Folge 195: Jens Ritter über Luxusgitarren, Prince und KI-Kunst

Jens Ritter über Gitarrenbau, Kunst, Sammler, Prince, KI und ein Leben zwischen Handwerk und Selbstverwirklichung.

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Einleitung


Jens Ritter baut seit 1996 außergewöhnliche Gitarren und hat sich vom Gitarrenbauer zum international gefragten Künstler und Unternehmer entwickelt. Im Gespräch mit Reza Mehman führt er durch seine Werkstatt und erzählt von besonderen Hölzern, handgefertigten Instrumenten, Sammlern und Gitarren für Musiker wie Prince und Lady Gaga. Dabei geht es auch um die Frage, wann aus Handwerk Kunst wird und warum Jens Ritter versucht, seine eigene Kreativität vom unmittelbaren Marktfeedback zu trennen. Ein wichtiger Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz, Musik und der Frage, was menschliche Kunst ausmacht. Mit seinen „Sleeping Beauties“ verbindet Ritter Kunst, Technologie und die Vorstellung, Werke über die eigene Lebenszeit hinaus zu erhalten. Gleichzeitig spricht er sehr persönlich über Selbstverwirklichung, seine berufliche Entwicklung und darüber, warum er heute das Gefühl hat, bereits in Rente zu sein.


Zusammenfassung

1-Satz-Version: Jens Ritter spricht mit Reza Mehman über handgefertigte Luxusgitarren, internationale Sammler, Prince, künstliche Intelligenz, Kunst und die Freiheit, die eigenen Ideen zu verwirklichen.

3-Satz-Version: Jens Ritter führt Reza Mehman durch seine Werkstatt in Deidesheim und zeigt, wie seine außergewöhnlichen Gitarren entstehen. Er erzählt von Kunden wie Prince und Lady Gaga, vom Wandel hin zum Sammlermarkt und von seiner eigenen Entwicklung vom Gitarrenbauer zum Künstler. Ein zentraler Teil des Gesprächs dreht sich um künstliche Intelligenz, menschliche Kreativität und die Frage, was Kunst über die eigene Lebenszeit hinaus bedeuten kann.

5-Satz-Version: Jens Ritter gründete sein Unternehmen 1996 und baut seitdem außergewöhnliche elektrische Gitarren und Bässe. Im Gespräch zeigt er seine Werkstatt, besondere Hölzer, Materialien und Instrumente und erklärt, warum heute zunehmend Sammler und Investoren seine Arbeiten kaufen. Er erzählt von Begegnungen mit Musikern wie Prince und von dem Einfluss, den diese Gespräche auf sein eigenes Verständnis von Kunst hatten. Mit seinen für 100 Jahre versiegelten „Sleeping Beauties“ setzt er sich mit künstlicher Intelligenz, Musik, Zeit und kulturellem Erbe auseinander. Gleichzeitig wird deutlich, dass er seine heutige Arbeit als eine Form von bezahlter Selbstverwirklichung versteht.


Kontext: Wer, Was, Warum

Wer spricht: Reza Mehman führt das Gespräch. Sein Gast ist Jens Ritter, Gründer von Ritter Instruments, Gitarrenbauer, Unternehmer und Künstler aus Deidesheim.

Worum geht es: Das Gespräch beginnt mit einer Führung durch Werkstatt, Holzlager und Ausstellungsräume. Daraus entwickelt sich ein Gespräch über Gitarrenbau, Luxus, Sammler, bekannte Musiker, künstlerische Identität, Unternehmertum, KI und die Frage, was von einem Menschen und seinen Ideen über die eigene Lebenszeit hinaus bleibt.

Warum ist das relevant: Jens Ritter beschreibt aus seiner eigenen Arbeit heraus, wie sich Handwerk, Marke, Kunst und Technologie überschneiden. Besonders die zunehmende Rolle künstlicher Intelligenz in der Musik führt im Gespräch zu der grundlegenden Frage, was menschliche Kreativität ausmacht.

Drei Kernfragen:

  • Wie wurde aus einem Gitarrenbauer eine international gefragte Marke für Sammler, Musiker und Museen?
  • Was hat Jens Ritter durch Begegnungen mit Künstlern wie Prince über Kreativität und Marktorientierung gelernt?
  • Kann künstliche Intelligenz nach Ritters Verständnis echte Kunst schaffen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Überblick über Jens Ritter, seine Arbeit und die zentralen Themen des Gesprächs
  2. Zusammenfassung: Die Podcast-Folge in einem, drei und fünf Sätzen
  3. Kontext: Wer, Was, Warum: Gesprächspartner, Relevanz und zentrale Fragen
  4. Inhaltsverzeichnis: Übersicht über alle Bereiche des Beitrags
  5. Themen und Einordnung: Gitarrenbau, Kunst, Unternehmertum, KI und Legacy
  6. Kern-Aussagen: Die wichtigsten inhaltlichen Aussagen in kompakter Form
  7. Häufig gestellte Fragen: Direkte Antworten zu Jens Ritter und den Themen der Folge
  8. Highlight-Zitate: Prägnante Originalaussagen aus dem Gespräch
  9. Das vollständige Gespräch: Das redaktionell aufbereitete Podcast-Transkript
  10. Keywords: Relevante Begriffe für SEO und AI-Suche
  11. Namen und Begriffe: Einheitliche Schreibweisen wichtiger Personen und Begriffe
  12. Zitierfähige Passage: Kompakter Abschnitt zur direkten Verwendung
  13. Kategorie und WordPress-Tags: Vorschlag für die Veröffentlichung
  14. Social-Media-Snippets: YouTube, LinkedIn und Newsletter
  15. Structured Data: PodcastEpisode-Schema für WordPress

Themen und Einordnung

Gitarrenbau und Handwerk

Jens Ritter zeigt, wie seine Instrumente in Handarbeit entstehen, welche Rolle besondere Hölzer spielen und warum Materialeigenschaften den Bau und Klang eines Instruments beeinflussen.

Keywords: Gitarrenbau, Ritter Instruments, Tonholz

Kunst, Sammler und Luxus

Die Instrumente werden nicht mehr ausschließlich als Werkzeuge für Musiker gekauft, sondern zunehmend als Sammlerobjekte, Kunstwerke und hochwertige Einzelstücke.

Keywords: Luxusgitarren, Sammlermarkt, Kunstobjekte

Prince und künstlerische Identität

Ein Gespräch mit Prince half Jens Ritter dabei, die Frage loszulassen, ob er sich als Gitarrenbauer, Kunsthandwerker oder Künstler definieren muss.

Keywords: Prince, Künstler, Kreativität

Künstliche Intelligenz und Kunst

Ritter beschreibt seine Sicht auf KI und vertritt die Position, dass menschliche Kunst aus kultureller Entwicklung entsteht und nicht einfach als Produkt geplant werden kann.

Keywords: künstliche Intelligenz, KI-Musik, menschliche Kreativität

Legacy und Selbstverwirklichung

Die „Sleeping Beauties“ und die Idee, Werke über 100 Jahre zu bewahren, führen zu einer persönlichen Diskussion darüber, was von einem Menschen über die eigene Lebenszeit hinaus bestehen bleibt.

Keywords: Sleeping Beauties, Legacy, Selbstverwirklichung


Kern-Aussagen

  • Jens Ritter gründete sein Unternehmen 1996 und beschreibt seine heutige Arbeit als „bezahlte Selbstverwirklichung“.
  • Der klassische Instrumentenmarkt hat sich für Ritter verändert, weil weniger professionelle Musiker seine Instrumente kaufen und Sammler, Hobbymusiker und Investoren wichtiger geworden sind.
  • Besonders hochwertige Instrumente werden von manchen Käufern nicht nur als Musikinstrument, sondern auch als Sammlerobjekt oder Anlage betrachtet.
  • Ritter hat unter anderem Instrumente für Prince und Lady Gaga gebaut.
  • Ein persönliches Gespräch mit Prince veränderte Ritters Sicht auf die Frage, ob er Gitarrenbauer, Kunsthandwerker oder Künstler ist.
  • Ritter versucht heute stärker zwischen seiner eigenen künstlerischen Arbeit und der Reaktion des Marktes zu unterscheiden.
  • Mit den „Sleeping Beauties“ versiegelt Ritter voll funktionsfähige Gitarren für 100 Jahre.
  • Ritter ist grundsätzlich positiv gegenüber künstlicher Intelligenz, sieht aber einen grundlegenden Unterschied zwischen KI-generierten Ergebnissen und menschlicher Kunst.
  • Nach seiner Auffassung entsteht Kunst im Zusammenhang mit menschlicher und kultureller Entwicklung und nicht einfach durch einen Businessplan.
  • Sein persönliches Ziel ist es, möglichst lange frei arbeiten und seine eigenen Ideen materialisieren zu können.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Jens Ritter?

Jens Ritter ist Gründer von Ritter Instruments und baut seit 1996 außergewöhnliche elektrische Gitarren und Bässe. Im Gespräch beschreibt er sich sowohl als Gitarrenbauer als auch als Künstler, wobei ihm die genaue Bezeichnung heute weniger wichtig ist.

Welche bekannten Musiker haben Gitarren von Jens Ritter?

Im Gespräch nennt Jens Ritter unter anderem Prince und Lady Gaga. Außerdem spricht er über Nile Rodgers sowie weitere bekannte Musiker, mit denen er durch seine Instrumente in Kontakt gekommen ist.

Wie lange baut Jens Ritter bereits Gitarren?

Jens Ritter sagt im Gespräch, dass er sein Unternehmen 1996 gegründet hat und zum Zeitpunkt der Aufnahme seit rund 30 Jahren professionell an seinen Instrumenten arbeitet.

Warum kaufen Sammler Gitarren von Jens Ritter?

