Wie Europas Journalisten das iranische Volk im Stich lassen und Pahlavi trotzdem kämpft.
Einleitung
Reza Pahlavi, die bekannteste Oppositionsfigur des Iran außerhalb des Landes, war kürzlich zu Gast in Deutschland und trat auf der Bundespressekonferenz auf. Was folgte, war aus Sicht des Podcast-Hosts Reza Mehman ein erschreckendes Beispiel für das Versagen europäischer Medien: Statt nach den Tausenden getöteten Iranern auf den Straßen zu fragen, konfrontierten Journalisten Pahlavi mit der Unterstellung, ein israelischer Agent zu sein, und machten ihn indirekt verantwortlich für zivile Opfer. Pahlavi antwortete auf beide Vorwürfe stark und souverän. In einem anschließenden Video-Statement rechnete er öffentlich mit der europäischen Presselandschaft ab und hielt fest: 150 Journalisten, zwei Pressekonferenzen, nicht eine einzige Frage zu den 40.000 auf den Straßen Getöteten. Dieses Podcast-Gespräch beleuchtet den Deutschland-Besuch Pahlavis, die fragwürdige Fragestellung der Medien und den Anspruch Pahlavis, Transitional Leader für ein freies, demokratisches Iran zu sein.
Zusammenfassung
1-Satz-Version: Reza Pahlavi tritt auf der Bundespressekonferenz auf und rechnet danach in einem Video-Statement mit europäischen Medien ab, die 40.000 getötete Iraner schlicht ignorierten.
3-Satz-Version: Reza Pahlavi besuchte Deutschland und sprach auf der Bundespressekonferenz, wo ihm Journalisten absurde und manipulative Fragen stellten, anstatt nach dem Schicksal des iranischen Volkes zu fragen. Er antwortete souverän auf den Vorwurf, ein israelischer Agent zu sein, und verwies auf die jahrtausendealte Verbindung zwischen Iran und dem jüdischen Volk. In einem nachfolgenden Video kritisierte er öffentlich, dass 150 europäische Journalisten in zwei Pressekonferenzen kein einziges Mal nach den 40.000 auf den Straßen Getöteten fragten.
5-Satz-Version: Reza Pahlavi, die führende iranische Oppositionsfigur im Exil, war zu Besuch in Deutschland und trat auf der Bundespressekonferenz auf. Statt kritische Fragen an das Mullah-Regime zu stellen, konfrontierten Journalisten Pahlavi mit der Unterstellung, er sei ein israelischer Agent und mitverantwortlich für zivile Opfer. Pahlavi reagierte souverän: Er betonte die historische Verbindung zwischen Iran und Israel, die Schutzfunktion des Iran für jüdische Flüchtlinge, und stellte klar, dass er ausschließlich als Vertreter des iranischen Volkes auftritt. In einem Video-Statement nach dem Besuch rechnete er mit der europäischen Presselandschaft ab und hob hervor, dass in zwei Pressekonferenzen mit 150 Journalisten nicht ein einziges Mal nach den 40.000 Getöteten oder den zum Tode verurteilten politischen Gefangenen gefragt wurde. Podcast-Host Reza Mehman ordnet das Ganze als symptomatisch für eine europäische Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Mullah-Regime ein und ruft zur Unterstützung des iranischen Volkes auf.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Podcast-Host mit iranischen Wurzeln, kommentiert den Deutschland-Besuch von Reza Pahlavi. Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs von Iran, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA und gilt als bekannteste Oppositionsfigur außerhalb des Iran. Er versteht sich als „Transitional Figure“, die den Übergang des Iran zur Demokratie begleiten will.
Worum geht es: Pahlavi trat auf der Bundespressekonferenz in Berlin auf. Journalisten stellten ihm Fragen, die ihn als israelischen Agenten darstellten und ihn für Todesopfer bei Protesten verantwortlich machten. In einem anschließenden Video-Statement kritisierte Pahlavi die europäischen Medien scharf dafür, dass sie das Schicksal von 40.000 getöteten Iranern völlig ausblendeten.
