Finde dein persönliches Warum
Daniel Schäfer im Gespräch mit Reza Mehman über den Zweck der Existenz, Werte und Lebensziele
Einleitung
Dein persönliches Warum finden ist eine der zentralsten Aufgaben auf dem Weg zu einem erfuellten und selbstbestimmten Leben. In dieser Folge von Project Mindset spricht Host Reza Mehman mit Gruender und Unternehmer Daniel Schaefer darueber, wie er seinen eigenen Lebenszweck entdeckt hat und welche konkreten Schritte dafuer noetig waren. Daniel teilt ehrliche Einblicke in seinen Weg: von der Gruendung seines ersten Start ups ueber die Erkenntnis, dass Erfolg allein nicht gluecklich macht, bis hin zur Formulierung eines persoenlichen Leitsatzes. Dabei geht es nicht nur um Business Ziele, sondern um die grundlegende Frage, was einen wirklich antreibt und erfuellt. Die beiden sprechen ausserdem ueber die Rolle von Werten, darueber, ob sich das eigene Warum im Laufe des Lebens veraendern kann, und wie man sein Warum an die naechste Generation weitergibt. Diese Episode liefert konkrete Impulse fuer alle, die sich fragen, warum sie tun, was sie tun.
Zusammenfassung
In einem Satz: Daniel Schaefer erklaert, wie er durch Selbstreflexion, Literatur und Coaching sein persoenliches Warum gefunden hat und warum dieser Leitsatz ihm sowohl beruflich als auch privat als Kompass dient.
In drei Saetzen: Daniel Schaefer beschreibt seinen Weg zum persoenlichen Warum: Menschen zu inspirieren und zu unterhalten. Dieses uebergeordnete Warum hat ihm geholfen, berufliche Entscheidungen klarer zu treffen, etwa den Abschied von seinem ersten Start up und die Gruendung eines neuen Unternehmens. Darueber hinaus betonen Daniel und Reza die Bedeutung von Werten als Fundament fuer das eigene Warum und als Grundlage fuer Beziehungen und Lebensentscheidungen.
In fuenf Saetzen: In dieser Folge von Project Mindset spricht Daniel Schaefer offen darueber, wie er sein persoenliches Warum gefunden hat: Menschen zu inspirieren und zu unterhalten. Dieser Prozess war keine ploetzliche Erleuchtung, sondern das Ergebnis jahrelanger Reflexion, interner Coachings in seinem Start up und inspirierender Buecher wie „Kaffee am Rande der Welt“ und „The Big Five for Life“. Daniel erklaert, wie das Warum ihm geholfen hat zu verstehen, warum ihm bestimmte Taetigkeiten leichtfallen und andere ihn ausbremsen. Die beiden diskutieren, ob sich das Warum im Laufe des Lebens aendern kann, welche Rolle persoenliche Werte spielen und warum eine gemeinsame Wertebasis in Beziehungen so wichtig ist. Abschliessend gibt Daniel Impulse, wie man Kindern dabei helfen kann, ihr eigenes Warum zu entdecken, und warum Neugier dabei der wichtigste Motor ist.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Host von Project Mindset, im Gespraech mit Daniel Schaefer, Seriengründer und Unternehmer, der unter anderem das Start up Staffbase mitgegruendet hat und aktuell mit seinem neuen Unternehmen 2XX agile Managementloesungen fuer KMUs entwickelt.
Worum geht es: Die Episode dreht sich um die Frage nach dem persoenlichen Warum, also dem uebergeordneten Lebenszweck. Daniel Schaefer teilt seinen Weg, wie er durch Selbstreflexion und Literatur seinen Leitsatz gefunden hat und wie dieser ihm als Kompass fuer berufliche und private Entscheidungen dient. Ergaenzend werden Themen wie Werte, Wertewandel und die Weitergabe von Sinn an die naechste Generation besprochen.
Warum ist das relevant: Viele Menschen spueren eine innere Unzufriedenheit, ohne deren Ursache zu kennen. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Warum kann helfen, Entscheidungen bewusster zu treffen, sich von energieraubenden Taetigkeiten zu loesen und ein erfuellteres Leben zu fuehren.
Drei Kernfragen der Episode:
- Wie findet man sein persoenliches Warum und was bedeutet es im Alltag?
- Welche Rolle spielen persoenliche Werte als Fundament des eigenen Warums?
- Kann sich das eigene Warum im Laufe des Lebens veraendern und wie geht man damit um?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Ueberblick ueber die Episode und ihre Relevanz
- Zusammenfassung – Die wichtigsten Punkte kompakt
- Kontext – Wer spricht und worum geht es
- Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Folge
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
- Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf die zentralen Fragen der Episode
- Highlight-Zitate – Die einprägsamsten Aussagen von Daniel Schaefer
- Transkript – Vollstaendiges Transkript der Episode
- Keywords – Relevante Suchbegriffe
- Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen aus der Folge
- Zitierfaehige Passage – Zentrale Aussage zum Weiterteilen
Themen und Einordnung
1. Das persoenliche Warum finden
Daniel Schaefer beschreibt seinen mehrjaehrigen Prozess, sein persoenliches Warum zu entdecken. Inspiriert durch Buecher wie „Kaffee am Rande der Welt“ und „The Big Five for Life“ hat er seinen Leitsatz formuliert: Menschen inspirieren und unterhalten.
Keywords: persoenliches Warum, Zweck der Existenz, Lebenszweck finden
2. Werte als Fundament
Persoenliche Werte wie Ehrlichkeit, Loyalitaet und Dankbarkeit bilden das Fundament, auf dem das Warum aufgebaut ist. Daniel erklaert, warum Werte vor dem Warum kommen und wie sie als Leitplanken fuer Entscheidungen dienen.
Keywords: persoenliche Werte, Wertebasis, Wertekompass
3. Unternehmertum und Sinnfindung
Als Seriengründer hat Daniel erfahren, dass verschiedene Phasen eines Start ups unterschiedlich stark auf das eigene Warum einzahlen. Die Gruendungsphase mit ihrer kreativen Energie passt besser zu seinem Warum als die Skalierungsphase.
Keywords: Start up Gruendung, Sinnfindung im Beruf, Unternehmertum
4. Wertewandel und Beziehungen
Werte koennen sich im Laufe des Lebens veraendern, und eine gemeinsame Wertebasis in Beziehungen ist essenziell. Unterschiedliche Wertesysteme fuehren unweigerlich zu Konflikten, waehrend geteilte Kernwerte Verbundenheit schaffen.
Keywords: Wertewandel, gemeinsame Werte Partnerschaft, Wertekonflikte
5. Das Warum an die naechste Generation weitergeben
Daniel spricht darueber, wie er seinen kuenftigen Kindern beibringen moechte, ihr eigenes Warum zu finden. Dabei steht nicht das Vorgeben von Antworten im Vordergrund, sondern das Foerdern von Neugier und das Ermoeglichen von Erfahrungen.
