Frederik „Torch“ Hahn: Identität finden
Der Hip-Hop-Pionier über Selbstdefinition, Authentizität und die Frage „Wer bin ich eigentlich?“
Einleitung
Frederik „Torch“ Hahn gilt als einer der wichtigsten Pioniere des deutschen Hip-Hop und hat mit seiner Musik und Philosophie ganze Generationen geprägt. In dieser Episode von Project Mindset spricht Gastgeber Reza Mehman mit dem Heidelberger Rapper und Philosophen über eine der grundlegendsten Fragen des Lebens: Wer bin ich eigentlich? Torch, der mit Advanced Chemistry und dem legendaeren Song „Fremd im eigenen Land“ Geschichte schrieb, reflektiert ueber Identitaet, Authentizitaet und die Kunst, sich selbst zu definieren. Dabei wird deutlich, dass Hip-Hop fuer ihn weit mehr ist als Musik: Es ist ein philosophischer Ansatz, ein Mindset, das starre Strukturen aufbricht. Das Gespraech bewegt sich zwischen persoenlichen Erfahrungen, kuenstlerischer Selbstfindung und tiefgruendigen Fragen zur menschlichen Identitaet. Wer verstehen will, warum die Frage nach dem eigenen Selbst so komplex ist, findet in diesem Podcast wertvolle Denkanstoesse.
Zusammenfassung
In einem Satz: Frederik „Torch“ Hahn erklaert, warum wahre Identitaet weit ueber Jobtitel und Rollen hinausgeht und wie Hip-Hop ihm half, sich selbst philosophisch zu definieren.
In drei Saetzen: In dieser Episode spricht Torch ueber seinen Weg vom Breakdancer zum Hip-Hop-Pionier und Philosophen, der mit „Fremd im eigenen Land“ die deutsche Gesellschaft aufruettelte. Er reflektiert ueber die Frage „Wer bin ich?“ und erklaert, warum Authentizitaet bedeutet, sich nicht auf eine einzige Rolle reduzieren zu lassen. Dabei teilt er seine Ueberzeugung, dass Charakterarbeit, Vergebung und die Bereitschaft zur Selbsterforschung der Schluessel zu einem erfuellten Leben sind.
In fuenf Saetzen: Frederik „Torch“ Hahn, Mitgruender von Advanced Chemistry und Schoepfer des Albums „Blauer Samt“, spricht ueber Identitaet, Selbstdefinition und die philosophischen Wurzeln von Hip-Hop. Er beschreibt, wie der Song „Fremd im eigenen Land“ ganzen Bevoelkerungsschichten die Tuer oeffnete und Menschen ermutigte, ueber ihren zugewiesenen Platz hinauszuwachsen. Im Gespraech wird deutlich, dass Torch Musik nie als Karriere, sondern als philosophische Praxis verstand. Er unterscheidet klar zwischen dem Kuenstler und dem Unternehmer und erklaert, warum er nach „Blauer Samt“ bewusst kein weiteres Album veroeffentlichte. Zentral ist seine Botschaft, dass Identitaet nicht statisch ist, sondern ein lebenslanger Prozess der Selbsterforschung und Charakterentwicklung.
Kontext: Wer, Was, Warum
Wer spricht: Reza Mehman, Gastgeber von Project Mindset, im Gespraech mit Frederik „Torch“ Hahn, Hip-Hop-Pionier, Rapper, DJ Haitian Star und Philosoph aus Heidelberg. Torch war Teil der legendaeren Gruppe Advanced Chemistry und veroeffentlichte 2001 das Album „Blauer Samt“.
Worum geht es: Das Gespraech dreht sich um die Frage der eigenen Identitaet, die Trennung zwischen Kuenstler und Mensch, die philosophischen Grundlagen von Hip-Hop, Authentizitaet, Charakterarbeit und die Bedeutung von Selbstdefinition in einer Gesellschaft, die Menschen gerne in Schubladen steckt.
Warum ist das relevant: In einer Zeit, in der viele Menschen sich ueber aeussere Merkmale wie Jobtitel, Social Media Praesenz oder gesellschaftliche Rollen definieren, bietet Torch eine tiefgruendige Perspektive auf die Frage, was Identitaet wirklich bedeutet. Seine Erfahrungen als Afrodeutscher und Kulturpionier geben dem Thema eine besondere Tiefe.
Drei Kernfragen der Episode:
- Was bedeutet es, authentisch zu sein, und wie findet man seine wahre Identitaet?
- Wie hat Hip-Hop als philosophischer Ansatz starre gesellschaftliche Strukturen aufgebrochen?
- Warum ist die bewusste Arbeit am eigenen Charakter wichtiger als aeusserer Erfolg?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung – Worum es in dieser Episode geht
- Zusammenfassung – Das Wichtigste in Kuerze
- Kontext – Hintergrund zu Torch und dem Gespraech
- Inhaltsverzeichnis – Uebersicht aller Abschnitte
- Themen und Einordnung – Zentrale Themenbereiche der Episode
- Kern-Aussagen – Die wichtigsten Botschaften
- Haeufig gestellte Fragen – Antworten auf zentrale Fragen
- Highlight-Zitate – Die staerksten Aussagen von Torch
- Transkript – Vollstaendiges Gespraech
- Keywords – SEO-relevante Begriffe
- Namen und Begriffe – Wichtige Referenzen
- Zitierfaehige Passage – Zum Teilen und Zitieren
Themen und Einordnung
1. Hip-Hop als philosophischer Ansatz
Torch beschreibt Hip-Hop nicht als Musikgenre, sondern als eine komplett neue Herangehensweise an Kreativitaet und Selbstausdruck. Aehnlich wie Jazz Instrumente von ihren starren Einsatzgebieten befreite, hat Hip-Hop die Idee aufgebrochen, dass man ein Instrument spielen muss, um Musiker zu sein.
Keywords: Hip-Hop-Philosophie, deutsches Hip-Hop-Mindset, kreative Selbstdefinition
2. Identitaet und Selbstdefinition
Zentral im Gespraech steht die Frage „Wer bin ich?“, die Torch sowohl kuenstlerisch als auch persoenlich erforscht. Er zeigt auf, dass Identitaet nicht durch aeussere Zuschreibungen wie Jobtitel oder gesellschaftliche Rollen definiert werden sollte, sondern ein fortlaufender Prozess der Selbsterforschung ist.
Keywords: wahre Identitaet finden, Selbstdefinition, Wer bin ich
3. Fremd im eigenen Land und deutsche Identitaet
Der Song „Fremd im eigenen Land“ von Advanced Chemistry war mehr als ein Musikstueck: Er oeffnete die Tuer fuer Afrodeutsche und Menschen mit Migrationshintergrund, sich in der deutschen Gesellschaft sichtbar zu machen und selbst zu definieren, statt sich definieren zu lassen.
Keywords: Fremd im eigenen Land, Advanced Chemistry, deutsche Identitaet, Afrodeutsche
4. Charakterarbeit und persoenliche Entwicklung
Torch betont die Bedeutung der staendigen Arbeit am eigenen Charakter, die Faehigkeit zur Vergebung und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Er unterscheidet dabei klar zwischen dem Kuenstler-Ich und dem Menschen dahinter.
Keywords: Charakterentwicklung, persoenliches Wachstum, Authentizitaet
5. Kunst versus Kommerz
Torch zieht eine klare Linie zwischen kuenstlerischem Schaffen und unternehmerischem Denken. Er erklaert, warum er nach „Blauer Samt“ bewusst kein weiteres Album veroeffentlichte und warum er Kunst nicht den Gesetzen des Marktes unterwerfen moechte.
Keywords: Kunst und Kommerz, Blauer Samt Album, kuenstlerische Integritaet
Kern-Aussagen
- Hip-Hop ist kein Musikgenre, sondern ein philosophischer Ansatz und ein Mindset, das starre Strukturen aufbricht.
- Der Song „Fremd im eigenen Land“ hat ganzen Bevoelkerungsschichten in Deutschland die Tuer geoeffnet, ueber ihren zugewiesenen Platz hinauszuwachsen.
- Wahre Identitaet laesst sich nicht auf Jobtitel, Rollen oder aeussere Zuschreibungen reduzieren.
- Man kann Musiker sein, ohne ein Instrument zu spielen. Hip-Hop hat bewiesen, dass Kreativitaet keinen formalen Rahmen braucht.
- Torch unterscheidet klar zwischen dem Kuenstler und dem Unternehmer und weigert sich, Kunst den Gesetzen des Marktes zu unterwerfen.
- Die Arbeit am eigenen Charakter ist ein lebenslanger Prozess und wichtiger als aeusserer Erfolg.
- Authentizitaet bedeutet nicht, eine einzige Version von sich zu praesentieren, sondern die Vielschichtigkeit der eigenen Persoenlichkeit anzuerkennen.
- Die Generation der fruehen deutschen Hip-Hopper wollte nicht rebellieren, sondern Teil der Gesellschaft sein und ihren kulturellen Reichtum einbringen.
- Nach „Blauer Samt“ entschied sich Torch bewusst gegen ein weiteres Album, weil er kuenstlerische Integritaet ueber kommerzielle Erwartungen stellte.
- Die Faehigkeit zur Vergebung und die Bereitschaft, beide Seiten einer Situation zu sehen, sind zentrale Bestandteile der Charakterentwicklung.
Haeufig gestellte Fragen
Wer ist Frederik „Torch“ Hahn?
