Social Media VERBIETEN? Macht Social Media die Menschen krank?
Reza Mehman und Karsten Kammholz diskutieren, ob ein Social-Media-Verbot für Jugendliche sinnvoll ist, warum Social Media krank macht und was Schulen tun müssen.
Einleitung
Macht Social Media die Menschen krank? Soll es für Jugendliche unter 16 verboten werden? Reza Mehman und Karsten Kammholz diskutieren in dieser Podcast-Folge die wissenschaftliche Evidenz zu Social Media und mentaler Gesundheit, warum ein Verbot das Problem nicht löst und was Schulen stattdessen tun müssen. Reza zieht den Vergleich zu Rauchen: Auch das war früher normal – bis man erkannte, dass es krank macht. Social Media könnte denselben Weg gehen.
Zusammenfassung
1-Satz-Version: Reza Mehman und Karsten Kammholz diskutieren, ob Social Media krank macht, warum ein Verbot nicht hilft und was Schulen tun müssen.
3-Satz-Version: Wissenschaftliche Studien zeigen: Social Media hat negative Effekte auf mentale Gesundheit – aber die Effekte sind relativ klein. Ein Verbot würde das Problem nicht lösen – stattdessen brauchen wir harte, priorisierte Aufklärung an Schulen. Reza zieht den Vergleich zu Rauchen: Auch das war früher normal – bis man erkannte, dass es krank macht.
5-Satz-Version: Wissenschaftliche Studien zeigen: Social Media hat negative Effekte auf Depression und mentale Gesundheit – aber die Effekte sind relativ klein. Ein Verbot würde das Problem nicht lösen – Reza ist sogar dagegen. Stattdessen brauchen wir harte, priorisierte Aufklärung an Schulen – Medienbildung fehlt komplett. Reza zieht den Vergleich zu Rauchen: Auch das war früher normal – bis man erkannte, dass es krank macht. Kammholz betont: Nicht nur Bildschirmzeit ist das Problem – Inhalte wie Mord und Totschlag im Feed von Zehnjährigen sind die eigentliche Katastrophe.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman und Journalist Karsten Kammholz.
Worum geht es: Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16, wissenschaftliche Evidenz zu Social Media und mentaler Gesundheit, Aufklärung an Schulen.
Warum ist das relevant: Die Debatte wurde durch den Auftritt von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei Markus Lanz ausgelöst. Social Media und seine Auswirkungen auf Jugendliche sind ein zentrales gesellschaftliches Thema.
Drei Kernfragen dieser Folge:
- Macht Social Media die Menschen krank?
- Würde ein Verbot das Problem lösen?
- Was müssen Schulen tun?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zusammenfassung
- Kontext
- Themen und Einordnung
- Kern-Aussagen
- Häufig gestellte Fragen
- Highlight-Zitate
- Das vollständige Gespräch
- Keywords
- Namen und Begriffe
- Zitierfähige Passage
Themen und Einordnung
1. Wissenschaftliche Evidenz: Macht Social Media krank?
Studien zeigen: Negative Effekte auf Depression und mentale Gesundheit sind vorhanden – aber relativ klein. Junge Menschen fühlen sich besser, wenn sie weniger Social Media nutzen.
Keywords: Social Media, mentale Gesundheit, Depression, Studien, Jugendliche
2. Social-Media-Verbot: Lösung oder Illusion?
Reza ist gegen ein Verbot – es würde das Problem nicht lösen. Schulische Handyverbote sind nicht automatisch die Blaupause für Social-Media-Verbote.
Keywords: Social Media Verbot, Jugendliche unter 16, Daniel Günther, Markus Lanz
3. Der Rauchen-Vergleich
Reza zieht den Vergleich zu Rauchen: Früher war es normal – bis man erkannte, dass es krank macht. Social Media könnte denselben Weg gehen.
Keywords: Rauchen, Social Media, Vergleich, Gesellschaft, Gesundheit
4. Inhalte vs. Bildschirmzeit
Kammholz betont: Nicht nur Bildschirmzeit ist das Problem – Inhalte wie Mord und Totschlag im Feed von Zehnjährigen sind die eigentliche Katastrophe.
