Umgang mit reflexartigen Emotionen
Warum Emotionen keine Feinde sind und wie du lernst, Gedanken statt Gefühle zu kontrollieren.
Einleitung
Der richtige Umgang mit Emotionen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für persönliches Wachstum und ein bewusstes Mindset. In der siebten Folge von Project Mindset nutzt Reza Mehman eine eindrucksvolle Analogie: Wer einem Dieb kein Geld hinterherwerfen würde, sollte einem Zeitdieb auch nicht die eigene Lebenszeit opfern. Emotionen wie Wut, Neid oder Scham werden oft als negativ abgestempelt, dabei sind sie nichts anderes als Informationsübermittler. Reza stellt drei konkrete Wege vor, wie man Emotionen anerkennt, von den darauffolgenden Gedanken trennt und anschliessend validiert. Dabei greift er auf die Geschichte der zwei Pfeile Buddhas zurück und teilt eine faszinierende Erkenntnis aus der Neurowissenschaft. Diese Episode liefert praxisnahe Impulse für alle, die ihre emotionale Intelligenz stärken und bewusster mit inneren Reaktionen umgehen wollen.
Zusammenfassung
In einem Satz: Emotionen sind wie Reflexe und sollten nicht bekämpft, sondern als Informationen anerkannt werden, während man die daraus folgenden Gedanken und Handlungen bewusst kontrolliert.
In drei Sätzen: Reza Mehman erklärt anhand einer Geld Zeit Analogie, warum wir „Zeitdieben“ nicht noch mehr Lebenszeit hinterherwerfen sollten. Er stellt drei Wege vor: Emotionen als Informationsübermittler anerkennen, Gedanken von Emotionen trennen und die eigenen Gefühle aktiv validieren. Dabei zeigt er, dass die erste innere Stimme nicht immer die Wahrheit über unsere tatsächlichen Emotionen verrät.
In fünf Sätzen: In der siebten Folge von Project Mindset geht es um den bewussten Umgang mit reflexartigen Emotionen. Reza nutzt die Analogie eines Taschendiebs, der 10 Euro klaut, um zu zeigen, dass wir Zeitdieben oft unsere gesamte restliche Tageszeit opfern. Sein erster Weg: Emotionen sind Informationsübermittler, vergleichbar mit dem Kniescheibenreflex, und nicht per se schlecht. Zweitens sollte man Emotionen von den daraus resultierenden Gedanken und Handlungen trennen, ganz im Sinne der buddhistischen Lehre der zwei Pfeile. Drittens empfiehlt Reza, die eigenen Emotionen zu validieren, da die erste innere Stimme oft nicht die tatsächliche Ursache eines Gefühls offenbart.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Host des Podcasts Project Mindset, teilt persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse rund um Mindset, Selbstreflexion und emotionale Intelligenz.
Worum geht es: Die Episode widmet sich dem Umgang mit Emotionen, die reflexartig durch äussere Trigger ausgelöst werden. Reza beschreibt drei Schritte: Emotionen als Informationsübermittler erkennen, Gedanken von Emotionen trennen und die eigenen Gefühle validieren.
Warum ist das relevant: Viele Menschen verschwenden enorm viel Zeit und Energie, indem sie sich von reflexartigen Emotionen leiten lassen. Ein bewusster Umgang mit Gefühlen führt zu besserer Selbstkenntnis, weniger Stress und produktiveren Beziehungen.
Drei Kernfragen der Episode:
- Warum sollten wir Emotionen nicht unterdrücken, sondern als Informationsquelle nutzen?
- Wie trennt man Emotionen von den daraus folgenden Gedanken und Handlungen?
- Warum ist die erste innere Stimme nicht immer der zuverlässigste Wegweiser?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
- Zusammenfassung – Die Kernbotschaft in Kurzform
- Kontext – Wer spricht und warum das Thema relevant ist
- Themen und Einordnung – Die zentralen Themenbereiche der Folge
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
- Häufig gestellte Fragen – Antworten auf die drängendsten Fragen
- Highlight-Zitate – Die stärksten Aussagen aus der Episode
- Transkript – Die vollständige Mitschrift der Folge
- Keywords – Relevante Suchbegriffe
- Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen im Überblick
- Zitierfähige Passage – Zum Teilen und Zitieren
Themen und Einordnung
Emotionale Intelligenz und Selbstwahrnehmung
Die Episode zeigt, wie man Emotionen als Reflexe versteht und sie bewusst als Informationsquelle nutzt, anstatt sie zu unterdrücken oder sich von ihnen leiten zu lassen.