Frederik „Torch“ Hahn ist ein Heidelberger Rapper, DJ und Philosoph, der als einer der wichtigsten Pioniere des deutschen Hip-Hop gilt. Er war Mitglied der legendaeren Gruppe Advanced Chemistry und veroeffentlichte 2001 das Album „Blauer Samt“. Er tritt auch unter den Namen Torchmann, MC Torch, Hero und DJ Haitian Star auf.
Was ist die Bedeutung von „Fremd im eigenen Land“?
„Fremd im eigenen Land“ von Advanced Chemistry war der erste deutschsprachige Rap-Song, der die Thematik der deutschen Identitaet aus der Perspektive Afrodeutscher und Menschen mit Migrationshintergrund behandelte. Die Zeitschrift „Juice“ kuerte ihn als den wichtigsten deutschsprachigen Rap-Song. Er oeffnete ganzen Bevoelkerungsschichten die Tuer zu mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft.
Was bedeutet Identitaet laut Torch?
Fuer Torch ist Identitaet weit mehr als ein Jobtitel oder eine gesellschaftliche Rolle. Er versteht Identitaet als einen fortlaufenden Prozess der Selbsterforschung, bei dem man die eigene Vielschichtigkeit anerkennt, anstatt sich auf eine einzige Definition reduzieren zu lassen. Es geht darum, sich selbst zu definieren, statt sich von aussen definieren zu lassen.
Warum hat Torch nach „Blauer Samt“ kein weiteres Album veroeffentlicht?
Torch entschied sich bewusst gegen ein weiteres Album, weil er kuenstlerische Integritaet ueber kommerzielle Erwartungen stellt. Er unterscheidet klar zwischen dem Kuenstler und dem Unternehmer und moechte seine Kunst nicht den Gesetzen des Marktes unterwerfen. Fuer ihn zaehlt die Qualitaet und Authentizitaet des kuenstlerischen Ausdrucks.
Was ist das Hip-Hop-Mindset laut Torch?
Laut Torch ist Hip-Hop kein reines Musikgenre, sondern ein philosophischer Ansatz. Es geht um eine komplett neue Herangehensweise an Kreativitaet, bei der starre Regeln aufgebrochen werden. Man kann Musiker sein, ohne ein Instrument zu spielen. Hip-Hop gibt Menschen die Moeglichkeit, ihren gesamten kulturellen Hintergrund und ihre individuellen Skills einzubringen.
Was bedeutet Authentizitaet fuer Torch?
Fuer Torch bedeutet Authentizitaet nicht, eine einzige Version von sich zu zeigen, sondern die Vielschichtigkeit der eigenen Persoenlichkeit anzuerkennen und zu leben. Es geht darum, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich nicht von aeusseren Erwartungen oder Zuschreibungen einschraenken zu lassen.
Was bedeutet es laut Torch, am eigenen Charakter zu arbeiten?
Charakterarbeit ist fuer Torch ein lebenslanger Prozess. Es beinhaltet die Faehigkeit zur Vergebung, die Bereitschaft, beide Seiten einer Situation zu sehen, und die stetige Weiterentwicklung der eigenen Persoenlichkeit. Es geht ihm dabei weniger um aeusseren Erfolg als um inneres Wachstum.
Was ist das Album „Blauer Samt“ von Torch?
„Blauer Samt“ ist das 2001 veroeffentlichte Soloalbum von Torch, das als eines der wichtigsten deutschen Hip-Hop-Alben gilt. Es enthaelt tiefgruendige Texte ueber Identitaet, Selbstreflexion und gesellschaftliche Themen. Zum Album erschien auch ein gleichnamiges Buch, das Torchs philosophische Methoden und Gedanken vertieft.
Highlight-Zitate
„Du kannst Musiker sein, auch ohne Musiker zu sein.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Sehr viele Leute haben mir gesagt, dass sie ueber diesen Song ueberhaupt auf die Idee kamen, ueber ihren Schatten zu springen oder an sich zu glauben.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Meine Generation, wir wollten gar nicht gegen die Gesellschaft sein. Wir wollten Teil der Gesellschaft sein.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Hip-Hop hat mir die Moeglichkeit gegeben, das komplett anders zu sehen. Und im Endeffekt ist Hip-Hop, und das wird auch falsch verstanden, wenn wir zum Beispiel sagen, dass Hip-Hop keine Musik ist, ist es nicht, weil es Laerm ist oder weil es nicht gut genug ist, sondern das ist gar nicht so gedacht, es ist philosophisch gedacht.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Nimm mich als Jugendlichen, der monatelang sich durch Plattenlaeden und Schallplatten sucht, jegliche Form von Musik durchhoert. Rock, Jazz, Klassik, alles hoerst du durch. Du studierst das.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Aus diesen toten Teilen, aus diesen Musikleichen versuchst du ein holpriges, neues Musikstueck, weil du kein Musiker bist, zu bauen, das dann auf unerhoerte Weise irgendwie lebt.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Wir haben die Tuer aufgehauen fuer ganze Schichten von Bevoelkerungsschichten. Was sie draus gemacht haben, I don’t know, wieder was anderes. Aber das war definitiv neu.“
– Frederik „Torch“ Hahn
„Ich bin durch Hip-Hop eigentlich zum Philosoph geworden, weil das erste, was in Hip-Hop drin war, fuer mich, war ein philosophischer Ansatz.“
– Frederik „Torch“ Hahn
Transkript
Das vollständige Gespräch
Nimm mich als Jugendlichen, der monatelang sich durch Plattenläden und Schallplatten sucht, jegliche Form von Musik durchhört. Rock, Jazz, Klassik, alles hörst du durch. Soundtracks, iranische Musik, du hörst alles durch. Du studierst das. Du hörst das nicht kurz an, sondern du hörst das gesamte Ding. Du studierst die Strukturen, du hörst alles, um dann eine kleine Sequenz rauszunehmen, wo du denkst, das ist die Substanz, das ist die Essenz. Was bist du dann, ein Essenzforscher? Du versuchst dann rauszukriegen, wo ist die Kraft.
Und dann suchst du überall die Elemente zusammen, wo du denkst, da liegt die Kraft. Das sammelst du dann zusammen, baust wie Frankenstein. Aus diesen toten Teilen, aus diesen Musikleichen versuchst du ein holpriges, neues Musikstück, weil du kein Musiker bist, zu bauen, das dann auf unerhörte Weise irgendwie lebt. Und dann, obwohl du ein genialer Forscher bist, der den ganzen Tag die Musik erforscht hat, stellst du dich dann hin und versuchst dich total ignorant hinzustellen und tust so, yo, ich bin einfach hier, ich hab gar keine Ahnung von gar nichts, es gibt nur mich, ich bin der Beste.
Hi zusammen und herzlich willkommen bei Project Mindset, der Kanal für all diejenigen, die ganz genau wissen, dass mit dem richtigen Mindset alles möglich ist. Heute haben wir ein Interview, auf das ich mich schon ganz lange gefreut habe. Es ist ein Interview mit dem Heidelberger Musiker und Rapper Torch. Ich bin schon seit meinen frühen Tagen ein ganz großer Fan von ihm. Er hat 2001 ein Album rausgebracht, das heißt Blauer Samt. Ich höre es auch seit 2001 und das hat schon was zu bedeuten, das begleitet mich schon mein ganzes Leben.
Und mit Torch möchte ich heute über ein Thema sprechen, worüber ich auch sehr viel nachdenke, und zwar die eigene Identität. Wer ist man eigentlich? Ich finde die Frage gar nicht so einfach. Viele definieren sicher über den Job, den sie haben, über die Rollen, über den Titel, den sie haben, aber ich denke, das ist viel zu kurz gegriffen. Und genau darüber möchte ich mit Torch sprechen. Warum er der richtige Ansprechpartner dafür ist, werdet ihr auch gleich erfahren. Viel Spaß mit dem Podcast. Torch, ich danke dir vom ganzen Herzen, dass du heute mit dabei bist.
Ich bin ein ganz großer Fan von dir. Und für mich ist es wirklich eine ganz große Ehre, dass du heute hier bist. Danke für die Einladung. Ja, absolut. Vielleicht ein bisschen um Kontext zu schaffen. 2001 hast du ein Album rausgebracht, Blauer Samt. Das begleitet mich tatsächlich schon seit 2001. Ich höre da immer wieder rein. Interessanterweise ergeben sich immer wieder neue Lieblingssongs für mich aus dem Album. Also ich habe das Gefühl, durch die einzelnen Phasen meines Lebens verändert sich auch so ein bisschen mein Geschmack, was dein Album anbelangt.
Und ich kann wirklich sagen, bevor ich sogar die Idee hatte, dich anzufragen für einen Podcast, habe ich es tatsächlich regelmäßig angehört. Und dann kam ich irgendwann zu einem Punkt, wo ich einen Song für mich neu entdeckt habe im Album, und zwar das Thema oder der Song Wer bin ich? Darüber möchte ich nämlich gleich mit dir sprechen. Ich finde es eine unglaublich schwierige Frage, wer man ist. Und ich hatte für mich auch lange Zeit so ein bisschen Probleme herauszufinden. Viele definieren sich über ihren Job, über ihre Titel, über das, was sie tun, ihre Rollen.
Aber ich glaube, da gibt es auch eine andere Herangehensweise. Und darüber möchte ich sprechen. Ich würde unser Gespräch gerne so ein bisschen aufteilen, einen kleinen Teil über den Musiker Torch, dann aber vielmehr über den Menschen Torch, Frederik Hahn und sein Mindset und das Thema, wie er zu der Antwort gekommen ist, überhaupt wer er ist, um natürlich dann schlussendlich zu verstehen, was überhaupt dein Mindset ist. Fangen wir vielleicht mit der Musikerkarriere an. Ich habe es schon gesagt, 2001 kam eigentlich das deutsche Rap-Album, Hip-Hop-Album für mich raus, was ich am meisten mag.