Keywords: Kinder Werte beibringen, Neugier foerdern, Erziehung Sinnfindung
Kern-Aussagen
- Das persoenliche Warum ist ein uebergeordneter Leitsatz, der sowohl im Beruf als auch im Privatleben als Kompass dient.
- Das Warum entsteht nicht ueber Nacht, sondern ist das Ergebnis eines oft mehrjaehrigen Reflexionsprozesses.
- Daniels persoenliches Warum lautet: Menschen inspirieren und unterhalten, was er als „Funkeln in den Augen anderer ausloesen“ beschreibt.
- Man ist nur in den Dingen „faul“, die nicht dem eigenen Warum entsprechen, weil man sich innerlich dagegen straeubt.
- Werte wie Ehrlichkeit, Loyalitaet und Dankbarkeit bilden das Fundament, auf dem das Warum aufgebaut wird.
- In Start ups zahlt besonders die Gruendungsphase auf das Warum ein, waehrend die Skalierungsphase eher verwaltenden Charakter hat.
- Eine gemeinsame Wertebasis in Beziehungen ist essenziell, da unterschiedliche Kernwerte zu dauerhaften Konflikten fuehren.
- Werte koennen sich im Laufe des Lebens veraendern, etwa durch praegende Erlebnisse oder neue Lebensphasen.
- Kindern sollte man nicht das eigene Warum vorgeben, sondern ihre Neugier foerdern und ihnen ermoeglichen, selbst Erfahrungen zu sammeln.
- Schlimmer als sein Warum nicht zu kennen ist es, sein Warum zu kennen und trotzdem nichts zu veraendern.
Haeufig gestellte Fragen
Was ist mit dem persoenlichen Warum gemeint?
Das persoenliche Warum ist ein uebergeordneter Leitsatz, der beschreibt, was einen im Kern antreibt und erfuellt. Es geht nicht um einzelne Ziele, sondern um den tieferen Zweck der eigenen Existenz, der sowohl berufliche als auch private Entscheidungen leitet.
Wie findet man sein persoenliches Warum?
Das Finden des eigenen Warums ist ein Prozess, der Zeit braucht. Daniel Schaefer empfiehlt Selbstreflexion, Coaching und inspirierende Literatur wie „Kaffee am Rande der Welt“ oder „The Big Five for Life“. Es hilft, sich zu fragen, bei welchen Taetigkeiten man Energie gewinnt und bei welchen man sie verliert.
Kann sich das persoenliche Warum im Laufe des Lebens aendern?
Grundsaetzlich ja, wobei ein breit gefasstes Warum weniger anfaellig fuer Veraenderungen ist. Es koennen jedoch neue Themen hinzukommen, die auf das uebergeordnete Warum einzahlen. Praegende Lebensereignisse koennen ebenfalls zu einer Neubewertung fuehren.
Was ist der Unterschied zwischen dem Warum und persoenlichen Werten?
Werte bilden das Fundament, auf dem das Warum aufgebaut wird. Waehrend Werte wie Ehrlichkeit, Loyalitaet oder Dankbarkeit die Leitplanken des eigenen Handelns darstellen, beschreibt das Warum den uebergeordneten Zweck und Antrieb. Die Werte kommen also vor dem Warum.
Warum ist eine gemeinsame Wertebasis in Beziehungen wichtig?
Laut Daniel Schaefer sind gemeinsame Kernwerte essenziell fuer eine funktionierende Partnerschaft. Wenn die grundlegenden Werte zu unterschiedlich sind, fuehrt das zu dauerhaften Konflikten und Unverstaendnis. Eine geteilte Wertebasis schafft hingegen Verbundenheit und gegenseitiges Verstaendnis.
Was passiert, wenn man sein Warum kennt, aber nicht danach handelt?
Daniel Schaefer beschreibt diesen Zustand als besonders belastend. Wenn man weiss, was gut fuer einen ist, aber trotzdem dagegen handelt, wehrt sich der Koerper: Man ist gereizt, gestresst und wuetend. Diesen Zustand zu erkennen und zu veraendern ist laut Daniel einer der wichtigsten Schritte.
Welche Buecher helfen beim Finden des eigenen Warums?
Daniel Schaefer empfiehlt insbesondere „Kaffee am Rande der Welt“ und „The Big Five for Life“ von John Strelecky. Beide Buecher befassen sich mit dem Zweck der Existenz und regen dazu an, das eigene Warum zu hinterfragen und zu formulieren.
Wie kann man Kindern helfen, ihr Warum zu finden?
Daniel betont, dass man Kindern nicht das eigene Warum vorgeben sollte. Stattdessen sollte man ihre natuerliche Neugier foerdern, sie verschiedene Dinge ausprobieren lassen und ihnen den Raum geben, eigene Erfahrungen zu sammeln. So koennen sie ihren eigenen Weg und ihren eigenen Antrieb entdecken.
Highlight-Zitate
„Ich strebe immer gegen Momente, die es mir ermoeglichen, so eine Art Funkeln bei Leuten auszuloesen.“
– Daniel Schaefer
„Ich glaube tatsaechlich, dass man nur in den Themen faul ist, die nicht dem eigenen Warum entsprechen, weil man sich dagegen straeubt.“
– Daniel Schaefer
„Ich habe Dinge getan, obwohl ich wusste, was gut fuer mich ist, Dinge getan, die eben ueberhaupt nicht gut fuer mich waren. Und mein Koerper sich andauernd gewehrt hat.“
– Daniel Schaefer
„Die Werte sind so das Fundament, auf dem man sein Haus baut. Und wenn das Fundament nicht gut ist, dann wird irgendwann das Haus zusammenbrechen.“
– Daniel Schaefer
„Schlimmer ist es, sein Warum zu erkennen und trotzdem nichts zu machen, um dahin zu kommen.“
– Daniel Schaefer
„Dieses uebergeordnete Thema kann durch verschiedene und vielseitige Themen erreicht werden. Und das fuer mich zu wissen, das hat wirklich dazu gefuehrt, dass mir ploetzlich bewusst wurde, warum ich Dinge gern tue.“
– Daniel Schaefer
„Man muss Neugier leben, Neugier zulassen, und wenn man neugierig bleibt, dann findet man auch seinen Weg.“
– Daniel Schaefer
Transkript
Das vollständige Gespräch
Hi zusammen, hier ist Reza und heute haben wir eine ganz besondere Ausgabe von Project Mindset. Ich hatte es ja schon angekündigt, dass ich ein Interview führen möchte, und zwar mit meinem guten Bekannten Daniel Schäfer. Das hat jetzt auch tatsächlich stattgefunden. Das Thema war, finde dein persönliches Warum. Wie ich finde, ist es eine sehr zentrale Frage im Leben, sein Warum zu finden, und Daniel gibt uns da ganz ehrliche Einblicke in sein persönliches Warum, wie er es gefunden hat, was für Ziele er abgeleitet hat, und welche Aktivitäten er unternommen hat, um seinem Warum und seinen Zielen da näher zu kommen.
