76. Wu-Tang Clan Managerin “Eva Ries” über unglaubliche Erfahrungen mit dem ikonischen Hip Hop Clan!

Wu-Tang Clan Managerin Eva Ries im Interview

Wie eine Deutsche zur internationalen Managerin der legendären Hip-Hop-Gruppe wurde und was sie dabei ueber Mindset lernte



Einleitung

Wu-Tang Clan Managerin Eva Ries gewaehrt in diesem ausfuehrlichen Podcast-Gespraech faszinierende Einblicke in ihre Arbeit mit einer der ikonischsten Hip-Hop-Gruppen aller Zeiten. Als deutsche Musikmanagerin schaffte sie es, sich international durchzusetzen und die Karriere des Wu-Tang Clan auf dem europaeischen und weltweiten Markt voranzutreiben. Dabei hatte sie es nicht nur mit neun extrem eigenwilligen Kuenstlerpersoenlichkeiten zu tun, sondern musste sich auch als Frau in einer von Maennern dominierten Branche behaupten. In diesem Gespraech mit Reza Mehman spricht Eva Ries offen ueber Strategien zur Durchsetzung, den Umgang mit Chaos und die Kraft des richtigen Mindsets. Sie erklaert, warum Dreistigkeit manchmal der Schluessel zum Erfolg ist und was das lateinische Motto „Per aspera ad astra“ fuer ihr Leben bedeutet. Eine Episode fuer alle, die wissen wollen, wie man mit dem richtigen Mindset auch die groessten Herausforderungen meistert.


Zusammenfassung

In einem Satz: Eva Ries, die deutsche Managerin des Wu-Tang Clan, erzaehlt, wie sie sich mit Beharrlichkeit, Gelassenheit und strategischem Denken in der chaotischen Welt einer legendaeren Hip-Hop-Gruppe durchsetzte.

In drei Saetzen: Eva Ries kam eher zufaellig zum Wu-Tang Clan, als sie einen Job als International Marketing Managerin annahm, ohne vorher Hip-Hop-Fan gewesen zu sein. Sie lernte, mit neun extrem eigenwilligen Persoenlichkeiten umzugehen, indem sie strategisch die zuverlaessigsten Mitglieder als Ansprechpartner waehlte und Chaos bewusst ausblendete. Ihre wichtigste Erkenntnis: Der steinige Weg zahlt sich am Ende aus, und wer nicht aufgibt, wird respektiert.

In fuenf Saetzen: Eva Ries begann ihre Karriere in der Musikindustrie ueber den Umweg USA, weil ihr in Deutschland ohne BWL-Studium keine Chance gegeben wurde. Als International Marketing Managerin uebernahm sie die weltweite Vermarktung des Wu-Tang Clan, noch bevor die Gruppe ihren grossen Durchbruch hatte. Der Umgang mit den neun Clan-Mitgliedern erforderte extreme Gelassenheit, strategisches Vorgehen und die Faehigkeit, sich von Rueckschlaegen nicht entmutigen zu lassen. Als weisse Frau aus Deutschland musste sie sich zusaetzlich gegen Vorurteile und Respektlosigkeit behaupten, was sie durch konsequentes Auftreten und Dreistigkeit meisterte. Ihr Credo „Per aspera ad astra“ fasst zusammen, was sie aus dieser aussergewoehnlichen Erfahrung gelernt hat: Der schwierigere Weg fuehrt oft zu den groessten Erfolgen.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts „Project Mindset“, im Gespraech mit Eva Ries, Musikmanagerin und Autorin des Buches „Wu-Tang is forever“. Eva Ries war langjaerige internationale Managerin und Promoterin des Wu-Tang Clan und arbeitete zuvor auch mit Nirvana und Guns N‘ Roses.

Worum geht es: Eva Ries berichtet ueber ihren ungewoehnlichen Weg zur Managerin des Wu-Tang Clan, den taeglichen Umgang mit den chaotischen Bandmitgliedern, ihre Strategien zur Durchsetzung als Frau in der maennerdominierten Musikbranche und die Mindset-Lektionen, die sie aus dieser Erfahrung mitgenommen hat.

Warum ist das relevant: Die Episode bietet wertvolle Erkenntnisse ueber Fuehrung, Durchsetzungsvermoegen und Resilienz, die weit ueber die Musikindustrie hinaus anwendbar sind. Eva Ries‘ Erfahrungen zeigen, wie man sich in schwierigen Teamkonstellationen behauptet und trotz widriger Umstaende professionell bleibt.

Drei Kernfragen der Episode:

  • Wie behauptet man sich als Einzelperson gegenueber einer Gruppe starker, eigenwilliger Persoenlichkeiten?
  • Welche Rolle spielen Dreistigkeit und Gelassenheit auf dem Weg zum Erfolg?
  • Was bedeutet es, als Frau in einer von Maennern dominierten Branche zu bestehen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung – Ueberblick ueber das Gespraech mit Eva Ries
  2. Zusammenfassung – Die wichtigsten Inhalte kompakt
  3. Kontext – Hintergrund zu den Gespraechspartnern und dem Thema
  4. Inhaltsverzeichnis – Navigation durch die Episode
  5. Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche
  6. Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse
  7. Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
  8. Highlight-Zitate – Die staerksten Aussagen aus dem Gespraech
  9. Transkript – Vollstaendiges Gespraech
  10. Keywords – Relevante Suchbegriffe
  11. Namen und Begriffe – Glossar der erwahnten Personen und Begriffe
  12. Zitierfaehige Passage – Kernaussage zum Teilen

Themen und Einordnung

1. Karrierewege in der Musikindustrie

Eva Ries beschreibt, wie sie ueber Umwege in die internationale Musikbranche kam und warum der deutsche Arbeitsmarkt ihr den Einstieg erschwerte. Ihre Geschichte zeigt, dass unkonventionelle Wege oft die erfolgreichsten sind.

Keywords: Musikindustrie Karriere, International Marketing Manager, Plattenindustrie

2. Fuehrung und Teammanagement mit schwierigen Persoenlichkeiten

Der Umgang mit neun extrem eigenwilligen Kuenstlern erforderte strategisches Denken und die Faehigkeit, Chaos auszuhalten. Eva Ries wahlte bewusst die zuverlaessigsten Bandmitglieder als Ankerpunkte fuer ihre Arbeit.

Keywords: Teammanagement, schwierige Persoenlichkeiten, Fuehrungskompetenz

3. Durchsetzung als Frau in maennerdominierten Branchen

Als weisse Frau aus Deutschland in der afroamerikanischen Hip-Hop-Szene musste Eva Ries sich doppelt beweisen. Ihre Erfahrungen bieten konkrete Strategien fuer Frauen in aehnlichen Situationen.

Keywords: Frauen in der Musikbranche, Durchsetzungsvermoegen, Gleichberechtigung im Beruf

4. Mindset und Resilienz

Das Motto „Per aspera ad astra“ zieht sich durch Eva Ries‘ gesamte Karriere. Sie erklaert, warum der schwierigere Weg oft zu groesserem Erfolg fuehrt und warum Aufgeben keine Option ist.

Keywords: Mindset, Resilienz, Per aspera ad astra, Durchhaltevermoegen

5. Wu-Tang Clan: Hinter den Kulissen

Persoenliche Anekdoten ueber RZA, Method Man, Ol‘ Dirty Bastard und andere Clan-Mitglieder geben Einblicke in das chaotische, aber faszinierende Innenleben einer der groessten Hip-Hop-Gruppen der Geschichte.

Keywords: Wu-Tang Clan hinter den Kulissen, RZA, Method Man, Ol‘ Dirty Bastard


Kern-Aussagen

  • Eine Karriere in der Musikindustrie laesst sich kaum planen. Eva Ries kam eher durch Zufall zum Wu-Tang Clan und war vorher im Rock- und Metal-Bereich taetig.
  • In Deutschland war der Einstieg in die Musikbranche ohne BWL-Studium nahezu unmoeglich, waehrend in den USA Leistung mehr zaehlte als Zertifikate.
  • Im Umgang mit schwierigen Persoenlichkeiten hilft es, sich strategisch die zuverlaessigsten Partner auszusuchen und den Rest bewusst auszublenden.
  • Respekt wird nicht geschenkt, sondern muss erarbeitet werden. Wer konsequent bleibt und nicht aufgibt, wird langfristig akzeptiert.
  • Dreistigkeit und Mut, auch mal unbequeme Wege zu gehen, sind entscheidende Erfolgsfaktoren in wettbewerbsintensiven Branchen.
  • Gelassenheit im Angesicht von Chaos und Respektlosigkeit ist eine erlernbare Faehigkeit, die mit Erfahrung waechst.
  • Das Prinzip „Angriff ist die beste Verteidigung“ bedeutet, proaktiv zu handeln, statt abzuwarten und sich ueberroleln zu lassen.
  • Als Frau in einer maennerdominierten Branche muss man haeufig doppelt so viel leisten, um den gleichen Respekt zu erhalten.
  • Das Mindset „I’m not a quitter“ war ein zentraler Antrieb fuer Eva Ries‘ gesamte Karriere.
  • „Per aspera ad astra“ (durch Muehsal zu den Sternen) fasst Eva Ries‘ Lebensphilosophie zusammen: Der steinige Weg fuehrt zu den groessten Erfolgen.

