109. Warum dein Selbstbild dein persönliches Wachstum verhindern kann.

Warum dein Selbstbild Wachstum verhindert

Wie festgefahrene Identitäten uns limitieren und warum das Loslassen alter Selbstbilder der Schluessel zu persoenlicher Entwicklung ist.


Einleitung

Dein Selbstbild kann dein persoenliches Wachstum aktiv verhindern, wenn du zu stark an bestimmten Identitaeten festhältst. In dieser Folge von Project Mindset spricht Reza Mehman darueber, warum wir uns oft ueber Rollen wie „Angestellter“, „Unternehmer“, „Vater“ oder „beste Freundin“ definieren und dabei vergessen, dass diese Zuschreibungen uns auch einschraenken koennen. Anhand eines eindrucksvollen Beispiels aus einem Panelgespraech mit der Unternehmerin Cordula Schulz wird deutlich, wie tief Identitaeten im beruflichen Alltag verankert sein koennen. Mitarbeiter, die jahrelang an patriarchalische Fuehrung gewoehnt waren, konnten ein kooperatives System des Miteinanders schlicht nicht annehmen. Reza laesst uns auch an persoenlichen Reflexionen teilhaben, etwa ueber alte Freundschaften, die zur Last werden koennen, wenn man sie als unveraenderlichen Teil seiner Identitaet betrachtet. Die Episode liefert ein konkretes Mindset Tool: Pruefe, welche Identitaeten du festhältst und ob sie dich wirklich weiterbringen. Wer bereit ist, sein Selbstbild auf den Pruefstand zu stellen, oeffnet sich fuer voellig neue Moeglichkeiten.

Zusammenfassung

In einem Satz: Festgefahrene Identitaeten und Selbstbilder koennen uns daran hindern, neue Erfahrungen zu machen und persoenlich zu wachsen.

In drei Saetzen: Reza Mehman erklaert, warum wir uns oft zu stark ueber bestimmte Rollen und Identitaeten definieren, sei es als Angestellter, Elternteil oder treuer Freund. Am Beispiel der Unternehmerin Cordula Schulz zeigt er, wie Mitarbeiter an ihrer alten Identitaet festhielten und eine kooperative Fuehrungskultur ablehnten, weil sie jahrelang patriarchalische Strukturen gewohnt waren. Die zentrale Botschaft: Pruefe regelmaessig, welche Selbstbilder dich limitieren, und sei bereit, dich davon zu loesen.

In fuenf Saetzen: In Folge 109 von Project Mindset widmet sich Reza Mehman dem Thema Identitaet und Selbstbild als Wachstumsbremse. Er erinnert an sein tiefgruendiges Gespraech mit dem Heidelberger Rapper Torch ueber Identitaet und knuepft daran an. Anhand des Panelgespraechs mit Cordula Schulz, die das Unternehmen ihres Vaters uebernahm und von patriarchalischer zu kooperativer Fuehrung transformierte, wird gezeigt, wie stark Identitaeten im beruflichen Kontext wirken. Viele Mitarbeiter konnten die neue Freiheit nicht annehmen, weil „auf Anweisungen hoeren“ Teil ihrer Identitaet geworden war. Reza gibt als Mindset Tool die Frage mit: An welchen Identitaeten hältst du fest, und hindern sie dich daran, Neues zuzulassen?

Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts Project Mindset, spricht in dieser Solofolge ueber das Thema Identitaet und spielt einen Ausschnitt aus seinem Panelgespraech mit der Unternehmerin Cordula Schulz ein.

Worum geht es: Es geht um die Frage, wie festgefahrene Selbstbilder und Identitaeten persoenliches und berufliches Wachstum verhindern koennen. Ob als Elternteil, Angestellter oder Freund: Wenn wir uns zu stark ueber eine Rolle definieren, verschliessen wir uns gegenueber Veraenderung und neuen Moeglichkeiten.

Warum ist das relevant: In einer Welt, die sich immer schneller veraendert, ist die Faehigkeit, das eigene Selbstbild anzupassen, entscheidend fuer Resilienz, beruflichen Erfolg und persoenliche Zufriedenheit. Die Episode verbindet persoenliche Reflexion mit einem konkreten Praxisbeispiel aus der Unternehmenswelt.