Und die Frage, die ich mir gestellt habe, du warst einer der ersten deutschen, also deutschsprachigen Rapper, du warst definitiv der erste Freestyle-Rapper. Das kann man wirklich so sagen. Definitiv. Ich habe auf Deutsch gefreestyled, als die anderen auf Englisch geschrieben haben. Also that’s for sure. Genau, absolut. Und du hast auch mit der Gruppe Advanced Chemistry auch einen Song rausgebracht, der, ich glaube, unglaublich viele Preise gewonnen hat, Fremde in einem Land. Und der hat ja auch richtig Einfluss gehabt, glaube ich, auf die Kultur, die wir hier haben.
Fremde in einem Land hat unheimlich viel Einfluss auf die ganze Gesellschaft genommen. Sehr viele Leute haben mir gesagt, dass sie über diesen Song überhaupt auf die Idee kamen, über ihren Schatten zu springen oder an sich zu glauben. Und wurden dadurch erst Manager, Politiker oder irgendwas, weil sie vorher gedacht haben, in Deutschland könnten sie gar nicht über ihren zugewiesenen Platz oder gefühlten Platz hinaus wachsen. Und Fremde in einem Land ist der erste Song, der diese Thematik in diesem Stil behandelt.
Fortsetzung
Also nicht nur Rassismus, es wird oft auf Rassismus reduziert, aber es geht um die deutsche Identität. Und natürlich gab es schon vorher, hat man über die deutsche Identität Bücher geschrieben und darüber sich Gedanken gemacht. Aber in diesem Fall sind das Afrodeutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, die ihren Blick, nicht, dass die anderen nur einem Zuschreibung geben, sondern dass man sich selbst definiert und sich’s hinstellt. Bevor wir 92 mit Fremde in einem Land im Mainstream-Fernsehen wie eine Explosion in die Wohnzimmer reingeknallt sind, es gab nicht viele Nicht-Deutsche, oder Migranten, wie du es auch immer sagen willst, aber das Bild vom Deutschen im Fernsehen war sehr homogen.
Und als ich klein war, es gab Roberto Blanco und es gab den Tänzer von Bonny M. zum Beispiel. Ich hab den Namen vergessen, als Kind, das hat mich natürlich geprägt, aber so rein von Message oder Substanz, da kam nicht viel rüber. Erst seit Fremdem in einem Land hast du überhaupt so viele Nicht-Deutsche im Fernsehen. Muss man checken, vorher gab es das nicht. Vielleicht noch Arabella war noch gerade zu der Zeit so hoch. Aber du verstehst, was ich meine, das war unerhört. Und dann kamen wir und haben gesagt, da sind wir, wir sind da, wir leben.
Wir haben die Tür aufgehauen für ganze Schichten von Bevölkerungsschichten. Was sie draus gemacht haben, I don’t know, wieder was anderes. Aber das war definitiv neu. Du hast vorhin gesagt Musikkarriere. Ich habe viel zu spät erfahren, dass ich eine Musikkarriere habe. Ich weiß gar nicht, ob ich eben Musiker werden wollte. Ich habe mich auch nie als Musiker gesehen. Ich habe ja mit elf, zwölf Jahren als Hip-Hop angefangen. Das heißt Breakdance, Tanzen, Graffiti malen, Scratchen. Das war eigentlich, wie Hip-Hop ist.
Das ist ja nicht nur der Gesangspart. Genau, und der Gesang kam für mich am Schluss, für mich jetzt, als letztes dazu. Ich habe erst alles vorher, alle Elemente vorher durch mich gearbeitet. Und ich habe mich selber eigentlich nie als Musiker gesehen. Und bis heute, ich spiele kein Instrument, ich kann keine Noten lesen. Ich bin ein Musiker, der kein Musiker ist. Deswegen fand ich auch dieses Projekt oder Project Mindset gut, weil Hip-Hop hat ein komplett eigenes Mindset. Das war eben auch das, was mich an Hip-Hop so fasziniert hat.
Du kannst Musiker sein, auch ohne Musiker zu sein. Vorher, ich bin 1971 geboren, ich kam 1977 in die Schule. Es gab natürlich viele Bewegungen, die vorher alles schon aufgelockert haben. Die 68er-Bewegungen, die Hippies. Die haben diese ganzen starren Strukturen natürlich schon sehr aufgebrochen. Aber Hip-Hop hat noch mal was dazugebracht, was uns allen gefällt hat. Und zwar war eine bestimmte Attitude, die uns gefällt hat. Ich wollte zum Beispiel gar nicht rebellieren. Viele Leute haben das oft so als Rebellion gesehen, gegen die Gesellschaft.
Meine Generation, wir wollten gar nicht gegen die Gesellschaft sein. Wir wollten Teil der Gesellschaft sein. Wir waren eigentlich Teil der Gesellschaft. Nur, man sagt uns, wir sind es nicht. Oder bestimmte Sachen sagen wir uns nicht. Nur, man sagt uns, wir sind es nicht. Oder bestimmte Sachen sollen wir verstecken oder weglassen. Und wir so, nein, warum das? Für mich war Hip-Hop eher die Möglichkeit, alles, was ich mitbringe an Background, an Reichtum, an Kultur, an Wissen, an Skills, die ich in der damaligen festgefahrenen, unflexiblen Gesellschaft keinen Platz hatte, war in Hip-Hop nicht nur gefragt, sondern war das Ding.
Ich konnte auf einmal, durfte ich Musik machen, ohne Musiker zu sein? Was vorher durfte, man das ja nicht. Weil da musste man, du musst ein Instrument lernen, das machst du da, und dann musst du so und so lange, und dann gibt der dir ein Zelt. Ich weiß nicht mehr über das. Und ist das so oder kann ich einfach mit einem anderen Mindset rangehen und sagen, hey, ich versuche einfach mal was. Und Hip-Hop war eben dieses Ding, dass man, es ist sogar noch weiter. Ich bin durch Hip-Hop eigentlich zum Philosoph geworden, weil das erste was in Hip-Hop, als Kind, weil das erste was im Hip-Hop drin war, für mich, war ein philosophischer Ansatz.
Zum Beispiel, was ist Musik? Wie lernt man Musik? Ab wann ist man Musiker? Leute fragen sich das, damals haben sich die Leute das gar nicht gefragt. Die sind in den Unterricht gegangen, haben Gitarre gelernt, wurden Gitaristen, und die standen eben dran und haben gedacht, das stimmt doch gar nicht. Natürlich kann man auch autodidaktisch lernen, aber alleine schon die Idee, man muss sich Instrumente lernen. Und Hip-Hop hat mir die Möglichkeit gegeben, das komplett anders zu sehen. Und im Endeffekt ist Hip-Hop, und das wird auch falsch verstanden, wenn wir zum Beispiel sagen, dass Hip-Hop keine Musik ist, ist es nicht, weil es Lärm ist oder weil es nicht gut genug ist, sondern das ist gar nicht so gedacht, es ist philosophisch gedacht.
Du kannst es nicht reduzieren als Musik. Es ist eine Rangehensweise an die Musik, ähnlich wie Jazz. Es geht nicht darum, welche Musikstile daraus resultieren, sondern die komplette neue Rangehensweise an die Instrumente. Jazz zum Beispiel hat Instrumente, die total festgefahren waren in ihrem Einsatz, Blasinstrumente, die für Militär, höchstens noch Militärmarschmusik eingesetzt waren, hat Jazz befreit. Er hat gesagt, man könnte das so machen, oder ich nehme es und flippe es. Und das ist der gleiche Spirit wie Hip-Hop.
Fortsetzung
Ich kann einfach ein bisschen Klavier nehmen und dann nehme ich hier eine Geige, und dann nehme ich da ein Drumset, und dann nehme ich da einen Schrank. Ich kann einfach damit was anderes machen. Es geht nur um Mindset, es ist ein philosophischer Ansatz. Für mich das Interessante ist, wir reden ja von 20, 30 Jahren in der Vergangenheit, wo du die ersten Schritte da gemacht hast und diese Barrieren quasi durchbrochen hast, überwunden hast. Heute ist es so, tatsächlich glaube ich, vom Mindset vielleicht ein Ticken einfacher.
Viele nehmen sich per se als Musiker. Mich würde interessieren jetzt, wo du, also ich glaube, die Schritte, die damals gemacht wurden, die waren viel anstrengender als die Schritte, die heute gemacht wurden. Aber wo siehst du im Vergleich heute zum Beispiel Barrieren, die durchbrochen werden müssen, im Bereich zum Beispiel Hip-Hop, im Bereich Musik? Barrieren, die durchbrechen, das klingt so, als ob man… Ich glaube, ich habe mir gar nie so Gedanken gemacht, so nach dem Motto, wo muss ich jetzt durch und da drücke ich, sondern es ist viel weniger Message.
Bei Fremdem Eigenland haben wir eine Message gehabt, weil es einfach etwas war, was Teil von uns war, was völlig für uns sehr stark mit unserer Identität zu tun hatte und was zu diesem Zeitpunkt in Deutschland einfach nicht ausgesprochen war. Es war nicht im Fernsehen und wir haben es ins Fernsehen gebracht. Aber das lag daran, dass wir wussten, wir werden jetzt eine Platte machen und wir wollen diese Plattform jetzt nutzen, um was Sinnvolles, sag ich mal, loszuwerden. Das meine ich aber, dieser Gedanke war ja neu quasi.