Warum ist das relevant: Die Frage, wie westliche Medien und Politik mit dem Iran-Thema umgehen, betrifft die internationale Wahrnehmung eines der schwersten Menschenrechtsdrama unserer Zeit. Die Reaktion Pahlavis und die mediale Behandlung seines Besuchs sind ein Spiegel der europäischen Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Mullah-Regime.
Drei Kernfragen, die beantwortet werden:
- Welche Fragen wurden Pahlavi auf der Bundespressekonferenz gestellt und warum sind sie aus Sicht des Hosts problematisch?
- Wie antwortete Pahlavi auf die Vorwürfe, ein israelischer Agent zu sein und für zivile Opfer mitverantwortlich zu sein?
- Was sagt Pahlavis Video-Statement über den Zustand europäischer Medien und Politik im Umgang mit dem Iran aus?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Überblick über den Deutschland-Besuch Pahlavis und die zentrale Medienkritik
- Zusammenfassung – Kompakte Zusammenfassung in drei Versionen
- Kontext – Wer spricht, worum geht es und warum ist das relevant
- Themen und Einordnung – Einordnung in übergeordnete Themenbereiche
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Aussagen aus dem Gespräch auf einen Blick
- Häufig gestellte Fragen – Fragen und Antworten rund um Pahlavi, die Bundespressekonferenz und europäische Medienkritik
- Highlight-Zitate – Die stärksten Aussagen aus dem Gespräch
- Das vollständige Gespräch – Das aufbereitete Transkript mit Zwischenüberschriften
- Keywords – Relevante Tags und SEO-Keywords
- Namen und Begriffe – Korrekte Schreibweisen aller wichtigen Begriffe
- Zitierfähige Passage – Ein direkt zitierfähiger Absatz
Themen und Einordnung
1. Iranische Opposition und Reza Pahlavi
Reza Pahlavi ist die sichtbarste Oppositionsfigur des Iran außerhalb des Landes. Er versteht sich als Transitional Figure ohne eigene Machtambitionen.
Keywords: Reza Pahlavi, iranische Opposition, Transitional Leader
2. Europäische Medienkritik und Journalismus
150 Journalisten, zwei Pressekonferenzen, keine einzige Frage zu den Getöteten im Iran: Pahlavi und Mehman werfen der europäischen Presse Versagen und eine Parteinahme für das Mullah-Regime vor.
Keywords: Medienkritik, Bundespressekonferenz, europäischer Journalismus
3. Iran-Israel-Beziehung und historische Verbindung
Pahlavi weist den Vorwurf zurück, ein israelischer Agent zu sein, und erklärt die jahrtausendealte biblische und historische Verbindung zwischen Iran und dem jüdischen Volk.
Keywords: Iran Israel Beziehung, Kyros der Große, iranisch-jüdische Geschichte
4. Mullah-Regime, Proteste und Beschwichtigungspolitik
Mehman kritisiert 47 Jahre europäische Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Mullah-Regime und fordert echte Unterstützung für das iranische Volk.
Keywords: Mullah-Regime, Iran Proteste, Beschwichtigungspolitik
5. Freiheitsbewegung Iran und externe Unterstützung
Pahlavi argumentiert, dass externe Unterstützung in bestimmten Freiheitskämpfen historisch notwendig und legitim ist, und vergleicht dies mit der alliierten Unterstützung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg.
Keywords: Iran Freiheitsbewegung, externe Intervention, Demokratie Iran
Kern-Aussagen
- Reza Pahlavi trat auf der Bundespressekonferenz in Berlin auf und wurde von Journalisten mit der Unterstellung konfrontiert, ein israelischer Agent zu sein.
- In zwei europäischen Pressekonferenzen mit insgesamt über 150 Journalisten fragte keine einzige Person nach den 40.000 auf den Straßen getöteten Iranern.
