Unternehmen sind keine Demokratien
Warum anstrengende Kollegen dich als Fuehrungskraft staerker machen und Diskussionen Grenzen brauchen
Einleitung
Unternehmen sind keine Demokratien, und genau das musste Reza Mehman am eigenen Leib erfahren. In dieser Folge von Project Mindset erzaehlt er die Geschichte eines Mitarbeiters, der fachlich genial, aber in Diskussionen eine echte Herausforderung war. Was passiert, wenn ein Kollege jede Entscheidung stundenlang ausdiskutieren will, obwohl ihm schlicht die Informationen fehlen? Reza schildert, wie er als Gruender seines Startups Full Control lernte, dass Fuehrung manchmal bedeutet, klare Ansagen zu machen. Dabei geht es nicht um Autoritaet um ihrer selbst willen, sondern um Verantwortung, Risiko und die Faehigkeit, Entscheidungen zu treffen. Zusaetzlich teilt er spannende Beobachtungen ueber kulturelle Unterschiede in der Diskussionskultur. Eine Episode fuer alle, die verstehen wollen, warum Unternehmensfuehrung keine Abstimmung ist.
Zusammenfassung
In einem Satz: Reza Mehman erklaert anhand einer persoenlichen Erfahrung mit einem anstrengenden, aber brillanten Mitarbeiter, warum Unternehmen keine Demokratien sind und Fuehrungskraefte klare Entscheidungen treffen muessen.
In drei Saetzen: Reza hatte bei seinem Startup Full Control einen UX Designer, der fachlich herausragend war, aber jede Entscheidung stundenlang ausdiskutieren wollte. Nach langen Versuchen, ihn einzubinden, musste Reza klar kommunizieren, dass er als Gruender und groesster Anteilseigner die finale Entscheidungsgewalt traegt. Diese Erfahrung lehrte ihn, dass Fuehrung bedeutet, Verantwortung zu uebernehmen, und dass kulturelle Unterschiede die Art beeinflussen, wie Menschen diskutieren.
In fuenf Saetzen: In seiner Zeit als Gruender der Full Control GmbH hatte Reza Mehman einen Mitarbeiter, der als UX Designer seiner Zeit voraus war und brillante Ideen einbrachte. Doch dieser Kollege wollte bei jeder strategischen Entscheidung stundenlang seinen Standpunkt darlegen, selbst wenn ihm wesentliche Informationen fehlten. Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, die Situation diplomatisch zu loesen, sprach Reza eine klare Ansage aus: Unternehmen sind keine Demokratien, und als Inhaber traegt er das finanzielle Risiko und damit die Entscheidungsverantwortung. Spaeter erfuhr er, dass es dem Mitarbeiter, der halb franzoesisch war, vor allem darum ging, seinen Standpunkt klar zu machen, nicht unbedingt darum, die Entscheidung zu aendern. Diese Erfahrung schaerfte Rezas Bewusstsein fuer kulturelle Unterschiede in der Kommunikation und fuer die Notwendigkeit, als Fuehrungskraft klare Grenzen zu setzen.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Unternehmer, ehemaliger Gruender der Full Control GmbH und Host des Podcasts Project Mindset.
Worum geht es: Um die Erfahrung mit einem fachlich brillanten, aber in Diskussionen extrem anstrengenden Mitarbeiter und die daraus gewonnene Erkenntnis, dass Unternehmen keine Demokratien sind.
Warum ist das relevant: Viele Fuehrungskraefte und Gruender stehen vor der Herausforderung, talentierte Mitarbeiter zu fuehren, die gleichzeitig schwierig im Umgang sind. Die Frage, wie viel Mitsprache gesund ist und wann klare Fuehrung noetig wird, betrifft jedes Unternehmen.
Drei Kernfragen der Episode:
- Wie geht man mit Mitarbeitern um, die fachlich genial, aber kommunikativ anstrengend sind?
- Warum sind Unternehmen keine Demokratien und wo liegen die Grenzen der Mitsprache?