Das Besondere an der heutigen Folge ist auch, dass das Ganze als Video verfügbar ist. Das heißt, ihr könnt gerne auf YouTube gehen, dort Project Mindset Reza Memann eingeben, dann müsste das Video relativ weit oben erscheinen. Oder ihr geht auf meine Webseite projectmindset.de, dort habe ich einen kleinen Link hinterlegt, und der führt euch dann direkt zum Video. Es lohnt sich auch, das Video anzuschauen, weil wir ein paar Szenen einfangen konnten aus dem Zuhause von Daniel und seiner Verlobten, die das wunderschön eingerichtet haben.
Mich war echt mega überrascht, wie schön das Ganze ist im Bohu-Stil. Also ich kann es jedem empfehlen, da mal reinzuschauen, aber natürlich könnt ihr auch den Podcast hier hören, die Audio-Only-Version, wie euch das lieber ist. So, nun genug gequatscht, ich wünsche euch viel Spaß mit der Freude. Ich habe halt Dinge getan, obwohl ich wusste, was gut für mich ist, Dinge getan, die eben überhaupt nicht gut für mich waren. Und mein Körper sich andauernd gewehrt hat, und in diesem Abwehrmechanismus bist du halt andauernd gereizt, du bist andauernd gestresst, und du bist andauernd wütend, und das wollte ich nicht mehr.
Hey Daniel, vielen Dank erstmal für die Einladung heute. Ihr habt ein wunderschönes Zuhause, ich bin echt sehr, sehr schön überrascht im Bohu-Stil hier alles. Ihr habt euch anscheinend sehr viel Mühe gegeben. Vielen Dank dafür. Ja, danke, dass ich heute hier zu Gast sein darf. Und ja, das ist tatsächlich so, dieses Bohu-Ambiente ist durch meine Freundin entstanden, die, oder meine Verlobte entstanden, die hier sehr viel Wert drauflegt, dass die in Einrichtung entsprechend schön gestaltet ist. Und ich helfe immer beim Abgrasen der ganzen vielfältigen Pampersgräser, die man hier sieht.
Vielen Dank, auch liebe Grüße an deine Verlobte. Warum wir heute hier sind, ist eigentlich deswegen, weil ich unglaublich toll finde, wie sehr du dich mit dem Thema Warum auseinandergesetzt hast. Du hast sehr viel darüber nachgedacht, warum du etwas tust, und genau hierüber möchte ich heute mit dir sprechen. Kannst du ganz kurz erklären, warum diese Frage, warum überhaupt so zentral für dich ist? Ja, das war tatsächlich nicht immer der Case, dass ich mir allzu viele Gedanken um mein persönliches Warum gemacht habe.
Aber es gab über die auch dadurch, dass ich bei meinem ersten Start-up angefangen habe und in diesem Verlauf sehr, sehr viele Dinge passiert sind und wir auch sehr viele Coaches von außen mit reingeholt haben, weil wir für uns natürlich auch in der Company wissen wollten, was sind so die Core-Values oder die Werte der Firma und warum gibt es eigentlich die Firma. Bis dato dachte ich immer, es gäbe die Firma, weil wir damals als Gründer irgendeine Idee hatten und dann natürlich auch klar ein bestimmtes Ziel verfolgt haben, aber dem war gar nicht so, sondern das Warum war viel größer als das.
Und das war damals auch der erste Anstoß für mich, zu sagen, okay, ich muss, glaube ich, auch mal mein persönliches Warum hinterfragen, warum machen mir bestimmte Themen mehr Spaß, warum demotivieren mich andere. Und das war so der Beginn, wo ich mir neben den Coachings, die wir bei uns intern hatten, damals auch verschiedene Literatur angeeignet habe bzw. Bücher gelesen habe, die sich mit dem Thema beschäftigt haben. Und so hat es bei mir begonnen und nach und nach hat sich das Ganze dann für mich auch herauskristallisiert, also das war schon Arbeit.
Du hast gerade herauskristallisiert gesagt, wann hattest du denn ungefähr diese Klarheit darüber, was dein Warum ist und wie bist du ab dem Zeitpunkt damit umgegangen, also was hast du dann geändert in deinem täglichen Machen? Ja, das war eigentlich noch gar nicht so lange her, dass ich mir über mein persönliches Warum klar wurde. Das war, wie gesagt, ein Prozess, der über mehrere Jahre hinweg auch aus meinem letzten Start-up in Stafford heraus entstanden ist. Und ich würde sagen, den finalen Stoß in die Richtung, für mich das persönliche Warum zu finden war Anfang letzten Jahres, da haben ich und meine Verlobte eine Reise nach Ägypten gemacht.
Und ich hatte damals die Bücher dabei, das war einmal Kaffee am Rande der Welt und The Big Five for Life, und in den Büchern geht es um den Zweck der Existenz. Und das hat mich so stark inspiriert, dass ich gesagt habe, okay, ich möchte für mich eigentlich auch wissen, was für mich so der Zweck der Existenz ist und habe dann daran gearbeitet und habe versucht, das für mich auch herauszuarbeiten tatsächlich. Also es ist nicht irgendwas, was plötzlich kam und von dem man wusste, das ist so, sondern ich habe mich damit mehreren Themen in dem Zuge befasst, die dann am Ende dazu geführt haben, dass ich für mich einen, ich würde mal sagen, so einen Leitsatz gebildet habe, der aber in der Interpretation des Ganzen jetzt nicht einfach nur diese Wörter enthält, sondern für mich wirklich für was Essentielles steht und sich tatsächlich auch herausgestellt hat, dass dieser Satz am Ende, das ist was, nach dem ich mich richten muss, um für mich persönlich in dem, was ich tue, glücklich zu werden.
Fortsetzung
Jetzt bin ich natürlich gespannt. Wie ist dieser Leitsatz? Also was genau ist dann dein Warum? Also für mich sind zwei Kernpunkte, sind für mich essenziell wichtig, das einmal Menschen zu inspirieren, aber auch Menschen zu unterhalten. Also das sind sehr einfache Begriffe in sich, aber was es für mich bedeutet, also ich strebe immer gegen Momente, die es mir ermöglichen, so eine Art Funkeln bei Leuten auszulösen. Und dieses Funkeln, also ich hatte wirklich, früher hatte ich es Euphorie genannt, ich dachte immer so, ich strebe gegen Euphorie, aber es ist tatsächlich, sind eigentlich die Momente, in denen ich es schaffe, Menschen, sei es jetzt in direkten Gesprächen, entweder in irgendeiner Form zu inspirieren oder aber in ihnen eine Freude auslöse, weil ich sie in dem Moment unterhalten darf.