Keywords: emotionale Intelligenz, Selbstwahrnehmung, Emotionen verstehen
Zeitmanagement und Zeitdiebe
Reza verdeutlicht durch eine eingängige Geld Zeit Analogie, wie viel Lebenszeit wir verschwenden, wenn wir uns stundenlang über einen kurzen Streit aufregen.
Keywords: Zeitmanagement, Zeitverschwendung, Zeitdiebe
Buddhistische Philosophie und die zwei Pfeile
Die Lehre der zwei Pfeile Buddhas wird als Rahmen genutzt: Den ersten Pfeil (die Emotion) kann man nicht vermeiden, aber den zweiten Pfeil (die Reaktion) hat man selbst in der Hand.
Keywords: zwei Pfeile Buddha, Reaktion kontrollieren, Achtsamkeit
Neurowissenschaft und die innere Stimme
Eine spannende Erkenntnis aus der Neurowissenschaft stellt infrage, ob unsere lauteste innere Stimme tatsächlich der Mittelpunkt unseres Denkens ist.
Keywords: Neurowissenschaft, innere Stimme, Gehirn Areale
Selbstreflexion und Validierung von Gefühlen
Reza empfiehlt, Emotionen nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv zu hinterfragen, ob die erste Interpretation des Gefühls tatsächlich stimmt.
Keywords: Selbstreflexion, Gefühle validieren, Perspektivwechsel
Kern-Aussagen
- Einem Dieb würden wir kein Geld hinterherwerfen, aber einem Zeitdieb opfern wir bereitwillig unsere restliche Tageszeit.
- Emotionen sind wie der Kniescheibenreflex: Sie passieren automatisch und lassen sich nicht einfach abschalten.
- Emotionen sind Informationsübermittler und nicht per se schlecht. Sie verraten uns etwas über uns selbst.
- Man sollte nicht die Emotionen kontrollieren, sondern die daraus folgenden Gedanken und Handlungen.
- Die Geschichte der zwei Pfeile Buddhas lehrt: Auf den ersten Pfeil haben wir keinen Einfluss, auf den zweiten schon.
- Es ist kontraproduktiv, sich dafür zu geisseln, dass man Emotionen wie Neid oder Wut empfindet.
- Die erste innere Stimme ist nicht immer der zuverlässigste Wegweiser. Man muss tiefer bohren.
- Emotionen sollten nicht bewertet, sondern validiert werden: Ist es wirklich Wut, oder steckt etwas anderes dahinter?
- Was wir als Genervtheit gegenüber anderen empfinden, kann in Wahrheit Enttäuschung über uns selbst sein.
- Spielraum für falsche Annahmen über die eigenen Emotionen zu geben ist ein Zeichen von Reife und Selbstkenntnis.
Häufig gestellte Fragen
Warum sollte man Emotionen nicht unterdrücken?
Emotionen funktionieren wie Reflexe und lassen sich nicht einfach abschalten. Stattdessen sollte man sie als Informationsübermittler verstehen, die Hinweise auf innere Bedürfnisse und Trigger liefern. Das Unterdrücken führt oft dazu, dass die Emotionen an anderer Stelle noch stärker aufbrechen.
Was ist die Zeitdieb Analogie von Reza Mehman?
Reza vergleicht 24 Euro in der Tasche mit 24 Stunden am Tag. Wenn jemand 10 Euro klaut, würde niemand dem Dieb das restliche Geld hinterherwerfen. Genauso wenig sollte man einem Menschen, der einen kurzen Streit verursacht hat, den gesamten restlichen Tag an Lebenszeit opfern, indem man sich weiterhin aufregt.
Was bedeutet die Lehre der zwei Pfeile Buddhas?
