56. Über Klischees, Integration und verharmloster Rassismus! Mit Journalist & Podcaster Frank Joung

Klischees, Integration und Rassismus mit Frank Joung

Journalist und „Halbe Katoffl“-Podcaster Frank Joung über kulturelle Identität, verharmlosten Rassismus und offenes Mindset.


Einleitung

Klischees, Integration und Rassismus sind Themen, die in Deutschland oft verdrängt oder verharmlost werden. In dieser Episode von Project Mindset spricht Reza Mehman mit dem Journalisten und Podcaster Frank Joung, der seit ueber fuenfeinhalb Jahren den erfolgreichen Podcast „Halbe Katoffl“ betreibt. Frank interviewt darin Deutsche mit nicht deutschen Wurzeln ueber ihre Erfahrungen zwischen den Kulturen. Im Gespraech teilt er die Muster und Erkenntnisse aus hunderten Gespraechen: von schockierenden rassistischen Erlebnissen bis hin zu positiven Seiten kultureller Vielfalt. Dabei wird deutlich, dass Integration kein einseitiger Prozess ist und dass ein offenes Mindset der Schluessel zu echtem Zusammenleben sein kann. Eine Episode, die sensibilisiert, zum Nachdenken anregt und zeigt, warum es so wichtig ist, offen ueber diese Themen zu sprechen.

Zusammenfassung

In einem Satz: Frank Joung spricht ueber die Erfahrungen von Deutschen mit Migrationshintergrund und zeigt, wie Klischees, verharmloster Rassismus und Identitaetssuche das Leben vieler Menschen in Deutschland praegen.

In drei Saetzen: Frank Joung betreibt den Podcast „Halbe Katoffl“, in dem er mit Deutschen spricht, die neben ihren deutschen noch andere kulturelle Wurzeln haben. In hunderten Gespraechen hat er festgestellt, dass fast alle Gaeste mit Rassismus konfrontiert wurden, viele diesen jedoch verdraengen oder verharmlosen. Gleichzeitig betont er, dass kulturelle Vielfalt eine Staerke ist und ein offenes Mindset hilft, Klischees zu ueberwinden und echte Integration zu leben.

In fuenf Saetzen: Frank Joung ist Journalist und Gruender des Podcasts „Halbe Katoffl“, in dem er seit ueber fuenf Jahren Gespraeche mit Deutschen fuehrt, die multikulturelle Wurzeln haben. Ein wiederkehrendes Muster in seinen Interviews ist, dass viele Gaeste rassistische Erfahrungen verdraengen, selbst wenn diese gravierend waren. Frank beschreibt, wie die Identitaetssuche zwischen zwei Kulturen viele Menschen praegt und wie die staendige Frage „Wo kommst du her?“ zur Belastung werden kann. Er plaediert dafuer, dass Integration keine Einbahnstrasse sein darf und dass die deutsche Gesellschaft sich oeffnen muss, statt Anpassung nur von einer Seite zu erwarten. Gleichzeitig zeigt er, dass Klischees auch positiv genutzt werden koennen und dass kulturelle Vielfalt eine enorme Bereicherung darstellt.

Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host von Project Mindset, im Gespraech mit Frank Joung, Journalist und Gruender des Podcasts „Halbe Katoffl“.

Worum geht es: Es geht um die Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, um Klischees, alltaeglichen und strukturellen Rassismus, kulturelle Identitaet und die Frage, was Integration wirklich bedeutet.

Warum ist das relevant: Deutschland ist eine multikulturelle Gesellschaft, doch Rassismus wird oft verharmlost und Integration zu einseitig gedacht. Dieses Gespraech gibt Einblicke in Erfahrungen, die viele Menschen machen, aber selten oeffentlich thematisieren.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Wie gehen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland mit Klischees und Rassismus um?
  • Warum verdraengen viele ihre rassistischen Erfahrungen und welche Folgen hat das?
  • Was bedeutet echte Integration und wie kann ein offenes Mindset dabei helfen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
  2. Zusammenfassung – Die Episode in Kurzform
  3. Kontext – Hintergrund zu Gaesten und Themen
  4. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften
  6. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
  7. Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen
  8. Transkript – Das vollstaendige Gespraech
  9. Keywords – Relevante Suchbegriffe
  10. Namen und Begriffe – Personen und Fachbegriffe
  11. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Rassismus und Diskriminierung im Alltag

Frank Joung berichtet aus seinen Podcast-Gespraechen ueber die verschiedenen Formen von Rassismus, die Deutsche mit Migrationshintergrund erleben, von offener Gewalt bis hin zu subtiler Diskriminierung bei Wohnungssuche und Bewerbungsgespraechen.

Keywords: Alltagsrassismus, Diskriminierung, struktureller Rassismus

2. Kulturelle Identitaet und Zugehoerigkeit

Viele Gaeste des „Halbe Katoffl“-Podcasts beschreiben das Gefuehl, zwischen zwei Kulturen zu stehen und nirgends vollstaendig dazuzugehoeren. Die Suche nach der eigenen Identitaet ist ein zentrales Thema.

Keywords: kulturelle Identitaet, Zugehoerigkeit, Migrationshintergrund

3. Integration als beidseitiger Prozess

Das Gespraech hinterfragt den klassischen Integrationsbegriff und plaediert dafuer, dass nicht nur Zugewanderte sich anpassen muessen, sondern auch die aufnehmende Gesellschaft sich oeffnen muss.

Keywords: Integration Deutschland, Anpassung, multikulturelle Gesellschaft

4. Klischees und Stereotypen

Durch den „Klischee-Check“ wird spielerisch gezeigt, wie tief kulturelle Stereotypen verankert sind und wie man mit ihnen sowohl humorvoll als auch kritisch umgehen kann.

Keywords: Klischees, Stereotypen, Vorurteile

5. Verdraengung und psychische Belastung

Frank beschreibt, wie viele seiner Gaeste rassistische Erlebnisse verdraengen oder verharmlosen und welche langfristigen psychischen Auswirkungen das haben kann.

Keywords: Verdraengung, psychische Belastung, Ueberkonformitaet

Kern-Aussagen

  • Viele Deutsche mit Migrationshintergrund verdraengen rassistische Erfahrungen, weil sie nicht in eine Opferrolle gedraengt werden wollen.
  • Rassismus beschraenkt sich nicht auf offene Gewalt, sondern zeigt sich auch in der Wohnungssuche, bei Bewerbungen und in alltaeglichen Mikroaggressionen.
  • Die Frage „Wo kommst du wirklich her?“ signalisiert Menschen mit Migrationshintergrund, dass sie nicht als vollwertig deutsch wahrgenommen werden.
  • Integration ist keine Einbahnstrasse: Auch die aufnehmende Gesellschaft muss sich oeffnen und veraendern.
  • Kulturelle Klischees koennen humorvoll aufgegriffen werden, muessen aber in ihrem Kontext betrachtet werden.
  • Ueberkonformitaet, also der Versuch, besonders angepasst und unauffaellig zu sein, ist eine haeufige Reaktion auf Diskriminierungserfahrungen.
  • Viele Menschen finden erst im Erwachsenenalter zu ihrer kulturellen Identitaet und koennen ihre mehrfache Zugehoerigkeit als Staerke annehmen.
  • Ein offenes Mindset bedeutet, Fremdes nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung und Wachstumschance zu betrachten.
  • Gespraeche und Austausch sind entscheidend, um Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verstaendnis zu foerdern.
  • Negative Erlebnisse koennen verdraengt, aber nie vollstaendig vergessen werden, weshalb offene Gespraeche darueber wichtig sind.

Haeufig gestellte Fragen

Was ist der Podcast „Halbe Katoffl“?

„Halbe Katoffl“ ist ein Podcast von Journalist Frank Joung, in dem er mit Deutschen spricht, die neben ihren deutschen noch andere kulturelle Wurzeln haben. Der Name ist ein augenzwinkernder Begriff fuer Menschen, die „zwischen den kulturellen Stuehlen“ sitzen. Der Podcast laeuft seit ueber fuenf Jahren und hat hunderte Episoden.

Was bedeutet verharmloster Rassismus?

Verharmloster Rassismus beschreibt das Phaenomen, dass rassistische Erfahrungen heruntergespielt oder verdraengt werden. Viele Betroffene sagen, sie haetten keinen Rassismus erlebt, obwohl sie konkrete Vorfaelle benennen koennen. Auch die Gesellschaft neigt dazu, subtile Formen von Rassismus wie Diskriminierung bei der Wohnungssuche oder die staendige Herkunftsfrage nicht als Rassismus anzuerkennen.

Warum ist die Frage „Wo kommst du wirklich her?“ problematisch?

Die Frage signalisiert der befragten Person, dass ihre Antwort „Ich komme aus Deutschland“ nicht akzeptiert wird. Damit wird impliziert, dass sie trotz deutscher Geburt und Aufwachsen nicht als „richtig deutsch“ wahrgenommen wird. Frank Joung erklaert, dass es nicht um die Frage an sich geht, sondern um das Nachbohren und den Kontext, in dem sie gestellt wird.

Was ist Ueberkonformitaet im Kontext von Migration?

Ueberkonformitaet beschreibt das Verhalten von Menschen mit Migrationshintergrund, sich besonders angepasst und unauffaellig zu verhalten, um nicht aufzufallen oder anzuecken. Sie versuchen, „deutscher als deutsch“ zu sein, was auf Dauer sehr belastend sein kann, weil es bedeutet, Teile der eigenen Identitaet zu unterdruecken.

Wie kann man Klischees positiv nutzen?

Klischees koennen humorvoll aufgegriffen und als Gespraechsoeffner genutzt werden. Frank Joung macht in seinem Podcast einen „Klischee-Check“, bei dem er spielerisch mit Stereotypen umgeht. Wichtig ist dabei, dass der Kontext stimmt und die betroffene Person selbst entscheidet, wie sie mit Klischees umgeht.

Was bedeutet Integration wirklich?

Laut Frank Joung wird Integration oft als einseitiger Prozess verstanden, bei dem sich nur die Zugewanderten anpassen muessen. Echte Integration bedeutet jedoch, dass sich auch die aufnehmende Gesellschaft oeffnet und veraendert. Es geht um gegenseitiges Lernen und die Anerkennung, dass kulturelle Vielfalt die Gesellschaft bereichert.

Wie finden Menschen mit Migrationshintergrund ihre Identitaet?

Viele Gaeste des „Halbe Katoffl“-Podcasts berichten, dass sie erst im Erwachsenenalter, oft ab Mitte 20 oder in den 30ern, beginnen, sich aktiv mit ihrer kulturellen Identitaet auseinanderzusetzen. Haeufig sind es Reisen ins Herkunftsland der Eltern, Gespraeche oder eigene Kinder, die diesen Prozess ausloesen. Das Ziel ist, beide Seiten der Herkunft als Staerke und Bereicherung anzunehmen.

Wer ist Frank Joung?

Frank Joung ist ein in Deutschland geborener Journalist und Podcaster mit koreanischen Wurzeln. Er hat den Podcast „Halbe Katoffl“ gegruendet, in dem er seit ueber fuenf Jahren Gespraeche mit Deutschen fuehrt, die multikulturelle Hintergruende haben. Er arbeitet ausserdem als freier Journalist und war zuvor Chefredakteur eines Online-Magazins.