Haeufig gestellte Fragen

Wie wurde Eva Ries zur Managerin des Wu-Tang Clan?

Eva Ries kam eher zufaellig zum Wu-Tang Clan. Sie nahm einen Job als International Marketing Managerin bei einem Plattenlabel an, und der Wu-Tang Clan gehoerte zum Portfolio. Sie war vorher keine Hip-Hop-Kennerin, sondern kam aus dem Rock- und Metal-Bereich. Der Einstieg erfolgte kurz nach der Veroeffentlichung des ersten Albums „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“.

War Eva Ries der persoenliche Manager des Wu-Tang Clan?

Nein, Eva Ries war nicht der Personal Manager des Wu-Tang Clan. Sie war Managerin auf Seiten der Plattenfirma und zustaendig fuer das internationale Marketing und die Promotion. Der Personal Manager kuemmert sich um private Angelegenheiten wie Gagen und Vertraege, waehrend Eva Ries die weltweite Karrierefoerderung verantwortete.

Wie hat Eva Ries sich gegenueber den Wu-Tang Clan Mitgliedern durchgesetzt?

Eva Ries setzte auf eine strategische Herangehensweise: Sie wahlte die zuverlaessigsten Bandmitglieder wie Method Man und RZA als primaere Ansprechpartner und blendete chaotische Mitglieder bewusst aus. Zudem entwickelte sie eine stoische Haltung gegenueber Unpuenktlichkeit und unberechenbarem Verhalten. Konsequenz, Beharrlichkeit und die Weigerung aufzugeben verschafften ihr langfristig Respekt.

Was bedeutet „Per aspera ad astra“ und warum ist es Eva Ries‘ Lebensmotto?

„Per aspera ad astra“ ist ein lateinischer Spruch und bedeutet „durch Muehsal zu den Sternen“. Fuer Eva Ries fasst er die Erkenntnis zusammen, dass der schwierigere Weg oft zu groesseren Erfolgen fuehrt. Dieses Motto hat sie durch ihre gesamte Karriere begleitet und sie gibt es auch an ihre Tochter weiter.

Welche Wu-Tang Clan Mitglieder waren am zuverlaessigsten in der Zusammenarbeit?

Laut Eva Ries waren Method Man, Raekwon und U-God die zuverlaessigsten Bandmitglieder, mit denen sie bevorzugt zusammenarbeitete. Ghostface Killah hingegen beschreibt sie als besonders unberechenbar, weshalb sie die Zusammenarbeit mit ihm eher mied.

Hat Eva Ries auch mit anderen bekannten Bands gearbeitet?

Ja, Eva Ries arbeitete vor ihrer Zeit mit dem Wu-Tang Clan auch als Managerin und Promoterin fuer Nirvana und Guns N‘ Roses. In diesem Fall war sie fuer die Foerderung deren Karrieren und das Marketing in Deutschland zustaendig.

Welche Tipps gibt Eva Ries Frauen, die sich in maennerdominierten Branchen durchsetzen wollen?

Eva Ries empfiehlt, sich nicht einschuechtern zu lassen und konsequent am eigenen Weg festzuhalten. Strategisches Vorgehen, die bewusste Auswahl von Verbuendeten und eine gewisse Dreistigkeit sind wichtige Werkzeuge. Zudem betont sie, dass Respekt erarbeitet werden muss und dass die Weigerung aufzugeben langfristig Anerkennung bringt.

Wie hat Eva Ries den Umgang mit Drogenkriminalitaet und extremem Verhalten im Wu-Tang Clan erlebt?

Eva Ries beschreibt, dass sie mit ernsten Situationen wie Drogenkriminalitaet konfrontiert war. Sie entwickelte die Faehigkeit, solche Aspekte professionell auszublenden und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Gleichzeitig lernte sie, Grenzen zu erkennen und Auseinandersetzungen bewusst zu waehlen.

Was steht in Eva Ries‘ Buch „Wu-Tang is forever“?

In ihrem Buch „Wu-Tang is forever“ beschreibt Eva Ries ihre persoenlichen Erfahrungen als Managerin des Wu-Tang Clan. Sie gewaehrt Einblicke in das chaotische Leben der Bandmitglieder, erzaehlt von Hoehen und Tiefen der Zusammenarbeit und teilt Lektionen ueber Durchsetzungsvermoegen, Resilienz und Fuehrung.

Warum ist der Wu-Tang Clan trotz internem Chaos so erfolgreich geworden?

Der Wu-Tang Clan vereinte neun extrem talentierte, aber eigenwillige Kuenstler mit grossen Egos. Trotz interner Konflikte und chaotischer Strukturen war die musikalische Qualitaet aussergewoehnlich. Professionelle Unterstuetzung durch Menschen wie Eva Ries auf der Business-Seite half dabei, das kreative Potenzial in kommerziellen Erfolg umzusetzen.


Highlight-Zitate

„Per aspera ad astra, durch Muehsal zu den Sternen. Selbst immer den schwereren Weg gehen, zahlt sich teilweise aus.“

– Eva Ries

„In den USA ist halt eher das Prinzip, man kann sich bewaehren, indem man es einfach macht. Und wenn man es gut macht, ist es gut. Und wenn man es schlecht macht, fliegt man halt raus.“

– Eva Ries

„Ich habe niemals davon getraeumt, mit dem Wu-Tang Clan zusammenzuarbeiten oder gar gewusst, wer sie sind. Es war reiner Zufall.“

– Eva Ries

„Ich habe mir eben die zwei, drei ausgesucht in der Band, von denen ich weiss, dass sie relativ verlaesslich sind und dann halt bevorzugt mit denen gearbeitet, die anderen einfach ignoriert.“

– Eva Ries

„Ich kann emotional sein oder mich auch aergern und aufregen. Aber ich kann auch sehr stoisch sein in meiner Art und sehr stur. Und dann blende ich das ziemlich aus.“

– Eva Ries

„Mit dem richtigen Mindset schafft man alles im Leben!“

– Reza Mehman

„Die Musikindustrie ist ein kreatives Business. Das darf nicht nur in Zahlen und Prognosen gemessen werden, sondern da brauchst du gewisse Flexibilitaet und kreative Vorstellungskraft.“

– Eva Ries


Transkript

Das vollständige Gespräch

Also, wenn man mit den alten Lateinern spricht oder generell so, würde ich wirklich sagen, dieses, was ich oft zitiere, was ich auch meiner Tochter oft gesagt habe, dieses per Aspera ad Astra, durch Müsal zu den Sternen, ja, das ist tatsächlich das. Also selbst den Weg, also selbst immer den schwereren Weg gehen, zahlt sich teilweise aus. Also durch den steinigen Weg zu den, to the stars. Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset, der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset im Leben alles möglich ist.

Heute habe ich mal wieder einen ganz besonderen Gast, ich freue mich auch sehr auf das Gespräch. Es ist ein Gespräch mit Eva Ries, sie ist die langjährige Managerin und Promoterin von dem legendären Wu-Tang Clan, eine absolute Hip-Hop-Legende und nicht nur das, nicht nur den Wu-Tang Clan hat sie gemanagt, sondern auch Nirvana und Guns N‘ Roses. Also für mich wirklich mind-blowing, dass ich mit ihr darüber sprechen kann, über Erfahrungen, was sie alles mit denen erlebt hat und ich freue mich sehr auf das Gespräch, wir sehen uns gleich wieder.

