47. „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Warum Kommunikation gar nicht so einfach ist.

Kommunikation verbessern: Warum wir aneinander vorbeireden

Confirmation Bias, Selective Perception und praktische Tipps gegen Misskommunikation im Alltag und Business



Einleitung

Kommunikation verbessern ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir im Leben entwickeln können, und dennoch scheitern wir erstaunlich oft daran. Selbst Menschen, die sich seit Jahren kennen, ob Familienmitglieder, enge Freunde oder langjährige Geschäftspartner, reden regelmässig aneinander vorbei. In dieser Episode von Project Mindset geht Reza Mehman dem Phänomen der Misskommunikation auf den Grund und erklärt, warum unser Gehirn uns dabei regelrecht sabotiert. Konzepte wie der Confirmation Bias und die Selective Perception Bias spielen dabei eine zentrale Rolle. Doch Reza belässt es nicht bei der Analyse, sondern liefert konkrete, alltagstaugliche Methoden, um sauberer und sicherer zu kommunizieren. Von Meeting Notes im Business bis hin zum bewussten Wiederholen von Aussagen im privaten Gespräch: Diese Folge zeigt, wie kleine Veränderungen grosse Wirkung entfalten. Wer Missverständnisse reduzieren und seine Beziehungen stärken will, findet hier die passenden Werkzeuge.


Zusammenfassung

In einem Satz: Misskommunikation entsteht durch kognitive Verzerrungen wie Confirmation Bias und Selective Perception, lässt sich aber durch aktives Zuhören, schriftliche Notizen und bewusstes Wiederholen des Gesagten wirksam reduzieren.

In drei Sätzen: Selbst Menschen, die sich seit Jahren kennen, reden regelmässig aneinander vorbei, weil unser Gehirn nach Bestätigung sucht und unangenehme Informationen ausblendet. Reza Mehman erklärt anhand eigener Erfahrungen aus Business und Privatleben, wie Confirmation Bias und Selective Perception Bias Gespräche verzerren. Als Gegenmittel empfiehlt er Meeting Notes, das sinngemässe Wiederholen von Aussagen und das schriftliche Festhalten gemeinsamer Vereinbarungen.

In fünf Sätzen: Kommunikation klingt einfach, ist aber eine der grössten Herausforderungen im menschlichen Zusammenleben. Reza Mehman zeigt in dieser Episode, dass selbst enge Beziehungen nicht vor Misskommunikation schützen, sei es mit dem Co-Founder beim App-Entwickeln, mit Kunden oder in der eigenen Familie. Der Confirmation Bias lässt uns nach Bestätigung für vorhandenes Wissen suchen und weitere Details ignorieren, während die Selective Perception Bias dazu führt, dass wir unangenehme Informationen ausblenden. Im geschäftlichen Bereich haben sich Meeting Notes als Standard bewährt, in denen festgehalten wird, was besprochen wurde, welche Entscheidungen getroffen wurden und wer welche Aufgaben bis wann erledigt. Auch im Privatleben hilft es, Besprochenes schriftlich festzuhalten und in Diskussionen das Gesagte des Gegenübers zuerst zu wiederholen, bevor man den eigenen Punkt einbringt.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Gründer, App-Entwickler und Host des Podcasts Project Mindset, teilt persönliche Erfahrungen mit Misskommunikation aus seinem beruflichen und privaten Alltag.

Worum geht es: Die Episode behandelt das Phänomen der Misskommunikation, ihre psychologischen Ursachen (Confirmation Bias, Selective Perception Bias) und konkrete Strategien, um im geschäftlichen wie privaten Umfeld klarer und effektiver zu kommunizieren.