Keywords: Inhalte, Bildschirmzeit, Algorithmus, Kinder, Gewalt
5. Schulen und Medienbildung
Medienbildung fehlt komplett an Schulen – genauso wie Demokratiebildung. Das kann nicht auf die Eltern abgewälzt werden.
Keywords: Schulen, Medienbildung, Demokratiebildung, Eltern, Cybermobbing
Kern-Aussagen
- Wissenschaftliche Studien zeigen: Social Media hat negative Effekte auf Depression und mentale Gesundheit – aber die Effekte sind relativ klein.
- Junge Menschen fühlen sich besser, wenn sie weniger Social Media nutzen.
- Schulische Handyverbote sind nicht automatisch die Blaupause für Social-Media-Verbote.
- Reza ist gegen ein Verbot – stattdessen plädiert er für harte, priorisierte Aufklärung an Schulen.
- Reza zieht den Vergleich zu Rauchen: Früher war es normal – bis man erkannte, dass es krank macht.
- Reza: „Ich glaube, Social Media macht auch wirklich krank. Vielleicht auch ein bisschen dumm.“
- Die Debatte wurde durch Daniel Günthers Auftritt bei Markus Lanz ausgelöst – aber sie ist noch zu klein.
- Kammholz: Nicht nur Bildschirmzeit ist das Problem – Inhalte wie Mord und Totschlag im Feed von Zehnjährigen sind die Katastrophe.
- Medienbildung fehlt komplett an Schulen – genauso wie Demokratiebildung.
- Cybermobbing muss schon im Grundschulalter thematisiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Macht Social Media die Menschen krank?
Wissenschaftliche Studien zeigen: Negative Effekte auf Depression und mentale Gesundheit sind vorhanden – aber relativ klein. Junge Menschen fühlen sich besser, wenn sie weniger Social Media nutzen. Reza Mehman ist überzeugt: „Ich glaube, Social Media macht auch wirklich krank. Vielleicht auch ein bisschen dumm.“ Er zieht den Vergleich zu Rauchen: Früher war es normal – bis man erkannte, dass es krank macht.
Sollte Social Media für Jugendliche unter 16 verboten werden?
Reza Mehman ist gegen ein Verbot – es würde das Problem nicht lösen. Stattdessen plädiert er für harte, priorisierte Aufklärung an Schulen. Schulische Handyverbote sind nicht automatisch die Blaupause für Social-Media-Verbote. Die Debatte wurde durch Daniel Günthers Auftritt bei Markus Lanz ausgelöst – aber sie ist noch zu klein.
Was müssen Schulen in Sachen Social Media tun?
Medienbildung fehlt komplett an Schulen – genauso wie Demokratiebildung. Kammholz betont: Kinder müssen nicht nur wahrnehmen, sondern auch miteinander diskutieren können, was in ihren Feed gespült wird. Cybermobbing muss schon im Grundschulalter thematisiert werden. Das kann nicht auf die Eltern abgewälzt werden – Eltern arbeiten viel und können nicht ständig kontrollieren, was ihre Kinder tun.
Was ist das eigentliche Problem bei Social Media für Kinder?
Kammholz betont: Nicht nur Bildschirmzeit ist das Problem – Inhalte sind das eigentliche Problem. Ein Zehnjähriger sieht heute Bilder, die Reza erst mit 20 gesehen hat – und er weiß noch gar nicht, wie er damit umgehen soll. Mord und Totschlag in Social Media ist inzwischen Standard. Das ist eine Katastrophe. Kinder stumpfen ab und haben keine Zeit, sich daran zu gewöhnen.
Wie geht Reza Mehman selbst mit Social-Media-Hass um?
Reza Mehman ist heute total entspannt bei Beleidigungen in Social Media – er weiß, dass der Algorithmus dadurch seinen Content favorisiert, und er hat gelernt, damit umzugehen. Aber er hatte die Zeit, sich daran zu gewöhnen. Kinder haben diese Zeit nicht – sie werden mit Inhalten konfrontiert, für die sie noch nicht bereit sind.