Der erste Pfeil trifft unerwartet und steht für das auslösende Ereignis oder die reflexartige Emotion. Darauf hat man keinen Einfluss. Der zweite Pfeil ist die bewusste Reaktion darauf, also wie man mit der Emotion umgeht. Diesen zweiten Pfeil hat man selbst in der Hand.
Wie trennt man Emotionen von Gedanken und Handlungen?
Der erste Schritt ist, die Emotion anzuerkennen und zu akzeptieren, ohne sie zu bewerten. Im zweiten Schritt beobachtet man bewusst, welche Gedanken aus der Emotion entstehen, und entscheidet aktiv, ob man diesen Gedanken folgen oder sie loslassen möchte. So kontrolliert man nicht die Emotion selbst, sondern die Reaktion darauf.
Was bedeutet es, Emotionen zu validieren?
Validieren bedeutet, die erste emotionale Interpretation zu hinterfragen. Zum Beispiel kann das Gefühl, von jemandem genervt zu sein, in Wahrheit Enttäuschung über sich selbst sein. Man gibt sich bewusst Spielraum für falsche Annahmen und schaut aus verschiedenen Perspektiven auf das eigene Empfinden.
Was hat Neurowissenschaft mit der inneren Stimme zu tun?
Laut einem Neurowissenschaftler, den Reza zitiert, ist die lauteste innere Stimme möglicherweise gar nicht der eigentliche Mittelpunkt unseres Denkens. Stille oder leise Areale im Gehirn könnten eine viel zentralere Rolle spielen. Das zeigt, dass man der ersten inneren Reaktion nicht blind vertrauen sollte.
Ist es normal, Neid oder Wut zu empfinden?
Ja, absolut. Reza betont, dass er selbst in bestimmten Situationen Neid empfindet und das auch zugibt. Sich dafür zu geisseln ist kontraproduktiv. Wichtiger ist es, die Emotion anzuerkennen und dann bewusst zu entscheiden, wie man darauf reagiert.
Welche drei Wege empfiehlt Reza Mehman im Umgang mit Emotionen?
Erstens: Emotionen als Informationsübermittler anerkennen und nicht als etwas Negatives betrachten. Zweitens: Emotionen von den daraus folgenden Gedanken und Handlungen trennen und die Gedanken bewusst kontrollieren. Drittens: Emotionen validieren und hinterfragen, ob die erste Interpretation tatsächlich stimmt.
Highlight-Zitate
„Einem Dieb würdet ihr ja vor lauter Wut kein Geld hinterher schmeissen, aber einem Zeitdieb schmeissen wir fast unbegrenzt die andere wichtige Währung, die wir haben, also unsere Zeit, hinterher.“
– Reza Mehman
„Ich glaube nicht, dass es möglich ist, Emotionen in irgendeiner Form einfach wegzulassen oder abzustellen. Man kann seine Gedanken kontrollieren, aber Emotionen sind ja quasi erst mal so was wie Reflexe.“
– Reza Mehman
„Versuch doch erst gar nicht die Emotionen als was Negatives zu sehen, sondern versuch mal die Emotionen als quasi einen Übermittler von Informationen über dich selber zu sehen.“
– Reza Mehman
„Der erste Pfeil trifft mich und ich kann nichts dagegen tun. Er ist völlig überraschend gekommen und löst beispielsweise Schmerz bei mir aus. Aber wo ich definitiv drauf Einfluss habe, ist auf den zweiten Pfeil.“
– Reza Mehman
„Ich verspüre auch in gewissen Situationen Neid und gebe es auch nicht gerne zu. Ich kann jetzt dagegen ankämpfen und sagen, es ist nicht so. Oder ich akzeptiere es einfach und versuche objektiv zu sehen, ich verspüre gerade Neid.“
– Reza Mehman
„Vielleicht bin ich gar nicht in dem Moment genervt von ihr, sondern enttäuscht von mir selbst, dass ich nicht genug zum Beispiel ihr vorher Liebe geschenkt habe.“
– Reza Mehman
„Die innere Stimme ist vielleicht gar nicht der Mittelpunkt von einem selbst, sondern vielleicht Areale im Gehirn, die eigentlich stumm oder leise sind. Vielleicht, dass diese der Mittelpunkt im Gehirn sind.“
– Reza Mehman
Transkript
Das vollständige Gespräch
Hi zusammen, hier ist Reza Mehman und ihr hört die siebte Podcast-Folge von Project Mindset. Stellt euch vor, ihr seid gerade beim Bäcker und habt genau nur noch 24 Euro in der Tasche. Ihr wollt gerade bezahlen und jemand rennt an euch vorbei und klaut euch 10 Euro aus eurer Tasche. In so einer Situation wäre es ziemlich dumm vor lauter Wut über diesen Vorfall, dem Dieb euer gesamtes restliches Geld hinterher zu werfen. Allein schon der Gedanke daran ist ja absurd. Und ihr denkt jetzt auch bestimmt, worauf zum Teufel möchte ich eigentlich jetzt hinaus.
