55. Welthandballer Henning Fritz über seine höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen! Im Gespräch auf Project Mindset!

Welthandballer Henning Fritz: Höhen, Tiefen, Burnout

Henning Fritz spricht offen über seinen Weg vom Welthandballer zum Burnout und was er daraus gelernt hat.


Einleitung

Henning Fritz war 2004 Welthandballer des Jahres, Europameister und Olympia Silbermedaillengewinner. Nur ein Jahr später kämpfte er mit Burnout Symptomen und konnte seine Leistung nicht mehr abrufen. In dieser Folge von Project Mindset spricht Reza Mehman mit dem ehemaligen Profi Torhüter über die Schattenseiten des Spitzensports, über emotionale Kränkung und das Gedankenkarussell nach dem Erfolg. Henning Fritz erzählt offen, warum es leichter war, den ersten Platz zu jagen, als ihn zu verteidigen. Dabei geht es um Themen wie Dankbarkeit, Achtsamkeit, Frequenzmodulation und die Frage, was nach einer großen Sportlerkarriere kommt. Ein ehrliches Gespräch über mentale Gesundheit im Leistungssport, das weit über Handball hinausgeht.

Zusammenfassung

In einem Satz: Welthandballer Henning Fritz spricht über seinen Absturz vom absoluten Gipfel in den Burnout und seinen Weg zurück zu innerer Stärke.

In drei Sätzen: Henning Fritz erlebte 2004 das erfolgreichste Jahr seiner Karriere mit dem Europameistertitel, Olympia Silber und der Wahl zum Welthandballer. Nur ein Jahr später verlor er seine Leistungsfähigkeit und kämpfte mit Burnout Symptomen, weil er versuchte, seinen Status zu verteidigen statt weiter zu wachsen. Heute arbeitet er als Unternehmer im Bereich Frequenzmodulation und hat durch Achtsamkeit und Selbstreflexion einen neuen Zugang zu mentalem Wohlbefinden gefunden.

In fünf Sätzen: Henning Fritz blickt auf eine herausragende Handballkarriere zurück, deren Höhepunkt das Jahr 2004 mit Europameistertitel, Olympia Silbermedaille und der Ehrung zum Welthandballer war. Doch der Versuch, diesen Status zu verteidigen statt weiter nach vorne zu streben, führte 2005 zu einem Burnout mit massivem Leistungsabfall. Fritz beschreibt offen, wie er seine Reflexe, seine Emotionalität und seinen inneren Antrieb verlor und vom Stammtorhüter zur Nummer drei degradiert wurde. Nach dem Karriereende fand er über Achtsamkeit, Dankbarkeit und das Thema Frequenzmodulation einen neuen Lebensweg als Unternehmer. Im Gespräch mit Reza Mehman zeigt er, dass mentale Gesundheit im Spitzensport kein Tabu sein darf und dass persönliches Wachstum nie aufhört.

Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts Project Mindset, im Gespräch mit Henning Fritz, ehemaliger Profi Handballtorwart, Welthandballer des Jahres 2004 und heutiger Unternehmer im Bereich Frequenztechnologie.

Worum geht es: Es geht um den schmalen Grat zwischen absolutem Erfolg und mentalem Zusammenbruch im Spitzensport. Henning Fritz erzählt seine persönliche Geschichte vom Gipfel zum Burnout und zurück, spricht über Dankbarkeit, Achtsamkeit und seinen unternehmerischen Neuanfang.

Warum ist das relevant: Mentale Gesundheit im Leistungssport ist ein zunehmend wichtiges Thema. Fritz‘ Geschichte zeigt, dass selbst die erfolgreichsten Athleten mit psychischer Belastung kämpfen, und bietet wertvolle Einblicke für alle, die unter Leistungsdruck stehen.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Warum konnte Henning Fritz nach seinem erfolgreichsten Jahr seine Leistung nicht mehr abrufen?
  • Wie geht ein Spitzenathlet mit dem Verlust seiner Identität als Leistungsträger um?
  • Welche Rolle spielen Dankbarkeit und Achtsamkeit bei der Bewältigung von Burnout?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
  2. Zusammenfassung – Die Episode in Kurzform
  3. Kontext – Hintergründe zu Henning Fritz und dem Gespräch
  4. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse
  6. Häufig gestellte Fragen – Antworten auf die drängendsten Fragen
  7. Highlight-Zitate – Die stärksten Aussagen aus dem Gespräch
  8. Transkript – Das vollständige Gespräch zum Nachlesen
  9. Keywords – Relevante Suchbegriffe zur Episode
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen im Überblick
  11. Zitierfähige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Burnout im Spitzensport

Henning Fritz beschreibt, wie der Übergang vom Jäger zum Gejagten seine mentale Gesundheit zerstörte. Der Leistungsabfall nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Karriere zeigt die psychologischen Gefahren von Spitzenleistung ohne ausreichende Regeneration.

Keywords: Burnout Spitzensport, Leistungsabfall Handball, mentale Gesundheit Athleten

2. Identität und Selbstwert im Leistungssport

Das Gespräch beleuchtet, wie eng die Identität eines Profisportlers an seine Leistung gekoppelt ist. Die Degradierung vom Stammtorwart zur Nummer drei wurde von Fritz als tiefe emotionale Kränkung empfunden.

Keywords: Sportleridentität, Selbstwert Leistungssport, emotionale Kränkung

3. Dankbarkeit und Achtsamkeit als Werkzeuge

Fritz reflektiert darüber, wie er während seiner aktiven Karriere zu wenig dankbar für seine Erfolge war und wie Achtsamkeit ihm geholfen hat, einen neuen Zugang zu sich selbst zu finden.

Keywords: Dankbarkeit Erfolg, Achtsamkeit Mindset, Selbstreflexion

4. Vom Jäger zum Verteidiger: Die Psychologie des Erfolgs

Eine der zentralen Erkenntnisse der Episode: Es ist psychologisch einfacher, nach etwas zu streben, als etwas zu verteidigen. Dieser Perspektivwechsel kostete Fritz seine Leistungsfähigkeit.

Keywords: Psychologie Erfolg, Mindset Verteidigung, Streben vs. Verteidigen

5. Zweite Karriere und Unternehmertum nach dem Sport

Fritz spricht über seinen Weg als Unternehmer im Bereich Frequenzmodulation und die Herausforderungen, sich nach einer Sportlerkarriere beruflich neu zu erfinden.

Keywords: Karriere nach Profisport, Unternehmer Sportler, Frequenzmodulation

Kern-Aussagen

  • Henning Fritz‘ Leistungseinbruch nach 2004 entstand nicht durch mangelndes Talent, sondern durch einen mentalen Wechsel vom Streben zum Verteidigen.
  • Der Versuch, den Titel „Welthandballer“ zu verteidigen, anstatt sich weiter individuell zu verbessern, war nach eigener Einschätzung ein entscheidender Denkfehler.
  • Burnout Symptome äußerten sich bei Fritz durch den Verlust von Reflexen, Fokussierungsfähigkeit und emotionaler Energie im Spiel.
  • Die Degradierung vom Stammtorhüter zur Nummer drei empfand Fritz als emotionale Kränkung, die seine Abwärtsspirale weiter beschleunigte.
  • Während seiner aktiven Karriere war Fritz zu wenig dankbar für seine Erfolge, weil er ständig dem nächsten Ziel hinterherjagte.
  • Das Umfeld eines Sportlers reagiert auf Leistungsabfall oft mit Distanz, was die psychische Belastung zusätzlich verstärkt.
  • Achtsamkeit und das Erkennen eigener emotionaler Muster sind laut Fritz entscheidende Werkzeuge, um aus destruktiven Spiralen auszubrechen.
  • Fritz sieht persönliches Wachstum darin, wenn man auf Rückschläge schneller und gelassener reagieren kann als zuvor.
  • Als Unternehmer im Bereich Frequenzmodulation verbindet Fritz heute seine sportlichen Erfahrungen mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
  • Fritz betont, dass es im Leben nicht nur um Höchstleistung geht, sondern um die Fähigkeit, auch in schwierigen Phasen bei sich zu bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Warum hatte Henning Fritz nach 2004 Burnout Symptome?

Nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Karriere mit Europameistertitel, Olympia Silber und der Wahl zum Welthandballer wechselte Fritz mental vom Streben zum Verteidigen. Dieser Perspektivwechsel, kombiniert mit mangelnder Regeneration und hohem Erwartungsdruck, führte zu einem Verlust seiner Leistungsfähigkeit und Burnout Symptomen.

Was war Henning Fritz‘ größter Erfolg im Handball?

Henning Fritz wurde 2004 als erster Torwart überhaupt zum Welthandballer des Jahres gewählt. Im selben Jahr wurde er Europameister und gewann die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Athen. 2007 wurde er zudem Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft.

Was meint Henning Fritz mit „es war einfacher zu jagen als zu verteidigen“?