Warum ist das relevant: Missverständnisse kosten im Business Zeit, Geld und Kundenbeziehungen, und im Privatleben belasten sie Freundschaften und Familienverhältnisse. Die vorgestellten Methoden sind sofort umsetzbar und erfordern kein Spezialwissen.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Warum reden wir selbst mit Menschen aneinander vorbei, die wir seit Jahren kennen?
  • Welche kognitiven Verzerrungen sabotieren unsere Kommunikation?
  • Welche praktischen Methoden helfen, Misskommunikation im Alltag und im Business zu vermeiden?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Warum Kommunikation wichtiger und schwieriger ist, als wir denken
  2. Zusammenfassung – Die Episode in einem, drei und fünf Sätzen
  3. Kontext – Wer spricht und warum dieses Thema relevant ist
  4. Inhaltsverzeichnis – Alle Abschnitte im Ueberblick
  5. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Episode
  6. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse kompakt
  7. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kommunikation
  8. Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen aus der Episode
  9. Transkript – Das vollstaendige Transkript der Folge
  10. Keywords – Relevante Suchbegriffe und Tags
  11. Namen und Begriffe – Wichtige Personen, Konzepte und Fachbegriffe
  12. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Kognitive Verzerrungen in der Kommunikation

Confirmation Bias und Selective Perception Bias verzerren unbewusst, wie wir Informationen in Gespraechen aufnehmen und verarbeiten. Unser Gehirn filtert Informationen so, dass sie zu unseren bestehenden Ueberzeugungen passen.

Keywords: Confirmation Bias, Selective Perception Bias, kognitive Verzerrungen

2. Misskommunikation im Business

Im geschaeftlichen Kontext fuehrt Misskommunikation zu falschen Prioritaeten, fehlerhaften Produktfeatures und Konflikten mit Kunden. Meeting Notes und schriftliche Dokumentation sind entscheidende Gegenmittel.

Keywords: Misskommunikation Business, Meeting Notes, Change Request

3. Misskommunikation im Privatleben

Auch in Familienbeziehungen und Freundschaften entstehen Missverstaendnisse, obwohl man sich seit Jahren kennt. Das schriftliche Festhalten von Vereinbarungen wirkt auch im privaten Kontext ueberraschend effektiv.

Keywords: Kommunikation Familie, Missverstaendnisse vermeiden, Beziehungskommunikation

4. Aktives Zuhoeren als Schluesselkompetenz

Viele Menschen hoeren nicht wirklich zu, sondern bereiten waehrend des Zuhoerens bereits ihre Antwort vor. Das sinngemässe Wiederholen des Gesagten erzwingt echtes Verstaendnis und verhindert Fehlinterpretationen.

Keywords: aktives Zuhoeren, Kommunikationstechniken, Zuhoeren lernen

5. Praktische Methoden fuer bessere Kommunikation

Von Meeting Notes ueber das Wiederholen von Aussagen bis zum gemeinsamen Aufschreiben von Vereinbarungen: Die Episode liefert sofort umsetzbare Werkzeuge fuer den Alltag.

Keywords: Kommunikation verbessern, Kommunikationstipps, Missverstaendnisse reduzieren


Kern-Aussagen

  • Selbst Menschen, die sich seit Jahren kennen, reden regelmässig aneinander vorbei. Die Dauer einer Beziehung schuetzt nicht automatisch vor Misskommunikation.
  • Der Confirmation Bias fuehrt dazu, dass wir in Gespraechen nach Bestätigung fuer unser vorhandenes Wissen suchen und dabei weitere Details und Nuancen ignorieren.
  • Die Selective Perception Bias bewirkt, dass wir unangenehme oder unbequeme Informationen in Gespraechen unbewusst ausblenden und nur das aufnehmen, womit wir einverstanden sind.
  • Meeting Notes sind im geschaeftlichen Bereich ein unverzichtbares Werkzeug: Sie dokumentieren, was besprochen wurde, welche Entscheidungen getroffen wurden und wer welche Aufgaben uebernimmt.
  • Auch im privaten Bereich kann das schriftliche Festhalten von Vereinbarungen Missverstaendnisse effektiv verhindern.
  • Das sinngemässe Wiederholen dessen, was der Gespraechspartner gesagt hat, bevor man den eigenen Punkt anbringt, ist eine der wirksamsten Techniken gegen Misskommunikation.
  • Viele Menschen hoeren nicht wirklich zu, sondern bereiten waehrend des Zuhoerens bereits ihre eigene Antwort vor.
  • Misskommunikation muss nicht immer auf komplexe psychologische Ursachen zurueckgehen. Manchmal ist man einfach unkonzentriert oder hat sich nicht eindeutig ausgedrueckt.
  • Im Kundenkontext helfen schriftliche Notizen auch dabei, Change Requests klar zu identifizieren und von urspruenglichen Vereinbarungen abzugrenzen.
  • Es reicht nicht, davon auszugehen, dass man sich gegenseitig verstanden hat. Aktive Bestaetigung und Dokumentation schaffen erst echte Klarheit.

