101. Boian Videnoff: Den Augenblick leben und präsent sein. Trotz großer Visionen für die Zukunft!

Boian Videnoff: Präsent sein und den Augenblick leben

Wie der Dirigent der Mannheimer Philharmoniker Präsenz, Dankbarkeit und Leidenschaft zu seinem Lebensprinzip macht



Einleitung

Boian Videnoff ist Dirigent, Gründer der Mannheimer Philharmoniker und ein Mensch, der Präsenz auf eine ganz besondere Weise lebt. In dieser Episode von Project Mindset spricht Reza Mehman mit dem in Bulgarien geborenen und in Italien sowie Deutschland aufgewachsenen Künstler über die Kraft des Augenblicks, über Dankbarkeit, Leidenschaft und den Umgang mit Kritik. Boian gründete mit gerade einmal 23 Jahren sein eigenes Orchester und verfolgt seither eine beeindruckende Vision, ohne dabei das Hier und Jetzt aus den Augen zu verlieren. Das Gespräch bietet tiefe Einblicke in das Mindset eines Dirigenten, der gelernt hat, dass Reinheit im Gedanken und ehrliches Brennen für die Sache der Schlüssel zu wahrer Präsenz sind. Wer verstehen will, wie man trotz großer Zukunftsvisionen im gegenwärtigen Moment verankert bleibt, findet in dieser Folge wertvolle Impulse. Dieses Interview zeigt eindrucksvoll, dass die Fähigkeit, präsent zu sein, nicht nur auf der Bühne, sondern in jedem Lebensbereich entscheidend ist.


Zusammenfassung

In einem Satz: Dirigent Boian Videnoff erklärt, wie Leidenschaft, Dankbarkeit und Reinheit im Denken zu wahrer Präsenz und einem erfüllten Leben führen.

In drei Sätzen: Boian Videnoff, Gründer und Dirigent der Mannheimer Philharmoniker, spricht über seine Lebensreise von Bulgarien über Italien nach Deutschland und wie ihn seine multikulturelle Identität geprägt hat. Er teilt seine Überzeugung, dass wahre Präsenz aus Leidenschaft, Dankbarkeit und der Bereitschaft entsteht, sich Fehlern ehrlich zu stellen. Neben dem Dirigieren treibt ihn auch sein Unternehmertum im Bereich Musiktechnologie an, wobei er stets darauf achtet, im Augenblick zu leben.

In fünf Sätzen: In dieser Podcast-Episode spricht Reza Mehman mit dem Dirigenten und Gründer der Mannheimer Philharmoniker, Boian Videnoff, über Präsenz, Mindset und Leidenschaft. Boian erzählt von seiner Kindheit in drei Ländern, einer Identitätskrise in den Teenagerjahren und dem Moment, als er mit 23 Jahren den mutigen Schritt wagte, ein eigenes Orchester zu gründen. Er beschreibt, wie Reinheit im Gedanken und das ehrliche Brennen für eine Sache ihn durch alle Widrigkeiten getragen haben. Zudem teilt er seine Perspektive auf Dankbarkeit als tägliche Praxis, den konstruktiven Umgang mit Kritik und die Bedeutung, das eigene Ego nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Das Gespräch bietet praktische Inspiration für jeden, der lernen möchte, trotz großer Visionen im gegenwärtigen Moment verankert zu bleiben.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts Project Mindset, im Gespräch mit Boian Videnoff, Dirigent und Gründer der Mannheimer Philharmoniker sowie Mitgründer des Musiktechnologie-Startups Enote in Berlin.

Worum geht es: Das Gespräch dreht sich um die Fähigkeit, im Augenblick präsent zu sein, um Leidenschaft als Lebensantrieb, Dankbarkeit als tägliche Praxis, den Umgang mit dem eigenen Ego, Kritik und Wettbewerb sowie um die Frage, wie man ein Orchester als junger Mensch von Grund auf aufbaut.

Warum relevant: In einer Welt, die immer schnelllebiger wird, bietet Boians Perspektive als Dirigent und Gründer einzigartige Einsichten darüber, wie man im Hier und Jetzt verankert bleibt, während man gleichzeitig große Visionen verfolgt. Seine Erfahrungen sind auf jeden Lebens- und Berufsbereich übertragbar.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Wie baut man als Dirigent und Mensch wahre Präsenz auf?
  • Welche Rolle spielen Leidenschaft und Dankbarkeit für ein erfülltes Leben?
  • Wie geht man mit Kritik, Ego und Wettbewerb konstruktiv um?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
  2. Zusammenfassung – Die Episode in Kurzfassung
  3. Kontext – Wer spricht und warum es relevant ist
  4. Inhaltsverzeichnis – Übersicht aller Abschnitte
  5. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  6. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften
  7. Häufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
  8. Highlight-Zitate – Bemerkenswerte Aussagen aus dem Gespräch
  9. Transkript – Vollständiges Gespräch zum Nachlesen
  10. Keywords – Relevante Schlagworte zur Episode
  11. Namen und Begriffe – Verzeichnis wichtiger Erwähnungen
  12. Zitierfähige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Präsenz und das Leben im Augenblick

Boian Videnoff beschreibt, wie er als Dirigent gelernt hat, vollständig im gegenwärtigen Moment zu sein, und warum diese Fähigkeit für jeden Menschen entscheidend ist.

Keywords: Präsenz, Achtsamkeit, im Moment leben

2. Leidenschaft und Reinheit im Denken

Das ehrliche Brennen für eine Sache und die Reinheit im Gedanken bilden laut Boian das Fundament, um Widrigkeiten zu überstehen und authentisch zu handeln.

Keywords: Leidenschaft, Authentizität, intrinsische Motivation

3. Gründertum und unternehmerischer Mut

Mit 23 Jahren ein Orchester zu gründen erforderte Mut, Naivität und eine Hands-on-Mentalität, die sich auch auf andere Gründungskontexte übertragen lässt.

Keywords: Gründermentalität, Mannheimer Philharmoniker, Unternehmertum

4. Dankbarkeit und Demut

Boian praktiziert Dankbarkeit als tägliche Haltung und sieht Demut als entscheidenden Faktor, um als Mensch und Künstler zu wachsen.

Keywords: Dankbarkeit, Demut, persönliches Wachstum

5. Umgang mit Kritik, Ego und Wettbewerb

Die Bereitschaft, Fehler einzugestehen, sich zu entschuldigen und Kritik konstruktiv anzunehmen, ist ein zentraler Bestandteil von Boians Mindset.

Keywords: Kritikfähigkeit, Ego, Wettbewerb


Kern-Aussagen

  • Reinheit im Gedanken und ehrliche Leidenschaft für die Sache sind der Schlüssel, um jede Widrigkeit zu überstehen.
  • Man sollte nur gründen, wenn man intrinsisch gar nicht anders kann, denn die Konsequenzen einer Gründung sind weit größer als vorab absehbar.
  • Die Fähigkeit, im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, ist fundamental für das eigene Wohlbefinden und die Wirkung auf andere.
  • Multikulturelle Identität kann zunächst eine Krise auslösen, führt aber langfristig zu einem reicheren und ausgeglicheneren Selbstverständnis.
  • Die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen, ist ein Zeichen von Stärke und essenziell für gute Führung.
  • Ein Orchester zu führen erfordert Augenhöhe, gemeinsames Wachstum und die Fähigkeit, den Musikern Raum zu geben.
  • Professionalisierung ist notwendig, aber die ursprüngliche Naivität und Begeisterung des Anfangs darf nicht verloren gehen.
  • Dankbarkeit ist keine einmalige Geste, sondern eine tägliche Praxis, die das gesamte Mindset verändert.
  • Das Ego muss im Zaum gehalten werden, um wirklich im Dienst der Sache und der Gemeinschaft zu stehen.
  • Alle Unternehmungen sollten sich aus echter Leidenschaft für die Sache ergeben, nicht aus strategischem Kalkül.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Boian Videnoff?

Boian Videnoff ist ein Dirigent, der in Sofia, Bulgarien, geboren wurde und in Italien sowie Deutschland aufgewachsen ist. Er gründete 2009 im Alter von 23 Jahren die Mannheimer Philharmoniker und ist zudem Mitgründer des Musiktechnologie-Startups Enote in Berlin.

Was sind die Mannheimer Philharmoniker?

Die Mannheimer Philharmoniker sind ein von Boian Videnoff gegründetes Orchester mit rund 90 rotierenden Musikern aus ganz Europa. Es wird überwiegend privat finanziert, wobei nur etwa 10 Prozent des Budgets aus öffentlichen Mitteln stammen.

Warum hat Boian Videnoff die Mannheimer Philharmoniker gegründet?

Der Auslöser war die Erkenntnis, dass viele junge Musiker zu wenig Möglichkeiten hatten, Erfahrung auf hohem Niveau zu sammeln. Boian wollte gemeinsam mit Kommilitonen auf Augenhöhe Erfahrung sammeln und gründete deshalb das Orchester.

Was bedeutet Präsenz für Boian Videnoff?

Für Boian Videnoff bedeutet Präsenz, vollständig im gegenwärtigen Moment zu sein, mit Reinheit im Gedanken und ehrlicher Leidenschaft für das, was man tut. Er sieht den Augenblick als das Einzige, was man wirklich besitzt.

Welche Rolle spielt Dankbarkeit in Boians Mindset?

Dankbarkeit ist für Boian Videnoff eine tägliche Praxis und ein zentraler Bestandteil seines Mindsets. Sie hilft ihm, auch in schwierigen Situationen Perspektive zu bewahren und mit Demut zu handeln.

Wie geht Boian Videnoff mit Fehlern um?