Genau, aber das hat für mich jetzt direkt nichts mit Hip-Hop zu tun gehabt, sondern das Hip-Hop-Ding war eigentlich dieses Experimentieren. Für mich war Hip-Hop ein Experimentierfeld, wo ich gar nicht genau weiß, was ich rausballere, sondern wo ich eher experimentiere, um rauszukriegen, was ich mache. Graffiti malen zum Beispiel, das war genau das Gleiche. Ich meine, ich habe damals mit zwei anderen Jungs in Heidelberg den ersten Zug gemalt. Anfang 1987, manche sagen, es war Ende 1986, es ist nicht ganz geklärt.
Ja, es ist schwer zu rekonstruieren. Und da war es das Gleiche. Da war Hip-Hop auch die philosophische Frage, was ist Kunst? Weil da hieß es auch, Kunst ist, wenn du die und die Techniken erlernst oder auf die und die Schule gehst. Und dann, wenn Kunst passiert, musst du ein Gemälde malen. Auf dieser Fläche passiert die Kunst, links und rechts davon nicht. Und das hängt dann in einem bestimmten Raum, wo die Kunst zu hängen hat, in der Galerie oder in einem Museum oder so. Und wir Hip-Hopper sind dann die Typen, das ist der philosophische Ansatz, wo wir uns denken so, okay, ja, es ist ein Weg.
Aber muss das dieser Weg sein oder ist das der Weg für die Gesellschaft jetzt, dass es für sie funktioniert? Aber wenn du verschiedene kulturelle Backgrounds hast und andere Ideen und andere Realitäten, die vielleicht so gar nicht reinpassen und du musst dich die ganze Zeit eher limitieren und musst einfach nur sagen, okay, das ist der Weg. Aber eigentlich hast du andere Ideen. Und Hip-Hop hat uns eher die Möglichkeit gegeben, das auszuprobieren. Graffiti ist ein Extrembeispiel. Graffiti passiert im öffentlichen Raum.
Das heißt, du hast die Möglichkeit, das auszuprobieren. Graffiti passiert im öffentlichen Raum. Das heißt, du gehst in den öffentlichen Raum, nimmst eine Wand oder einen Zug und gehst dahin und bemalst den und erklärst einfach jetzt den Zug zu deiner Leinwand und die Gleise zu deiner Galerie. Think about it. Oder noch besser, die Stadt, der ganze öffentliche Raum ist deine Galerie. Und die Idee auch, ich meine, das sind wir nicht alleine, Kunst nicht nur als Produkt zu verstehen, sondern Kunst eben als Way of Life.
Wir haben lange Zeit Kunst auch als, Mode war ja genauso Teil davon, wie wir uns stylen und so, wie man eine Mütze anzieht. Die Mütze ist ganz normal, aber siehst du ein bisschen schief und dann ist es dein Way, die Mütze anzuziehen. Du kannst die Halbschuhe deines Vaters anziehen, aber du machst die Schnürsenkel raus und schon, weißt du, die Attitude, nur zu gucken, was zu experimentieren, wie kann ich das flippen und zu meinem Style machen. Alleine Style, was ist Style? Style ist schon Kunst. Der Graffiti-Writer Phase 2 ist leider verstorben schon, hat damals zum Beispiel gesagt, Gehen, Laufen ist Kunst.
Und ich als Hip-Hopper kann das nachvollziehen, weil Menschen laufen verschieden. Alleine die Attitude, das Mindset, das du hast, indem du irgendwo hingehst, wenn ich auf die Bühne gehe oder an den Zug gehe, das ist schon Teil von dem ganzen Kunstwerk. Das ist nicht das Bild alleine, das Bild allein ist vielleicht das wenigste. Vielleicht ist die Idee, da jetzt ein Bild hinzumalen und die ganze Aktion, vielleicht ist das… Darf ich fragen, hast du Erwartungen an deine Kunst? Also im Sinne von, ich finde das jetzt cool, das sollte auch jeder andere schön finden, oder mir gefällt das total, oder fremd in eigenes Land, bist du auch mit der Erwartung reingegangen?
Fortsetzung
Das verändert jetzt einiges hier. Super Frage. Ich glaube, bei Blauer Sand könnte ich es am ehesten so greifen. Ich glaube, es ist grundlegend eher, es ist etwas, was nicht unbedingt… Bei Fretterbein ist das ein bisschen anders, aber auch da ist es weniger, glaube ich, gedacht an die Menschen, sondern eher aus dir heraus. Das Wichtigste ist nicht von mir an dich, sondern von mir aus mir raus. Das ist, glaube ich, der wichtigste Schritt. Die Performance an sich, dass es raus explodiert. Zum Beispiel, wenn ich Blauer Sand will, war für mich eine Idee, ein ganzes Buch darüber geschrieben.
Die Idee war zum Beispiel nicht, ein Rap-Album zu machen und dann ein Buch zu schreiben, so wie es jetzt passiert ist, sondern, vielleicht hast du es ja gelesen, aber die Grundidee war, ein Werk zu schaffen, das gleichzeitig als Platte erscheint und als Buch. Also nicht klar definiert ist. Und jeder Businessman würde jetzt fragen, wer ist die Zielgruppe? Userperson als Zielgruppe. Genau, was kostet das? Und da kommt der Künstler so, I don’t care. Es geht um die Idee. Da ist der Künstler dann da. Die Idee war im Vordergrund, einfach zu sagen, nein, man muss doch mal weg von diesen Konfigurationen.
So dieses, ich mache eine Platte, ich mache ein Buch. Warum? Was soll das? Warum macht man nicht etwas, was beides gleichzeitig ist und man gar nicht weiß, was es jetzt mehr ist? Und das hat natürlich nicht funktioniert, weil die Plattenfirma schon mal gar nicht, ein Verlag ist eine Plattenfirma, es ist alles lockerer und besser geworden, aber das ist eben der Punkt, als Hip-Hopper sehe ich mich nicht als Musiker oder als Maler, ich bin all das, ich bin Unternehmer. Als Hip-Hopper bist du Unternehmer, du bist nicht angestellt, sondern du planst Unternehmen.
Ob es eine Jam ist, was wir machen, Funkboat-Party, 360° Sommerjam, 360° Winterjam, das sind Veranstaltungen, die jedes Jahr passieren, wo Menschen aus ganz Europa zusammenkommen, um die Hip-Hop-Kultur zu zelebrieren in all ihren Formen. Nicht festgelegt, es können ja auch neue Formen dazu kommen. Aber ich habe verstanden, du unterscheidest schon zwischen Künstler und Unternehmer in dem Fall. Ja, aber ich weiß nicht genau, wo der Cut ist, und ich will es auch gar nicht wissen. Bei mir ist es oft so, wenn ich z.B.
Texte schreibe, ich schreibe einfach, was bin ich dann, Autor? Was bin ich dann? Alles in die Richtung, zu der wir auch gleich kommen. Während ich schreibe, bin ich einfach nur ein Typ, der um 5 Uhr morgens versucht, seine Gefühle zu fassen. Und dann bin ich ja ganz alleine. Das ist ja wie so ein meditativer Rauschzustand. Man ist ja voll allein mit seinen Texten. Das kann nicht intimer werden. Und dann schreibt man diese Texte, um sie allen zu erzählen. Das ist schon mal völlig verrückt. Und dann kommt der nächste Schritt.
Dann stellst du dich ins Studio, weil du dich entschlossen hast, das jetzt zu rappen. Und dann musst du spätestens jetzt, wenn du nicht schon vorher an irgendein Publikum denken. Das geht ja viel um Kodierer, Dekodierer. Und ich habe so etwas wie ein fiktiver Hörer, ein fiktives Publikum. Das musst du dir dein Publikum ja vorstellen. Und am besten denkst du dich an bestimmte Leute. Weil du bist ja kein Dienstleister. Ich bin ja nicht wie ein Restaurant, wo du genau weißt, das funktioniert das nicht. Sondern es ist ja Kunst.
Du schaffst dir etwas, was noch nicht da war. Du bedienst noch nicht. Du baust eine neue Welt. Du schaffst dir einen Hörer vor, der sich dafür interessieren könnte. Einen perfekten Hörer, den du definitiv nicht kennst. Aber einen Freund, den du noch vielleicht nicht hast, den du gerne hättest, der sich dafür interessiert. Der die Zeit hat. Der das möchte. Genau. Und dann gibt es diese Leute auf einmal. Und dann wirst du zum Dienstleister. Und auf einmal, spätestens wenn du dann das Buch oder die Platte machst, ab dann wird es ein Unternehmen.
Weil dann musst du gucken, wie viele Bücher druck ich, was kosten die. Und dann wirst du Unternehmer. Und ich mache ja alles selbst. Ich habe alles selber gedruckt. Am Anfang war über eine Plattenfirma Kooperation. Aber ich habe das natürlich so gedealt, dass die rechte Zimmer zurückfallen. Du hast so ein krasses Album raus. Das war 2001. Und unter dem Namen Torch hast du seitdem keine weiteren Alben mehr rausgebracht. Und ich würde behaupten, gerade aus meiner Generation, ich glaube viele, sehr viele Menschen kennen dieses Album, warum hast du das so gemacht?
Also warum nur ein Album und das war es erst mal? Ja, die Frage höre ich auch. Sonst gibt es noch die Frage, wann kommt das nächste Album? Ich denke selber darüber nach. Also nicht, warum mache ich nicht noch ein Album oder warum habe ich nur ein Album gemacht, sondern warum denkt man, dass man mehrere Alben machen muss? Wieso macht man überhaupt Alben? Das ist schon mal die erste Frage. Du stellst sehr grundsätzliche Fragen. Das ist das, was mich wirklich versucht, den Leuten zu erklären, dass ich auch als Kind die Philosophie, also die Frage dieses Experimentieren, stand im Vordergrund.