- Welche Rolle spielen kulturelle Unterschiede in der Diskussions- und Konfliktkultur am Arbeitsplatz?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Warum diese Episode relevant fuer jede Fuehrungskraft ist
- Zusammenfassung – Die Kernbotschaft in einem, drei und fuenf Saetzen
- Kontext – Hintergrund zu Reza Mehman und seinem Startup Full Control
- Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Episode
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
- Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf die brennendsten Fragen
- Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen aus der Episode
- Transkript – Das vollstaendige Transkript der Episode
- Keywords – Relevante Suchbegriffe und Tags
- Namen und Begriffe – Verzeichnis wichtiger Begriffe
- Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren
Themen und Einordnung
1. Fuehrung und Entscheidungsfindung in Unternehmen
Warum Gruender und Fuehrungskraefte manchmal klare Ansagen machen muessen, auch wenn Mitarbeiter anderer Meinung sind. Die Verantwortung des Inhabers geht Hand in Hand mit dem finanziellen Risiko.
Keywords: Fuehrung, Entscheidungsfindung, Unternehmertum
2. Umgang mit schwierigen Mitarbeitern
Wie man mit Kollegen umgeht, die fachlich exzellent, aber in der Zusammenarbeit herausfordernd sind. Die Balance zwischen Wertschaetzung und klarer Grenzziehung.
Keywords: schwierige Mitarbeiter, Teamfuehrung, Konfliktmanagement
3. Kulturelle Unterschiede in der Kommunikation
Reza teilt Beobachtungen ueber franzoesische, deutsche, iranische und italienische Diskussionskulturen und wie diese die Zusammenarbeit beeinflussen.
Keywords: kulturelle Unterschiede, Diskussionskultur, interkulturelle Kommunikation
4. Startup-Erfahrungen und Scheitern als Lernchance
Die Geschichte der Full Control GmbH zeigt, wie Gruender durch Fehler und schwierige Erfahrungen wachsen und daraus wertvolle Lektionen fuer die Zukunft ziehen.
Keywords: Startup, Scheitern, Gruendererfahrung
5. Demokratie vs. Hierarchie im Unternehmen
Warum das Konzept der Demokratie in Unternehmen an seine Grenzen stoesst und eine klare Hierarchie bei Entscheidungen notwendig ist.
Keywords: Demokratie im Unternehmen, Hierarchie, Stimmrechte
Kern-Aussagen
- Unternehmen sind keine Demokratien. Der Inhaber traegt das finanzielle Risiko und muss deshalb die finale Entscheidungsgewalt haben.
- Fachliche Brillanz und kommunikative Schwierigkeiten koennen in einer Person koexistieren. Die Herausforderung liegt darin, beides zu managen.
- Nicht jeder Mitarbeiter hat alle Informationen, die fuer eine strategische Entscheidung noetig sind. Fuehrung bedeutet auch, Vertrauen einzufordern.
- Manche Menschen wollen in Diskussionen nicht die Entscheidung aendern, sondern einfach nur ihren Standpunkt klar machen.
- Kulturelle Praegung beeinflusst massiv, wie Menschen diskutieren und mit Konflikten umgehen.
- In der deutschen Kultur kann man hart in der Sache diskutieren und danach trotzdem noch zusammen ein Bier trinken.
- Klare Kommunikation und Grenzsetzung sind keine Zeichen von Autoritaet, sondern von Verantwortungsbewusstsein.
- Scheitern, wie bei der Full Control GmbH, ist eine der wertvollsten Lernerfahrungen im Unternehmertum.
- Es ist wichtig, sensibel dafuer zu sein, mit wem man spricht, und die Kommunikation entsprechend anzupassen.
Haeufig gestellte Fragen
Warum sind Unternehmen keine Demokratien?
Unternehmen sind keine Demokratien, weil der Inhaber oder Gruender das finanzielle Risiko traegt und fuer die Konsequenzen seiner Entscheidungen gerade stehen muss. Nicht alle Mitarbeiter haben Zugang zu saemtlichen Informationen, die fuer strategische Entscheidungen noetig sind. Deshalb liegt die finale Entscheidungsgewalt beim Verantwortlichen.
Wie geht man mit einem fachlich genialen, aber anstrengenden Mitarbeiter um?