Boian betont die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und sich bei Kollegen und Mitmenschen zu entschuldigen. Er sieht diese Offenheit als essenziell für gute Führung und menschliches Miteinander.

Was ist Enote?

Enote ist ein Musiktechnologie-Startup, das Boian Videnoff zusammen mit Kollegen in Berlin mitgegründet hat. Es verbindet seine Leidenschaft für Musik mit innovativer Technologie.

Wie ging Boian Videnoff mit seiner multikulturellen Identität um?

Boian durchlebte in seinen Teenagerjahren eine Identitätskrise, weil er sich zwischen seinen bulgarischen, italienischen und deutschen Wurzeln nicht zuordnen konnte. Mit etwa 18 oder 19 Jahren fand er inneren Frieden und akzeptierte, dass er alle drei Nationalitäten in sich vereint.

Wann wusste Boian Videnoff, dass er Dirigent werden möchte?

Boian begann bereits im Alter von sechs bis sieben Jahren, mit dem Beruf des Dirigenten zu liebäugeln. Die Faszination für die enorme Klangvielfalt und die dramaturgischen Möglichkeiten eines Orchesters zogen ihn früh an.


Highlight-Zitate

„Reinheit im Gedanken und in dem, was man tut. Also, dass es einem wirklich um die Sache geht und mit Leidenschaft dafür brennt, dann kann man eigentlich fast alles überstehen.“

– Boian Videnoff

„Ich brenne für das, was ich tue, wirklich. Und ich könnte niemals etwas tun, wofür ich nicht brenne.“

– Boian Videnoff

„Diese Bereitschaft zu haben, einen Fehler einzugestehen und sich bei Kollegen auch zu entschuldigen. Das ist sehr, sehr wichtig.“

– Boian Videnoff

„Wenn du das nicht intrinsisch, gar nicht anders kannst, tue es nicht.“

– Boian Videnoff

„Man startet natürlich sehr naiv in eine Idee, und das ist auch das Schöne an der Sache. Und das ist wahrscheinlich auch der Treibstoff, den man dann auch braucht, um durch die ganzen Widrigkeiten durchzukommen.“

– Boian Videnoff

„Ich brauche Erfahrung, ihr braucht Erfahrung, lasst uns ein Orchester machen, wo wir alle gemeinsam Erfahrung auf Augenhöhe sammeln.“

– Boian Videnoff

„Bin ich Deutscher, bin ich Italiener? Und irgendwann dann das auch wirklich mit absolutem Frieden niederzulegen, zu sagen, ich bin halt alles, alle diese drei Nationalitäten.“

– Boian Videnoff


Transkript

Das vollständige Gespräch

vor allem Reinheit im Gedanken. Reinheit im Gedanken und in dem, was man tut. Also, dass es einem wirklich um die Sache geht und mit Leidenschaft dafür brennt, dann kann man eigentlich fast alles überstehen. Und das ist das, was mich schon immer getrieben hat. Ich brenne für das, was ich tue, wirklich. Und ich könnte es niemals etwas tun, wofür ich nicht brenne. Und bin ehrlich in dem, was ich tue. Und wenn da Fehler passieren, passieren Fehler und ich versuche sie zu erkennen und dann entschuldige ich mich.

Auch das, diese Bereitschaft zu haben, einen Fehler einzugestehen und sich bei Kollegen auch zu entschuldigen oder mit Menschen. Das ist sehr, sehr wichtig. Aber dieses Mindset, das ist das, was mich eigentlich am meisten im Leben steuert. Ojan, herzlichen Dank für deine Zeit heute. Ja, es freut mich sehr. Also es ist mir eine ganz große Ehre, mit dir heute sprechen zu dürfen. Ich habe online sehr viele schon über dich gesehen, gehört, geschaut, auf YouTube und so weiter. Also von daher ist mir eine ganz große Ehre mit einem, wenn ich sagen darf, Künstler zu sprechen.

Und es gibt ein paar Themen, die mich insbesondere interessieren, wie du das in deinem Leben angehst als Dirigent, als Künstler. Welches Mindset du dahinter hast. Und bevor wir darauf zu sprechen kommen, würde ich gerne so ein bisschen deinen Lebensweg, deinen Werdegang nochmal ganz kurz für unsere Zuschauer besprechen. Also ich weiß, dass du in drei Ländern aufgewachsen bist quasi. Und was ich super interessant finde, du hast 2009 die Mannheimer Philharmoniker gegründet. Also in sehr jungen Jahren. Und bevor wir darauf eingehen, wie es dazu kommt, dass man in jungen Jahren so etwas Gewichtiges macht.

Kannst du ein bisschen was über dich erzählen? Ja, also ich bin in einer Musikerfamilie geboren. Mein Vater war Opernsänger, meine Mutter ist Geigerin. Und ich bin in Sofia, in Bulgarien geboren. Als ich dann ein Jahr alt war, ist meine Familie nach Italien ausgewandert und dort die ersten sechs Jahre meines Lebens verbracht. Auch die Großeltern sind dann mit nach Italien gezogen. Doch dann hat meine Mutter die Stelle als Konzertmeisterin in Saarbrücken am Rundfunkorchester gewonnen. Also sind wir weitergezogen nach Deutschland.

Großeltern sind aber in Italien geblieben. Und so, dass wir eigentlich jede Ferien, die wir hatten, wieder zurück nach Italien gefahren sind. Und ich auch tatsächlich so zwischen Deutschland und Italien aufgewachsen bin und diese beiden Länder Teil meiner Identität geworden sind. Wo gefällt es dir mehr? Ach, es ist schwierig zu sagen. Wenn ich zu lange in einem der beiden Länder bin, fehlt mir das andere sehr. Jedes Mal, wenn ich in Italien lande, denke ich mir, ah, daheim. Aber da bin ich zwei Monate da, denke ich mir, so ein bisschen mehr Ordnung wird nicht schaden.

Also ich glaube wirklich, das ist sehr ausgewogen. Und ja, so hat sich das ergeben, dass ich dann im Saarland zur Schule gegangen bin und dort meine ersten Jahre als reiferer Mensch verbracht habe und auch diese Identität gereift ist in mir. Ich erinnere mich, wie gerade so in Teenagerjahren, dass es doch eine Identitätskrise dann auch war, weil sehr, sehr viele Nationalitäten in einem dann auch Fragen hervorrufen. Und das war doch etwas, was mich sehr beschäftigt hat, bis ich irgendwann 18, 19 war und dann auch innere Ruhe mit meiner Identität gefunden habe.

Wie hat sich das geäußert? Also wenn du sagst, na ja, dass in Kleinigkeiten sich zum Beispiel als Kind zu schämen, mit den Eltern Bulgarisch auf der Straße zu sprechen oder man grundsätzlich ständig im Gespräch mit anderen Menschen, gerade in dem Alter ist es so, dass mit vielen Sprachen im Kopf sind, dass das Wort auf einer kommt, aber auf der anderen, in der man gerade spricht, nicht. Und man einfach anfängt, sich zu hinterfragen, wer bin ich eigentlich? Bin ich deutscher, bin ich Italiener? Und irgendwann dann das auch wirklich mit absolutem Frieden niederzulegen, zu sagen, ich bin halt alles, alle diese drei Nationalitäten.

Das ist aber ein Prozess, der braucht Zeit. Mega interessant, also vielleicht komme ich später noch mal drauf zu sprechen. Ich hatte schon mehrmals in Podcastgästen, wo wir genau über dieses Thema Identität gesprochen haben. Man weiß nicht so genau, wo man hingehört. Irgendwann schließt man Frieden damit und kann sich dann entspannter mit dem Thema beschäftigen. Aber super interessant auch zu sehen, dass bei dir so ist. Und du hast, glaube ich, auch viele Instrumente gelernt, habe ich auch gesehen. Ja, ich habe mit Geiger angefangen.

Das war natürlich, da meine Mutter eben Geigerin ist und habe viel gesungen auch, weil mein Vater Opernsänger ist, dann zum Klavier gefunden, zwischendurch mal einen Exkurs bei der Oboe gehabt. Aber das war dann schon auch eher aus dem Gesichtspunkt, dass ich Dirigent werden möchte. Das wusstest du schon relativ früh? Ich wusste es relativ früh. Ich war sechs Jahre, sieben Jahre alt, als ich zumindest geliebäugelt habe mit diesem Beruf. Und sicherlich war das so, dass die Eltern auch einen prägen, logischerweise.

Fortsetzung

Der Freundeskreis der Eltern und es waren halt viele Musiker. Und das war für mich schon der Dirigentenberuf hat dieses riesige Repertoire einfach symbolisiert. Das Orchester, diese ganzen Farbpalette, diese ganzen Möglichkeiten an Klangfarben, an Ausdrucksweisen. Das hat mich sehr fasziniert. Und ich habe schon immer die Oper sehr geliebt, dieses Dramaturgische auch. Und dadurch, dass mein Vater ja auch Bariton war, stark Bezug dazu gehabt. Das war so das, was mich ganz stark angezogen hat, diesen Beruf.

Und wie kam es dazu, dass du, wenn ich fragen darf, warst du 2009, als du die Philharmonika gemacht hast? 23. Wow. 22, 23. Wie kam es dazu, dass du diesen Bold Move, würde ich sagen, in so jungen Jahren gemacht hast? Ist das typisch so in dieser Künstlerszene? Also ich weiß nicht, ob das typisch ist oder nicht. Ich weiß nur, dass du das, was du nicht lassen kannst, so ein bisschen. Das ist vielleicht jetzt ein Vergleich, aber Elon Musk hat das, glaube ich, mal gesagt, dass viele Freunde ihn fragen, sollte ich gründen oder nicht?