Drei Kernfragen der Episode:

  • An welchen Identitaeten halte ich fest, die mich moeglicherweise limitieren?
  • Warum faellt es Menschen so schwer, ein kooperatives System anzunehmen, wenn sie patriarchalische Fuehrung gewohnt sind?
  • Wie kann ich mein Selbstbild bewusst auf den Pruefstand stellen, ohne mich selbst zu verlieren?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Warum das Selbstbild Wachstum blockieren kann
  2. Zusammenfassung – Die Kernbotschaft in Kurzform
  3. Kontext – Wer spricht und warum das Thema relevant ist
  4. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Episode
  5. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften auf einen Blick
  6. Haeufig gestellte Fragen – Antworten rund um Selbstbild und Identitaet
  7. Highlight-Zitate – Die praegnantesten Aussagen aus der Folge
  8. Transkript – Das vollstaendige Gespraech zum Nachlesen
  9. Keywords – Relevante Suchbegriffe zur Episode
  10. Namen und Begriffe – Wichtige Personen und Konzepte
  11. Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren

Themen und Einordnung

1. Identitaet und Selbstbild als Wachstumsbremse

Wir definieren uns ueber Rollen und Labels, die irgendwann zu starren Grenzen werden. Wenn das Selbstbild nicht mehr zur Realitaet passt, entstehen Konflikte und Stagnation.

Keywords: Selbstbild, Identitaet, persoenliches Wachstum

2. Kulturwandel und Fuehrungsstile in Unternehmen

Der Wechsel von patriarchalischer zu kooperativer Fuehrung zeigt, wie tief Identitaeten im Arbeitsumfeld verankert sind. Mitarbeiter, die jahrelang Anweisungen folgten, tun sich schwer mit Mitbestimmung.

Keywords: Kulturwandel, Fuehrungsstil, Transformation

3. Unternehmensnachfolge und Transformation

Cordula Schulz uebernahm das Unternehmen ihres Vaters und musste nicht nur Prozesse, sondern eine gesamte Unternehmenskultur transformieren, gegen erheblichen Widerstand.

Keywords: Unternehmensnachfolge, Firmentransformation, Change Management

4. Freundschaften und Beziehungen als Identitaetsanker

Auch im Privatleben halten wir an Freundschaften fest, die Teil unserer Identitaet geworden sind, selbst wenn sie uns belasten oder nicht mehr zu unserem aktuellen Leben passen.

Keywords: Freundschaften, Beziehungen, Loslassen

5. Mindset Tools fuer bewusste Selbstreflexion

Reza gibt die konkrete Fragestellung mit: An welchen Identitaeten halte ich fest? Diese regelmaessige Pruefung ermoeglicht Offenheit fuer Neues und echte persoenliche Entwicklung.

Keywords: Mindset Tool, Selbstreflexion, persoenliche Entwicklung

Kern-Aussagen

  • Unser Selbstbild kann uns daran hindern, neue Erfahrungen zu machen und in neue Rollen hineinzuwachsen.
  • Identitaeten wie „Angestellter“, „Elternteil“ oder „bester Freund“ koennen zu starren Grenzen werden, die Veraenderung blockieren.
  • Wenn Eltern ihre gesamte Identitaet ueber die Rolle als Fulltime-Eltern definieren, kann der Auszug der Kinder die Beziehung zerstoeren.
  • Mitarbeiter, die jahrelang patriarchalische Fuehrung gewohnt waren, konnten ein kooperatives System nicht annehmen, weil es ihre Identitaet infrage stellte.
  • Kulturwandel in Unternehmen braucht Jahre und stoesst auf Widerstand, weil er die Identitaet der Beteiligten veraendert.
  • Cordula Schulz hat trotz Widerstands ihr Unternehmen um ueber 60 Prozent wachsen lassen, indem sie auf kooperative Fuehrung setzte.
  • Auch alte Freundschaften sollten nicht automatisch als unveraenderlicher Teil der eigenen Identitaet betrachtet werden.
  • Es kostet Energie und Ueberwindung, Identitaeten abzulegen, die man jahrelang gelebt hat.
  • Die zentrale Frage lautet: An welchen Identitaeten halte ich fest, und verhindern sie mein persoenliches Wachstum?
  • Wer bereit ist, sein Selbstbild regelmaessig auf den Pruefstand zu stellen, oeffnet sich fuer voellig neue Moeglichkeiten.