Man sollte die fachliche Leistung wertschaetzen und in Diskussionen offen sein. Wenn jedoch trotz ausfuehrlicher Erklaerung keine Einigung moeglich ist, muss die Fuehrungskraft klar kommunizieren, dass die Entscheidung getroffen ist. Es geht nicht darum, den Mitarbeiter mundtot zu machen, sondern darum, nach der Diskussion handlungsfaehig zu bleiben.
Welche Rolle spielen kulturelle Unterschiede in der Diskussionskultur?
Kulturelle Praegungen beeinflussen stark, wie Menschen diskutieren und mit Meinungsverschiedenheiten umgehen. Waehrend in der deutschen Kultur harte Sachdiskussionen moeglich sind, ohne die persoenliche Beziehung zu belasten, ist das in anderen Kulturen, wie der iranischen, oft anders. Das Bewusstsein fuer solche Unterschiede hilft, Missverstaendnisse zu vermeiden.
Was war die Full Control GmbH?
Die Full Control GmbH war Reza Mehmans Startup, das Sport-Apps entwickelte und gleichzeitig Auftraege von groesseren Unternehmen annahm. Trotz eines starken Starts musste das Unternehmen aufgrund einiger falscher Entscheidungen aufgegeben werden. Die Erfahrung war fuer Reza eine pragende Lektion in Unternehmertum und Fuehrung.
Muss man als Fuehrungskraft immer auf Mitarbeiter eingehen?
Man sollte grundsaetzlich offen fuer Feedback und andere Meinungen sein. Aber es gibt Momente, in denen eine Diskussion beendet werden muss, weil nicht alle Beteiligten ueber die gleichen Informationen verfuegen. In solchen Faellen ist es legitim und noetig, eine klare Entscheidung zu treffen und diese durchzusetzen.
Warum wollte der Mitarbeiter immer so lange diskutieren?
Wie Reza spaeter erfuhr, ging es dem Mitarbeiter vor allem darum, seinen Standpunkt klar zu machen. Ob die Entscheidung dann in seinem Sinne ausfiel, war ihm fast egal. Es war ein kulturell gepraegtes Beduerfnis, die eigene Position ausfuehrlich darzulegen.
Kann man nach einem harten Streit im Job noch normal miteinander umgehen?
Laut Reza ist das kulturabhaengig. In der deutschen Arbeitskultur ist es durchaus moeglich, nach einer harten Sachdiskussion noch zusammen ein Bier trinken zu gehen. In anderen Kulturen kann eine harte Diskussion jedoch die persoenliche Beziehung nachhaltig belasten.
Highlight-Zitate
„Unternehmen sind keine Demokratien. Ich bin der Eigner. Ich bin der groesste Anteilseigner hier. Es ist mein finanzielles Risiko. Wenn meine Entscheidung falsch ist, dann muss ich dafuer gerade stehen.“
– Reza Mehman
„Du hast nicht alle Infos, die ich habe, um diese gute Entscheidung zu treffen. Also bitte vertraue mir.“
– Reza Mehman
„Er war genial in der Sache, aber in Diskussionen mit ihm, das war einfach eine Vollkatastrophe.“
– Reza Mehman
„Man kann hart in der Sache sein, aber trotzdem fair bleiben. Und danach kann man immer noch ein Bierchen trinken.“
– Reza Mehman
„Es geht bei diesen besagten Menschen einfach nur darum, dass er seinen Standpunkt irgendwie klar machen moechte. Ob es dann gemacht wird oder nicht, ist ihm fast schon egal.“
– Reza Mehman
„Erst durch diesen einen Mitarbeiter habe ich wirklich an Leib und Leben gespuert und erfahren, warum Unternehmen eigentlich keine Demokratien sind und warum sie es auch nicht sein sollten.“
– Reza Mehman
„Es ist eigentlich gar nicht schlecht, dass man mal groesser verliert und wirklich erst mal so ein bisschen niedergeschlagen ist, weil es regt einen ziemlich stark zum Nachdenken an.“
– Reza Mehman
Transkript
Das vollständige Gespräch
Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset, der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset alles möglich ist. Habt ihr schon mal einen Kollegen oder Mitarbeiter gehabt, der euch richtig zum Wahnsinn getrieben hat, dass er euch so richtig wahnsinnig gemacht hat? Also ich hatte mindestens einmal so einen Mitarbeiter, der war genial in der Sache, aber in Diskussionen mit ihm, das war einfach eine Vollkatastrophe. Erst durch diesen einen Mitarbeiter habe ich wirklich ein Leib und Leben gespürt und erfahren, warum Unternehmen eigentlich keine Demokratien sind und warum sie es auch nicht sein sollten.