Und dann sagt er, also wenn du das nicht intrinsisch, gar nicht anders kannst, tue es nicht. Diese Empfehlung würde ich auch aussprechen, weil das hat so viele Implikationen, etwas zu gründen. Und man startet natürlich sehr naiv in eine Idee, und das ist auch das Schöne an der Sache. Und das ist wahrscheinlich auch das, was der Treibstoff, den man dann auch braucht, um dann durch die ganzen Widrigkeiten durchzukommen. Weil nur diese Essenz, nur dieses pure, dieses Etwas, das braucht man eben, um etwas dann ins Leben zu rufen, was eben ein Rattenschwanz an Bürokratie und anderen Tätigkeiten dann mit sich bringt, die man überhaupt nicht hätte vorher abschätzen können.

Glaub ich dir. Wie groß warst du mit der Philharmonika bei der Gründung und wie groß bist du jetzt? Also wenn du jetzt so die letzten Jahre mal… 1,93. Also wie seid ihr gestartet? Wie viele Leute? Wie groß war das Orchester? Das fing alles in meinem Wohnzimmer an. Ich hatte damals einen Kollegen, Adam Schmidt, der inzwischen auch selber Dirigent ist. Damals hatten wir zusammen mit ihm, er war Orchestermanager, ich war künstlerischer Leiter von nichts. Aber die Titel hatten wir schon. Genau. Also es fing alles im Wohnzimmer an, viele Gespräche geführt, natürlich viele Tabellen gemacht, Kalkulationen, wie das funktionieren könnte und natürlich viele Gespräche mit Kollegen, Musikern.

Damals war das ja ein ausschlaggebender Punkt, dass ich wirklich viele Gespräche mit Kommilitonen geführt hatte, die alle mir berichteten von ihren Probespielsituationen bei den Orchestern, wie schwierig es ist überhaupt Einladungen zu bekommen oder eben, wenn man eingeladen ist, dass man das sofort raushört, ob man Erfahrung hat oder nicht. Und dass sie so wenig Möglichkeiten haben, wirklich Erfahrungen auf ganz, ganz hohem Niveau zu sammeln. Obwohl es ja viele Orchesterakademien und Praktikermöglichkeiten in Orchestern gibt, trotzdem ist es so, dass es einen hohen Bedarf gibt in Deutschland und in Europa.

Und das war so für mich der ausschlaggebende Moment, wo ich mir dachte, okay, ich brauche Erfahrung, ihr braucht Erfahrung, lasst uns ein Orchester machen, wo wir alle gemeinsam Erfahrung auf Augenhöhe sammeln. Superinteressant. Und wie groß seid ihr jetzt? Ja, jetzt inzwischen ist das ein Büro, es arbeiten acht Leute an dem Projekt, es sind viereinhalb Rollzeitstellen und natürlich die Musiker des Orchesters, die aus ganz Europa anreisen, insgesamt sind das knapp 90, die ein bisschen rotieren. Ja, also es ist eine relativ große Operation.

Ja, auch ein Koordinativ über Aufwand, glaube ich, oder? Natürlich. Generell, die Eventbranche ist natürlich sehr anstrengend, das muss man einfach sagen. Und da ist auch Chapeau an meinen Kollegen im Büro, die jedes Mal alle Probleme, die so aufkommen, mit gewisser Gelassenheit auch einfach annehmen und lösen. Das ist natürlich nicht einfach und vor allem, man kann am Anfang, wenn man so ein Projekt macht, mit viel Kraft und Energie wirklich Berge versetzen, aber auf 13 Jahre hin geht das nicht. Natürlich.

Also ich erinnere mich, wir fingen an, mein Vater hatte damals einen Chrysler Voyager, dann haben wir den umfunktioniert, er hatte so Holzpaletten gebaut, mit dem wir die Pauken in dieses Auto reingeschoben haben und ich bin mit einer A-Klasse dreimal hin und her gefahren und die Kontrabasse. So richtige Gründer, Mentalität. Also einfach, das war einfach hands-on irgendwie, aber das 13 Jahre lang, das geht nicht. Das heißt, natürlich professionalisiert sich so ein Apparat und Professionalisierung bedeutet meistens teuer werden und dementsprechend braucht das natürlich dann auch die Unterstützer und das alles ist ein sehr, sehr großer Apparat.

Habe ich es richtig verstanden, 90 Musiker? Ja, so circa, die natürlich regelmäßig rotieren, also es sind meistens auf der Bühne so um die 50, aber innerhalb einer Saison sind so circa 90 die regelmäßig. Ist das so eine Durchschnittsgröße bei euch? Das ist jetzt der Pool der Musiker, die bei uns halt regelmäßig mitmachen. Ich meine im Vergleich zu anderen Orchestern. Das ist ganz unterschiedlich, also es gibt Symphonieorchester, die haben über 100 und es ist ja in Deutschland sogar kategorisiert nach Kategorien A, B, C und das sagt eigentlich mehr über die Größe des Orchesters als tatsächlich über die Qualität.

Fortsetzung

Oft wird das irgendwie als Synonym verwendet, aber die Realität ist eigentlich diese Kategorisierung ist eher für die Größe, also wie viele Planstellen das jeweilige Haus hat und ganz kleine Kammerorchester, die dann nur zum Beispiel nur Streicher haben, bis hin eben zu ganz, ganz großen Opernhäusern, die Orchester und Chor und alles was dazugehört betreiben. Ich glaube bei dir ist noch die Besonderheit, es ist ja quasi priorat geführt von dir, also es ist nicht öffentlich. Es ist kein öffentliches Haus, wir bekommen also 10 Prozent unseres Budgets circa sind öffentliche Gelder, Förderung der Stadt Mannheim, der Rest ist eingespielt durch Ticketeinnahmen, Gastspielhonorare und eben Zuwendungen von privaten Förderern.

Mega interessante Setup, bevor ich zu mehr zum Thema Mindset komme, ich glaube du bist auch noch parallel unternehmerisch aktiv. Das ist tatsächlich so, bei mir haben sich alle Unternehmungen, die ich gemacht habe, haben sich aus der Leidenschaft für das jeweilige Etwas ergeben. Also in dem Fall, ich habe das Orchester gegründet, weil ich ein Orchester gründen wollte und das ist das, was mich interessiert, die Probenarbeit mit den Musikern und daraus hat sich eine Unternehmung ergeben und jetzt bin ich auch Geschäftsführer dieses Unternehmens.

Das ist gar nicht so sehr eigentlich mein Fokus und könnte ich, würde ich den Job sofort abgeben. Aber das ist ja auch nicht so einfach. Das ist auch mit Budget verbunden und so weiter. Und das Gleiche ist ähnlich auch mit E-Note. Ich habe in Berlin mit Kollegen, habe ich ein IT, Musik IT Tech Startup, E-Note heißt das, ins Leben gerufen. Das ist tatsächlich das größte Musik-Digitalisierungsprojekt der Geschichte. Wir digitalisieren Musiknoten und wenden künstliche Intelligenz darauf an, dass eben für Musiker eine neue Möglichkeit der Arbeit mit Musiknoten schafft.

Also praktisch von Tablets aus ist es eine App für Tablets, die Funktionalitäten bringt, die man einfach auf Papier oder in anderen Apps nicht hat und damit das Leben viel einfacher machen und zeitgemäßer. Die Idee ist, dass man langfristig Kinder beim Üben unterstützen kann, Orchester beim Proben, Theater automatisieren kann, gewisse Prozesse. Also diese KI ist sehr, sehr stark und eröffnet komplett neue Welten letztendlich. Und auch da, das ist entstanden, nicht weil ich unbedingt jetzt Unternehmen haben wollte.

Und da bin ich auch sehr dankbar, dass ich einen Kollegen habe, der Co-Geschäftsführer ist und er auch wirklich die Operations betreut. Weil das ist wirklich nicht meine Freude an der Sache, sondern ich bin ein Produktmensch. Also für mich zählt das Produkt. Ich vergrabe mich gerne ins Produkt. Ich glaube, das ist normal für Künstler. Wir sind Perfektionisten und da geht das Herz auf, wenn man sich damit beschäftigen kann. Und dann, wenn eben eine Unternehmung drum herum entsteht, dann ist es eher gezwungenermaßen, wenn man so will.

Wie viele Aufführungen hast du pro Jahr als Dirigent? Ich habe eigentlich jeden Monat ein, zwei ungefähr. Das ist so im Moment der Stand, also so um die 20 bis 30 je nachdem. Wie ist so deine Aufteilung zwischen, ich meine, dieser künstlerischen oder dem künstlerischen Dasein, was du verkörperst als Dirigent und ich sage jetzt mal das Drumherum, deine Unternehmungen, Administration und so weiter. Also wie viel Zeit blockst du dir für die künstlerische Freiheit, den künstlerischen Akt? Ja, das ist tatsächlich etwas, was man lernen muss und ich glaube auch viele Freunde zum Beispiel die Kinder bekommen.

Ich habe noch keine. Ich hoffe bald welche, aber ich habe noch keine. Und trotzdem viele Freunde, die Kinder haben, berichten, ich habe eigentlich dann gelernt zu üben, weil plötzlich habe ich viel weniger Zeit und muss das alles in viel kleineren Zeitfenster reinquetschen und da habe ich plötzlich gemerkt, dass ich viel produktiver wurde. Ich glaube, das habe ich auch notgedrungener Maßen recht früh schon gelernt, weil meine Zeit war schon immer sehr limitiert und natürlich durch die zweite Unternehmung jetzt absolut noch mehr.