Haeufig gestellte Fragen

Warum reden wir aneinander vorbei, obwohl wir uns seit Jahren kennen?

Selbst in langjährigen Beziehungen entstehen Missverstaendnisse, weil kognitive Verzerrungen wie der Confirmation Bias und die Selective Perception Bias unsere Wahrnehmung unbewusst filtern. Wir nehmen bevorzugt Informationen auf, die unsere bestehenden Ueberzeugungen bestaetigen, und blenden Unbequemes aus.

Was ist der Confirmation Bias in der Kommunikation?

Der Confirmation Bias beschreibt die Tendenz unseres Gehirns, in Gespraechen nach Informationen zu suchen, die unsere bestehenden Vorstellungen bestaetigen. Sobald wir eine Bestaetigung gefunden haben, konzentrieren wir uns nicht mehr auf weitere Details oder widerspruechliche Informationen.

Was ist die Selective Perception Bias?

Die Selective Perception Bias beschreibt die Tendenz, Reize oder Informationen zu ignorieren oder schnell zu vergessen, die Unbehagen hervorrufen oder unseren Ueberzeugungen zuwiderlaufen. In Gespraechen fuehrt das dazu, dass wir unangenehme Inhalte ausblenden und nur aufnehmen, womit wir einverstanden sind.

Wie helfen Meeting Notes gegen Misskommunikation?

Meeting Notes dokumentieren, was besprochen wurde, welche Entscheidungen getroffen wurden und wer welche Aufgaben bis wann erledigt. Sie schaffen Verbindlichkeit und bieten eine klare Referenz, falls spaeter Uneinigkeit ueber das Besprochene entsteht.

Funktionieren Meeting Notes auch im privaten Bereich?

Ja, auch wenn es ungewoehnlich klingt, kann das gemeinsame Aufschreiben von Vereinbarungen im privaten Bereich sehr effektiv sein. Reza Mehman berichtet, dass allein der Prozess des Aufschreibens dazu fuehrt, dass beide Seiten Klarheit gewinnen und der Zettel danach oft gar nicht mehr gebraucht wird.

Was bringt es, das Gesagte des anderen zu wiederholen?

Wenn man vor dem eigenen Beitrag zuerst sinngemäss wiedergibt, was der Gespraechspartner gesagt hat, stellt man sicher, dass man wirklich verstanden hat, worum es geht. Erst wenn der andere bestaetigt, dass die Wiedergabe korrekt ist, darf man den eigenen Punkt anbringen. Das erzwingt aktives Zuhoeren.

Warum hoeren viele Menschen nicht wirklich zu?

Viele Menschen nutzen die Zeit, in der ihr Gegenueber spricht, um ihre eigene Antwort vorzubereiten. Es geht ihnen nicht darum, den anderen wirklich zu verstehen, sondern darum, den eigenen Standpunkt moeglichst schnell einzubringen. Echtes Zuhoeren erfordert bewusste Anstrengung.

Wie gehe ich mit Kunden um, die staendig ihre Anforderungen aendern?

Meeting Notes sind hier besonders wertvoll. Man kann dem Kunden zeigen, worauf man sich geeinigt hat, und neue Wuensche klar als Change Request identifizieren. So werden Aenderungen transparent und koennen separat bewertet und bepreist werden.