Fritz beschreibt, dass er sich während seiner gesamten Karriere stets nach vorne entwickelt hat und immer ein nächstes Ziel hatte. Nachdem er als Welthandballer auf dem Gipfel stand, dachte er plötzlich daran, diesen Status zu verteidigen, anstatt weiter zu wachsen. Diese defensive Denkweise blockierte seine natürliche Leistungsfähigkeit.

Was macht Henning Fritz heute beruflich?

Henning Fritz ist als Unternehmer im Bereich Frequenzmodulation tätig. Er beschäftigt sich mit Technologien, die über Frequenzen das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Menschen positiv beeinflussen sollen, und verbindet dabei seine Erfahrungen aus dem Spitzensport mit neuen wissenschaftlichen Ansätzen.

Wie hat Henning Fritz seinen Burnout überwunden?

Fritz beschreibt seinen Weg aus dem Burnout als einen Prozess, der durch Selbstreflexion, Achtsamkeit und ein neues Verständnis von Dankbarkeit geprägt war. Er lernte, seine eigenen emotionalen Muster zu erkennen und destruktive Gedankenspiralen zu durchbrechen, anstatt sich ausschließlich über sportliche Leistung zu definieren.

Welche Rolle spielt Achtsamkeit im Mindset von Henning Fritz?

Achtsamkeit ist für Fritz heute ein zentrales Werkzeug, um frühzeitig zu erkennen, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Er betont, dass es darum geht, die eigenen Emotionen und Gedanken bewusst wahrzunehmen, anstatt ihnen blind zu folgen, und so schneller auf Herausforderungen reagieren zu können.

Was ist Frequenzmodulation im Kontext von Henning Fritz‘ Arbeit?

Frequenzmodulation bezeichnet in Fritz‘ unternehmerischem Kontext den Einsatz bestimmter Frequenzen, um das körperliche und mentale Wohlbefinden zu verbessern. Die Idee basiert darauf, dass der menschliche Körper auf verschiedene Frequenzen reagiert und diese gezielt zur Leistungssteigerung und Regeneration eingesetzt werden können.

Woran erkennt man laut Henning Fritz, dass man sich mental weiterentwickelt hat?

Laut Fritz zeigt sich mentale Weiterentwicklung darin, dass man auf Rückschläge und schwierige Situationen schneller und gelassener reagiert als zuvor. Der Maßstab ist nicht, ob man noch Probleme hat, sondern wie man mit ihnen umgeht und wie schnell man wieder in ein positives Gleichgewicht findet.

Highlight-Zitate

„Bis dahin habe ich immer etwas angestrebt, besser zu werden. Und gefühlt durch diese Ehrung stand ich jetzt ganz oben. Und in meinem Bewusstsein hatte ich jetzt was zu verteidigen.“

– Henning Fritz

„Es war aus meiner Sicht der Fehler, überhaupt den Gedanken zu haben, was verteidigen zu müssen. Weil das ja Quatsch ist.“

– Henning Fritz

„Mir fehlte die Energie von innen Leistung zu bringen. Also was mich damals ausgezeichnet hat, war, dass ich mich in so ein Spiel richtig reinbeißen konnte. Und das war mit einmal nicht mehr möglich.“

– Henning Fritz

„Nicht mehr zu spielen, das ist ja dein Lob oder das, wonach du dich sehnst. Zu zeigen, was du kannst, das Publikum zu begeistern, das applaudiert. Das ist ja deine Genugtuung.“

– Henning Fritz

„Du bist in einem Gedankenkarussell, was nicht mehr optimistisch und positiv ist, sondern was dich lähmt.“

– Henning Fritz

„Ich bin natürlich sehr dankbar, dass ich so eine Karriere leben durfte.“

– Henning Fritz

„Aus meiner heutigen Sicht würde ich so herangehen, wie kann ich mich weiter individuell verbessern, um so leistungsfähig zu sein.“

– Henning Fritz


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset. Zur heutigen Folge habe ich eine kleine Info für euch. Ich durfte wieder ein Interview führen. Dieses Mal mit dem Profi-Handballer oder ehemaligen Profi-Handballer Henning Fritz. Unglaublich interessanter Mensch. So wirklich, muss ich wirklich sagen. Er hat allein im Jahr 2004, war er zum Beispiel Welthandballer des Jahres, Europameister, holte die Silbermedaille bei Olympia und noch vieles mehr. Und dann kam interessanterweise 2005 eine eher dunklere Phase für ihn, wo er ja geprägt von, ja ich sage es mal, Leistungsabfall und Burnout-Symptome, also wo er mit Burnout-Symptomen zu kämpfen hatte.

Für mich war dann natürlich die Frage, wie man in einem Jahr so überragend sein kann und dann im darauffolgenden Jahr seine Leistung auf einmal nicht mehr abrufen kann. Seine Antwort war auch super offen und transparent. Er hat gesagt, ja sinngemäß, es war für ihn einfacher, den ersten Platz zu jagen, wie den ersten Platz zu verteidigen. Also super interessanter Podcast heute. Ihr könnt, wenn ihr wollt, das ganze auf YouTube euch anschauen oder einfach hier im Podcast bleiben. So, nun genug geredet, viel Spaß mit dem Interview.

Und ein halbes Jahr später, dann habe ich als erster Torwart die Ehrung zum Welthandballer bekommen und war jetzt gefühlt auf der absoluten Spitze. Also bis dahin habe ich immer etwas angestrebt, besser zu werden und und und und gefühlt durch diese Ehrung stand ich jetzt ganz oben. Und in meinem Bewusstsein hatte ich jetzt was zu verteidigen. Also eigentlich vom Kopf her habe ich vielleicht da einen kleinen Fehler gemacht, da ich gesagt habe, okay, jetzt muss ich einen vermeintlichen Titel verteidigen, anstatt weiter nach etwas zu streben.

Henning, tausend Dank, dass du dir Zeit genommen hast, heute mit mir über deinen Mindset zu sprechen. Vielen Dank, dass du da bist. Ja Reza, ich freue mich auch. Vielen Dank für die Einladung. Ja, danke. Also ich habe es, glaube ich, vorhin schon gesagt. Mir kam es so vor, als ob ich dich schon kenne. Ich habe dich vorhin natürlich gegoogelt. Man kennt dich natürlich auch, wenn man Sportlergeister ist. Ich glaube, es gibt ganz wenige Menschen in Deutschland, die so viele Titel eingefahren haben wie du. 2004 warst du Europameister.

Du warst Welthandballer des Jahres, als erster Torhüter ever. Das ist auch ziemlich interessant. Du warst 2007 Weltmeister. Deutscher Meister, Pokalsieger, alles hast du irgendwie mal mitgemacht. Also von daher vielen Dank, dass du heute mit dabei bist. Die erste Frage, die ich auch direkt habe, was macht man eigentlich nach so einer tollen Karriere? Ja, also erstmal bin ich natürlich sehr dankbar, dass ich so eine Karriere leben durfte. Und ja, nach dieser Karriere habe ich mir auch viele Gedanken gemacht.

Manche Dinge ergeben sich. Ich wollte erst mal am Sport weiterhin bleiben. Es war jetzt nicht die Möglichkeit für mich da, dass ich direkt im Handball bleibe. Habe versucht, mich im Bereich Fitness zu bewegen, aber habe gemerkt, dass das auf der einen Seite ja als Unternehmer vielleicht noch nicht, ich noch nicht so weit bin und erst mal mich noch ein bisschen weiter qualifizieren muss. Habe viele Dinge entsprechend ausprobiert und nutze die momentane Situation, um mir tatsächlich Gedanken zu machen.

Ich bin jetzt 47, wie die nächsten Lebens- und Arbeitsjahre weitergehen sollen. Vielleicht auch die Frage, hast du im Handball eigentlich alles erreicht, was du erreichen wolltest? Naja, diese Wünsche kommen ja eigentlich während der Karriere. Also als ich 18 war, wusste ich noch nicht, dass ich auch bei Bundesliga spielen werde und darf. Und wenn du dann den ersten Titel gewonnen hast, also den habe ich dann mit 22, habe ich in Magdeburg den Pokalsieg errungen, da bekommt man dann so ein bisschen Lust und Laune, wo du dann merkst, okay, du spielst jetzt nicht nur Bundesliga, sondern kannst sogar Titel gewinnen, dann willst du natürlich mehr.

Und damit kommen dann entsprechende Begehrlichkeiten. Und als es dann mir gelungen ist, auf nationaler und internationaler Ebene Titel zu gewinnen, dann ist natürlich nach oben alles offen und da blieb mir leider der Olympiasieg verwehrt. 2004 waren wir 35 Minuten dran gegen die Kroaten, haben wir geführt und ja, dann hat uns vielleicht ein bisschen die Überzeugung, sie dann verloren gegangen, dieses Spiel noch für uns zu gestalten. Also der Olympiasieg, der ist mir verwehrt geblieben, aber ansonsten glaube ich, konnte ich alles erreichen.