Ritter beschreibt, dass seine Instrumente zunehmend nicht nur von Musikern, sondern auch von Sammlern, Hobbymusikern und Investoren gekauft werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei besondere Materialien, individuelle Geschichten und die künstlerische Gestaltung.

Was hat Prince Jens Ritter über Kunst gesagt?

Ritter erzählt, dass Prince ihm sinngemäß deutlich machte, dass die genaue Bezeichnung als Gitarrenbauer oder Künstler unwichtig sei. Entscheidend sei, dass er seine Ideen und Inspiration materialisiere und sich nicht allein danach richte, welcher Markt diese Arbeit kauft.

Was sind die „Sleeping Beauties“ von Jens Ritter?

Die „Sleeping Beauties“ sind voll funktionsfähige Gitarren, die nach ihrer Fertigstellung versiegelt und für 100 Jahre als Kunstobjekte bewahrt werden. Nach Ablauf dieser Zeit sollen sie wieder geöffnet und gespielt werden können.

Was denkt Jens Ritter über künstliche Intelligenz?

Ritter bezeichnet sich als großen KI-Fan und verbindet damit Hoffnungen für Bereiche wie Medizin und Umweltschutz. Gleichzeitig vertritt er im Gespräch die Position, dass echte Kunst aus menschlicher kultureller Entwicklung entsteht.

Kann KI laut Jens Ritter Kunst schaffen?

Ritter sagt, dass KI sehr emotionale Musik produzieren könne. Er unterscheidet das aber von der Entstehung neuer kultureller Ausdrucksformen wie Blues, Hip-Hop oder Punkrock, die für ihn aus menschlicher Entwicklung hervorgegangen sind.

Was bedeutet Selbstverwirklichung für Jens Ritter?

Ritter beschreibt seine heutige Arbeit als „bezahlte Selbstverwirklichung“. Er sagt am Ende des Gesprächs, dass er bereits das tue, was er auch in seiner Pension machen würde.


Highlight-Zitate

„Und wenn ich das vergleiche mit dem, was ich heute mache, das ist ja bezahlte Selbstverwirklichung.“Jens Ritter

„Du denkst viel zu klein, du denkst nur in deiner Lebenszeit.“Jens Ritter über eine Aussage im Gespräch mit einem Museumsdirektor

„Du bist Artist, du bist Künstler, du materialisierst deine Ideen, deine Inspiration, du machst etwas, du bist Artist.“Jens Ritter über sein Gespräch mit Prince

„Wenn du jetzt dich anpasst, wenn du jetzt Bock hast, ’ne rote Gitarre zu bauen, der Markt möchte aber ’ne grüne und du baust ’ne grüne Gitarre, dann wird das nichts.“Jens Ritter

„Kunst ist ein Katalysator für unsere menschliche kulturelle Weiterentwicklung.“Jens Ritter

„Kunst passiert, Kunst wird nicht im Businessplan geplant und produziert.“Jens Ritter

„Ich bin schon längst in Rente.“Jens Ritter


Das vollständige Gespräch

Ein altes Weingut wird zur Gitarrenmanufaktur

Reza Mehman:

Aber du musst erst mal erklären, wie man ein Haus kauft aus dem 17. Jahrhundert.

Jens Ritter:

Du, ich hab hier gewohnt, ich glaube, für 23 Monate. Dann kam die damalige Besitzerin und meinte, ja, sie muss sofort das Haus verkaufen. Und ich bekam, Gott sei Dank, einen Kredit, konnte es kurzfristig finanzieren, innerhalb von 14 Tagen. Und sonst wäre das weg gewesen, ja, für das Zweifache, für das Dreifache.

Reza Mehman:

Das ist riesig, oder?

Jens Ritter:

Ja, es hat ein paar 100 Quadratmeter. Es war so ein altes, altes Weingut von der Familie ****. Da hinten wurde der Wein gemacht, da ist jetzt unsere Werkstatt drin. Im Keller war ein großes Weinlager. Hier haben wir ein kleines Weinlager, hier haben wir ein mittleres Weinlager. Und vorne, Weinkontor, also da, wo die Weine verkauft wurden, ist unser Office. Ansonsten haben wir halt Montageraum, kleines Holzlager, Versandraum, Ausstellungsraum.

Reza Mehman:

Macht ihr alles selbst, gell? Versand, Montage, Reparaturen, was auch immer?

Jens Ritter:

Also mein Team, mein Team, wir machen das gemeinsam.

Reza Mehman:

Wo ist deine Schatzkammer?

Jens Ritter:

Welche Schätze denn?

Reza Mehman:

Wein, Holz.

Jens Ritter:

Edelsteine muss ich leider aus versicherungstechnischen Gründen hier auf der Bank lagern.

Reza Mehman:

Okay, ich rede von den Gitarren, von den Gitarren.

Jens Ritter:

Sollen wir da hingehen?

Reza Mehman:

Ja, gehen wir hin.

Jens Ritter:

Let’s go. Ist immer so lustig, wenn ich Anrufe bekomme und die Leute wollen irgendwie eine Werksführung. Dann muss ich ihnen erklären: Hey, es ist nur eine kleine Bude. Wir machen alles von Hand hier drin.

Charity-Gitarre aus Plastikmüll

Reza Mehman:

Kann ich das anfassen?

Jens Ritter:

Die rohen nicht. Das kannst du anfassen, weil ich weiß nicht, wie weit die geschliffen sind.

Und ja, das ist übrigens ein ganz besonderes Stück. Das ist eine Charity-Gitarre, die mache ich zusammen mit eBay Impact aus Singapur. Eine Kundin von mir besitzt eine Firma, die ist sehr engagiert, was Nachhaltigkeit, Umweltschutz und so angeht.

Und sie hat bei Singapur Plastikmüll rausgefischt aus dem Wasser. Der wurde dann sortiert, eingeschmolzen und in diese Form gepresst oder in so Plattenform. Plastikmüll, genau, das ist Plastikmüll.

Ja, den haben wir auf ein Stück Erle aufgeleimt. Einen geflammten Ahornhals haben wir bei der Gitarre und hier haben wir im Prinzip den Plastikmüll als Top. Die Einlegearbeit hat meine Partnerin gestaltet. Das ist auch aus diesem Plastikmüll. Und die stellen wir jetzt im September in Singapur auf dieser Nachhaltigkeitswoche vor. Dann reist die so ein bisschen durchs Land und im November wollen wir sie dann für einen guten Zweck versteigern, auch in Singapur zusammen mit der Firma.

Reza Mehman:

Sehr cool. Trash to Treasures. Bist du auf die Idee gekommen?

Jens Ritter:

Wir waren in Singapur essen am Wasser. Da war das Wasser dreckig und dann sind wir so ins Gespräch gekommen. Und ja, ich mache jedes Jahr eine Charity-Gitarre. Dieses Jahr habe ich ausnahmsweise zwei Charities. Die zeige ich euch später drüben in der kleinen Galerie.

Und ja, solche Ideen, die kannst du natürlich nicht erarbeiten. Das passiert meistens.

Wie viele Gitarren entstehen gleichzeitig?

Reza Mehman:

An wie vielen Gitarren arbeitet ihr so gleichzeitig?

Jens Ritter:

Monatlich arbeiten wir, sagen wir mal so, ungefähr acht, neun Gitarren. Je nachdem. Wenn es relativ einfache Instrumente sind, dann machen wir mal zehn oder elf. Wenn es kompliziertere sind, dann bauen wir halt nur fünf oder sechs.

Reza Mehman:

Wie viele Stunden braucht man denn?

Jens Ritter:

Das weiß ich nicht. Das möchte ich auch nicht wissen. Sonst muss ich drastisch irgendwie die Preise erhöhen. Also schon nicht ohne.

Nee, also es ist auch immer unterschiedlich und du kannst das einfach nicht richtig kalkulieren. Du hast manchmal ein Holz, das sträubt sich. Das möchte mehr Aufmerksamkeit, das möchte mehr Zeit mit dir verbringen.

Reza Mehman:

Und manchmal hast du eine sehr besondere Verbindung zum Holz, oder?

Jens Ritter:

Ja, natürlich. Das ist eigentlich auch so das Schönste, dieses Holzschleifen hier. Das kannst du jetzt berühren, das ist noch roh. Warte mal, ich guck mal, ob wir Wasser haben.

Das ist ein geflammter Ahorn aus Kanada. Der hat hier so eine schöne Flammenmaserung.

Reza Mehman:

Sieht echt schön aus. Jetzt kommt die Pracht raus.

Jens Ritter:

Ich bin ja ein riesiger Holzfan. Das hat so ein bisschen was wie Edelsteinsuche.

Reza Mehman:

Schön. Also jetzt mal Next Level schön, würde ich sagen.

Jens Ritter:

Wow, toll, ja.

Reza Mehman:

Was kostet denn der Einkauf von diesem Holz?

Jens Ritter:

Ich zeig dir das drüben mal im Holzlager. Also da habe ich wirklich so Blöcke für ein Instrument, die kosten zwischen 1.000 und 4.000 Euro das Stück.

Reza Mehman:

Wow.

Jens Ritter:

Ja, ist Wahnsinn. Also so edle einteilige Stücke, die sind schon sehr, sehr teuer.

Reza Mehman:

Ich hab gar kein Gefühl dafür gehabt. Ich kenne nur die Bauhauspreise für so was.

Jens Ritter:

Ich hatte gestern auch Techniker da, so eine Besuchergruppe. Das waren alles Lack- und Holztechniker und die waren auch so ein bisschen schockiert, als sie die Holzpreise gesehen haben. Pappelmaser, auch ein sehr schönes Stück.

Reza Mehman:

Sieht echt gut aus, echt nice.

Handarbeit in der Werkstatt

Jens Ritter:

Ja, und hier bauen wir alles. Hier ist unser Beizeck. Hier wird im Prinzip das Instrument dann gefärbt. Da haben wir die ganzen verschiedenen Farben, wie du an dem schönen sauberen Boden siehst.