Muss Misskommunikation immer eine psychologische Ursache haben?

Nein, nicht jede Misskommunikation hat eine komplexe psychologische Ursache. Manchmal ist man schlicht unkonzentriert, oder der Absender hat seine Nachricht nicht eindeutig genug formuliert. Einfache Unachtsamkeit ist ein haeufiger Grund fuer Missverstaendnisse.

Was bedeutet „Man kann nicht nicht kommunizieren“?

Dieses Axiom von Paul Watzlawick besagt, dass jedes Verhalten eine Form von Kommunikation ist, auch Schweigen oder Nicht-Reagieren sendet eine Botschaft. Kommunikation findet also immer statt, ob bewusst oder unbewusst, und deshalb lohnt es sich, sie aktiv und bewusst zu gestalten.


Highlight-Zitate

„Selbst wenn man sich jahrelang kennt, passiert es immer wieder, dass man sich einfach nicht gegenseitig versteht. Man redet sozusagen aneinander vorbei.“

– Reza Mehman

„Wenn man dieses Confirmation Bias hat, dann ist es so, dass man, wenn man erst mal diese Bestaetigung gefunden hat, sich dann gar nicht mehr auf die anderen Details des Gesprächs fokussiert.“

– Reza Mehman

„Es gibt Leute, die eigentlich nicht zuhoeren, sondern wenn sie zuhoeren, dann nur in dem Sinne, dass sie ihre Antwort gerade vorbereiten.“

– Reza Mehman

„Wenn du was sagst, wiederhole ich es, sobald du es gesagt hast. Und wenn du mir dann zustimmst, dass das, was ich darueber gesagt habe, richtig ist, dann darf ich erst meinen Punkt diesbezueglich bringen.“

– Reza Mehman

„Es war tatsaechlich dann nie so, nach dem wir es runter geschrieben haben, dass dieser Zettel wieder gebraucht wurde, sondern der Vorteil war dabei, dass man ganz genau wusste, hey, das haben wir jetzt besprochen, beide sind damit einverstanden.“

– Reza Mehman

„Man denkt, es ist einfach, es sollte auch moeglichst einfach rueber kommen, aber ich glaube, es ist gar nicht so einfach, wie man denkt.“

– Reza Mehman

„Es reicht einfach, dass man ein paar Punkte herunterschreibt: Das wurde besprochen, am Ende haben wir uns dafuer entschieden und wir haben noch gesagt, was die Action-Items sind.“

– Reza Mehman


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset. Der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset im Leben alles möglich ist. Heute geht es um das Thema Kommunikation. Das ist ein super spannendes und interessantes Thema und zwar ich habe nämlich im Laufe meines Lebens wieder immer wieder eine Sache gelernt oder es hat mich auch immer wieder vollkommen verblüfft, dass selbst wenn man sich jahrelang kennt, man ist Verwandt, Verschwiegert, Freund, Geschäftspartner, Eltern, Geschwistern, das ist völlig egal, selbst wenn man sich jahrelang kennt, passiert es immer wieder, dass man sich einfach nicht gegenseitig versteht.

Man redet sozusagen aneinander vorbei, man kommuniziert vielleicht irgendwie nicht richtig oder man kommuniziert auch falsch, aber es passiert immer wieder und es ist auch kein probates Mittel einfach zu sagen, man ist jahrelang miteinander befreundet und deswegen versteht man sich blind. Ich habe es immer wieder gesehen, es gibt Tage, es gibt Momente, wo man eine Diskussion zum Beispiel mit jemanden hat oder jemanden was erklären möchte und man versteht sich eigentlich gegenseitig überhaupt gar nicht bzw.

bei dem anderen kommt etwas anderes an wie was ich eigentlich kommunizieren wollte. Ich habe zum Beispiel im Businessbereich eine sehr interessante Erfahrung gemacht. Ich habe bei meiner letzten Gründung einen Co-Founder, das ist mittlerweile auch ein ziemlich guter Kumpel von mir und wir haben damals, als wir uns neu kennengelernt haben, auch angefangen zusammen Apps zu entwickeln, es war auch super gut, wir sind auch gut vorangekommen und trotzdem ist es hin und wieder mal passiert, dass wir miteinander kommuniziert haben.