Bevor ich zur eigentlichen Story komme, vielen Dank, dass ihr heute mit dabei seid. Es freut mich wirklich sehr, dass ihr regelmäßig einschaltet, mir Feedback schreibt. Das bedeutet mir sehr, sehr, sehr viel. Und das ist so ein bisschen meine Belohnung auch für die für die Mühe, die ich mir mit dem Podcast gebe. Also nicht nur das Aufnehmen, das Podcast, das Schneiden, sondern natürlich auch die Ideensammlung, das Strukturieren der Ideen, das Runterschreiben. Über was will ich dann gesprochen? Was hat denn überhaupt Wert, dass ich es mitteile, dass ihr vielleicht was für euch übernehmen könnt oder wo ihr vielleicht einfach nur 10, 15 Minuten entertained werdet.
Und dass ihr mir zuhört, finde ich echt der Hammer. Vielen lieben Dank dafür. Aber jetzt nochmal zurück zu dem Mitarbeiter, der mich einfach nur crazy gemacht hat damals. Ich habe ja die Story von Full Control, von der Full Control GmbH schon ein paar Mal erzählt gehabt. Das ist mein damaliger Startup gewesen. Wir haben super gut gestartet damals. Wir haben Sportabs entwickelt, haben auch Aufträge angenommen von großen Unternehmen, damit wir so ein bisschen auch liquide sind durch diese Aufträge. Und es war wirklich eine sehr schöne, aber auch sehr stressige Zeit, weil wir einerseits ein Produkt rausbringen wollten und andererseits aber auch irgendwie Dienstleiste für andere Unternehmen waren.
Und in der Zeit habe ich super viel gelernt. Und die schlussendlich, ich hatte es schon mehrmals erzählt gehabt, habe ich mit Full Control hier und da mal ein paar falsche Entscheidungen getroffen. Und so ist dann leider gekommen, dass ich dann Full Control aufgeben musste, was für mich unglaublich schwierig war, weil es so ziemlich mein erstes eigenes großes Baby war. Und bei diesem Aufgeben, da war ich tatsächlich in einem tiefen emotionalen Loch. Und ich habe dann erst danach gemerkt, wie wichtig eigentlich diese Erfahrung gewesen ist, dass man auch mal.
Es ist eigentlich gar nicht schlecht, dass man mal größer verliert und wirklich erst mal so ein bisschen niedergeschlagen ist, weil es regt einen ziemlich stark zum Nachdenken an. So ist ja auch gekommen, dass ich den Podcast dann irgendwann gestartet habe und über diesen Fail, den ich damals hatte, sehr viel und sehr ausführlich hier und da spreche. Und daher bin ich auch für diese Erfahrung super dankbar. Aber diese eine Kollege oder diese eine Mitarbeiter, den werde ich niemals vergessen. Super netter Kerl.
Super netter Kerl. Ich habe damals jemanden für die User Experience unserer Apps gebraucht, also für die UX gebraucht, einen guten Designer, der aber auch ein Gespür dafür hat, was gerade trendy ist oder was in Zukunft trendy sein wird. Nicht nur wie man schöne Designs macht, sondern auch wie sie anwendbar sind in der App. Ihr wisst ja, gerade bei iPhone Apps ist es ja extrem wichtig, dass es so eine tolle Usability hat, dass es toll aussieht. Und da war es eigentlich ein Perfect Match, dass ich diesen besagten Mitarbeiter damals gefunden habe.
Wirklich genial in der Sache. Ein kleines Beispiel. In 2014 oder 15 war das. Ich bin mir gar nicht mehr sicher. Da gab es noch nicht dieses typische nach rechts wischen. Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr die Apple Music App oder was ähnliches benutzt, wo man nach rechts wischen kann, sondern damals war nur nach unten wischen und nach oben also scrollen so ziemlich der Standard bei Apps. Und er hat mir damals gesagt, hey, Riza, bei der einen App, die wir gerade entwickeln, da würde ich gerne so ein rechts, rechts, rechts wischen Funktionalität einbauen lassen.