Und dieses Funkeln, das ist wirklich so was, was mich total antreibt. Mir ist aber damals auch bewusst geworden, dass das gar nicht jetzt nur zwangsläufig durch einen bestimmten, ausgeübten Job der Fall sein kann oder eine bestimmte Handlung, sondern dass dieses übergeordnete Thema durch verschiedene und vielseitige Themen erreicht werden kann. Und das für mich zu wissen, das hat wirklich dazu geführt, dass mir plötzlich bewusst wurde, warum ich Dinge gern tue und warum sie mir leicht fallen und warum mir andere komplett gegen den Strich gehen.
Und bei manchen Themen hat man ja immer so das Thema und sagt, okay, da war ich jetzt faul. Ich glaube aber tatsächlich, dass man nur in den Themen faul ist, die einem oder die nicht dem eigenen Warum entsprechen, weil man sich dagegen sträubt. Du redest aber jetzt ganz bewusst nicht nur über deine Business-Themen, sondern auch deine privaten Themen. Auch im Privaten suchst du die Möglichkeit, Leute zu inspirieren oder zu unterhalten. Genau, und das sind für mich die Glücksmomente, nach denen ich wirklich strebe und ich versuche einfach Dinge zu tun, die auf dieses Thema einzahlen.
Und wenn ich das mache und wenn ich mich danach richte, dann bin ich mir Stand heute, ich kann natürlich immer dazulernen, aber Stand heute sicher, dass ich ausgeglichen und glücklich bin. Denkst du dann, warum kann sich über die Zeit hinweg ändern? Ja, ich glaube, das Warum, dieses große übergelagerte Thema, das kann sich schon ändern. Ich glaube für mich tatsächlich nicht allzu sehr, weil ich es sehr breit gefasst habe. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass vielleicht Themen hinzukommen können, die ich heute noch nicht auf dem Schirm habe, die aber letztendlich auf dieses übergelagerte Thema einzahlen können.
Ich habe mir zum Beispiel überlegt, wäre ich beispielsweise glücklich, wenn ich jetzt Lehrer geworden wäre. Und ich könnte mir vorstellen, dass das durchaus möglich ist, weil es auch in gewisser Weise auf dieses übergelagerte Warum einzahlen kann. In der Position könnte ich Leute inspirieren, ich könnte vielleicht sogar Leute unterhalten, würden was lernen und ich hätte dieses Momentum. Gleiches gilt beispielsweise auch für, ich glaube, das Gleiche hätte ich auch, wenn ich Schauspieler geworden wäre.
Auch da hätte ich eine gewisse Bühne gehabt, ich hätte Leute unterhalten können, vielleicht sogar inspirieren. Und auch da, glaube ich, könnte ich mein persönliches Glück finden. Für mich war es jetzt so, dass ich es halt im Gründertum gefunden habe, weil, und das war für mich auch wirklich eine krasse Erkenntnis. Weil es gibt ja beim Startup sehr verschiedene Phasen. Du hast diese Gründungsphase, in der du im Prinzip auf der grünen Wiese bist, du musst Leute von nicht existenten Dingen überzeugen. Da fließt sehr viel von diesem Warum ein.
Du musst sie gewinnen, du musst ihnen im Prinzip eine Story erzählen, von denen sie sagen, wow, glaube ich, das ist super. Und dann hast du diese Scale-Up-Phase, in der du eher diesen verwaltenden Aspekt hast. Und da war es für mich so, dass ich in dieser Phase zwar funktioniert habe, aber nicht mehr so diesen, es hat mir nicht mehr das Gleiche gegeben wie in der Anfangsphase. Deswegen sind das für mich die spannendsten Phasen in der Gründungsphase, in dieser Early Stage. Und da habe ich für mich dann auch das Glück gefunden.
Dementsprechend war es für mich dann auch gegen Ende, ich habe ja in Staffow verlassen, auch das Thema, dass ich gesagt habe, ich werde hier nicht mehr zu 100% glücklich. Und ich muss einfach die neuen Themen wieder angehen, weil das ist das, was mich voll ausfüllt. Also diese Klarheit, die hat mich schon immer begeistert bei dir. Du hast nämlich, wie du schon gesagt hast, vielleicht für unsere Zuhörer, ein sehr erfolgreiches Start-up schon hochgezogen. Du bist jetzt gerade dabei, etwas Neues hochzuziehen.
Auch hier geht es darum, Leute zu inspirieren, Leute auf ihrem Weg zu begleiten. Wie gehst du damit um, wie trackst du deinen Progress jetzt, wenn du sagst, du zahlst auf dieses Konto ein? Dass du zum Beispiel Aktivitäten machst, die dich mit deiner Warum-Frage voranbringen. Wie misst du aber, ob du da jetzt vorangekommen bist oder nicht vorangekommen bist? Du meinst jetzt bezogen auf mein persönliches Warum? Genau. Wenn ich ganz kurz mal ein bisschen konkretisieren kann. Hast du dann täglich so eine To-do-Liste, ich muss diese 3, 4, 5 Sachen machen, damit ich an meinem Warum auch gearbeitet habe?
Fortsetzung
Sei es im Business-Bereich oder im privaten Bereich. Oder ist es für dich eher lose, freigestellt, du tracks alle paar Monate nur? Was habe ich die letzten Wochen und Monate gemacht? Wie gehst du da voran? Mein persönliches Warum, da versuche ich natürlich Themen anzugehen, gerade wenn ich sie selbst gründe, die, wie ich schon gerade eben gesagt habe, auf dieses Thema einzahlen können. Ich track jetzt aber nicht den genauen Progress, inwieweit die jetzt in der letzten Woche auf mein Warum eingezahlt haben, sondern das ist dann eher in diesen Tätigkeiten, die ich tue, verankert.
Beispielsweise jetzt mit dem neuen Unternehmen, das wir gegründet haben. Da geht es sehr stark darum, Ideen zu ermöglichen, in dem wir Leute dazu befähigen, frei und unabhängig zu arbeiten. Und um dieses Thema herum werden neue Firmen gebildet. Beispielsweise 2XX, das ist mein aktuellstes Start-up. Da geht es wirklich darum, über ein agiles Management-System Unternehmen oder KMUs zu befähigen. Das zu tun, Geschäftsführer, weniger Meetings, mehr Selbstorganisationen. Und das kombiniert mit meinem übergelagerten persönlichen Warum, dass ich sage, ich kann Leute inspirieren und unterhalten.