Reza Mehman:

Angenehm kühl hier drin, dafür, dass heute so ein heißer Tag ist.

Jens Ritter:

Ja, und es ist eine alte, alte Sandsteinbude. Hier siehst du ein bisschen, wie dick die Mauern sind.

Reza Mehman:

Cool. Lässt sich gut arbeiten. Ja, sehr schön. Jetzt Freitagnachmittag ist natürlich niemand da.

Jens Ritter:

Klar. Nee, normalerweise arbeiten die noch eine halbe Stunde. Hier ist unsere Schleifkabine. Die darfst du nicht genau filmen, ist noch nicht aufgeräumt. Müssen wir noch sauber machen. Aber eigentlich wird die auch einmal die Woche, immer freitags, gereinigt.

Ja, ansonsten, wir haben ganz einfache Standardmaschinen. Bandsäge, Bandschleifer. Das meiste wird einfach von Hand gemacht.

Reza Mehman:

Du legst selbst Hand an?

Jens Ritter:

Mache ich auch noch regelmäßig. Ich bin ein bisschen zu viel am Computer aktuell, weil wir halt gerade so ein bisschen Market Change machen.

Vom Musikermarkt zum Sammlermarkt

Reza Mehman:

Was heißt das?

Jens Ritter:

Also, das ist ja so ein Thema bei mir. Die Instrumentenwelt oder der Instrumentenmarkt nimmt ja schon drastisch ab im Moment. Der normale arbeitende Musiker kauft bei uns immer weniger, weil da halt nicht mehr so die Finanzen zur Verfügung sind.

Und ich verkaufe immer mehr an den Sammlermarkt, an den Hobbymusiker, an Investoren. Das ist genau das richtige Wort. Wir haben ja so eine teure Serie, die Palatia Series, und die kosten ab 100.000 das Stück. Das ist schon für viele einfach Anlageklasse.

Das ist echt crazy im Moment und da fokussieren wir uns jetzt immer mehr drauf, auf diesen Markt.

Reza Mehman:

Jetzt zeigen.

Jens Ritter:

Jetzt aber. Let’s go, let’s go.

Ja, die Instrumente bleiben immer hier so drei, vier Wochen hängen, nachdem sie das erste Mal Spannung bekommen haben, also nachdem wir das erste Mal die Saiten aufgezogen haben.

Reza Mehman:

Das sind aber alles jetzt quasi von dir neu erstellte Instrumente? Oder gibt es auch ältere?

Jens Ritter:

Die meisten. Also hier ist jetzt eine ältere, die wir gerade repariert haben. Hier machen wir einen Service. Das sind Instrumente, die ich nicht mehr verkaufe, die habe ich zurückgekauft.

Es sind halt einfach besondere. Die beiden habe ich noch nie verkauft, das sind meine allerersten. Aber ja, es gibt einfach so Instrumente. Es gibt noch drei Gitarren, die ich unbedingt wiederhaben möchte. Zwei davon sind in den USA und die Eigentümer wissen auch schon, wenn sie die irgendwann mal verkaufen, sollen sie mich zuerst anrufen. Und eine ist wahrscheinlich in Südamerika, das weiß ich nicht.

Reza Mehman:

Und wie reagieren die neuen Eigentümer, wenn der Ersteller, der Creator von dem Ganzen sagt: Ich will es zurückhaben?

Jens Ritter:

Man muss es natürlich sehr vorsichtig kommunizieren, weil sonst, wenn man sehr begeistert ist, natürlich der Preis hochgetrieben wird. Aber viele freuen sich.

Und es sind auch keine spektakulären Instrumente, sondern einfach ältere Prototypen oder Instrumente, die ich mal live gespielt habe.

„Bezahlte Selbstverwirklichung“

Reza Mehman:

Man merkt, du machst das mit Leidenschaft.

Jens Ritter:

Total. Das ist ja auch keine Arbeit hier. Ich habe in der BASF gelernt und habe Maschinenbauer gemacht und war dann in der BASF beschäftigt. Ich war ein Vierteljahr in der Kläranlage Filter wechseln.

Ich habe auf dem Kraftwerk Mitte im Winter gearbeitet und da ist mir beim Putzen der Lappen an die Maschine angefroren.

Und wenn ich das vergleiche mit dem, was ich heute mache, das ist ja bezahlte Selbstverwirklichung.

Reza Mehman:

Ja, ist krass. Also, vor wie vielen Jahren hast du angefangen, Gitarren zu bauen?

Jens Ritter:

Jetzt vor 30 Jahren habe ich das Unternehmen gegründet, sozusagen 1996.

Reza Mehman:

Wenn du heute einen schlechten Tag hast, denkst du an die Kläranlage?

Jens Ritter:

Kurz an die Kläranlage denken und dann: Oh Gott, ich habe den besten Job der Welt.

Reza Mehman:

Ja, geil. Ich komme auch gleich noch mal zur Historie. Aber was hat es mit dieser Glitzergitarre auf sich?

Jens Ritter:

Das ist einfach ein Finish, das wir anbieten. Das sind Swarovski-Kristalle, ungefähr um die 11.000 Stück, und damit haben wir die Gitarre überzogen.

Reza Mehman:

Es ist einzeln drangeklebt?

Jens Ritter:

Es sind einzeln aufgesetzt. 11.000 Stück, wahrscheinlich über 11.000. Wir haben eine gebaut für Lady Gaga. Die war aus goldenen Steinen.

Reza Mehman:

What? Okay. Lady Gaga fragt dann bei dir an oder das Team von ihr? Wie kommt das?

Jens Ritter:

Kennst du Nile Rodgers? Kennst du Daft Punk, „Get Lucky“? Kennst du Chic, „We Are Family“? Er ist im Prinzip der Erfinder der Discomusik. Er hat damals das alles ins Leben gerufen, ist einer der erfolgreichsten Produzenten aller Zeiten.

Und vorgestern hat er mich gerade eingeladen nach Bonn. Da haben die gespielt, war super schön. Und ihm habe ich eine Swarovski-Gitarre ausgeliefert.

Reza Mehman:

Okay, du hast jedem hier, sorry für die Unterbrechung, nur dass ich klar darüber bin: Jeder hier auf dem Foto hat mal eine Gitarre von dir gekauft, fast alle?

Jens Ritter:

Ja. Prince auch. Dem habe ich zwei Stück gebaut.

Reza Mehman:

Prince?

Jens Ritter:

Ja. Sehr verrückt.

Reza Mehman:

Okay.

Jens Ritter:

Es sind schon ein paar Bekanntere.

Reza Mehman:

Ja, ich muss sagen: Lady Gaga, Prince, Kiss.

Jens Ritter:

Dann zeige ich euch später noch was. Lenny, Mary J. Blige.

Reza Mehman:

Mary J. Blige. Nice.

Jens Ritter:

Ja, natürlich. Für die Deutschen witzig.

Reza Mehman:

Sorry, ich hatte dich bei Nile.

Jens Ritter:

Ihm habe ich nach New York ins Studio eine Gitarre ausgeliefert, so ein Selfie gemacht. Er hat gerade Lady Gaga produziert und hat ihr eine WhatsApp geschickt. Dann kam eine WhatsApp zurück: „Will ich auch haben.“ Und dann haben wir halt über WhatsApp die Bestellung durchgeführt.

Das ist Manuel Mijares. Kennt bei uns eigentlich niemand. Das ist so ein mexikanischer Superstar. Der hat „Die Schöne und das Biest“ geschrieben für Disney und sowas. Und der ist auch so ein großer Fan von den Swarovski-Gitarren.

Reza Mehman:

Auf welchen Käufer bist du am stolzesten?

Jens Ritter:

Oh, das weiß ich nicht. Das ist nicht möglich. Das kann ich hier wirklich nicht sagen.

Es sind halt viele dabei, von denen du als Jugendlicher Musik gehört hast. Also ich habe mit 14 das erste Mal auf dem Wurstmarkt in Dürkheim Kiss gehört. Das erste Mal verliebt, das war natürlich alles total emotional. Und ein paar Jahre später sitzt du bei dem halt auf dem Sofa und er hat deine Klampfe in der Hand und spielt halt so den ersten Akkord. Das ist schon total bizarr, verrückt.

Reza Mehman:

Ja. Also Udo Lindenberg sehe ich da.

Jens Ritter:

Oder auch Otto. Selbst Otto war halt auch geil. Ich meine, als Kind habe ich einen Kassettenrekorder vor dem Fernseher gehabt und diese Shows aufgenommen. Verrückt, echt. Und dann Jamiroquai.

Reza Mehman:

Nice.

Jens Ritter:

Das ist einfach nur eine Option, die wir als Finish anbieten.

Death Valley, New York und Geschichten, die in Instrumenten weiterleben

Reza Mehman:

Und das sieht mir nach Sandstrand aus, oder was ist das genau?

Jens Ritter:

Nee, doch, gut. Ja, es ist in die Richtung. Ich war in meinem Leben 30 Mal in Las Vegas, aber ich war nie im Death Valley. Und vor zwei Jahren dachte ich: Jetzt nimmst du dir mal einen Tag frei. Schönes Cabrio gemietet, ins Death Valley gefahren.

Ich war so begeistert und habe meine leeren Wasserflaschen mit Sand gefüllt. Dann habe ich mir illegalerweise einen Zweig mitgenommen. Der war natürlich schon getrocknet, es war Abfall. Ich habe keine Pflanze irgendwie geschädigt.

Dann habe ich das nach Europa exportiert und wir haben hier den Zweig eingelegt. Simone, meine Partnerin, ist tausendmal mehr begabt, was Kunst angeht, als ich. Die hat es dann irgendwie so drapiert.

Also das ist jetzt original Death-Valley-Sand.

Reza Mehman:

Krass. Du kommst auf verrückte Ideen.