Eva, vielen herzlichen Dank für deine Zeit heute. Ich bin ein ganz großer Fan von dir. Ich habe zum ersten Mal über dein Buch von dir gehört. Ich dachte mir, hey, wie kommt das zustande, Eva Ries und Wu-Tang Clan. Ich habe das nicht so ganz verstanden gehabt, bis ich dann so ein bisschen Recherche betrieben habe, das Buch mir gekauft habe und gemerkt habe, was für eine interessante Story erst mal auch wirklich dahinter liegt. Und deswegen herzlichen Dank, dass ich heute mit dir sprechen darf und vielen Dank auch bei dir, dass wir hier den Podcast mit dir machen können.

Danke. Du bist Managerin und Promoterin und vieles mehr, würde ich behaupten, für, wie soll ich sagen, einer der größten Musikbands aller Zeiten. Also im Hip-Hop-Schrone auf jeden Fall. Ich glaube, viele werden Wu-Tang Clan kennen. Aber was ich auch interessant war und was ich vorher nicht wusste, du warst auch in dem Fall Managerin zum Beispiel für Nirvana und Guns N‘ Roses. Das finde ich einfach nur crazy. Das sind ja echt wirklich Weltnamen oder Weltbands. Und mich hat dann interessiert, kann man so eine Karriere planen?

Also wenn wir jetzt darüber reden, Managerin, musst du ja auch immer wieder relativieren und sagen, ich war Managerin auf Seiten der Plattenfirma. Ich war nicht der Personal Manager. Das ist ja wieder was anderes. Also ich war nicht dafür zuständig, dass Nirvana, Guns N‘ Roses und Wu-Tang Clan ihre Gagen bei der Bank einzahlen oder ihre Steuererklärungen machen oder ihre Kleider zur Reinigung bringen oder sowas. Das macht der Personal Manager. Aber auf Seiten des Labels, in dem Sinne bei Nirvana und Guns N‘ Roses war es, ihre Karriere in Deutschland also quasi zu fördern bzw.

ihr Marketing in Deutschland zu machen. Und bei Wu-Tang Clan war es die internationale Karriere. Ja, war ich natürlich zuständig. Also man muss das ein bisschen für den Laien, ein bisschen differenzieren. Weil viele Leute schmeißen alles zusammen und es wird der Sache nicht gerecht. Ja, man kann so eine Karriere eigentlich schlecht planen. Ich habe es ja auch versucht, in gewisser Weise erst mal in Deutschland Fuß zu fassen und überhaupt zu starten in der Musikindustrie, was nicht einfach war. Was eben deswegen auch das bedingt hat, dass ich den Umweg über Amerika gemacht habe.

Denn in Deutschland wollte man mir eigentlich keine Chance geben. In Deutschland war das ja so, dass eigentlich niemand als Product Manager oder als Marketing Manager einsteigen konnte, der keine Betriebswirtschaft studiert hatte. Ich hatte das ja nicht. Und es ist ja recht bürokratisch hier, es ist ja immer noch so. Aber damals, Anfang der 90er, war es eben noch stärker. Und in den USA ist halt eher das Prinzip, man kann sich bewähren, indem man es einfach macht. Und wenn man es gut macht, ist es gut.

Und wenn man es schlecht macht, fliegt man halt raus und dann wird man gefeuert. Ja, aber es geht mehr nach der Leistung als nach den Papieren, die man vorweist oder nach den Zertifikaten, die man sich an jemanden hängt. Ja, in Deutschland ist es weniger leistungsorientiert, sondern eher Lebenslauf. Was hat er gemacht? Wo hat er studiert? Was hat er studiert? Und wenn es dann BWL war, dann ist es gut und alles andere hat nicht interessiert. Und das fand ich sehr kontraproduktiv, weil die Musikindustrie ist ein kreatives Business.

Und das darf nicht nur in Zahlen und Prognosen gemessen werden, sondern da brauchst du ja gewisse Flexibilität und kreative Vorstellungskraft. Super interessant. Also auch darauf zurückzukommen, wie du genau zu Wu-Tang klein gekommen bist. Weil ich habe es aus meinem Buch so verstanden gehabt, du bist quasi zu denen gekommen, bevor sie auch wirklich erfolgreich waren. Ja, ich war gerade zu dem Zeitpunkt dort am Anfang mit Wu-Tang Clan als das erste Album Enter the Thirty-Six Chambers tatsächlich gerade veröffentlicht worden war in den USA.

Fortsetzung

Allerdings hat sich der Erfolg nicht sofort abgezeichnet. Das war ja auch ein recht langer Weg. Dort natürlich etwas kürzer. Da gab es die erste Single Protect Your Neck. Soweit ich weiß, die zweite Single war dann Casuals, Everything Around Me, Cream. Du bist tief drin, das merkt man. Ja, das weiß ich halt auch noch, weil das waren so diese Meilensteine. Und für mich war ja erstmal die Überzeugungsarbeit zu leisten in den internationalen Territories, dass unsere Partner in der Welt überhaupt dieses Album released haben.

Es war ja kein Selbstläufer. Die wenigsten haben ja auch gehört, dass es sich hier um eine Gruppe mit großem Potential handelt. Was ich halt interessant finde, ist, ich habe vom Wu-Tang Clan quasi das erste Mal gehört in meiner Schulzeit. Und auf einmal hat man wirklich an vielen Stellen das Logo von denen zum Beispiel gesehen. Das ist ja irgendwie so ein ikonisches Logo, kann man ja schon sagen. Das wurde dann auch irgendwann so brandt und irgendwann war das so, ja, das ist Hip-Hop. Ich finde es aber interessant, dass du schon bevor es quasi so weit war, quasi zu denen gekommen bist.

Und da habe ich mich gefragt, weil ich es auch aus dem Buch so verstanden habe, das waren ja schon irgendwo Chaoten, mit denen du gearbeitet hast oder vielleicht zusammenarbeiten musstest, ob man das überhaupt als Traumjob bezeichnen konnte damals schon, als du zu denen gekommen bist? Also ich glaube, ich noch nicht mal ich selbst habe das als Traumjob empfunden, ganz ehrlich. Also ich habe es halt als einen Job empfunden. Ich habe niemals davon geträumt, mit dem Wu-Tang Clan zusammenzuarbeiten oder gar gewusst, wer sie sind.

Also ich meine, ich kam ja aus einem völlig anderen Metier. Ich kam ja aus dem Rock und meine Lieblingsmusik war ja Hard Rock und Heavy Metal. Und ich war ja überhaupt kein Hip-Hop-Fan. Wie soll ich denn dann davon träumen? Also es war, sag ich mal, reiner Zufall. Und ich musste es halt machen. Ich meine, ich war, es war ja keine freie Entscheidung zu sagen, okay, ich arbeite mit Wu-Tang Clan. Ich habe einfach den Job als International Marketing Manager angenommen. Und Wu-Tang Clan, it came with the territory.

Weißt du, das war einfach, im Grunde, das war halt so. Also ich hatte mir in meiner Naivität vorgestellt, dass ich mit Sisi Top arbeiten würde. Aber dem war nicht so, sondern so. In deinem Buch kann man auch ganz interessant lesen, dass es wirklich, was ich gerade schon gesagt habe, eine Chaotentruppe war. Jeder hat so seinen eigenen Kopf gehabt. Streitigkeiten waren quasi normal. Wenn ich mir jetzt so, wenn ich jetzt versuche, parallel zu ziehen zum Joballtag, den man vielleicht so typischerweise hat und vielleicht auch in Teams arbeiten muss, wo es auch vielleicht mal hier und da Chaoten gibt.

Also ich kann mir kaum vorstellen, ich sage jetzt mal, mit mehr als einem Chaoten in einem Team zu arbeiten. Aber wenn das ganze Team aus Chaoten besteht, das ist ja eine super Herausforderung. Und da habe ich mich gefragt, wie hast du das für dich gemanagt bekommen? Dass du, ja, du hast bestimmt so eine Unpünktlichkeit oder einfach, man konnte sich nicht drauf verlassen. Ja gut, da muss man einfach drüber hinweg sehen irgendwann. Also irgendwann war mir das auch ziemlich egal mit dieser Unpünktlichkeit, ob sie jetzt eine Stunde zu spät waren oder eineinhalb Stunden.

Ich habe es halt versucht, den Journalisten zu vermitteln, dass sie halt noch warten müssen. Ich meine, was kann ich da machen? Aber das wusste irgendwann auch jeder, dass da, dass nichts jemals pünktlich anfängt. Ja, ich habe mich dann über solche Dinge gar nicht mehr aufgeregt. Also über Unpünktlichkeit. Wirst du schon mit der Einschätzung in die ganze Sache reingegangen? So, ich reg mich nicht auf oder musstest du es erst mal lernen? Nein, ich muss es erst mal lernen, weil ich wusste ja nicht, dass sie so extrem unpünktlich oder unzuverlässig sind oder dass sie ständig ihre Meinung ändern oder dass sie launisch sind.