Ich so krass. Okay, habe ich noch nicht gesehen bis jetzt, was heute völliger Standard ist, war aber damals tatsächlich neu und so ist auch gekommen. Wenig später kam auch irgendwie Apple Music mit irgendeiner Funktionalität raus mit nach rechts wischen und so weiter. Ich weiß gar nicht, so wenig später oder sogar ein, zwei Jahre später war. Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Also so kreativ war er und so gut war eine Sache, was ich heute immer noch jedem sagen werde und bezeugen werde, dass er ein super UX Designer ist.
Aber mit ihm zu diskutieren war eine Vollkatastrophe. Also ihm war es wichtig, auch jedes Mal, wenn ich zum Beispiel kurz vor einer Entscheidungsfindung war, das und das machen wir jetzt oder diese Funktionalität bauen wir in die App ein oder hier ist ein strategischer Schwenk, den ich vor habe und den Mitarbeitern erzählt habe. Er wollte immer alles ausdiskutieren. Bei vielen Sachen bin ich in die Diskussion reingegangen, eigentlich so ziemlich bei jeder Sache, weil ich bin sehr offen, dass jemand mich challenge und mir sagt, was nicht richtig oder nicht gut läuft, bin ich völlig offen dafür.
Fortsetzung
Aber er war einer der Kandidaten, der jedes Mal, also ich will nicht sagen eine halbe Stunde, sondern wirklich dreiviertel Stunde, Stunde, zwei Stunden lang oder sogar mehr diskutieren wollte und mir seine Meinung, seinen Standpunkt klar machen wollte. Bei vielen Diskussionen bin ich darauf eingegangen, habe versucht zu erklären. Aber es gab ein paar Diskussionen, die sind mir sehr, sehr gut in den Kopf geblieben. Und eine davon war und so bin ich zur heutigen Podcast Folge gekommen. Ich werde es niemals vergessen.
Es ging um eine Sache, die wir da diskutiert haben. Ich habe einen anderen Standpunkt als er gehabt. Und irgendwann habe ich gesagt, hey, lieber X, Y, Z, du hast nicht alle Infos, die ich habe, um diese gute Entscheidung zu treffen. Also bitte vertraue mir, weil ich habe ja auch aus anderen Bereichen auch die Inputs bekommen, auch die Infos, habe vielleicht ein anderes Bild von der Geschichte als du. Und vielleicht kannst du mir einfach vertrauen und darauf hoffen, dass ich schon die richtige Entscheidung treffe, weil ich eben mehr Infos habe.
Hat er null akzeptiert, hat wieder von vorne angefangen, wollte mir wieder erklären, warum sein Standpunkt besser ist, warum seine Meinung besser ist und so weiter. Und irgendwann habe ich dann gesagt, das war wirklich so eine halbe Stunde nochmal später. Also ich wiederhole es nochmal. Lieber X, Y, Z, Unternehmen sind keine Demokratien. Ich bin der Eigner. Ich bin der größte Anteilseigner hier. Es ist mein finanzielles Risiko. Wenn meine Entscheidung falsch ist, dann muss ich dafür gerade stehen. Also bitte akzeptiert.
Das ist jetzt keine Demokratie, wo du jetzt genauso viele Stimmrechte wie ich hast. Ich war eigentlich super unhappy, das so ausdrücken zu müssen. Aber ich habe gedacht, es funktioniert einfach nichts anderes mehr. Ich will ja auch nicht loswerden als Mitarbeiter, weil er wirklich genial in der Sache war. Also es war gar nicht so, dass ich einen Kopf hatte. Boah, jetzt muss ich gucken, wie ich denn irgendwie loswerde. Nee, es war einfach nur bitte auf zu diskutieren. Es ist schön. Du hast mir gesagt, um was es geht.