- Pahlavi bezeichnete sich selbst als Vertreter des iranischen Volkes, nicht als Agenten irgendeines Staates, und verwies auf die historische Freundschaft zwischen Iran und Israel seit der Zeit des Kyros des Großen.
- Pahlavi argumentiert, dass externe Hilfe in Freiheitskämpfen historisch legitim ist, und verweist auf die alliierte Unterstützung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg als Analogie.
- Europäische Journalisten fragten in den Pressekonferenzen nicht nach den 19 in zwei Wochen hingerichteten politischen Gefangenen und nicht nach den 20 weiteren zum Tode Verurteilten.
- Pahlavi will als Transitional Figure die Demokratisierung des Iran begleiten und hat dafür ein Positionspapier verfasst.
- Podcast-Host Reza Mehman kritisiert, dass Deutschland seiner Schutzpflicht gegenüber Pahlavi nicht nachkam, der nach der Pressekonferenz mit Tomatensoße beworfen wurde.
- Mehman sammelt Videomaterial aus dem Iran, das zeigt, dass Menschen dort auf der Straße Pahlavis Namen rufen, unter www.rezamehman.com/iran.
- 47 Jahre europäische Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Mullah-Regime gehen zu Lasten des iranischen Volkes, so die Position beider Sprecher.
- Pahlavi: „Ob Europa mit uns steht oder nicht – wir werden kämpfen, bis der Iran frei ist.“
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Reza Pahlavi und warum ist er in Deutschland?
Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs von Iran und lebt seit der islamischen Revolution 1979 im Exil in den USA. Er gilt als bekannteste iranische Oppositionsfigur außerhalb des Landes und reiste nach Deutschland, um auf der Bundespressekonferenz in Berlin aufzutreten. Sein erklärtes Ziel war es, der Stimme von Millionen Iranern, die er als Geiseln der Islamischen Republik bezeichnet, in Europa Gehör zu verschaffen.
Welche Fragen wurden Reza Pahlavi auf der Bundespressekonferenz gestellt?
Pahlavi wurde unter anderem gefragt, ob er ein „israelisches Asset“ sei und er wurde indirekt für den Tod iranischer Demonstranten verantwortlich gemacht. Zudem wurde ihm vorgeworfen, seine frühere Haltung zur militärischen Intervention im Iran geändert zu haben. Fragen nach den auf den Straßen getöteten Iranern, den hingerichteten politischen Gefangenen oder dem Vorgehen des Mullah-Regimes wurden hingegen nicht gestellt.
Wie antwortete Reza Pahlavi auf den Vorwurf, ein israelischer Agent zu sein?
Pahlavi erklärte, er sei kein Agent irgendeines Landes, aber er sei ein Freund Israels. Er verwies auf die jahrtausendealte Verbindung zwischen dem iranischen und dem jüdischen Volk, beginnend mit Kyros dem Großen, der als erster Menschenrechte auf einer Schriftrolle niederlegte. Iran war historisch das einzige Land im Nahen Osten, das jüdischen Flüchtlingen Zuflucht bot, auch denen, die vor dem Nazi-Regime flohen.
Was kritisierte Reza Pahlavi in seinem Video-Statement nach dem Deutschlandbesuch?
Pahlavi hob hervor, dass er bei zwei Pressekonferenzen in Stockholm und Berlin mit zusammen über 150 Journalisten mehr als zwei Stunden verbrachte. Kein einziger Journalist fragte nach den 40.000 am 8. und 9. Januar auf den Straßen des Iran Getöteten, nach den 19 in zwei Wochen hingerichteten politischen Gefangenen oder nach den 20 weiteren zum Tode Verurteilten. Er bezeichnete dies als vollständiges Versagen der journalistischen und moralischen Verantwortung.
Warum befürwortet Reza Pahlavi externe Unterstützung für den Iran?