Das wusste ich ja am Anfang nicht. Also ich musste mich da schon mit der Zeit erst einmal dran gewöhnen. Was hat das für Auswirkungen auf dein professionelles Arbeiten gehabt? Weil ich habe den Eindruck, du bist sehr professionell, in dem was du tust und wie du es tust. Auch das Buch natürlich. Aber wenn ich es dauernd den ganzen Tag um mich herum, ich sage jetzt mal, ein unprofessionelles Verhalten habe, da habe ich mich schon gefragt, wie du damit umgegangen bist. Also wie bist du vom Kopf her dahin gekommen zu sagen, nee, ich arbeite weiter professionell oder ich meise auch nicht das Handtuch und mache trotzdem weiter?

Weil auch die Storys, also da sind auch ein paar ernste Sachen mit dabei. Also wir reden auch von Drogenkriminalität und so weiter. Da sind auch ein paar sehr krasse Sachen dabei, wo ich mich frage, wie lange kann man da überhaupt noch professionell arbeiten? Ja, also ich habe halt immer versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Ich bin auch halt auch ein sehr, ja, ich kann emotional emotional sein oder mich auch ärgern und aufregen oder so. Aber ich kann auch sehr stoisch sein in meiner Art und sehr stur.

Fortsetzung

Und dann blende ich das ziemlich aus. Entschuldigung, also das, was mich stört, blende ich dann so weit aus, dass ich halt immer noch oder ich habe mir eben die zwei, drei ausgesucht in der Band, von denen ich weiß, dass sie relativ verlässlich sind und dann halt bevorzugt mit denen gearbeitet, die anderen einfach ignoriert. Das habe ich mich auch gefragt, wie strategisch man da umgehen sollte. Ich stelle die Fragen ganz bewusst, weil ich habe häufiger mal auch von meinen Zuhörern, auch von weiblichen Zuhörern gehört, die gesagt haben, es fällt mir schwer, in einer Gruppe mich irgendwie zu behaupten.

Es fällt mir schwer, auch mal meine Meinung durchzusetzen. Und ich glaube, gerade in so einer großen Gruppe wie du, das war es. Ich glaube, da hat man wahrscheinlich auch mit sehr viel, ja, ich weiß nicht, ob es passend ist, aber Alphatieren zu tun, die relativ stur sind, mit dem Kopf durch die Wand gehen wollen. Kannst du uns so ein bisschen von der Strategie, also wenn ich dich ja fragen würde, wie kann ich gegen solche Menschen bestehen in meinem Alltag, was würdest du mir empfehlen? Also in dem Fall waren es ja neun Menschen mit extrem schwierigen Persönlichkeiten oder manche hatten eine schwierige Persönlichkeit oder sie waren sich insgesamt nicht grün.

Sehr große Ekozentriker. Jeder dachte, er ist der beste Rapper und sehr große Egos in der Band. Aber für mich war das so, um einfach meinen Job zu machen, habe ich mir die Personen genommen, von denen ich weiß, dass sie verlässlich sind oder dass ich wahrscheinlich ein sehr gutes Verhältnis mit ihnen habe. Also je nachdem, das war auch tagesformabhängig, aber meistens war es Methodman und vielleicht Ray Korn und New God. Und also auf die konnte ich mich recht gut verlassen. Den Ghostfest habe ich so gut wie nie herangezogen, weil das immer im Chaos geendet ist.

Also Ghost habe ich quasi links liegen lassen, weil er war der Typ, der zweimal in einem Interview eingeschlafen ist. Und also wenn das musste, dann erst mal einen Journalisten erklären beziehungsweise einen Journalisten trösten, der ankommt und sagt, der Ghost ist bei mir im Interview eingeschlafen. Naja, und dann habe ich meistens eben einen Ersatzmann herangezogen. Ja, also das Gute war ja, weil die Gruppe so groß war, hatte ich ja eigentlich immer Ersatz. Ich hatte ja immer die Möglichkeit, den mal mit denen zusammenzubringen oder diesem Journalisten dieses Bandmember zu geben, dem Nächsten, den Anderen und Rizzo war oft nicht available, weil er halt auch Producer war.

Ghostfest war schwierig. Tizza war oft also jemand, den ich heranziehen konnte, weil er eben sehr vernünftig ist, sehr ruhig, sehr gut artikuliert. Also ich habe das halt je nachdem, wer gerade irgendwie zur Verfügung stand oder wer gerade als Erster auf mich angesprochen hat oder als Erster zugesagt hat. Du hast versucht, glaube ich, so wie ich es verstehe, so kleine Teams erst mal zu geben. Muss man sich auch erst mal auch in irgendeiner Form Respekt verschaffen? Also auch mal so auf den Tisch hauen und sagen, Leute, so geht das nicht.

Natürlich, musste ich ja auch, klar. Ich habe mir erst mal Respekt verschafft, klar. Hast du dich wohl oder unwohl dabei gefühlt? Nicht unwohl. Also ich bin ja jemand, der nicht sehr viel Unsinn toleriert. Also wenn es wirklich völlig falsch läuft, dann sage ich halt bis hierher und nicht weiter. Und ich glaube, das hat man mir auch abgenommen, weil ich sehr authentisch bin und sehr ehrlich. Und diese Ehrlichkeit kam ja beim Clan extrem gut an, weil das ist genau das, was Raekwon immer genannt hat. She’s keeping it real.

Ja, und auch der Rizza sagt bis zum heutigen Tag, wer es wirklich hören will, wie es ist, whoever wants to know what’s real, ask Eva. Krass. So, und genau so ist es. Und ich bin dafür bekannt, dass ich nicht mich verbiege oder lüge oder die Wahrheit irgendwie dreimal twisten, nur weil derjenige das lieber hört, sondern ich sage ganz ehrlich, also auch zum Nas zum Beispiel habe ich gesagt, er hat mich öfters gefragt, was würdest du mit dem Remix machen oder was würdest du denn hier oder da machen? Und da habe ich ihm ganz ehrlich gesagt, ja, ich würde den Remix ändern oder ich würde den den Hook ändern.

Oder er hat mir manchmal Sachen vorgespielt, die waren noch nicht fertig. Obwohl ich keine A&R Person war, aber er hat mir Sachen vorgespielt, Songs. Und dann habe ich gesagt, du, für England müssen wir ein bisschen was anderes machen, weil das würde im Radio nicht laufen. Da würde ich so und so. Und meistens hat er auch darauf gehört. Ja, also ich bin jemand, der nicht Rücksicht nimmt und dem Künstler sagt, oh, es ist alles toll, so wie du es schon hast, sondern eben auch sagt, also hier würde ich Änderungen machen oder hier würde ich was besser machen für die und die Märkte oder ich würde…

Und oft sind sie dankbar, dass man das sagt, ja. Also, aber das Problem ist eben bei Wu-Tang, genau wie bei Nas oder Exhibit, die waren halt sehr oft von Ja-Sagern umgeben. Ja, die natürlich sich in der Gunst der Stunde halten wollten und sich einfach, ja, wollten einfach die Freunde sein und Freunde sagen ungern, das ist nicht gut genug oder ich würde hier den Huck ändern oder ich würde… Ne? Und mir war das egal, es war mein Job und ich habe eigentlich eher gedacht, ich kann am meisten den Jungs helfen, indem ich ehrlich bin und sie weiterbringe und nicht, indem ich wieder, wie jeder andere Ja-Sager sagt, ja, es ist doch super, was du machst, ja.

Fortsetzung

Ich habe auch den Eindruck, dass du auch die Clan-Member, nenne ich jetzt mal, auch gut überzeugen konntest, gewisse Dinge zu tun. Du hast eine fast schon für mich absurde Geschichte, aber ich meine, wir reden ja von Musikern, die auch nicht wenig verdienen und die dann trotzdem irgendwie auf Tour irgendwas klauen, zum Beispiel. Also diese Geschichte mit der Dorn-Perignon-Flasche, wo du gesagt hast, ne, die Flasche musste es da zurückgeben. Und ich war verwundert, dass der es dann auch gemacht hat…

Wer war das nochmal? Ghost. Genau, dass er dann auch auf dich gehört hat und es zurückgebracht hat. Naja, er hat unter Zwang darauf gehört, weil mittlerweile ich den Rest des Clans ja aufgewiegelt hatte und die alle gesagt haben, wir fahren nicht los, bevor du die Dinger zurückgegeben hast, weil ich dem Busfahrer Order gegeben habe, wir fahren nicht los, bis Ghost die zwei Flaschen Champagner zurückgebracht hat. Der Clan war inzwischen so aufgeheizt und so fuchse ich auch auf ihn, weil er immer noch mit mir gestritten hat, dass die gesagt haben, jetzt bring endlich den Scheiß zurück, weil du weißt doch, wir fahren nicht los, bevor.