Und das hat aber dazu geführt, dass ich viel produktiver arbeite in den Momenten, wo ich eben diese Zeit dann auch dafür blocke. Mein Tag, der ist eigentlich relativ gestaltet sich nach den Bedürfnissen, die gerade da sind. Das bedeutet mal, es ist sehr viel Administration, sehr viel E-Note oder sehr viel Philharmonika, wenn mal Projekte hier anstehen oder eben wenn ich gerade da bin, ein schweres Werk zu lernen, dann muss ich mir die Zeit nehmen, um eben dieses Werk jetzt erst mal für mich zu erarbeiten.

Also das ist immer sehr flexibel und agil, würde ich das mal nennen. Interesse halber, wie lange brauchst du um so ein Werk zu lernen? Ganz unterschiedlich, also wenn das etwas ist, was man vielleicht schon mal kannte, gehört hat und aber einfach noch nie richtig studiert hat, geht das viel schneller und auch da natürlich gibt es verschiedene Stufen des Wissens logischerweise. Also im Zeitraum ist das dann ungefähr? Naja, also das hängt davon ab, aber das kann manchmal, wenn es etwas ist, was man wirklich schnell lernen muss, auch mal über eine Nacht gelernt sein, aber dann ist es natürlich dementsprechend oberflächlich gelernt.

Fortsetzung

Deswegen auch ist das Schöne an unserem Beruf, dass man immer wieder was Neues entdeckt. Also dass man immer wieder jedes Mal, wenn man eine Partitur aufmacht, neue Sachen entdeckt. Viele meiner Kollegen, der großen Namen und großen Künstler- Persönlichkeiten unserer Zeit sagen ja auch, dass sie mich mit 90, wenn sie eine Partitur aufmachen, immer wieder Neues entdecken und das glaube ich das wirklich Schöne an dem Beruf, dass es nie langweilig wird. Aber wenn es sein muss, natürlich Einspringer, dann muss man schnell über Nacht lernen und in der Lage sein, eine gute vernünftige Probenarbeit ab dem nächsten Tag zu machen und das ist auch etwas, was man natürlich lernt in seinen Jahren als Student und hoffentlich von seinen Lehrern beigebracht bekommt.

Super interessant. Kommen wir nun zu einem Teil, der für mich mind-blowing interessant ist und zwar als also der Teil Beruf des Dirigenten. Also aus meinen Beobachtungen heraus, wenn ich einen Dirigenten beobachte, wenn typischerweise sitzt ja zuerst das Orchester, bevor der Dirigent kommt und dann kommt der Dirigent rein und das finde ich das super interessante. Man spürt die absolute Präsenz des Dirigenten und ich finde das super interessant, dass man, dass die Person, die das macht, auch vielleicht, vielleicht kann man von Aura sprechen, dass jeder weiß, okay, jetzt muss ich im Moment sein, es geht gleich los, da vorne ist jemand, der nicht nur einen Takt vorgibt, sondern alles drum herum auch vorgibt und dieses Präsenzthema finde ich unglaublich interessant.

Ich glaube nämlich, ich beobachte auch mein Privatleben hier und da oder auch im beruflichen Kontext, dass natürlich gewisse Menschen eine Präsenz haben, andere eher weniger haben, also es gibt Leute, die kommen Raum rein, das merkt man sofort, da ist eine Präsenz da. So wie ich es online bei dir gesehen habe, ist es genauso. Du hast eine Präsenz, wenn du vor das Orchester trittst und meine Frage ist im Grunde, ist es was, was man üben kann, so eine Präsenz aufzubauen? Kommt das, oder kommt das natürlich?

Wie kannst du aus deinen eigenen Beobachtungen heraus gleich dazu was erzählen? Also ich glaube, das ist schon eine Charakterfrage und die Menschen, die ich immer getroffen habe, die so eine solche Aura, wie du das beschreibst, haben, ich kann mir schwer vorstellen, dass sie das trainiert haben, also irgendwie vom Spiegel oder so. Was man natürlich trainieren kann, ist dann, wie man in Situationen umgeht und vielleicht seine Schwächen an denen arbeitet, weil jeder Mensch hat Stärken und Schwächen im Charakter und die Schwächen können dazu führen, dass die Aura negativ wird oder eben toxisch wird.

Man hat Menschen, die eine sehr starke Aura haben, aber je nach Laune das extrem schwingen kann und ich glaube, das ist etwas, woran man aktiv arbeiten kann. Daran zu arbeiten, eine interessante Persönlichkeit zu werden, das finde ich immer sehr künstlich, weil entweder ist man eine, entweder ist man jemand, beziehungsweise andersrum, man kann an seiner Kompetenz arbeiten, man kann an sein Wissen arbeiten, man kann an seinen Interessen arbeiten und das alles in der Summe wird, ob man will oder nicht, eine interessante Persönlichkeit gestalten und bilden und man wird es dann sein.

Wie extrovers ist man oder wie introvers, das hat wenig damit zu tun, mit was für einer Aura man versprüht. Ich kenne Menschen, die extrem introvers sind und vielleicht nicht auffallen, aber in dem Moment, wo sie ein Wort sagen, gehört ihnen der Raum. Das kommt eben von dieser Kompetenz, die sie haben und von diesem unglaublich interessanten Wissen, was sie zu teilen haben, was plötzlich die Menschen so einfach total den Atem anhält bei den Menschen. Von daher, ich glaube, das Arbeiten an der Aura passiert, indem man an sich selbst arbeitet, an dem, was man selbst als Mensch sein möchte und dann passiert alles andere drum herum, was eben, was wir nicht beschreiben können, automatisch.

Fällt es dir aber auch selber auf, dass du, dass wenn du zum Beispiel jetzt von Orchester bist, dass da sich irgendwas an der Stimmung im Orchester ändert oder fällt dir sowas rein? Natürlich, ganz klar. Also wenn ich bei einem Orchester probe und ich habe etwas zu sagen, wenn das, was ich zu sagen habe, wirklich tief ist und wirklich berührend ist in dem Moment, eine Stimmungslage oder eine Idee, die dir wirklich interessant ist, das wird anziehen. Hingegen, wenn ich weniger zu sagen habe zu einer gewissen Stelle, dann wirkt das Platter oberflächlicher und weniger anziehend.

Und ich bin der Meinung, dass je mehr man sich selbst geformt hat und je mehr man Interessantes zu teilen hat mit den Menschen, desto mehr werden die Menschen ständig hinhören wollen. Und das habe ich selbst gemerkt, dass natürlich, ich habe als junger Dirigent angefangen, hatte er viel auf Intuitionsbasis mitzuteilen und inzwischen glaube ich, ist ein Punkt erreicht, wo ich sehr viel auch bewusst einfach weiß, was ich tue in den Proben und auch weiß in dem Moment, wenn ich was wirklich Gutes zu sagen habe, weiß ich, das war jetzt gut.

Und ich spüre auch in dem Moment, wie einfach das Interesse des Orchesters da ist. Viel bewusster passieren die Sachen. Deswegen ist auch so wichtig zu unterrichten, finde ich. Mein Job ist ja eigentlich ein Unterrichtsjob, wenn man so will. Als Dirigent wir unterrichten ständig und das Unterrichten zwingt einen Prozesse oder eigene Intuitionen zu analysieren und in Worte zu fassen, um sie dann zu transportieren. Und deswegen wird man dann selbst besser. Jeder, der unterrichtet, kann eigentlich bezeugen, dass er besser wurde in dem, was er tut, weil er es unterrichten muss.

Fortsetzung

Und deswegen kann ich das nur stark empfehlen, sein Wissen weiterzugeben, weil das führt dazu, dass man selber besser wird in dem, was man tut. Ist es mehr ein Handwerk für dich oder was sehr emotional ist für dich, wenn du zum Beispiel eine Partitüre lernst und mit deinen Orchestermusikern das durchgehst? Wie empfindest du das? Also beides. Es gibt Momente, da sitze ich vor einer Partitur und weine. Es gibt Momente in der Musik. Ich meine, die Musik ist nun mal etwas, was unglaublich stark Emotionen transportiert.

Und wenn man das einfach so über sich hergehen lässt. Sicherlich manche Persönlichkeiten sind eher dafür jetzt gemacht, so drauf zu reagieren als andere. Aber ich glaube trotzdem, dass die Musik bei allen Menschen irgendeine Seite schwingt mit. Und das sind natürlich sehr, sehr emotionale Momente, wenn man dann einfach diese Musik hört und einfach über sich hergehen lässt. Wenn das etwas traurig ist, kann auch sein, dass es geradezu der Lebenslage, in der man ist, sehr gut passt. Es ist ja kein Wunder, dass schönsten Liebessongs sind entstanden, nachdem diese Künstler vielleicht gerade eine wirklich herzzerreißende Trennung hatten.

Und wenn man das dann hört und vielleicht selbst gerade durch so etwas geht, dann trifft das natürlich einen sehr, sehr stark. Und das sind so Momente natürlich. Da ist die Emotion ganz stark. Aber es ist einfach auch natürlich ein Handwerk, weil Perfektion kann man nur hervorbringen, indem man viel, viel, viel übt. Und das ist ein Sport. Das ist ein Handwerk, ein Instrument zu spielen. Und auch das Dirigieren ist ein gewisses Handwerk, weil eine Phrase zu zeigen und mit den Händen zu malen letztendlich, kann man schön und nicht schön machen.

Und das führt dann eben dazu, ob es choreografisch ansprechender ist, wird dazu führen, dass die Musiker es schöner spielen oder ob es eher nicht so ansprechend ist und dann vielleicht auch nicht so gut transportiert, die Idee, die man hat. Ich finde es super interessant, dass man als Dirigent vorne quasi die Musik visuell macht. Also nicht nur hörbar, sondern auch visuell darstellt. Nicht super interessant. Und was ich auch noch sagen wollte, so Live-Orchestermusik, das deströmt ja den ganzen Körper.