Haeufig gestellte Fragen

Warum kann mein Selbstbild mein persoenliches Wachstum verhindern?

Wenn du dich zu stark ueber bestimmte Rollen oder Labels definierst, wirst du unbewusst daran gehindert, neue Erfahrungen zu machen oder dich weiterzuentwickeln. Dein Selbstbild wird zur Komfortzone, die du nicht verlassen moechtest, selbst wenn sie dich einschraenkt.

Was ist mit Identitaet als Wachstumsbremse gemeint?

Damit ist gemeint, dass die Art, wie du dich selbst siehst, zum Beispiel als „super Mitarbeiter“, dich davon abhalten kann, andere Wege einzuschlagen, etwa den Schritt in die Selbststaendigkeit. Die Identitaet wird zur unsichtbaren Grenze.

Was hat Cordula Schulz mit dem Thema Identitaet zu tun?

Cordula Schulz uebernahm das Unternehmen ihres Vaters und wechselte von patriarchalischer zu kooperativer Fuehrung. Viele Mitarbeiter konnten diesen Wandel nicht mitmachen, weil ihre Identitaet an das alte System geknuepft war. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie Identitaeten Veraenderung blockieren koennen.

Wie kann ich erkennen, welche Identitaeten mich limitieren?

Stelle dir bewusst die Frage: An welchen Rollen, Gewohnheiten oder Selbstbeschreibungen halte ich fest? Prüfe, ob sie dich noch weiterbringen oder ob sie dich daran hindern, neue Wege zu gehen. Alles, was du mit „Ich bin eben so“ oder „Das gehoert zu mir“ verteidigst, koennte ein Hinweis sein.

Kann das Festhalten an Freundschaften mein Wachstum bremsen?

Ja, wenn du alte Freundschaften als unveraenderlichen Teil deiner Identitaet betrachtest und daran festhältst, obwohl sie dich belasten oder nicht mehr zu deinem aktuellen Leben passen. Es geht nicht darum, Freundschaften zu beenden, sondern sie nicht mehr als definierende Identitaet zu sehen.

Was ist die Verbindung zwischen Fuehrungsstil und Identitaet?

Wenn Mitarbeiter jahrelang an einen bestimmten Fuehrungsstil gewoehnt waren, wird dieses Verhalten Teil ihrer beruflichen Identitaet. Ein Wechsel des Fuehrungsstils erfordert dann nicht nur neue Prozesse, sondern eine grundlegende Veraenderung des Selbstbildes der Beteiligten.

Warum ist Kulturwandel in Unternehmen so schwierig?

Kulturwandel betrifft nicht nur Strukturen und Prozesse, sondern die Identitaet jedes einzelnen Mitarbeiters. Menschen muessen ihr Selbstbild anpassen, und das kostet Energie, Ueberwindung und Zeit. Deshalb dauert echter Kulturwandel Jahre.

Was ist das Mindset Tool aus dieser Podcast Folge?

Das Mindset Tool ist eine einfache, aber kraftvolle Frage: An welchen Identitaeten halte ich fest, und verhindern sie mein persoenliches Wachstum? Reza empfiehlt, diese Frage regelmaessig zu stellen, um sich fuer neue Erfahrungen und Richtungen zu oeffnen.