Weil sie haben sich auch mir gefügt sozusagen. Sie haben gesagt, okay, Eva hat gesagt, wir fahren nicht los, also fahren wir nicht los, bevor der Idiot die Flaschen zurückgegeben hat. So, und dann hat er kollektiv den Druck gekriegt. Also eben nicht nur von mir, sondern von der ganzen Band. In diesem Kontext, was denkst du, haben die Clan-Mitglieder am meisten von dir gelernt? Von mir gelernt? Hm, gute Frage. Dass man sich vielleicht anderen Kulturen öffnen muss. Ja, weil das war ja auch, musste ich ja auch, und mal aus einer Komfortzone rausgeht.

Und das mussten sie auch, weil sie waren ja, sie kannten ja nur die Black Community in ihrem sozialen Brennpunkt. Also im Grunde waren sie ja nie mal rausgekommen. Hätten ja auch keine weißen Freunde, hatten ja auch keine, die einzigen Weißen, die sie kannten, waren im Prinzip Lehrer, Polizisten und ja, irgendwie so die sogenannte Staatsmacht, aber nicht im privaten Umfeld. Und andersherum, was haben die von dir gelernt? Was habe ich gelernt? Was hast du von denen gelernt, so rum zu sagen? Ja, dass man eben auch teilweise wirklich mal dreist sein muss und sich was trauen muss.

Und vielleicht auch fünf gerade sein lassen muss. Und eben auch, ja, ich glaube, ich habe eine Portion weitere Frechheit dazu gelernt. Ich war schon recht frech, aber ich glaube, so eine gewisse, wie sagt man da, Coolness im Sinn von einfach etwas machen und durchziehen, und es wird schon hinhauen. Ja, das ist so was, was der Clan eigentlich sehr gut macht. Kannst du noch mal darauf eingehen, was du mit dreist meinst? Mit dreist meine ich Dinge, die andere nicht machen würden. Also, wenn zum Beispiel Odi B hat immer gesagt, also, guck mal, Eva, ich habe hier wieder was für dich geklaut.

Ja, das war so nach dem Motto, er hat in der Schweiz in einem Hotel eine wunderschöne Bettdecke gesehen und dann hat er gedacht, also, ich würde mich freuen, wenn er mir die überreicht. Ich bin ja total einfach mitgenommen. Und irgendwann habe ich mir da auch nichts mehr dabei gedacht, dass einfach dann eben das gesamte Diebesgut in den Bus zu bringen. Und wir haben halt den Bus schön ausgestattet mit Downkissen und diejenigen Sachen. Und also, das meine ich jetzt halt, aber das kann ich jetzt nicht so anwenden.

Also, ich ging ja nicht auf Raubzug, aber ich habe dann irgendwie gelernt, einfach mich a, nicht darüber aufzuregen und b, mit so einem gelassenen Lächeln einfach diese Dinge mitzunehmen und wegzutun. Und ja, und eigentlich fand ich das ganz nett, weil er hat das ja positiv gemeint. Also, er hat ja auch gesagt, also, das ist ja ein Geschenk für dich und du wirst lachen, ich habe diese Decke heute noch. Und sie ist auch hervorragende Qualität. Man kann sie endlos waschen und es ist also wirklich tolle Qualität.

Und das habe ich ihm zu verdanken. Und dann hat er auch eines Tages, hat er sich so über mich geärgert, dass ich angeblich wie ein Penner mit einer Aldi-Tüte rumgelaufen bin im Flughafen, wo ich da irgendwelche Habseligkeiten noch reingesteckt habe. Mein Gepäck war aufgegeben. Ich hatte natürlich eine Handtasche, aber zusätzlich habe ich irgendwie noch ein paar Ladekabel oder ich weiß nicht was es war, rumgetragen oder eine Wasserflasche und habe die halt in so einer Tüte, also jetzt nicht Aldi-Tüte, aber in irgendeiner Tüte mit mir rumgetragen.

Und dann hat Dirty sich so aufgeregt eines Tages, dass er gesagt hat, ich kann so nicht mit dir rumlaufen. Also, wenn du mit mir rumläufst, dann brauchst du eine gescheite Tasche und ich kaufe dir jetzt eine. Und dann ist er auch quasi aus diesem Affekt heraus in ein Laura-Ashley-Store in Amsterdam gegangen, mit mir auf dem Flughafen. Vorher waren wir bei Bali gewesen, da hat er sich Schuhe gekauft. Und dann hat er mich wieder mit dieser Tüte gesehen und hat gesagt, nee, nee, jetzt wird dir eine anständige Tasche gekauft.

Fortsetzung

Such dir eine große Handtasche oder einen kleinen Koffer aus, aber irgendwas. Und dann musste ich mir so wunderschön mit Laura-Ashley-Blumenmuster einen schönen Koffer aus so einem Canvasstoff aussuchen, so einen kleinen. Und den hat er mir dann gekauft. Und ab da bin ich nur noch mit ihm. Ich hätte schon fast gedacht geklaut. Nein, eben nicht geklaut. Aber es wurde gekauft und ich durfte dann ab da nur noch mit ihm mit dieser Tasche rumlaufen. Also so war er dann halt. Ja, die hatten so ganz komische Ideen.

Also irgendwann war es völlig egal, mit was man rumläuft. Und dann auf einmal, auf einmal von heute auf morgen. Nee, nee, nee, so laufen wir jetzt nicht rum. Und jetzt brauchen wir schönere Dinge. Und jetzt müssen wir hochkarätige Sachen kaufen. Ich finde es super interessant. Das scheint für mich so Charaktere zu sein, die relativ häufig so ihr Bild vielleicht von einer Sache ändern. Ja, ja, natürlich. Sehr aufbrausend sein können und so weiter. Auch vielleicht auch das, was ich interessant fand, ist, ich fange mal an mit dem Beispiel aus meinem Leben.

Mir ist aufgefallen, wenn jemand sehr offensiv ist in irgendeiner Form, dass diese Person auch meistens irgendwie damit zurechtkommt, wenn man zurück offensiv ist. Jaja, klar. Genau. Das heißt, wenn jemand so mit dem Kopf durch die Wand möchte bei mir und dann weiß ich, ich kann bei der Person eigentlich genauso reagieren, die wird es mir vielleicht im ersten Moment übel nehmen, aber nicht langfristig übel nehmen. Und ich hatte das Gefühl, du hast genauso agiert. Das waren jetzt natürlich ein paar schöne Geschichten, aber auch diese krasseren Geschichten aus dem Buch.

Ich habe mich dann gefragt gehabt, wenn du auch mal aufgestanden bist, auch einmal von denen jemanden wirklich angebrüllt hast, du hast von einer Situation erklärt oder erzählt, wo einer von denen aufgestanden ist, dich zurück angebrüllt hat und dir gedroht hat, dir ins Gesicht zu schlagen. Jaja, der Maschkeller, ja. Genau, da habe ich mich gefragt, woran hast du gewisse Limits gesehen, gewisse Grenzen? Gab es Situationen wie diese zum Beispiel? Hast du das Gefühl gehabt, du hast ein Limit und eine Grenze quasi überzogen, bist drüber getreten?

Hast du sowas gesehen damals oder? Ich muss ganz ehrlich sagen, ich dachte nicht, dass er wirklich irgendwie zuschlägt. Also er hat zwar gedroht in dem Moment, aber ich wusste irgendwie, weil sonst hätte ich mich ja sofort aus der Gefahrenzone bewegt, ich wusste, dass er es doch nicht machen würde irgendwie, in einem Bauchgefühl. Und deswegen bin ich da gar nicht groß zurückgewichen, sondern habe gleich zurückgeschrien. Also ich habe gleich zurückgeschrien. Ich habe gesagt, wenn du was machst, ich werde dich so verklagen.