Ich habe zum Beispiel gesagt, hey in der nächsten Appversion möchte ich zum Beispiel dieses und dieses Produktfeature drin haben. Er hat sich drangesetzt und am Ende, nach zwei, drei Tagen kam er wieder zurück und das Feature war überhaupt nicht so, wie ich es mir eigentlich vorgestellt habe. Und selbst, obwohl wir schon einige Apps zusammen entwickelt haben und uns auch mittlerweile dann gut gekannt haben, ist es immer wieder passiert, dass wir aneinander vorbeigesprochen haben. Ähnliche Situation hatte ich auch mit Kunden von mir, die ich betreut habe im Rahmen einer Dienstleistung, zum Beispiel Appentwicklung und da ist mir auch aufgefallen, man kommuniziert zum Beispiel eine Sache, man denkt, man hat sie eigentlich festgelegt, das ist jetzt die höchste Priorität in dem Projekt und am nächsten Meeting stellt sich heraus, nee, so hat er es eigentlich gar nicht gemeint und irgendwas anderes ist jetzt Priorität und ich konnte es auch nicht nachbeweisen sozusagen, dass er was anderes gesagt hat und da wurde mir bewusst, hm, also Misskommunikation findet echt sehr häufig statt.

Ich weiß jetzt nicht genau, ob es nur an mir liegt oder ob es an meinem Gegenüber liegt, aber da muss es doch eigentlich ein probates Mittel dafür geben. Auch im privaten Bereich passiert es, also es muss ja nicht nur im geschäftlichen Bereich sein, sondern auch im privaten, also mein Vater, der kennt mich ja quasi seit meiner Geburt und trotzdem passiert es, dass wir zum Beispiel über irgendeine Sache sprechen und wir sprechen komplett aneinander vorbei und erst nach so zwei, drei Minuten Gespräch merken wir dann, hm, eigentlich hat der andere ja was anderes gemeint oder selbst nach Tagen merke ich dann, nee, Moment mal, eigentlich hat mir noch was anderes ausgemacht oder wir wollten eigentlich das und das machen und ja, das ist das Problem an der Kommunikation.

Man denkt, es ist einfach, es sollte auch möglichst einfach rüber kommen, aber ich glaube, es ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Woran könnte das liegen, dass man aneinander vorbeispricht, dass man aneinander nicht versteht, obwohl man zum Beispiel jahrelang schon zusammen ist mit einem Partner oder mit einer Partnerin oder wo man Geschwister ist, obwohl man sehr gute Freunde zusammen ist oder Geschäftspartner und so weiter. Woran könnte das liegen? Aus meiner Sicht wird es wahrscheinlich wie immer unendlich viele Gründe geben, aber was natürlich als erstes auffällt, wenn ich über viele Gespräche nachdenke, die ich hatte und was ich auch mal in einem interessanten Artikel gelesen hatte, es gibt so was wie ein Confirmation Bias.

Das bedeutet, das beschreibt die Tendenz unseres Gehirns, nach Informationen zu suchen und sich auf Details zu konzentrieren. Ja, die so bereits unseren bestehenden Vorstellungen ja bestätigen oder man denkt, hey, das kenne ich doch irgendwo her und genau das ist richtig, was der gerade andere sagt. Und wenn man dieses Confirmation Bias hat, dann ist es so, dass man, wenn man erst mal diese Bestätigung gefunden hat, sich dann gar nicht mehr auf die anderen Details des Gesprächs fokussiert. Das finde ich super interessant.