Und jetzt kommt damit klar mit meiner Entscheidung. Das Witzige an der Sache war, als ich dann wirklich so felsenfest, es ging schon fast ins Aggressive rein, wie ich es ausgedrückt habe, als ich dann wirklich so felsenfest gesagt habe, das ist jetzt keine Demokratie. Tut mir leid. Also ich entscheide jetzt so und ich will jetzt nicht darüber sprechen. Das Einzige, was er dann gesagt hat. Oh, ja, okay. Und das war’s. Ich so, okay, war es das Perplexe, dass er nicht nochmal angefangen hat, irgendwie zu versuchen, zu begründen, warum seine Meinung besser ist.
Habe es dann so stehen lassen. Er ist dann auch gegangen. War auch okay für mich. Und ich habe es später, witzigerweise. Das war dann im Gespräch mit Millionen aus seiner Familie. Wir kannten uns auch privat gut oder kennen uns auch privat. Und ich habe dann mitbekommen, es geht bei diesen besagten Menschen einfach nur darum, dass er seinen Standpunkt irgendwie klar machen möchte. Es geht ihm nur darum, zu erklären, was seine Meinung, seinen Standpunkt ist. Ob es dann gemacht wird oder nicht, ist ihm fast schon egal.
Er will einfach nur klar machen. Das ist mein Standpunkt. Und er will es auch so klar machen und auch so häufig wiederholen, dass es glasklar ist, dass es sein Standpunkt ist. Und witzigerweise dieser besagte Mitarbeiter, ich werde seinen Namen immer noch nicht nennen. Er ist halb Franzose. Das war also so viel sage ich dazu. Wenn er zuhört, dann weiß er natürlich, um wen es geht. Aber ich habe den über Franzosen gehört aus verschiedenen Ecken. Die sind da teilweise so. Die wollen einfach nur ihre Meinung tun.
Ob es dann umgesetzt wird oder nicht, ist völlig egal. Und dieses kulturelle wurde mir in dem Moment dann auch nochmal bewusst, weil ich glaube tatsächlich kulturell ist bei Diskussionen. Merkt man so ein bisschen, woher jemand kommt, aus welche Ecke, was ich zum Beispiel einen Deutschen ultra schätze, ist man kann mit denen wirklich hart diskutieren. Wirklich, wo du denkst, okay, wir streiten uns jetzt gleich wirklich richtig. Aber man kann danach noch ein Bierchen trinken gehen. Das geht nicht so mit jedem.
Ich würde auch behaupten, mit Iranern. Ich bin Iraner, gebürtiger Iraner, lebe seit meinem zweiten Leben hier. Aber bei uns Iranern ist es eher so, wenn du so hart diskutierst, du gehst danach kein Bierchen mehr trinken miteinander. Und du bist auf jeden Fall nicht mehr cool miteinander. Und das habe ich hier durch die deutsche Kultur wirklich so gelernt. Man kann hart in der Sache sein, aber trotzdem fair bleiben. Und danach kann man immer noch ein Bierchen trinken. Wie oft ich das auch schon in meinem Leben in verschiedenen Stationen gesehen habe, wo ich teilweise dachte, ich habe dann zum Beispiel mit einem Kollegen oder einem Vorgesetzten diskutiert.
Fortsetzung
Und es ging dann so richtig fast Richtung Streit. Und am Ende war trotzdem alles in Ordnung. Arbeit ist Arbeit. Danach ist man trotzdem noch ein Bierchen trinken gegangen und das war völlig in Ordnung. Also bei Iranern wäre sowas zum Beispiel null möglich. Wenn ihr es mir Iraner zuhören, ihr könnt es mir bestimmt bestätigen. Wenn man so hart diskutiert, da geht man danach nicht einfach ein Bierchen miteinander trinken, sondern hat man einfach Stress miteinander oder Streit miteinander. Und dieses Kulturelle, das wurde mir in den Jahren so ein bisschen klar.
Witzigerweise Italiener ticken dann auch nochmal anders. Ich habe auch schon viele Termine damals. Da war ich bei einer größeren IT-Beratung mit italienischen Kollegen damals gehabt und die sind einfach ein bisschen lockerer. Also 10 Uhr Meeting heißt, wir sind ungefähr um 10 Uhr online irgendwann zum Beispiel und treffen uns dann und diskutieren was. Und das hat mir auch wirklich ein italienischer Kumpel von mir bestätigt. Es ist einfach so, die haben ein anderes Zeitgefühl und 10 Uhr sind nur so Richtwerte und so weiter.