Also ich habe vor kurzem den Orchester hören dürfen und das ist ja unplugged, also ohne digitale Beiwerke und so weiter. Und das geht durch den ganzen Körper hindurch. Das ist so interessant. Aber was ich dich fragen wollte, wenn du jetzt zum Beispiel eine Partitür einstudierst, du interpretierst ja auch das, was der Komponist vor hunderten Jahren sozusagen sich dabei gedacht hat und du kannst ihn auch nicht mehr fragen. Was hast du dir dabei gedacht? Jetzt finde ich aber interessant, wenn es, da hört sich für mich auch nach einem sehr emotionalen Input von dir an.

Wenn jetzt aber jemand kommt aus deinem Orchester zum Beispiel und sagt, Bojan, das sehe ich ganz anders als du und dich vielleicht auch ein bisschen härter kritisiert in dem Kontext, wie nimmst du sowas auf? Weil du hast ja sehr viele Emotionen reingesteckt, du hast dir Gedanken gemacht, deine Lebenserfahrung sozusagen reingesteckt. Wie würdest du aber dann mit so einer Kritik dann umgehen? Ja, ich würde als allererstes erst mal hinterfragen, wo die Kritikpunkte etwas Wahres haben könnten. Kurze Frage, ist das schon mal so?

Ständig. Ständig, okay. Das ist ganz normal. Wir alle haben ja unsere Vorstellung und wenn man als Dirigent vor 60 Musikern sich jetzt dahinstellt und praktisch eine Vision versucht zu etablieren, an der alle ziehen sollen, dann automatisch entstehen Momente, wo vielleicht jemand eine komplett andere Sicht auf die Dinge hat. Und natürlich klar, je mehr das Orchester diese Sicht folgen möchte, weil sie das ähnlich empfindet, desto mehr entsteht dann auch nur positive Energie. Wenn man das ganze Orchester gegen sich spürt, dann kann das eine ziemlich schlimme Woche werden, logischerweise.

Aber so Einzelfälle gibt es immer und da muss man auch wirklich sich hinterfragen und gucken, das, was der Kollege jetzt vorschlägt, inwiefern hat er Recht zu 100 Prozent oder eben in gewissen Aspekten. Meistens ist es ja auch schon so, dass allein schon ein Entgegenkommen in gewissen Punkten stellt den Kollegen zu frieden und gleichzeitig aber auch bereichert das die eigene Idee. Und dann ist meistens schon ein viel besseres Resultat dadurch erreicht. Ist das auch eine Ego-Frage in dem Moment? Ich finde, Ego hat halt in der Musik nichts verloren.

Also klar, es sieht vielleicht sehr stark danach aus, weil wir vorne stehen auf der Bühne und man Applaus bekommt. Auch als Künstler kann man sehr schnell da reinrutschen. Aber ich finde, gerade in dem Moment, wo Ego ins Spiel kommt und es nur darum geht, es so zu machen, wie man es jetzt selbst will, wird es ärmer. Aber es kommt vor. Natürlich kommt es vor. Wir sind alle Menschen. Wir haben alle unsere Bedürfnisse und Komplexe. Ego ist ja meistens geht Hand in Hand mit Komplex. Aber grundsätzlich ist es so, dass ich Kritik immer als erstes versuche, herauszufiltern, wie viel davon ist jetzt der wahre Kern, wie viel davon ist vielleicht geladen mit Äußerlichkeiten.

Fortsetzung

Das gibt es ja auch. Je nachdem, wer die Kritik einem gibt, ist das jemand, der einem eigentlich eher positiv eingestellt ist gegenüber. Wenn es jetzt ein Kollege ist, mit dem ich grundsätzlich wunderbare Zusammenarbeit habe und er mir jetzt ganz vehement etwas kritisiert, das werde ich natürlich ganz anders betrachten, als wenn ich weiß, der Typ, der konnte mich schon nie ausstehen, egal in welchen Raum ich reinkomme. Aber auch da werde ich versuchen, okay, der kann mich nicht leiden. Es gibt einen Grund, warum der mich nicht leiden kann.

Manchmal ist es Energie, aber es gibt, es muss irgendetwas auch geben, wo er recht hat in gewissen Punkten. Das sehe ich dann eher für mich als Möglichkeit zu wachsen, das herauszufinden. Aber schlussendlich musst du ja dann die Entscheidung treffen, wie es gemacht wird. Ja, und schlussendlich spielen sie es aber. Das heißt, das ist ja dieses schöne Balance, dieses Nehmen und Geben. Am Ende klinge ich nicht, ja. Aber trotzdem dieses mystische, was man wirklich nicht beschreiben kann, wie sehr man einen Musiker dazu inspirieren kann, auf eine gewisse Art und Weise zu spielen, nur durch die Gestik und die Gedanken.

Also vor allem die Gedanken sind es. Also wenn du an etwas ganz, ganz stark denkst, passiert das. Das ist ja im Leben immer so. Du denkst an etwas, du willst das, willst das und dann passiert das. Du wirst es provozieren, ob du willst oder nicht. Deswegen auch nicht an Sachen denken, die man nicht will, weil man produziert die Sachen, die man nicht will. Ja, und das fällt ja sowieso schwer. Also man denkt ja oft an Sachen, ich will nicht, dass das passiert, dann passiert genau das. Weil viel zu viel Gedankengut in das investiert, was man nicht wollte.

Und das Gleiche ist es bei uns auch. Wenn ich ganz stark daran denke, wie ich den Klang haben möchte, und plötzlich spielt das Horn lauter, obwohl ich dem das niemals gesagt habe, aber ich habe es mir einfach so stark vorgestellt, dass irgendwie ist der Gedanke, dieser Funke ist rübergekommen. Das ist etwas, was ich immer noch nicht erklären kann, wie das möglich ist und vielleicht auch Gott sei Dank nicht erklären kann. Und das ist das, was dann letztendlich mir wiederum auch ein bisschen Kraft gibt, in dem ich, auch wenn vielleicht etwas nicht hundertprozentig gleich abgestimmt ist, aber in dem Moment, wenn der Flow stimmt, wenn die Energie stimmt, dann werden es oft die Musiker so spielen, vielleicht auch unbewusst, wie man es sich wirklich in dem Moment vorstellt.

Geht auch mal was schief? Natürlich, ständig. Aber hast du was, wo du sagst, oh nee, das war eine Vollkatastrophe? Ich finde generell, je perfektionistischer man ist, desto lockerer muss man mit Fehlern umgehen. Perfektionistischer man ist, desto lockerer muss man mit Fehlern umgehen. Weil man sowieso Fehler nicht haben möchte. Perfektion ist auch nicht möglich. Perfektion ist nicht möglich, aber ich finde, den Anspruch an Perfektion, das ist möglich und das muss man tun. Also für mich, ich rede jetzt für mich.

Also der Anspruch, etwas, was auch immer ich tue, dass das mit dem bestmöglichen Outcome, den ich machen kann, das ist für mich extrem wichtig. Also es kann sein, dass das objektiv betrachtet überhaupt nicht perfekt ist und voller Fehler, aber der Anspruch bei dem Moment des Erzeugens war, da es so gut wie möglich zu machen, wie es nur geht. Das ist extrem wichtig. Ich finde, das ist eine treibende Kraft für mich, wenn ich arbeite. Kommt das von dir selbst aus, dieser Anspruch? Oder hast du den gelernt?

Du kommst aus einer Musikerfamilie. Bestimmt eine Kombination aus allem. Ich erinnere mich auch, als ich damals, also es ist ja positiv und negativ, aus einer Musikerfamilie zu kommen. Das Positive ist, man bekommt unglaublich viel einfach mitgegeben, unbewusst und auch bewusst. Ich erinnere mich, wie meine Mutter mich in den Proben gezerrt hat vom Orchester und danach mit mir Analysen gefahren hat, was gut und was nicht gut war. Als Siebenjähriger hatte ich ganz andere Ideen als jetzt da zu gucken, warum mir jetzt diese Phrase nicht gefallen hat.

Ich habe immer versucht, ja, ja, hat mir gefallen und gefallen war die falsche Antwort, weil dann musste ich lange mit ihr analysieren, was alles nicht gut war. Das sind die positiven und gleichzeitig auch negativen Seiten, aber auch eine negative Seite ist natürlich, dass man, wenn man in einer Musikerfamilie aufwächst, dass man im Prinzip sehr eingefangen ist in dieser Welt und vielleicht nicht so sehr andere Optionen in Frage kommen. Und ja, also das alles zusammen ergibt eine Mischung, die dann den Charakter sich widerspiegelt.

Natürlich auch Genetik, logischerweise. Und das führt dazu eben, ob man sehr perfektionistisch ist oder nicht. Aber natürlich üben, das forciert einen dazu, eine gewisse Sauberkeit zu erreichen in dem, was man tut. Ein gewisses Handwerk muss einfach gepflegt sein, auch wenn man ein Möbelstück, ein Schreiner, eine gewisse Perfektion muss es haben, damit man es überhaupt als Stuhl erkennen kann. Und das ist, glaube ich, einfach in jedem Job, der handwerklich ist. Eigentlich in allem, was man tut. Man muss ja einfach den Anspruch haben, es gut zu tun.