Ich glaube, ich habe das auch bei mir selbst entdeckt, dass manchmal in Gesprächen, dass ich nach Bestätigung suche für mein vorhandenes Wissen und ich dann, wenn ich gesehen habe, ah, okay, ja, der denkt genauso über diesen Punkt, dann nehme ich gar keine andere Perspektive mehr ein, um zu verstehen, Moment mal, diese zusätzliche Information, am Ende passt es auch noch zu dem, was ich vorher gedacht habe oder es ist was Widersprüchliches zu dem, was ich gedacht habe. Es gibt noch ein sehr anderes interessantes Konzept, das heißt Selective Perception Bias, also die Tendenz, Reize zu ignorieren oder schnell zu vergessen, die uns ja so eine Art Unbehagen oder ja, die uns zuwiderlaufen in irgendeiner Form.

Das bedeutet, wir führen zum Beispiel ein Gespräch und da wird eine Sache thematisiert, die ja, die wir nicht ganz so gut gefällt oder ist, ja, ist, ich sage es mal, es ruft Unbehagen hervor. Und dann kann es passieren, dass ich da schon vielleicht abschalte. Ich nehme gar nicht mehr die restlichen Informationen auf, sondern nur die Informationen, wo ich, ich sage es mal, mich wohlfühle und damit einverstanden bin. Aber wie, also Informationen, die jetzt dazu führen, dass ich mich unwohl fühle, die blende ich komplett aus.

Fortsetzung

Dann kann es sein, natürlich, dass ich den Sinn des Gespräches oder das, was besprochen wurde, überhaupt gar nicht mehr mitnehme. Bis zum nächsten Mal. Genau, es kann also viele weitere Gründe geben, viele gute Konzepte geben. Ich glaube, es muss nicht immer so komplex sein. Es kann auch natürlich immer mal wieder sein, dass man einfach unkonzentriert war oder der Absender der Nachricht vielleicht etwas nicht sehr eindeutig kommuniziert hat. In dem Fall ich zum Beispiel, wenn ich mit jemandem was spreche, mit einem da mal den Co-Founder, wenn ich ihm gesagt habe, hey, ich möchte gerne das Feature drin haben, dass ich es vielleicht nicht so ganz gut definiert habe, was da ist.

Ich glaube, im geschäftlichen Bereich finden sich immer ganz gute Lösungen, auf die ich jetzt ganz kurz eingehen möchte. Und zwar, was man dagegen tun kann bei Misskommunikation, gerade im geschäftlichen Bereich. Das ist für mich ein Standard geworden mittlerweile. Ich mache fast in jedem Gespräch so eine Art Meeting Notes, also Meeting Notizen. Im Grunde geht es darum, dass ich dann reinschreibe, was wurde besprochen, wie hat man sich entschieden für eine Sache, wer hat was bis wann zu tun. Das ist relativ einfach, muss auch keine lange Prosa sein, sondern es reicht einfach, dass man ein paar Punkte herunterschreibt, hey, das wurde besprochen, am Ende haben wir uns dafür entschieden und wir haben noch gesagt, was die Action-Items sind, zum Beispiel, du machst das bis dann und dann und ich mach das bis dann und dann.

Und wenn es mal irgendwie im nächsten Meeting dann irgendwie wieder zur Sprache kommt, Moment mal, was wir heute besprechen, wurde eigentlich letztes Mal nicht besprochen, sondern wir hatten andere Prioritäten. Da kann man ganz leicht diese Meeting Notes rausholen und sagen, hey, das haben wir letztes Mal besprochen. Auch im Umgang mit Kunden ist es sehr wertvoll. Gerade vor wirklich wenigen Tagen hat ein Kumpel von mir mich darauf angesprochen, dass er extreme Probleme mit einem Kunden hat, der immer wieder was Neues möchte, der immer wieder sagt, nee, ich möchte das Produkt doch anders designt haben und so weiter.