Jens Ritter:

Ja, weil du stehst da in der Wüste, das ist total abgefahren. Musst du mal hin, wenn du dort bist. Das ist vollkommen abgefahren. Dann hast du irgendwie 50 Grad oder was und solche Momente versuche ich dann immer festzuhalten.

Ich bin auch einmal durch New York gelaufen. Das ist ja eine meiner absoluten Lieblingsstädte und ich war genau 37 Mal in New York.

In unserer Abschlussklasse hatten wir einen Schüleraustausch mit New York und ich habe mich total gefreut. Wow, das erste Mal in deinem Leben fliegen. Und dann war ich am Ende der einzige Schüler, der nicht mit durfte.

Reza Mehman:

Wie kommt es?

Jens Ritter:

Wahrscheinlich verhaltenstechnisch. Ich habe dann mitbekommen, dass von einem Lehrer der Sohn mitgegangen ist. War ein bisschen unschön.

Auf jeden Fall habe ich gedacht: So was wie in meinem Leben werde ich mal nach New York fliegen.

Dann war ich erst mal auf einer Schule dort und seitdem habe ich da viele Freunde und Bekannte. Ich hatte da auch meinen wichtigsten Händler.

Früher bin ich einfach mal am Wochenende rübergeflogen. Ich bin einmal zum Mittagessen nach New York geflogen. Da hat mich ein Kunde eingeladen, weil er sein Instrument nicht richtig einstellen konnte.

Er hat mir ein Ticket geschickt, da war ich zum Mittagessen drüben und bin dann über Nacht wieder nach Hause geflogen. War auch bizarr.

Reza Mehman:

Aber du spielst selbst gar nicht mehr?

Jens Ritter:

Ja, also Gott, fast zwei Jahrzehnte spiele ich keine Livemusik mehr. Und wenn ich was mache, dann mache ich es gerne richtig. Ich hätte auch keine Zeit mehr zu proben momentan.

Reza Mehman:

Aber wunderschön, ja. Muss ich wirklich sagen. Wirklich Begeisterung gerade.

Jens Ritter:

Ja, und die Krone ist so von diesem Modell. Von diesem Modell, das ist die Princess Isabella, heißt die Gitarre, und die hat dieses Symbol hier.

Vom schlechten Schüler zum international gesammelten Künstler

Reza Mehman:

Vielleicht eine bisschen komische Frage, aber war das am Anfang so ein bisschen strange für dich, dass Leute genau von dir, also von der Person Jens Ritter, eine Gitarre haben wollten? Oder war das so: Na klar, weil ich mache coole Gitarren?

Jens Ritter:

Am Anfang war es erst mal wunderschön, dass jemand von dir was gekauft hat.

Ich war mein ganzes Leben lang kein guter Schüler und hatte nie irgendwie so die Idee, dass ich vielleicht mal irgendwas reißen werde auf dem Planeten, irgendwas Produktives.

Ich hatte wahrscheinlich ADS und ADHS und was es da alles gibt. Und das mit den Gitarren, das war das erste Mal, wo ich was mit meinen Händen gemacht habe.

Oder beziehungsweise, es ging vorher los mit der Musik. Du hast eigene Musik gemacht, eigene Texte, eigene Songs, und auf einmal haben die Leute applaudiert. Das war super schön.

Da verdanke ich der E-Gitarre eigentlich sehr, sehr viel. Und später habe ich dann was gebaut und die Leute fanden es cool, haben es gekauft. War toll, war schön.

Komisch wurde es dann in Amerika. Da haben dann Museen angefangen, mir Sachen abzukaufen. Das Metropolitan in New York, Smithsonian in Washington, Boston Museum of Fine Arts und so was. Das war natürlich mega fürs Ego.

Ja, krass, toll. Und auf einmal haben Kunstsammler angefangen, meine Sachen zu kaufen. Ich wurde immer als Artist bezeichnet.

Und ich als Deutscher hatte natürlich meine klare Regelung. Es hat eine Funktion, es ist Kunsthandwerk. Ansonsten ist es Kunst.

Die Sachen hier im Raum, das ist ja alles Kunsthandwerk. Das sind alles funktionierende Gitarren. Und auf einmal haben Leute sich die Objekte für die Wand gekauft. Die wurden gar nicht mehr gespielt. Das war ein bisschen strange.

Irgendwann war ich dann mal im Metropolitan in New York und da war mein Instrument hinter Glas. Es war cool. Daneben eine Stradivari, war natürlich mega. Aber sie war still, verstummt. Man hat sie nicht mehr gehört und das war ein komisches Gefühl.

Dann war ich abends mit dem Direktor essen und habe zu ihm gemeint: „Jason, ist ein komisches Gefühl. Ich habe ihr so einen wunderschönen Klang gebaut und jetzt ist die für immer verstummt. Fühlt sich komisch an.“

Und da meinte er: „Hey Jens, du denkst viel zu klein. Du denkst nur in deiner Lebenszeit.“

Natürlich wird die irgendwann mal wieder gespielt, aber vielleicht jetzt mal 100 Jahre nicht. Und das war eine geile Ansage. Du denkst nur an deine Lebenszeit. Das hat mich extrem entspannt.

Und jetzt fangen auch viele Sammler an, Instrumente an Kids und Jugendliche zu verleihen, die sich so was nicht leisten können. Also ich bin da vollkommen entspannt.

Über die eigene Lebenszeit hinaus denken

Reza Mehman:

Okay, was heißt das jetzt, nicht mehr in der eigenen Lebenszeit zu denken? Ich weiß nämlich von ein, zwei Projekten von dir rund um, ich sage jetzt mal, Digitalisierung.

Jens Ritter:

Ja, genau, da gehen wir nachher noch rüber. Stimmt.

Es war eine komische Situation. Auf der einen Seite wirst du konfrontiert mit der Idee, dass hier irgendwann Feierabend ist auf dem Planeten für dich. Aber auf der anderen Seite ist es auch fast befreiend, wenn du verstehst: Teile von dir, Teile deiner Lebensenergie, bleiben noch hier.

Das ist irgendwie ganz cool. Ist eine geile Perspektive und das hat mich dann entspannt.

Es gibt doch bei Harry Potter diesen Bösewicht, der irgendwie seine Seele verteilt.

Reza Mehman:

Nein.

Jens Ritter:

Das ist natürlich eine schreckliche Story. Aber wenn man das ins Positive rüberzieht, dass du heute deine Energie verwendest, deine Lebensenergie, und das materialisierst und dann bleibt das hier, das ist schon ein cooles Feeling.

Reza Mehman:

Ich habe was Ähnliches. Ich denke genauso. Ist zwar keine Materialisierung, aber mit meinem Podcast habe ich ähnliche Gedanken.

Das wird mich hoffentlich überleben. Wenn mein Opa zum Beispiel einen Podcast gehabt hätte, hätte ich heute noch reingehört.

Und so denke ich: Vielleicht haben irgendwann die Kindeskinder und Kindeskinder Interesse daran zu wissen, wer ich eigentlich war. Dafür ist der Podcast sozusagen da.

Jens Ritter:

Super Thema für später. Da möchte ich dir nämlich noch was erzählen. Da gehen wir noch mal rein.

Reza Mehman:

Okay, cool. Ja, ich bin begeistert, muss ich wirklich sagen. Toll.

Nimmst du dann deine Kunden auch hier in Empfang?

Jens Ritter:

Ja, also hier ist im Prinzip unser Ausstellungsraum. Da kann man die Instrumente anschließen, in Ruhe spielen.

Du musst nachher noch irgendwie vorführen.

Das hat jetzt so Violinen-Vibes. Genau, das ist meine Violinen-Gitarre. Die ist hollow, also eine hohle Gitarre, und hat einen sehr warmen, schönen, jazzigen Sound.

Reza Mehman:

Ah, nice, nice.

Besondere Hölzer und der Einfluss auf den Klang

Jens Ritter:

Okay, hier haben wir so ein bisschen die Holzlager. Also hier haben wir so ein paar schöne, das sind Baumwarzen.

Reza Mehman:

Wow, das sieht geil aus. Das ist verrückt.

Jens Ritter:

Oder hier auch sehr cool. Lass mich mal kurz hier rein. Macht mal Platz.

Das ist ein Wölkchenahorn.

Reza Mehman:

Wölkchen?

Jens Ritter:

Genau. Wenn du das Holz nass machst, bekommt das eine wunderschöne 3D-Struktur.

Reza Mehman:

Ja, ist wunderschön.

Also, ich habe damals, als ich bei uns zu Hause so ein Reihenhaus gekauft habe, sehr gerne Holzarbeiten gemacht. Ich dachte immer, ich bin so ein verkackter Möchtegern-Schreiner. Wenn ich dann mal irgendwie neu auf die Welt kommen sollte, werde ich einer.

Jens Ritter:

Du, ich komme ja aus dem Metallbereich. Und als ich angefangen habe, mit Holz zu arbeiten, musst du komplett umlernen.

Wenn ich heute ein Metallstück forme, dann bleibt es erst mal ein paar 100 oder vielleicht ein paar 1.000 Jahre genauso, wenn es rostfrei ist.

Holz bearbeite ich heute und morgen ist es anders, je nachdem, wie feucht es nachts war. Das ist einfach lebendig.

Früher habe ich nie gecheckt, wenn die Leute gemeint haben: „Holz, das lebt.“ Ich dachte, was für ein Quatsch. Aber es bewegt sich einfach und du musst das alles mit einberechnen, auch in dein Instrument.

Und ja, komm, ich zeige dir noch was. Das hier ist das leichteste Holz der Welt.

Reza Mehman:

Boah, ich dachte, das wäre schwer, aber das kann man echt tatsächlich so hochheben. Verrückt. Es sieht schwer aus.

Jens Ritter:

Jetzt pass auf, jetzt zeige ich dir noch das Schwerste. Das ist das hier.