Fortsetzung

Wenn ich noch mal zurück auf das Thema Präsenz kommen kann. Aus dem Vorgespräch weiß ich, dass du auch immer sehr weit in die Zukunft schaust und natürlich auch vorstellst, was in Zukunft passieren soll. Wir haben vorüber gesprochen gehabt, dass natürlich passieren kann, dass man dann nicht mehr in der Gegenwart sozusagen anwesend ist, sondern eher in der Zukunft lebt, was ja auch nicht so gut ist, ehrlich gesagt. Bevor wir auf das Thema zu sprechen kommen und nochmal zurück zur Präsenz gehen können.

Wie schaffst du es trotzdem, ich sage es mal vor einem Auftritt vor was großem, was du gerade machst, super präsent im Moment zu sein? Also ich kann mir nämlich vorstellen, als Geschäftsführer und Dirigent, als Künstler, aber auch als Geschäftsmann dahinter, hat man ja auch 1000 andere Dinge im Kopf als nur die Kunst. Aber wie schaffst du es on point vor einem Auftritt sozusagen, jetzt bin ich total präsent, weil ich ganz genau weiß, dass so vieles davon abhängt, dass es ein Erfolg wird. Meditierst du, hast du irgendwelche Tools, die du irgendwie anwendest, wie schaffst du das?

Das fiel mir schon immer sehr leicht. Ich konnte mich schon immer sehr stark abstrahieren in dem Moment, an dem ich, also in dem Moment, wo ich vor das Orchester trete und proben muss, da geht es mir nur um die Musik oder wo ich ein Konzert habe. Das ist in dem Moment bewusst und du denkst an nichts anderes? Mich interessiert gar nichts, mir geht die Welt irgendwie untergehen. In dem Moment geht es mir nur um diese Story, um diese Musik, die wir jetzt gerade machen und das ist ja meistens eine Geschichte, die wir erzählen und eigentlich ist das fast schon ein Hafen für mich, ein emotionaler Hafen in dem Moment, wo ich Musik machen kann, weil da geht es um das Reinste, um die pure Form der Seele und ihre Zustände.

Mega, ich glaube, ich spüre absolut, was du sagst gerade. Und deswegen ist es so, dass in dem Moment mir alles total egal ist. Und vielleicht tatsächlich, weil es so schön ist, ist es fast schon etwas, ich freue mich darauf, dass ich jetzt einfach sagen kann, alles andere ist total egal, weil das ist, worum es mir geht. Und deswegen ist es immer sehr leicht in diesen Momenten, einfach abzuschalten und mich voll auf den Moment zu konzentrieren. Und ich finde auch, das hat wenig mit den Zukunftsvisionen und den Plänen und alles, was man zu tun, weil in dem Moment ist es ja eigentlich, warum man das alles macht, ist es das, ja und klar, je mehr man davon haben kann, umso schöner ist es, aber am Ende ist man ja gerade in dem Moment und man denkt nicht an die Zukunft.

Also ich denke nicht an die Zukunft. Denkst du im Umkehrschluss, wenn ich jetzt gerade etwas tue, wo ich überhaupt nicht präsent bin? Das ist eigentlich, was ich eher lassen sollte, weil es mich nicht interessiert wahrscheinlich, emotional nicht berührt. Ja gut, es gibt ständig Aufgaben, die außerhalb der Musik liegen, Buchhaltung oder was weiß ich, alles, was ich am liebsten nicht tun möchte. Ja, klar, also es ist klar, es ist voller Aufgaben, die alles andere mit meiner Leidenschaft zu tun haben und das auch für mich als eine sehr lästige Tätigkeit betrachtet werden und die ich sofort abgeben würde, wüsste ich, dass es eine Person gibt, der ich das anvertrauen könnte.

Gibt es Momente, wo du denkst, außerhalb der Musik, ah jetzt würde ich eigentlich gerne mehr präsenter sein? Also gibt es irgendwas für in der Freizeit oder irgendwie im Umgang mit anderen Menschen oder was auch immer, wo es dir auffällt, ich bin gerade nicht präsent? Und registrierst du das in einer Form, änderst du das dann? Wenn ja, wie machst du das? Also du merkst, ich möchte sehr tief auf das Thema Präsenz eingehen. Mir, ich versuche mein Leben zu genießen. Das heißt jetzt, ich versuche die Momente zu leben, in denen ich bin.

Wenn ich jetzt mit Freunden bin, dann versuche ich das intensiv, die Gespräche da präsent zu sein eben oder wenn ich eine Auszeit nehme mit meiner Frau und wir vielleicht ein Boot mieten und irgendwo dann auf dem Wasser, dann versuche ich wirklich einfach nur diesen Moment, den Sonnenuntergang oder irgendetwas. Musst du dich dran erinnern? Nein, so ticke ich, ja. Und gleichzeitig fällt es mir schwer und das ist, wo ich an mir immer wieder appelliere, nicht in der Zukunft unterzugehen, an der Zukunft zu ertrinken.

Weil das ist ein sehr, sehr großes Mehr an Ambitionen und Wünschen und auch Unzufriedenheit, wo man heute steht im Vergleich zu dem, wo man eigentlich sein möchte. Und das tut einen sehr schnell runterziehen und da ist auch Social Media ganz schlimm dafür, weil Social Media ist so eine Art Fake Glass des Lebens aller. Jeder postet nur die schönen Seiten, niemand postet, was nicht so gut war. Also wenige Menschen tun das und die, die es tun, dann wird sowieso nicht so wirklich aufgezeigt, weil es nicht genug Likes kriegt.

Und das führt dazu, dass man eine total falsche Wahrnehmung der Umwelt bekommt. Allen geht es gut und dir nicht und solche Sachen, das ist ganz, ganz gefährlich. Und gerade wenn man selbst als Mensch ist, der immer wieder in die Zukunft schaut und den Status Quo ständig verändern möchte, kann das natürlich dazu führen, dass man nicht realisiert, wo man eigentlich objektiv gerade steht im Vergleich zu vor zehn Jahren und im Vergleich zu der Timeline, die man vielleicht auch beschreitet im Leben und den Zielen.

Fortsetzung

Und am Ende ist es ja auch, ich weiß nicht, ob es dir auch so ging, aber wenn du mal ein Ziel erreicht hast, das du dir gesteckt hast, hast du dann ein Gefühl der Leere manchmal danach gehabt. Und das ist das schlimmste Gefühl überhaupt. Und deswegen, eigentlich ist es nicht schön, ein Ziel zu erreichen. Weil sobald man das Ziel erreicht hat, fühlt man sich leer danach. Und das sage ich jetzt und gleichzeitig trotzdem denke ich an das Ziel und ich will das Ziel. Aber vielleicht ist es gut, dass man eben das Ziel anstrebt, aber trotzdem sich erinnern, du musst diesen Prozess, egal wie schwer der ist, egal wie viele schlaflose Nächte der dir jetzt bringt, musst du trotzdem einfach genießen und einfach mit einer Leichtigkeit aufnehmen.

Irgendwie wird es schon, solang du an das große Ganze denkst, das Leben wird sich irgendwie richten. Und bloß nicht das Ziel in voller Gänze erreichen, weil danach weiß man nicht mehr weiter im Leben. Ich weiß zu 100 Prozent, was du meinst. Also wenn man so ein größeres Ziel erreicht hat und nicht direkt danach ein Anschlussziel hat, dann hat man vielleicht so eine kurze Lehre sogar in sich. Also es ist super interessant, was du sagst. Was ich auch sehr wertvoll finde, ist das Thema Leichtigkeit. Also ich glaube, je leichter man mit der Reise umgeht, die man gerade durchgeht.

Und das fällt ja nicht leicht. Ja, genau. Es fällt auch nicht leicht, dir zu sagen, okay, gibt es eine riesen finanzielle Lücke und wie schließen wir die? Und es fällt sehr leicht, sich da total rein zu vergraben, bedanklich. Und je mehr man ein Problem verspannt betrachtet, desto weniger wird es sich lösen, logischerweise. Je locker man es entspannter betrachtet, desto eher. Und dann kommen die wildesten Zufälle auf einen zu, die das Problem lösen. Das Leben ist voller Widersprüche. Ja, das ist dann doch dieses Guru-Dasein.

Darf ich dich fragen, welche großen Ziele hast du für dich persönlich, aber auch, mein Name ist Philharmoniker, also wo ist dein Nordstern, wo strebst du hin? Also für mich das Ziel ist, und auch hier muss man einfach sagen, gewissermaßen ist das Ziel erreicht und anderer seits ist es noch lange nicht erreicht. Das, was ich hier erreichen wollte, war, eine Plattform zu schaffen, wo auf einer ganz, ganz herzlichen und fast schon familiären Art und Weise hier ein Safe Space geschaffen wird, wo nur Musik zählt.

Und das muss ich sagen, das haben wir erreicht. Also die Leute kommen aus ganz Europa hierher und sie lieben es, hier mitzumachen und die umarmen sich und das ist, alle bezeichnen das als Familie. Und ich bin eigentlich nicht der Freund, der sagt, ein Unternehmen ist keine Familie, aber das hier ist kein Unternehmen. Ja, also ein Unternehmen, gebe ich recht, ist keine Familie. Es ist schön, wenn das ein toller Teamgeist gibt, aber es ist ein Unternehmen, es ist keine Familie. Solange man jemanden feuern kann oder sich von anderen trennen kann, man kann nicht seine Eltern feuern.

Ja, richtig. Und das ist auch richtig so. Aber hier das Besondere ist, dass auch wenn jemand mal dabei war und dann jetzt eine Stelle hat, trotzdem kommen sie wieder zurück und unterstützen das dann als Tutoren oder spielen weiter mit. Es bildet sich etwas, was diese Persönlichkeiten für immer formt. Und zwar die Liebe zur Musik und die Liebe zum Musizieren gemeinsam. Und das ist etwas, das klingt jetzt sehr oberflächlich so gesagt, aber ich meine es in seiner wirklichen Tiefe. Hier, wenn die Leute hierher zusammenkommen, es wird ein ganz, ganz starkes Gefühl des Liebens gespürt.