Also ich denke, diese Analogie passt perfekt, wenn man die 24 Euro durch 24 Stunden ersetzen würde. Ihr habt 24 Stunden am Tag, da kommt jemand vorbei. Aus irgendeinem Grund fängt die Person, er oder sie, eine Diskussion oder einen Streit mit euch an und ihr habt bereits schon eine Stunde in diese Diskussion reingeworfen quasi. Die andere Person geht weiter, aber ihr regt euch noch den gesamten restlichen Tag über diesen Streit auf. Um in der Geldanalogie zu bleiben, einem Dieb würdet ihr ja vor lauter Wut kein Geld hinterher schmeißen, aber einem Zeitdieb schmeißen wir fast unbegrenzt die andere wichtige Währung, die wir haben, also unsere Zeit, hinterher.
Ist doch mega komisch von uns. Ich bin noch ehrlich, lange Zeit war ich genauso drauf, dass ich mich nach Diskussion oder Auseinandersetzung mit anderen Menschen noch relativ lange gedanklich damit beschäftigt habe. In Gedanken habe ich dann die Diskussion in meinem Kopf unzählige Male fortgeführt oder habe gedacht, was ich beim nächsten Mal sagen werde oder habe dann bereut, was ich nicht beim letzten Mal gesagt hätte, am liebsten noch gesagt hätte und so weiter und so fort. Als ich aber zum ersten Mal die gerade genannte Analogie gehört und versucht habe zu verstehen, dass man in dem Fall Geld durch Zeit ersetzen muss, wurde mir bewusst oder das erste Mal bewusst, was für ein Ausmaß an Zeitverschwendung ich bis jetzt in meinem Leben betrieben habe.
Das Problem sind ja eigentlich nicht die Zeitdiebe an sich, weil Streitigkeiten und Diskussionen kommen mir immer wieder. Das Problem sind aus meiner Sicht unser Umgang mit Emotionen und den daraus folgenden Gedanken, die wir dann haben. Emotionen werden ja andauernd durch irgendwas getriggert. Also wie gesagt, Streit zu haben oder eine Diskussion zu haben oder in der Arbeit, in der Zusammenarbeit mit Kollegen und so weiter. Oder allein schon das Scrawlen durch Social Media, das bewegt ja auch schon Emotionen, in diesem Fall beispielsweise wie Neid oder Abneigung oder was auch immer.
Jetzt könnte man sagen, relativ einfach sagen, hey, dann lass doch die Emotionen weg, versuch doch deine Emotionen zu kontrollieren. Also ich bin ehrlich, ich glaube nicht, dass es möglich ist, Emotionen in irgendeiner Form einfach wegzulassen oder abzustellen. Man kann seine Gedanken kontrollieren, aber Emotionen sind ja quasi erst mal so was wie Reflexe. Ihr kennt doch bestimmt den Kniescheibenreflex-Test beim Arzt. Wenn man vorsichtig auf die Kniescheibe draufhaut, dann bewegt sich der Unterschenkel so nach vorne und man kann auch gar nicht kontrollieren oder gar nicht versuchen, dass es nicht passiert.
Es passiert einfach. Und ich glaube, bei Emotionen verhält es sich absolut ähnlich. Wir haben teilweise gar keinen Einfluss darauf, welche Emotion jetzt in einem gewissen Moment durch irgendeinen Trigger entsteht. Deswegen sage ich den Leuten, hey, versuch doch erst gar nicht die Emotionen als was Negatives zu sehen, sondern versuch mal die Emotionen als quasi einen Übermittler von Informationen über dich selber zu sehen. Und genau in dem heutigen Podcast geht es darum, und zwar der richtige Umgang mit Emotionen.