Reza Mehman:

Ja, muss man wirklich sagen.

Jens Ritter:

Das sieht auch gar nicht so schwer aus, aber es ist das sogenannte Schlangenholz, Snakewood. Wenn du das auf Wasser legst, geht es sofort unter.

Reza Mehman:

Also einhändig schon schwierig für mich, muss ich schon sagen. Verrückt, ey. Schlangenholz hast du gesagt? Muss ich mir merken.

Jens Ritter:

Guck mal, hier ist unser Klanganalysegerät. Damit hörst du dir die Hölzer an.

Reza Mehman:

Hört sich schon anders an. Das ist, glaube ich, noch ein ganz anderes. Ganz anders sogar.

Jens Ritter:

Viele denken ja, wir E-Gitarrenbauer, die E-Gitarre ist einfach nur Plastik und Elektronik. Aber wir steuern eben auch durch die Holzauswahl den Klang des Instruments stark.

Reza Mehman:

Das riecht mega. Ich will sofort eine Zigarre rauchen.

Jens Ritter:

Das ist auch ein schönes Restholz.

Reza Mehman:

Warum riecht es so gut?

Jens Ritter:

Das ist das Öl.

9.400 Jahre altes Holz

Jens Ritter:

Das hier ist ein Reststück von einem Baum. Der wurde bei Frankfurt unter dem Main gefunden. Die haben irgendwie den Main vergrößert und haben dann einen Baum gefunden.

Wir haben in Heidelberg einen C14-Test machen lassen: 9.400 Jahre.

Reza Mehman:

Nein.

Jens Ritter:

Und das ist geil. Da hat mich der Holzhändler angerufen und gemeint: „Ey, du hast gerade was bei uns gekauft. Wir wissen noch gar nicht, was es kostet, aber wir haben es dir schon geschickt, weil das ist einfach so was, das kriegst du kaum.“

Und da habe ich drei Instrumente verkauft, obwohl ich das Holz noch gar nicht hatte.

Reza Mehman:

Geil.

Jens Ritter:

Ja, also das sind so Sammler. Die Story dahinter.

Reza Mehman:

Genau. Ja, stark.

Jens Ritter:

Hier habe ich auch noch eine gute Story. Warte mal hier.

Das war eine Titelseite von einem amerikanischen Bassmagazin. Da siehst du ganz anders aus, das ist auch schon ein paar Tage her. Da ist gar kein Datum drauf.

Wenn wir Hölzer in der Mitte aufschneiden und die aufklappen, dann nennen wir das Bookmatching. Und hier siehst du in der Maserung des Holzes zwei Fische aus dem Wasser springen.

Reza Mehman:

Oh ja, ja, ja.

Jens Ritter:

Und da hat mich, nachdem das in einem amerikanischen Magazin war, samstags ein Kunde aus den USA angerufen und gemeint, er müsse sich das Holz unbedingt anschauen. Ob ich sonntags da wäre.

Kein Problem. Ich fragte: „Bist du schon in Deutschland?“

Er meinte: „Nee, ich gebe jetzt meinem Piloten Bescheid und komme rüber.“

Reza Mehman:

Er gibt seinem Piloten Bescheid? Okay, ich verstehe.

Jens Ritter:

Und dann kam er aus Seattle und hat das Stück Holz gekauft.

Reza Mehman:

Aber nicht Bill Gates oder Jeff Bezos?

Jens Ritter:

Das war der Bernd. Dem gehört die größte Fischerei von Nordamerika, American Seafoods.

Reza Mehman:

Ja, verrückt, ey.

Jens Ritter:

Ja, verrückt. Hier haben wir halt viele Exoten. Eine kleine Baumwarze. So was muss ich halt auch manchmal einfach nur kaufen. Ich weiß ja nie, was ich damit mache.

Hier auch ein krankes Ebenholz. Wunderschön, sensationell schön.

Reza Mehman:

Sieht sehr schön aus.

Jens Ritter:

Verrückt. Er klingt sehr kalt, sehr schnell.

Alright, lass uns mal weitergehen. Hier durch. Achtung Kopf. Da haben wir jetzt noch ein paar Instrumente, die sich im Bau befinden.

Die Geschichte hinter jedem Instrument

Jens Ritter:

Das ist ein Korpus. Das ist der letzte Korpus von diesem Mooreichenbaum, von dem ich dir erzählt habe. Den habe ich jetzt jahrelang auf dem Dachboden liegen gehabt, weil er wegen diesen Löchern defekt war.

Mittlerweile habe ich mich aber so ein bisschen weiterentwickelt als Gitarrenbauer und Artist. Ich habe den gesehen und gedacht: Ja, es ist Natur. Eigentlich werden wir die Löcher jetzt einfach mit Gold ausgießen oder keine Ahnung, irgendwas Besonderes machen.

Reza Mehman:

Fast 10.000 Jahre. Abgefahren, ne? Total abgefahren. Ist echt verrückt.

Wie transportierst du die Geschichten dahinter? Also wenn du mit jemandem sprichst, mit einem Interessenten?

Jens Ritter:

Da muss ich sagen, hing ich ganz, ganz lange hinterher. Das habe ich tatsächlich erst in den letzten Jahren von außen nahegelegt bekommen, die Storys auch festzuhalten.

Mittlerweile ist es tatsächlich so, dass bei jedem neuen Instrument mein Team mich zwingt, die Story dahinter in unserer Datenbank zu hinterlegen.

Reza Mehman:

Das ist auf jeden Fall festgehalten? Als Text oder irgendwie so?

Jens Ritter:

Als schneller Text.

Reza Mehman:

Und wie kriegen deine Käufer, Kunden die Story?

Jens Ritter:

Die bekommen die Story eigentlich auch auf der Webseite kommuniziert. Und der Kunde, der das Instrument kauft: Jede Gitarre bekommt einen Aluminiumkoffer mit Formausschnitt und da ist eine Werkzeugtasche drin und ein Buch über das Instrument.

Reza Mehman:

Und immer der gleiche Aluminiumkoffer?

Jens Ritter:

Nee, nee. Je nach Instrument von der Größe.

Hier auch mal was Schönes. Schöne Farbe. Wir arbeiten gerade daran, die Griffbretter aus Acrylglas zu machen und mit Fotos zu hinterlegen.

Eigentlich ist es so: Wir sind die Einzigen weltweit, die das können. Wir haben vier, fünf Jahre an dem System gearbeitet.

Reza Mehman:

Man merkt auch, das ist jetzt ein Kunstobjekt. Also man kann es bestimmt sehr gut spielen, aber das ist ja jetzt Kunst.

Jens Ritter:

Das ist halt immer Ansichtssache.

Gitarrenbauer oder Künstler?

Reza Mehman:

Was ist das denn für dich eigentlich?

Jens Ritter:

Also, ich hatte jahrelang echte Probleme damit, als die Leute angefangen haben, mich als Künstler zu bezeichnen.

Weil ich habe es nicht studiert. Als Deutscher: Du musst studieren, dann bist du Künstler. Und für mich ist es Kunsthandwerk.

Wenn ich eine Gitarre baue, habe ich nie verstanden, warum ich jetzt als Künstler bezeichnet werde.

Dann kamen halt die ganzen Stimmen: „Ja, aber das, was du machst, ist mehr als nur eine Gitarre. Da sind Storys dahinter, künstlerische Energie, Messages, Ideen.“

Mich hat es echt beschäftigt, weil ich es nicht verstanden habe. Wer bin ich denn jetzt? Und da hatte ich ein krasses Meeting.

Was Prince Jens Ritter über Kunst beigebracht hat

Jens Ritter:

Damals mit Prince in Belgien saßen wir mittags zusammen und wir haben super lange gequatscht. Das war ein ganz, ganz besonderer Mittag.

Ich habe an dem Mittag mehr über Kunst und Musik von Prince im Gespräch gelernt als mein ganzes Leben vorher.

Und ich habe ihm dann auch so ein bisschen erklärt: „Hey, ich bin total verunsichert. Ich weiß nicht, was bin ich jetzt? Das oder bin ich das?“

Und dann hat er etwas zu mir gesagt. Er hat gesagt: „**** it. Es ist vollkommen uninteressant.“

Was du suchst, ist eine Marktorientierung. Aber es ist vollkommen ****, was du bist.

„Du bist Artist, du bist Künstler, du materialisierst deine Ideen, deine Inspiration, du machst etwas, du bist Artist.“

Was der Markt zu dir sagt, welcher Markt kauft, ist erst mal ****.

Und das hat alles in einer Sekunde gelöscht. Seitdem ist es mir vollkommen wurscht. Manche sagen zu mir, ich bin Gitarrenbauer. Die anderen sagen, ich bin Künstler. Es ist tatsächlich ****.

Aber das muss man sich öfter mal im Leben sagen, wenn man so gewisse Themen angeht: Okay, ist jetzt egal.

Also typisch deutsch, weiß ich, brauche eine Schublade.

Reza Mehman:

Ich bin 100 Prozent genauso. Ich muss auch immer so in Schubladen. Deswegen habe ich ja die ganze Zeit gefragt: Was bist du jetzt eigentlich so? Was bist du jetzt eigentlich?

Jens Ritter:

Aber dieser Mittag, das hat für mich echt ganz, ganz viel gelöst und hat mich echt weitergebracht. Seitdem mache ich einfach noch mehr.

Reza Mehman:

Ganz ehrlich, da hilfst du gerade mir. Ich würde Prince gerne Danke sagen.

Jens Ritter:

So ein Depp, ey. Ist der zu früh gestorben.

Reza Mehman:

Ja, auch verrückt, dass du mit dem auch so einen persönlichen Kontakt hattest. Ist ja wirklich einer der größten Künstler aller Zeiten.

Jens Ritter:

Vollkommen unterschätzt, immer noch. Also der hat ja Sachen gemacht im Hintergrund, das haben wir überhaupt nicht mitbekommen.