Dann weißt du nicht mehr, wie du heißt. Und das habe ich sofort, also in dem Moment gesagt. Ich hätte es ja nicht gesagt, um noch weiter zu eskalieren, sondern es war einfach so. Ja, und dann hat er ja auch, wie gesagt, sich kurz überlegt und sich dann entschuldigt und mich dann geküsst. Und dann war die Sache bereinigt. Bist du ein nachtragender Mensch? Nein, ich bin überhaupt nicht nachtragend. Musstest du das lernen oder warst du schon immer? Ich war eigentlich noch nie nachtragend. Und vor allem bei diesen Jungs nicht, weil die sind unheimlich aufbrausend und dann wird total geschrien und dann lässt jeder die Sau raus.

Und dann, wie soll ich sagen, dann kurz danach ist es dann wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Also ich meine. Ich respekt. Also ich eine Eigenschaft, die ich gerne bei mir ändern würde, ist das Thema nachtragend. Also nicht mehr nachtragend zu sein. Und ich hatte auch tatsächlich aus dem Buch den Eindruck, du bist da nicht nachtragend. Nein, ich war nicht nachtragend. Gibt es aber irgendetwas, was du nicht verziehen hättest? Irgendeinem Verhalten? Ja, wenn jetzt jemand wirklich sehr, wie soll ich sagen, also wenn jetzt jemand niederträchtig oder bösartig oder wie.

Also das Gute bei den Jungs war ja im Grunde, sie waren ja nicht besonders strategisch. Sie waren ja eben nicht, die haben ja nicht vorgeplant. Die haben ja keine premeditated Dinge gemacht. Das war ja tatsächlich. Es war ja tatsächlich alles aus dem Affekt. Und weißt du, was ich meine? Also wenn ich das Gefühl hätte, die planen da etwas und etwas richtig Hinterfotziges, etwas Fieses, was sie… Die waren ja gar nicht die Typen, die das gemacht hätten. Die waren nicht so strategisch unterwegs. Nein, und auch nicht bösartig im Grunde.

Also dieses, dass es Streit gab und dass es großes Aufbrausen gab und so, das war ja eigentlich vom Temperament her, ja. Es war jetzt nichts was geplant. Das war ja aus dem Affekt heraus. Und das kann ich immer eher verzeihen, wie jetzt jemand, der wirklich plant, dass du ihn die Falle tappst oder plant, sich zu bereichern oder irgend so was sind. Das haben sie ja eigentlich nie gemacht. Also das… Du hast ja relativ viele kleine Kriege geführt müssen gegen die. Fast schon täglich hatte ich den Eindruck.

Fortsetzung

Gab es aber bewusst Kriege, in Anführungsstrichen, wo du gesagt hast, oh nee, da müsste ich jetzt eigentlich was sagen. Aber das habe ich jetzt bewusst nicht gemacht, weil ich wusste, dass… Ja, wenn es halt so miteinander, so diese Grabenkämpfe, die sie dann miteinander ausgeführt haben, also dass dann das Team Break One und Ghost gegen das Team RZA und JZA ging oder so, da habe ich mich dann… Das war mir dann zu blöd, mich da auch noch einzumischen, obwohl sie das gerne gehabt hätten, dass ich mich da eingemischt hätte.

Nee, da habe ich dann einfach versucht wegzuhören bzw. wegzulaufen, also das… Ich bin relativ sensibel diesbezüglich, wie jemand sich gegenüber mir verhält oder auch mit mir spricht. Also ich lasse gewisse Sachen einfach nicht zu. Da werde ich auch selber leider ein bisschen aufbrausen, wenn jemand zum Beispiel sich absolut falsch daneben bei mir verhält. Ich habe den Eindruck, du bist mit so was… Wie soll ich das sagen? Ohne das jetzt ein komisches Klingeln. Aber du bist damit gut zurechtgekommen, wenn jemand sich mal total daneben gegenüber verhalten hat.

Wie hast du es geschafft, ich frage nicht uneigenützig, diese Gelassenheit zu bekommen? Nee, jetzt flippe ich nicht aus, nur weil der jetzt sich wie ein Idiot mir gegenüber verhält. Ich bleibe da trotzdem ruhig. Wenn ich dich fragen würde… Naja, ich bin da auch nicht so ruhig geblieben. Vielleicht habe ich das in dem Buch unter den Tisch fallen lassen. Ich bin da auch nicht so extrem ruhig geblieben und viele Geschichten habe ich da auch gar nicht beschrieben. Aber ich habe zum Beispiel mal eine Sache, die ist gar nicht beschrieben worden in dem Buch.

Aber da hat ODB mich wirklich auf die Palme gebracht. Da hat er… Was hat er denn gemacht? Ich überlege jetzt gerade. Also ich weiß gar nicht mehr, was es… Ach ja, genau. Er hat mir bei Loud Records, ich habe ja im Loud Records Büro gearbeitet, eine total verrückte, hasserfüllte Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Und zwar auf meinem… Also wir hatten ja damals keine Handys und so weiter, sondern eben auf dem Festnetz-Dingsmann. Und da war so ein integrierter… Das waren halt die Büro-Telefone, die man auch auf Laut hören stellen konnte und so weiter.

Und da war halt so ein integrierter Anrufbeantworter drin. Na, hat ja eine verrückte Nachricht hinterlassen, wo wir alle absolut wie vom Donner gerührt davor saßen. Die ging irgendwie so nach dem Motto… What the fuck do you think you’re doing, Eva? Why and what? And you think you can play me? And I’m telling you I’m… Und also lauter Unsinn. Und ich wusste überhaupt nicht, um was es geht, wovon der überhaupt redet. Und das war einfach nur irgendwelches… Er lässt das alles nicht mehr mit mir machen. Und er will jetzt endlich sein motherfucking money.

I want my money. I want my motherfucking… Und es ging on and on. Und ich hab nur gedacht, du Idiot, was geht’s denn? Und ich hab da Geld nicht. Und wo war das für Geld überhaupt? Und es ging ja immer nur über Geld. Und ich hab dann einfach nur gesagt, nee, also und der Randy, ich hatte mir das Zimmer geteilt mit Randy Roberts, unserem Head of Sales. Der hat gesagt, kannst du dir da einen Grime drauf machen? Und wir haben immer wieder diese verrückte Nachricht uns angehört. Und er hat so geschrien in seiner Aufregung, dass das total verzerrt war auf dieser Maschine.

Ja, also so richtig so… Also und da hab ich dann wirklich gesagt, nee, also das lass ich mir echt nicht bieten. Ja, der kriegt’s jetzt mal zurück. Jetzt ruf ich ihn grad an. Und wenn er jetzt nicht abnimmt aus Freiheit, er wird bestimmt nicht abnehmen, weil er weiß, was ich zu sagen habe, dann hinterlasse ich ihm grad auch so eine Nachricht. Und dann war das tatsächlich so, dass er dann… Nein, er hat nicht abgenommen. Und ich hab auf seinem Anruf beantwortet, nur gesagt, in ganz ruhiger Stimme, pass mal auf, nie wieder will ich von dir so eine Nachricht hören.

Ich weiß überhaupt nicht, was du willst. Du hast ja gespuckt vor lauter Deng, vor lauter Ärger und vor lauter Hysterie. Und alles ist dermaßen, also wie soll ich sagen, verzerrt, dass man dich sowieso nicht mehr versteht. Was soll das überhaupt? Was für ein motherfucking Money, du Arsch. Und irgendwie, und ich hab nur, also nur zurückgeschossen. Und dann hab ich noch gesagt, und wenn ich noch einmal, und wenn du dich bei mir jetzt nicht entschuldigst, jetzt ist der Punkt erreicht, ich erwarte eine Entschuldigung.

Wenn du dich nicht entschuldigst, werd ich nie wieder in meinem ganzen Leben einen Finger für dich krümmen, merkt ihr das? Und boom, und hab also aufgehauen. Und dann kurz danach klingelt das Telefon. Witzigerweise, Randy war ja mein Zeuge, der hat sich auch kaputt gelacht, war dann ODB dran und sagt so, I’m so sorry, Eva, it will never happen again. And I was, you are my true queen, you’re my darling, you’re my everything. And oh my God, und dann ging’s on and on. Und dann war es vorbei, dann musste ich schon wieder lachen.