Das sehe ich da schon, weil ich eben zum einen auf einem C-Level agiere. Also ich spreche mit den Geschäftsführern und ich kann ihnen ein Stück weit vielleicht auch neue Themen beibringen, von denen sie sagen, das finden wir sehr inspirierend, hätten wir gerne für uns. Und das gibt mir eine Erfüllung. Also wenn ich das erreiche und wenn ich das bei diesen Ansprechpartnern oder Geschäftsführern erreiche, dann macht mich das glücklicher. Du hast vorhin kurz gesagt, es gab einen Moment, wo du gemerkt hast, dass du bei deiner letzten Sache, die du getrieben hast, nicht mehr ganz glücklich warst.
War das so ein schleichender Prozess? Ist es dir über die Zeit hinweg aufgefallen oder war das tatsächlich ein Punkt, wo du gesagt hast, nee, jetzt habe ich es gemerkt, auf einmal aus dem Nichts, ich muss etwas ändern, um wieder an meinen Warum dran zu kommen? Ja, wenn Unternehmen wachsen, dann etablieren sich natürlich immer mehr Prozesse im Unternehmen, was auch vollkommen in Ordnung ist. Das Unternehmen entwickelt ein Stück weit auch ein Eigenleben und diese stützende Hand, die du als Gründer zu Beginn hast, wo du sagst, du musst Leute wirklich von nicht existenten Themen überzeugen, du musst sie auf eine Bahn leiten, von der sie sagen, da arbeiten wir jetzt dran, wir sehen das auch, was du siehst.
Das ist zu Beginn natürlich stärker und wenn diese Prozesse dann da sind und du auch schon Leadership Teams etabliert hast, dann sind diese Themen zwar noch da, aber sie sind nicht mehr so dominant, weil du natürlich in der Operativen gucken musst, wie du jetzt die nächsten Ziele erreichst, was du noch optimieren kannst, an welchen Stellschrauben du schraubst. Und dieses weiter entfernte, also dieses Thema des, Simon Sinek sagt, er nennt das das Infinite Mindset, das hast du halt nicht mehr und du kämpfst immer dieses Finite gegen dieses Infinite Mindset.
Und ich bin sehr stark im Infinite Mindset zu Hause und wenn ich merke, ich erreiche die Leute nicht mehr mit den Themen, weil gerade der Zeitpunkt ein anderer ist, dann zieht das von mir Energie. Also ich fühle mich da nicht mehr ausgeglichen, ich kann eben nicht mehr entertainen und ich kann auch nicht mehr inspirieren, weil der Zeitpunkt der Falsche ist. Es mag sein, dass das irgendwann wieder kommt und ich glaube auch, dass das nachhaltig notwendig ist in Unternehmen, weil die sich auch immer wieder neu erfinden müssen, aber in diesen Phasen, wo es eben nicht der Fall ist, ist es schwierig und da war es für mich dann schon so, dass das dann eine tiefe Unzufriedenheit war, weil ich gemerkt habe, als Unterhalter hast du irgendwo auch deine Stage, die hatte ich nicht mehr in der Form und irgendwann war es mir dann klar, ich glaube ich muss was Neues machen, weil mich auch in der Form das Unternehmen, mein eigenes Unternehmen gar nicht mehr gebraucht hat, was mich sehr sehr stolz macht im Nachhinein, weil das war auch unser Ziel damals uns unabhängig zu machen, aber es war schon ein Prozess, das zu erkennen und zu akzeptieren, wohl wissend, dass das zu Beginn tatsächlich unser Ziel war, aber wenn es dann passiert ist, ist es doch nochmal schwierig.
Nochmal ganz kurz wegen dem Thema Warum an sich. Ich habe auch versucht für mich das Warum herauszufinden und ich habe auch gemerkt, dass mein Warum sich über die Zeit hinweg auch mal geändert hat. Also es gab quasi die Phase, bevor ich ein Kind hatte und ganz klar, als das Kind da war, war das klar, ich mache das auch in der Lage zu sein zum Beispiel, sich um meine Familie usw. zu kümmern. Was ich mich aber trotzdem gefragt habe, brauchen wir eigentlich so eine Art zweierlei Warums, ein Warum, wo es darum geht nach außen gerichtet etwas zu tun, sei es Familie, sei es inspirierend zu sein für andere und brauchen wir vielleicht ein Warum, was total nach innen gerichtet ist, wo ich sage unabhängig von jemand anderem mache ich die Themen, also es geht gar nicht darum jemand anderem zu inspirieren oder mich um jemand anderem zu kümmern, sondern es geht nur um mich selbst.
Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht? Das ist schwierig jetzt, ich glaube, dass selbst wenn ich in meinem Warum, wenn ich da natürlich einen Fokus auf Drittpersonen habe oder jemanden zu inspirieren, zu unterhalten, das ist natürlich nach außen, also es vermeintlich irgendwie nach außen gerichtet, aber grundsätzlich sehe ich das schon als ein nach innen gerichtetes Thema, weil ich am Ende der Profiteur des Ganzen bin. Nur weil ich die Themen für andere mache, heißt es ja nicht, dass ich nicht am Ende davon profitiere.
Und so gesehen, mein Ziel mit diesem Warum ist es tatsächlich, da bin ich auch egoistisch genug zu sagen, dass ich am Ende, und wirklich in dem Fall erstmal nur ich, glücklich bin. Und so gesehen, weiß ich nicht, kann ich dir nicht sagen, ob man das so handhaben kann, ob das überhaupt so möglich ist. Für mich ist es ein einziges Warum und dieses Warum ist nach innen und nach außen gerichtet. Ich weiß nicht, ob das die Frage beantwortet. Ja, auf jeden Fall. Es geht auf jeden Fall in diese Richtung. Also bei mir hat sich das Warum tatsächlich im Laufe der Zeit geändert.
Fortsetzung
Wie gesagt, ein Kind zu bekommen war ein sehr einschneidendes Eignis für mich. Vorher hatte ich häufig das Warum im Kopf. Ich habe ja Migrationshintergrund. Meine Eltern sind vor vielen Jahren nach Deutschland gekommen. Es war immer so ein bisschen auch mein Warum, etwas zurückzugeben. Insbesondere an meinen Eltern. Das war, ich sage das mal, mein prägnantes Warum. Das hat sich schlagartig geändert mit der Geburt meines Kindes. Aber ich muss sagen, die Klarheit darüber zu haben, warum man etwas tut, lässt einen natürlich auch einfacher agieren im tagtäglichen Machen.