Reza Mehman:

Ich glaube sogar, ich habe mal was von Michael Jackson gehört. Prince war auch für Michael Jackson, glaube ich, eine der größten Competitions. Offiziell, inoffiziell, wie auch immer.

Ich habe so eine Story gehört, dass wenn Michael Jackson um drei Uhr morgens eine Idee hatte, er sofort ins Studio gegangen ist, um sie aufzunehmen, aus Angst davor, dass Prince eventuell auf eine ähnliche Idee kommt.

Jens Ritter:

Gut, es kann schon sein, dass die sich gegenseitig motiviert haben. Aber die waren mit Sicherheit nicht verfeindet.

Reza Mehman:

Nee, nee, nee. Im positiven Sinne. Ja, genau. Verrückt. Das ist crazy. Tolle Geschichten hast du da.

Erwartung, Erfolg und der Umgang mit Flops

Jens Ritter:

Hier haben wir auch noch ein ganz altes Instrument. Ist bestimmt schon 20 Jahre alt. Damals hat meine Schwester das bemalt. Das war so eine Echtgold-Serie. Sie ist auch eine Künstlerin.

Reza Mehman:

Hast du mittlerweile so eine Art Erwartungshaltung an den Outcome, dass es gut verkauft wird, teuer verkauft wird? Bist du irgendwie enttäuscht, wenn es mal nicht so verkauft wird, wie du es wolltest? Hast du so eine Expectation?

Jens Ritter:

Meinst du jetzt emotional auf das Instrument bezogen oder finanziell?

Reza Mehman:

Nee, emotional auf das Instrument bezogen. Also hast du nicht so: Okay, das ist jetzt ein Meisterstück, das muss jetzt irgendwie total beliebt werden oder sollte total beliebt werden?

Jens Ritter:

Nee. Ich glaube, das funktioniert so: Wenn ich, wenn du jetzt sagst Meisterstück, so was auf den Markt bringe, ist es entweder ziemlich gut oder ich bin so begeistert, dass das meine Sammler merken.

Also ich habe viele, viele Objekte oder Instrumente. Ich arbeite gerade an zwei Instrumenten, die mir total am Herzen liegen und ich habe jetzt schon Sammler, die allein die Story so geil finden und es kaufen möchten.

Reza Mehman:

Okay. Andersrum gefragt: Ist schon mal ein Instrument von dir gefloppt?

Jens Ritter:

Oh, mit Sicherheit. Also sagen wir mal, funktional nicht, aber vielleicht vom Markt her, dass wir einen Ladenhüter hatten oder so was.

Reza Mehman:

Genau. Und wie gehst du damit emotional um?

Jens Ritter:

Das weiß ich nicht. Das berührt mich eigentlich nicht.

Ich glaube, mich würde es berühren, wenn wir jetzt zehn neue Instrumente bauen und dann keins verkauft werden würde. Dann würde ich merken: Okay, hier stimmt was nicht. Da würde ich vielleicht Panik bekommen, dass jetzt keiner mehr meine Sachen möchte.

Aber bei einem, zwei wäre das… Das gibt es immer mal wieder. Aber es kommt dann auch irgendwann jemand, und sei es nach einem Jahr, der das Instrument dann anspielt und sich verliebt.

Manchmal wartet das Instrument auch auf einen Musiker.

Reza Mehman:

Oh, cool. Das ist cool. Das darf man… Das ist einfach ein Musikinstrument. Ist was anderes. Das ist eher ein Zauberstab als jetzt ein Werkzeug.

Ich kann dir sagen, ich bin jetzt viel entspannter geworden. Weil du von meinem Podcast weißt: Manche Podcasts von mir schießen durch die Decke, manche überhaupt nicht.

Ich war früher auch so ein bisschen emotional. Dann so: Ah Mann, wieso hat das jetzt nicht funktioniert? Da steckt eigentlich viel Energie drin und so weiter.

Bis ich dann irgendwann gemerkt habe: Es ist so ein bisschen random auch. Nur weil etwas mir gefällt, heißt es nicht automatisch, dass es dem Markt gefällt.

Das ist das eine. Und mit der Zeit bin ich auch viel entspannter geworden, muss ich sagen. Wenn ich happy bin mit der Arbeit, die ich reingesteckt habe, und es hat sich nicht so entwickelt, wie es sich aus meiner Sicht entwickeln sollte, ist es mir fast schon egal geworden.

Wenn man sich dem Markt anpasst

Jens Ritter:

Und das kommt halt auch darauf an. Das war damals mit Prince. Der hat halt gemeint: „Ey, du musst machen, worauf du Bock hast.“

Wenn du jetzt dich anpasst, wenn du jetzt Bock hast, eine rote Gitarre zu bauen, der Markt möchte aber eine grüne und du baust eine grüne Gitarre, dann wird das nichts.

Dann bist du Dienstleister, aber kein Artist.

Und wenn du jetzt einen Podcast releast, sagen wir mal um 8:00 Uhr morgens, die gleiche Qualität ein paar Wochen später um 20:00 Uhr, und der eine floppt und der andere floppt nicht, dann liegt es vielleicht auch gar nicht am Podcast, sondern an der Außenwelt.

Reza Mehman:

Ja. Timing, Timing.

Jens Ritter:

Ganz, ganz klar. Wenn ich jetzt irgendwie ein Instrument veröffentliche in der Urlaubszeit oder kurz vor Weihnachten, vollkommener Unterschied.

Reza Mehman:

Ja. Aber hast du, sorry, ich muss auch noch ein bisschen darauf rumreiten, schon so die Erwartungshaltung von wegen: Das ist jetzt ein sehr gutes Instrument. Du machst nur sehr gute, aber das ist besonders gut und es muss jetzt auch viel teurer verkauft werden als was anderes? Also hast du diese Expectation dahinter?

Jens Ritter:

Das ist schwierig zu sagen. Der Preis richtet sich ja weniger nach dem Emotionswert, sondern eher nach den Materialien.

Es ist ja nicht so, dass ich jetzt einfach den Preis verdopple, nur weil das jetzt Sand ist aus dem Death Valley.

Was ich mit Sicherheit schon hatte, war: Ich habe eine neue Farbe auf den Markt gebracht und war da begeistert. Oder ein Feature, ein technisches Feature, wo ich dachte: Jetzt kommt der Weltfrieden. Und der Markt hat nicht darauf reagiert.

Das ist natürlich enttäuschend in dem Moment. Aber das war in den ersten Jahren intensiver als heute.

Heute versuche ich wirklich, den Markt von der Kunst zu trennen.

Das habe ich durch Prince. Das hat ganz, ganz viel bewirkt durch diesen einen Nachmittag. Sobald du dich am Markt orientierst mit solchen Arbeiten… Wenn du jetzt Watches herstellst oder was auch immer oder Mikrofone, musst du dich voll am Markt orientieren. Aber das hier…

Reza Mehman:

Ist schon noch mal ein Unterschied. Ja, weil ich glaube, man will ja von Jens Ritter was kaufen. Da hast du diese Differenzierung vom Markt.

Wenn die Person selbst zur Marke wird

Reza Mehman:

Ich kann es jetzt überhaupt nicht vergleichen mit den Themen, die ich mache. Aber vielleicht wusstest du von meiner Eventreihe, die ich auf dem Schloss Heidelberg gehabt habe, das Thema Dinner im Schloss.

Ich schicke dir noch eine Einladung fürs nächste Mal.

Jens Ritter:

Dankeschön.

Reza Mehman:

Selbstverständlich. Aber ich habe auch jetzt mit den Jahren gemerkt: Irgendwann kommen dann die Leute doch auch wegen mir.

Jens Ritter:

Also dann wirst du zur Marke.

Reza Mehman:

Genau. Dann ist es nicht mehr random, so von mir: Ich versuche Tickets zu verkaufen. Sondern irgendwann…

Jens Ritter:

Wurdest du zur Marke.

Reza Mehman:

Genau. Das wurde mir auch erst mit der Zeit bewusst, auch wie kraftvoll das Ganze ist. Weil ich muss dann nicht mehr jetzt so viel Werbung machen, rausgehen und so weiter, sondern die Tickets werden dann gekauft.

Die Leute haben dann irgendwann mal gehört, da läuft was, und haben auch Vertrauen, dass es eine gute Qualität ist, was da passiert. Und deswegen glaube ich auch bei dir…

Jens Ritter:

Bei mir hat sich das drastisch geändert, als die Museen angefangen haben.

Früher war ich der Dienstleister, der dir als Musiker ein Werkzeug geschneidert hat. Und heute kaufen die einfach meine aktuellen Ideen.

Reza Mehman:

Aber wie kommt man in ein Museum rein? Was muss man dafür gemacht haben?

Jens Ritter:

Ich glaube, bei mir zum einen: Ich habe zum Glück diesen Beruf nicht gelernt. Ich habe sozusagen das Rad noch mal neu erfunden für mich.

Ich war immer naiv am Basteln. Ich habe nie irgendwie Strategiepläne gemacht: Mache ich jetzt die Form mehr so oder mehr so oder lieber mehr grün, mehr rot? Sondern ich habe einfach ganz naiv drauflos gebastelt, weil ich am Anfang auch nicht auf das Geld angewiesen war.

Ich hatte meinen Job und nebenher ist das gelaufen. Am Anfang haben mich auch ganz viele ausgelacht: „Ey, was sind das für komische Formen, für wirkliche Techniken?“

Und dann, als der amerikanische Markt angefangen hat zu kaufen, dann: „Ah, wir haben es schon immer gewusst.“

Reza Mehman:

Super, super. Ja klar. Jetzt müssen wir doch noch mal über deine Digitalisierungssache.

Gitarren als Kunstobjekte und Zeitkapseln

Reza Mehman:

Wie viel ist hier gerade ausgehängt an Euros? Grob.