Ich finde es immer ganz witzig, dass ich mit den Jahren immer mehr gelernt habe. Natürlich, dass Kulturen anders sind, dass man darauf eingehen muss, wie ein Mensch tickt. Und ich bin auch so ein bisschen sensibler drauf geworden. Also ich passe auch mehr darauf auf, mit wem spreche ich eigentlich gerade. Also ich versuche natürlich prinzipiell objektiv nicht von der Wertigkeit natürlich zu urteilen. Das ist jetzt besser oder das ist schlechter. Aber ich habe gelernt, man muss teilweise einzelne Kulturen oder einzelne Menschen natürlich unterschiedlich nehmen.
Von der Art und Weise, wie sie was sagen, von der Art und Weise, wie sie jemanden begrüßen, jemanden verabschieden, wie sie diskutieren. Das ist einfach super unterschiedlich. Und das ist ein ganz großes Learning für mich im Leben gewesen. Dass auf der einen Seite ich die kulturellen Hintergründe eines Menschen ernst nehmen muss. Wo kommt er her? Wie tickt er denn ungefähr? Ich habe hier auch meine Eigenheiten. Ich glaube, die anderen Menschen wissen es dann auch, wie sie mich zu nehmen haben. Das auf der einen Seite und das auf der anderen Seite.
Um nochmal zurückzukommen auf das Thema Unternehmen sind keine Demokratien. Ich kann es viel eher nachvollziehen, wenn ich zum Beispiel mit Unternehmern spreche, die dann komische, in erster Linie vielleicht komische Entscheidungen treffen. Aber ich kann es viel besser nachvollziehen. Ja, das ist ja ihr Risiko. Also sie wollen ja nach ihrem besten Wissen und Gewissen entscheiden, sodass die Unternehmung ja in jedem Fall weitergeht. Und was man der Person dann auch lassen muss, sie haben natürlich auch einen besseren Überblick.
Also nicht nur die eine Sichtweise aus der einen Abteilung, sondern sie kennen dann vielleicht alle Abteilungen. Kennen sie zumindest so ein bisschen den Blickwinkel draus. Und da kann man natürlich die bessere Entscheidung treffen. Aufgrund dieser Erfahrung, das ist vielleicht ein bisschen exkurs. Ich meine, mit dem Thema Politik setzen wir uns ja zwangsläufig in irgendeiner Form ab und zu mal auseinander. Und wir haben alle bestimmt das Gefühl, also ich zu 100 Prozent zwischendurch frage ich mich auch, hey krass, wie entscheiden eigentlich gerade die Politiker für das und das Thema?
Oder warum machen die das so und so? Was mich dann aber wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückholt, wenn ich manchmal Entscheidungen gar nicht nachvollziehen kann. Ja, natürlich, also die Person, die gerade die Entscheidung trifft, die hat ja vielleicht einfach aus verschiedensten Bereichen ihre Information herbezogen. Hat dann versucht, nach bestem Wissen, mit dem besten Wissen, was sie in dem Moment halt haben, zu entscheiden. Daher bin ich auch, also natürlich werden katastrophal falsche Entscheidungen auch getroffen.
Aber ich glaube tatsächlich, die meisten, die da versuchen, Entscheidungen zu treffen, die versuchen das wirklich so alle Blickwinkel mit einbeziehen zu lassen, alle Informationen, die sie haben und dann darauf basierend ihre Entscheidung zu treffen. Das ist so ein bisschen so meine Erfahrung. Und vielleicht noch ein, zwei Worte zu dem Thema Unternehmen selbst. Also ich finde es unglaublich interessant, nochmal darauf zurückzukommen. Wenn ich mit Unternehmern spreche, ist auch unter dem kulturellen Aspekt auch, wenn wir ein amerikanisches Unternehmen uns betrachten.