Highlight-Zitate

„Es gibt so Leute, die das so stark verdraengen oder die so sehr nicht in dieser Opferrolle sein wollen, dass sie sagen, ne, ich habe keinen Rassismus erlebt. Und dann aber rauskommt, ja gut, dass eine Mal als Leute das N-Wort auf unser Haus geschrieben haben. Und ich sage, ey, sorry, aber das ist Rassismus in reinster Form.“

– Frank Joung

„Wie oft du abgelehnt wurdest vielleicht beim Bewerbungsgespraech, weil du so aussiehst, wie du aussiehst, oder den Namen hast, wie du ihn hast. Wie oft ich vielleicht eine Wohnung nicht gekriegt haette, haette ich nicht meine deutsche blonde Freundin dabei gehabt.“

– Frank Joung

„Frueher war ich Auslaender. Ich bin in Deutschland geboren und hier aufgewachsen, aber ich war immer Auslaender.“

– Frank Joung

„Wachstum geschieht normalerweise auch, indem ich eben Neues und Fremdes einfach erlerne. Man kann sich auf der einen Seite verschliessen und sagen, alles Fremde, damit will ich nichts zu tun haben. Oder man hat ein offenes Mindset.“

– Reza Mehman

„Wir erleben alle negative Ereignisse und versuchen sie selbst zu verharmlosen oder zu verdraengen. Fakt ist aber auch, dass wir sie jedoch niemals vergessen beziehungsweise auch die Emotionen und Gefuehle, die wir dabei hatten. So eine Last mit sich rumzutragen, kann natuerlich auf Dauer sehr erdrueckend sein.“

– Reza Mehman

„Ich wollte das Deutschsein irgendwie highlighten, weil ich gedacht habe, es gibt halt noch kein Wort, was uns Menschen mit Migrationshintergrund irgendwie so beschreibt.“

– Frank Joung

„Viele verstehen das dann auch falsch und sagen, du sagst Kartoffel, das ist Rassismus gegen Weisse. Also ich benenne mich ja selber oder uns so als halbe Kartoffeln.“

– Frank Joung


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset. Heute habe ich wieder ein interessantes Interview für euch. Ich durfte nämlich mit dem Journalisten und Podcaster Frank Jung sprechen. Er selbst betreibt einen Podcast, der da heißt Halbe Kartoffel. Witziger Name, soll auch nicht offensiv klingen. Ich habe natürlich auch gefragt, was genau halbe Kartoffel bedeutet oder wie er auf diesen Namen gekommen ist. Und er sagte mir, der Podcast dreht sich halt darum, dass er Gespräche führt mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben, sozusagen zwischen den kulturellen Stühlen sitzen und über ihre Erfahrungen berichten.

Ich habe ihn natürlich gefragt gehabt, ob wir eine Art Zusammenfassung bekommen können von den Erfahrungen, die er mit seinen Gästen sammeln konnte. Und er hat da freundlicherweise eingewilligt, hat mir natürlich viele positive, aber leider auch natürlich viele negative Geschichten und Erfahrungen seiner Gäste wiederum erzählt. Also über ein paar negative Geschichten war ich wirklich schockiert. Im Podcast wird es auch kurz angesprochen. Es geht da tatsächlich um wirklich harte rassistische Ereignisse, die mich da wirklich sehr traurig gestimmt haben.

Auf der anderen Seite haben wir glücklicherweise auch über positive Dinge gesprochen, dass man vielleicht auch mal hier und da mal kulturelle Klischees einfach auch mal feiern kann und auch gewisse Sachen einfach mal witzig aufnimmt. Es ging natürlich viel um das Thema Integration, also nicht nur die kulturellen Unterschiede, sondern auch die Integration hier in Deutschland. Und ich denke, das Thema Integration oder auch kulturelle Unterschiede sind auf jeden Fall ein Mindset-Thema. Man kann sich denn nämlich auf der einen Seite irgendwie verschließen und sagen, ne, alles Fremde, damit will ich nichts zu tun haben, ist alles blöd, ich bleib lieber gerne unter meiner gleichen.

Oder man hat ein offenes Mindset und sagt, hey, Wachstum geschieht normalerweise auch, indem ich eben Neues und Fremdes einfach erlerne. Das Interview gibt es übrigens auch auf YouTube zu sehen, einfach auf YouTube Project Mindset eingeben oder geht auf meine Webseite www.projectmindset.de, dort habe ich es nochmal verlinkt. Und dort habt ihr auch nochmal so ein bisschen was Visuelles zu sehen. So, nun genug geredet, viel Spaß mit dem Interview. Es gibt auch so Leute, die das so stark verdrängen oder die so sehr nicht in dieser Opferrolle sein wollen, was ich auch total nachvollziehen kann, dass sie halt auch sagen, ne, ich habe keinen Rassismus erlebt.

Und dann aber rauskommt, ja gut, dass eine Mal als Leute das N-Wort auf unser Haus geschrieben haben, Hauswand, und ich sage, ey, sorry, aber das ist Rassismus in reinster Form. Also, und weißt du, wir nehmen ja noch nicht mal die kleinen Dinge so sehr mit rein. Also viele sagen, denken bei Rassismus ja nur an solche Geschichten, die ich gerade erzählt habe. Irgendwelche Nazis, Springerstiefel, ja irgendwie ganz schlimme Sachen. Aber wie oft du abgelehnt wurdest vielleicht beim Bewerbungsgespräch, weil du so aussiehst, wie du aussiehst, oder den Namen hast, wie du aussiehst, wie oft ich vielleicht eine Wohnung nicht gekriegt hätte, hätte ich nicht meine deutsche blonde Freundin dabei gehabt.

Lieber Frank, vielen Dank für deine Zeit heute. Ja, hi, freu mich auch. Ja, sehr cool. Also ich habe tatsächlich über deinen Podcast, das erste Mal von dir gehört, gehabt, den betreibst du schon seit ein paar Jahren. Ich finde das inhaltlich super interessant, mit was für Menschen du sprichst. Der Podcast heißt ja auch Halbe Kartoffel. Bevor ich aber viel mehr über einen Podcast erzähle, vielleicht kannst du uns erzählen, warum hast du einen Podcast gestartet, wie bist du überhaupt dazu gekommen? Es geht ja auch um das Thema Integration, und das ist auch für mich natürlich als gebürtiger Iraner natürlich immer sehr aktuelles Thema.

Also ich kann nicht sagen, dass ich damit nicht in irgendeiner Form konfrontiert werde. Mich würde aber interessieren, wie du dazu gekommen bist. Ja, also ich bin ja generell erstmal Journalist, also eigentlich schreibender Journalist, und habe dann irgendwann für mich privat so Podcasts entdeckt und gehört und gedacht, ah, ist ein cooles Medium. Also es war so vor sechs, vielleicht sogar sieben Jahren. Und dachte irgendwie, ja, das könnte ich auch mal machen, oder hätte ich Bock drauf. Aber wusste nicht genau, was für ein Thema.

Und ich habe in einem anderen Job noch gearbeitet als Chefdirektor von so einem Online-Magazin für Running und Marathon und so weiter. Und da haben wir es dann so ein bisschen ausprobiert. Und dann dachte ich aber irgendwann, als es so eine Ausschreibung gab vom Europarat für Medien, für mehr Diversität, da habe ich dann gedacht, ah, das könnte doch was sein und habe dann meine Idee gepitcht. Also da kam ich dann auf die Idee, mit anderen Menschen zu sprechen, die so ähnlich wie ich noch neben den deutschen Wurzeln andere Wurzeln haben.

Und ja, das wurde dann angenommen. Und da gab es dann ein paar Workshops. Und so ging das Ganze dann so vor fünfeinhalb Jahren los. Der Name halbe Kartoffel. Ja, also, ach, den Namen weiß er selbst. Also wenn man so einen Namen sucht, da hat man dann erst mal viele Ideen. Und ich wollte natürlich irgendeinen Namen nehmen, der irgendwie sehr cool klingt. So Deutsch, irgendwas mit Deutsch zu machen, klingt halt nicht so cool. Könnte auch in eine falsche Richtung gehen oder missverstanden werden. Und da habe ich dann sozusagen irgendwann kam ich auf Synonyme und auch dann auf Kartoffel.

Fortsetzung

Und weil das ja eine eigene Bezeichnung ist, also viele verstehen das dann auch falsch und sagen, du sagst Kartoffel, das ist Rassismus gegen Weiße. Also ich benennen mich ja selber oder uns so als halbe Kartoffeln. Und ja, ich wollte aber auch das Deutschsein irgendwie highlighten, weil ich gedacht habe, es gibt halt noch kein Wort, was uns Menschen mit Migrationshintergrund irgendwie so beschreibt. Vielleicht kennt ihr das auch noch. Früher war ich Ausländer, ich bin in Deutschland geboren und hier aufgewachsen, aber ich war immer Ausländer.

Und dann kam die, die sagen, so ein ganzer Ausländer ist ja nicht, ist ein Deutscher mit noch so einem anderen Hintergrund. Und da habe ich jetzt einfach so einen Begriff kreiert, den man auch für uns nutzen kann, auch mit einem Augenzwinkern natürlich. Ja, absolut. Also wenn man zuerst natürlich Kartoffel hört, dann kann man ja tatsächlich denken, das ist ein bisschen so arg offensiv, aber die Erklärung machst natürlich klar, was du damit meinst. Ich habe heute so ein paar Fragen für dich vorbereitet und ich muss wirklich sagen, ich möchte so viel wie möglich jetzt von deinen letzten Podcasts, Episoden und Folgen, die du aufgenommen hast, so ein bisschen profitieren.

Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich, weil dieser Wissensschatz, den du jetzt aufgebaut hast, du hast mit unglaublich vielen Menschen über das Thema Integration gesprochen. Du hast bestimmt auch ein paar Mustern oder ein paar Patterns entdeckt, die du vielleicht mit uns teilen kannst. Und bevor ich auf die Fragen komme, ich finde es unglaublich interessant. Du fängst immer an mit einer Passkontrolle. Das heißt, du liest den Perso vor. Hey, wie sozusagen am Zoll oder an der Grenze irgendwie bist du diese Person so groß?

Was machst du hier? So ein bisschen Gesichtsvergleich. Das finde ich extrem cool. Ich habe auch das Gefühl gehabt, deine Gäste haben auch immer ganz gut drauf reagiert. Das war völlig in Ordnung für dich. Erstaunlicherweise ja, genau. Es gab so ein, zwei, die dann nicht dabei hatten oder ich glaube eine Person oder zwei vielleicht auch wollten dann auch nicht so zeigen, was ich aber auch verstehen kann. Also so völlig okay. Also man gibt nur das Preis, wo man okay ist, mit das Preis zu geben. Und das andere, das ich extrem cool finde und die Fragen möchte ich dir nämlich auch stellen.

Und zwar ein Klischee-Test machst du. Ja, genau, ich mach den Klischee-Check. Genau, Klischee-Check, genau. Ja, ja, darf ich hier ein paar Fragen stellen? Leg los, ja, freue ich dich. Bin gespannt, was du hast. Ist auf jeden Fall nicht offensiv gemeint. Vielleicht kurz zum Background. Wie gesagt, es ist ja Klischee, ja, Klischee. Ja, genau, ich kenne auch… Richtig, genau. Ich werde auch hin und da mal mit Klischees konfrontiert. Und ich hatte mir gedacht, was verbinde ich mit Koreanern? Und glücklicherweise habe ich ein paar koreanische Freunde.

Und die erste Frage ist, du isst gerne Reis. Auf jeden Fall, 100%. Sehr schön. Du bist gut im Kampfsport. Nein, leider nicht. Also ich wäre gerne auch so ein in der Luft drehkickender Bruce Lee, Jackie Chan-Typ. Ich habe es probiert, einfach nur weil es mich genervt hat. Immer alle gesagt haben, äh, könnte Karotte, könnte Taekwondo, Kung Fu, Jackie Chan, Jet Li. Habe ich ein paar Jahre auch Taekwondo gemacht. Also bis zum Grüngurt habe ich es geschafft, aber ich war auch sehr spät, war schon ein bisschen älter und ich hatte da auch keine Disziplin und auch keine Lust, mich dazu in wahrsten Wörtern zu verrenken.

Aber ja, ich wäre es gerne, aber ich bin es leider nicht. Aber witzig, dass du für das Klischee es getan hast. Ja, genau. Ich wollte einfach sagen können, ja, ich habe es gemacht. Sehr cool. Okay, nächster Punkt. Du verträgst keinen Alkohol. Ja, ich vertrage, glaube ich, keinen Alkohol. Ich sage glaube ich, weil ich keinen trinke und nur in meinem Leben vielleicht zwei, drei Mal es ausprobiert habe. Also ich glaube, besoffen war ich vielleicht zweimal und einmal habe ich so einen Test gemacht bei so einer Party, dass ich so ein Bier geäxt habe und geguckt habe, was passiert und ich werde tatsächlich so rot, ich quill so ein bisschen auf und die Leute waren dann echt besorgt, haben gesagt so, Alter, was ist mit dir?