Des Liebens für das, was wir gerade tun. Das ist eine ganz große Errungenschaft. Eine ganz, ganz große. Und das muss ich erst sagen, ich arbeite ja auch als Gastdirigent in vielen anderen Orchestern. In dem Moment, wo es dann ein Job wird und wo man dann einfach das Geld damit verdient, in dem Sinne, dass es täglich Tagesbrot verdient wird, geht sowas auch schnell verloren in Orchestern. Und ich kann auch sagen, in dem Moment, wo das nicht der Nordstern ist, sondern im Prinzip darum geht, einfach gute Kollegen zu finden, die jetzt eine Position besetzen.

Dann ist das nicht mehr das Hauptprinzip des Orchesters und das haben wir erreicht hier. Und das ist wunderbar. Das ist unglaublich beflügelnd und bereichernd. Auf der anderen Seite natürlich reicht mir das nicht, weil ich sehe das Potenzial und ich sehe, wie wir von Monat zu Monat leben mit den Finanzen. Als privat finanziertes Orchesters ist es sehr, sehr schwer. Gerade jetzt nach der Corona-Zeit und diese Inflation, die frisst alles auf. Es ist alles viel, viel teurer geworden und macht es wirklich unglaublich schwierig, Kultur zu betreiben in einem Umfeld, was sehr stark wirtschaftlich denkt.

Allein schon auch mit dem Konzertsaal, wenn man sich darüber unterhält, die denken alle sehr wirtschaftlich. Das muss sich rentieren. Kultur rentiert sich nicht. Kultur rentiert sich auf eine viel, viel größere Weise. Wir haben sogar versucht, die Universität Heidelberg hat dann mal eine Studie gemacht, um einfach auch finanziell zu erreichen, ob sich Kultur rentiert. Und ja, sie rentiert sich. Also jede Euro, die die Stadt Mannheim in dieses Orchester investiert, resultiert in 29 Euro, die bei der städtischen Wirtschaft ankommen.

Fortsetzung

Das glaube ich ja. Das drum herum. Das ist einfach viel Geld, was plötzlich in der Stadt wieder verausgabt wird. Und es ist sogar so, dass selbst wenn das Orchester 100% staatlich getragen ist, immer noch eine positive Bilanz aufbringt. Und das bei sehr, sehr, sehr wenigen Unternehmungen, die städtisch sind eigentlich, das sind Universitäten, das sind Museen zum Teil und eben auch Klangkörper. Ja, und deswegen Theater natürlich. Viele andere Unternehmungen haben immer eine negative Bilanz finanziell. Heißt noch lange nicht, dass sie nicht gut sind.

Aber hier hat man sogar finanziell eine positive Bilanz. Und trotzdem ist es immer ein Gesprächsstoff. Lohnt sich das oder nicht? Und dieses wirtschaftliche Denken in einem Umfeld, was eigentlich nicht wirtschaftlich ist oder so weit von Wirtschaftlichkeit eigentlich ist, wie man sich es nur vorstellen kann, das ist sehr belastend. Und das ist natürlich etwas, wo mein Ziel ist, eine Ausstattung, eine finanzielle Ausstattung zu finden, wo dieses Orchester wirklich aufblühen kann und sein Potenzial voll ausleben kann.

Wir haben uns große Glück, dass inzwischen die größten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit nach Mannheim mit uns musizieren kommen. Ja, es kommen die wirklich, das ist auch nicht übertrieben, wenn ich sage, ja, Marta Agerich, Misha Majski, Sonja Jonscheva, eine der größten Sopranisten unserer Zeit, Daniel Trivonoff wird kommen. Also es sind wirklich die Namen unserer Zeit, die Künstler, die kommen, fühlen sich unglaublich wohl hier und kommen gerne und immer wieder. Das ist erreicht. Aber jetzt mehr davon.

Das ist das Ziel. Mehr von dem, was wir in den Kleinen haben, mehr davon in der Größe, weil es noch mehr Leute anstecken kann, noch mehr Gutes bewirken kann. Wir machen so viele Bildungskonzerte für die Kinder. Wir haben letztes Mal tausend Kinder mit Eltern im Saal gehabt, kostenlos. Das ist für mich, für mich eigentlich Kultur müsste kostenlos sein. Dieses Konzept von Ticketverkauf, das stört mich schon. Das machen wir, weil man das tun muss. Logischerweise muss es kofinanzieren und was nichts kostet, ist nichts wert.

Diese Mentalität im Menschen ist leider, das ist pervers. Wenn man inkompetent ist, dann ist der Preis das Einzige, was man als Kriterium nehmen kann, ob etwas gut ist oder nicht. Wenn ich dir einen Diamanten gebe und du dich mit Diamanten nicht auskennst und ich sage, hier 10 Euro, möchtest du den haben, dann wirst du daran zweifeln. Wenn ich dir den gleichen Stein gebe und sag, der kostet jetzt eine Million, dann würdest du sagen, der natürlich und war der gleiche Stein. Du kannst das nicht abschätzen und deswegen wirst du immer das teurere nehmen, wenn du inkompetent in dem Bereich bist.

Krass, du hast vollkommen recht. Das ist etwas, was ich sehr schade finde und umso wichtiger finde, dass man gerade in den Bereichen, wo es um Kinder geht, um Bildung, dass die Orchester kostenlose Arbeit leisten, weil da geht es nicht darum, sich was zu kaufen, sondern darum, die Kinder zu begeistern, sie wirklich mit der Kultur zu umgeben und dass ihre Geister wachsen können und ihr Geist wächst und sich weiterbildet und neue Horizonte eröffnet. Ich finde das so krass. Du hast vor 14 Jahren quasi eine Idee gehabt, die sich jetzt in diese Realität manifestiert hat.

So wie du sagst, sehr große Musiker, bekannte Musiker kommen zu dir nach Mannheim, um dich zu spielen. Also mega Respekt von meiner Seite aus, muss ich wirklich sagen. Wenn wir jetzt auf deine privaten Ziele kommen, also nicht familiär vielleicht, deine Sache, aber für dich persönlich, was ist deine Zukunftsvision für dich selbst? Also auch deine Wachstumsvision vielleicht. Was möchtest du lernen für dich selbst? Wohin möchtest du dich entwickeln? Also ich möchte meine Leidenschaften ausleben können. Das ist das, was für mich wichtig ist.

Ich möchte, wenn ich neue entdecke, Zeit habe, diese dann auch verfolgen. Ich möchte lernen, besser den Moment zu genießen, noch besser, obwohl ich das tue, aber trotzdem, ich glaube, nicht genug. Wie willst du das lernen? Ja, durch Dankbarkeit. Wir hatten uns ja eben auch mal ein bisschen darüber unterhalten. Ich glaube, das ist etwas, das ich oft vergesse und auch mir sagen muss, sei mal dankbar für das, was du hast. Das ist nicht selbstverständlich. Und auch, soweit du gekommen bist, das muss man auch mal einfach mal festhalten für sich.

Sich selbst so ein bisschen auf die Schultern klopfen und sagen, du hast was geschafft? Ich weiß nicht Schultern klopfen, aber einfach mal so eine Art Kurzmomentaufnahme und objektive Betrachtung der Situation. Ich glaube, das reicht mir schon. Ich mag auch nicht Lob von außen, das brauche ich nicht. Kritik viel eher. Manchmal regt mich das auch, aber trotzdem, ich wachse daran. Aber eine Momentaufnahme und eine ehrliche, objektive Betrachtung der Situation, weil ich absolut subjektiv nicht oft realisiere, in was für einer Situation wir uns befinden oder ich mich befinde und denke, ah, ich hätte jetzt gerne das und das und das und einfach mal objektiv betrachtet.

Fortsetzung

Woher kommst du? Woher kommt deine Familie? Was hast du gemacht und wo stehst du heute? Als Mensch, als Persönlichkeit. Also du meinst auch den Weg, den man hinter sich gelegt hat? Ja, natürlich. Es ist ein Unterschied, ob man in Bulgarien geboren wurde und die Familie zweimal ausgewandert ist und zweimal von Null angefangen hat oder man in einen Lebensumstand reingeboren wurde, wo einfach zum Beispiel Finanzen nie ein Problem waren. Das stellt ganz andere Herausforderungen, logischerweise. Also das, was ich immer angestrebt habe, andere sind vielleicht damit geboren und müssen einen Sinn für sich finden im Leben.

Also ich habe viele Freunde, die eben die andere Seite haben, wo sie einfach nicht wissen, was sie aus ihrem Leben machen, weil sie wissen, dass es nie ein Problem sein wird. Und ich meine, man kann so viele Leidenschaften zu segeln und vielleicht fliegen oder was weiß ich zu haben, aber wenn das alles nicht mit irgendeiner Art und Weise des Sacrifice, Opfern, Aufopfern bringt, dann ist es auch nicht mehr so viel wert. Wenn man diesen Traum hat, ich habe den Traum fliegen zu lernen. Ja, aber das kann ich jetzt nicht hingehen und gleich mal 20.000 Euro hinblättern und fliegen lernen.

Das ist dann täglich der Prozess. Ja, richtig. Und dann kann ich da eine Flugstunde und da. Und dann weiß ich das viel mehr zu schätzen, in dem Moment, wo ich vielleicht eines Tages in der Cessna gemietet, dann mit einem eigenen Flieger bin. Es ist ein ganz anderes Gefühl des Befriedigens, ich habe es geschafft, als wenn ich von Anfang an, das noch nie eine Frage war, dass ich das machen kann. Ganz andere Probleme. Und deswegen, ich finde es wichtig, sich selbst immer in Relation zu setzen von den Lebensumständen, wo man ist, wenn man eine Ausbildung genießen konnte, wenn man Harvard studieren konnte und immer die besten Schulen und immer die besten Lehrer.