Und ich habe da so drei Wege für mich entdeckt, wo ich hoffe, dass sie auch vielleicht bei euch hilfreich sein könnten. Und wenn ihr wie immer Fragen und Anregungen habt zu diesen drei Wegen, dann schreibt mir einfach danach. Ich bin auch sehr gespannt auf eure Feedback. Aber starten wir erst mal mit Nummer eins. Emotionen sind Informationsübermittler und nicht per se schlecht. Man muss Emotionen, die durch irgendetwas getriggert worden sind, beispielsweise von diesen Zeitdieben, was ich gerade gesagt habe, als genau das erkennen, was sie sind.
Überbringer von Informationen. Genauer gesagt, Informationen über mich selbst. Da war offensichtlich ein Trigger, der bei mir eine Emotion wie Wut, Scham, Neid, was auch immer eifersucht ausgelöst hat. Und ich erfahre erst mal, dass dieser Trigger ein Auslöser ist quasi für eine Emotion bei mir selbst. Wie ihr wisst, ich bin ein großer Fan von Feedback von anderen Leuten. In dem Fall ist es ja Feedback durch einen selbst. Wenn ihr nochmal das Thema Feedback von anderen Leuten genauer verstehen wollt, was ich damit meine, schaut einfach in die Folge Nummer drei von Project Mindset rein.
Aber in dem Fall rede ich von Feedback von und durch mich selbst. Die Trigger, die Emotionen bei mir auslösen, sind ja nichts anderes als, wie gesagt, Infos. Im ersten Schritt gestehe ich mir also ein, dass ein bestimmter Trigger eine bestimmte Emotion bei mir auslöst. Ich bewerte auch die Emotionen nicht. Sie ist nicht per se schlecht oder auch gut. Sie ist einfach da. Für mich ist das vergleichbar wie mit dem Kniescheibenreflex. Wenn man vorsichtig draufhaut, dann bewegt sich der Unterschenkel reflexartig nach vorne.
Fortsetzung
Wenn man irgendeinen Trigger hat bei Emotionen, dann passiert ja auch ein Reflex. Und wie ich darauf reagiere, ist quasi der zweite Teil. Also im ersten Teil Emotionen als Informationsübermittler anerkennen und nicht per se schlecht finden. Im zweiten Teil Emotionen müssen aus meiner Sicht von darauffolgenden Gedanken und Handlungen getrennt werden. Es geht also darum, die Gedanken, die dann daraus entstehen, zu kontrollieren und nicht die Emotionen selbst. Ich akzeptiere zum Beispiel, dass ich Wut oder Unbehagen verspüre, wenn irgendetwas bestimmtes passiert.
Aber ich kontrolliere meine Gedanken und den daraus folgenden Aktivitäten, die aus diesen Gedanken entstehen, und das versuche ich absolut zu kontrollieren. Ihr kennt bestimmt noch die Geschichte von den zwei Pfeilen des Buddhas. In einer der Podcast-Folgen haben wir auch darüber gesprochen. Der erste Pfeil trifft mich und ich kann nichts dagegen tun. Er ist völlig überraschend gekommen und löst beispielsweise Schmerz bei mir aus. Auf den ersten Pfeil habe ich keinen Einfluss. Er kommt quasi aus dem Nichts.
Aber wo ich definitiv drauf Einfluss habe, ist auf den zweiten Pfeil, auf den ersten Pfeil reagiere. Ob ich nur sauer werde, zurückschlage oder schlecht drauf bin oder was auch immer, es liegt in meiner Hand, wie ich darauf reagiere. Interessanterweise, was mir in diesem Kontext aufgefallen ist, dass ein paar Freunde von mir sich teilweise selbst dafür geiseln, dass sie überhaupt Emotionen wie Neid, Wut usw. verspüren. Ich bin ehrlich, ich verspüre auch in gewissen Situationen Neid und gebe es auch nicht gerne zu.