Fortsetzung
Also rauszukriegen, was Musik ist, indem man nicht mit Musikinstrumenten spielt, sondern mit Musikstilen spielt. Das ist Hip-Hop. Du nimmst die verschiedenen Musikstile und spielst mit ihnen die Elemente. Du bist Forscher, das ist ein Forschungsfeld. Es steht ja auch drin, das hast du bestimmt gelesen, mit dem Digen. Du suchst nach Samples. Was ist ein Sample? Leute haben jetzt gelernt über die Jahre, dass ein Sample ein Stück Musik ist. Aber wer sagt, dass das nur so geht? Ich kann auch den Titel Blauer Samt samplen.
Ich kann auch Gefühle samplen. Blau ist etwas Kühles, Samt ist etwas Weiches. Ein bisschen Konträr zueinander. Das ist der Witz, du samplst Blau und Samt und setzt es zusammen. Dann ist es Blauer Samt. Was ist es jetzt? Ein Fragezeichen. Darüber geht das Buch ja auch. Es geht um Philosophie, es geht um Fragestellungen. Nicht Ausrufezeichen rausballern. Hip-Hop ist faszinierend. Nimm mich als Jugendlichen, der monatelang sich durch Plattenläden und Schallplatten sucht, jegliche Form von Musik durchhört. Rock, Jazz, Klassik, alles hörst du durch.
Soundtracks, iranische Musik. Du hörst alles durch. Du studierst das nicht kurz an, sondern du hörst das gesamte Ding. Du studierst die Strukturen, du hörst alles, um dann eine kleine Sequenz rauszunehmen, wo du denkst, das ist die Substanz, das ist die Essenz. Was bist du dann, ein Essenzforscher? Du versuchst dann rauszukriegen, wo ist die Kraft. Du sammelst die Elemente zusammen, wo du denkst, da liegt die Kraft. Das sammelst du dann zusammen, baust wie Frankenstein. Aus diesen toten Teilen, aus diesen Musikleichen, versuchst du ein holpriges, neues Musikstück, weil du kein Musiker bist, zu bauen, das dann auf unerhörte Weise irgendwie lebt.
Und dann, obwohl du ein genialer Forscher bist, der den ganzen Tag die Musik erforscht hat, stellst du dich dann hin und versuchst dich total ignorant hinzustellen und tust so, yo, ich bin einfach hier, ich hab gar keine Ahnung von gar nichts, es gibt nur mich, ich bin der Beste. Das musst du dir mal vorstellen. Mindset, super Stichpunkt. Das ist so, wie man sich präsentiert, als oft als platt oder als grob oder als übermännlich oder als roh. Das ist, wie man sich präsentiert, um auch zu kaschieren, dass man der emotionale Typ ist, der gerade am Küchentisch seine Liebesgedichte schreibt.
Fakt ist, dass wahrscheinlich zu keinem Zeitpunkt der Welt mehr Kinder und Jugendliche und Männer sind. Das ist so, wie man sich, man kann Gedichte schreiben als durch Rap. Vielleicht schlechte Gedichte, aber ehrliche Gedichte. Sie schreiben ihre Gefühle auf. Think about it. Wenn du das von der Perspektive siehst, ist das verrückt. Ist mega. Ist krass, wie du grundsätzlich alles in Frage stellst. Das ist für mich … Ich nehme drei Dosen und gehe zum Zug und male einfach. Dann gucke ich, was passiert. Genauso gehe ich auf die Bühne, nehme zwei Platten.
Alles, was du bist, was du hast, ist right here. Ich brauche nichts. Das ist alles hier. Ich brauche mehr davon. Das hat die gesamte Gesellschaft beeinflusst. Das heißt, die Hip-Hop-Schule, wie man Dinge angeht, alle sind da durchgegangen. Vielleicht nicht intensiv, vielleicht sind sie nicht Hip-Hop-Meister, aber alle haben ein bisschen von dieser Attitude abbekommen. Mega. Ich wollte dich noch eine Sache aus dem Buch fragen. Eine Idee fand ich cool, ein sehr starkes Album. Und dann, statt Musikvideos, ein Buch dazu.
Wo man die Hintergrundinfos bekommt. Das Thema Dekodierer. Der gängige Weg ist, du machst Musik. Dann drehst du Musikvideos zu einzelnen Liedern. Das hat irgendwann mal einer erfunden. Das ist immer mal eine geniale Idee. Irgendeiner hat eine geniale Idee, dann rennen alle hinterher und reproduzieren die, ohne zu wissen, warum. Dann habe ich mir auch gedacht, warum muss man das so machen? Warum machst du nicht erst eine Videoidee und machst dazu die Musik? Das ist dieses Think out of the box. Ganz Hip-Hop ist Thinking out of the box.
Das ist immer zu Klischees und zu Produkten reduziert. Aber grundlegend ist es komplett frei rangehend an die ganze Sache. Und anstatt Musik visuell zu erklären oder zu verkaufen, dachte ich, ich mache genau das Gegenteil. Ich mache eben nicht visuell, ich mache etwas tiefes intellektuell mit einem Buch, damit es gleich von Anfang an als was Komplexes und Schwermütiges und Tiefes und Substanzmäßiges wahrgenommen wird. Ich habe es vor 20 Jahren nicht gemacht, aber jetzt ist es da. Also mega, wenn man die Texte, die du in den Songs hast, besser verstehen möchte, ich glaube, in einem Buch versteht man einiges viel besser.
Aber du hast gleich am Anfang geschrieben, darauf wollte ich dich unbedingt ansprechen, da steht, ich danke allen, die mich bestohlen, betrogen, verraten, verletzt, sabotiert, kopiert, boykottiert oder vergessen haben. Ihr habt mir gezeigt, dass man an sich und seinem Charakter stets hart arbeiten muss. Erklär das mal bitte. Mein Leben, wenn ich es zusammenfassen müsste, ich habe unheimlich viel erreicht. Ich beginne ja mit dem Buch, wo ich erzähle, was ich alles schon gemacht habe und geschaffen habe.
Fortsetzung
Ich meine, als 20-Jähriger waren wir schon im Fernsehen und hatten eine Folge, sind getourt, dann hatte ich eine Fernsehsendung und was man alles erreicht. Also ich habe viel, viel mehr erreicht, als ich mir je hätte vorstellen können. Wie gesagt, ich wollte ja auch nie Musiker werden. Ich habe nie als Kind gedacht, ich will mal Musiker werden. Sondern dieses Hip-Hop-Feld, wo ich alles ausprobieren kann, selbst autodidaktisch, wo ich einfach mich selber hochziehen kann und dahin bringen kann, wo ich hin will, war für mich einfach interessant.
Und dann irgendwann hast du halt eine Karriere. Die Leute sagen dir dann, deine Karriere, wüsste ich gar nicht. Wie kriege ich das alles zusammen? Das ist eine schwierige Frage. Das ist wirklich schwer. An seinem Charakter steht es hart arbeiten. Ja, ich habe zwar diese ganzen Sachen erreicht, aber die Wahrheit ist, und ich denke, dass es geht vielen so, neun von zehn Sachen hat man ja nicht erreicht. Und das wissend. Die Leute sehen nur, du bist der Erste, das, du hast das. Aber du selber weißt, dass dein Leben eigentlich, obwohl du so viel erreicht hast, eigentlich eher eine Anhäufung von Scheiternis, von Misserfolgen und Rückschlägen.
Ich verstehe absolut, was du meinst. Genau. Die Leute sehen natürlich dann nur das Buch, die Platte, der Preis, dies, das und noch was. Das wollte ich vorhin auch sagen. Fremd im eigenen Land war, wie gesagt, der erste Song zu diesem Thema, das unheimlich viel bewegt hat und bis heute einen extremen Stellenwert hat, hat aber nie einen Preis bekommen. Wir warten noch. Wir haben keinerlei Auszeichnung. Wobei von der Juice, glaube ich, ist zum schwergewichtigsten Hip-Hop-Song, deutschen Hip-Hop-Song aller Zeiten gewählt worden.
Okay. Solche Sachen, ja, aber Preise, die dem Inhalt, ich verstehe, was du meinst. Ja. So gesehen, da würde ich sagen, hier geht noch was. Es ist eher ein unheimlicher Kampf, weil es gibt keinen vorgefertigten Weg für das, was wir da machen. Dieses Buch dockt nicht an irgendwas an, sondern das steht komplett einfach im freien Raum. Das war mit Fremd im eigenen Land so. Das Album Blauer Samt ist so. Alles, was wir machen, stellen wir einfach in den leeren Raum. Leute müssen dann damit klarkommen. Dann wird es ein Erfolg oder nicht.
Wie gesagt, neun von zehn Sachen funktionieren nicht. Man wird extrem aufgehalten, man wird kopiert. Es ist ein unheimlicher Struggle. Nur die Leute sehen, was gut funktioniert, aber man selber kennt den Struggle. Ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Sich nicht von diesen Rückschlägen unterkriegen zu lassen oder auch emotional daran zu zerbrechen. Das ist eben das, was ich verstanden habe, dass man sich davon nicht ablenken lassen darf. Das ist meist mit einem Charakter arbeiten. Genau, Resilienz im Endeffekt.