Ich würde aber trotzdem sagen, meckern auf sehr hohem Niveau. Also gerade 2004 war ja so ein, ich sag jetzt mal, super spannendes Jahr für dich. Also ich konnte es natürlich nur aus der Ferne beobachten. Aber was ich auch unglaublich toll bei dir finde, ist, du hast sehr transparent auch immer, ich sage jetzt mal, nicht nur über die Höhen, sondern auch über die Tiefen gesprochen. Du hast zum Beispiel 2005 gesagt gehabt, du hattest Burnout-Symptome. Das hatte ich so mitbekommen gehabt. Wie kommt es, dass man in 2004 so erfolgreich ist und dann ein Jahr später quasi Symptome hat von einem Burnout?

Fortsetzung

Ich weiß gar nicht, ob ich das richtig ausdrücke. Vielleicht kannst du darauf eingehen, wie das dazu gekommen ist. Ja, also ich bin jetzt ja nicht der Torhüter gewesen, der mit 18, 19 Jahren schon der Top-Torwart war, sondern ich hatte ein Talent und hatte natürlich ein großes Interesse und Ehrgeiz, immer der Beste zu sein. Und wenn ich die Karriere Revue passieren lasse, habe ich mich eigentlich von Jahr zu Jahr so in kleinen Schritten immer weiterentwickelt. Ich hatte Trainer, die mir die Möglichkeit gegeben haben, hochklassisch zu spielen, viele Spielanteile zu bekommen.

Und das Jahr 2004 war im Endeffekt die Spitze. Also ich habe beim THW Kiel damals gespielt, einem Verein, der sehr erfolgreich war, wo die Ansprüche auch sehr groß waren, wo das Thema Regeneration nicht unbedingt im Vordergrund stand, sondern ich habe einfach viele Spielanteile gehabt und viel gespielt, wenig Pausen gehabt, aber bin getragen gewesen durch den Erfolg, also die Euphorie. Du schwimmst dann auf so eine Erfolgswelle und dann brauchst du das auch alles nicht, diese Regeneration, weil du willst einfach immer weiter und so weiter und so fort.

Du hast es angesprochen, 2004 Europameister. Ich bin in diesem Turnier als bester Torwart geehrt worden. Ein halbes Jahr später Olympia in Athen, da haben wir im Finale die Silbermedaille gewonnen. Auch da bin ich als bester Torwart geehrt worden. Und ein halbes Jahr später dann habe ich als erster Torwart die Ehrung zum Welthandballer bekommen. Und war jetzt gefühlt auf der absoluten Spitze. Also bis dahin habe ich immer etwas angestrebt, besser zu werden und und und und gefühlt. Durch diese Ehrung stand ich jetzt ganz oben.

Und in meinem Bewusstsein hatte ich jetzt etwas zu verteidigen. Also eigentlich vom Kopf her habe ich vielleicht da einen kleinen Fehler gemacht, da ich gesagt habe, okay, jetzt muss ich einen vermeintlichen Titel verteidigen, anstatt weiter nach etwas zu streben. Und das kann ein Punkt sein. Also es ist jetzt müßig zu sagen, woran hat es jetzt gelegen, weil das sehr komplexes Thema ist. Und dann kam es tatsächlich dazu, dass ich nicht mehr in der Lage war, diese Leistung abzurufen. Also mir fehlte die Energie von innen Leistung zu bringen.

Also was mich damals ausgezeichnet hat, war, dass ich mich in so ein Spiel richtig reinbeißen konnte. Dass ich den Ball gut fokussieren konnte. Also dass ich lange stehen konnte und mit einer kurzen, schnellen Bewegung den Ball parieren kann. Ich glaube, deine Reflexe waren quasi. Genau. Ja, die Reflexe. Und das mit einmal ging verloren. Also Beweglichkeit, Fokussierung, die Emotionen. Ich bin ja jemand gewesen, der sich sehr stark in so ein Spiel reinbeißen konnte. Und mit den Topspielern der anderen Mannschaft dann so kleine, verbale Duelle geführt habe, das zeichnete mein Spiel einfach aus.

Und das war mit einmal nicht mehr möglich. Und damit war das, was mich bis dahin stark gemacht hat, mir genommen. Und die Qualität, die dann noch da war, hat nicht ausgereicht, um auf absolutem Spitzenniveau zu spielen. Und man hat mich ja daran gemessen. Also nicht nur ich habe mich ja daran gemessen, sondern auch die Öffentlichkeit. Und sagte, ja jetzt hat er die und die Titel. Und mit einmal ist das nicht mehr, will er jetzt nicht mehr. Oder dann, ich weiß ja nicht, wie die Öffentlichkeit dann denkt.

Zumindest war so mein Denken, wie wirkt das in der Öffentlichkeit und und und. Und damit bist du in einem Gedankenkarussell, was nicht mehr optimistisch und positiv ist, sondern was dich lähmt. Die Gedanken kreisten dann nur noch vor jedem Training. Denk daran heute, gib alles, sei positiv und und und. Was selbstverständlich bis dahin war. Zu jedem Training glaube ich nicht. Ich habe alles gegeben. Da waren mal Tage gut, da waren mal vielleicht nicht so ganz positiv, aber du hattest dein Level. Und das habe ich dann verloren gehabt.

Und damit war einfach diese absolute Spitzenleistung nicht mehr möglich. Das hat mich natürlich dann auch gekränkt. Und die Spirale, von der ich eben gesprochen habe, vom 18, 19-Jährigen zum erfolgreichen Torwart. So ging diese Spirale jetzt langsam nach unten. Und das war natürlich sehr deprimierend. Weil, wie gesagt, ich ja das eine oder andere jetzt mit mir getragen habe. Welthandbarer diese Erfolge. Und der Verein auch erkannt hat, ja gut, der Henning kann diese Leistung nicht mehr abrufen. Da holen wir kurzfristig einen dritten Torwart dazu.

Mit einmal war ich nur noch Nummer 3. Also was diese, dass du nicht mehr diese Leistung bringen kannst, ja noch verstärkt hat. Also erstmal hast du wenig Spielanteile. Dann, und ich glaube das ist ein ganz wichtiger Punkt, ist ja das Emotionale. Das ist ja eine Beleidigung, jetzt nur noch Nummer 3 zu sein. Also nicht nur ausgewechselt zu werden, sondern gar nicht mehr zu spielen. Und eigentlich nur noch zu trainieren und und und. Und das war eine sehr, sehr harte Zeit. Warst du gekränkt dadurch gefallen?

Fortsetzung

Ja, das war eine emotionale Kränkung. So habe ich das empfunden. Weil nicht mehr zu spielen, das ist ja dein Lob oder das, wonach du dich sehnst. Zu zeigen, was du kannst, das Publikum zu begeistern, das applaudiert. Du gewinnst im Idealfall und und und. Das ist ja deine Genugtuung. Ja, natürlich ist es ein Job und wir haben zu der Zeit natürlich auch gutes Geld verdient. Gar keine Frage. Aber das ist ja nicht das, was sich antreibt, jeden Tag zum Training zu gehen, zum Spiel zu gehen und und und. Das machst du vielleicht, wenn wir mal so von dem normalen Zyklus reden, 3-Jahres-Verträge.

Da geht es dann einmal um diesen Vertrag und wenn das erledigt ist, dann geht es nur darum, wie kann ich mich verbessern, um erfolgreich zu sein. Habe ich dich richtig verstanden, dass es im Grunde für dich einfacher war, vom Gedankengang her zu sagen, ich will der Beste sein, der ich sein kann und dann, als es mal soweit war, war es schwierig, das zu verteidigen. Es war einfacher. Es war aus meiner Sicht der Fehler, überhaupt den Gedanken zu haben, was verteidigen zu müssen. Weil das ja Quatsch ist.

Sondern aus meiner heutigen Sicht würde ich so herangehen, wie kann ich mich weiter individuell verbessern, um so leistungsfähig zu sein. Weil ich bin natürlich dann auch in ein Alter langsam gekommen, Anfang 30, bestes Torwartalter. Aber es gilt, es galt und da war mein Bewusstsein und mein Wissen damals noch nicht so weit, da ich nur getrieben war und fast nur im Tor stand, wo ich heute sagen würde, achte mehr auf deine Basics. Also Grundlagenausdauer, die du im Tor ja dann über die Saison auch verlierst.

Und dadurch, dass wir dann ja doch meist auch in den normalen Trainingseinheiten nur im Tor gestanden haben, gehen gewisse Basics einfach verloren. Du bist dann mit Sicherheit gut im Tor, aber du brauchst ja trotzdem deine Grundlagenausdauer. Kraft und so weiter und so fort. Und das Wissen hatte ich damals nicht. Wie gesagt, da bin ich heute glaube ich etwas schlauer und würde die Empfehlungen, ob jetzt jungen Torhütern oder jungen Sportlern geben, mehr auf die Basics zu achten. Weil die Begrifflichkeit kennt man ja auch wie das Haus, das Fundament.