Ich kann jetzt dagegen ankämpfen und sagen, es ist nicht so. Oder ich akzeptiere es einfach und versuche objektiv zu sehen, ich verspüre gerade Neid. Aber ich denke, wie gesagt, Emotionen sind wie Reflexe. Ich denke aber, dass ich die daraus folgenden oder daraus resultierenden Gedanken danach auf jeden Fall kontrollieren möchte. Auch hier, ich habe gesagt, Emotionen sind eine Art Informationsübermittler. Das hat mich auch in der Geschichte von Boden oder Überbringern von schlechten Nachrichten in der Antike erinnert, die quasi umgebracht worden sind, wenn sie schlechte Nachrichten überbracht haben.
Das waren eigentlich nur die Übermittler der schlechten Nachrichten. Das waren gar nicht die Auslöser von den Taten, die hinter diesen schlechten Nachrichten standen. Das ist auch der Übermittler, der Bösewicht. Die Emotionen in dem Fall sind quasi die Bösewichte. Nein, das sind einfach nur Informationen, die jetzt übermittelt worden sind. Dritten Punkt, den ich super entscheidend wichtig finde, Emotionen sollten tatsächlich nicht bewertet werden, sondern eher validiert werden. Man muss sogar, aus meiner Sicht, Spielraum für falsche Annahmen für sich selber geben.
Was ich damit meine, wir haben ja gesagt, Emotionen passieren einfach. Sie wurden durch irgendetwas ausgelöst oder getriggert. Man kann und sollte objektiv darüber reden, dass man zum Beispiel gerade neid oder neidig ist oder wütend ist auf jemanden, soweit so gut. Nachdem ich meine Emotionen, wie im Schritt 1 gesagt habe, akzeptiert habe und wie in Schritt 2 gesagt habe, versuche, meine Gedanken und Handlungen von Emotionen zu trennen und zu kontrollieren, denke ich aber im Schritt 3 definitiv noch mal nach, ob ich die Emotionen auch richtig verstanden habe.
Ich versuche, mich selber zu validieren. War ich jetzt wirklich sauer auf die Person gegenüber? War ich jetzt wirklich genervt durch die Person? Oder liegt eigentlich eine andere Emotion oder was auch immer? Man tendiert ja tendenziell dazu, auf die erste innere Stimme in einem selbst zu hören. Und jetzt kommt aber auch was mind-blowing, was ich vor kurzem selber erst in so einem Interview gehört habe von einem Neurowissenschaftler, der etwas super Interessantes gesagt hat. Da ging es auch um die erste innere Stimme, die man quasi hat und auf die man meistens hört.
Aber er meinte, hey, damals, der Galileo Galilei, der sich die Beobachtung der Sterne und deren Umlaufbahn zu der Vermutung aufgestellt hat, ja krass. Die ganzen Sterne, die drehen sich eigentlich gar nicht um die Erde, so wie jeder vermutet oder jeder sagt. Die drehen sich nicht mal um die Sonne, so wie jeder eventuell auch vermutet hat, sondern die drehen sich um etwas ganz anderes. In dem Fall natürlich um die, beispielsweise die Galaxie Milchstraße um sich selbst. Das war für die Zeit natürlich irre, zu sagen, boah, die Erde ist gar nicht im Mittelpunkt.
Und der Neurowissenschaftler hat was Ähnliches gesagt und zwar hat er gemeint, die sind gerade dabei herauszufinden, ob die innere Stimme vielleicht gar nicht der Mittelpunkt von einem selbst ist, sondern vielleicht Areale im Gehirn quasi, die eigentlich stumm oder leise sind oder einfach nicht so laut sind wie die anderen Areale. Vielleicht, dass diese der Mittelpunkt im Gehirn sind. Also das war für mich so eine Art Mic Drop-Moment, und es hat mich auch selber nochmal zum Nachdenken gebracht. Es ist tatsächlich so, dass die innere Stimme quasi etwas da ist, was ich am lautesten höre, aber eigentlich vielleicht unterbewusst mein Mindset mich überhaupt triggert, irgendwas zu denken, irgendwo hinzugehen, irgendwas zu machen, auf eine gewisse Art und Weise von Emotionen zu denken.