Das wird dir jeder Boxer ja auch sagen, dass es nicht die Schläge sind, die du austeilst, die dich zum Gewinn bringen, sondern die Schläge, die du einstecken kannst. Vielleicht noch der Folgesatz, der hat mich auch sehr interessiert. Ich bewundere alle, die vergeben können. Damit hast du es dann abgeschlossen. Was bedeutet das, dass du nicht gut vergeben kannst? Wer kann das gut? Darf ich eine Sache dazu sagen? Ich habe mittlerweile gelernt, ich vergebe Dinge, die mir gegenüber von anderen Menschen mittlerweile nicht mehr, um den anderen Menschen zu vergeben, sondern damit ich entspannter bin.
Richtig. Das habe ich mittlerweile in dem Alter gelernt. Man ist ja ein emotionaler Mensch. Cool zu bleiben, eine kühle Wand zu sein, aber trotzdem emotional. Auch die Balance. Das ist eine Lebensaufgabe. Ich glaube, es geht darum, dass man sich nicht von den negativen Emotionen verleiten lassen soll. Dass man nicht vom Kurs abbringen lassen soll. Das ist Distraction eher. Dass man bei sich bleibt. Aber ich habe das auch vor 20 Jahren geschrieben. Das heißt, da war ich noch jünger. Mit 50 bin ich auf jeden Fall weiter.
Das ist … Das glaube ich. Es hat auch damit zu tun, dass man, wenn man jünger ist, lässt man sich auch von Zuschreibungen schneller nicht irritieren. Das habe ich schon mal in der Mitte gesagt, weil du bist am Anfang. Du hast noch nicht viel erreicht. Weißt noch nicht genau, was du willst. Weißt nicht, was du kannst. Bist vielleicht gerade aus deinem Elternhaus raus. Und dann sagt dir jemand, das kannst du nicht. Oder du bist das und das. Du willst dich dagegen wehren, aber vielleicht haben die Leute recht.
Du bist verunsichert. Während, wenn du dann 50 bist und hast deine Lebenserfahrung und du weißt, selbst wenn du weißt, es stimmt, kannst du dann einfach gelassenes akzeptieren. Oder du weißt, es stimmt nicht, kannst du sagen, whatever. Du bist dann einfach mehr bei dir. Weil du weißt, wer du bist. Weil du einen Weg gegangen bist. Ja mega, du hast schon die perfekte Einleitung gemacht zu dem Thema, wer bin ich? Für mich war es extrem wichtig, mit dir darüber sprechen zu dürfen. Ich bin immer dafür. Ich habe eingangs schon gesagt gehabt, viele definieren sich über den Job, über die Titel, über den Arbeitgeber, über ganz verschiedene Sachen, auch über Rollen, die sie haben.
Fortsetzung
Vater, Sohn, Tochter, Mutter und so weiter. Ich habe für mich irgendwann mal gemerkt, ich möchte authentisch sein. Ich kann aber nicht überall gleich authentisch sein. Was ich damit meine ist, für meinen Sohn, für meine Tochter bin ich irgendwo ein Vorbild. Da muss ich natürlich eine andere Rolle einnehmen, als wenn ich jetzt zum Beispiel im Job bin oder mit Freunden unterwegs bin. Die Vorbildfunktion ist für mich extrem wichtig, gerade meinen Kindern gegenüber. Dann habe ich mich auch gefragt gehabt, jetzt weiß ich nicht nur, wie ich mich definieren kann, also meine Identität definieren kann.
Nummer eins, Nummer zwei, ich weiß auch nicht, was authentisch ist. Es ist authentisch, wenn ich bei meinen Kindern so bin, im gleichen Moment aber jemand anderem gegenüber. Ich drehe mich um und drehe dann ganz anders mit ihm. Wie bist du an diese Frage herangegangen? Was würdest du deinen Kindern sagen, wenn die fragen, hey Papa, wer bin ich überhaupt? Verstehst du, was ich meine? Ja, ich habe jetzt einen Song darüber. Ich habe eine Erklärung zu dem Song extra darüber. Da geht es ja darum, dass viele Leute sich selbst reduzieren, limitieren, auf Beruf oder auf Doktortitel, auf irgendwas.
Es ist schön, finde ich, wenn man so einfach ist und damit zufrieden ist. Das ist herrlich. Ich denke nicht, dass es so einfach ist. Man muss erst mal begreifen, denke ich, für sich, dass Identität nicht was Einfaches ist. Identität hat ganz viele Schichten. Man ist ja auch bei verschiedenen Menschen. Bei deinen Kindern hast du eine andere Person, bist du jemand anderes als bei der Arbeit, bei deinen Kollegen. Sobald man in einen anderen Raum tritt oder mit anderen Menschen zusammenkommt, ist man eine andere Person.
Beim Finanzamt bist du eine Steuernummer. Irgendwo bist du ein Kunde. Du verhältst dich dementsprechend auch. Das heißt, die Identität ist ein Mosaik. Du hast jetzt vielleicht nur das Problem, aus diesen ganzen Mosaiksteinen dein klares Bild zu erkennen. Oder zu wissen, welcher Teil ist für dich der wichtigste oder der ausschlaggebendste. Ich denke, dass Leute, die aus verschiedenen Kulturen kommen, mein Vater kommt aus Ostpreus, meine Mutter aus Haiti, ich bin hier in Hadelberg aufgewachsen, ich bin hier aufgewachsen.
Das ist etwas schwieriger, weil wir uns erklären müssen. Wir müssen uns klar erklären, wo gehörst du hin, was bist du, was machst du, was sollst du. Aber das ist unser Vorteil, dass wir uns im Endeffekt, weil wir uns erklären müssen täglich, uns auch viel bewusster damit auseinandersetzen. Der Witz ist, dass alle Menschen keine klare Identität haben, sondern eine vielschichtige. Nur sie nicht bewusst dahingestoßen werden, dass sie keine klare Identität haben. Deswegen haben wir einen Vorteil. Ich finde sogar, dass wir einen Vorteil haben, die deutsche Identität überhaupt zu diskutieren.
Weil wenn man dir die ganze Zeit sagt, das und das und das ist nicht deutsch, dann fragst du im Umkehrschluss, willst du natürlich wissen, was ist deutsch? Was der Deutsche sich nicht fragt, weil er einfach sagt, es ist, was es ist. Aber er selber kann es gar nicht pinpointen. Und du fängst an, das aber zu pinpointen. Und dann wirst du schon wieder ein Forscher oder Philosoph. Und das ist, wieso ich wahnsinnig bin. Für mich ist es ganz klar, die Identität hat sehr viele Layers. Und wie du selber gemerkt hast, es verändert sich.
Sachen, die dir mit 20 wichtig sind, oder du denkst, das ist deine Identität, ist mit 50 dann was anderes, mit 70 was anderes, ist völlig okay. Es ist etwas Komplexes. Das Problem ist, dass Leute, die wollen, dass dieses komplexe Gesamtkunstwerk, wollen sie runtergebrochen haben in ein klares Bild. Darum geht es witzigerweise auch hier. Leute wollen wissen, was ist blauer Samt? Und der Witz ist, du bist verleitet, klare Bilder zu geben. Und das ist, was wir jeden Tag tun. Rapper, Plattenfirmen, wir alle bieten klare Bilder an.
Ganz klare Bilder. Nur das ist nicht Hip-Hop, sondern das ist ein klares Bild aus diesem Mosaik. Und blauer Samt beschäftigt sich genau damit. Blau und Samt ist kein klares Bild. Genau darum geht es. Das ist das Gegenteil von einem klaren Bild. Es ist ein Fragezeichen. Du hörst blauer Samt und fragst dich, was ist das? Auch wenn kein Fragezeichen da steht. Blauer Samt, what the fuck? Und der Gag ist, es sind zwei Dinge, die nicht zusammenpassen, so wie vermeintlich meine Herkunft. Passt nicht zusammen, aber ist gemixt wie ein Mixtape wie ein Dude, der hier im echten Leben performt.
Und genauso ist es auch. So wie Hip und Hop zu Hip-Hop wird, wird blau und Samt zu blauer Samt. Und es geht auch um Gefühle. Weil wir sind oft verleitet, so wie man klare Identität haben soll. Wo gehst du hin? Wie fühlst du dich? So soll man Grundliegengefühle immer genau erklären. Das ist, glaube ich, auch ein Missverständnis, dass wir glauben, dass man klare Gefühle haben muss oder sogar haben kann. Ich bin schon der Meinung, dass man klare Gefühle haben kann. Aber nicht die ganze Zeit. Wahrscheinlich hat man die meiste Zeit unklare Gefühle.
Fortsetzung
Ich bin der Meinung, dass man meistens nicht ganz klar glücklich oder ganz klar unglücklich ist. Das ist blauer Samt. Deswegen funktioniert das auch. Business funktioniert immer mit klaren Bildern. Die verkaufen dir Glück oder Unglück. Man kalkuliert ja auch. Alle wollen dir was Klares verkaufen. Du weißt selber, wenn Leute dir klare Bilder verkaufen, dann bin ich vorsichtig. Du hast auch etwas richtig Schönes geschrieben. Du hast geschrieben, klare Bilder schaffen Vertrauen. Wenn man aber zu sich selber steht mit allen Widersprüchen, ist ein klares Bild schwierig.
Genau. Interessanterweise, das ist ein Satz, den hast du auch in deinem Album von Klaus Kinski, so wie ich es verstanden habe. Dein Album wird damit quasi eingeleitet. Das ist ein Fernsehinterview mit Klaus Kinski und anderen. Das habe ich auf VHS aufgenommen damals. Ich weiß nicht, wie lange das geht. Eineinhalb Stunden, völlig lang. Ich habe das ganze Interview durchgehört. Ich schaue mir das Interview nicht an, sondern ich höre mir das an. Ich gucke weg und höre nur den Ton. Samplen. Bilder hören und nicht Töne sehen.