Pahlavi argumentiert, dass das Mullah-Regime einen massiven Repressionsapparat aufgebaut hat, gegen den das iranische Volk ohne externe Unterstützung keine Chance hat. Er vergleicht dies mit der alliierten Unterstützung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg, als die Alliierten in der Normandie landeten und zur Befreiung beitrugen. Er stellt klar, dass es dabei um Schutz des Volkes geht, nicht um Unterstützung des Regimes.
Was meint Reza Pahlavi mit „Transitional Figure“?
Pahlavi versteht sich nicht als künftiger Herrscher des Iran, sondern als Figur, die den Übergang von der Islamischen Republik zu einer freien Demokratie begleiten soll. Er hat dafür ein Positionspapier verfasst. Sobald der Iran frei ist, soll das Volk selbst über seine Zukunft entscheiden. Sein Ziel ist die Demokratie, nicht die Restauration der Monarchie.
Was passierte nach Pahlavis Auftritt auf der Bundespressekonferenz?
Nach seinem Auftritt wurde Reza Pahlavi mit Tomatensoße beworfen. Podcast-Host Reza Mehman kritisiert, dass Deutschland seiner Schutzpflicht gegenüber einer der wichtigsten Oppositionsfiguren des Iran nicht nachgekommen ist. Er sieht darin ein weiteres Zeichen dafür, dass Deutschland wirtschaftliche Interessen gegenüber dem Mullah-Regime über den Schutz iranischer Oppositioneller stellt.
Welche anderen Oppositionsgruppen gibt es im Iran und warum unterstützt Mehman Pahlavi?
Mehman nennt die Volksmujahedin (MEK) als Beispiel, hält sie aber für keine seriöse Alternative für ein freies, demokratisches Iran. Pahlavi ist aus seiner Sicht die einzige international sichtbare Oppositionsfigur, die glaubwürdig für Demokratie und Freiheit steht und von einem bedeutenden Teil der iranischen Bevölkerung unterstützt wird – was sich darin zeige, dass Menschen im Iran auf der Straße seinen Namen rufen.
Highlight-Zitate
„Natürlich nicht, aber ich bin ein Freund Israels. Ich bin ein Abkömmling von Syrus dem Großen und wir sind stolz darauf.“- Reza Pahlavi
„Ich bin Agent, ich bin ein Vertreter meines Volkes, des iranischen Volkes. Ich sitze hier, weil mich viele Millionen gebeten haben, hier ihre eigene Vorstellung von der Zukunft herzuleiten.“- Reza Pahlavi
„In those two hours, not a single of the 150 journalists asked me a question about the 40,000 Iranians slaughtered on the streets of my country on January 8th and 9th.“- Reza Pahlavi
„Iranians aren’t just ready for democracy. 40,000 people just gave their lives for it. And I won’t let that be in vain.“- Reza Pahlavi
„Wir entschuldigen uns nicht für den Ruf nach der Freiheit.“- Reza Pahlavi
„Ich glaube, die Welt sollte sich eher beim iranischen Volk dafür entschuldigen, dass man das Volk ignoriert hat, 47 Jahre lang.“- Reza Pahlavi
„Solange wir keine andere Oppositionsfigur haben, sollten wir dran gemeinsam arbeiten, dass dieses Mullah-Regime gestürzt wird.“- Reza Mehman
Das vollständige Gespräch
Pahlavis Deutschlandbesuch und die Bundespressekonferenz
Reza Mehman:
Reza Pahlavi war vor kurzem in Deutschland zu Gast. Er ist unter anderem bei der Bundespressekonferenz aufgetreten. Dort wurden ihm quasi aus meiner Sicht die absurdesten Fragen gestellt, die man eigentlich stellen kann. Ich habe zwar mittlerweile relativ wenig Ansprüche beziehungsweise erwarte relativ wenig von den öffentlichen Medien in Deutschland, aber dass auch Privatpersonen beziehungsweise auch so kleine Medienanstalten so absurde Fragen stellen, hat für mich komplett noch mal alles in Frage gestellt, wenn ich ehrlich bin.