Highlight-Zitate

„Manchmal ist es wirklich sinnvoll zu sagen, hey, ich klammer mich nicht an dem fest, wo ich denke zum Beispiel, ich bin jetzt Unternehmer oder ich bin jetzt Angestellter.“

– Reza Mehman

„An dem Tag, wo das Kind ausgezogen ist, haben die Eltern sozusagen von der Identitaet Fulltime Eltern zu auf einmal, klar immer noch Eltern, aber eben nicht mehr Fulltime. Bei diesem Switch haben die irgendwie sich nichts mehr sagen koennen.“

– Reza Mehman

„Mein Fuehrungsstil ist der Kooperative, dieses Miteinander und Fuereinander.“

– Cordula Schulz

„Es gab tatsaechlich eine nicht kleine Anzahl von Mitarbeitern, die ueberhaupt nicht damit klar gekommen sind.“

– Reza Mehman

„Der Kulturwandel geht auch dahin, dass die Menschen, die meinem Fuehrungsstil patriarchalisch oder treu waren, auch zu mir gesagt haben, sie kommen nicht mehr mit mir zurecht.“

– Cordula Schulz

„Wenn du jahrelang gewohnt warst, das so zu tun, wie dein Chef das sagt und auf einmal mitreden kannst, dann ist es ja deine Identitaet.“

– Reza Mehman

„Mit welchen Dingen identifiziere ich mich, wobei ich mich eigentlich davon ein bisschen loesen muesste, damit ich fuer andere Dinge offen bin, fuer neue Dinge offen bin.“

– Reza Mehman


Transkript

Das vollständige Gespräch

Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset, der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset alles möglich ist. In der heutigen Podcast-Folge möchte ich über das Thema Identität sprechen. Das war auch tatsächlich schon mehrmals bei mir im Podcast wirklich ein sehr zentrales Thema. Was mir gut in Erinnerung geblieben ist, ist meine Podcast-Folge mit dem Heidelberger Musiker und Rapper Frederik Hahn alias Torch. Da haben wir wirklich, ich glaube Folge Nummer 73 war das, da haben wir wirklich nur über das Thema Identität gesprochen.

Ich finde es nämlich gar nicht so einfach immer noch, obwohl ich mich schon so lange mit dem Thema auseinandersetze, einmal zu definieren, wer ich bin. Auf der einen Seite, auf der anderen Seite mich aber nicht festzuklammern an dem, was ich denke, wer ich bin. Weil manchmal ist es wirklich sinnvoll zu sagen, hey, ich klammer mich nicht an dem fest, wo ich denke zum Beispiel, ich bin jetzt Unternehmer oder ich bin jetzt Angestellter oder ich bin Produktmanager oder was auch immer. Ich bin Vater, ich bin Mutter und so weiter und so fort.

Das mag alles wahr sein, aber manchmal wird man dadurch etwas behindert oder man wird verhindert, neue Erfahrungen zu machen, neue Identitäten auch anzunehmen. Interessanterweise, vor einigen Jahren habe ich meinen Film dazu gesehen gehabt, es ging um eine Familie, es war Vater, Mutter und Kind. Das Kind ist ausgezogen, ich glaube wegen Studium oder sowas ist weiter weggezogen. Und an dem Tag, wo das Kind ausgezogen ist, weiter weggezogen ist, haben die Eltern sozusagen von der Identität Fulltime Eltern zu auf einmal, klar immer noch Eltern, aber eben nicht mehr Fulltime.

Bei diesem Switch haben die irgendwie sich nichts mehr sagen können, hatten keine Gespräche mehr, Gesprächsthemen mehr, haben sich auseinander gelebt. Ich glaube, es ist auch schon lange her, ich glaube, die Beziehung ist auch zu Ende gegangen, weil eben das, was jahrelang irgendwie ihre absolute Identität war, dass sie Eltern sind, auf einmal nicht mehr dementsprochen hat, was die Realität ist. Und zwar, sie waren noch Eltern, aber eben nicht mehr Fulltime, sondern gefühlt einmal im Monat, wenn man das Kind sieht, weil es weiter weggezogen ist oder nur wenn man telefoniert.

Ich finde das ein super interessantes Thema, ich denke viel darüber nach. Und übrigens auch dieser Podcast mit Torch, mir ist aufgefallen, das ist mein am zweitmeisten angeklickter Podcast auf YouTube. Zehntausend Klicks hat das fast, also mega krass für mich. Vielen Dank für euren Support dafür. Gerne da reinhören, wenn ihr wirklich nochmal sehr tief in die Thematik reinsteigen möchtet, aber wie ich zur heutigen Podcast Folge gekommen bin, ist eher dadurch, ich habe mir vor kurzem nochmal ein super interessantes Interview angeschaut, dass ich mit einer Unternehmerin hatte, die Dame heißt Frau Cordula Schulz, super starke Persönlichkeit.