Ich habe diesen Satz gehört, völlig aus dem Kontext gerissen. Ich bin das, deswegen bin ich nichts. Ich bin das und deswegen bin ich nichts. Weil mir klar war, wenn du was sein willst in der Welt, musst du klare Bilder verkaufen. Das verstehen die Leute, das ist das, was sie brauchen. Deswegen kaufen sie es. Sie folgen klaren Bildern, schaffen Vertrauen. Aber wenn du zu dir selber stehst, weißt du, es ist kein klares Bild. Ich muss nicht so weit gehen zu Gender Fluid. Wir wissen alle, dass niemand 100% männlich ist.
Auch wenn du 100% Mann bist. Es ist okay. Aber das ist ja, worum es geht. Es ist kein klares Bild. Du bist kein klares Bild. Du musst mit dir den Frieden machen. Es ist eine Bewegung. Wenn ich das in deinem Wort sagen kann, statt ein Ausrufezeichen. Das war das. Ich frage, warum gibt es Rap? Du hast unheimlich viel Musik gehabt vorher. Das war nicht das Vorrap, wo man unbedingt neue Musik gebraucht hätte. Du hast Klassik, Jazz, Rock’n’Roll, Rock. Du hast alles Mögliche gehabt. Disco. Warum hat man noch Rap gebraucht?
Wieso ist Rap die meistgehörteste Musik der Welt? Wie kannst du musikwissenschaftlich alles Mögliche abgearbeitet haben? Dann kommt auf einmal ein komischer Quatsch um die Ecke, der alles wegdrückt. Rap ist etwas, was es vorher in der Musiklandschaft noch nicht so gegeben hat. Eine klare, direkte Sprache. Es ist nicht versteckt hinter Melodien. Es ist nicht versteckt hinter Strophenaufbau, Strukturen. Sondern es ist einfach Power in your fucking face. Deswegen, auch manche sagen, Rap ist keine Musik. Vielleicht haben die Leute recht.
Nur anders als sie denken. Es ist definitiv demokratisch. Jeder kann jetzt direkt mitmachen. Du musst nicht aufs Konservatorium. Du musst nicht 20 Jahre studieren. Du musst nicht diese typischen historisch gewachsenen Wege gehen. Um die Anerkennung von … Du darfst nicht vergessen, dass diese ganze Linie von Papsten und Königen gegründet worden ist. Genau so wird auch performt. Von oben herab. Jemand spielt oder predigt herunter. Das Publikum schweigt. So funktioniert die meiste Gesellschaft. Hierarchien. Die haben traditionell weitergegeben.
Rap hat auf einer Seite etwas Anarchistisches. Was Chaotisches. Aber hat auch eine eigene Ordnung. Das Witzige ist, dass z.B. wenn ich eine Jam organisiere, selbst jeder Rap-Star, der wirklich Megastar ist, weiß, dass er jederzeit von irgendeinem Typen im Publikum gebattled werden kann. Weil das Teil dieser Kultur ist. Es gibt keine Sicherheiten. Ich finde es mega, gerade dieses Thema zwei Seiten. Wenn du sagst, etwas ist schön, dann gibt es auch etwas, was unschön ist. Und es ist gleichzeitig. Ich habe sehr lange gebraucht, das zu verstehen.
Wann hast du das verstanden? Wie bist du rangegangen? Darüber zu hören. Ich bin nicht ganz verinnerlicht. Welchen Tipp kannst du mir geben? Guck dir die zwei Seiten an. Du hast auch Glück gesagt. Wenn du sagst, du bist glücklich, dann gibt es auch die Situation, dass du unglücklich bist. Aber dass man beides als ein Ding akzeptiert. Das ist das, was Leute verstehen müssen. Was bedeutet das? Das ist das Name. Weil es interpretierbar ist. Und weil es perfekt ist. Es ist hip und hopp. Es ist nicht ein Ding. Es ist etwas, was widersprüchlich ist und mit sich kämpft.
Was für Menschen siehst du dich selbst? Du stellst die Fragen. Ich glaube, ich bin jemand, der extrem extrovertiert ist. Ich bin outgoing. Ich nehme das Mic, gehe auf die Bühne. Ich bin da. Was früher nicht einfach war in der Gesellschaft. Als ich aufgewachsen bin, war eher Eigenlob stinkend. Man lacht nicht über seine eigenen Witze. Sorry. Das ist ich. Aber gleichzeitig bin ich auch ein Nerd. Und ein Beobachter. Gleichzeitig. Das ist das Ding. Ich bin nicht nur Frontman, sondern auch Wissenschaftler. Ich bin das alles.
Fortsetzung
Ich bin nicht nur Musiker, ich bin auch Wissenschaftler. Das ist alles. Hip-Hop erlaubt mir, das alles sein zu dürfen. Weil die Schubladen nicht so eng sind. Ich kann die Schubladen mir so einrichten, wie ich bin. Gesetzt der Fall, ich möchte mich in irgendeine Richtung entwickeln. Zu einer gewissen Person werden oder gewisse Eigenschaften haben, die ich aber stand heute noch nicht habe. Wenn du das nicht möchtest, verhalte dich heute schon so. Das ist nicht authentisch. Ich bin es ja noch nicht. Ich wollte eine Podcast starten, aber bin kein Podcaster.
Das war schwierig, mich zu verhalten, als ob ich ein Podcaster bin. Mit der Zeit bist du einfacher, man kennt die Wege. Du kannst es auch sein, bevor du es bist. Das ist der Punkt. Wir klammern uns an Definitionen, die andere Leute aufgestellt haben, die das erfunden haben. Dass man begreifen müsste, dass man selber alles erfinden kann. Damit die anderen Menschen Definitionen haben, an die sie sich klammern können. Das ist eine Universität. Was ist ein Papst? Was ist ein König? Was ist eine Universität? Wir haben es so verinnerlicht, dass wir gar nicht begreifen, dass das einer aus einer guten Laune erfunden hat.
Wir sind keine Musiker. Wir finden Musik. Als Graffiti-Writer war der ganze Lifestyle fast wichtiger als das Bild selbst. Wenn ich durch die Stadt laufe, sehe ich die Stadt als Kunst. Ich sehe jede Wand. Wie ich die Wand anschaue, meine Körperhaltung, ist Teil von dem ganzen Prozess. Wenn ich in den Sprühdosen gehe, sehe ich die Farben nicht schlecht. Oder ich sehe eine Werbung, eine Farbkombination. Damit könnte ich ein Bild malen. Ich bin wie ein Städteplaner. Ich bin Architekt, der seine Welt baut. Ob ich es mache oder nicht, ich kann sie an meinem Kopf bauen.
Bevor du was schaffst, schaffst du es in deinem Kopf. Du musst es in deinem Kopf schaffen. Das gab es erst als Idee. Ich habe es verstanden, dass du verschiedene Identitäten für dich annimmst. Welche Identitäten von dir möchtest du gerne ausbauen? Das ist einfach. Das ist zwei Antworten. Bis jetzt habe ich es immer gemacht. Wenn ich mich als Rapper langweile, dann bin ich DJ. Wenn ich mich als DJ nicht weiterentwickeln kann, bin ich Unternehmer. Wenn ich als Unternehmer merke, dass ich Urlaub brauche, dann bin ich Poet.
Ich bin beruflich nicht festgelegt. Leute sagen, du bist Rapper, Musiker. Ich verstehe das auch. Das ist der höchste Teil von mir, der am meisten rüberkommt. Vielleicht mache ich das am besten. Aber ich persönlich sehe mich nicht so. Ich lege mich nicht fest. Der zweite Teil der Antwort hat mit meinem Alter zu tun. Als Kind war für mich Tanzen und Malen am wichtigsten. Das war meine Ausdrucksform. Je älter ich werde, verschiebt sich das einfach. Ich habe mir immer gesagt, ich muss mal eine Sitzung machen. Vorher undenkbar.
Die Idee, vor 50 war die Idee, überhaupt sitzend zu arbeiten. Das geht so. Ab 50 ist es perfekt. Lesungen, Vortritte, das ist mal bang. Ich hätte dieses Interview früher nicht gemacht. Du hast allgemein wenig Interviews gegeben. Ich habe keine Interviews mehr gegeben. Wieder der Philosoph. Ich verstehe Interviews nicht. Ich habe Interviews nicht verstanden. Für mich waren Interviews immer Missverständnisse. Der Künstler und der Journalist. Wir wollen nicht das Gleiche. Ich habe mich eher gefühlt, als ob ich als Künstler der Welt versuche, weiß zu machen, dass ich eine Art Magier bin, der einen Zaubertrick hat.
Vielleicht keine Magie, aber ich würde gern der Welt glauben lassen, dass ich zaubern kann. Vielleicht kann ich zaubern, vielleicht auch nicht. Der Journalist will nicht einfach nur der Überbringer, der Botschaft sein, dass ich ein Magier bin. Er hat ein Eigeninteresse. Er will meinen Zaubertrick aufdecken. Was man dann sieht in einem Interview, ist wahrscheinlich nur der verkrampfte Kampf zwischen zwei verschiedenen Interessen. Warum sollte diese eine Stunde, die aufgenommen wird in einem Leben von 80 Jahren, überhaupt relevant sein?