Oder ist man in Indien geboren und vielleicht sogar im Slam und arbeitet heute bei Google. Tja, das ist doch, was ist das für eine. Krass. Ja, also das ist ein ganz anderer Weg. Also das ist auch nicht wertend gemeint. Wir Menschen sind alle unterschiedlich und wir kommen alle aus unterschiedlichen Gegebenheiten und die Frage ist, was mache ich damit? Und wohin komme ich? Und was passiert mit mir persönlich als Mensch? Manche Menschen sind in einem Umfeld geboren, wo es Vergewaltigungen, Gewalt daheim gab und sind heute unglaubliche, weise Menschen, die eben vielleicht sogar andere beflügeln und auch eine Mediatorrolle einnehmen.

Und das ist genauso groß zu denken. Dieses Vergleichen, was du sagst, ist falsch. Und das ist leider sehr stark in unserer menschlichen Natur und durch diese Social Media sehr stark noch mehr getriggert. Weil wir einfach ständig, ständig haben wir Bilder, wie es denn anders sein könnte. Und sehr wenig vergleichen wir mit dem Umfeld, in dem wir eigentlich entstanden sind und herkommen. Und das ist etwas, was ich mir wünschen würde, das noch besser mit umzugehen und noch besser für mich. Das ist ein Ziel, bist du persönlich competitive, also wettbewerbsorientiert?

Hintergrund der Frage ist nämlich, ich beobachte häufiger, dass zum Beispiel, wenn zwei Unternehmenslenker zusammenkommen, da ist schon eine gewisse Art von Competitiveness. Da ist so, wer ist der Erfolgreichere, wer macht größere Ansagen und so weiter und so fort. Jetzt kommt aber natürlich einerseits als Geschäftsführer sozusagen deine Unternehmungen, aber auf der anderen Seite auch der Künstler. Wenn du auf einen anderen Dirigenten triffst, der auch sehr, sehr gut ist, was für Emotionen und Gefühle entstehen da bei dir?

Ich bin eigentlich überhaupt nicht competitive anderen gegenüber. Das habe ich öfter schon bemerkt. Ich mag auch nicht Wettbewerbe, ich mag auch nicht irgendwie Rennen oder solche Sachen. Also das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich bin unglaublich mir selbst gegenüber competitive. Wenn ich weiß, ich könnte das, aber ich kann es gerade nicht, da bin ich unglaublich. Das triggert dich sozusagen? Das triggert mich sehr stark. Wenn ich einen Kollegen sehe, der mir gefällt, ich empfinde Freude. Ganz ehrlich, also wirklich nackte Ehrlichkeit.

Ich weiß, das ist nicht für alle Menschen so, aber ich empfinde absolute Freude, da ist jemand, und dann kann ich auch stundenlang dem zuhören und zugucken. Bewunderung. Bewunderung, und es ist mir auch egal, ob es jemand anderes ist oder nicht. Natürlich klar, wenn mir etwas sehr gefällt, versuche ich zu lernen. Was gefällt mir da dran? Was macht er so toll? Und vielleicht kann ich ja auch was davon. Und nicht unbedingt, weil ich jetzt auch, ich will auch, sondern weil das meine Leidenschaft, das mein Beruf ist.

Und wenn mir etwas gefällt, dann möchte ich auch in der Lage sein, es so gut rüberzubringen. Aber nicht aus Neid. Ich habe auch dieses Gefühl von Neid, das habe ich eigentlich noch nie empfunden. Ja, das habe ich, ich bin nicht neidisch. Ich freue mich wirklich ehrlich für andere Menschen. Der Erfolg von anderen Menschen, der freut mich. Wo ich vielleicht manchmal traurig bin, ist, wenn ich wüsste, okay, ich habe, ich würde das vielleicht auch verdienen. Das ist etwas, und da muss ich an mir arbeiten, dass ich einfach sage, lass den Gedanken los.

Fortsetzung

Die Welt ist nicht fair. Es ist kein irgendwie zentraler Wirtschaft, okay, der und der und der, alle gleich. Deswegen kriegt ihr alle gleich, also so funktioniert die Welt nicht. Wir haben die Erwartung, dass es fair ist, aber ist es nicht fair und es ist voller Missverständnisse und man muss einfach Frieden schließen mit diesem Gedanken. Das aber empfinde ich nicht als Neid, das ist nicht Neid, sondern das ist eher so ein Gefühl für Gerechtigkeit, was ich schon immer hatte und so ein innerliches Bedürfnis, Gerechtigkeit.

Also wenn nämlich zu Unrecht gesagt wird, dass sich jenes oder Folgendes gesagt hat und es stimmt nicht, dann brennt das in mir, weil ich der ganzen Welt beweisen will, das stimmt nicht. Und das macht man nur noch schlimmer und nur noch schlechter, weil dann dieses Hinterherlaufen, dann sagen, ja siehst du, wenn es dem so wichtig ist, dann ist da was falsch, also da ist was nicht richtig. Und eigentlich ist es genau das Gegenteil. Und man kann es nicht richtig machen und man muss sich davon befreien, von diesem Gedanken Gerechtigkeit zu schaffen.

Und gerade wenn das für einen sehr, sehr wichtig ist, dann ist es ein sehr, sehr schwerer Gebanke. Ich spüre absolut, was du sagst. Insgesamt super interessant, was du gerade gesagt hast. Bojan, ich will auch nicht zu viel deiner Zeit natürlich nehmen, deswegen würde ich so langsam Richtung Abschluss des Podcasts kommen. Ich hoffe aber auch, dass wir uns irgendwann vielleicht wieder unterhalten können, weil ich könnte dich doch stundenlang mit dir unterhalten. Bevor ich meine letzte Frage stelle, meine letzte Meinzeitfrage, wo können die Menschen, die online folgen, wenn sie mit den Kontakt treten wollen oder mit deinem Mannheimer Philharmoniker in Kontakt treten wollen?

Also Mannheimer Philharmoniker.de, dann ist man direkt bei uns in den Konzerten und wir sind auch, wir haben ein Freundeskreis, da kann man dann beitreten, kostet nicht viel und dann hat man auch nach den Konzerten immer die Möglichkeit, wir haben schöne Empfänge, wo wir zusammen sind, da kann man sich kennenlernen. Sonst noch auf meiner Webseite bojanwiedenow.com, darüber gibt es auch ein Kontaktformular, da kann man auch mir schreiben. Super, vielen Dank dafür. Dann komme ich jetzt zu meiner letzten Frage, die ich natürlich dir stelle, wie ich auch allen anderen Gästen stelle.

Welches Mindset hatte den größten und positivsten Einfluss in deinem Leben? Ja, das ist eine schöne Frage und da gibt es natürlich sehr viele Aspekte, die man betrachten kann. Für mich, ich weiß, dass für dich Dankbarkeit das ist. Und das ist etwas, worauf ich hinarbeiten möchte, aber das ist nicht. Ja, ein Mindset, für mich ist es Ehrlichkeit in dem, was man tut. Das ist das, was mich schon immer getrieben hat, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit, wohl eben versucht, das abzulegen, aber das ist wirklich so.

Ehrlichkeit und vor allem Reinheit im Gedanken. Reinheit im Gedanken und in dem, was man tut. Also, dass es einem wirklich um die Sache geht und mit Leidenschaft dafür brennt, dann kann man eigentlich fast alles überstehen. Und das ist das, was mich schon immer getrieben hat, ich brenne für das, was ich tue, wirklich. Und ich könnte es niemals etwas tun, wofür ich nicht brenne. Und bin ehrlich in dem, was ich tue. Und wenn da Fehler passieren, passieren Fehler und ich versuche sie zu erkennen und dann entschuldige ich mich.

Auch das, diese Bereitschaft zu haben, einen Fehler einzugestehen und sich bei Kollegen auch zu entschuldigen oder mit Menschen, das ist sehr, sehr wichtig. Aber dieses Mindset, das ist das, was mich eigentlich am meisten im Leben steuert. Ehrlich bei der Sache sein, ehrlich bei dem, was man tut. Aus purer intrinsischer Notwendigkeit. Mega. Bojan, herzlichen Dank für deine Zeit. Danke Reza. Und ich hoffe, wir sprechen uns bald wieder. Ja, ich mich auch. Vielen Dank.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


Keywords

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Namen und Begriffe

Boian Videnoff, Reza Mehman, Mannheimer Philharmoniker, Enote, Adam Schmidt, Elon Musk, Sofia, Bulgarien, Italien, Deutschland, Saarbrücken, Saarland, Mannheim, Berlin, Rundfunkorchester, Chrysler Voyager, Dirigent, Orchesterakademie, Konzertmeisterin, Bariton, Oboe, Geige, Klavier, Oper, Symphonieorchester, Kammerorchester, Project Mindset


Zitierfähige Passage

Boian Videnoff, Dirigent und Gründer der Mannheimer Philharmoniker, betont im Gespräch mit Reza Mehman die Bedeutung von Reinheit im Denken und echter Leidenschaft.
Er beschreibt, wie man durch das ehrliche Brennen für eine Sache nahezu jede Widrigkeit überstehen kann.
Gleichzeitig unterstreicht er, dass die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen, ein Zeichen wahrer Stärke ist.
Für Videnoff ist der gegenwärtige Augenblick alles, was wir wirklich besitzen, und die Fähigkeit, präsent zu sein, der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.





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