Ich lass auch gleich die zwei Fragen beziehungsweise die Clips abspielen, wo diese entsprechenden Fragen gestellt worden sind. Was ich mich aber frage ist, was will man mit solchen Aussagen beziehungsweise indirekten Aussagen – die wurden ja als Fragen formuliert, aber indirekten Aussagen – bezwecken. Da ist ein Mensch wie der Reza Pahlavi, der unter anderem als größte Oppositionsfigur außerhalb vom Iran agiert für ein freiheitliches Iran, und genau ihm werden Fragen gestellt, die absolut absurd sind.
Auf der einen Seite wird ihm vorgeworfen von einer Kommentatorin beziehungsweise Journalistin, dass er dafür verantwortlich sei – indirekt wird es angespielt – er sei dafür verantwortlich, dass so viele Menschen im Iran jetzt gestorben sind bei den Protesten im Januar. Auf der anderen Seite wird ihm vorgeworfen, er sei doch ein israelisches Asset. Wie absurd sind diese Fragen?
Aber ich finde, Reza Pahlavi hat auf der Bundespressekonferenz wirklich stark geantwortet. Ich lass es auch gleich abspielen, und in einem anderen Clip hat er sich im Nachgang nach seinem Besuch in Deutschland wirklich super stark geäußert – was eigentlich die Medien in Deutschland hier beziehungsweise was sie erreichen wollen mit dieser Fragestellung, warum sie nicht kritisch gegenüber dem Mullah-Regime sind.
Er selbst agiert als Transitional Figure, er möchte die Transition im Iran hin zur Freiheit begleiten. Das ist sein größter Wunsch, das ist seine Lebensaufgabe. Und aus meiner Sicht: Solange wir keine andere Oppositionsfigur haben, sollten wir dran gemeinsam arbeiten, dass dieses Mullah-Regime gestürzt wird, sei es mit Reza Pahlavi oder einer anderen Figur, die hier sichtbar erscheint. Aber in dem Fall ist ja Reza Pahlavi die einzige Figur, die sichtbar ist. Andere Parteien, Oppositionsparteien, Oppositionsführer, wie beispielsweise die Volksmujahedin und so weiter, sind aus meiner Sicht keine Alternative für den Iran. Wir wollen ein freiheitliches, demokratisches Iran, und aktuell gibt es keine Figur, die das in irgendeiner Form auch umsetzen möchte.
Ich lass aber mal ganz kurz die Fragen aus der Bundespressekonferenz abspielen und im Nachgang dann die Antwort von Reza Pahlavi.
Die Bundespressekonferenz: Fragen und Pahlavis Antworten
Journalistin (Bundespressekonferenz):
Wir sehen, dass sie mit Hilfe der Lobbygruppe Europa-Israel-Presseorganisationen hier sind. Das ist ja die gleiche Regierung, die einen Angriffskrieg gegen ihr Land mit den USA zusammen angefangen hat. Viele auf der Welt glauben, sie, dass sie für Israel auftreten und in den Händen Israels sind.
Reza Pahlavi:
Natürlich nicht, aber ich bin ein Freund Israels. Ich bin ein Abkömmling von Syrus dem Großen und wir sind stolz darauf. Dass damals schon ein Eckstein für die Menschenrechte gelegt wurde auf einer Schriftrolle, die weltweit zu sehen ist – das war einer der Grundsätze der Freiheit, der damals schon bekräftigt wurde, und später erst wurde der Tempel in Jerusalem aufgebaut. Wir haben eine biblische Beziehung, die Iraner und die Juden – das einzige Land, das dies behaupten kann. Der Iran war das einzige Land im Nahen Osten, in dem geflohene Juden Zuflucht fanden, Juden, die vor Hitler und seinem Regime flohen. Sie fanden Zuflucht im Iran. Das ist Teil unserer Geschichte, Teil unserer Schutzfunktion für Geflohene.