Highlight-Zitate
„Ich glaube, Social Media macht auch wirklich krank. Vielleicht auch ein bisschen dumm.“
– Reza Mehman
„So wie es damals am Anfang Rauchen völlig normal war, und nach ein paar Jahren hat man gesagt, Moment mal, ist ungesund. Ich sehe da Parallelen.“
– Reza Mehman
„Ein Zehnjähriger heute, der Bilder sieht, die ich erst vielleicht mit 20 gesehen habe, die ich auch nicht sehen wollte, der weiß noch gar nicht, wie er damit umgehen soll.“
– Karsten Kammholz
„Mord und Totschlag in Social Media ist ja inzwischen Standard. Das ist eine Katastrophe.“
– Karsten Kammholz
„Wir haben keine Demokratiebildung in Schulen, dann sage ich genauso, wir haben keine Medienbildung in den Schulen.“
– Karsten Kammholz
Das vollständige Gespräch
Wissenschaftliche Evidenz: Was sagen Studien?
Reza Mehman:
Und ich habe auch Chatty Beauty bemüht, mir da eine Zusammenfassung zu geben. Also Effekte sind da, aber relativ klein. Kann man ganz grob zusammenfassen. Effekte sind anscheinend durch Social Media da. Negative Effekte auf das Thema Depression, mentale Gesundheit und so weiter. Aber anscheinend sind die Effekte relativ klein. Trotzdem ungleich null. Dann wurde auch gesagt, es kann helfen, dass junge Menschen sich zum Beispiel besser fühlen, wenn sie weniger Social Media benutzen, konsumieren und so weiter. Das andere war, schulische Handyverbote sind nicht automatisch die Blaupause für Social Media Verbote. Fand ich auch interessant. Und ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was ich darüber denke. Und mein Standpunkt ist, ein Social Media Verbot würde wirklich das Problem nicht lösen. Ich bin sogar dagegen. Ich bin dafür, dass wir eine harte, wichtig priorisierte Aufklärung an Schulen machen. Ich bin mir nämlich sicher, irgendwann, komischer Vergleich, wird die Gesellschaft auch dazu kommen, da bin ich auch der festen Überzeugung, dass Social Media Gebrauch tatsächlich ungesund ist. Und so wie es damals am Anfang Rauchen völlig normal war, und nach ein paar Jahren hat man gesagt, Moment mal, ist ungesund. Ich sehe da Parallelen. Ich glaube, Social Media macht auch wirklich krank. Vielleicht auch ein bisschen dumm. Ich bin jedenfalls total pessimistisch bei diesem Thema gerade. Weshalb ich dankbar bin, dass wir die Diskussion endlich mal haben. Sie ist ehrlicherweise ein bisschen verschurbelt eingeführt worden, über diesen Auftritt von dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, bei Markus Lanz. Da wurden so ein paar Themen miteinander vermischt. Ich will auf das andere Thema gar nicht eingehen. Aber Social Media Verbot für Jugendliche unter 16 wurde ja benannt. Es ist jetzt endlich mal in Deutschland auf der politischen Agenda, aber für meine Begriffe noch viel zu klein.
Inhalte vs. Bildschirmzeit
Karsten Kammholz:
Die haben einen viel, viel, viel, viel größeren Impact als reine Bildschirmzeit. Also ein Zehnjähriger heute, der Bilder sieht, die ich erst vielleicht mit 20 gesehen habe, die ich auch nicht sehen wollte, der weiß noch gar nicht, wie er damit umgehen soll. Total, wir stumpfen doch total ab. Mord und Totschlag in Social Media ist ja inzwischen Standard. Das ist eine Katastrophe. So und wir können vielleicht mit unserem seelischen Immunsystem damit noch einmal anders umgehen. Aber deswegen müssen wir, glaube ich, müssen wir einfach da jetzt mal ansetzen. Und ich habe es letztes Mal gesagt, dass ich so enttäuscht bin darüber, was tatsächlich in Schulen mit Blick auf die tatsächliche gesellschaftliche Entwicklung gemacht wird. Nämlich zu wenig. Wenn ich sage, wir haben keine Demokratiebildung in Schulen, dann sage ich genauso, wir haben keine Medienbildung in den Schulen. Und ich weiß nicht, warum das so ist.
