verschwende da keine Zeit mehr. Bin ich super von dir.
Wirklich, bin ich echt cool. Danke übrigens für die Möglichkeit, darüber zu sprechen. Es ist für mich eine ganz große Ehre. In Bodybuilding geht es halt häufig um Reis, Hähnchen und Brokkoli. Und ich glaube, dahinter steckt so viel mehr. Und das ist das, was den Leuten wirklich was bringt. Weil ich kann den Leuten erzählen, was ich esse. Klar, hilft dem ein oder anderen, aber dieses Mindset ist das, was einen vorantreibt. Genau und da kommen wir auch zur letzten Frage. Welches Mindset hat dir denn den größten und wichtigsten Einfluss in deinem Leben?
Ich hätte vorhin schon angerissen, dass ich es egoistisch finde, aufzugeben, wenn andere an dich glauben. Weil du stellst dein eigenes oder dein Ego über alles andere. Das finde ich an sich nicht korrekt. Manchmal ist es notwendig, um dich zu schützen, aber nicht in dem Fall. Der größte Impact, es gibt zwei, wenn du so willst, ist erstens mein Vater. Da habe ich jetzt aber für mich langsam auch so herausgefunden, es ist nicht meine Lebensaufgabe, es ist etwas richtig Schönes, was ich meinem Vater schenken kann, aber es ist kein Muss.
Fortsetzung
Das zwingt mich nicht. Ich mache das sehr, sehr gerne. Und das letzte, was mich an den dreckigsten Tagen aus der Scheiße gerissen hat, war mein Opa. Der ist gestorben in der Vorbereitung 2019. Und mein Opa hat damals dieses Excalibur, diese Schwärter gesammelt. Und als ich Profi wurde, habe ich eins bekommen. Und ich wollte ihm unbedingt, da hat er noch gelebt, ich wollte es ihm unbedingt geben als Geschenk so, weil dem Familienoberhaupt, weißt du, wie ich meine, quasi auf Knien so, wie man das so macht.
Und dann habe ich das Schwert ein Jahr lang nicht beibekommen und der ist ja gestorben. Dann habe ich ihm das Schwert ans Grab gebracht und es war immer so, egal was ich gemacht habe als Kind, ich bin zu Opa gegangen und habe mir meinen, hey, gut gemacht abgeholt. Vielleicht kommt auch diese Fremdbestimmung daher. Ich habe was gespart, wenn es drei, vier Euro waren als Kind mit dem Opa, der hat es in so eine kleine Kasse rein. Ich sagte, ey, gut gespart. Immer dieses gut gemacht, gut gemacht. Ich wollte ihm das Schwert vorbeibringen, ich habe dieses gut gemacht nicht bekommen, aber dann habe ich ihm gedacht, ey, wäre mein Opa stolz auf mich?
Ja, ja. Und dann dachte ich mir, immer in den Momenten, wo du hier im Gym bist, du hast Unterzucker, dir geht es schlecht, du hast wahrscheinlich gerade dein Mittagessen in den Mülleimer geballert, weil du gerade Kniebeugen gemacht hast und dir geht es richtig dreckig. Dann denke ich mir so, ey, du kannst dich aufgeben. Das kannst du deinem Opa nicht antun. Weil am Ende des Tages ist er, der da oben sitzt und sagt, das ist nicht mein Enkel. Das ist nicht der, den ich gekannt habe. Und an den dreckigsten Tagen habe ich mir so die Erinnerung daran geholt, dass er auf seinem Platz sitzt und sagt, ey, gut gemacht.
Oder zu meiner Oma anfängt zu lachen und sagt, guck mal, was der Kleine schon wieder treibt. Da gab es ganz viele Momente. Zwei Stück gibt es sogar auf Kamera. Da habe ich meine erste Olympia-Quali gekriegt und da war dann Platz vier, war noch nicht qualifiziert und Platz drei. Und ich habe gebetet und ich habe gesagt, guck Opa, schau. Und dann Platz drei. Und dann habe ich gewusst, ich habe die Quali noch nicht so gemacht, habe ich sie gesagt. Und als ich die letzte Show gewonnen habe, in Polen, war es genauso.
Da habe ich auch ganz, ganz fest daran gedacht und dann wurde ich Erster. Das ist immer ein richtig cooles Gefühl, wenn man sich selber bestätigt, dass man das geschafft hat, was Opa sich gewünscht hat. Also es ist weniger für mich, es ist schon eher so für Opa, für Papa und so. Ich glaube, das beflügelt schon am Ende des Tages. Hey, vielen, tausend Dank für deine Offenheit, Transparenz. Ich glaube, wir sind super in die Tiefen von deinem Mahlzeit reingegangen. Ich danke dir vielmals dafür, Mike. Danke schön.
Und danke auch für die Möglichkeit. Vielen, herzlichen Dank. Bis bald wieder. Danke schön.
Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.
Keywords
Tags: Potenzial entfachen, Mike Sommerfeld, Bodybuilding Mindset, Mr. Olympia, Disziplin, Fremdbestimmung, Motivation, Visualisierung, Unternehmertum, Wettkampfvorbereitung, Selbstfokus, Project Mindset, Reza Mehman, Chantal Dahm, mentale Staerke
Namen und Begriffe
Mike Sommerfeld, Reza Mehman, Chantal Dahm, Project Mindset, Mr. Olympia, Arnold’s Classic, Heidelberg-Leimen, Orlando, Mexiko, Eduardo, Oliver Kahn, Michael Ballack, Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Batista, Bodybuilding, Wettkampfvorbereitung, Cardio, Diaet, Elektrolyte, Tanning, Backstage, IFBB, Profi-Bodybuilding, Unternehmertum, Visualisierung, Fremdbestimmung, intrinsische Motivation
Zitierfaehige Passage
„Kein Mensch kennt sein Potenzial zu 100 Prozent, sagt Profi-Bodybuilder Mike Sommerfeld im Project Mindset Podcast.
Nach 16 Jahren harter Arbeit, zehn Monaten Diaet pro Jahr und dem Weg zur Mr. Olympia Buehne hat er gelernt, dass Erfolg die Summe taeglicher konsequenter Entscheidungen ist.
Sein wichtigstes Prinzip: Das Einzige, was du wirklich veraendern kannst, bist du selbst.
Gleichzeitig reflektiert er offen, wie Fremdbestimmung durch Familie und Umfeld die eigenen Ziele unbewusst praeGen kann.
Diese Ehrlichkeit macht sein Gespraech zu einem wertvollen Impuls fuer jeden, der sein eigenes Potenzial entfachen will.“