Das ist mir auch bei dir aufgefallen. Als du die Firma verlassen hattest, wir hatten uns darüber gesprochen, du warst da sehr klar darüber. Das willst du nicht mehr und du willst jetzt was Neues machen. Und du hast auch sofort die Schritte eingeleitet, um auch was Neues zu machen. Also diese Klarheit fand ich extrem toll. Ich wollte jetzt auch noch auf ein anderes Thema ansprechen, und zwar das Thema Werte. Ich weiß, dass du ein sehr starkes Wertesystem hast, wo du dein tagtägliches Machen auch danach ausrichtest.
Aber auch, so ist auch mein Eindruck, die Erwartungshaltung gegenüber anderen hast. Sich an ein zielgerichtetes Wertesystem zu halten. Kannst du zuerst bitte darauf eingehen, was bedeuten Werte für dich? Und nach welchen Werten richtest du dich persönlich? Also grundsätzlich sind für mich Werte ein Framework, in dem man miteinander oder mit dem man in seinem Umfeld interagieren kann. Also im Prinzip wie Leitplanken auf dem Weg zum, wenn man sich das bildlich vorstellt, hat man eine Straße und die Straße führt gegen Horizont und oben als so eine Art Nordstern steht dein Warum.
Das ist auch für sich oder an sich, so wie ich es definieren würde, nicht wirklich greifbar. Und auf dieser Straße hast du natürlich verschiedene Etappenziele. Du hast irgendwie eine Mission, die du verfolgst, weil du sagst, das ist mein großes Was. Da möchte ich in drei bis fünf Jahren vielleicht stehen. Und dann hast du diese Unterziele. Und die Werte letztendlich sind wie Leitplanken auf dieser Straße. Also die führen dazu, dass du immer gegen dein Warum strebst, dass du auf dieser Straße nicht abkommst und die dich wirklich in diesem Rahmen halten.
Ich glaube, das ist super wichtig. Auf persönlicher Ebene ist es wichtig, das zu haben, um sich da auch ein Stück weit treu zu bleiben und auch zu wissen, bis wohin gehe ich jetzt und wann verstoße ich gegen diese in dem Fall selbst definierten und auferlegten Werte und wann eben nicht. Und das zu wissen, ist, glaube ich, super sinnvoll. Ob es jetzt auf persönlicher Ebene ist oder nicht, das zu haben und dementsprechend dann auch mit den Leuten zu kommunizieren. Allerdings muss ich sagen, wenn du eigene Werte vertrittst, dann ist das immer auf deiner Ebene und dir muss immer bewusst sein, dass andere Menschen, mit denen du interagierst, natürlich komplett andere Werte vertreten.
Und da kann es dann auch zu Konflikten kommen. Grundsätzlich sehe ich es aber so, dass Werte dann super sinnvoll sind, wenn man gemeinschaftlich an bestimmten Themen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wo man sagt, wir können uns nicht alle zu 100 Prozent mit allem identifizieren. Das geht auch gar nicht, weil jeder irgendwie eigene, anerlernte Werte vertritt. Aber man kann zumindest sagen, jetzt haben wir so dieses gemeinsame Vielfache, von dem wir sagen, lasst uns darauf comitten und lasst uns in dem Umfeld arbeiten.
Was für Werte genau hast du persönlich? Kannst du uns da einen Einblick geben? Ich habe auf persönlicher Ebene die Werte jetzt so klar gar nicht definiert, weil es mir persönlich sehr viel wichtiger ist, dass ein gemeinschaftliches Arbeiten in einem Rahmenwerk definiert werden kann. Und ich für mich persönlich, das ist ein guter Punkt, müsste ich vielleicht mal runterschreiben, um zu sehen, welche Werte ich, oder wenn ich jetzt sagen würde, das sind so meine drei Core-Values, dass ich das dann mache.
Habe ich bisher tatsächlich noch nicht gemacht, aber auf Unternehmesebene ist es eher dieses gemeinschaftliche Arbeiten, das irgendwo auch die Anforderungen ans gemeinsamen Arbeiten stellt, diese Werte zu definieren und am Ende auch so transparent zu kommunizieren, dass jeder sich jetzt im Prinzip die Bedeutung dieser Werte auch herleiten kann. Es bringt keinem was, wenn ich jetzt irgendwo sage, wir sind innovativ oder wir sind lernwillig, und da würdest du sagen, unter lernwillig verstehe ich das, und ich würde sagen, nee, ich verstehe etwas ganz anderes.
Ich glaube, dass jeder die Definition klar hat, und jeder sich die irgendwo herleiten kann. Es muss keiner auswendig lernen, aber das sind im Prinzip die Rahmen, in denen man arbeiten sollte. Und persönlich ist es ähnlich, ich könnte jetzt ad hoc ein paar Themen nennen, von denen ich sage, das ist mir wichtig, und was ich darunter verstehe, aber das sind wirklich nur eigene Themen, und dementsprechend ist es, es bringt meinen Mitmenschen gar nicht so viel, wenn ich denen das mitteile, aber jetzt mit deiner Partnerin zum Beispiel, ihr müsst ja schon so eine Art gemeinsame Wertebasis haben, sonst würde es ja schwierig sein, miteinander rauszukommen, richtig?
Fortsetzung
Die haben wir sicherlich, ich kann die aber nicht, also wie gesagt, wir haben es auf persönlicher Ebene, da habe ich es nicht so runtergeschrieben, dass ich sage, hier gleichen wir diesen Wert, oder hier haben wir eine Überschneidung bei Wert A und Wert B, ich glaube schon, dass es da ein Wertalignment geben muss, sonst kann es bestimmte Themen auch nicht miteinander durchstehen, da bin ich von überzeugt, ich könnte aber jetzt nicht sagen, das liegt ganz besonders an dem Wert X, Y oder Z, das kann ich nicht sagen.
Bei dem Thema Werte finde ich es sehr interessant, also ich habe so eine Art non-negotiables für mich, das sind meine grundlegenden Werte zum Beispiel, ich möchte niemanden betrügen, ich möchte wirklich nicht Schaden anrechnen zum Beispiel, dann gibt es noch so ein bisschen weichere Werte, ich sage jetzt mal, die jetzt nicht so fest da sind, weil ich vielleicht zum Beispiel, die Zeit hinweg die Möglichkeit hatte, auch zu validieren, macht das Sinn, was ich mache, oder macht das gar keinen Sinn, hast du schon mal deine Werte validiert, oder geändert, oder angepasst?