Wenn das Fundament nicht gut ist, wenn oben Druck draufkommt, dann bricht das zusammen. Und ich glaube, da würde ich heute auch einiges anders machen. Ich will jetzt auch nicht zu tief in die Wunde quasi reingreifen, aber du hast auch gemeint gehabt, das war ja, so ist verstanden, aber auch unangenehm, der Dritte auf einmal, der Dritte Torwart zu sein. War das dir sozusagen, ich sag es mal, peinlich? Hattest du irgendwie Befürchtungen, dass deine bekannte Familie, Freunde dich irgendwie mit anderen Augen sehen?

Nein, das nicht, aber ich glaube schon, dass das auch ein bisschen mit Ego zu tun hat. Also ich meine, du brauchst ein gewisses Ego, um überhaupt dahin zu kommen. Und das Ego war, vielleicht war das Ego gekränkt. Der kleine Henning, der da drin sitzt, der war gekränkt. Wie kann das jetzt sein? Ich meine, ich bin ja jetzt hier der Henning Fritz, Nationaltorhüter, hab das und das erreicht und jetzt bin ich nur Nummer drei. Welthandballer. Genau, aus der Sicht der Verantwortlichen. Im Nachgang. Gut, wie man damit umgegangen ist, darüber kann man vielleicht diskutieren, aber rein, dass sie Entscheidungen treffen mussten, völlig nachvollziehbar.

Ich hatte aber damals keine Lösung, wie ich aus dieser Situation komme, wieder Leistung zu bringen. Ja, sondern ich war nur in diesem emotionalen Gefängnis mehr oder weniger drinnen. Der kleine Henning ist beleidigt, das kleine Ego, und das sind ja keine mentalen Zustände, die dir wieder neue Kraft geben, sondern du hängst dann in diesem Gedankenkarussell fest und ich hatte, wie gesagt, keine Ideen, wie ich kurzfristig da rauskomme. Ich habe nicht das Torwartspielen verlernt gehabt, sondern es wäre vielleicht in dem Fall notwendig gewesen, wenn man es analysiert hätte, dass man wirklich sagt, okay, vielleicht nicht halbes Jahr raus, aber einfach runterfahren, regenerieren, Basics wieder stärken, mental dich wieder aufbauen, die Erfolge, die bis dahin waren, abhaken, nach vorne.

Wie komme ich da wieder hin? Also nicht wieder, wie werde ich als Weltmeister, sondern wie wieder in kleinen Schritten anfangen? Weißt du, man hat dann gleich gedacht, wie werde ich Weltmeister? Das geht nicht. Du musst die kleinen Schritte wieder machen, die Basics, um dann da wieder hinzukommen. Wie gesagt, da ist das Wissen heute deutlich weiter. Ich kann das absolut nachvollziehen, was du sagst. Ich habe es zwar nicht auf dem Level jetzt wie du gemacht, aber ich hatte damals auch eine Firma, die am Anfang ziemlich gut lief, und dann kamen ein paar, ich sage es mal, nicht so gute Entscheidungen, und dann war ich auf einmal vor so einem Scherbenhaufen, kann man sagen.

Und es war auch für mich ganz schwierig, erstmal aus diesem Gedankenstrudel wieder rauszukommen, mich wieder herauszuraffen, zu gucken, okay, hey, ich muss wieder Schritt für Schritt vorankommen. Und ich finde es sehr interessant, dass du gesagt hast, du hattest nicht im Kopf sofort wieder Weltmeister zu werden, sondern du wolltest das wieder strukturiert langsam aufbauen. Ja, das hatte ich damals vielleicht noch nicht, weil heute würde ich das so sagen, und ich glaube, es gehört einfach mit zum Leben dazu, bis dahin ging es für mich sportlich immer, die Linie ging immer in kleinen Schritten nach oben.

Fortsetzung

Weißt du? So und ich war es nicht gewohnt, jetzt mit einer, ich sage mal, persönlichen Niederlage umzugehen. Als kleiner Junge warst du es gewohnt, da hattest du ja noch nicht den Anspruch, da oben, da wusstest du ja auch noch nicht, wie das da ist, da hinzukommen. Aber dadurch, dass die Linie so Schritt für Schritt nach oben kam, und mit einem kam jetzt ein Hammer, da warst du es gewohnt, weil da wirst du auch nicht darauf vorbereitet. Und deswegen, glaube ich, ist es egal, ob im Sport oder auch im Geschäftsleben, die Basics, da ist es dann vielleicht weiter sich zu entwickeln, das Produkt zu verbessern und, und, und.

So, wenn ich jetzt ein Jahr hatte, wo es übermäßig gut lief, nicht zu erwarten, dass das nächste genauso läuft. Ja, sondern wir sind ja von ganz vielen Dingen abhängig, ob als Unternehmer oder ich als Sportler, so als Sportler wirst du älter. Wir wissen, dass der Körper sich, ich glaube, so alle sieben Jahre verändert. Das Bewusstsein hatte ich damals nicht, das geht immer weiter so. So, und das sind Dinge, die einfach zum Leben mit dazugehören, und deswegen weiß ich es heute natürlich anders zu schätzen, als ich es damals hatte.

Damals habe ich es vorausgesetzt, dass mein Körper funktioniert. Heute sehe ich das anders und sage, okay, wir müssen da wieder ein bisschen mehr in die Linie, um eine gewisse Leistungsfähigkeit entweder zu konservieren und zu halten, oder aber den Verfall mit zunehmendem Alter etwas zu verlangsamen. Ja, du hast gerade einen sehr wichtigen Stichpunkt gesagt, etwas zu schätzen wissen. Jetzt von außen betrachtet, ich habe jetzt natürlich deine Karriere so ein bisschen verfolgt, habe noch nachgelesen, wann du wo warst, und mir kam es an, dass du in deinem Alter etwas zu verlangsamen.

Ich habe jetzt natürlich deine Karriere so ein bisschen verfolgt, habe noch nachgelesen, wann du wo warst, und mir kam das so ein bisschen vor, oder ich habe mir die Frage gestellt, 2005, als du, ich sage es mal, die ersten Burnout-Symptome hattest, warst du da trotzdem noch dankbar für die Karriere, die du vorher schon irgendwie erreicht hattest? Also Dankbarkeit ist bei mir im Project Mindset extrem wichtig, ich sage das als Kernthema, deswegen habe ich mich gefragt, wie bist du damals mit dem Thema Dankbarkeit umgedanken?

Weil du hast ja schon vieles erreicht gehabt. Dann ist man ja erstmal vielleicht auch dankbar, dass man das überhaupt hatte, diese Perspektive auf etwas hatte. Also ich glaube, in der Zeit des professionellen Handballs war ich vielleicht noch nicht so reif und emotional noch nicht so weit, dass ich diese Dankbarkeit, dass ich die gespürt habe, weil das war eher dieses, ich möchte weiter und mehr und mehr und mehr. Heute, mit etwas Abstand, habe ich dazu natürlich eine hohe Dankbarkeit, dass ich meinen Traum leben durfte, dass ich meinen Hobby zum Beruf machen durfte auf der einen Seite und also nicht nur zum Beruf, sondern dass ich da auch so erfolgreich sein durfte, also in der Öffentlichkeit zu stehen, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben, GR zu werden, ich meine, das ist ja eine ganz tolle Sache und ein Traum.

Darüber habe ich heute eine große Dankbarkeit und deswegen ist es mir auch wichtig, über diese Dinge, die vielleicht in der Öffentlichkeit eher verdeckt wären, also so Burnout-Symptome oder sowas, die gehören aber zum Leben mit dazu und deswegen rede ich darüber offen, weil ich glaube, dass es viele gibt, die ähnliche Symptome haben, aber oftmals dann sagen, ach Gott, vielleicht bin ich falsch oder jenes, dass das nicht stimmt. Es gibt viele Menschen, die ähnliche Erfahrungen haben, jeder geht damit unterschiedlich um und es geht darum, die Menschen zu sensibilisieren und für sich eine Idee zu bekommen, Mensch, wo kann ich bei mir anfangen, ja, weil wir sind ja immer schnell im Außen, also dass andere schuld sind an irgendeiner persönlichen Situation, das war ich damals auch, dann war es der Trainer oder dies oder das, oder die Abwehr war nicht gut genug oder wie auch immer, nein, wir müssen eigentlich immer, egal bei welchem Thema, immer erstmal bei uns anfangen und da ist mein Bewusstsein heute, also auch da mit Abstand vom Handball anders als damals.