Es gab die Revolution von 54, da hatten die Menschen sich dafür eingesetzt, Gerechtigkeit wieder zu bekommen. Es geht um den Schutz der Menschen, dafür trete ich ein, und ich brauche nicht Agent von irgendjemand zu sein. Ich bin Agent – ich bin ein Vertreter meines Volkes, des iranischen Volkes. Ich sitze hier, weil mich viele Millionen gebeten haben, hier ihre eigene Vorstellung von der Zukunft herzuleiten.
Journalistin (Bundespressekonferenz):
In einer französischen TV-Show haben sie gesagt, sie seien nie für eine militärische Intervention im Iran gewesen, aber jetzt haben sie am 10. Februar erklärt, nur eine militärische Intervention von außen könne den Repressionsapparat im Iran ausschalten, nur das könne die Lösung sein. Sie sind verantwortlich für die vielen unschuldigen Iraner, die durch amerikanische und israelische Bomben gestorben sind, illegale Bombenangriffe, die sie unterstützt haben.
Reza Pahlavi:
Dass die Infrastruktur des Regimes angegriffen worden ist, ist etwas, das das iranische Volk verlangt hat. Das Regime geht ja gegen das Volk vor. Es wäre dann eine sehr harte Antwort gekommen, hat der Präsident gesagt. Es ging dann in den Bombenangriffen um das Vorgehen gegen die Infrastruktur, man wollte hier gleiche Verhältnisse für alle schaffen. Es gab die Massaker auf den Straßen – waffenlose Menschen, durch das Regime. Wie sollen die Menschen sonst eine Chance erhalten, das Regime ohne Hilfe von außen zu überwinden? In vielen Konflikten ist eine Hilfe von außen nötig. Das war in Italien so. Frankreich ist unterstützt worden durch die Alliierten, als sie auf den Stränden der Normandie landeten und den Zweiten Weltkrieg letztlich beendeten. Das sind Eingriffe, die dazu geeignet sind, den Menschen zu helfen, nicht dem Regime.
Die Iraner haben der Welt gezeigt, was sie auf den Straßen denken und fühlen. Das haben die Iraner gemacht. Das ist natürlich dann letztlich im Interesse der Iraner gewesen, dass man sie schützt, dass sie nicht einfach abgeschlachtet werden. Dann muss etwas anderes kommen. Dann muss die Zahl der Toten vermindert werden. Niemand will zivile Opfer haben, das will keiner haben. Das tut uns immer leid, diese ganzen Kollateralschäden – aber wir entschuldigen uns nicht für den Ruf nach der Freiheit.
Wir sind auf die Straße gegangen und ich habe den Menschen gesagt: „Tragt eure Spruchbänder durch die Straßen, erhebt eure Forderungen.“ Aber dann hat das Regime diese Menschen – wahrscheinlich mehr als 40.000 – abgeschlachtet. Sollen wir dann sagen: Ja, das Regime tötet uns, wenn wir in unsere Freiheit eintreten, deshalb dürfen wir das nicht fordern? Man muss doch seine Freiheit fordern dürfen.
Ich glaube, die Welt sollte sich eher beim iranischen Volk dafür entschuldigen, dass man das Volk ignoriert hat – 47 Jahre lang. 47 Jahre lang haben ihre Regierungen Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Regime betrieben, gegen das Volk. Das ist in den letzten 40 Jahren oft so gewesen. Da sind immer wieder solche Vorkommnisse gewesen, später bei der Grünen Bewegung, dann wieder gegen die Bevölkerung. Oder dann die Freiheitsbewegung der Frauen – das war eine symbolische Bestrebung. Aber heute ist es wieder so. Heute fällt man wieder in eine Art Beschwichtigung und das geht so nicht.
Sie sollten sich bei dem Volk im Iran entschuldigen, dass Sie diese Beschwichtigung unterstützen. Wir verlangen diesmal von Ihnen, dass Sie das iranische Volk unterstützen. Wir werden uns dafür nicht entschuldigen, denn das iranische Volk hat ihre Unterstützung verdient, und wir werden den Kampf führen, ob sie uns nun helfen oder nicht. Aber sie müssen das in ihrem Gewissen verarbeiten.