Nein, tatsächlich nicht, ich bin der festen Überzeugung, dass Werte sich auch gar nicht erinnern lassen, es sei denn, es kommt irgendwie zu einem prägenden Erlebnis im Leben, ein Traumata, das man erlebt, und das ist ein Traumata zu führen, dass Werte sich ändern, aber auch vielleicht auch nur vorübergehend verändern, so gesehen, ich glaube nicht, dass sie sich während dem Leben stark ändern können, weil ich glaube, diese Prägung erhält man sehr, sehr früh, oder in sehr frühen Jahren, und ich glaube, die ist dann irgendwann auch bleibend, also ich bin nicht der Meinung, dass die sich stark im Erwachsenenalter noch ändern, also die Sachen, die du, das kennst du ja vielleicht, auch immer abzubringen, weil sie einfach nicht mit ihren Werten einhergehen, sie versuchen es zwar zu verstehen, aber tief drin ist es einfach super schwer, die Leute von deiner Denkweise zu überzeugen, weil sie durch ihre Werte sich dagegen wirklich sträuben, und ich glaube, das ist so, und man muss es verstehen, man muss es, glaube ich, auch akzeptieren, und wenn man das tut, ist es auch sehr viel einfacher zu verstehen, warum jetzt bestimmte Personen so sind, wie sie sind, oder auch auf bestimmte Themen reagieren, man kann es auch einstellen und auch anpassen, aber ich glaube, es ist super schwierig, Menschen zu ändern, also auf Wertebene.
Hattest du schon mal die Erfahrung gemacht, dass jemand, mit dem du in irgendeiner Form zusammenarbeiten musstest, sei es auch familiär bedingt, wo die Werte so unterschiedlich waren, dass du gesagt hast, so in dem Format kann ich gar nicht mehr weitermachen, hattest du dann auch die Möglichkeit, sofort das zu cutten, oder musstest du einen Weg finden, also es ist schwierig, man kann natürlich, du meinst es eben in einem Arbeitskontext, oder? Es kann auch was Privates sein, manchmal hat man auch tatsächlich vielleicht im Familienumfeld, vielleicht nicht ganz nahe Familie, sondern Schwager, was weiß ich, in irgendeiner Form, wo das Wertesystem ein ganz anderes ist, als das, was man selber verfolgt, man kann jetzt noch nicht sagen, ich cutte jetzt das Verhältnis, weil dann trifft sich in irgendeiner Form irgendwo, was ab und zu halt mal sein muss.
Ich glaube, es entsteht gar kein Verhältnis, das zu einem gewissen Punkt sich irgendwo gleicht. Also ich glaube, ganz natürlich, wenn man komplett unterschiedliche Werte vertritt, wird man sich vermutlich eher meiden. Also meine Überzeugung, ohne jetzt zu wissen, welche Werte die andere Person vertritt, da stimmt dann, man spricht immer von dieser Chemie, ich glaube, diese Chemie stimmt dann einfach nicht. Wenn wir jetzt aber in einen Business-Kontext gehen, dann kann ich auch kurzfristig nichts daran ändern.
Und du weißt, dass die Werte nicht stimmen? Genau. Wie gehst du damit um? Dann arbeite ich nicht mit der Person. Was, wenn du es in dem Moment nicht kurzfristig ändern kannst, weil ihr gebunden seid, sei es, dass es mitgesellschaftler ist, wo man sich vielleicht nicht so leicht trennen kann, sei es, weil man ein Projekt bis zum Schluss durchziehen muss, weil man dem Kunden einen Vertrag unterschrieben hat. Es gibt Konstrukte, die relativ real sind, die die Wertebasis vielleicht gar nicht mehr stimmt.
Ich glaube, das ist eine Zusammenarbeit, die auf sehr vielen Kompromissen beruht, wenn die andere Person sich da auch drauf einlässt. Ist aber für mich der Super-GAU der Zusammenarbeit. Grundsätzlich, wir hatten das damals auch so gehandhabt, und nicht zu Beginn, es war auch für uns ein Lernender-Prozess, zu sagen, wir haben jetzt erst mal die Werte, von denen wir sagen, das sind für uns die Sachen, in dem Rahmen möchten wir zusammenarbeiten. Und zu wissen, dass, wenn sie das nicht tun, dass man diese Zusammenarbeit besser nicht anstrebt, das kam bei uns erst relativ schnell.
Aber wenn es so ist, dann musst du andauernd Kompromisse finden. Und du wirst vermutlich auch Probleme in der Zusammenarbeit haben. Du kannst sie vermutlich gar nicht vermeiden. Das ist so ein Learning, das wir auch hatten. Es ist super schwer, jemanden mit einem Misalignment der Werte im Unternehmen zu halten. Weil die Person von sich auch super unzufrieden wird. Weil sie komplett gegen das, was die Gesamtheit vertritt, andauernd schießt. Sie sagt, okay, das kann ich nachvollziehen, das fände ich nicht gut.
Es gibt dann auch diese Themen, wo dann Mitarbeiter von dieser Person, gewollt oder ungewollt, beeinflusst werden und vielleicht auch ein Stück weit verunsichert werden. So dass du das in dieser Konstellation hast und auch fortführst. Deswegen würde ich immer empfehlen, wenn man Werte hat und diese Werte auch kennt und diese dann auch mit Personen abgleichen kann, kurz- bis mittelfristig eine Lösung zu finden, wo man sagt, das ist für beide Parteien die beste Lösung. Da werden beide glücklich. Ich versuche gerade in meinem Kopf das Thema Warum und das Thema Werte zusammenzubringen.
Fortsetzung
Was ist zuerst da? Ich glaube, das ist kein nachgelagertes Prozess. Ich glaube, man kann ein bestimmtes Warum haben und die Werte sind nochmal was ganz anderes. Um bei diesem Beispiel zu bleiben, das Warum ist dein Nordstern am Ende vom Horizont, der ist nicht greifbar. Das ist das, was du machen willst. Theoretisch kannst du das auf ganz vielen verschiedenen Wegen oder Richtung diesem Nordstern streben. Nur die Frage ist, ob du den Horizont nutzen willst und dir egal wie. Du gehst einmal komplett auf die linke Seite, einmal komplett auf die rechte Seite oder willst du sagen, ich bin fokussiert und ich möchte in einem sehr klaren Prozess meinem persönlichen Warum näherkommen.
Dann ist der Punkt, wo du sagst, mit diesen Werteleitplanken bist du da ganz gut aufgestellt, weil du nicht mehr so dieses Komplettspektrum, der dir freigebenen Fläche nutzt, und ich glaube, wenn man Werte so versteht, dann hilft einem es auch, seinen Zielen wesentlich schneller und effizienter und effektiver entgegenzustreben. So würde ich das für mich definieren. Ich sehe aber nicht, dass es ein nachgelagerter Prozess ist. Stell dir mal vor, du hast eines Tages Kinder und du möchtest denen näherbringen, wie sie ihr Warum oder ihre Werte, ich sag jetzt mal bewusst wahrnehmen können.