Das finde ich halt mega interessant. Angefangen von der Titelsvergebung, bis hin zur Art und Weise, wie kommuniziert wird, ticken die Amis ja wirklich anders als die Deutschen. Muss man wirklich sagen. Fangen wir an zum Beispiel bei dem Titel des Geschäftsführers. Im Deutschen, ja, er führt die Geschäfte. Muss nicht unbedingt heißen, dass er Anteilseigner ist, aber er führt die Geschäfte. Der Begriff Geschäftsführer beschreibt es aus meiner Sicht genauso, wie es ist. Geschäftsführer, er führt die Geschäfte.
Fortsetzung
Bei den Amerikanern ist es dann so, was ich ganz funny finde, das ist totale Militärjargon. Die Geschäftsführer oder die Vorstände heißen Chief Executive Officer. Also Chief und Officer, das ist ja Militärjargon. Wirklich par excellence. Also allein schon das Officer, das ist Offizier, das ist ja so ein bisschen, nicht nur ein bisschen, das ist militärisch angehaucht. Und ich merke auch so in den letzten Jahren auch in der Zusammenarbeit mit den amerikanischen Unternehmen, ich durfte in ein paar tatsächlich in den letzten Jahren arbeiten.
Die Unternehmen, die amerikanischen Unternehmen sind auch sehr CEO, also Chief Executive Officer zentriert. Da ist einer, der trifft die Entscheidung. Es ist fast schon fast schon komplett egal, ob das ganze Unternehmen dahinter ist. Er trifft die Entscheidung, so viel so Unternehmen sind keine Demokratien. Und alle kommen damit oder alle müssen sich damit arrangieren. Auch die anderen Titel natürlich Chief of Staff oder Chief of, keine Ahnung was, Chief Marketing Officer und so weiter und so fort. Man merkt da so dieses militärisch ausgelegte System, um eine Unternehmung voranzubringen.
Und ich finde es mega interessant, dass auch hier so ein bisschen das Kulturelle durchkommt. Der Präsidentin, der amerikanische Präsident ist ja auch so eine Art der oberste, wie sagt man dazu, der oberste Kommandante des Militärs. Ich weiß gar nicht, wie man das sagt, wie man das Ausdruck korrekt. Aber er kann ja auch unter verschiedenen Aspekten und Umständen ja quasi alleine bestimmen, was jetzt das Militär wie zu tun hat. Also viele Entscheidungen, nicht wie bei uns hier mit dem Parlament werden besprochen, sondern das trifft der Präsident in den USA.
Und ich finde es super interessant, dass diese Sichtweise sich auch auf das Thema Unternehmertum in den USA ausgeweitet hat. Keine Ahnung, ob das die bessere oder schlechtere Variante ist, also im Gegensatz zu einem deutschen System. Aber ich finde es super interessant, dass da dieses Kulturelle auf jeden Fall auf das Thema Business sich total durchgeschlagen hat in den USA. So Leute, wie in den letzten Podcast Folgen ging es mir eigentlich gar nicht darum, so Mindset Tools mitzugeben. Dazu komme ich bald wieder bald.
Also ich habe viele Gedanken in letzter Zeit gemacht zum Thema Freundschaften. Dazu werde ich in den nächsten Folgen ein bisschen mehr darauf eingehen. Ich habe da ein paar Erfahrungen gemacht, die ich mit euch teilen möchte. Ein paar Mindset Tools, die ich benutze, für mich euch mitgeben möchte. Auf jeden Fall, da gehe ich in den nächsten Folgen darauf ein. Aber in den letzten Folgen, so wie auch heute, war es eher so ein paar Geschichten aus meinem Leben. Ein paar interessante Sachen, die ich so mitgenommen habe, Erfahrungen, die ich mitgenommen habe.
Und ich hoffe, sie hat euch heute gefallen. So, wir hören uns bald wieder. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis bald wieder und nicht vergessen, bis dahin, Mindset ist alles.
Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.
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Zitierfaehige Passage
Unternehmen sind keine Demokratien, und das ist auch gut so.
Wer als Gruender das finanzielle Risiko traegt, muss am Ende auch die Entscheidungen treffen duerfen.
Das bedeutet nicht, dass man nicht zuhoert, sondern dass man nach dem Zuhoeren handlungsfaehig bleibt.
Fuehrung heisst Verantwortung uebernehmen, nicht Abstimmungen organisieren.