Und er hat mir gesagt, ja, führst du Meeting Notizen, kannst du ihm sagen, beim nächsten Mal, Moment mal, wir haben uns darauf geeinigt, hier ist die E-Mail oder hier ist meine Notiz, die ich dir geschickt habe. Das wurde besprochen und wenn du jetzt was anderes möchtest, klar, darüber können wir reden, aber wie sagt man so schon, so ein Change Request, da musst du eine Anfrage nochmal offiziell an mich stellen, ob wir jetzt quasi in die Priorisierung umändern müssen, aber dafür müsste ich natürlich auch bezahlt werden.

Im Business-Kontext ist glaube ich sowas relativ einfach. Im Privaten, das klingt jetzt tatsächlich ein bisschen nerdy, aber ich habe eine Zeit lang zum Beispiel mich mit einer sehr nachstehenden Person immer wieder sozusagen, ja, nicht in die Haare bekommen, aber ich habe gemerkt, wir kommunizieren einfach aneinander vorbei. Immer wenn ich was sage, sagt sie beim nächsten Mal, nee, das hast du anders gesagt und umgekehrt auch, wenn sie was gesagt hat, habe ich dann beim nächsten Mal auch gesagt, nee, Moment mal, ich habe das irgendwie anders erinnerung und tatsächlich, das ist ein bisschen nerdy, jetzt habe ich dann vorgeschlagen, hey, weißt du was, lass uns doch einfach mal runterschreiben, was wir heute besprochen haben und wenn es mal wieder zur Sprache kommt, dann können wir genau diesen Zettel dann rausholen und dann darüber sprechen.

Es war tatsächlich dann nie so, nach dem wir es runter geschrieben haben, dass dieser Zettel wieder gebraucht wurde, sondern der Vorteil war dabei, dass man ganz genau wusste, hey, das haben wir jetzt besprochen, beide sind damit einverstanden und dann können wir auch, ja, so in diese Richtung dann weiter laufen. Das heißt, auch wenn es so ein bisschen nerdy klingt, auch wenn es so ein bisschen, ja, so, ich sage jetzt mal, zu akribisch klingt, aber manchmal hilft es einfach zusammen, selbst wenn es ein Familienmitglied ist, einfach mal runterzuschreiben, hey, das ist das, worüber wir gerade sprechen, siehst du es genauso, siehst du es anders oder möchtest du Änderungen drin haben und lass uns darauf einigen, dass wir das jetzt so und so machen.

Wie gesagt, es geht gar nicht dann darum, dass man beim nächsten Mal diesen Zettel heraus holt, sondern wenn man es schon einmal richtig gut untergeschrieben hat, dann dann sind beide sich einig, okay, in diese Richtung rennen wir los. Ein anderes sehr gutes Mittel, was ich gut finde in Gesprächen ist, wenn man zum Beispiel mit jemandem diskutiert bezüglich einem Thema und dann sollte man natürlich den anderen ausreden lassen, aber was wirklich wunderwirkt ist, wenn man sagt, okay, wenn ich jetzt was sage, dann wiederhole ich zuerst das, was du gesagt hast und wenn du mir dann zustimmst, dass das, was ich darüber gesagt habe, richtig ist, dann darf ich erst meinen Punkt diesbezüglich bringen.

Somit ist klargestellt, dass man natürlich erst mal ein vollkommenes Verständnis davon hat, was die andere Person gesagt hat und jedes Mal, wenn jemand anders, also wenn die Person gegenüber dann fortführen möchte, dann muss sie erst das wiederholen, was ich gesagt habe, also singgemäß wiederholen und das finde ich auch ein sehr interessantes Konzept. Das führt tatsächlich dazu, dass man wirklich sehr aktiv zuhört und ich finde das Thema Zuhören extrem wichtig. Ich hatte glaube ich in einem anderen Podcast schon mal gesagt, es gibt Leute, die eigentlich nicht zuhören, sondern wenn sie zuhören, dann nur in dem Sinne, dass sie ihre Antwort gerade vorbereiten.