Ich habe gesagt, ich mache gerade einen Test, Alkohol und alle so, tu es nicht. Und dann war ich eine dreiviertel Stunde im Klo, habe mich da versteckt, dachte so, ja, jetzt geht es einigermaßen, komm raus und dann der erste so, Alter, Frank, was ist bei dir? Was ist bei dir los? Und ja, mir hat es nie geschmeckt irgendwie. Ab und zu probiere ich mal so ein bisschen ein Wein oder irgendwas, aber ich trinke kein Alkohol, es bringt mir irgendwie nichts. Nächstes Klischee. Du bist sehr gut in Mathematik.

Ich war sehr gut in Mathe bis zur dritten Klasse und danach ebte es ab. Also ich konnte mich leider nicht auf dieses Klischee ausruhen. Also Mathe ist dann doch viel Übung und lernen, mit Inbegriffen leider. Du kannst essen, was du willst und du nimmst nicht zu. 100 Prozent, ja. Das stimmt total. Also zum Beispiel mein Bruder ist anders. Aber bei mir ist es wirklich so, ich habe theoretisch im Grunde fast dasselbe Gewicht seit 30 Jahren und braucht da eigentlich auch nichts groß verändern. Aber ich bin natürlich trotzdem da so, dass ich darauf achte.

Fortsetzung

Also ich bin seit 96, esse ich kein Fleisch. Wie gesagt, ich trinke kein Alkohol. Ich nehme keine Drogen und Süßigkeiten auch nur so bedingt. Also insofern bin ich schon einigermaßen gesund. In deiner Jugend hast du Breakdance gemacht. Wow, du hast aber gute Klischees. Wow. Absolut. Also als ich jünger war, ich bin ja jetzt schon ein bisschen älter, also tatsächlich bin ich schon 45. Als ich jünger war, war Korea noch keine so große Breakdance macht wie in den letzten ja mittlerweile auch schon 20 Jahren oder so.

Insofern hatte ich niemanden, also hatte ich weder sozusagen das Vorbild noch irgendwie ein Umfeld, wo ich das hätte machen können. Aber hätte ich das gehabt, wäre ich hundertprozentig da reingegangen. Also das bedauere ich auch sehr, hätte ich gerne gemacht. Witzig, weil so ziemlich alle Koreaner, die ich kenne, haben tatsächlich irgendwann mal Breakdance gemacht. Witzigerweise. Ja, ja, ja. Also wie gesagt, das wissen vielleicht viele auch nicht, aber Korea war oder ist halt eine große Breakdance macht.

Und ja, das ist leider an mir ein bisschen vorbeigegangen, ein bisschen zu spät gekommen. Letzter Klischeecheck. Du liebst Technik. Also alles, was mich Technologie zu tun hat. Komisch, daran denke ich immer nicht dran, aber ist nicht so. Nee, also ich finde Technik cool und auch dann gerade so im Podcastbereich bin ich dann auch so, dass ich immer denke, es gibt noch für coole Gadgets, aber ich bin ja nicht so ein Technik-Nerd. Nee, kann man ja nicht sagen. Also ich finde diesen Klischeecheck extrem cool.

Ich hatte auch den Eindruck, die Leute bei dir im Podcast haben auch extrem entspannt darauf reagiert. Total, ja. Wie gesagt, es geht ja auch darum, wir haben alle Klischees, alle Stereotypen im Kopf und wenn man das weiß und wenn man vorher sagt, pass auf, hier, das ist das erste, was mir eingefallen ist. Und man kann ja auch ein paar Sachen ausräumen. Manche Sachen stimmen auch, manche haben auch irgendwie natürlich eine Hintergrundgeschichte, weswegen das so ist. Da ist ja immer ein Fünchchen Wahrheit mit drin.

Also insofern ist es ein lustiger Einstieg, dass man da ein bisschen locker wird und nicht so, darf man das jetzt fragen oder nicht? Ich muss auch zugeben, hier und da feiere ich auch gewisse Klischees von gewissen Nationen. Also ich finde, man kann auch ruhig mal den Unterschied auch mal so ein bisschen zelebrieren, einfach, dass sie überhaupt da sind. Ja, und ich meine, ich habe ja an deinen Klischees jetzt gemerkt, dass du schon relativ weit drin bist im Vergleich zu anderen. Also dass Korea und Breakdance irgendwie so für dich eine Verbindung gibt, das wissen viele nicht.

Und das zeigt ja auch schon, dass du dann dich besser auskennst als jemand anderes. Aber wenn jetzt jemand zu mir irgendwie sagt, keine Ahnung, irgendeinen Kimchi Vergleich macht oder Witz macht, dann denke ich so, ey, okay, immerhin in die richtige Richtung und nicht dieses, keine Ahnung, China oder sonstiges, ja. Also insofern gibt es da auch noch Abstufungen. Okay, vielleicht eine Frage, die mir es auch noch gerade eben eingefallen ist. Also bei uns Iranern oder ich werde ja häufig auch gefragt, ja, Iraner sind doch auch Araber, oder?

Also halt gar nicht. Das hat nichts miteinander zu tun. Gibt es ein Klischee, was halt null bei dir oder bei euch stimmt? Na ja, es gibt ein Klischee, was mich immer sehr nervt, ist dieses so ganz höfliche und demütige, alle Asiaten sind so ganz höflich und demütig. Und das ist einfach sozusagen so ein Missverständnis. Also gerade die Koreaner werden ja im asiatischen Vergleich eher so als die Italiener verstanden, also sehr temperamentvoll. Und natürlich gibt es gewisse Höflichkeitsebenen anders als in Deutschland, aber es sind einfach verschiedene Codes.

Und es ist so ähnlich, wie mich das nervt, wenn Leute sagen, Amerikaner sind zu oberflächlich. So das ist so, nur weil es ein anderer Code ist und eine andere Art von Umgang miteinander und Dinge, die man sagt, was anderes bedeuten, heißt das nicht, dass irgendwie eine Nation oberflächlicher ist oder die andere ist irgendwie insgesamt so total demütig und hat keine Meinung und ist so, es ist so, also gleichgeschaltet und so was. Das nervt mich halt so. Sehr interessant. Du hattest in einem Podcast auch ein paar Iraner interviewt.

Ja, ein paar. Ich muss mir überlegen. Auf jeden Fall einen, an dem ich mich erinnere, weiß gar nicht genau. Ich glaube, zwei hat ich, glaube ich, entdeckt, aber ich bin mir gerade nicht sicher. Zwei oder drei sogar. Was mich jetzt auch interessieren würde, ist natürlich vielleicht auch aus ganz egoistischen Hintergründen. Was hast du so über Iraner irgendwie im Kopf, wenn du an Iraner denkst? Also was mir aufgefallen ist, in den letzten fünf Jahren, immer wenn ich über sozusagen Iraner oder ranischstämmige Menschen gestolpert bin, in Anführungszeichen, dann war das immer so, dass die irgendwie sehr akademisch unterwegs sind.

Fortsetzung

So würde ich es mal sagen. Und ich habe jetzt so für mich rausgefunden, vielleicht stimmt das auch nicht, dass natürlich die, die früher dann gekommen sind, zu einer gewissen Zeit meistens Leute waren, die gegen das Regime dann in Iran waren oder politische Probleme hatten. Und das waren meistens sehr gebildete Menschen, auch sehr politisch engagierte Menschen, so ganz verallgemeinert. Und wenn die dann Kinder kriegen in Deutschland, achten natürlich auch sehr stark auf Bildung. Das heißt, viele Iraner, die ich jetzt denn hier so treffe oder kennenlerne oder beziehungsweise dann so Recherchiere, die haben dann halt akademische Berufe, also auch eine weite Range sozusagen an Berufen.

Und ja, das macht für mich Sinn. Also erst war es natürlich erst mal das Klischee oder erst mal die Frage so, hey, warum ist das so oder ist das so? Und dann habe ich mir das sozusagen so selber zusammengereimt. Na ja, okay, klar, macht irgendwie Sinn. Das waren jetzt nicht Leute, die sozusagen für für eine Gastarbeit, also für niedere Arbeit in Anführungszeichen gekommen sind, nur deswegen, sondern das waren Menschen, die kommen mussten oder ihre Land verlassen mussten und aber tatsächlich da ein Bildungshintergrund hatten.

Und das macht sich, glaube ich, heute in der zweiten Generation oder dritten Generation immer noch bemerkbar. Ja, super interessant. Also ich muss schon sagen, meine Eltern hatten immer die Erwartungshaltung, dass ich halt einen akademischen Weg zumindest mal einschlage, etwas studiere. Und komischerweise habe ich genau diese gleiche Erwartungshaltung meinen Kindern gegenüber. Das gibt man anscheinend irgendwie irgendwie weiter. Ja, auf jeden Fall. Genau, was mich jetzt natürlich insbesondere interessiert.

Du sprichst ja auch sehr viel über das Thema Integration und das schon seit einigen Jahren. Wohin entwickelt sich aktuell die Debatte, wenn es um das Thema Integration geht? Ja, genau genommen ist das Wort integration nur so ein Aufhänger, weil es wirklich ein Wort ist, was ich mittlerweile total nervig finde, weil es für mich zumindest nicht zutrifft und nie zugetroffen hat. Weil ich bin nicht aus einem anderen Land hierher gekommen, sondern ich bin hier geboren und aufgewachsen. Das heißt, ich muss mich jetzt nicht anders integrieren als jeder Mensch in die Gesellschaft.

So eine Zeit lang wird aber einfach von meinem Aussehen her erwartet. Oh, du bist doch Asiater oder Ausländer. Du musst dich hier integrieren. Ja, und wenn du was Gutes machst, dann ist so OK, toll integriert. Und wenn du was Schlechtes macht, dann ist er der Ausländer oder der Asiater. Deswegen dieses Wort Integration ist für mich ein sehr veralteter Begriff. Natürlich gibt es Menschen, die irgendwie integriert werden müssen oder sich integrieren müssen. Jeder muss sich in irgendwas integrieren. Aber auch diese Haltung, die es lange Zeit gab und immer noch sehr, sehr viel gibt und verbreitet ist, ist diese abwartende Haltung von wegen OK, ihr seid neu, ihr seid fremd.

Wir machen das hier so. Ihr müsst euch anpassen und ihr müsst das genauso machen wie wir. So, ihr habt auch nichts zu melden. Ihr dürft doch nichts kritisieren. Das kriege ich ja heute noch, wenn ich manchmal irgendwas kritisiere öffentlich, dass dann Leute mir schreiben und sagen so von wegen. Ja, dann geh doch zurück. Geh doch zurück in deiner Heimat. Geh doch zurück nach China. Wenn es dir hier nicht gefällt. Ja, so. Hatte ich erst kürzlich, weil ich dann irgendwie kritisiert habe, dass es rassistische Kinderlieder gibt wie drei Chinesen mit dem Kontrabass.

Dann habe ich Mails gekriegt, wo es hieß, dann geh doch zurück, wenn es dir nicht gefällt. So, OK. Also man kann eine eigene Meinung haben dürfte. Ja, so. Und was ich schon sehe und auch jetzt im Vergleich zu den zu anderen Nationen. Ich glaube, viele Menschen, die reisen und viel gereist sind, haben das auch bemerkt, dass Deutschland jetzt nicht der große Weltmeister ist im Willkommen heißen. Wir sind nicht. Also wir Deutsche sind nicht die großen Gastgeber. Ja, innen so. Wir sind nicht die, die sagen nach drei Minuten, wenn man sich kennengelernt hat auf der Straße, komm doch zu mir nach Hause.

Ich mach dir was zu essen. Das macht keiner. Und deswegen diese Haltung so mit verschränkten abend dazu stehen und sagen Ja, jetzt wollen wir mal sehen, ob du hier, ob du, ob du es wert bist, hier zu bleiben. Oder ob du missbrauchst, dann kannst du wieder gehen. Sondern wir brauchen nur Leute, die irgendwie uns helfen. Das ist so eine Haltung, die mich irgendwie abstößt. Und ja, ich finde, man muss also zu Integration gehören da noch zwei Seiten und vor allem die Seite, die da ist schon. Wenn du in einer Gruppe neu hinzukommst, du gehst keine Ahnung zum Tanzkurs oder du gehst irgendwie zu einem neuen Fußballverein und du kommst dahin, dann ist es die Aufgabe von einem Fußballverein, von den Spielern, von den Leuten im Tanzkurs, dich zu integrieren.