Ich hatte ein Panelgespräch mit ihr auf einer Veranstaltung, die ich in diesem Jahr zum zweiten Mal gemacht habe, die Veranstaltung heißt Dinner im Schloss, vielleicht habe ich das hier mal erwähnt gehabt. Am April dieses Jahres und übrigens nächstes Jahr am April, am 23.04.2024 findet die dritte Veranstaltung statt, wieder auf dem Schloss Heidelberg, wieder viele Panelgäste, wieder im Kontext von Nachhaltigkeit, aber auch Mindset, also für mich gehört das so ein bisschen dazu, dass man das Thema Nachhaltigkeit aus der Mindset-Perspektive sieht.

Gerne auf projectmindset.de vorbeischauen, dort habe ich ein paar Informationen dazu zusammengeschrieben, wenn ihr daran teilnehmen wollt, einfach dort mal vorbeischauen. Aber in dem Gespräch mit Frau Schulz und ich glaube, ich hatte es auch schon mal erwähnt hier im Podcast, ging es darum, dass sie die Firma von ihrem Vater übernommen hatte vor vielen Jahren, also das Thema Nachfolge war sehr zentral in dem Moment. Und als sie die Firma übernommen hatte, war sie vom Typus her eine Unternehmerin, die eher im System des Miteinanders arbeiten wollte und nicht wie ihr Vater sehr patriarchalisch geführt alles, harte konkrete Ansagen gemacht und alles hat auf sein Kommando gehört.

Sie war eher so gepolt, dass sie mit den Mitarbeitern zusammen Entscheidungen treffen wollte, dass Entscheidungen gemeinsam gefällt worden sind, dass die Arbeitsumgebung mit beeinflusst werden konnte und so weiter und so fort. Man sollte meinen, dass eigentlich die meisten Menschen das dann begrüßen würden, also sagen, hey cool, ich kann jetzt mitreden, ja mega, dann entscheide ich ein bisschen mit, kann auch ein bisschen was gestalten und so weiter. Aber sie hatte was ganz anderes erzählt, es gab tatsächlich eine nicht kleine Anzahl von Mitarbeitern, die überhaupt nicht damit klar gekommen sind.

Ich spiele auch gleich den Teil aus dem Gespräch hier ab, war für mich super interessant und für mich war das irgendwie sofort klar. Es geht bei den Mitarbeitern, die mit dieser Änderung, mit dieser Transformation nicht zurechtgekommen sind, es ging bei denen, glaube ich, wahrscheinlich einher, dass sie ihre komplette Identität auch irgendwie verändern mussten. Das bedeutet, die waren ja jahrelang gewöhnt, vielleicht sogar aus dem privaten Umfeld, aber auf jeden Fall aus dem beruflichen Umfeld, darauf zu hören, was der Chef sagt.

Fortsetzung

Der Chef sagt, macht das so, gut, dann wird nicht mehr drüber nachgedacht, weil diskutieren zum Beispiel bringt auch nichts, also mache ich es genauso. Und dann auf einmal heißt es, nee, jetzt kannst du mitreden, wenn du ein Problem siehst, kannst du es gerne sagen, wir können den Prozess verändern und so weiter und so fort. Und wenn du jahrelang gewohnt warst, das so zu tun, wie dein Chef das sagt und auf einmal mitreden kannst, dann ist es ja deine Identität. Ich spiele am besten kurz mal die Folge mit Frau Schulz hier kurz ab.

Ich würde gerne mit Frau Schulz beginnen. Das war nämlich eine super interessante Geschichte, Frau Schulz, und vielen Dank, dass Sie so offen waren auch im Gespräch. Sie haben quasi die Firma von Ihrem Vater übernommen, Sie haben ein Riesentransformationsprojekt vorangetrieben und das Interessante aus meiner Sicht war insbesondere unter vielen Sachen. Als Sie über die Herausforderung gesprochen haben, von einem patriarchalischen System in ein System des Miteinanders zu kommen. Und man sollte meinen, dass eigentlich vielleicht die meisten Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen das möchten, ein System des Miteinanders, aber Sie haben da, glaube ich, ein bisschen was anderes auch zu erzählen.