Warum sollte das, was da gesagt wird, interessanter oder wichtiger sein? Warum sollte das, was die beiden sagen, wichtiger sein als alles, was andere Leute sagen? Ich finde es besser, wenn wir Bücher schreiben, Schallplatten machen, Monologe halten. Dann ist es wie ein Battle von Monologen. Das machen die Professoren oft. Ich habe eine allgemeine Frage. Ich habe eine allgemeine Frage, bevor wir langsam Richtung Schluss gehen. Ich könnte mich noch stundenlang unterhalten. Meine Vorträge und Lesungen sind echt 3 Stunden.
Ich könnte mich noch stundenlang unterhalten. Aber es ist ja nur Smart-Talk, was wir hier machen. Man kriegt in der kurzen Zeit nicht so viel runter. Weil, den Podcast werde ich mir noch ein paar Mal anschauen. Aber du hast eine Sache, ich will nicht unbedingt gesagt, aber so angedeutet, die ich mich auch bei mir selber sehr häufig frage. Ob du die Sachen für andere machst oder für dich selbst? Das ist auch eine konstante Frage. Bei gewissen Sachen weiß ich, das tue ich jetzt für andere. Als Familie und so weiter.
Fortsetzung
Wenn meine Familie happy ist. Da frage ich mich, ob das richtig ist. Ich bin happy, wenn andere happy sind. Aber manchmal sage ich mir, es muss um dich selbst denken. Die Frage ist, was umfasst das Ich? Ist mit dem Ich nur du als eine Person gemeint? Oder ist in dem Ich nicht nur Frau und Kinder gemeint, sondern ist in dem Ich, gerade bei Hip-Hop, immer identiert? Sodass man immer denkt, die haben alle Profilneurosen. Aber der Witz davon ist, dass Rapper trotzdem immer von ihren Jungs erzählen. Und ihre Family und ihre Passing.
Das heißt, das Ich umfasst nicht nur mehrere Menschen. Manchmal redet man auch von einem Movement. Das heißt, Identität hat mehrere Schichten. Der Typ, der jetzt gerade steht und gleichzeitig ist er und seine Jungs. Die Rap-Gruppe, aber die eingeschlossen ist in der Hip-Hop-Passi. Die auch noch Graffiti-Rider sind und noch Breaking. Eingeschlossen in alle, die verstehen, was gerade passiert, was die Fans mit einbezieht. Das ist wie eine Zwiebel. Das ist fast bei jedem so. Ich hatte vor kurzem ein Gespräch im Beispiel, ich laufe einem Apfelbaum vorbei, rieche die Äpfel.
Ich esse dann einen Apfel. Ab wann ist der Apfel ein Teil von mir? Schon da, wo ich ihn gerochen habe, wo ich ihn verdaut habe, wo er in meinem Magen ist. Das fand ich mega interessant vom Blickwinkel, vom Mindset her. Ab wann ist etwas anderes ein Teil von mir? Ich als Hip-Hopper finde es immer so, dass die Leute fragen, was ist das für ein Apfelverdauer? Ich frage mich dann immer, warum soll ich mich limitieren? Man limitiert sich, um klare Bilder zu erzeugen. Das kenne ich, damit arbeite ich. Aber soll ich die selber glauben?
Das ist die Frage. Soll ich diese Bilder, die ich anderen Leuten zeige, damit es keine Missverständnisse gibt? Die Party des Jahres. Klare Bilder. Soll ich die alle selber glauben? Nein, ich weiß, dass ich Hip-Hopper bin. Das bedeutet, dass ich es mir offen halte. Das bedeutet, dass ich Forscher bin. Ich bin Musik, Kunst, Forscher. Nicht Musiker oder Künstler. Super interessant. Torch, wir sind nicht umsonst auf dem Heidelberger Schloss. Ich würde gerne einen kurzen Locationwechsel machen. Wo gehen wir hin? Ich habe mir diese schöne Location nicht ohne Grund ausgesucht.
Ich liebe Heidelberg. Jeder, der den Podcast kennt, weiß das auch. Heidelberg hat eine besondere Bedeutung für mich. Ich bin verbunden mit der Stadt Heidelberg. Aber darum soll es heute nicht gehen. Jeder, der Heidelberg kennt und liebt, der aus unserer Generation ist und mit Musik etwas zu tun hat, weiß, wer Torch ist und dass Torch aus Heidelberg kommt. Du hast Heidelberg vor einigen Jahren verlassen. Obwohl du einen starken Bezug zu Heidelberg hast. Du bist nach Zürich gezogen. Was bedeutet Heidelberg für dich?
Warum als so krasser Heidelberger, der am Hip-Hop Archiv in Heidelberg mitarbeitet, weil so viel für die Stadt Heidelberg auch insgesamt macht? Wieso ziehst du hier weg und kommst du eventuell wieder? In dem Lied von Advanced Chemistry, das Lied Heidelberg, was wir damals schon gemacht haben, da sage ich das schon, dass ich die Stadt körperlich verlasse, aber nicht geistig. Das ist meine Heimat. Das Witzige ist, es ist nicht nur meine Heimat, die mich geprägt hat. Wenn ich zum Teil, wie du schon sagst, von einer bestimmten Generation ein Bild gezeichnet habe von dieser Stadt, ist es ja meine Stadt.
Es soll nicht zu arrogant klingen, sondern dass ein bestimmtes Bild von Heidelberg habe ich und meine Generation mit kreiert. Deswegen ist es Teil meiner Identität. Körperlich habe ich es verlassen, obwohl es weiterhin mein Hauptwirkungsort ist. Es ist meine Heimat und mein Hauptwirkungsort. Und der Ort, mit dem man mich verbindet und assoziiert. Es ist nicht mehr vielleicht mein Lebensmittelpunkt, wo ich mich den meisten Teil der Zeit befinde. Aber es ist mein Hauptwirkungsort. Die ganzen Jams sind hier, das Archiv machen wir hier.
Okay, mega. Jetzt sozusagen am Ende des Podcasts. Und eine Frage stelle ich jedem Gast und dir natürlich auch. Welches Mindset hat den größten und wichtigsten Einfluss in deinem Leben? Also, ich denke, diese Mischung aus Disziplin, Selbstdisziplin, Ehrgeiz und sehr viel Flexibilität. Flexibel bleiben. Ich denke, Hip-Hop ist sehr flexibel. Das hat mir, glaube ich, sehr viel geholfen, dahin zu kommen, wo ich bin oder meine Ideen umzusetzen. Aber davor ist noch ein wichtigerer Punkt. Und zwar, seinen eigenen Ideen zu vertrauen.
Ich habe ganz oft von Leuten gehört, die sagen, sie haben keine Ideen oder sie haben keine Ideen oder keine Vision oder kein Konzept. Ich glaube das gar nicht. Ich glaube, dass die meisten Menschen sehr viele Ideen haben. Aber sie verwerfen sie wieder. Sie trauen sich nicht zu, die Ideen umzusetzen. Viele Leute verbieten sich sogar, die Ideen zu haben. Utopien zu haben, sagen, das ist eine Utopie. Das geht ja eh nicht, das darf man nicht haben. Weil sie das so gelernt haben, dass man das wieder verwirft.
Fortsetzung
Weil Lehrer, Eltern das verworfen haben. Und ich habe das Glück, wahrscheinlich auch über meine Eltern oder meine Mutter, dass ich, oder meinen kulturellen Background, dass ich so bekräftigt wurde, an mich und meine Ideen auch glauben zu dürfen. Was nicht heißt, dass jede dumme Idee einen Sinn macht. Wie gesagt, neun von zehn Sachen funktionieren nicht. Vor allem nicht nur, weil die Ideen nicht funktionieren, da hast du die dagegen arbeiten, nicht jeder hilft dir. Aber grundlegend, mir selbst zu erlauben und meine eigenen Ideen zu glauben, ist, glaube ich, der allerwichtigste, wichtigste Part.
Und dann kommt noch Disziplin, das kommt alles noch drauf, ja, dann zu pushen. Aber erst mal zu sagen, das könnte gehen. Okay, ich mag die Idee, das ist Teil von mir. That’s me. Mega, Torch. Tausend Dank für deine Zeit, hat richtig Spaß gemacht. Ich hoffe auch, dass wir bald wieder miteinander sprechen. Auf jeden Fall, danke Reza.
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Keywords
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Namen und Begriffe
Frederik „Torch“ Hahn, Reza Mehman, Advanced Chemistry, Fremd im eigenen Land, Blauer Samt, DJ Haitian Star, MC Torch, Torchmann, Hero, Heidelberg, Roberto Blanco, Boney M., Arabella, Project Mindset, Hip-Hop, Breakdance, Graffiti, Scratching, Freestyle-Rap, Jazz, Juice Magazin, Klotz Verlagshaus, Matt Harder, 68er-Bewegung, Afrodeutsche
Zitierfaehige Passage
Frederik „Torch“ Hahn beschreibt Hip-Hop als philosophischen Ansatz, der ihm ermoeglichte, Musiker zu sein, ohne ein Instrument zu spielen.
Mit dem Song „Fremd im eigenen Land“ oeffneten Advanced Chemistry 1992 die Tuer fuer eine neue Sichtbarkeit von Afrodeutschen und Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Mainstream.
Fuer Torch ist wahre Identitaet kein statisches Konstrukt, sondern ein lebenslanger Prozess der Selbsterforschung, der weit ueber Jobtitel und gesellschaftliche Rollen hinausgeht.
Er betont, dass Authentizitaet bedeutet, die eigene Vielschichtigkeit anzuerkennen und sich nicht von aeusseren Erwartungen definieren zu lassen.