Die wissen, ah, der ist neu, der kennt uns alle nicht. Der weiß nicht, wie die Hierarchie läuft. Der weiß nicht, wo man sich die Schuhe putzt. Der weiß nicht, wo die Bälle liegen. Wir müssen ihm das zeigen. Wir können uns natürlich auch dahinstellen und sagen, ja, du bist neu, dann mach mal. Mal sehen, ob du Fußball spielen kannst. Wenn ja, dann sind wir bereit, dich aufzunehmen. Und wenn du scheiße bist, wenn du schlecht spielst, dann kannst du wieder zum anderen Verein gehen, bitte. Aber wir sagen dir nicht, wo die Bälle liegen.

Fortsetzung

Und wir sagen dir auch nicht, wo irgendwas ist. Und ich habe zum Beispiel mit vielen älteren Menschen gesprochen und die haben gesagt, früher war das so. Früher haben die gesagt, okay, du bist anders hier, du bist fremd. Ja, wir würden gerne, dass du es so machst wie wir. Aber wir zeigen es dir auch. So machen wir das hier. So. Und dann wird es gezeigt und dann sagt die andere Person vielleicht, naja, guck mal, mir rein machen wir es so. Und dann sagen die vielleicht, aha, okay, naja. Aber also die älteren Menschen, die das noch erlebt haben, sagen heute hat sich das gewandelt.

Heute ist es oft so, dass die Leute es gar nicht mehr. Die gehen einfach davon aus, dass du dich informiert hast, dass du weißt, wo die Bälle sind. Weißt du so? Und ja, ich finde, da kann Deutschland sich insgesamt noch ein bisschen lockerer machen und ein bisschen besserer Gastgeber sein und ein bisschen sagen, pass auf, okay, du sprichst unsere Sprache nicht. Ja, das wirst du noch lernen. Aber wir helfen dir auch dabei. Du sagst dir hier Tasse. Ja, Mikrofon. Einfach ein bisschen hilfsbereiter sein, ein bisschen gastfreundlicher und nicht sofort so, hm, nutzt du uns oder nutzt uns nicht?

Das nervt mich bei diesem ganzen Integrationsbegriff und bei der und vor allem noch die Haltung dahinter. Das ist das, was mich auch dann stört. Ich verstehe das absolut. Also ich sehe es immer aus zwei Perspektiven genau dieses Thema, weil ich denke natürlich auch jetzt völlig also nicht bewertend. Wenn ich zu einer neuen Gruppe, neuen Gruppe hinzukomme, dann checke ich erst mal natürlich ab. Hey, wie ist so die Stimmung in der Gruppe? Wie kann ich mich anpassen? Ich gebe dir absolut recht. Die Gruppe selbst muss natürlich auch dann sagen, hey, so ist die Sachlage hier.

So verhalten wir uns hier und so weiter. Auf der anderen Seite ist es auch irgendwo in meiner Verantwortung natürlich, ich sage jetzt mal, je nachdem, was ich vorhabe, erst mal kein ja, kein großen Aufwand irgendwie der Gruppe zu geben, mich zu integrieren. Also das ist vielleicht bei uns Iranern auch so ein bisschen was Kulturelles. Es gibt auf jeden Fall kulturelle Unterschiede, was mir auch aufgefallen ist. Die Deutschen haben sich und ich bezeichne mich ja, selber ist auch als Deutscher. Die Deutschen haben sich in den letzten Jahren auf jeden Fall sehr stark gewandelt, also auch kulturell gewandelt.

Was mir damals aufgefallen ist, wir Iraner geben uns immer Begrüßungsküsschen. Fast schon egal, ob Männlein oder Weiblein, das macht man einfach. Und das war vor 30 Jahren, sage ich mal, in Deutschland total unüblich, so was zu machen. Also ich kannte damals niemanden. Und heute, ganz witzigerweise, jetzt vor kurzem im Fitnessstudio in der Umkleide, da waren, also die sahen sehr deutsch aus, zwei deutsche Jugendliche und die haben sich mit Begrüßungsküsschen begrüßt. Das fand ich halt so witzig, weil es vor 30 Jahren total unüblich war.

Und jetzt mittlerweile hat sich in gewissen, sag ich mal, Form irgendwie eingebürgert. Dahin geht es auch mal in die nächste Frage. Wie weit denkst du, wird hier noch so eine Art Angleichung kommen? Also ich weiß nämlich nicht, ob es gut ist, zum Beispiel gewisse kulturelle Sachen auch einfach beizubehalten. Es gibt da so eine Art, ja, ich sage es mal als Klischee, die deutsche Pünktlichkeit, was ich an sich sehr gut finde. Ich bin hier und da mal und es mir aufgefallen, meine iranischen Mitbürger und Mitbürgerinnen sind manchmal unpünktlicher als Deutsche.

Ich finde, es ist überhaupt nicht schlimm zu sagen, okay, ich passe mich mal auch an. Das heißt, mir wird zwar vielleicht erklärt, wie das hier so abläuft, aber ich passe mich auch an. Wie siehst du das? Ja, es ist schwer zu sagen. Ich meine, natürlich ist alles, was wir tun und alles, was wir machen und die ganze Welt ist immer im Umbruch. Es bewegt sich. Es ist immer ein Prozess. Also du bist heute nicht der gleiche Mensch wie vor zehn Jahren. Natürlich ist der Kern immer noch derselbe wahrscheinlich.

Leute werden dich wiedererkennen und werden sagen, ja, das ist Riese, den kenne ich von früher. Der ist genau so, wie er jetzt ist. Hatte dich groß verändert. Natürlich, trotzdem hast du dich irgendwie entwickelt hoffentlich. Also es geht immer irgendwie um Entwicklung. Und ich glaube, so eine Kultur oder das, was man sagt immer, ja, die muss beibehalten werden oder es muss genau so sein, wie früher. Das ist auch eine Utopie, weil alles entwickelt sich ein bisschen selbst. Keine Ahnung, wenn du so was wie Weihnachten anguckst.

So dann hat man früher immer keine Ahnung, was gegessen. Und heute dann heute wird es ein bisschen variiert. So ist das schlimm? Nein, finde ich jetzt nicht schlimm. Also ich glaube, man sollte sich dazu weniger festhalten an so so Dinge, die früher immer schon so waren. Ja, sondern einfach offen sein für das, was was neu ist oder wenn man das selber gerne so machen möchte, dann mach doch. Das heißt ja nicht, dass alles so machen müssen. Ja, oder ich meine, wenn du dich erinnerst, es gab früher Mittagsruhe.

Fortsetzung

Also es gab Geschäfte, die hatten dann zwischen 13 und 15 Uhr geschlossen. Das ist heute sehr selten in größeren Städten geworden. Kleineren gibt es das noch. Oder die Geschäfte hatten nur bis 18 Uhr auf. Das ist jetzt, wenn einer, wenn jetzt Rewe sagt oder EDK, wir machen nur bis 18 Uhr auf, dann gibt es einen Shitstorm. Und das hat sich auch alles entwickelt. So wenn du, wenn du siehst, wie das mit dem Rauchen war und dann früher, was gab es für einen Aufstand? Was? Kein Rauchen mehr in Clubs, kein Rauchen mehr in Restaurants und dies und das.

Und heute, ich weiß nicht, ob es noch jemanden gibt, der das vermisst. Also Autofahren ohne Gurt. Also es war normal, ohne Gurt zu fahren. Oder zu rauchen im Auto, wenn Kinder hinten drin saßen. Also. Ich finde, da muss man sich so weniger festhalten oder Angst haben, die Kultur geht verloren oder irgendwas geht verloren, sondern man kann das ja selber für sich denn irgendwie noch aufrechterhalten. Aber man muss, glaube ich, finde ich, immer offen sein für neue Entwicklungen. Und da kann sich auf was Neues aus dieser alten Kultur entwickeln, was genauso toll und schön ist.

Also. Ich bin da weniger ängstlich, dass irgendwas verloren geht. Verstehe. Sehr interessant. Nochmal zurückzukommen auf deine Gäste im Podcast. Was sind so die typischen Herausforderungen, die deine Gäste haben? Also sind die auch dann halbe Kartoffeln sozusagen? Womit haben die zu kämpfen? Also als ich angefangen habe, habe ich gedacht, die sind alle so ein bisschen wie ich und alle haben so eine ähnliche Geschichte. Und das stimmt aber überhaupt gar nicht. Also einerseits, weil manchmal hast du sozusagen Vater und Mutter aus verschiedenen Kulturen, manchmal so wie ich.

Meine beiden Elternteile sind aus Korea, aber ich bin hier geboren. Manche sind so wie du sehr früh hergezogen. Manche sind sehr spät hergekommen. Also da gibt es so große Unterschiede. Dann fehlt manchmal ein Elternteil, manchmal fehlen sogar beide Elternteile. Man ist adoptiert oder irgendwas. Also es gibt sehr unterschiedliche Ausgangslagen, womit alle immer irgendwie in Anführungszeichen zu kämpfen haben, ist die Sache mit der Identität. Das ist aber auch eine menschliche Geschichte. Also jeder, der aufwächst, hat Identitätsissues.

Ja, also wer bin ich? Was bin ich? Wo gehöre ich hin? Gehört einfach zum Teil dazu, zum Erwachsenen werden, zum Großwerden. Aber ich sage immer, also Menschen, die dann noch einen zusätzlichen Background haben, haben noch so einen Rucksack, der noch so extra ist. Und manchmal, ja, manche haben den immer noch auf, auch mit 40 noch und sagen, ah, da traue ich mich nicht ran, da will ich nicht hin. Manche haben den mit 20 schon geöffnet und gesagt, ja, ich gucke einfach mal rein, was da drin ist. Und aber alle haben den und alle wissen auch, dass sie den haben.

Und selbst die, die sagen, ja, ich kann mit meiner anderen, also nicht der deutschen, sondern mit der anderen Kultur, die noch drin ist, nicht so viel anfangen. Oder ich kann die Sprache nicht oder ich kenne meinen Vater nicht, der da und da herkommt. Und dann trauen sie sich teilweise gar nicht in den Podcasts, weil sie denken, ich habe ja gar nichts zu sagen über das Land und meine Herkunft auf der Seite. Und dann sage ich, ja, aber das ist genau das, womit auch viele kämpfen, dass sie irgendwie das Gefühl haben, sie reichen nicht oder sie müssten jetzt irgendwie über Frankreich Bescheid wissen, nur weil der Vater aus Frankreich kommt, aber der gar nicht mehr da war die ganze Zeit.

Also das gehört dazu, dass man irgendwie das Gefühl hat, ich müsste eigentlich, aber habe ich nicht und kann ich nicht. Also dieses Gefühl von ich genüge nicht oder ich weiß nicht genau, ob ich dahingehöre oder ob ich das darf oder nicht. Das ist irgendwie bei sehr vielen da. Und ja, das gilt es irgendwie zu lösen. Und manche lösen es und manche sind dann noch dabei. Es ist witzig, dass du sagst, weil ich wurde früher regelmäßig angesprochen, wenn so der Benzinpreis in die Höhe geschossen ist. Herr Reza, warum ist das Benzin aktuell so teuer?

Ihr fördert doch so viel Öl. Ich so, hey, keine Ahnung, ganz ehrlich. Okay, das ist doch ein bisschen weit hergeholt. Aber es kam tatsächlich also mehrmals, deswegen kann ich mich auch gut daran erinnern. Und zur Frage der Identität, wie finden denn typischerweise deine Gäste ihre Identität? Gute Frage. Also meine Frau sagt zum Beispiel immer, das kommt, glaube ich, aus dem Yoga, in ist the only way out. Also du musst immer irgendwie, ich will nicht sagen, in dich gehen. Aber also es hat natürlich damit zu tun, dass du irgendwie auf Spurensuche gehst, in welcher Form auch immer.