Fortsetzung

In dem Moment musste ich wirklich lachen, weil es so absurd war, wie er sich entschuldigt hat, dass ich gesagt hab, okay, okay, ist gut. Aber ich wollte hören, dass eine Entschuldigung kommt. Weißt du, also es war einfach, und da ist dann tatsächlich die beste Methode, da ist dann auch wirklich die beste Methode, wie du ja auch selber gesagt hast, mit genau denselben Mitteln zurückzuschlagen. Weil die manchmal verstehen gewisse Leute nur diese Sprache. Es hilft nichts, logisch zu argumentieren oder sonst was.

Musst du genauso emotional sein und sagen, what are you doing? And I will never, ever, ever, ever do this again. Und überhaupt, was für ein motherfucking money überhaupt. Und, und, und, und, und, und so. Genauso emotional, wie er kam, hab ich auch die Nachricht hinterlassen und dann gesagt, ich erwarte jetzt eine Entschuldigung. Und ungefähr 20 Minuten später kam die Entschuldigung. Ja, also selbst er hat verstanden, jetzt ist aus. Die Strategie muss ich auch machen. Und er hatte Angst, dass ich ihn echt sitzen lasse, also dass ich nie wieder etwas für ihn tun werde, weil er hatte immer die Theorie, er hat ja zu mir gesagt, you’re my partner in crime.

Ich hab gesagt, hoffentlich nicht. Bin ich nicht dein Partner in crime, bei all dem ganzen Zeug, was er gemacht hat, ja. Aber er hat mich immer so gesehen und er hat immer mich irgendwie halt als, als, als, ja, eine wichtige Person in seinem Leben erachtet. Und wenn ich jetzt auf einmal weggebrochen wäre, weil er die Beziehung kaputt gemacht hat, dann… Hast du im Buch auch schön beschrieben, die besondere Beziehung zu ODB, zu All-terriverse hat, fand ich auch sehr interessant. Dass am Anfang quasi ihr euch nicht so gut verstanden habt und es dann…

Na ja, am Anfang war er halt extrem paranoid und hat auch überall rum erzählt, ich würde den Clan infiltrieren und ich würde die Informationen, die ich dann dadurch erlange, an die Regierung verkaufen und, und, und. Ich meine, er war ja extrem paranoid und sie hatten alle Verschwörungstheorien, ist ja klar. Und dann, wenn dann so jemand kommt, ja, von außen, dann hat natürlich jeder überlegt, ja, für welchen Geheimdienst arbeitet die denn eigentlich, ja, also das ist… Und ich musste immer wieder betreuen, dass ich weder fürs FBI noch für sonst jemand, und dass auch Bill Clinton mich nicht persönlich bezahlt, das wäre ja noch schöner gewesen.

Ich hab gesagt, Leute, wenn das so wäre, dass die mich alle bezahlen, diese Government Agencies, dann müsste ich doch nicht hier sitzen und diesen Mist mit euch machen. Dann wäre ich so, dann wäre ich, weißt du? Das sind eigentlich so absurde Gespräche. Das ist so absurd, das ist so absurd. Also da würde ich jetzt in Washington sitzen und mein Geld einstreichen, aber nicht bei euch, ja? Das ist doch… Das ist absurd, witzig. Ich weiß gar nicht, was ich darüber sagen muss. Ja, es war so absurd. Das ist wie, wenn du immer wieder deine Unschuld beteuern musst und immer wieder sagen musst, ne, nein, ich bin kein Spion.

Weißt du, ich bin auch kein Double Agent. Aber das ist so blöd. Im Vorfeld des Gesprächs hat eine Bekannte von mir mich darauf angesprochen. Das fand ich eine interessante Frage. Ich habe erzählt, dass ich mich mit ihr austauschen werde und sie fragte, ob es eigentlich einen Unterschied gemacht hat, dass du als weiße Frau quasi mit einer Gruppe von Menschen, die ja komplett anders sind, zu tun hattest. Also war das sehr vorteilhaft oder nachteilhaft? Ich weiß nicht, ob du meine Frage… Ich glaube, es war ein Vorteil.

Ich glaube, nach wie vor, das haben mich ja schon viele gefragt. Ich glaube, es war ein Vorteil. Weil? Weil ich so ein bisschen Exotenstatus hatte. Weil, überleg mal, ich wäre ein schwarzer Mann gewesen. Da wäre eine fürchterliche Rivalität gewesen. Wäre ich ein weißer Mann gewesen, der hätte eins auf die Schnauze gekriegt. Wäre ich eine schwarze Frau gewesen, da hätten sie null Respekt gezeigt. So, jetzt war ich weiße Frau. Mir hätte keiner eben eine geschossen. Gott sei Dank, als Mann schon. Und vor allem, ich habe mich ja nicht geeignet, um einen Pissing-Contest zu veranstalten.

Jeder Mann hätte das gemacht. Oder jeder Mann hätte auch versucht, viel zu anbiedernd, irgendwie Homie sein zu wollen. Ja, ich bin der Homie. Und das habe ich auch nie gemacht. Das war mir viel zu blöd. Die wussten, dass ich kein Homie bin. Weißt du? Also, es war quasi die maximale Unterschiedlichkeit. Ja, also ich glaube, das war eigentlich sogar im Nachhinein besser. Interessant. Und ich glaube, dadurch habe ich so ein bisschen einen Sonderstatus gehabt. Ja, also ich bin anders behandelt und anders betrachtet worden.

Und auf der anderen Seite haben sie ja auch versucht, mich zu schützen. Also, das war ja oft so, dass wenn ich jetzt mit dem Clan irgendwo unterwegs war in so merkwürdigen Gegenden, wo ich manchmal die einzige Weiße war, also in Brooklyn oder in Spetsdae oder in Compton, da waren wir ja sogar in South Central, dann waren sie ja immer um mich herum wie Bodyguards. Ich meine, mir hat ja niemand was gemacht. Das war ja halt auch das Schöne. Also, ich konnte mich da eigentlich drauf verlassen. Super interessant.

Fortsetzung

Auf der einen Seite schießen sie irgendwie gegen dich, auf der anderen Seite beschützen sie dich. Ja, nachdem die erste Paranoia überwunden war. Also, ich glaube, das war eben auch das Ding, dass ich mich halt auch bewährt habe, also im Sinn von, die auf einmal gemerkt haben, dass ich ja loyal bin. Diese Bände hat ja im Prinzip fungiert wie eine Streetgang. Und was macht eine Streetgang? Die haben einen gewissen Ehrenkodex, die sind extrem paranoide allem von außen, die wollen immer testen, dass du nicht irgendwie überläufst zu jemandem anders.

Und wenn du aber gewisse Taten vollbracht hast, die die Loyalität zementieren, dann bist du ja ganz klar aufgenommen in die Gruppe oder in die Familie. Die haben das Ganze ja als Familienverband gesehen. Sie haben ja auch immer gesagt, you’re part of the family. This is family. Und natürlich war es eine dysfunktionale Familie, aber es war wenigstens eine Familie. Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Also, gerade wenn ich am Anfang jetzt so viel Gegenwind bekommen hätte wie du, also die ganzen Vorwürfe, du bist beim Geheimdienst und so weiter.

Ich weiß nicht… Ja, aber das war ja lustig. Ich meine, das kann man ja gar nicht ernst nehmen. Ob ich dann irgendwann gesagt hätte, Leute, nee, ist mir jetzt zu viel. Also in so eine Gruppe will ich gar nicht arbeiten. Wie hast du dich denn motiviert, trotzdem weiterzumachen? Also, es ging ja wahrscheinlich eine ganze Zeit, bis du irgendwie akzeptiert bist. Ja, es ging ein paar Wochen. Also, ich glaube, ich hatte gar keine Alternative. Ich hatte gar keine andere Möglichkeit. Das hätte ich machen müssen.

Ich hätte ja zu meinem Chef gehen müssen und sagen, Entschuldigung, ich kann mit dieser Band nicht arbeiten. Ja und dann? Also, das wäre ja auch wie eine Bankrotterklärung gewesen. Du hast einen Satz geschrieben, der mir super in den Kopf geblieben ist, so I’m not a critter. Ja, eben. Ich höre nicht auf. Bist du schon mit dem Mindset reingegangen, dass du nicht aufhörst, oder hat es sich erst entwickelt mit der Zeit bei dir? Ja, ich glaube nicht, dass ich mit dem Mindset reingegangen bin, weil ich wusste ja gar nicht, wie schwierig es wird.