Können Sie bitte darauf eingehen. Vielen Dank, dass ich heute hier sein darf und auch von meiner Lebensgeschichte etwas erzählen. Ich habe das Unternehmen vor zehn Jahren übernommen und bin dann auch schon seit 20 Jahren eingestiegen und der Kulturwandel in einem Unternehmen. Wir sind 107 Kolleginnen und Kollegen groß, wir waren viel kleiner auch. Und mein Vater, klar, die Unternehmer sind ja die Alten, sind ja Patriarchen. Und mein Führungsstil ist der Kooperative, dieses Miteinander und Füreinander.

Und am Anfang kam ich rein und dann mache ich die kleine Tochter, die macht mal, man kommt ja immer rein mit Projekten. Die Projekte setzt man erfolgreich um und so entwickelt man sich ja innerhalb eines Unternehmens. Und die Herausforderung, das hatte ich nicht erwähnt, aber das kam mir jetzt, die Herausforderung ist, dass ich ja in einer Männerwelt arbeite. Es gibt ja nur Männer. Wir sind eine Druckerei und entweder habe ich Männer als Kunden, Männer als Lieferanten oder Männer in der Produktion. Und die Frauen sind Sachbearbeiter und Kaffeekocherinnen, also so richtig klassisch.

Und in der Produktion haben wir Elzerser, wir sind in Baden-Baden und Franzosen und viele Türken, Iraner, Arabischer Herkunft auch sehr viel. Deswegen erwähne ich das, ist ganz einfach. Patriarchisches Denken, patriarchische Führung, patriarchische Kolleginnen und Kollegen. Und dann komme ich, junge Dame frisch aus dem Studium raus und sage, ich möchte ein Miteinander. Ich kann nur im Miteinander, im Füreinander, wir gemeinsam wollen die Firma bewegen, wir wollen Zukunft schaffen, wir wollen Arbeitsplätze erhalten.

Und da gab es einen Kulturwandel. Ein Kulturwandel geht über Jahre. Das, was ich erzähle, ist nicht, man macht es so und alles ist von heute auf morgen anders da. Was ich auch erlebt habe, ich bin ja auch hier um von den Downsides zu erzählen, nicht nur von wie erfolgreich wir sind. Wir sind wunderbar erfolgreich, wir sind über 60 Prozent gewachsen, seit ich übernommen habe vor zehn Jahren. Wir haben die ganze Firma transformiert. Aber der Kulturwandel geht auch dahin, dass die Menschen, die meinem Führungsstil patriarchisch oder treu waren, auch zu mir gesagt haben, sie kommen nicht mehr mit mir zurecht.

Also ich habe, was viele erleben, auch Fluktationswellen gehabt. Und was auch normal ist, erschwerend kam hinzu, dass ich auch eben wie erwähnt diese Kultur, diese männliche Kultur im Unternehmen habe und ich dann dieses eher empathische, wertschätzende, respektvolle, fürsorgliche, vor allem dieses fürsorgliche, dieses Miteinander, dieses lass es uns gemeinsam machen. Also in meiner Führung in der Transformation und vor allem in der Transformation ist das Thema Gemeinsam machen. Sehr viel Rede in diese 80-20 Regelung, in diese 80-20 Regelung vor allem in Veränderungen, in Transformationen.

Das heißt, mit den Menschen, mit den Menschen reden, mit den Menschen kommunizieren, die Menschen da abholen, wo sie sind. Aber natürlich stößt es sehr viel auf Widerstand. Aber man hat auch Mitstreite und ein Team. Und das Team, da kommt eher später nachher die Frage noch drauf, das braucht es dann. Aber es war sehr, sehr herausfordernd, auch starke Wände durchzubrechen. Also wahrscheinlich habt ihr schon gemerkt, für mich war das super interessant, was sie gesagt hat, weil ich hätte wirklich am Anfang gedacht, ja die meisten wollen ja mitentscheiden oder die meisten wollen ja auch sagen, wie was gemacht werden könnte oder sollte, wie der Prozess verbessert werden könnte.