Also ob du mit deinen Eltern redest, manche suchen dann ihren Vater, der nicht da war, oder die Mutter, der nicht da war. Oder manche beschäftigen sich einfach mit dem Thema jetzt irgendwann mal, weil sie vorher das nicht gemacht haben, einfach, weil man andere Dinge zu tun hat. Manche reisen in die Länder zurück. Also irgendwo spürst du in dir, da gibt es so eine Barriere, irgendeine Grenze, irgendwas, irgendeine Tür, die du nicht öffnen möchtest, wo du sagst, ah, da gehe ich lieber nicht hin. Also so wie manchmal mit dem Tod.

Fortsetzung

Wir wissen alle, wir sterben irgendwann, aber wir denken jetzt nicht jede Sekunde, Minute dran, was alles passieren könnte, weil es würde uns wahnsinnig machen. Deswegen manchmal gehen wir, machen wir so die Tür auf, wenn irgendwas Schlimmes passiert, gehen wir kurz rein und denken, oh, es ist aber dunkel hier, kein Bock mehr raus. Und bei diesen Dingen hat jeder auch irgendwie so eine Tür, wo man sagt, ha, weiß nicht, kann ich da hingehen oder nicht? Also manchmal ist es wirklich so, ich reise in das Land von meinem Vater oder so und suche den da oder und dann hat man all diese Emotionen oder glaubt die zu haben und ist dann da und ist dann völlig anders zum Teil.

Oder manchmal ist es auch overwhelming und es ist so wow. Aber ich glaube, das ist ein wichtiger Schritt, dass man immer versucht, sozusagen zu gucken, wo ist da mein Tabu? Und dann gucken, warum es da ist und dann da sich langsam so ran trauen. Es ist aber auch witzigerweise eine Altersfrage. Die meisten beschäftigen sich dann doch eher später damit. Sozusagen, keine Ahnung, Pubertät, da hast du erst mal mit anderen Dingen zu tun, da möchtest du irgendwie beliebt sein, da möchtest du deinen Sport machen, da möchtest du irgendwie Schule, Musik, irgendwas so.

In den Zwanzigern ist es so, da bist du mit Berufsfindungen beschäftigt und diese Geschichte und später kommt das dann erst und allerallers spätestens davor kann man eigentlich leider tatsächlich nicht weglaufen ist, wenn du Kinder kriegst. Dann überlegst du dir, sollen die die Sprache lernen? Sollen die irgendwie was mitnehmen? Soll ich dir irgendwelche Lieder vorsingen? Wie gehe ich damit um mit meinen Kindern? Irgendwann kannst du nicht mehr davor weglaufen. Ich bin jetzt wie gesagt 45 und ich habe das Gefühl, dass so ab 35 die meisten, egal ob das jetzt halbe Kartoffeln sind oder nicht, dann auch anfangen sich mit ihren Themen zu beschäftigen.

Und wohl oder übel. Also bei manchen geht das dann in so eine Richtung, ja, die kriegen dann irgendwelche körperlichen Symptome oder die kriegen dann irgendwie wirklich Probleme in anderen Bereichen. Aber irgendwann kannst du vor deinen eigenen persönlichen Themen nicht mehr weglaufen. Ja, es absolut war, was du sagst. Ich hatte auch das Gefühl, es gab so verschiedene Phasen in meinem Leben, wo ich mich mit dem Thema Identität unterschiedlich auseinandergesetzt habe. Und jetzt definitiv, wo ich Kinder habe, habe ich mir natürlich auch überlegt, was gebe ich?

Ich sage es mal von meiner kulturellen Identität weiter. Auf der einen Seite als Iraner, ich sage es mal, dieses Gastfreundschaft. Ich habe eine witzige Story. Als Kind zum Beispiel, wenn wir jemanden zu Besuch hatten und meine Mutter was gekocht hat, ich liebe das Essen meiner Mutter, hat zum Beispiel der Gast oder mein damaliger Kumpel gesagt, ja, ist nicht schlecht. Und das ist bei uns Iraner natürlich eine Todesbeleidigung zu sagen, es ist nicht schlecht. Man hat nicht gesagt, das ist Gutes, es ist einfach nur nicht schlecht.

Aber hier natürlich ist es so, ja, mit nicht schlecht meint man eigentlich, das ist ziemlich gut. Jaja. Und da frage ich mich natürlich auch, wie bringe ich es meinen Kindern bei? Hey, es ist in Ordnung zu sagen, es ist nicht schlecht und damit meint man, was gut ist. Aber wenn du bei der Oma ist, sag bitte, es schmeckt sehr gut und sag, es ist nicht schlecht. Ja, also das ist total interessant. Da sieht man natürlich dann auch wie man in verschiedenen Kulturen Feedback gibt. Also bei der einen Kultur ist es vielleicht so, das heißt, egal, wie es dir schmeckt, sag, das war gut für die andere Person.

Ja, in Deutschland ist es vielleicht so, sag, was du denkst. Du bist frei. Ja. Oder auch, ich merke das zum Beispiel bei US-Amerikanern immer, wo man immer denkt, naja, Westen und so, alles gleich. Aber die Art, wie die Feedback geben, egal, ob das persönlich ist bei der Arbeit oder einfach so grundsätzlich, ist halt doch sehr, sehr anders als in Deutschland. Also sehr vereinfacht gesagt, klischeehaft. Aber ja, also Deutschland ist da ja auch weniger emotional. Das ist dann nicht schlecht, das ist einfach so ganz so.

Nicht schlecht heißt nicht, also ist nicht schlecht. Okay, ist jetzt noch nicht so, ist eine Drei so. Das ist befriedigend so. Sie sehen das so sehr faktisch und man denkt, ja, okay, darum geht es jetzt vielleicht nicht unbedingt. Vielleicht geht es auch mit Wertschätzung und so weiter. Aber ja, interessant, ja. Wie handhabst du das jetzt mit deinen Kindern? Ich frage wirklich aus persönlichem Interesse, weil ich habe da auch mal so diesen Struggle, was ich, ich hinterfrage mittlerweile. Ein paar kulturelle Dinge, bin ich ganz ehrlich.

Also wir haben so eine Sache zum Beispiel, du darfst oder du solltest, wenn ein Gast da ist, mit dem Rücken nicht zum Gast sitzen. So das ist so eine Art Beleidigung bei Iranern. Ich habe das aber mal hinterfragt. So, weil… Wie sitzt man mit dem Rücken zum Gast? Zum Beispiel du, der Gast ist gerade da und du du sitzt aber gerade zum Rücken mit ihm, weil du dich gerade mit jemand anderem unterhältst. Achso, du meinst ja nicht nicht beim Essen. Nicht beim Essen, genau. Beim Essen würde ich auch sagen, lieber angucken.

Fortsetzung

Jaja, absolut, genau. Sorry, ein bisschen mehr Kontext geben. Genau, da muss ich ein bisschen mehr Kontext geben. Also zum Beispiel, du unterhältst dich gerade kurz, zwei, drei Minuten mit jemand anderem. Aber du bist mit dem Gast, wir sind ja eine sehr gastfreundliche Nation, würde ich behaupten, mit dem Rücken zu jemandem. Und gerade am Anfang mit meiner Frau in der Beziehung habe ich dann auch erklärt, hey, es wäre cool, wenn du nicht mit dem Rücken zu meinem Eltern sitzen könntest, wenn das und das.

Die so, warum? Ich so, ja, macht man bei uns so. Die so, warum? Dann muss ich tatsächlich erst mal überlegen. Ja, ist es tatsächlich so schlimm, wenn man das mal kurz macht? Man hat einfach die Gedanken woanders. Und seitdem hinterfrage ich gewisse Dinge. Ja. Wie machst du das? Ja, ich glaube auch, dass so generelle, also so Regeln, die irgendwie keinen Sinn machen oder die… Also ich finde es gut, wenn man sich das fragt. Und ich glaube, ohne das jetzt zu kennen, dass das heißt, wenn du dich sozusagen dem Rücken zu wendest, dem Gast, dann heißt das, du bist nicht aufmerksam ihm gegenüber.

Also seinen Bedürfnissen gegenüber, sondern du solltest immer aufmerksam sein, was der Gast benötigt oder was er braucht. Deswegen nicht… Das heißt so von wegen, I don’t care. So, ich hab’s nicht im Griff. Ja, so wie ein Schiri beim Fußballspiel irgendwie auch nicht mehr im Rücken. Wenn der einmal zu den Zuschauern guckt und er wird von der Kamera eingefangen, dann heißt das so, Schiri, also du machst deinen Job nicht. Weil du musst dahin gucken, wo der Ball ist. Und ich glaube, dass das steckt dahinter.

Und wenn man weiß, was dahinter steckt, dann kann man sagen, okay, also darum geht’s. Es geht darum, gastfreundlich zu sein und Aufmerksamkeit dem Gast, der ist wichtiger als ich jetzt sozusagen. Und das, was dahinter steckt, finde ich wieder gut. Ob das jetzt heißt so, dass man immer so, ja, immer so diesen, so wie bei der Mannendeckung immer so, okay, du musst immer einen Blick haben. Periferes Sehen oder so. Wenn das einmal passiert, irgendwer kommt aus der Toilette raus und dann so, hups, da ist der Rücken.

Das finde ich dann auch ein bisschen zu dogmatisch. Aber ja, ich glaube, es ist ganz gut, wenn man das, was man so gelernt hat, einfach hinterfragt und dann den Sinn dahinter sieht und dann sagt, okay, das macht für mich Sinn. Und dann kann man da mitarbeiten. Ja, stimm ich dir auf jeden Fall zu. Bei den Gästen, gab es da so Auffälligkeiten, wenn es beim Thema Identitäten war, dass ja ihre Ihr Background oder ihre Vergangenheit einfach denen unangenehm war und die am liebsten das irgendwie ausblenden wollen würden.

Ich gebe dir auch hier vielleicht ein bisschen Kontext. Ich hatte, glaube ich, mal eine Phase im Leben, wo ich auch zumindest mal gesagt habe, ich bin Perser statt Iraner. Iran hat ja mittlerweile leider nicht mehr so einen guten Ruf in den Medien. Ist meistens alles böse und schlimm, wenn man was irgendwie aus dem Iran leider hört. Und da dachte ich mir eine Zeit lang, als ich jünger war auf jeden Fall, zu sagen, hey, Perser hört sich einfach ein bisschen besser an, freundlicher Perserkatze, Perserteppich kennt man.

Da kann ich einfach so ein bisschen freundlicher rüberkommen. Ich denke jetzt mittlerweile natürlich anders darüber. Aber es gab eine Phase, wo es mir vielleicht ich finde ich sagen unangenehm war, aber zumindest wollte ich das Bild so ein bisschen zurecht rücken. Sagen wir es mal so vorsichtig ausgedrückt. Hast du das bei deinen Gästen in irgendeiner Form auch gesehen? Ja, total. Also ich würde behaupten, wenn nicht alle, dann fast alle hatten irgendwann eine Phase, wo denen das ganze Thema auf die Nerven ging, vor allem die Reaktion auf das, was sie repräsentiert haben oder repräsentieren sollten.

Wo Leute ausgewichten sind, wo Leute sagten, ich will einfach nur ich sein. Ich will einfach nur Frau sein, Mann sein, Mädchen, Junge. Und viele haben sich früher auch geschämt. Also, weil das, was mit deiner anderen neben der deutschen Herkunft noch assoziert wurde, nicht positiv war. Bei Asiaten ist das oft das Essen. Oder wie der Akzent der Eltern, der peinlich war. Bei Menschen, keine Ahnung, die einen arabischen Hintergrund haben, da ist es dann irgendwie so dieses schlechte Image. Oder manche haben dann einfach nur so, ha, bei euch ist doch nur Krieg und Armut.

Das wollte man dann auch nicht damit assoziiert werden. Oder Hautfarbe, Haare, ganz bei Schwarzen Haare immer ein Thema. Leute greiften einfach ungefragt in die Haare. Schwarze glätten die oft. Also Frauen sagen, ich will einfach nur aussehen. Man will einfach, wenn man gerade, wenn man jung ist, man will einfach nur irgendwie so sein wie die anderen. Man will nichts Besonderes sein. Und die meisten irgendwann kommen dann zurück und sagen, ah, ok, nee, es ist ich, bin ich und akzeptiert mich so, wie ich bin.