Ich glaube aber auch, dass der Handball, dass der Druck in dem Moment, dadurch, dass du ja in der Öffentlichkeit stehst, Medien und so weiter, der Druck so groß ist, dass man dort immer erstmal schnell auf Abwehrhaltung ist und heute, wo ich diesen Druck nicht mehr habe und dieses Empfinden auch nicht mehr habe, deutlich entspannter damit umgehen kann, als ich es damals konnte. Es mag Athleten geben, die auch zu ihrer aktiven Zeit deutlich reflektierter sind und schon auch zu ihrer aktiven Zeit etwas förderlich ist, gar keine Frage, ich war das damals noch nicht.

Ich glaube, dass ich vieles erst nach meiner Karriere bewusster mache und deswegen gerne versuche darüber zu sprechen, um im Idealfall präventiv, dass viele sich im Vorfeld schon mal darüber Gedanken machen und sensibilisieren, beziehungsweise auch für die Menschen, die im normalen Berufsleben sind, dass sie sagen, Mensch, den Sportlern geht es ja genauso. Ich kann ganz gut nachvollziehen das Empfinden und ich spüre das bei mir auch, dass es aber Lösungen gibt. Es gibt immer Lösungen. Und wichtig ist, glaube ich, einfach Gespräche zu führen.

Deswegen reden wir ja auch darüber, dass es ein normaler Zustand ist, dass es manchmal auch, man merkt immer wieder, dass Menschen, die in einem gewissen Lebensabschnitt sind, also wenn du mit dem 20-Jährigen über das Thema redest, der wird dir sagen, wovon redet der alte Mann? Redest du mit jemandem, ich sage mal vielleicht mit Anfang, Mitte 30, der dann vielleicht schon 10 Jahre Berufsleben hinter sich hat, der dann Familie hat und und und. Das sind alles Dinge, die an uns ziehen. Verantwortung, Druck, also ich sage mal Geld verdienen zu müssen, um Kredit und dies und jenes zu bezahlen.

Fortsetzung

Das ist Verantwortung, was das Leben nicht mehr so leicht macht wie mit 20. Und dieser Verantwortung müssen wir uns stellen und Lösungen finden und aber auch vielleicht in uns drinnen Lösungen finden, dass es nicht immer nur in diesem Mühlrad zu rennen, sondern dass wir auch mal zur Ruhe kommen müssen. Und das ist halt die große Herausforderung. Absolut. Apropos zur Ruhe kommen, also bei dir ging es ja auch direkt weiter quasi als Unternehmer. Dazu komme ich auch gleich. Aber bevor ich zu diesem Bereich gehe, du hast ja jetzt nochmal in der Saison gespielt.

Wie kam es dazu, dass du gesagt hast, ich probiere es nochmal aus? Ja, der Trainer von Flensburg, Mike Machula, ist ja ist mein Schwager auf der einen Seite und auf der anderen Seite. Ja, hatten sie ein Torwartproblem und er fragte mich irgendwann, wie fit ich bin. Und die Andeutung, die überraschte mich etwas. Ja, und er hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, nochmal zu spielen. Ich wusste, es ging um Monat, um einen Monat nochmal zu spielen. Und ich habe mich in den letzten Jahren fit gehalten.

Das war die Grundvoraussetzung, dass ich dieses Abenteuer überhaupt eingehe. Und ich war natürlich, das war auch diese Konstellation, wo ich gesagt habe, okay, wenn die Konstellation so ist, dann kann ich mir das auch vorstellen, nochmal zu machen. Ja, es war sehr spannend. Da habe ich eine sehr große Dankbarkeit heute, dass ich diese Möglichkeit nochmal bekommen habe. Und was interessant ist, ich habe ja sechs Jahre für den THW Kiel gespielt. Und Flensburg und Kiel, da ist ja eine starke Rivalität, wofür ich eine große Dankbarkeit habe, dass die Fans tatsächlich bei der Verabschiedung Standing Ovation mir gegeben haben.

Und das bei den größten Rivalen. Also das ist echt eine tolle Geste der Fans und des Umfelds. Also wie ich dort aufgenommen wurde, war fantastisch. Und deswegen finde ich auch nochmal ein ganz tolles Erlebnis. Er spricht ja auf jeden Fall für den Mensch, Henning. Muss ich sagen, dass die gegnerischen Fans das total respektieren. Mega. Kommen wir nun zum Unternehmerteil. Du machst jetzt aktuell super spannende Dinge. Ich glaube du machst quasi die Dinge, die du dir wahrscheinlich sogar damals gewünscht hättest, als Information zum Performen.

Also was muss ich denn tun oder was kann ich denn tun, um besser zu performen? Du beschäftigst dich mit Regeneration, war das auf der einen Seite, aber vielleicht geht es am besten. Ja, also NeuroNavi heißt ja das Start-up. Und die Idee, die hinter NeuroNavi steht, habe ich damals, also im Vorfeld der WM 2007, auch schon in Anspruch genommen, um wieder leistungsfähig zu werden. Bei NeuroNavi im Endeffekt arbeiten wir mit Frequenzmodulation. Wir triggern das vegetative Nervensystem und haben somit die Möglichkeit, Bereiche, die notwendig sind, um wieder leistungsfähig zu werden, zu aktivieren.

In wenigen Worten, wir unterstützen im Endeffekt das körpereigene System bei einer besseren Regeneration. Das System ist ja doch sehr, sehr komplex. Und wir triggern das im Endeffekt über Musik. Man kann das über Musik, über verschiedene Wege machen. Am Ende wissen wir ja, dass alles Frequenzen sind. Wie Lichtfrequenz es hat, gibt es auch der Ton natürlich eine gewisse Frequenz. Und wir haben jetzt mittlerweile seit über 25 Jahren Erfahrung in diesem Bereich, wo wir super Möglichkeiten haben, das ganz individualisiert abzustimmen.

Und die Krankheitssymptome gehen über Burnout, Tinnitus, Migräne und und und. Das sind ja ganz viele alltägliche Symptome. Und es gibt hier Möglichkeiten, den Körper bei der Selbstheilung zu unterstützen. Und das halte ich für sehr spannend, weil es ein Thema ist, was quer durch die Gesellschaft geht. Also alles, was eigentlich mit Stress zu tun macht, das Thema Lernen bei Kindern. Wir haben über das Business gesprochen. Manager, die Termin, Umsatz, Druck und was weiß ich nicht geprägt sind. Die Hausfrau, die den Haushalt, das ist ja jetzt auch nicht ein 6-Stunden-Tag, sondern Fulltime.

Der medizinische Bereich, also was der Mediziner im Endeffekt mit seinen Händen macht. Er unterstützt ja dabei auch das System bei der Selbstheilung. Das machen wir im Endeffekt ja über die Ohren. Und ich glaube, dass der Mediziner zu schätzen weiß, was ihm hilft bei der Regeneration beziehungsweise bei der Beschleunigung der Regeneration. Also es geht im Endeffekt, der Bedarf ist quer durch die Gesellschaft. Und die Herausforderung ist es eigentlich zu individualisieren. Da sind wir dran. Und deswegen halte ich das Thema für sehr, sehr spannend.

Ich kann es mir vorstellen. Kopfhörer. Genau. Also Kopfhörer, im Moment haben wir die Möglichkeit über Hardware, wo wir diese großen Daten hinterlegen. Wir sind dran in der heutigen Zeit natürlich das digital anzubieten, um es, die meisten haben ja einen Abspielgerät und haben auch eigene Kopfhörer. Kopfhörer sollten natürlich eine hohe Qualität haben und sollten Over-Ear sein, um entsprechend den Schall in dieser Ohrmuschel oder dazwischen optimal entwickeln zu können. Genau. So ist die Verfahrensweise.

Fortsetzung

Aber wir haben mittlerweile auch schon Systeme, wo wir einen Raum beschallen können. Also der Raum wird im Endeffekt ausgemessen mit einem geringen Mikrofon, um entsprechend zu sehen, wie sich der Schall in diesem Raum entwickelt, um dann ein Lautsprechersystem zu kreieren, das genau auf diesem Raum abgestimmt ist. Kannst du noch mal auf das Thema Frequenzen eingehen? Weil so aus dem Blickwinkel habe ich es noch gar nicht gesehen gehabt. Ja. Ja, Frequenz ist im Endeffekt, die Frequenz, die wir abspielen, trifft im Endeffekt aufs Trommelfell.

Das Trommelfell hat über Muskeln und Fasern einen vegetativen System. Und so funktioniert dann die Stimulierung. Genau. Und wie gesagt, Frequenzen haben wir die Möglichkeit, über Licht wahrzunehmen. Also wir wissen ja auch, dass gewisse Lichtfrequenzen uns auf der einen Seite aktivieren können oder auch zur Ruhe bringen können. Und genauso machen wir das mit diesen Tonfrequenzen, die man im Ideal über Musik abspielen kann. Also die Musik, wenn wir jetzt Musik haben, die einen beruhigt, die eine steht auf Klassik.