Also, ich denke, das hat sich entwickelt. Was hat dich motiviert, also zu sagen, ich stehe jetzt jeden Morgen auf und gebe Powerful-Jungs und mach da weiter? Ich habe einfach ein Potenzial erkannt bei den Jungs auch tatsächlich und das hat mich halt ein bisschen, das hat mich angetrieben. Potenzial ist ja auf jeden Fall, ich sage es mal, hat sich entwickelt bei denen. Sie sind ja auch noch aktiv, so ich es verstanden habe. Würdest du noch mal vielleicht ganz kurz zusammenfassen, warum du denkst, warum die Wu-Tang Clan-Member dir gefolgt sind, deinen Einweisungen gefolgt sind?

Also war das, du hast schon ein paar Sachen angesprochen, dass du dagegen gehalten hast und so. Aber würdest du mal zusammenfassen, was ich heute mitnehmen kann? Also, ich denke, sie haben erkannt, vor allem im Laufe der Zeit, dass das, was ich gesagt habe oder was ich geraten habe oder was ich also propagiert habe, ja zum Erfolg führte. Also, dass das ja alles gute Dinge waren, die ich gemacht habe. Sie wussten ja im Grunde nach einer Weile, dass ich sie nicht auf die falsche Fährte führe. Wann hast du gemerkt, dass du quasi ein Clan-Member bist, dass du jetzt zu Familie zugehörst?

Gab es da so einen Triggerpunkt? Nein, da gab es keinen Punkt. Das kann man überhaupt nicht. Kann man nicht so festmachen? Nein. Mega interessant. Ich könnte mich auch noch stundenlang… Nein, ich meine, was witzig war, was ich auch nicht in dem Buch geschrieben habe, weil es vielleicht absolut kindisch gewesen wäre, ist tatsächlich, der Punkt kam ja auch, dass sie dann gesagt haben, du brauchst eigentlich deinen eigenen Wu-Tang-Namen und du brauchst ja deinen Street-Name und du hast ja gar keinen Street-Name.

Und dann habe ich gesagt, meine Güte, also was soll das denn jetzt sein? Und wo fangen wir denn da an überhaupt? Ich habe keine Idee dafür. Ich muss es auch nicht unbedingt haben. Doch. Und dann sagten sie alle, doch, doch, du brauchst einen, den ich aber nie nach außen getragen oder benutzt habe. Und dann kam Inspector Deck, der ja eigentlich sehr gut ist mit so Sachen. Der kam dann tatsächlich mit meinem Street-Name an und sagte Evil-E Killer-B. Evil-E Killer-B. Der ist cool. Und der ist echt cool, ne? Und dann sagte Method Man auch gleich, ja, und wenn du ja jetzt einen Street-Name hast, dann musst du ja auch anfangen zu rappen oder du machst Beats.

Dann habe ich gesagt, ich sehe mich eher als Producer. Ganz ehrlich. Also meine Beats, und dann hatte ich tatsächlich so einen verrückten Deal mit Whistle, aber da haben wir dann nicht gemacht, weil ich auch gar kein technischer Mensch bin. Ich habe gesagt, wenn er seine Sample-Maschine ausrangiert, die alte, den alten MPC, dann würde ich den übernehmen und dann schon versuchen, meine Baby-Beats zu machen sozusagen. Dann hat er auch gesagt, ja gut, das kriegst du, das darfst du. Und das haben wir aber nie gemacht, ehrlich gesagt.

Fortsetzung

Aber wir haben davon gesponnen, sozusagen die Idee gesponnen, dass ich dann meine Beats machen würde. Und dann sagte Method Man, ich würde sogar auf deinen Beats rappen. Gott sei Dank ist es dazu nie gekommen. Also das steht alles noch aus. Also Gott sei Dank ist es der Hip-Hop-Welt verwehrt geblieben, bisher meine Killer-Beats zu hören. Aber hey, kann man ja auch noch machen, wenn es wieder Corona gibt, ne? Also ich finde die Geschichten so amüsant. Ja, es ist wirklich amüsant. Was ich auch vorhin gesagt habe, teilweise absurd, grotesk, witzig, dann doch wieder gefährlich.

In dem Buch gehst du auf viele solche Geschichten ein. Ich kann jedem empfehlen, da auf jeden Fall mal reinzuschauen. Und ich möchte auch nicht natürlich zu viel deiner Zeit wegnehmen. Nein, nein, nein. Herzlichen Dank für deine Zeit. Bevor ich zu meiner letzten Frage komme, wollte ich dich noch fragen, wo können die Leute, die online folgen, wenn sie mehr über dich als Person herausfinden wollen? Ich bin ja kein Online-Typ, aber Instagram habe ich ja jetzt seit ein paar Monaten dabei. Es hat meine Tochter mir das eingerichtet.

Doch, also Instagram kann man… Sonst habe ich nichts eigentlich. Okay. Leute, auf jeden Fall der freundlichen Dame hier folgen. Es sind super interessante Geschichten mit dabei. Also Instagram ist unter Wu-Tang ist forever, weil ich das wirklich auf das Buch bezogen habe. Ja, sehr schön, sehr schön. Dann komme ich nun zu meiner Abschlussfrage, die ich jedem Gast stelle. Welches Mindset hatte den größten Einfluss auf dein Leben gehabt? Nochmal? Was? Welches Mindset, welche Geisteshaltung hatte den größten Impakt, positiven Impakt auf dein Leben?

Hm, also wenn man mit den alten Lateinern spricht oder generell so, würde ich wirklich sagen, dieses, was ich oft zitiere, was ich auch meiner Tochter oft gesagt habe, dieses per Aspera ad Astra, durch Müsal zu den Sternen. Ja, das ist tatsächlich das. Also selbst den Weg, also selbst immer den schwereren Weg gehen, zahlt sich teilweise aus. Also durch den steinigen Weg zu den, to the stars. Wow, schöne Abschlussfrage. Das würde ich wirklich, also da ist sehr, sehr viel dran, ja. Ja, ich glaube auch, auf deinem Lebensweg hast du es, glaube ich, auch bewiesen, dass du durch die steinigen Wege hindurchgegangen bist.

Weil ich hätte auch echt, ich hätte auch Abkürzung nehmen können oder einfachere Wege und oder einfach sagen könnten, den Weg des geringsten Widerstandes. Aber der hätte wahrscheinlich nicht so zum Ziel geführt. Ja, ja. Eva, ich danke dir vielmals für deine Zeit und ich hoffe, dass wir irgendwann vielleicht auch mal widersprechen können. Ja, hat mir Spaß gemacht. Vielen Dank, Eva. Vielen Dank, danke schön.

Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.


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Tags: Wu-Tang Clan, Eva Ries, Musikmanagement, Hip-Hop, Mindset, Durchsetzungsvermoegen, Resilienz, Frauen in der Musikbranche, Method Man, RZA, Ol Dirty Bastard, Per aspera ad astra, Project Mindset, Reza Mehman, Fuehrungskompetenz, Teammanagement


Namen und Begriffe

Personen: Eva Ries, Reza Mehman, RZA, Method Man, Ol‘ Dirty Bastard (ODB), Ghostface Killah, Raekwon, U-God, Kurt Cobain (Nirvana), Axl Rose (Guns N‘ Roses)

Bands und Kuenstler: Wu-Tang Clan, Nirvana, Guns N‘ Roses

Alben und Songs: Enter the Wu-Tang (36 Chambers), Protect Ya Neck, C.R.E.A.M. (Cash Rules Everything Around Me)

Begriffe: International Marketing Manager, Personal Manager, Product Manager, Plattenlabel, Hip-Hop, Per aspera ad astra, Mindset, Promotion, Musikindustrie

Buecher: „Wu-Tang is forever“ von Eva Ries

Orte: Deutschland, USA, New York (Staten Island)


Zitierfaehige Passage

Eva Ries, die deutsche Managerin des Wu-Tang Clan, fasst ihre Lebensphilosophie mit dem lateinischen Spruch „Per aspera ad astra“ zusammen: Durch Muehsal zu den Sternen.
In einem Umfeld aus neun extrem eigenwilligen Kuenstlerpersoenlichkeiten lernte sie, strategisch die richtigen Verbuendeten zu waehlen und Chaos bewusst auszublenden.
Ihr wichtigster Rat: Dreistigkeit, Beharrlichkeit und die Weigerung aufzugeben sind die entscheidenden Faktoren, um sich in schwierigen Konstellationen durchzusetzen.
Was sie beim Wu-Tang Clan lernte, gilt weit ueber die Musikbranche hinaus: Respekt wird nicht geschenkt, sondern erarbeitet.