Fortsetzung

Und nicht nur es soll nicht nur ok sein, wenn ich sage, ich bin Perser, sondern es soll auch ok sein, wenn man sagt, ich bin aus dem Iran. Und wenn Iran dann kein gutes Image hat, dann könnt ihr euch ja jetzt anpassen. Dann kennt ihr ja mich und meine Familie. Könnt ihr auch noch mit reinnehmen in die Evaluation. Und dann gibt’s vielleicht ein anderes Bild. Aber das, was du sagst, das ist relativ typisch und das ist relativ häufig so, dass man irgendwann sagt so, manche sagen auch nur, ich bin Deutscher, Punkt.

Bin kein Iraner. Ich bin Deutscher. Ich bin kein Koreaner. Ich bin Deutscher. So. Die wollen damit nichts mehr zu tun haben. Klar, kommen die irgendwann wieder in der Anführungszeichen zurück. Aber das ist aus einer Rebellion. Das ist auch eine Reaktion darauf, dass Leute sagen so, so wie du bist und dieser Anteil, den mögen wir nicht, den wollen wir nicht. Das finde ich nur doof. Wir würden lieber, dass du das nicht hast. Das ist diese Message, die dann oft ankommt. Und daraufhin macht man das eher erst. Mhm.

Gab es besonders, ich sage jetzt mal, krasse Stories von deinen Gästen, die dir im Kopf geblieben sind, wo du komplett weggeflasht wurdest, weil das so krass war? Ja, also ich versuche natürlich immer einen positiven Spirit irgendwie raufrechtzuhalten. Und es sollte nicht nur immer um Rassismus gehen und um Nachteile, sondern es geht ja auch um Essen. Es geht um Familie. Es geht um lustige Geschichten. Ich sage mal nicht so tragisch und komisch liegen sehr nah beieinander. Aber es gibt natürlich auch krasse Geschichten.

Also es gibt eine von Jasmin Hillebrand, die ja auch sozusagen schwarz ist, halb schwarz, so wie man es auch nennen möchte. Und die Chemnitz, die ich glaube Chemnitz groß geworden ist und auf dem Dorffest war und dann in Kürze gesagt, jetzt Triggerwarnung, sozusagen Gewalt, wurde dann versucht, von Nazis sozusagen anzuzünden. Also die wurde dann mit Benzin übergossen. Und die war 15, ein 15-jähriges Mädchen. So. Und da hat noch Oma noch geschrien irgendwie so, Mädel, die wollen dich anzünden und oder sowas.

Das Benzin oder so. Und dann das Feuerzeug gar nicht funktioniert. Und das ist natürlich so, boah, da, also da fragst du sich da, also da stellt sich auch die Menschheit die Frage, wer macht sowas? Wer, also wer, wie muss man hassen, damit man sowas einem 15-jährigen Mädchen antut, zu dritt oder so, als Männer. Das Schlimme war dann halt auch noch und das ist auch sehr typisch leider, ist, dass sie dann zur Polizei gegangen ist und zu Leuten, die ihr helfen sollten und die dann ihr nicht geglaubt haben.

Also es war nicht so, dass die dann ihre Strafe bekommen haben oder irgendwas, sondern das war so, Mädel, das glaubst du wohl selber nicht. Und das ist dann, das ist dann sozusagen, finde ich sagen, schlimmer, das nicht. Aber also, dann glaubst du wirklich auch nicht mehr an die Polizei oder an irgendwelche Institutionen. Wenn, wenn du da hinkommst, man riecht das ja, man siehts ja, man riecht das. Man hat sogar eine Zeugin und alles. Und die sagen ne, ne, ne. War nichts krass. Unvorstellbar. Ja, das ist so, ich würd sagen mit so spontan die krasseste Geschichte.

Aber also auch eine andere Geschichte, wo Shiasu eine ja, glaube ich, Taiwanese, Chinesische Wurzeln so auf offener Wiese quasi so, wo sie da irgendwie lang ging, dann von einem Auto angefahren wird, also so bewusst. Es war nicht doll, so beim Ausparken oder beim Einparken oder beim Einbiegen oder was auch immer, aber halt so mit Familie, so mit Kindern im Auto und alles wird die so angefahren. Also, ja, es ist, es gibt da heftige Geschichten und viele sind aber auch so, dass sie gar nicht darüber sprechen.

Also viele sagen dann auch so, klar, Rassismus ist passiert, aber will ich jetzt gar nicht darüber sprechen. Also, weil ich will kein Opfer sein nach dem Auto. Hm, super krass. Also da bleibt dann wirklich die Sprache weg. Ja. Also, Gott sei Dank habe ich jetzt, ich sage jetzt wirklich tatsächlich sehr, sehr selten Rassismus erfahren. Darüber bin ich auch sehr dankbar. Ich weiß auf jeden Fall, dass nicht jeder in so einer Position ist. Und die wenige Male, wo es passiert ist, tatsächlich habe ich es auch versucht zu verdrängen.

Also, ja. Aber wenn du da genau hinguckst, dann weißt du das noch. Also, das ist so. Definitiv. Das ist so gut. Die Geschichten weiß ich noch. Eben, jeder, jeder kennt diese Geschichten noch und es gibt auch so Leute, die das so stark verdrängen oder die so sehr nicht in dieser Opferrolle sein wollen, was ich auch total nachvollziehen kann, dass sie halt auch sagen, nee, ich habe keinen Rassismus erlebt. Und dann aber rauskommt, ja gut, dass eine Mal als Leute das N-Wort auf unser Haus geschrieben haben, Hauswand.

Fortsetzung

Und ich sage, hey, sorry, aber das ist Rassismus in reinster Form. Also und weißt du, wir nehmen ja noch nicht mal die kleinen Dinge so sehr mit rein. Also viele sagen, denken bei Rassismus ja nur an solche Geschichten, die ich gerade erzählt habe. Irgendwelche Nazis, Springerstiefel, ja, irgendwie ganz schlimme Sachen. Aber wie oft du abgelehnt wurdest vielleicht beim Bewerbungsgespräch, weil du so aussiehst, wie du aussiehst oder den Namen hast, wie du aussiehst, so. Wie oft ich vielleicht eine Wohnung nicht gekriegt hätte, hätte ich nicht meine deutsche blonde Freundin dabei gehabt.

Das ist real. Also ganz klar hätte ich dann ein oder zwei Wohnungen nicht gekriegt. Wie oft vielleicht du auch eine schlechtere Note bekommen hast, weil du so aussiehst, wie du aussiehst oder den Namen hast, so. Wie viele Menschen einfach auch ein kompletter Bildungsweg nicht gewährleistet werden konnte, weil ganz klar Ausländer, Hauptschule, Sonderschule, sonst wie was. Also da gibt es so viele systemische Dinge, die wir so fast schon für selbstverständlich nehmen, weil das nun mal so ist. Also ich glaube, jeder Deutsche, also weiße Deutsche und jeder halbe Kartoffel würde sagen, wenn du Andreas Müller heißt, dann hast du einfach eine bessere Chance, einen Job zu kriegen oder eine Wohnung zu kriegen, als wenn du irgendwie Qian Fan heißt.

Oder so, oder ja, so. Und ich weiß auch, dass wenn ich nicht Frank Yong heißen würde, sondern meinen ersten Namen genommen hätte, Yu Jin, und ich heiße Yu Jin Yong, da wäre mein Leben anders gelaufen. Und das muss man nicht mal reinfahren. Nur dann der Name, und plötzlich hast du ein anderes Leben so ungefähr, womöglich. Oder denk an Frauen, die ein Kopftuch tragen. Wie groß der Unterschied ist von der Wahrnehmung mit Kopftuch und ohne. Es ist Tag und Nacht. Also das sind alles Sachen, die sozusagen Rassismus ausmachen, die wir meistens nicht so in Betracht ziehen, sondern wir denken an diese individuellen, krassen Geschichten.

Aber diese kleinen Dinge, das ist oft dann so, ah ja, es läuft so nebenbei. Aber wenn man genau darüber nachdenkt, dann, ich meine, du hast eine dunklere Haut, eine schwarze Haut oder andere Haare. Und schon ist deine Wahrnehmung völlig anders. Oder lass dir mal ein Bart wachsen, so einen richtig schönen langen Bart. Dann wirst du anders wahrgenommen. Ganz klar. Natürlich hat das auch miteinander zu tun. Klar, wenn ich jetzt andere Klamotten trage, wenn ich jetzt nur einen Anzug trage, wenn ich eine Glatze, klar werde ich anders gesehen.

Das ist schon klar. Aber manche Sachen wie der Name oder so was, man hat dann einfach falsche Vorstellungen zum Teil. Absolut. Es war auch in den verschiedenen Phasen meines Lebens immer wie uniform sollte ich jetzt sein? Also jobbezogen oder im privaten Umfeld. Es war tatsächlich immer ein Struggle, wenn ich ehrlich bin. Ja, genau. Also du musst halt mal du mal nachdenken, wie komme ich rüber? Und du weißt, dass du diesen Rucksack aufhast und du musst dem entgegenwirken. Das heißt, du musst überfreundlich sein.

Du musst überhöflich sein. Du musst überlegen, OK, wenn ich jetzt da reingehe, dann denken die womöglich, dass ich so einer bin. Deswegen muss ich von vorne rein gleich so sein, damit die das nicht denken. Das muss ein, keine Ahnung, Klaus, Hans, Wolfgang, vielleicht nicht. Der geht einfach da rein und sagt, ich bin Wolfgang. Ja, und ich meine, man kann sich das immer so übersetzen, zum Beispiel bei Frauen. So wenn Frauen in einen Raum gehen, wo jetzt zum Beispiel Männer sind oder so. Die müssen sich auch überlegen.

Ziehe ich jetzt so ein Business Contact zum Beispiel? Kann ich jetzt ein Kleid anziehen? Da wirke ich vielleicht zu weiblich? Dann nehmen die mich nicht ernst. Ja, kleine Frauen sagen, ich muss große Schuhe, also Stöckel Schuhe anziehen oder Absatzschuhe, damit ich größer wirke, damit die mich auf Augenhöhe sehen. Ja, oder ich muss ein Hosenanzug oder ich muss ein bisschen. Also das müssen wir nicht. Wir müssen wir sind ein bisschen befreit davon. Und ich finde, das muss man immer so ein bisschen in Betracht ziehen und einfach mit reinnehmen in die ganze Rechnung.

Auch für sich selber und sagen, OK, das ist eigentlich nicht sollte eigentlich nicht so sein, dass ich so denken muss. Hm hm hm. Ich denke tatsächlich häufig so leider, sage ich jetzt mal. Ich hatte vor kurzem ein Case. Da ist jemand in einem Auto in einer 30er Zone 70 vorbeigedüst. Also war Stimme 70, 80 kmh 100 Prozent. Und ich so, boah, richtig asozial. Und die Person ist dann vorne eigentlich so ein paar hundert Meter weiter weg ausgestiegen. Ich dachte, OK, wenn ich die jetzt bekomme, die Person spreche ich jetzt drauf an.

Ich war dann da und das war dann eine Frau. Und dann dachte ich mir, oh nee, gut, wenn ich die jetzt irgendwie mir jetzt blöd anspreche, dann heißt es ja, der schwarzhaarige und so weiter und so fort. Also ich war dann dann übervorsichtig. Aber die Person hat tatsächlich was falsch gemacht, weil in der Straße spielen auch meine Kinder zum Beispiel. Und das ist so eine Schwierigkeit. Und das kann ich absolut unterschreiben, was du sagst, dieses überhöfliche Sein oder sich das dann zurücknehmen, weil man dann nicht in ein gewisses Klischee reinkommen möchte.

Fortsetzung

Ja, der schwarzhaarige, der hat was gegen Frauen, wobei das gar nicht stimmt. Ja, für andere Passanten sieht das womöglich ganz eindeutig aus. Zwei Menschen streiten auf der Straße. Einer sieht aus wie du und der andere ist eine Frau. Da ist für die klar, oh, wir müssen jetzt die Frau beschützen, weil er weiß. Und es ist halt wirklich schwierig in solchen Situationen, weil du bist jetzt jemand, der das vorher schon so antizipiert. Und du bist auch da bereit zu sagen, OK, dann trete ich zurück, weil ich will nicht, dass das passiert.