Fortsetzung
Und das ist, wo ich auch sage, ich versuche auch selber, wenn ich eine Emotion habe, wenn ich merke, die Emotion ist da, wenn meine erste Vermutung ist, das ist jetzt Wut, versuche ich da nochmal tiefer zu bohren. Ist es tatsächlich Wut, kann es was anderes sein? Ich habe beispielsweise früher einen Kollegen in der Arbeit gehabt, der ging mir ja so richtig auf den Sack, und ich konnte es auch nicht so genau sagen, woran das liegt. Ich habe auch lange drüber nachgedacht, und darüber habe ich vor ein paar Tagen mit einem Kumpel von mir gesprochen.
Ich glaube, ich war in dem Moment vielleicht eher sogar so ein bisschen neidisch über den Effort, den er in seine Arbeit reinsteckt, das klingt zwar ein bisschen komisch, aber das ist mir in dem Fall tatsächlich nach längerer Zeit aufgefallen. Oder wenn ich mal genervt von meiner Partnerin bin, ich liebe sie natürlich, aber vielleicht bin ich gar nicht in dem Moment genervt von ihr, sondern enttäuscht von mir selbst, dass ich nicht genug zum Beispiel ihr vorher Liebe geschenkt habe, obwohl ich mir immer vornehme, das zu tun.
Also man muss tatsächlich Emotionen natürlich akzeptieren, so wie sie sind, aber vielleicht auch validieren, ist es gerade das Richtige, was ich fühle, also vielleicht mal aus einer anderen Perspektive das Ganze sehen. So Leute, ich muss sagen, dass ich diese Folge inhaltlich super wichtig finde, und ich hoffe, dass ihr das genauso seht. Bitte schreibt mir an, falls ihr das anders seht oder weitere Tipps habt. Aber wir neigen uns auch zum Ende der Folge zu. Hier noch eine kleine Zusammenfassung. Und zwar Nummer eins, Emotionen sind Informationsübermittler und nicht per se schlecht.
Denkt hier dran, zum Beispiel eine Knie-Reflex-Scheibe. Emotionen passieren einfach. Man darf sich selber dafür gar nicht geißen, dass man überhaupt solche Emotionen entwickelt hat. Nummer zwei, Emotionen müssen von den darauffolgenden Gedanken und Handlungen definitiv getrennt werden. Denkt hier an die zwei Pfeile des Buddhas. Der erste Pfeil trifft einen, aber wie ich auf den zweiten Pfeil reagiere, liegt völlig in meiner Hand. Nummer drei, Emotionen sollten nicht bewertet werden, sondern validiert werden.
Ist eure Einschätzung oder die erste Stimme, die ihr gehört habt, wirklich das Richtige? Liegt vielleicht nicht etwa ein anderer Grund vor, warum ihr gerade so reagiert habt, oder emotional auf irgendetwas reagiert habt? Also, wie gesagt, das war’s auch schon. Das waren drei Schritte, wie ich mit Emotionen umgehe. Ich hoffe, die Folge hat euch gefallen. Wie immer, Leute, ich versuche, den Kanal weiter wachsen zu lassen. Wenn euch der Inhalt gefallen hat, oder ihr zumindest eine Sache für euch mitnehmen konntet, lasst mir einen Review da, abonniert den Kanal, erzählt euren Freunden und Bekannten davon.
Nur so wird der Kanal auch größer. Wie immer, bei Fragen oder Feedback schreibt mir einfach an, Leute, ich wünsche euch noch einen schönen Tag. Bis zum nächsten Mal. Nicht vergessen, Mindset ist alles.
Dieses Transkript wurde automatisch mit Whisper KI erstellt und kann vereinzelt Fehler enthalten.
Keywords
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Zitierfähige Passage
Emotionen sind keine Feinde, sondern Informationsübermittler, die uns etwas über uns selbst verraten.
Wie beim Kniescheibenreflex entstehen sie automatisch und lassen sich nicht einfach abschalten.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, welche Emotion wir empfinden, sondern wie wir mit den daraus folgenden Gedanken und Handlungen umgehen.
Wer seine Emotionen validiert und hinterfragt, statt ihnen blind zu folgen, gewinnt echte Selbstkenntnis.
Denn die lauteste innere Stimme ist nicht immer die wahrste.