Mehmans Einordnung des Auftritts
Reza Mehman:
Wie ich finde, hat er wunderbar agiert. Auf der einen Seite hat er noch mal erklärt gehabt, wieso werden diese Fragen eigentlich nicht dem Mullah-Regime gestellt, wieso wird ihm das vorgeworfen, dass er dafür verantwortlich sei – Nummer 1. Und Nummer 2, in Bezug auf Israel hat er auch perfekt geantwortet: Als es hier in Deutschland wirklich sehr, sehr schlimme Zustände gab, hat Iran dafür gesorgt, dass dort Juden aufgenommen werden. Aus meiner Sicht die perfekte Antwort, die er hätte geben können.
Und was ich auch jetzt interessant finde: Er hat sich noch mal gemeldet per einem Video, was ich auch noch mal gleich abspielen lassen möchte, und wirklich ganz konkret die Fragen aufgeworfen, was eigentlich Sinn und Zweck dieser – zumindest fragwürdigen – Positionen der Journalisten ist, was diese Journalisten eigentlich damit bezwecken wollen. Und ich finde, er hat da absolut recht: Wir haben momentan Zustände im Iran, wo wir einen Sturz des Mullah-Regimes dringend benötigen. Da ist ein Mensch, der das voranschreiten möchte, und es gibt genug Beweise dafür im Internet, dass selbst die Menschen im Iran dafür auf die Straße gehen und seinen Namen rufen.
Ich hab by the way – ihr könnt gerne auf www.rezamehman.com/iran mal alle Nachweise anschauen, die ich zumindest gefunden habe. Weil am Ende wird ja immer vorgeworfen: Ja, wo sind die Quellen, wo sind die Quellen? Ich hab das, ich fang jetzt gerade an, das Ganze zu sammeln, damit mir auch nicht mehr vorgeworfen werden kann: „Moment mal, du hast keine Quellenangaben gemacht.“ Es gibt genug Material aus meiner Sicht im Internet – jeder, der noch ein bisschen danach suchen würde, wird da was finden. Aber ich hab jetzt mal angefangen, das Ganze zu sammeln auf www.rezamehman.com/iran. Dort verlinke ich einfach alle Videos, die ich gefunden habe in diesem Kontext.
Pahlavis Video-Statement: Anklage gegen die europäischen Medien
Reza Pahlavi (Video-Statement, auf Englisch):
I have spent the past several weeks travelling across Europe, speaking to members of parliaments, governments and the press. My visit had one objective: to give a voice to the millions of Iranians held hostage by the Islamic Republic, its terror and its internet blackout – the millions of Iranians who have been silenced.
But I can now say with confidence that that silencing, that censorship is not just happening at the hands of the regime in Iran, but by the international and particularly the European media. So I want to speak directly to the people of Europe.
In the past two weeks, I have had two press conferences, one in Stockholm and one yesterday in Berlin. Between them, more than 150 journalists attended. We spent more than two hours together. And in those two hours, not a single of the 150 journalists asked me a question about the 40,000 Iranians slaughtered on the streets of my country on January 8th and 9th. Not a single of the 150 journalists asked me about the 19 political prisoners executed in the last two weeks. When I told them that there were 20 political prisoners currently sentenced to death, not a single one of the 150 journalists asked me about them. When I stood next to a mother whose son was killed, and a father whose son was killed on January 8th and 9th, and asked them to hear their stories, not a single one of the 150 European journalists asked them a question.
Here, in the heart of a continent that claims to stand for human rights, justice, and dignity, its journalists have fully abdicated their professional responsibilities and even their moral objectivity. It is clear to me that my 40,000 brave, innocent compatriots who were slaughtered in the fight for liberty are of little interest to these journalists. They seem more interested in criticizing America, asking why the United States and Israel killed the dictator that has slaughtered our people for 47 years, than criticizing the regime doing the slaughtering. They seem more interested in asking questions about Iran’s past and history than about what is happening in Iran today or about the democratic future Iranians are seeking.