Gibt aber viele, die sagen Nee, die Frau so ist da was falsches gemacht und gehen dann da rein und dann werden sie von anderen womöglich anders gesehen und dann eskaliert es. Dann kommt irgendwer anders und sagt, lassen Sie die Frau in Ruhe. Und du denkst, hey, was mischen sie sich jetzt ein? So was will ich gar nicht reinkommen. Dann kommt die Polizei und heißt es so, ja, warum sind sie so aggressiv? Denn was hat die denn gemacht? Ja, wieso ist eine ganz normale Bürgerin was mit ihnen hier? Haben sie auch ein Aufenthalterlaubnis?

Was? Und dann, weißt du, da eskaliert es. Und das ist nicht so selten, dass so was passiert. Und dann ja, das soll nicht heißen, dass alle Menschen, die irgendwie schwarze Haare haben, nur Opfer sind. Nee, nee, absolut nicht. Und die anderen sind die Bösen und wir werden immer nur falsch. Klar, bei allen gibt es Gute und Schlechte, in Anführungszeichen. Aber ich glaube, das ist schon etwas, was man anerkennen muss, dass es einfach da, was das angeht, Vorurteile gibt. Absolut. Ich glaube, das Beispiel ist auch sehr austauschbar.

Es muss nicht unbedingt ein Beispiel sein mit ich zum Beispiel mit einer Frau. Oder es ist komplett austauschbar. Es gibt auch viele andere Situationen, wo ich mein Verhalten so angepasst habe, damit ich halt nicht auffalle oder nicht ein typisches Klischee zum Beispiel. Auch das Thema, ich lasse mir auch kein Bad wachsen. Weil ich habe schon den Eindruck, es hat eine negative Konnotation einfach irgendwie. Oder es kommt einfach komisch rüber, wenn ein vollwertiger Mensch in irgendeinem Business Meeting sitzt.

Das ist zumindest mein Eindruck. Die Sache ist, es wird ja umgedreht. Das heißt, wenn du dir ein Bad wachsen lassen würdest und Leute dich dann anders sehen und sagen, hey, Terrorist und dies und das und wirst kontrolliert von der Polizei und sowas, dann wird dir ja noch vorgeworfen nach dem Motto, sie müssten ja wissen, was das für ein Eindruck macht und was das für ein Zeichen ist auch. Und das wird dann so gedreht, als ob du dieses Zeichen auch setzen möchtest. Und deswegen ist ja auch verdient hättest oder es ganz klar ist, dass du diese Quittung dann dafür kriegst.

Das heißt, das ist so wie mit Frauen, die ein Kopftuch tragen. Das ist ganz klar. Also viele sehen das als Beleidigung oder als Offensiver von wegen, ich will dir was aufdrücken. Ja, so machen sie meinen Weg. Also wenn das ist ja so, wenn das nicht so sichtbar wäre, dann ist den meisten Leuten das doch egal. Ja, dann bete doch zu wem auch immer du betest, wann immer du willst. Aber ich will damit nicht konfrontiert werden. So das ist die Attitüde, die dahinter steckt. Und wenn du das aber machst, obwohl du weißt, was für Nachteile es für dich hat, dann bist du auch selber schuld daran.

Anstatt zu sagen, okay, vielleicht muss ich mich da, vielleicht auch, vielleicht muss ich das auch einfach irgendwie akzeptieren lernen. Weil das sind trotzdem Persönlichkeiten und Menschen und die sind lustig und die sind das und dies. Also nicht nur Kopftuch. Also aber… Da gibt es auch glaube ich tausende Beispiele. Also auch das Thema, wenn zum Beispiel sich jemand, eine weibliche Person, ich sage es mal so anzieht, dass sich wohlfühlt und dann irgendwelche Männer sagen, ja, die fordert es doch heraus auf die Art.

Also das geht gar nicht. Wenn ich mal über nachdenke, ich habe jetzt eine kleine Tochter, bin auch sehr happy darüber. Nur weil sie jetzt zum Beispiel einen Rock irgendwann anziehen würde und dann das andere auf die Idee kommt zu sagen, ja, die fordert es doch sozusagen heraus, angemacht zu werden oder was auch immer. Das finde ich richtig asozial, muss ich wirklich sagen. Ja, das geht natürlich auch von der Sichtweise aus, dass die das nur macht für uns, für die Männer. Dass die das nur für sich macht, da kommen die gar nicht auf die Idee.

Die denkt, naja klar, die zieht sich sexy an für die Männer, dann darf sie auch nicht böse sein, wenn die Männer sexy finden. Aber dass es vielleicht einfach nur ist, ich habe einfach Bock irgendwie wenig anzuhaben, weil es heiß ist. Das ist dieses, du weißt doch, was du damit auslösen kannst. Also wenn du es dann trotzdem machst, dann hast du es auch verdient. Puh, jetzt haben wir sehr viel über, ich sage es mal, harten Tobak gesprochen. Lass uns bitte auch über positive Sachen sprechen, die du in deinem Podcast an Erfahrungen sammeln durftest.

Fortsetzung

Was waren so die positivsten Dinge, die du mitgenommen hast aus deinem Podcast mit den Gästen? Also ich glaube, dass fast immer oder ich würde sagen, vielleicht sogar immer irgendwie so eine Art Erleichterung einsetzt oder irgendwie so gut, dass wir darüber gesprochen haben, Vibe. Weil ich schon gemerkt habe, wenn ich Leute jetzt anspreche und frage, das sind ja zum Teil sehr persönliche Geschichten, aber ich habe das Gefühl, dass alle da auch gerne bereit sind, darüber zu sprechen, weil wir auch in der Vergangenheit darüber nicht so viel sprechen und viele dann auch sagen, ja, keine Ahnung, ich habe auch schon so was gehört wie einer meiner besten Freunde oder ich kenne ihn sehr gut, aber das wusste ich alles nicht.

So und ich meine, vielleicht erinnerst du dich auch an deine Kinder oder Jugend. Du gehst ja nicht zu den Eltern und sagst heute wieder Rassismus erlebt. Ja, so selbst die Eltern wissen oft nicht, was die Kinder erlebt haben und was die da so durchgemacht haben. Und weil du kriegst es ja auch auf beiden Seiten oft. Ist ja nicht nur die deutsche Seite, die immer so mies und gefährlich ist und gemein ist, sondern die andere Seite ist womöglich auch, sagt, nee, du bist kein Iraner. Du bist seit zwei Jahren, zwei Jahren warst du im Iran und dann, du bist für mich wie, du kannst da noch nicht mal richtig Iranisch, also kannst du noch nicht mal die richtige Sprache sprechen.

Oder weißt du denn nicht, dass man mit dem Rücken nicht zum Gast sitzt? Was bist du für ein Iraner? Oder das kriegst du ja auch auf der Seite. Das heißt, du bist so zwischen den Stühlen und denkst, ja, also die wollen mich nicht und die wollen mich nicht. So wer oder was bin ich denn? Wo bin ich denn dann? Bin ich jetzt alleine hier oder wie? Und deswegen habe ich das ja auch sozusagen geöffnet irgendwie für alle halben Kartoffeln, weil ich wollte nicht so das Asian-Ding draus machen. Und hier sind die Afro-Deutschen und hier finde ich alles total legitim und gut.

Aber ich wollte so was so was allumfassendes machen und sagt, OK, wir alle haben ähnliche Probleme anders gelagert. Aber es ist ja auch total interessant und auch spannend zu sehen. Warum ist denn das so bei Asians, dass immer die Eltern so streng sind und auf Bildung achten? Oder warum sind denn in türkischen Familien immer folgende Dinge wichtig und die anderen nicht? Und wo stimmen Klischees und wo stimmen Klischees nicht? Und wo muss man Unterscheidungen machen und so weiter? Also das ist ja total höchst interessant.

Also insofern glaube ich, dass irgendwie alle danach immer so das Gefühl haben, so hat es Spaß gemacht und das auch auf so eine leichte Art zu machen. Wir haben ja auch über schwere Themen geredet. Na klar, gibt’s schwere Themen. Aber ich glaube, weil der Vibe so ist und weil man sich gut aufgehoben fühlt hoffentlich, hat man einfach das Gefühl, man kann auch dann teilweise über Dinge lachen, die einfach eigentlich nicht lustig sind. Aber man denkt so, es ist so absurd eigentlich. Da muss man wieder drüber lachen über irgendwelche komischen Fragen oder Vorkommnisse.

Und ich glaube, das tut einfach gut. Und das ist auch so die die Reaktion von vielen, die sich damit identifizieren können, dass sie zuhören und sagen, ich kann da relateen, obwohl ich aus einer ganz anderen Ecke komme, eine andere Geschichte habe. Aber ich kann es total nachvollziehen oder ich kann es total verstehen. Und es tut irgendwie gut, das zu hören und das Gefühl zu kriegen, man ist nicht irgendwie alleine damit. Super interessant. Jetzt haben wir viel über deine Gäste gesprochen und die Learnings quasi, die du da hattest.

Gab es was, was du von deinen Zuhörerinnen und Zuhörern gelernt hast oder entdeckt hast oder was für dich besonders interessant war? Also ich kriege Reaktionen von halben Kartoffeln, die sagen, endlich gibt es so was und ich kann mich damit identifizieren und Dankeschön und so sprich mir aus der Seele. Und es gibt die, die sich selber auch als ganze Kartoffeln bezeichnen, die dann sagen, wow, ich hatte von dieser ganzen Welt keine Ahnung. Und das hat mich irgendwie total gefreut, dass wir auch mal anliegen.

Und gleichzeitig ist es noch mal so ein Reminder. Es gibt einfach auch viele, die das nicht kennen. Die gehen zwar eher zu ihrem Dönertypen und die haben vielleicht Leute, Kollegen, die da irgendwie aus einer Ecke kommen. Aber darüber redet man nicht. Das ist irgendwie so, man weiß nicht, was man fragen soll. Und ja, dass viele da auch keinen Zugang zu haben oder sagen, ich kenne niemanden, der nicht weiß und deutsch ist. Das wundert mich einerseits. Das denke ich so, wow, das gibt es noch. Aber andererseits gibt es auch viele halbe Kartoffeln, die sagen, ich habe keinen Kontakt zu anderen halben Kartoffeln, weil bei mir gibt es gar keine oder wenig.

Und das ist, glaube ich, das, was mich irgendwie so ein bisschen überrascht hat, obwohl es natürlich irgendwie mir schon denken konnte. Aber da denke ich immer wieder, ah ja, es ist gut, dass man Medien hat, wo man sich dann irgendwie sozusagen solche Geschichten anhören kann. Weil man so im Alltag kriegt man das nicht so mit oft. Ja, auch danke von meiner Seite aus, dass du da überhaupt einen Podcast machst. Ich finde das super interessant. Ich hoffe, das machst du auch noch eine ganz lange Zeit. Ja, ich hoffe auch.

Fortsetzung

Ja, genau. Und wir kommen auch so langsam zum Schluss des Podcasts. Und bevor ich dir meine letzte letzte Frage stelle, wo können dich die Leute online finden, wenn sie dir folgen wollen? Ja, also entweder unter halbe Kartoffel.de, also ohne R und ohne E. Das wird immer falsch geschrieben. Ist auch wieder super Move von mir gewesen, das irgendwie so komisch verslangt zu schreiben. Also Kartoffel ohne R und ohne E. Was wirklich viele Falsche machen. Also die schreiben es richtig, aber schreiben den Namen falsch, weil dieses Kartoffel ohne R vor allem, das fällt vielen schwer.

Das sieht komisch aus. Ansonsten ja Spotify, Apple Podcasts, also überall eigentlich, wo man Podcasts hören kann, kann man auch halber Kartoffel hören und Instagram bin ich, LinkedIn bin ich, Facebook auch ein bisschen, Twitter auch ein bisschen. Also ich kann jedem empfehlen, Frank zu folgen, wenn es darum geht. Superspannende. Und ich sage jetzt auch mal intime Geschichten über halbe Kartoffeln zu hören. Kann ich jedem empfehlen, Frank zu folgen. Danke. So, jetzt haben wir natürlich viel über das Thema Integration, über das Thema das Ausländerdasein und so weiter gesprochen.