Aber tatsächlich viele Mitarbeiter wollten das nicht. Und wie ich schon am Anfang des Podcasts gesagt habe, ich denke, das liegt hauptsächlich damit zusammen, dass es Teil ihrer Identität ist, einfach auf harte, konkrete Ansagen zu hören und das auf einmal abzulegen. Das kostet Energie oder das kostet auch vom Denken her, da muss man gewisse Limits, die man im Kopf hat, die überwinden. Und da kann ich schon verstehen, dass ein paar nicht mitgezogen sind. In dem heutigen Podcast ging es mir auch tatsächlich darum, eine Fragestellung euch mitzugeben als kleines Mindset-Tool heute.

Fortsetzung

So an welchen Identitäten haltet ihr denn fest? Also es kann was ganz Banales sein. Mir fällt jetzt nix Gescheites ein, außer zum Beispiel ihr sagt, ich esse kein Marzipan als Beispiel. Und alles, was mit Marzipan ist, werde ich auf jeden Fall nicht probieren. Also was super Banales oder auch was, was tiefgründiger ist, zum Beispiel Freundschaften. In diesem Kontext fällt mir auch auf, dass auch ich manchmal das Gefühl habe, ich definiere mich über gewisse, vor allem alte Freundschaften, die ich habe aus ganz frühen Jahren, wo ich sage, ja, hey, das gehört einfach zu meinem Leben dazu und das sind meine Freunde, das sind meine Freundschaften und so weiter.

Aber mit der Zeit merke ich natürlich auch, hey, wenn das irgendwie negativ belastet ist oder nur mit Problemen und so weiter gesprochen wird und so weiter und so fort, dann möchte ich eigentlich, ja klar, weiterhin befreundet sein mit der Person, aber ich möchte es nicht als Teil meiner Identität sehen. Das heißt auch hier vielleicht auf dem Prüfstand, mit welchen Dingen identifiziere ich mich, wobei ich mich eigentlich davon ein bisschen lösen müsste, damit ich für andere Dinge offen bin, für neue Dinge offen bin und vielleicht in andere Richtungen auch mal schauen und gehen kann.

Sei es Freundschaften, sei es Job oder was auch immer gerade bei euch präsent ist. Super Leute, das war die heutige Project-Mindset-Folge. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Wenn dem so ist, so würde ich euch wie immer bitten, mir ein Like dazu lassen, auf Apple Podcasts oder Spotify Sterne zu vergeben, denn nur so kann Project Mindset weiter wachsen. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal und nicht vergessen, bis dahin, Mindset ist alles.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


Keywords

Tags: Selbstbild, persoenliches Wachstum, Identitaet, Mindset, Kulturwandel, Fuehrungsstil, Transformation, Unternehmensnachfolge, Selbstreflexion, Loslassen, kooperative Fuehrung, patriarchalische Fuehrung, Cordula Schulz, Project Mindset, Reza Mehman

Namen und Begriffe

Reza Mehman, Cordula Schulz, Frederik Hahn (Torch), Project Mindset, Dinner im Schloss, Schloss Heidelberg, Baden-Baden, Heidelberg, Identitaet, Selbstbild, Kulturwandel, patriarchalische Fuehrung, kooperative Fuehrung, Unternehmensnachfolge, Transformation, Mindset Tool, 80-20 Regelung, Nachhaltigkeit

Zitierfaehige Passage

Unser Selbstbild kann zur unsichtbaren Grenze werden, die uns daran hindert, neue Erfahrungen zu machen und persoenlich zu wachsen.
Wer sich zu stark ueber eine einzelne Rolle definiert, ob als Angestellter, Elternteil oder treuer Freund, verschliesst sich gegenueber Veraenderung.
Die entscheidende Frage lautet: An welchen Identitaeten halte ich fest, und verhindern sie mein Wachstum?
Erst wenn wir bereit sind, unser Selbstbild auf den Pruefstand zu stellen, oeffnen wir uns fuer voellig neue Moeglichkeiten.


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