Eltern können es nicht alleine lösen
Karsten Kammholz:
Also es kann auch nicht auf die Eltern abgewälzt werden. Wir sind eine Gesellschaft, in der Eltern viel arbeiten und eben nicht immer zu Hause sind. Sie können nicht ihre Kinder ständig kontrollieren und sagen, du, du, du, was guckst du dir da gerade an? Und können den Kindern irgendwie Das ist völlig irreal, so zu glauben, dass Eltern immer sehen können und wissen, was die Kinder tun und machen. Natürlich können die Kinder auf ihre Eltern hören, wenn die Eltern sagen, pass auf, was du dir anguckst. Und es gibt natürlich auch genug Tools inzwischen, dass man gewisse Apps auf den Smartphones der Kinder blockieren kann. Das ist alles technisch möglich, aber das Sprechen darüber, das Aufklären darüber, was eigentlich für Content in den Feed der Kinder gespült wird, das müssen auch Kinder besprechen können. Ich finde, Kinder müssen das nicht nur wahrnehmen, sondern sie müssen auch in den Kontext kommen, dass sie miteinander darüber diskutieren können.
Cybermobbing und Umgang mit Hass
Reza Mehman:
Ich bin hundertprozentig bei dir. Das, was mir richtig leidtut, ist, ich muss auch an das Thema Cybermobbing denken. Ich hatte das vor kurzem an der Grundschule bei uns angesprochen gehabt, dass ich dafür bin, dass da bei den Kindern auch im Grundschulalter schon darüber gesprochen wird, wenn jemand dich angreift, verbal, sei es im Internet, sei es woanders, wie man mit der Situation umgehen kann und soll. Das Thema, was ich sehe, ist, wir hatten Zeit, uns an das Internet zu gewöhnen. Also in dem Sinne, wenn es heute, gerade beim letzten Podcast zum Thema Iran zum Beispiel, wenn da jemand mich beleidigt, also wirklich wüst beleidigt, ich bin da total entspannt. Also es stört mich nicht. Ich bin da mittlerweile so entspannt, weil ich dann weiß, A, der Algorithmus favorisiert jetzt noch mehr den Content, den ich gemacht habe, weil er irgendwann kommentiert hat und B, weil ich damit umgehen kann, stört es mich auch null. Das war nicht immer so, aber ich bin da mittlerweile entspannt. Ich hatte aber auch die Zeit, mich daran zu gewöhnen.
Keywords
Tags: Social Media Verbot, Jugendliche, mentale Gesundheit, Depression, Rauchen Vergleich, Medienbildung, Schulen, Cybermobbing, Daniel Günther, Markus Lanz, Karsten Kammholz, Reza Mehman, Algorithmus, Inhalte, Bildschirmzeit
Namen und Begriffe
Reza Mehman, Karsten Kammholz, Social Media, Daniel Günther, Markus Lanz, Schleswig-Holstein, Medienbildung, Demokratiebildung, Cybermobbing, Algorithmus, Bildschirmzeit, Depression, mentale Gesundheit, Rauchen
Zitierfähige Passage
Social Media und mentale Gesundheit: Studien zeigen negative Effekte – aber relativ klein.
Reza Mehman: „Ich glaube, Social Media macht auch wirklich krank. Vielleicht auch ein bisschen dumm.“
Der Vergleich zu Rauchen: Früher normal – bis man erkannte, dass es krank macht.
Ein Verbot würde das Problem nicht lösen – stattdessen brauchen wir Medienbildung an Schulen.
Kammholz: „Mord und Totschlag in Social Media ist ja inzwischen Standard. Das ist eine Katastrophe.“