Ich finde super Naturgeräusche. Die senden ja auch alle eine Frequenz aus, eine Grundfrequenz, die oftmals im Bereich des limbischen Systems ist. Also das heißt, unsere Emotionen anspricht. Aber die Frequenz, die wir im Endeffekt einbauen, die geht tatsächlich gezielt auf das vegetative System. Und da ist die Herausforderung, dass wir unterscheiden, zum Beispiel zwischen Mann und Frau, Alter, sind Vorerkrankungen bekannt. Und der Schlaf, das war damals bei mir ja auch ein Problem. Ich habe viel schlafen müssen, aber der Schlaf war nicht erholsam.

Also er war nicht in dieser Tiefschlafphase. Ich bin nicht in diese Tiefschlafphase reingekommen. Und das war die Problematik, um wieder regenerieren zu können. Und mit NeuroNavi haben wir diese Frequenzen, dass wir denjenigen in diese Tiefschlafphase reinbringen, um diese Schlafqualität einfach wieder zu verbessern. Wenn die Tiefschlafphase kommt, entstehen zum Beispiel diese Selbstheilungskräfte, dass Hormone ausgeschüttet werden, die, was weiß ich, galle Leber. Da geht es ja dann um Verdauung und so weiter und so fort, die notwendig sind, um uns leistungsfähig zu machen.

Also auf der einen Seite, um uns gut regenerieren zu lassen und durch diese gute Regeneration dann wieder am nächsten Tag leistungsfähig zu sein. Also jeder, der einen Tag leistungsfähig ist, so wissen viele, die dann halt vielleicht diesen guten Schlaf nicht mehr haben, wie ihnen das fehlt, um am Ende leistungsfähig zu sein. Und in diesem Bereich wollen wir arbeiten. Also du hast mich jetzt als Kunden quasi gewonnen. Ich habe auch teilweise, ich sage es mal, Schlagprobleme. Das liegt nicht nur wahrscheinlich an den zwei Kindern, die ich habe, sondern ich merke teilweise, dass das ein Problem ist.

Ich weiß auch, ich brauche so eine Zeit zum Runterkommen natürlich vom Schlafengehen, aber über das Thema Frequenzen habe ich tatsächlich noch nicht nachgedacht. Ich würde das gerne mal ausprobieren. Also Frequenzen betreffen uns ja den ganzen Tag. Also Elektronik, Strom ist ja auch eine Form von Frequenz, WLAN. Die wirken den ganzen Tag auf uns. Und in unserer elektronischen Welt, die wir heute haben, nehmen wir zum Beispiel einfach das Abrollgeräusch eines Reifens. Das ist eine Frequenz, die in Wellen kommt.

Den nehmen wir jetzt hier zum Beispiel in so einem Gebäude nicht wahr. Aber dieser Schall geht durch, also diese Frequenz und trifft auf dein Körpersystem. Und es gibt halt niederfrequente Frequenzen, die uns halt eher von unserer Performance verschlechtern. Und es gibt halt eine riesige Ebene, also wenn wir uns zum Beispiel mit positiven oder mit kreativen Dingen auseinandersetzen. Und da ist auch die Herausforderung, weil wir jetzt auch das eigene einschlafen, klar hängen wir da auch in Denkmustern drin.

Also habe ich Tätigkeiten, vielleicht einen Job, der mich nicht erfüllt, ärgere mich mit dem Stress, ärgere mich privat, bin ich erfüllt durch das, was ich tue. Natürlich sind Kinder was ganz Schönes und die geben einem ganz viel. Aber sie kosten auch viel Energie. Dann der regelmäßige Schlaf. Das ist auch Rhythmus. Ich glaube, der Mensch ist jemand, der schon Rhythmus auch braucht. Es tut uns manchmal gut, dass wir nicht immer das Gleiche machen. Aber gerade was den Schlaf angeht, ist es im Ideal so, dass wir einen gleichen Schlafrhythmus haben.

Das kann man auch noch besser kompensieren können, als wenn wir in diesem Thema schon 10, 15 Jahre sind. Weil dann kommt nämlich über diese dauerhafte, diese dauerhafte Fehlentwicklung, möchte ich mal sagen, ist der Körper irgendwann nicht mehr in der Lage, das zu kompensieren. Und da gibt es unterschiedliche Ansätze. Und einer kann zum Beispiel sein, weil du ja vorhin auch von diesem Thema, ich versuche sie auch mitzunehmen, dass natürlich der Konsum von Medien, ob das Smartphone, Laptop oder Fernsehen ist, eine gewisse Zeit vor dem Bett gehen einfach nicht mehr stattfindet.

Fortsetzung

Und dass man Dinge, die einem vielleicht auf der Seele liegen, verarbeitet, zu konfrontieren. Die Konfrontation kann sein, was beschäftigt mich im Moment am meisten. Ist es der Ärger mit dem Thema nicht zu verdammen oder zu schimpfen, sondern zu sagen, okay, lass es vielleicht zu. Die Konfrontation, wie gehe ich damit um? Also eine Lösung zu finden, weil sonst hänge ich emotional wieder in dem Ärger drin. Wir wollen ja eine Lösung finden. Wir wollen das ja auflösen. Und das zu konfrontieren heißt, eine Lösung zu finden.

Also mit meinem Vorgesetzten oder mit meinem Vorgesetzten. Und meist schieben wir aber genau diese unangenehmen Dinge weg. Haben sie vielleicht nicht aktuell in unserem Bewusstsein, aber das Unterbewusstsein weiß, dass es da ist. Und damit das Unterbewusstsein es loslassen kann, müssen wir es konfrontieren. Und so hat jeder von uns eigentlich Themen. Ob das, wie gesagt, das kann ja vieles sein, das ist die Möglichkeit, die Dinge aufzuschreiben und sie loslassen zu können. Ich glaube, das ist die große Aufgabe, die wir auch in unserem Leben haben, die bewältigen zu können.

Weil ich glaube, dieses Loslassen, weil wir in einer sehr materiellen Welt sind, wo wir gerne etwas anhäufen und festhalten, Dinge loslassen zu können und eigentlich gefühlt fast nur mit sich selbst alleine. Aber ich glaube, das ist die große Herausforderung, aus dem wenigen, was man hat, dass man sich selber verbessert in seinen Bereichen, um damit eine Zufriedenheit zu haben. Das ist eine Form von Glück, auch wenn sich das vielleicht ein bisschen doof anhört. Nein, ich bin absolut bei dir. Ich muss auch ganz stark an das Thema Achtsamkeit denken, dass man ein bisschen zu wenig darüber gesprochen.

Deswegen sage ich, wir werden zu wenig darauf vorbereitet. Das wäre eigentlich für mich ein Thema Schule, dass Kinder frühzeitig mit solchen Dingen konfrontiert werden. Es gibt auch viele Menschen, die haben das Bedürfnis, anderen zu helfen, was gut ist. Aber ich glaube, wenn jeder sich erst mal um sich kümmert, und das hat nichts mit dem, dass man sehr stark da drin ist und sehr gut, dann hilft er dem Schwächeren. Das ist völlig in Ordnung. Aber erst mal, wenn ich selber stark bin, kann ich anderen helfen.

Aber wenn ich jetzt selber nur anderen helfe und selber schwach werde, dann bin ich ja selber irgendwann kaputt. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir gerade, deswegen ist auch für mich das Thema Schule aufrechterhalten, dass wir diese Neugierde weiter aufrechterhalten, auch als Erwachsene. Das gibt uns eine Zufriedenheit. Wenn ich neugierig bin und mein Hobby habe, dann vergeht die Zeit im Fluge. Wenn wir Themen haben, die unangenehm sind, die auch zum Leben mit dazugehören, dann wie lange noch und ach Gott, usw.

Und darauf müsste aus meiner Sicht Schule uns besser vorbereiten auf die Wünsche. Und das wäre eigentlich so mein Wunsch, dass wir unsere Kinder besser auf das Leben vorbereiten. Weil du merkst in unserem Gespräch, wir haben die gleichen Probleme in vielen Themen, die uns dann ab einem gewissen Alter beschäftigen und dann fast durchziehen, wenn wir keine Lösung finden. Und im Ideal ist es so, dass wir gut präpariert sind, dass entweder diese Probleme oder so mein Wunsch, das ist ja auch das, was ich versuche, in diesem Gespräch zu sensibilisieren und die Leute auf die Dinge aufmerksam zu machen und Lösungen zu finden.

Darf ich dich nochmal fragen? Du hast gerade Erkennen gesagt. Wie erkenne ich denn, dass gerade was schief läuft? Ich frage bewusst, man ist ja meistens so in seinem Trott drin, so in seinem Tunnel quasi drin, aber ich habe gar nicht fest meine Situation. Ich kann mit einem nicht mehr so performen. Habe aber gar nicht links und rechts mitbekommen, was noch so läuft. Also zu reflektieren, wie ist die momentane Situation. Ja, ich habe ja mein Leben eigentlich nur daran festgemacht, wie perform ich im Tunnel.