One member of Parliament even told me they didn’t think Iranians were ready for democracy. But to that member of Parliament, to those journalists, I remind you: Iranians aren’t just ready for democracy. 40,000 people just gave their lives for it. And I won’t let that be in vain.
So notice: Whether or not Europe stands with us, whether or not your journalists do their jobs, whether or not your politicians demonstrate the courage to act – I will fight for my people and my country. Even if we have to do this alone, we will fight until Iran is free.
Mehmans abschließende Einordnung
Reza Mehman:
So, fassen wir zusammen. Reza Pahlavi kommt nach Deutschland, spricht auf der Bundespressekonferenz – und wir lassen es mal zur Seite, dass danach seine Sicherheit gar nicht garantiert wurde. Er wurde ja mit Tomatensoße beworfen, das habt ihr wahrscheinlich auch mitbekommen. Wir lassen das mal vollkommen zur Seite, dass Deutschland leider seiner Pflicht nicht nachgekommen ist, eine so wichtige Oppositionsfigur zu schützen. Es ist viel wichtiger, ja, mit dem Mullah-Regime weiterhin Geschäfte zu machen, als Reza Pahlavi zu beschützen. Wir lassen es mal zur Seite.
Aber wir sehen dann: Es werden, ich würd fast schon sagen, dümmliche Fragen gestellt – und wahrscheinlich sogar absichtlich dümmliche Fragen gestellt – um ihn aus der Reserve zu locken. Also: Wenn das der Anspruch von Journalismus ist, bin ich ganz happy, dass ich da kein Journalist geworden bin, wenn ich ehrlich bin, sondern einfach nur versuche, mit gesundem Menschenverstand Situationen zu analysieren.
Und wie ich sehe: Reza Pahlavi hat aus meiner Sicht erstmal in erster Linie nichts mit den Taten seines Vaters zu tun. Er war einfach zu jung, um überhaupt da wahrscheinlich Einfluss nehmen zu können – Nummer 1. Er hat knapp 50 Jahre in einem demokratischen Ausland wie den USA gelebt, und er will – dafür hat er sogar ein Positionspapier geschrieben – er will der Transitional Leader sein, um im Iran eine Demokratie einzuführen. Und dann werden ihm so komische, fast schon dümmlich absurde Fragen gestellt. Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise.
Das andere ist: Ich find es richtig stark, dass er sich danach noch mal gemeldet hat und auch versucht hat zu erklären: Hey, Moment mal – wenn Journalisten solche Fragen stellen, dann muss man sich überlegen, was ist eigentlich Sinn und Zweck dieser Fragestellung? Was, wohin wollen sie eigentlich hinaus? Und wen unterstützt man eigentlich dabei, wenn man solche Fragen stellt?
Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao, ciao, ciao.
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Zitierfähige Passage
Reza Pahlavi trat auf der Bundespressekonferenz in Berlin auf und wurde dort mit der Unterstellung konfrontiert, ein israelischer Agent zu sein und für den Tod iranischer Demonstranten mitverantwortlich zu sein.
In einem anschliessenden Video-Statement rechnete er mit der europäischen Presselandschaft ab: 150 Journalisten, zwei Pressekonferenzen in Stockholm und Berlin, über zwei Stunden Gesprächszeit – und kein einziger fragte nach den 40.000 auf den Strassen Getöteten.
Pahlavi bezeichnete dies als vollständiges Versagen der journalistischen und moralischen Verantwortung und nannte Europa einen Kontinent, der Menschenrechte predigt, aber das iranische Volk seit 47 Jahren ignoriert.
Podcast-Host Reza Mehman ordnet den Besuch als symptomatisch für eine europäische Beschwichtigungspolitik ein, die wirtschaftliche Interessen gegenüber dem Mullah-Regime über die Unterstützung des iranischen Volkes stellt.
Pahlavis Schlussworte: „Even if we have to do this alone, we will fight until Iran is free.“