Jens Ritter:

Also, wir haben den Raum für 570 versichert.

Reza Mehman:

Okay, verstehe.

Jens Ritter:

Aber eine haben wir jetzt gerade ausgeliefert und es ist etwas weniger.

Ja genau, und das ist unsere Galerie hier in Deidesheim. Hier hängt jetzt nur Kunst in dem Raum.

Reza Mehman:

Hier hängt nur Kunst?

Jens Ritter:

Ja. Wir haben hier High-End-Gitarren, hochwertigste Tonhölzer, Einlagen aus Gold, aus Perlmutt, edelste Hölzer. Hier haben wir lupenreine Saphire.

Also das sind alles wirklich Top-of-the-Line elektrische Gitarren. Und jede Gitarre wurde für einen Song gespielt nach der Montage.

Auf der Rückseite, wo du das Kabel einsteckst, wurde die dann versiegelt. Es kam eine Aluminiumplatte drauf, dann wurde es mit Plombendraht geschlossen und mit meinem Wachssiegel versiegelt.

Reza Mehman:

Also hier auf der Rückseite?

Jens Ritter:

Auf der Rückseite, genau. Und ich habe den Tag eingraviert, an dem ich das gemacht habe.

Und ich habe den Tag eingraviert, an dem du die Gitarre wieder öffnen darfst und spielen darfst.

Reza Mehman:

Und das ist?

Jens Ritter:

Der genau gleiche Tag in 100 Jahren.

Reza Mehman:

Okay, also über deine Lebenszeit hinaus.

Jens Ritter:

Also das sind sozusagen Zeitkapseln, die ich in die Zukunft schicke.

Die „Sleeping Beauties“ und künstliche Intelligenz

Jens Ritter:

Und es kommt natürlich von den meisten, die das mitbekommen, sofort der Kommentar: „Ey, was ist denn das für eine **** Gitarre? Die muss doch gespielt werden. Die muss auf die Bühne. Die muss doch in die Hände von den Gitarristen. Da muss Kunst gemacht werden. Gitarre muss erklingen und leben und so weiter.“

Und dann frage ich immer: „Ja, wie viel Prozent der Musik, die du heute gehört hast, wurde überhaupt noch von Menschen gemacht?“

Und das ist so ein bisschen mein Einstieg.

Reza Mehman:

Vor allem aktuell in der KI-Zeit auch noch.

Jens Ritter:

Genau, das ist es. Die LA Times hat jetzt veröffentlicht, dass 2025 über 40 Prozent der Uploads zu Spotify KI-produziert waren. Über 40 Prozent. Und das ist natürlich echt eine Katastrophe.

Und mit diesen Sleeping Beauties, wie ich sie nenne, das ist diese Reihe. Die Instrumente werden versiegelt, dann kommen die in den Bilderrahmen und werden für 100 Jahre als Kunst erklärt und eigentlich auch nur als Kunst verkauft, oder an den Sammler eben.

Und mir geht es bei diesem Thema darum, die Leute so ein bisschen ins Gespräch zu bringen.

Was ist das für ein Quatsch? Warum macht ihr das? Wieso sollen jetzt auf einmal Instrumente nicht mehr gespielt werden?

Denn vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, was hier gerade abgeht, gerade im kreativen Sektor, gerade mit KI. Das ist Wahnsinn.

Ich mache so eine kleine Tour. War jetzt in Hongkong, war jetzt in Singapur, habe die Instrumente ausgestellt und halte so ein bisschen Vortrag über das Thema.

Dann kamen ab und zu Kommentare: „Ah, gell, du bist so gegen KI oder gegen Technologie.“

Und dann antworte ich immer: „Nee, ich bin riesen KI-Fan.“

Ich habe große Hoffnung, dass KI uns unterstützen wird in Sachen Umweltschutz, in Sachen Medizin.

Aber KI kann keine Kunst machen.

„Kunst passiert“

Jens Ritter:

Jetzt kommen natürlich die ganzen KI-Freaks und sagen: „Die KI kann das. Die macht doch schon neue Sachen.“

Aber es ist nicht richtig.

KI kann heute den emotionalsten Blues-Song aller Zeiten produzieren, ohne Frage. Keiner hört mehr, dass es KI ist.

Aber KI hätte niemals Blues erfinden können, Hip-Hop erfinden können, Punkrock erfinden können. Denn das ist alles kein Produkt. Das sind Entwicklungen.

Kunst ist ein Katalysator für unsere menschliche kulturelle Weiterentwicklung.

Kunst passiert. Kunst wird nicht im Businessplan geplant und produziert.

Natürlich gibt es auch Produkte in der Musikwelt, schon immer. Also wenn wir an diverse deutsche Popstars denken, wo halt ein Produkt hergestellt wird, um viel Geld zu verdienen am Markt. Aber das ist was ganz anderes.

Also echte Kunst kann nicht von der KI hergestellt werden, weil es im Prinzip ein Nebenprodukt ist, das falsche Wort, aber es passiert einfach, wenn wir Menschen uns weiterentwickeln.

Und falls KI doch irgendwann echte eigene Kunst herstellen kann, dann wäre es eigentlich der Beweis dafür, dass KI zu einer eigenen Spezies geworden ist.

Reza Mehman:

Wow.

Jens Ritter:

Aber dann ist es auch keine Kunst für uns Menschen.

100 Jahre Countdown auf der Blockchain

Reza Mehman:

Was passiert nach 100 Jahren?

Jens Ritter:

Pass auf. Ich erzähle dir erst noch die Story.

Ich bekam ja so ein bisschen das Feedback, dass ich gegen Technologie und gegen KI bin. Und da habe ich mir überlegt: Wie könnte ich das ein bisschen verbinden?

An dem Tag, an dem eine Sleeping Beauty versiegelt wird, wird ein Countdown auf einer Blockchain hinterlegt.

Reza Mehman:

Ah, okay.

Jens Ritter:

Und zwar genau an dem gleichen Tag. Und das, was du hier siehst, das sind jetzt 100 Jahre, die in Sekunden runtergezählt werden.

Und das ist kein Video, sondern das ist jetzt eine Live-Schalte.

Wenn diese 100 Jahre abgelaufen sind, dann erscheint ein Video.

Reza Mehman:

Ja.

Jens Ritter:

Das weiß man nicht, weil du weißt ja heute noch nicht, was passiert in 100 Jahren. Also wahrscheinlich bist du da irgendwie mit dem Gehirn im Internet verbunden, du weißt es nicht.

Aber es gibt eine KI-Plattform. Du zahlst da einen bestimmten Betrag und die garantiert dir für 200 Jahre, dass deine Videos immer upgedatet sind.

Reza Mehman:

Ach wirklich? Und das heißt aber, das läuft jetzt hier schon knapp über acht Jahre?

Jens Ritter:

Genau, richtig. Ja, das war meine erste.

Reza Mehman:

Das war die erste? Das ist jetzt der Countdown von der?

Jens Ritter:

Genau, richtig. Und wenn du hier den QR-Code scannst, dann hast du im Prinzip jeweils den Countdown.

Reza Mehman:

Das heißt über die Blockchain. Das heißt, du hast wahrscheinlich so ein NFT noch irgendwie da mit drin, oder?

Jens Ritter:

Ich glaube, das ist ein NFT. Okay. Aber ich bin da jetzt auch nicht so der Megafachmann.

Und wenn die 100 Jahre abgelaufen sind, dann erscheint ein Video.

Reza Mehman:

Von dir, wie du spielst?

Jens Ritter:

Nee, zum Glück nicht.

Es erscheint ein Video, wo ich über das jeweilige Instrument erzähle.

Und dann erscheint der damals vor 100 Jahren aufgenommene Song.

Reza Mehman:

Den du gespielt hast?

Jens Ritter:

Nee, auch zum Glück nicht. Sondern ein guter Musiker.

Und da habe ich jetzt gerade mit Nile Rodgers gesprochen. Der hätte auch Interesse daran, was einzuspielen.

Reza Mehman:

Wow.

Eine Botschaft an die Ururenkel

Reza Mehman:

Aber ich muss noch mal blöd fragen, sorry. Das Originalvideo liegt in der Blockchain, auf dieser Plattform, und du hast aktuell keinen Zugriff mehr darauf?

Jens Ritter:

Ich glaube, in der Theorie haben wir als Administrator Zugriff.

Reza Mehman:

Okay. Nee, alles gut.

Jens Ritter:

Das weiß ich nicht.

Reza Mehman:

Aber geiles Konzept, muss ich sagen.

Jens Ritter:

Das dritte Video, was erscheint, ist im Prinzip vom heutigen Sammler, der das heute ankauft.

Ich habe zwei Milliardäre in den USA und die haben beide gemeint: „Hey, ich werde noch Generationen Geld und Real Estate vererben, aber eigentlich nichts Persönliches.“

Die haben beide Sleeping Beauties. Und die haben auch ein eigenes Video aufgenommen. Das ist im Prinzip ein persönlicher Gruß an die Ururenkel.

Das, was du vorhin gesagt hast mit deinem Großvater.

Reza Mehman:

Ja, ist stark.

Jens Ritter:

Das ist total abgefahren. Überleg mal: Du in 100 Jahren, deine Nachfahren, und der Uropa spricht zu dir.

Reza Mehman:

Auch umgekehrt. Hätte ich jetzt so was zum Beispiel, wäre das verrückt.

Jens Ritter:

Ja, it’s crazy.

Reza Mehman:

Stark. Bist du auf die Idee gekommen?

Jens Ritter:

Ja. Ich hatte mir mal einen Vortrag über KI angehört, bei meinem Freund Thomas. Der hat einen Professor eingeladen, schon vor Ewigkeiten, vor fast zehn Jahren. Und der hat über KI gesprochen.

Das hat mich total schockiert. Ich habe irgendwie Panik bekommen. Daraufhin kam diese Idee mit den Sleeping Beauties.