Ja, auch eigentlich verrückt. Das ist ja auch eigentlich nicht Natur. Das ist ja auch in den menschlichen Lebensbereichen. Auch da bin ich noch in einem Prozess. Also da habe ich jetzt vielleicht auch nicht die 100% beste Lösung, aber ich glaube, der Begriff reflektieren und je regelmäßiger ich das mache, also alleine das, was wir jetzt gesagt haben, abends ins Bett sich legen und zu sagen, okay, was war heute am Tag? Die relevanten Sachen. Ich muss jetzt nicht mehr und vielleicht nicht zu bewerten. Wir sind ja immer schnell im bewerten Gut, richtig, ich will mehr, dies und jenes, sondern einfach nur es auf mich wirken zu lassen.

Und ich glaube, dass wir die Fähigkeit als Mensch haben, Lösungen dort zu finden, nur wir sind aufgrund der Schnelllebigkeit und die Dinge, die um uns drum herum sind, so ein bisschen diesen Kontakt zu sagen, ich muss mehr Umsatz machen, ich muss mehr Gewinn machen, also dieses zahlengetriebene uns mehr prägt als dieses Bauchgefühl. Und ich glaube, wenn es uns gelingt, diese Balance zu finden und diese Ruhe zu finden, dass wir dann auch wieder einen Zugang dazu haben, dass wenn ich mich mit gewissen Dingen konfrontiere, dass dann uns das Bauchgefühl in die Fähigkeit zu finden, das ist natürlich auch mit dem Thema Mindset sehr extrem.

Fortsetzung

Deswegen auch der Podcast von anderen Menschen zu lernen. Bei dem Thema Mindset frage ich mich immer eine Sache, woher weiß ich, dass ich mich weiterentwickelt habe im Mindset-Bereich. Es ist super einfach, als Unternehmer kannst du drauf schauen, wie viel Umsatz du machst, als Sportler kannst du sogar eigentlich genau hier in dem Bereich nicht passieren sollen, weil man Mindset einfach nicht tracken kann. Man muss nach Bauchgefühl gehen, ob man vorangekommen ist oder nicht. Aber wenn ich dich jetzt frage, Henning, woher weiß ich, dass heute ich mental gesünder bin als vor einem Jahr?

Wenn du sagst, mit diesem Tracken und so, dann müsste man ja eigentlich den Weg finden, was ist denn Zufriedenheit? Da sind wir ja wieder in dem Punkt, wir sind alle getrieben durch, ich will mehr Umsatz, ich will mehr dieses und jenes. Ich will nichts gegen, ganz im Gegenteil, Geld verdienen, gut Geld zu verdienen, ist völlig legitim. Ich glaube, die Herausforderung ist, jetzt hat auch nicht jeder die Möglichkeit zu sagen, ok, habe ich ein Geld verdient, weil viele einfach in Berufsgruppen drin sind, wo sie sagen, ok, ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht, aber ich muss einfach Geld verdienen, um meine Miete zu bezahlen und Auto und was ich für Kosten habe.

Ich glaube, es ist einfach im Leben die Balance, dass ich was ich vorhin gesagt habe, dass ich mich erstmal um mich kümmere, was ich nenne, ich umschreibe es dann mit Sport. Jeder kann das deuten, wie er möchte, ob er laufen geht, ob er Kraftsport macht, ob er boxen geht. Da gibt es verschiedene Reiche, mich gesund und fit zu halten. Da gehört natürlich dann auch Mindset dazu, sich zu konfrontieren mit den alltäglichen Problemen, das in einer gewissen Regelmäßigkeit, im Ideal, also Unternehmen hat ja dann meistens ja, macht Bilanz und so weiter und ich gucke, wie war das Jahr, wo wollen wir demnächst hin und wenn ich so in regelmäßigen Schritten meine eigene Entwicklung, Revue passieren lasse, sage, bin ich damit zufrieden, wo will ich hin.

Ich glaube, das ist so die Herausforderung des Lebens, die wir haben und wenn ich so etwas früh Zeit und eine andere Sichtweise auf das Ganze haben, als mit 27, als mit 35, als mit 42 und das ist ja der Prozess, aber mich zu konfrontieren mit diesen Dingen überhaupt, das ist ja die Herausforderung und das wäre mein Wunsch, dass eigentlich Schule das frühzeitig spielerisch macht, weil ganz ehrlich, wenn wir jetzt beide uns einig sind darüber, dass es wichtig ist, dass es eine Art Selbstverständlichkeit ist.

Das wäre so mein Wunsch und ich glaube, dass das ein wichtiger Punkt ist. Ich hoffe, dass ich die Frage damit jetzt halbwegs beantwortet habe. Es gibt da kein 100%, ich glaube, dieses sich konfrontieren. Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Sache, reflektiert zu sein, weil ich glaube, es gibt viele Menschen, die sagen, das ist ein guter Job, das ist ein guter Job. Und wenn ich das nicht bin und mich nur wertschätze, weil ich die besten Zahlen habe, aber fünf Leute unter mir total unglücklich sind, weil ich getrieben werde von dem um Zahlen und dies und jenes zu machen, wenn wir uns dieses Bild angucken, macht er jeden einen guten Job oder sorgt für einen guten Job.

Ich glaube, das ist auch ein Prozess, den man weitergeben kann. Das wäre eigentlich das, was ich mir vorstellen wünsche. Bei allem Geld verdienen und so weiter, was völlig legitim ist. Wenn jemand ein gutes Produkt hat und sein Produkt regelmäßig verbessert, dann soll er gutes Geld verdienen. Das gehört dazu. Deswegen glaube ich auch bei vielen eine gewisse Unzufriedenheit da ist, dass sie einfach spüren, hier ist irgendwas ein bisschen durcheinander gekommen. Ich rackere und mache und tue und komme trotzdem auf keinen grünen Zweig.

Da müssen wir wieder hinkommen, dass das eine gute Arbeit, eine gute Leistung, wenn jemand sich mit irgendwas super identifiziert und mit was nicht. Vielen Dank. Das war super interessant für mich. Wir haben vorhin erfahren dürfen, wie du damals mit Misserfolgen umgegangen bist, wie du darauf reagiert hast, was du gemacht hast, um damit umzugehen, da rauszukommen. Wie gehst du heute mit dem Thema Misserfolg um? Hat sich deine Perspektive geändert? Ich bin nicht mehr in beruflichen Situationen. Ich nehme mal meinen Startup.

Da würde ich mir natürlich wünschen, dass wir manchmal in schnelleren Schritten unsere Ziele erreichen. Aber es ist ein sehr komplexes Thema und ich glaube, es braucht einfach seine Zeit, dass wir dann die nächsten Schritte machen. Ich bin aus diesem Thema, mich so bewerten zu müssen, emotional sehr vieles im Wandel ist. Und so ist auch meine Herangehensweise, dass ich im Moment sehr stark differenziere, wo setze ich meine Energie demnächst ein. Weil ich bin jetzt auch in einer Lebensphase, ich bin jetzt 47.

Wenn ich mich jetzt mit einem Thema stark auseinandersetze, dann wird das die nächsten Jahre prägen. Deswegen überlege ich mir im Moment sehr vieles zum Wandel bringt. Wie gesagt, ich glaube, dass einfach es dazugehört. Dinge, die die Menschen wirklich für die Grundlage fürs Leben brauchen. Mein Thema ist Gesundheit, Sport, dass die Leute ins Tun kommen, dass sie sich wieder etwas bewegen müssen. Viele Menschen haben gar keinen Zugang zu Sport und bewundern sich dann. Mensch, ich habe Aua und dann heißt es immer, es gibt immer eine Lösung dafür.

Fortsetzung

Wir müssen wieder in Mobilität kommen, die natürliche Mobilität, die der Körper braucht, um ein Gelenk frei zu machen. Dann kann ich dich auch schmerzfrei bekommen und so die Lebensqualität verbessern. Um dann deine alltäglichen Dinge, das geht jetzt nicht um Leistungserbringung, sondern die alltäglichen Dinge, die ich für den Menschen beschäftige im Moment und deswegen suche ich im Moment die Kontakte und Netzwerke mit Menschen, die gleich ticken, die Produkte entwickeln, die eine hohe Qualität haben für die Menschen, die sie leistungsfähig entweder wieder machen oder die Leistungsfähigkeit erhalten.