Es geht gar nicht darum zu verstehen, was der Gegner sagt, aber wenn man das Konzept anbindet, dass man sagt, okay, pass mal auf, ich merke, wir kommen gerade irgendwie nicht voran. Dementsprechend, wenn du was sagst, wiederhole ich es, sobald du es gesagt hast und erst dann darf ich meinen Punkt bringen und genauso machen wir es umgekehrt auch. Wenn ich was gesagt habe, dann wiederholst du es bitte zuerst, ob es ihr richtig rüber gekommen ist. Ich bestätige das und dann kommen wir zum nächsten Punkt.

Fortsetzung

Klingt sehr kleinteilig. Ich glaube, das ist es aber nicht, denn die meisten denken nämlich Kommunikation ist super einfach. Aber ich denke, es ist völlig normal, dass man ja jeder so ein bisschen seine eigene Realität schafft, jeder so ein bisschen anders zuhört, jeder auch mal vielleicht zwischendurch mal unkonzentriert ist. Deswegen denke ich, Kommunikation sollte nicht unterschätzt werden, sondern wirklich als eine Passion Kunst für sich betrachtet werden. Wenn ich wirklich sicher sein möchte, dass ich was richtig kommuniziere, dann muss ich auf diese Details achten.

Genau Leute, heute wie immer eine super kurze Folge. Mir war es nur wichtig, dass man klar macht, die Kommunikation darf nicht zu auf die einfache Schulter genommen werden. Man sollte auch so in Richtung verbindliche Kommunikation geht, damit man nicht umsonst sich vielleicht streitet oder über ein Thema zu lange diskutiert, dass man immer wieder die alten Themen neu aufrollt. Und ich denke, da kann eine verbindliche Kommunikation extrem stark helfen. In diesem Kontext gibt es auch ein super interessantes Zitat.

Ich hatte schon mal gewacht gehabt, aber ich finde, es passt hier wieder und zwar das Zitat lautet, man kann nicht nicht kommunizieren. Das heißt, selbst wenn man nichts sagt, ist das schon ja irgendwo eine Antwort. Also immer merken in der Anwesenheit von anderen Menschen kann man eigentlich nicht nichts kommunizieren, nicht nicht kommunizieren. Super, ich hoffe, die heutige Folge hat euch gefallen. Wenn dem so ist, dann würde ich euch wie immer darum bitten, mir ein Review dazu lassen, euren Freunden davon zu erzählen, denn nur so kann der Kanal weiter wachsen.

Ich freue mich schon auf die nächste Folge. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag bis dahin und nicht vergessen, mein Z ist alles.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


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Tags: Kommunikation verbessern, Misskommunikation, Confirmation Bias, Selective Perception Bias, aktives Zuhoeren, Meeting Notes, Missverstaendnisse vermeiden, Kommunikationstipps, Kommunikation Business, Kommunikation Privatleben, Project Mindset, Reza Mehman, Mindset Podcast, Change Request, kognitive Verzerrungen


Namen und Begriffe

Reza Mehman, Project Mindset, Paul Watzlawick, Confirmation Bias, Selective Perception Bias, Meeting Notes, Action Items, Change Request, Co-Founder, Aktives Zuhoeren, Kognitive Verzerrungen, Misskommunikation, App-Entwicklung, Priorisierung, Produktfeature


Zitierfaehige Passage

Misskommunikation entsteht nicht, weil wir uns zu wenig kennen, sondern weil unser Gehirn Informationen filtert, bevor wir sie bewusst verarbeiten.
Der Confirmation Bias lässt uns nach Bestaetigung suchen, die Selective Perception Bias blendet Unbequemes aus, und das Ergebnis sind Gespraeche, in denen beide Seiten ueberzeugt sind, dasselbe verstanden zu haben.
Wer Missverstaendnisse vermeiden will, braucht keine komplexen Systeme, sondern einfache Gewohnheiten: Aufschreiben, was besprochen wurde, und das Gesagte des anderen wiederholen, bevor man den eigenen Punkt einbringt.
Diese Methoden funktionieren im Boardroom genauso wie am Kuechentisch.






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