Paul Stanley, Kunst und eine spielbare Gitarre im Bild

Jens Ritter:

Jetzt zeige ich euch noch eine Sache. Achtung Kopf und Achtung Stufe.

Kennst du noch Kiss?

Reza Mehman:

Ja, klar.

Jens Ritter:

Paul Stanley, der Gründer und Gitarrist von Kiss, malt auch. Wir haben ihm das Board nach Hollywood geschickt.

Reza Mehman:

Wow.

Jens Ritter:

Er hat es bemalt, abstrakt. Wir haben es zurückgeholt und das Besondere an diesem Bild ist: Du kannst aus dem Bild eine voll funktionsfähige Gitarre rausnehmen.

Reza Mehman:

Nice, nice, nice.

Jens Ritter:

Die bespielen. Und wenn du fertig bist…

Reza Mehman:

Kommt sie wieder ins Gemälde?

Jens Ritter:

Ja.

Reza Mehman:

Später erzähle ich dir noch eine kurze Story von meinem Videografen Lee. Der hat was Ähnliches gemacht im Kontext von einer Kaffeemaschine.

Jens Ritter:

Oh wow.

Reza Mehman:

Erzähle ich dir später. Sehr starke Idee.

Jens Ritter:

Ja, das ist auch ein Charity-Projekt von diesem Jahr. Das wollen wir jetzt wahrscheinlich versteigern.

Reza Mehman:

Sieht auch toll aus, muss ich sagen.

Arbeiten mit den Händen statt am Bildschirm

Reza Mehman:

Was ist das hier?

Jens Ritter:

Das ist einfach nur eine Skizze. Das ist so eine 3D-Skizze.

Manchmal habe ich einfach Lust, eine Form auszuprobieren. Und dann mache ich, ich arbeite gerne 3D.

Also ich arbeite gerne so. Anstatt jetzt irgendwie eine 3D-Zeichnung zu machen oder so was, nehme ich lieber das Holz in die Hand und arbeite damit.

Reza Mehman:

Ja, nice. Danke.

Jens Ritter:

Mehr habe ich nicht zu bieten.

Authentizität und das nächste Level

Reza Mehman:

Ich wollte mich bei dir bedanken, Jens. Wir haben uns ja vor ein paar Monaten kennengelernt auf einem Event und da haben wir uns sehr gut unterhalten gehabt. Das weiß ich noch.

Was mich bei dir total begeistert hat, ist: Ich habe keine Sekunde das Gefühl gehabt, das war gespielt. Das war irgendwie so aufgesetzt.

Du warst so authentisch, wie du über deine Kunst, dein Kunsthandwerk gesprochen hast, über die Themen, die dich bewegen.

KI ist ein wichtiges Thema. Das merkt man total bei dir. Deswegen kam ja auch das Gespräch: Hey, können wir uns mal unterhalten im Rahmen des Podcasts?

Vielen Dank dafür, auch für die Einblicke, die du gegeben hast.

Eine Frage hätte ich noch.

Jens Ritter:

Okay, schieß los.

Reza Mehman:

Ich denke meistens immer so in das Next Level, nächste Game. Was ist für dich das Next Level?

Jens Ritter:

Also, es gibt zwei Next Level.

Zum einen natürlich Unternehmen, Finanzen. Da sind wir jetzt dabei, unsere Palatia-Serie sehr zu pushen, gerade so im arabischen Raum.

Ich habe jetzt einen Private Buyer in Dubai, der eine größere Menge pro Jahr abnehmen möchte.

Reza Mehman:

Ach wirklich? Okay.

Jens Ritter:

Und Singapur und China. Es ist auch gerade so, dass da großes Interesse besteht, also östliche Länder.

Der amerikanische Markt besteht, der kauft auch regelmäßig. Aber diese ganz großen, abgefahrenen Pieces, die gehen jetzt immer mehr nach Asien. Das ist spannend.

Und auf der persönlichen Ebene natürlich einfach noch freier bauen, worauf ich Lust habe.

Meine Ideen noch so lange materialisieren zu können, wie ich möchte, das ist eigentlich so mein Traum.

Viele fragen mich, wie es denn aussieht mit Rente und Pension. Dann kann ich immer nur antworten: „Ich bin schon längst in Rente.“

Ich mache ja das, was ich machen würde, wenn ich in Pension wäre, glaube ich. Deswegen ist eigentlich alles gut.

Reza Mehman:

Stark, stark. Noch mal herzlichen Dank fürs Gespräch.

Jens Ritter:

Cheers. Tschüss. Sehr gerne.


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Namen und Begriffe

Reza Mehman, Jens Ritter, Ritter Instruments, Deidesheim, BASF, Prince, Lady Gaga, Nile Rodgers, Chic, Daft Punk, Mary J. Blige, Kiss, Paul Stanley, Udo Lindenberg, Otto, Jamiroquai, Metropolitan Museum of Art, Smithsonian, Boston Museum of Fine Arts, New York, Washington, Death Valley, Las Vegas, Singapur, Hongkong, Dubai, China, USA, American Seafoods, Palatia Series, Princess Isabella, Swarovski-Kristalle, Bookmatching, Wölkchenahorn, Schlangenholz, Snakewood, Ebenholz, Mooreiche, Tonholz, Klanganalyse, Kunsthandwerk, Artist, Sleeping Beauties, künstliche Intelligenz, KI, Blockchain, NFT, QR-Code, High-End-Gitarren, Sammlermarkt, Personal Brand, Legacy, Selbstverwirklichung


Zitierfähige Passage

Jens Ritter beschreibt seine heutige Arbeit als „bezahlte Selbstverwirklichung“.
Ein Gespräch mit Prince half ihm dabei, die Frage loszulassen, ob er Gitarrenbauer, Kunsthandwerker oder Künstler ist.
Mit seinen „Sleeping Beauties“ versiegelt er voll funktionsfähige Gitarren für 100 Jahre und verbindet damit Kunst, Technologie und die Frage nach kulturellem Erbe.
Für Ritter ist Kunst ein Teil menschlicher kultureller Entwicklung und nicht etwas, das einfach in einem Businessplan geplant werden kann.
Sein persönliches Ziel ist es, seine eigenen Ideen so lange und so frei wie möglich materialisieren zu können.


YouTube-Beschreibung

Wie wird aus einem Gitarrenbauer eine internationale Marke, deren Instrumente von Musikern, Museen und Sammlern gekauft werden?

In dieser Folge besuche ich Jens Ritter in seiner Manufaktur in Deidesheim. Seit 1996 baut er außergewöhnliche Gitarren und Bässe. Im Gespräch erzählt Jens von besonderen Hölzern, Luxusgitarren, internationalen Sammlern und Begegnungen mit Künstlern wie Prince und Lady Gaga.

Besonders spannend wird es bei der Frage, was eigentlich Kunst ist. Jens erzählt, wie ein persönliches Gespräch mit Prince sein eigenes Verständnis als Künstler verändert hat und warum er heute versucht, seine kreative Arbeit nicht ständig an der Reaktion des Marktes auszurichten.

Wir sprechen außerdem ausführlich über künstliche Intelligenz und Musik. Jens zeigt seine „Sleeping Beauties“: voll funktionsfähige Gitarren, die für exakt 100 Jahre versiegelt werden. Dahinter steckt die Frage, was menschliche Kreativität ausmacht und was von unserer Arbeit über die eigene Lebenszeit hinaus bestehen bleibt.

Kapitel:
00:00 Ein altes Weingut als Gitarrenmanufaktur
01:58 Charity-Gitarre aus Plastikmüll
07:21 Der Wandel vom Musikermarkt zum Sammlermarkt
10:25 30 Jahre Ritter Instruments
11:04 Gitarren für Lady Gaga, Prince und weitere Stars
17:13 Vom schlechten Schüler zum international gefragten Künstler
19:30 Über die eigene Lebenszeit hinaus denken
22:27 Außergewöhnliche Hölzer und Gitarrenbau
31:23 Was Prince Jens Ritter über Kunst beigebracht hat
34:16 Erfolg, Flops und Erwartungshaltung
39:56 Wie eine Person selbst zur Marke wird
42:02 High-End-Gitarren als Kunstobjekte
43:02 Die „Sleeping Beauties“ und künstliche Intelligenz
45:16 Kann KI echte Kunst machen?
47:11 100 Jahre Countdown auf der Blockchain
49:37 Persönliche Nachrichten an die Ururenkel
51:04 Paul Stanley und eine spielbare Gitarre im Kunstwerk
53:20 Was ist für Jens Ritter das nächste Level?

Mehr zum Reza Mehman Podcast:
https://youtu.be/UoGcSioduNY

Jens Ritter / Ritter Instruments:
https://www.ritter-instruments.com/

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Besonders beeindruckt hat mich sein Projekt „Sleeping Beauties“: voll funktionsfähige Gitarren, die für 100 Jahre versiegelt werden und damit zu Zeitkapseln für zukünftige Generationen werden.

Ein Gespräch über Handwerk, Unternehmertum, Kunst, KI und Selbstverwirklichung.

Die neue Folge des Reza Mehman Podcast gibt es hier: [LINK]

#JensRitter #Kunst #KünstlicheIntelligenz #Unternehmertum #PersonalBrand

Newsletter-Teaser

Was hat Prince einem deutschen Gitarrenbauer über Kunst und den Markt beigebracht? In der neuen Podcast-Folge besuche ich Jens Ritter in seiner Manufaktur und spreche mit ihm über Luxusgitarren, internationale Sammler, künstliche Intelligenz und seine für 100 Jahre versiegelten „Sleeping Beauties“. Es geht aber vor allem um die Frage, wie man die eigenen Ideen verwirklicht, ohne sich ständig nach dem Markt zu richten. Das vollständige Gespräch und Transkript findest du hier: [LINK]


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