Das finde ich ein sehr spannendes Thema. Vielleicht ein bisschen unfaire Frage, wenn du ein Sportler bist, du bist durch das Ego, glaube ich, sehr stark getrieben und du bist, es ist einfach eine andere Welt. Man kann das überhaupt, zumindest habe ich es so empfunden, rückblickend, dass ich sage, ich habe vom Drumherum gar nicht viel mitbekommen. Ich stand in einer Halle, wenn wir auf Reisen waren, Flughafen, Bus, Hotel, Sporthalle. Die Welt war doch sehr angenehm für mich, weil ich auf der einen Seite die Zeit habe, aber auch natürlich mich orientieren möchte, wo geht die Reise hin und ich mich gerne mit Dingen auseinandersetzen möchte, die meine Lebenssituation, aber auch die Lebenssituation von anderen einfach verbessern sollen.

Das ist mir wichtig und ich bin da guten Mutes, dass es dort entsprechende Lösungen gibt, in denen ich mich auch als Unternehmer dann entsprechend mit einbinden kann. Was mich auch immer interessiert bei meinen Gästen ist, was sie glücklich macht. Darf ich dich fragen, was hat dich damals glücklich gemacht versus was macht dich heute glücklich? Damals hat mich glücklich gemacht Erfolg. Titel zu gewinnen, meinen Teil dazu beizutragen natürlich, trotzdem Erfolg, war dann zu viel Trubel, aber es waren dann so diese alltäglichen Dinge.

Wenn du Mannschaften hast, wo du Spiele hast, die gleich ticken, dann ist das vielleicht jetzt nicht der Ansatz als Profisportler, aber ich kann mich daran erinnern, gerade in Kiel, in dem ersten Jahr beim THW mit Magnus Wieslander, ist ja der Jahrhunderthandballer aus Schweden, Stefan Löfgren, Nicola Schöner, da saßen wir immer zwei Tage vor dem Spiel zusammen, stand eine Kiste Bier in der Kabine und wir haben Bier getrunken und das fand ich war so entspannt, die alten Schweden haben alte Kamellen erzählt und diesen Moment, sowas habe ich genossen, also dann in dieser Gruppe oder auch mit der Nationalmannschaft, wenn wir unterwegs waren, auch da gab es natürlich auch gesellig, mich mit Menschen zu umgeben, die gleich ticken, aber ich bin da jetzt nicht mehr so ego getrieben, dieses Erfolgsbezogene, sondern eher inhaltlich, dass ich mich mit Menschen vernetzen möchte, die gleich ticken, um gute Produkte oder gute Dienstleistungen zusammenzuführen, jeder hat seine Fähigkeiten und ich glaube, Natur ist immer die Kooperation von unterschiedlichen Fähigkeiten in der Gesellschaft oder in der Gruppe stark, keiner kann alles können, das macht auch nicht Sinn, sondern seine Fähigkeiten zu erkennen und seine Fähigkeiten in eine Gruppe einzubringen, das sind so Dinge, die ich mir gut vorstellen kann.

Henning, das war ein super interessantes Gespräch für mich, ich werde auch definitiv nochmal auf dich zukommen, wenn ich eine Zeit lang einen Print hinter mir hatte, wo ich eine Zeit lang sehr viel arbeiten musste, dass ich meine Zeit lang auch regenerieren muss und dass man das nicht vergessen darf, darüber würde ich gerne mit dir sprechen, bevor ich gleich zu meiner letzten Frage komme, wo können die Leute dich online finden, wenn sie mehr Infos über dich haben wollen, über deine Firma haben wollen?

Ja, auf Instagram Henning Fritz, ich glaube, das sind so die beiden gängigsten Plattformen, auf denen ich gut zu erreichen bin. Sehr cool, auf jeden Fall diesem Kerl folgen, super interessanter Mensch, vielen Dank, dass du da warst, aber trotzdem kommt noch die letzte Frage jetzt, die ich jedem Gast stelle, die für mich persönlich natürlich super interessant ist, der Podcast heißt ja auch so, um eine Lösung zu finden. Ich weiß, ob das jetzt eine Form von Mindset ist, aber wenn ich zurückblicke, dass ich als junger Mensch mein Ideal und meine Sicht auf die Welt hatte, die sich dann durch Einstieg in den Profi-Handball verändert haben, die dann in den guten Phasen, wo alles rosa-rot war, in der Phase, wo es nicht mehr so gut lief, ich glaube, die Anpassung auf sich ist richtig, es gibt kein richtig und falsches, es ist ganz individuell.

Ich glaube, dieses nach Lösung suchen und nicht im Außen, sondern bei sich zu suchen, ok, was ist momentan? Ich bin gestresst, warum? Ich sage es mal, Ehefrau, ok, wo fange ich bei mir an? Wo fange ich bei mir an, um die Situation, um Lösungen zu finden? Mit dem Geschäftspartner, mit dem und dem. Dass wir Lösungen finden, wir brauchen Inseln, wo wir zur Ruhe kommen, weil wir nur in der Ruhe gute Entscheidungen treffen können. Das ist natürlich nicht immer einfach. Ich weiß, wenn du Manager hast, die dir zuhören, diese Ruhe, ich habe zwölf Stunden Tag, Wochenende muss ich reisen, such dir die Punkte.

Das ist entscheidend wichtig, weil du möchtest als Manager weiter performen. Ja, das Bauchgefühl sprechen zu lassen. Ich glaube, das ist sehr wichtig, weil es gibt nicht diese eine Formel, sondern jeder muss für sich diese Lösung finden. Und wenn ich für mich die Lösung finde, dann kann ich sie auch für meine engsten Familienmitgliederpartner und dann für den Freundeskreis und und und. Aber ich glaube, so Entscheidungen in Ruhe zu treffen, das halte ich für wichtig. Heute habe ich deutlich mehr Ruhe und versuche dann so entscheidend wichtige, entweder persönliche Lebensentscheidungen oder geschäftliche Entscheidungen zur Ruhe zu kommen, zu kommunizieren, eine andere Meinung zu hören.

Ich weiß jetzt nicht, ob das eine Form von Mindset ist, aber ich glaube Bewusstsein. Ich glaube die Form von Bewusstsein, weil sonst sind wir doch sehr getrieben von äußeren Menschen, mein Herz wie auch immer emotional frei, nicht von Umsatz, nicht von diesem, was ist der richtige Weg? Und da, ich glaube, das ist eine gute Möglichkeit, dass jeder seinen Weg findet. Super, also das Thema zu Ruhe kommen ist, glaube ich, gerade in der heutigen stressigen Zeit, super wichtig. Ja, ich glaube, das ist der Vergleich, wenn du mal siehst, die letzten 100 Jahre, haben wir wirklich hart arbeiten müssen.

Fortsetzung

In der heutigen Zeit ist ja so viel, ich sage mal, Vertrieb, Marketing, IT und und und gefühlt sind wir dafür ja gar nicht gemacht. Wir sind eigentlich Lebewesen, die durch körperliche Aktivitäten, also ein gutes Beispiel ist eigentlich immer wieder der Höhlenmensch. Der Höhlenmensch geht raus, in einer kurzen Aktivität, Nervosität, wir machen das, dann kommen die Systeme, die dann aktiviert werden zur Regeneration. Ich gehe in die Höhle, Sicherheit, so. Und da komme ich dann zur Ruhe, rede, wie wir das nächste machen können, aber es ist der überwiegende Teil, würde ich mal behaupten, Ruhe und wenn, dann körperliche Arbeit.

Aber die Belastung, die wir heute haben, durch dieses Computer und Internet, was gefühlt ist, da sind wir gar nicht vorbereitet. Und deswegen ist es einfach wichtig, Pausen und ich glaube gerade Pausen von diesen elektronischen Geräten zu haben, um dem Ding da oben wieder ein bisschen Ruhe zu geben und wieder ein bisschen zu uns zu kommen. Vielen Dank. Lieber Henning, auch vielen Dank für deine Zeit, dass du dir heute den Weg und die Mühe gemacht hast. Ich glaube ich kann mich

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Namen und Begriffe

Henning Fritz, Reza Mehman, Project Mindset, THW Kiel, SC Magdeburg, Welthandballer des Jahres, Europameisterschaft 2004, Olympische Spiele Athen 2004, Weltmeisterschaft 2007, Burnout, Frequenzmodulation, Achtsamkeit, Dankbarkeit, Kroatien (Olympia Finale), Bundesliga Handball, Deutsche Nationalmannschaft Handball

Zitierfähige Passage

„Henning Fritz war 2004 der beste Handballtorwart der Welt, Europameister und Olympia Silbermedaillengewinner.
Nur ein Jahr später konnte er seine Leistung nicht mehr abrufen und kämpfte mit Burnout Symptomen.
Sein entscheidender Denkfehler: Er versuchte seinen Status zu verteidigen, anstatt weiter nach vorne zu streben.
Im Gespräch bei Project Mindset zeigt Fritz, dass selbst die größten Athleten vor mentalen Herausforderungen nicht geschützt sind und dass Achtsamkeit und Dankbarkeit Wege aus der Krise sein können.“


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