Welche Schritte würdest du da versuchen einzuleiten, damit sie da hinkommen? Oh, sehr schwierige Frage. Ich hab das ja selbst erst für mich vor nicht allzu langer Zeit erfahren und was mir da geholfen hat, grundsätzlich muss man erst mal an einen Punkt kommen, wo man sagt, ich möchte mich mit diesem Thema auseinandersetzen. Das ist mir irgendwie ein persönliches Anliegen, da hinzukommen. Du nennst einen Selbstfindungsprozess. Du kannst nicht sagen, heute finde ich meinen Warum und ich brauche jetzt einen Warum und ich mach das jetzt, wie mit allem, sondern du musst da in erster Linie bereit für sein und sagen, ich muss das jetzt für mich herausfinden.
Und dann ist es glaube ich immer sinnvoll, das mit Leuten zu besprechen, eine Art Coaching, die in dem Bereich schon Selbsterfahrung gesammelt haben, um das für sich zu finden. Da gibt es unterschiedliche Wege. Für mich war es durch Literatur. Ich hab Bücher gelesen, die in dem Bereich waren. Ich hab mit Leuten gesprochen, Gespräche haben mir sehr viel geholfen. Ich kenne andere, die sagen, sie sind da hingekommen, weil sie andauernd meditieren, also darüber. Wieder andere haben das auf einem Ayahuasca-Trip für sich plötzlich erkannt.
Das hab ich jetzt so nicht gemacht, aber die Wege können da viel sein. Am Ende ist es wichtig, dass du sagst, ich hab jetzt das Thema für mich und ich weiß wirklich, und es fühlt sich sehr gut an, warum bestimmte Themen für mich dieses Glücksgefühl erzeugen und warum andere bei mir komplett einen Unbehagen und Unwohlsein erzeugen. Auf deinen Anraten hin hab ich auch das Buch Das Café am Rande der Welt gelesen. Das fand ich auch sehr toll. Da war eine interessante Sache mit dabei, wenn man sein Warum erkannt hat und aber nicht Aktivitäten macht oder unternimmt, um dahin zu kommen, ist es vielleicht sogar schlimmer, als das Warum nicht zu erkennen.
Wie siehst du das? Das sehe ich ganz ähnlich, das ist ja genau das Thema. Wenn du dein Warum kennst und weißt, welche Themen auf dieses Warum einzahlen können und wo du dich auch tatsächlich, dann nachweise ich, ein Stück weit erfüllter und glücklicher wirst, das ist super fatal, wenn du die Dinge tust, die überhaupt nicht auf dieses Thema einzahlen können. Ich glaube, das haben sehr, sehr viele Menschen, heutzutage auch im Berufsleben, die am Montagsmorgen, also das ist für mich ein ganz krasses Indiz, wenn ich montags aufstehe und sage, Shit, ich muss wieder zur Arbeit, dann empfinden die ihre Arbeit auch wirklich als Arbeit und es ist eigentlich etwas, was sie so in sich überhaupt nicht machen wollen.
Ich glaube, wir sind immer gegen diese Arbeit und ich finde, das sollte Arbeit tatsächlich nicht sein und wir agieren immer sehr stark aus der Angst heraus. Ich glaube, Deutsche haben das grundsätzlich immer, dass man sagt, okay, ich habe so viele Risiken, wenn ich das jetzt nicht mehr mache oder wenn ich hier aufhöre, was ist denn dann, dann passiert das und das und ich glaube, das ist der komplette falsche Ansatz, weil, wenn man weiß, was man tun muss, dann kann man auch wieder Geld verdienen und man ist wesentlich erfüllter, man ist angenehmer für sein Umfeld und ich glaube, man wird auch erfolgreicher.
Daniel, war mega gut, ich habe wirklich einiges mitgenommen. Bevor ich meine letzte Frage stelle, nochmal ganz kurz, wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhörer mit dir in Kontakt treten wollen, weil sie noch weitere Fragen an dich haben, wie können sie dich am besten erreichen? Auf der anderen Seite meines aktuellen Start-ups, das ist 210x.de oder, das ist eigentlich die einfachste und da ist auch die E-Mail-Adresse drauf. Falls da jemand Fragen hat, immer gerne, ich bin da immer gesprächsbereit und offen.
Dann nun zur letzten Frage, und zwar die ist auch sehr zentral für mich, welches Mindset hat für dich persönlich den meisten Impact in deinem Leben gehabt und warum? Warum trifft es ganz gut. Für mich war es die Frage nach dem Warum. Dieser Gesamtprozess zu hinterfragen, warum fallen die mir so schwer und warum machen die mir keinen Spaß und warum ärgere ich mich andauernd. Das war für mich ein ganz klarer Treiber, wo ich gesagt habe, es kann doch nicht sein, dass ich morgens aufstehe und jetzt schon irgendwie wütend bin oder mich über Themen ärgern.
Fortsetzung
Warum muss ich mich über diese Themen ärgern und warum ärgere ich mich überhaupt über die Themen? Eigentlich gibt es ja gar keinen Grund. Und da war für mich dann dieses Warum essentiell, das herauszufinden und als ich es dann hatte, wusste ich, okay, ich mache halt einfach aktuell sehr viele Tätigkeiten und Aufgaben, die nicht mit dem einhergehen, was ich für mich als dieses große Warum definiert habe. Und so wie wir gerade schon gesagt haben, ich habe jetzt Dinge getan, die eben überhaupt nicht gut für mich waren und mein Körper sich andauernd gewehrt hat.
Und in diesem Abwehrmechanismus bist du halt andauernd gereizt, du bist andauernd gestresst und du bist andauernd wütend und das wollte ich nicht mehr. Daniel, vielen Dank für deine Offenheit und die ganz klaren Worte für den Einblick in dein Leben, in dein Warum. Ich habe einiges mitgenommen, ich hoffe unsere Zuhörer auch und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Vielen Dank nochmal für alles. Lass mir ein Like da, subscrib den Kanal und wir sehen uns bald wieder. Mindset ist alles.
Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.
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Zitierfaehige Passage
Das persoenliche Warum ist kein einzelnes Ziel, sondern ein uebergeordneter Leitsatz, der als Kompass fuer alle Lebensbereiche dient.
Daniel Schaefer beschreibt seinen Antrieb als das Bestreben, ein Funkeln in den Augen anderer Menschen auszuloesen, sei es durch Inspiration oder Unterhaltung.
Dabei bilden persoenliche Werte wie Ehrlichkeit, Loyalitaet und Dankbarkeit das Fundament, auf dem dieses Warum aufgebaut ist.
Wer sein Warum kennt, versteht ploetzlich, warum bestimmte Taetigkeiten Energie geben und andere Energie rauben.
Die groesste Herausforderung ist nicht, sein Warum zu finden, sondern den Mut aufzubringen, danach zu handeln.