Wir haben nicht so ganz viel über das Thema Mindset von dir gesprochen. Ich hatte ja im Vorfeld dir schon gesagt gehabt, dass der Podcast nicht umsonst Mindset heißt. Deswegen würde ich dir auch gerne die letzte Frage stellen, welchen, welches Mindset hatte den größten und positivsten Einfluss in deinem Leben? Wohl wissend, vielleicht ein bisschen Kontext zu geben. Ich finde, was dich ausmacht, ich persönlich finde, ist, dass du, ich sage es mal, den Sachen auf den Grund gehst. Also das Thema Identität ist eines der wichtigsten Themen, glaube ich, die man in seinem Leben hat.

Und ich glaube, im Gespräch mit dir im Podcast kommt man so ein bisschen darauf, so hey, wer bin ich eigentlich? Ich glaube auch viele, dass sie den Eindruck hatte, von deinen Zuhörern, von deinen Gästen, dass sie da erst mal richtig tief reingegangen sind. Wer bin ich überhaupt? Und meine erste Vermutung war, dass dein Mindset irgendwie ja auch sehr viel damit zu tun hat. Aber bevor ich jetzt noch mehr rummatsche, überlasse ich erst mal dir die Frage. Vielleicht kannst du es besser sagen, was mein Mindset ist tatsächlich.

Ja, also vielleicht kann ich kurz sagen, was ich so vorhatte mit dem Podcast vom Mindset her. Also ich habe mir vorher schon überlegt, wie sozusagen der Vibe, sage ich immer, die Atmosphäre sein soll. Und das sollte so ein Gespräch sein auf Augenhöhe und ein ich bin okay, du bist okay. Ja, also empathisches Zuhören, aktives Zuhören, nicht bewerten. Hä, wie hast du denn das gemacht? Das ist ja total dämlich. Hä, das ist doch Rassismus. Hast nicht gecheckt, weißt du? Dann macht man sofort dicht. Dann macht man sofort zu.

Dann fühlt man sich in so einer Abwehrhaltung. Sondern es geht ja. Also normalerweise ist ja so als Journalist, sagst du mal ja, kritisch sein, kritisch sein, kritisch nachfragen, nachhaken, nachhaken. Aber ich spreche nicht mit einem Politiker, der irgendwie irgendwie das eine sagt, das andere macht, sondern ich spreche mit Menschen über ihre Geschichte. Und da interessiert nicht meine Meinung, ja, was ich darüber denke. Und da interessiert auch nicht, ist das richtig oder falsch, sondern da interessiert mich sozusagen die Geschichte, die sie selber für sich erzählen.

Und also ich glaube, das wird auch mir oft, also es wird, glaube ich, merken die Gäste, und das wird mir auch viel zurückgespielt, dass es, ja, dass eine empathische Haltung da ist und auch eine Haltung im Sinne von Protection, ja. Also es geht darum, es geht nicht darum, so boulevardmäßig alles aus den Raus zu ziehen und auf die Tränendrüse zu drücken und wie doll hat das wir getan? Und so, sondern es geht auch zu gucken, ok, da muss ich jetzt auch aus Respekt so ein bisschen wieder zurücktreten, auch wenn es mich total interessiert, was jetzt mit dem Vater war, der nicht da war, ja.

Aber ich merke, ok, da ist eine Grenze, dann respektiere ich das auch. Also insofern, da geht es wirklich um ein Gespräch, was irgendwie ein geschützter Raum, einen geschützten Raum dastehen soll. Und dann kann ich vielleicht nochmal drauf kommen, was so mein, also wie der Podcast und das Ganze mich bestärkt hat in meinem Mindset, was ich vorher hatte, was ich aber glaube ich nicht so formulieren konnte. Und zwar, ich finde dieses englische, den englischen Begriff dafür immer ganz gut, das heißt do you, ja, also nicht nur sei du, sondern versuche auch rauszufinden, wer sozusagen du bist oder was dich ausmacht.

Also wenn Leute dann immer gucken, ah, warum ist Tom Hanks so erfolgreich oder warum ist der und der so beliebt oder so? Und dann sagen ja, ich will das genau so machen wie der oder die, das funktioniert halt nicht. Man kann sich immer Dinge abgucken, aber ich glaube, es ist viel wichtiger zu gucken, welche Stärken, welche Schwächen du hast und die auch ehrlich irgendwie evaluieren kannst. Also das ist auch gar nicht so einfach, wie es jetzt klingt. Du musst erst mal gucken, was kann ich und was möchte ich auch?

Fortsetzung

Ich sage immer, wenn jemand einen Podcast macht, was möchtest du machen? Wo ist deine Leidenschaft und worauf hast du richtig Bock? Weil wenn du richtig Bock drauf hast, dann ist die Chance groß, dass du dich auch damit sehr viel und sehr stark und sehr oft beschäftigst. Und wenn du dich viel damit beschäftigst, aus Spaß, aus Lust, dann wirst du auch besser in dem, was du machst. Und wenn du besser wirst, dann geht es halt voran. Und dann zu sagen, ja, ich muss jetzt auch einen Podcast machen, mal alle den machen oder ich muss jetzt irgendwie Schauspieler werden, damit ich beliebt bin, damit ich dieselbe Art von Liebe und Anerkennung kriege wie der oder die.

Das funktioniert halt meistens nicht so. Oder man wird halt nicht glücklich damit. Es gibt auch viele, die haben das erreicht, was sie wollten und merken, das ist nicht gewesen. Ja, sondern ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man selber guckt, was, was kann ich? Weil du bist erfolgreich wegen deiner Stärken und du wirst aber auch genauso wegen der gleichen Stärken, die wiederum irgendwie zu schwächene werden können, wieder nicht erfolgreich. Weißt du, was ich meine? Also es sind immer zwei Seiten einer Medaille.

Es gibt Leute, die sagen, oh, der ist aber temperamentvoll und hat so eine Energie und so und er ist so spritzig. Du kannst genau die gleiche Person sagen, boah, voll nervig, voll laut, voll im Mittelpunkt stellend. Ist aber dieselbe Skill quasi. Nur die beiden verschiedenen Seiten. Perspektive, ja. Genau. Und das muss man, glaube ich, versuchen, auszubalancieren und zu gucken, wo sind meine Stärken? Und ich habe rausgefunden bei mir, bei dem Podcast. Weißt du, du denkst ja am Anfang immer so, ich kann jetzt auch nicht so sauber sprechen.

Ich bin kein ausgebildeter Radiomoderator. Was ist, wenn Leute sagen, du stellst die doofen Fragen oder die Technik stimmt nicht, weil du bist auch kein Techniker und so und so und so. Du denkst immer so an die, was kann ich nicht? Und ehrlicherweise durch die ganzen, durch das ganze Feedback und durch das, was die Leute dann immer sagen, das bestärkt dich dann darin, dich selber auch wieder so zu sehen, weil gerade in Deutschland ist es sehr defizit orientiert. Es wird immer gesehen, was du nicht kannst, anstatt das zu bestärken, was du kannst.

Und das andere, ja, OK, das kriegst du noch hin, das lernst du noch irgendwie. Aber das ist dein herausstechendes Merkmal. Das kannst du richtig gut. So, das Empowern. Da arbeite weiter dran, weil daraus kannst du was machen. Und ich habe für mich gemerkt, dass dieses Empathische, dieses Zuhören, dieses irgendwie, glaube ich, auch mit jedem irgendwie klarkommen. Und auch das, wie soll man sagen? Ich glaube, dass ich irgendwie so eine gute, also auch durch meinen Job, durch das Journalisten-Dasein irgendwie so fragen kann, dass es für möglichst viele Menschen irgendwie zugänglich ist.

Ich versuche nicht irgendwie total hochgestorben zu reden. Ich versuche nicht die ganze Zeit irgendwelche Buddy-Buddy-Sachen zu machen, was keiner checkt. So Insider, haha, wir beide checken es, aber die anderen nicht. Also so eine Balance zu halten, das ist so… Deswegen habe ich es auch offengehalten für ganze Kartoffeln. Ich wollte nicht so ein Migranten-Ding machen. So, hey, komm, wir lassen mal über die weißen Deutschen ab. Du auch, ich auch, ja, die… Sondern es sollte so was sein, wo alle was von haben.

Und… Ja, also… Wie gesagt, ich glaube, ich muss das kurz zufassen noch mal. Ich glaube, es ist wichtig, auch selber so selbstbewusst zu sein, dass man sagt, okay, diese Stärke, die habe ich und das weiß ich auch und das ist auch okay. Das ist keine Arroganz und das ist auch keine Überheblichkeit, sondern das ist eine ehrliche Evaluation von mir. Ich muss, da muss ich noch arbeiten. Da habe ich kein Talent, da muss ich richtig noch so dran schrauben. Aber das, was mich dann ausmacht, was das erfolgreich macht, so diese Stärke, das kann ich auch so stehen.

Da würde ich auch jenen sozusagen zu empowern, das auch zu tun und nicht so, oh ja, dann wird das irgendwie so eingebildet oder so. Das ist ja der Vibe, den wir immer kriegen in Deutschland so. Und nee, sag’s bloß nicht. Sag bloß nicht das, dann denken die anderen du machst was besseres. Nein, aber ich finde es zwar gut und wichtig, dass man für sich selber erkennt. Das kann ich auch. Und wenn selbst 100 Leute sagen, nee, kannst du nicht? Ja, doch. Ich glaube schon, dass ich das kann. Und ja, das ist, glaube ich, wichtig.

Deswegen also versuch, zu dem Kern von dir zu kommen. Do you? Und mach’s auf deine Weise. Dann kann das auch klappen, egal, was du da vorhast. Also, das nehme ich auf jeden Fall mit. Kaubs jetzt so ein Shirt. Do you? I mean. Direkt die Domain parallel gesichert. Nee, Spaß. Also, Frank, vielen Dank für diese inspirierenden Abschlussworte. Ich kann in dem kurzen Gespräch jetzt alles unterschreiben, was du gerade auch über dich selber gesagt hast. Ich finde, du hast ein unglaubliches, unglaubliches Empathievermögen, würde ich mal sagen.

Fortsetzung

Das finde ich super, super gut. Danke. Vielen Dank für deine Zeit, Frank. Ja, dank dir. Ich werde garantiert irgendwann wieder auf dich zurückkommen. Ja, klar. Vielleicht so in vielleicht ein, zwei Jahren so ein Zwischenfazit, wenn du weitergemacht hast, wie du weitergemacht hast, würde mich mega interessieren. Ich hoffe, das ist OK. Ja, klar, mach das. Vielen lieben Dank, Frank. Ja, dank dir auch. Bis dann. Bis dann. Ciao, ciao. Ciao.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


Keywords

Tags: Klischees, Integration, Rassismus, Frank Joung, Halbe Katoffl, Migrationshintergrund, kulturelle Identitaet, Alltagsrassismus, Diskriminierung, Vorurteile, Stereotypen, Ueberkonformitaet, Mindset, Diversitaet, multikulturelle Gesellschaft, Deutschland, Podcast

Namen und Begriffe

Frank Joung, Reza Mehman, Project Mindset, Halbe Katoffl, Europarat, Korea, Deutschland, Iran, Taekwondo, Bruce Lee, Jackie Chan, Jet Li, N-Wort, Migrationshintergrund, Alltagsrassismus, struktureller Rassismus, Ueberkonformitaet, Klischee-Check, Passkontrolle, Diversitaet, Integration, kulturelle Identitaet, Breakdance

Zitierfaehige Passage

Rassismus beschraenkt sich nicht auf Springerstiefel und offene Gewalt, sondern zeigt sich auch in abgelehnten Bewerbungen, verwehrten Wohnungen und der staendigen Frage nach der „wirklichen“ Herkunft.
Viele Betroffene verdraengen ihre Erfahrungen, um nicht in eine Opferrolle gedraengt zu werden, doch die emotionale Last bleibt.
Integration ist kein einseitiger Prozess der Anpassung, sondern erfordert Offenheit und Veraenderungsbereitschaft auf allen Seiten.
Ein offenes Mindset bedeutet, kulturelle Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Chance fuer persoenliches und gesellschaftliches Wachstum zu begreifen.





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